Bauer Willi
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Frostschäden in Europa

Heute, am 21.4. 2021 ist der Frost in der Landwirtschaft das Top-Thema bei wetteronline:

https://www.wetteronline.de/wetternews/weiterhin-kalte-naechte-in-sicht-frost-schadet-obsternte-2021-04-21-do

Im Artikel gibt es ein interessantes Video, in dem ein Obstbauer erklärt, warum die Beregung in Frostnächten die Obstblüte schützt. Neu war für mich, das mit fortschreitender Blüte die Empfindlichkeit für Minus-Grade immer mehr ansteigt.

Doch nicht nur im Obstbau schaden die Nachtfröste. Betroffen sind auch Zuckerrüben in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in denen frostgeschädigte Saaten neu gesät werden mussten.

In Frankreich und Italien sind neben den Obstbauern auch die Weinbauern betroffen. https://www.sueddeutsche.de/panorama/frost-wein-frankreich-obst-kaeltewelle-1.5267021. 

In Frankreich ist die Solidarität mit den Landwirten traditionell sehr hoch.  Auf Twitter meldet sich sogar Macron zu Wort:

Für Sie, Landwirte, die in ganz Frankreich Nacht für Nacht unermüdlich gekämpft haben, um die Früchte Ihrer Arbeit zu schützen, möchte ich Ihnen unsere volle Unterstützung in diesem Kampf sagen. Festhalten ! Wir sind an Ihrer Seite und werden es auch bleiben.”

Auf so eine Solidaritätsbekundung wird man von unserer Kanzlerin lange warten.

https://www.agrarzeitung.de/nachrichten/politik/frostschaeden-milliardenpaket-fuer-frankreichs-bauern-95546

Schreibt mal in die Kommentare, wie es bei euch in der Gegend aussieht. Gibt es Frostschäden? Und wenn ja, in welchen Kulturen?

Schreibt bitte die ersten zwei Ziffern der Postleitzahl mit dabei. Danke.

 

 

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13 Kommentare

  1. fingerphilosoph sagt

    Wie sieht es in Deutschland derzeit mit Regen aus? Hier in der Bretagne hatte es von November bis Februar monsunartige Regenfälle. Aber seit Anfang März ist der Regen wie abgeschaltet. Ist es bei euch in D immer noch zu trocken?

  2. Meyer sagt

    Frostschäden überall , nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Die Soja-,Mais-Raps- und Weizenpreise schießen nach oben. Überall leiden unter den kühlen Temperaturen die Früchte. Klimawandel war gestern ? Frost und Schnee waren nicht mehr eingeplant ? Denken wir die letzten Jahre zurück und man denkt an warme angenehme Temperaturen.
    Fast nichts davon in diesem Jahr . Es ist zu vermuten , daß in den Südstaaten (Texas) und dem Mittleren Westen der USA der Winterweizen verfroren ist. Die 15 – 30 Grad minus wird der wohl nicht überstanden haben . Das kann man aber erst erkennen wenn es dort erst wieder auftaut. Die sind dort noch teilweise im Winter mit jetzt vereinzelten Schneefall , nachdem es dort über Winter schneeefrei war. In vier Wochen werden wir dann den wirklichen Schaden erfahren können. Habe zwar schon einen Vorkontrakt gemacht , aber warte jetzt erst einmal noch ab, denn wann gab es das schon , daß der Mais teuerer war , als der Weizen. Dazu kommt noch die erhöhte Lagerhaltung der Importländer aus Angst vor Währungsturbulenzen in den Exportländern . Es bleibt also spannend und wird vielleicht manch einem Globalisierer wieder mehr auf die Eigenversorgung bringen , denn im Katastrophenfall läuft das hier genauso wie mit Corona , nämlich nix da.

  3. Karl Timme sagt

    29362 ; bisher keine Schäden bei uns. Unsere Zuckerrüben sind gerade aufgelaufen, bei den füher gedrillten Rüben (März) habe ich noch nichts gehört.

  4. Paulus sagt

    @ Bauer Willi, “Auf so eine Solidaritätsbekundung wird man von unserer Kanzlerin lange warten.”
    Es gibt einen zugegeben schwachen Trost. Meine Gattin ist französischer Herkunft und kommt ausgerechnet auch noch aus Paris. Immer wenn ich über die Bauern und ihre ewige Jammerei lästere rufe ich bei ihr Gegenwind hervor. Sie ist zwar weitgehend eingedeutscht, um es mal etwas unschön zu sagen, aber auch die deutschen Bauern besitzen bei ihr einen sehr hohen oder auch gleich hohen Stellenwert.
    Ist doch erstaunlich, dass ich als Sohn ehemaliger Krauterbauern und vielfach Kritiker der LW gegen diese Position unmöglich ankomme. 😉

  5. Günter Reichard sagt

    Ohne Frostkerzen und Frostberechnung wäre bei uns ( Südtirol ) kein Obst und Weinbau möglich oder nur mit viel Verlust.

  6. Gerhard sagt

    Wir haben hier in Franken (Steigerwald) Frostschäden am Raps. Die Stängel sind durch Frost teilweise aufgeplatzt. Also eine Eintrittspforte für Pilze vor allem wenn es feucht ist. Raps geht jetzt in die Blüte. Einen Vorteil hatte die Kälte aber auch. Fast keine Glanzkäfer. Nur in den warmen Tagen ende Februar einen gewaltigen zuflug von Stängelrüsslern und Kohltriebrüsslern.

  7. Schorsch Summerer sagt

    83101 Wir haben hier überwiegend Streuobst. Näher an den Bergen keine Schäden, weiter weg dann doch immer wieder Reif und Frost. Da werden die Äpfel schon gepflückt sein.
    Um diese Zeit haben bei uns die ersten schon das Mähen angefangen mit guten Mengenerträgen und sehr guten Energie und Eiweissgehalten in der Silage. Dieses Jahr sind die Berge in ein paar Kilometern Entfernung immer noch weis. Sollte aber der Föhn einsetzen dann explodiert hier die Vegetation.

  8. Sönke Seebohm sagt

    21 Altes Land: in unserer Region hatten wir eigentlich erst ein für Äpfel relevantes Spätfrostereignis. Mit Temperaturen zwischen Minus 2 bis Minus 4 Grad. Die Äpfel waren im Stadium Grüne Knospe und es wurde flächendeckend Frostschutzberegnung eingesetzt. Bei anderen Kulturen wie Kirschen, Birnen, Pflaumen und Aprikosen kam es aufgrund der vorangeschrittenen Entwicklungsstadien schon zu mehreren kritischen Temperaturstürzen. Auch diese wurden weitestgehend mit Foliendächern, Über- oder Unterkronenberegnung bekämpft. Zu größeren Schäden kam es bisher nicht. Anfang nächster Woche sind die nächsten tiefen Temperaturen angekündigt. Die Äpfel befinden sich zwischen Grüne und Rote Knospe. Die Kirschen, Birnen, Pflaumen und Zwetschen befinden sich in der Blüte. Es bleibt spannend.

  9. Thomas Apfel sagt

    Brandenburg (15…) hat in sehr unterschiedlichem Maß Schäden. Bei uns ist die Entwicklung etwas zurück (gut 8 bis 10 Tage gegenüber den Durchschnitt der letzten Dekade).
    Nach jetzigem Stand wird es bei Kirschen bei einigen Sorten und auch bei Äpfeln in nicht optimaler Lage Ausfälle geben. Beziffern kann man die jetzt noch nicht. Nächste Woche gehts schon wieder auf minus 2° Lufttemperatur herunter und die Blüten werden jetzt empfindlicher.
    Insgesamt ist der Trend zu einer Häufung von Spätfrostschäden schon bedenklich.
    Seit 1979 bin ich im Obstbau tätig gravierende Frostschäden gab es
    1981 (-9° am 11. 4.) mit Totalausfall.
    1991 nur im Norden und Westen Deutschlands 30 – 70 % Ausfall
    Dann immer mal wieder leicht beim Steinobst, aber:

    2010 50% Schaden über alle Kulturen,
    2011 75 % Schaden über alle Kulturen,
    2017 30 – 80 % Schaden über alle Kulturen (deutschlandweit)
    2019 30 – 70 % Schaden
    2021 ?????

    Das Problem ist, dass in Deutschland die Entscheidung über Staatliche Stützung der Mehrgefahrenversicherung (nur Dänemark und Deutschland zahlen in Europa nichts)
    seit Jahrzehnten verschoben wird. Der Bauernverband mit seiner Uneinigkeit hat sich da auch nicht mit Ruhm beklekkert, wie üblich fallen sich alle verschiedenen Interessengruppen intern und nach Aussen gegenseitig in den Rücken.

    Die hohen Investitionen im Obstbau (60-70.000 €/ha) müssen dreifach abgesichert sein, so wie es in Südtirol ist, Mehrgefahrenversicherung, Frostschutzberegnung und Hagelnetze.

    Fakt ist, wer nicht in der Lage ist so hohe Erträge einzufahren (der Ertragsvorsprung bei Apfel liegt in Südtirol bei 150 % gegenüber Deutschland), dass er sich diese Absicherung leisten kann, wird in den nächsten Jahren vom Markt verschwinden. Auch hier werden es eher die kleineren Betriebe sein.

  10. Elisabeth Ertl sagt

    Südoststeiermark A – 8350:
    Hier hat es nur die Kirschen erwischt, und da nicht alle Bäume. Das restliche Obst (Äpfel, Birnen, Zwetschken, Pfirsiche) sieht noch gut aus.

  11. Einfacher Bürger sagt

    In Dauerkulturen hat man wenig Möglichkeiten gegen Spätfrost. Beregnung ist nicht überall möglich. Zuckerrüben sollten doch erst bei 6 Grad Bodentemperatur gesät werden oder.

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