Bauer Willi
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Frontal 21 – am 22.9.: „Pestizide“ und „Zucker“

Ich schaue Frontal 21 grundsätzlich nicht, obwohl ich da mal einen Auftritt hatte. Die Sendung ist meiner Meinung nach niveaulos und reißerisch. Dann doch lieber Phoenix oder ARTE.

Die Sendung heute abend 22.9.2020 dürfte wieder ein „Glanzstück“ an billiger Polemik und Quotenhascherei sein. Zwei Themen, wegen der ich mir die Sendung trotzdem ansehe, auch wenn mich das möglicherweise wütend macht.

  • Thema „Pestizide“.

Es geht um die alte Geschichte rund um den Ort Mals in Südtirol, wo versucht wurde, in der Gemeinde Pflanzenschutzmittel – vor allem im Obstbau – zu verbieten. Trotz langem Rechtsstreit ohne Erfolg.Die Auseinandersetzung wurde mit harten Bandagen geführt. Auf einem Plakat, dass in München aufgehängt wurde, wurde der Eindruck erweckt, dass die Abdrift einer Spritze unkontrolliert durch die Gegend weht. Es stellte sich heraus, dass auf dem Foto ein Bio-Bauer Schwefel als Pulver im Weinbau ausbringt. Das sieht natürlich dramatischer aus.

Auch wegen anderer Vorfälle hat der dortige Landwirtschaftslandesrat  (und mit ihm 1.500 Obstbauern) Strafanzeige wegen übler Nachrede zum Schaden der Südtiroler Landwirtschaft eingereicht. Auch aktiven und ehemaligen Vorständen des Umweltinstituts und dem Verleger von Alexander Schiebel, dem Geschäftsführer des oekom verlags, Jacob Radloff, droht der Prozess.

https://www.suedtirolnews.it/politik/strafprozess-wegen-kritik-an-pestiziden-in-suedtirol

Der erste Prozesstag war am vergangenen Dienstag.Die Informationen, ob kurz vorher die Klage zurückgezogen wurde, sind widersprüchlich. Hier eine Version, die auch noch einmal klar macht, worum es dem Landwirtschaftsrat und den 1.500 mitklagenden Obstbauern geht.

https://www.tageszeitung.it/2020/09/14/schuler-zieht-klage-zurueck/

Man darf gespannt sein, wie Frontal 21 dieses Thema beleuchtet. Wobei ich es mir schon denken kann.

  • Thema „Zuckerindustrie“

Hier die Ankündigung des ZDF

Der Lobbykampf der Zuckerindustrie
Wie unsere Gesundheit gefährdet wird

Mehr als 33 Kilogramm Zucker konsumiert jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Nach Ansicht vieler Mediziner trägt diese Menge dazu bei, dass immer mehr Menschen übergewichtig und krank werden. Die Lebensmittelindustrie sieht das allerdings anders, verweist auf die Verantwortung des Einzelnen – und wenn dann die Politik Entscheidungen in Ernährungsfragen treffen will, beginnt der Lobbykampf.

Frontal21 blickt zurück auf den Lobbykrimi zur Lebensmittelampel im Europäischen Parlament 2010, der die Ernährungsindustrie eine Milliarde Euro gekostet haben soll.

Wenn man die Ankündigung gelesen hat, braucht man die Sendung eigentlich nicht mehr zu sehen.Der Tenor ist klar.

Meine Meinung: Wenn jemand seine Gesundheit gefährdet, liegt es wohl primär nicht an der Lebensmittelindustrie sondern seinen persönlichen Ernährungsgewohnheiten. Wenn jemand bei Produkten trickst, liegt das ja wohl kaum an der Zuckerindustrie.

Wenn man die Themen betrachtet, muss man zu dem Eindruck kommen, dass in den Medien gerade „Saure-Gurken-Zeit“ herrscht.

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90 Kommentare

  1. Ja richtig, Ehemaliger
    aber man kann die Vermarktungsmenge steigern also den Erlös,

    den beflecktes Obst lässt sich nicht verkaufen!

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  2. Thomas Apfel sagt

    Herr Suhr,
    ich setze einfach nochmal neu an, sonst sieht dank Ihrer ermüdenden Phrasenfülle ja Niemand mehr durch:
    Also, ich würde mir wünschen, Sie stellen in dem Blog mal einen konkreten Beitrag (nicht Kommentar) zur Diskussion, welcher unter Beachtung von unserer und der Europäischen Verfassung, Europäischer Zusammenarbeit und Gesetzgebung und den Gesetzen des Marktes und den Grundsätzen von Demokratie und Freiheit, ohne eine Verstaatlichung der Landwirtschaft linke Landwirtschaftspolitik (falls es so etwas gibt) überzeugend darstellt.
    Wie wollen Sie den überbordenden Anteil steuerfinanzierter Tätigkeiten, mit welchem protektionistischen Modell glaubhaft finanzieren. Lassen Sie doch mal den ganzen LW-fachlichen Kram beiseite, da Sie ja eh nur die Phrasen, Frames und das Halbwissen der Grünen Neureligionen wiederkäuen und gar nicht in der Lage sind eine fachliche Frage zu beantworten.
    Einfach mal ein erkennbar durchdachtes und sinnvolles Konzept allgemein darstellen. Geht das ?

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  3. Christoph sagt

    Ich bin Südtiroler hier wird massiv Gift gespritzt nicht um gesunde Lebensmittel zu produzieren sondern um so viel wie möglich Menge zu machen
    Ich lebe inmitten der Obstanlagen pro Anlage bis zu 35 Spritzungen pro Jahr bei vier Nachbarn macht das 140 mal
    Was die Mittel im menschlichen Körper alles anrichten können sie im Netz selber suchen
    Viel Spaß beim Urlaub im gesunden Land

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    • Bauer Willi sagt

      Haben Sie einmal mit Ihren Nachbarn gesprochen, warum die so oft spritzen? Haben Sie gefragt, welche Mittel das sind?
      Ich war mittlerweile vier Mal in Südtirol in Urlaub. Es erscheint mir tatsächlich ein gesundes Land zu sein. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, vor allem jetzt, wo Sie uns so nett eingeladen haben. 🙂

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    • Thomas Apfel sagt

      Gibt es irgendwelche Hinweise darauf, dass die Mortalität in Südtirol höher, die Lebenserwartung niedriger und gehäuft mysteriöse Krankheiten auftreten. Fallen die Obstbauern in Südtirol reihenweise um, schließlich gehen sie mit den Mitteln direkt um. Ich würde an Ihrer Stelle ein Gebiet in dem ich dermaßen um meine Gesundheit fürchte umgehend verlassen. Wissen Sie im Übrigen wie der gepriesene Bio- Apfelanbau in ST funktioniert ?: Parzellen von halben Hektaren inmitten der IP-Flächen, da übernimmt der gescholtene Kollege den Schutz der Kulturen des Bio gleich mit. Im Übrigen waren unter den 1.500 Bauern, die sich der Klage gegen das Münchner Umweltinstitut angeschlossen hatten, etliche Bio-Obstbauer.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Es wäre mir neu, dass man mit viel Pflanzenschutz die Erntemenge erhöhen kann.
      Es ist so, dass man mit PSM die äußerliche Qualität erzeugen kann, die der Verbraucher verlangt.

      Das ist in Südtirol und in Deutschland nicht anders.

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      • Gephard sagt

        Es geht doch auch darum, Ernteausfälle oder Minderernten möglichst zu vermeiden. Optik ist nur ein Aspekt

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        • Ja Gerhard richtig, der Ehemalige ist eher Obstbauer!

          Denkt man an die ganzen Fusarien usw,
          Insekten und die Unkräuter, was können die alles vernichten.

          Optik wie Schorfflecken oder sonst etwas ist eher beim Obst.

          Ob die Leute heutzutage, wo sie und die Einsätze der PFM wissen lieber Obst mit Schorfflecken kaufen?
          Sonst habe ich von Wein- und Obstbau auch wenig Ahnung!

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  4. Zucker im Kuchen ist aber nicht so übertrieben viel, wie in Süßigkeiten, es dient dem Geschmack und der Stabilität.
    Zucker im Bier wird auch seine Aufgabe haben, ist ja auch nicht übertrieben viel, wo es zu viel zu scheint, ist in Marmeladen, aber da hat er die Aufgabe der Haltbarkeit.
    Deswegen vermeide ich Marmelade.
    Im Wein bestimmt auch, ist da nicht nur Traubenzucker von der Traube, wovon er gekeltert wurde drin? Nur Panscher machen da Industriezucker rein, oder?
    Im guten alten Himbeersaft scheint auch viel Zucker zu sein, vielleicht au h zu Haltbarkeit, aber der wurde ja immer mit reichlich Wasser verdünnt. Ich weiß nun nicht aus gesundheitlichen Aspekten oder weil die Leute noch nicht an so viel süßes gewöhnt waren, ausserdem haben sich die Leute früher auch mehr bewegt.
    In der Fersehsendung eben wurden ja noch viel mehr Nachteile, ausser Fettleibigkeit und Diabetes aufgezeigt. Das müssen wir schon etwas ernst nehmen.
    Bei mir übersäuert der Magen, wenn ich zu viel Zucker esse. Also reagiert jeder Körper auch individuell darauf.

    Deswegen bestimmt die verschiedenen Vorlieben zu süß und pikant.

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  5. Friedrich sagt

    Was wir brauchen , ist ein Fonds für Prozeßführung. Erst dann wird die Mainstreampresse nachlassen uns ständig zu verleumden. Wir sollten uns das nicht weiter gefallen lassen.
    Auch die weiterverarbeitende Industrie sollte dazu beitragen , denn die leiden ja auch unter diesen Falschmeldungen. Damit versucht der linksgrüne Mainstream uns fertig zu machen.
    Jedem sollte bewußt sein , daß es nur um das Fertigmachen des wirtschaftlichen Systems geht. Autoindustrie, Energieindustrie , Landwirtschaft , aber auch Währung, Bundeswehr, Polizei, unser Rechtssystem usw. haben die schon fast geschafft. Der gesamte Mittelstand steht ebenfalls jetzt auf der Kippe. Nicht umsonst hat man das Insolvenzrecht zum 31.12.2020 ausgesetzt , um möglichst viele Betriebe platt zu machen. Danach fallen mit den ausfallenden Krediten die Banken um und dann……. ?

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  6. Obstbäuerin sagt

    Da ist sie wieder: die Selbstbeweihräucherung ….Aber es klingt mir doch sehr danach, als würde Ihr Lebensstil einem nachhaltigen, solidarischen Miteinander mehr entgegenlaufen als der meinige, der ich als unmündiger Bürger es gewagt habe, mich vegan zu ernähren, auf einen Führerschein und Auto zu verzichten und selbst nicht mal Kaffee anzurühren…. und die Abgrenzung gegen das Böse, wobei „MAN“ niemals den Verkünder selber meint: ….Wenn man mehr Essen kauft als man ißt, in Industrienationen rund die Hälfte weggeworfen wird, ist das auch mündig?… Wenn statistisch gesehen rund 50% weggeworfen wird, müsste ein noch näher zu definierender Anteil der Bevölkerung die Variante Ohne (Null) Nahrung gewählt haben, sonst geht es mathematisch nicht auf. Wie sagte doch die nette Journalisten in Ihrem Beitrag: „Wir sollten endlich aufhören, uns zu ernähren und wieder essen.“ Jeder was ihm schmeckt und was er gut verträgt und ohne schlechtes Gewissen.

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      • Nein, eben nicht jeder, was ihm schmeckt. Wie gesagt, die Freiheit des einen darf nicht zu Lasten der Freiheit des anderen gehen. Oder finden Sie es super, wenn Avocados den einen das Wasser abschneiden, damit sich hier Ökos wohlfühlen?

        Oder lieber kapitalistisch: Ein Problem mit Mercosur dürften Sie ja nicht haben, wenn es heißt, daß da auch Rindfleisch aus Brasilien und Co. auf den Teller darf?

        Naja, dann noch das mit Mangelernährung, Nahrungsergänzungsmitteln, Fettleibigkeit. Toxoplasmose und „BSE“ sind auch lustig.

        Wenn es heißt, jeder solle essen, was ihm schmeckt, dann sagen Sie damit auch: Schei* auf bewußte Ernährung. Und bewußt heißt auch Wertschätzung.

        Sie kommen aus dem Obstanbau, beim Thema Pflanzenschutz bekommen Sie hektische Flecken, beim Thema Erntehelfer womöglich auch. Und vermutlich ist man eh auf den letzten Metern zur Rente hin. Aber sachlich betrrachtet: Sind Sie glücklich, wenn das, was einem schmeckt, im Discounter verramscht wird? Sind Sie glücklich, wenn nur mit Masse und immer mehr Einsatz von Wissenschaft (Agrochemie, Digitalisierung) sowie Dumpinglöhnen (Erntehelfer, Schlachthofmitarbeiter usw.) das alles noch irgendwie läuft? Haben Sie das Gefühl, Sie säßen nach Jahrzehnten dieser Mentalität auf einem grünen Ast?

        Angst vor Veränderung, Angst vor dem Fremden und Neuem ist normal! Aber entweder stänkert man dagegen oder aber fängt an, solidarisch mit denen zusammenzuarbeiten, die diese Veränderung begleiten wollen. Dann diskutiert man endlich wieder übers Geld, über fehlende Investitionsmöglichkeiten, über Wissenstransfers, Genossenschaftsgedanke, geschützte Märkte usw.

        Beschweren Sie sich bitte jetzt auch nicht, wenn jemand auf den Weber-Grill die Bratwürstchen von ALDI wirft, wenn’s ihm doch so schmeckt! Wenn wir nur nach dem Geschmack einkaufen, was stört uns dann der Preis, oder 😉

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        • Obstbäuerin sagt

          Da haben sie mich erwischt, Herr Suhr, ich kriege tatsächlich die Wut, wenn unsere Pflanzenschutzmittel verteufelt werden und gleichzeitig sogenannte „nichtchemische“ Pflanzenschutzmittel auf wertvollem Ackerboden in Afrika mit chemischen Pflanzenschutzmitteln angebaut werden, um dann bei uns als ökologisch zu gelten. Und so ist es mit vielen ihrer Beispiele – sie tangieren Probleme, können aber aufgrund Ihrer Fachferne keinerlei Lösungsansätze liefern. Das ist aber normal.

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        • fingerphilosoph sagt

          Wenn die Freiheit des Einen nicht zu Lasten des Anderen gehen darf, bedeutet dies das Ende des Sozialstaates. Denn der beruht darauf, dass die Freiheit des kranken, schwachen, alten Menschen zu Lasten des starken, gesunden, jungen Menschen geht. Ich hoffe, Sie sind so konsequent, dass sie nicht nur auf die Avocado, sondern auch auf die Leistungen des Sozialstaates verzichten.

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          • Sie unterliegen dem Leistungsgedanken. Aber wirtschaftsliberal ist nicht sozialliberal 😉

            Meine Freiheit heißt auch, daß´ich die Freiheit anderer erhalten muß. Was Du nicht willst, das man Dir tu‘ … bzw. behandle andere stets so, wie Du selbst behandelt werden willst.

            Wenn Sie keine Steuern zahlen wollen oder Mietwucher betreiben, nur weil sie’s können, hat das nichts mit Freiheit zu tun, das ist Gier. Die Not anderer ausnutzend.

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            • Schmeckt gut sagt

              Herr Suhr, es könnte extrem spannend werden, sie einmal mit zu Listungsverhandlungen beim LEH mitzunehmen. Dort können sie ja ihre „Verbesserungsvorschläge (wovon wir einige sogar nachvollziehen können und unterstützen würden, wie z.B. Menge runter und Preis hoch)“ vortragen. Für eine erfolgreiche Listung zählt nur Leistung zum geforderten Preis. Sie haben richtig gelesen – gefordert. Mit dem Druckmittel, wenn ihr nicht liefert, finden wir jemanden weltweit. Leider auch während der Coronakrise sehr häufig vorgekommen. Und das führt mich auch zu dem Grundproblem. Würden wir sie nämlich mitnehmen, besteht die große Gefahr, dass unsere Produkte aus diesem Grund ausgelistet werden. Ja, richtig. Faire Partnerschaft sieht anders aus. Willkommen in der Realität.

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              • Sie gehen zwei, drei Schritte zu weit. Abgesehen davon, daß Boykott und Streik durchaus probate Mitteln wären, wenn Sie ein, zwei Jahre ohne Abverkauf sich und Ihre Familie versorgen könnten mit Ihrem Hof.

                1. Listenpreis vom LEH ändern ist auch Ihres Erachtens die Lösung. D’accord.
                Aber LEH sitzt am längeren Hebel. Auch d’accord.
                Dann ist die Lösung nicht, billiger zu produzieren, weil der LEH nicht mehr zahlen will, sondern ’nen andere Hebel zu schuchen!

                Deutschland hat 83 Millionen Einwohner (Kinder inklusive).
                Noch rund 600.000 Beschäftigte im primären Wirtschaftssektor (Landwirtschaft, Forst, Fischerei).
                NABU hat 700.000 Mitglieder.
                BUND hat gut 450.000 Mitglieder.
                WWF Deutschland hat ca. 600.000 finanzielle Förderer.
                Greenpeace hat 600.000 Mitglieder.
                Dazu noch all die Verbraucher, die sich bewußt im nachhaltigen Sinne ernähren wollen plus einige politische Vertreter.
                Sagen wir mal, in toto käme man auf 3 Millionen als harter Kern. Fürstreiter, wenn man wirklich Brücken bauen würde. Dazu noch deren Reichweite/Multiplikatoren. Das wäre schon ein ausreichend großer Anteil der Gesellschaft, der was verändern könnte und auch wollte. Das sind diejenigen, die die Landwirtschaft auch verändern wollen, letztlich aber egal, ob mit Ihnen oder ohne Sie. Übrigens denkt das der Handel auch, denn auch ALDI kann Höfe bestellen, siehe Klaus Kliem. Suchen Sie sich Bündnispartner, diejenigen, die sich zumindest schon mal für eine Wende interessieren, selbst wenn diese sich noch oft im Ton vergreifen oder viel Halbwissen mitbringen sollten, ungeschliffene Diamanten.

                Natürlich kritisieren diese „Ökos“ die aktuellen Produktionsweisen (Sie doch auch selbst, wenn Sie darüber bisher kein faires Auskomen erzielen können), und natürlich macht der Ton die Musik und es ist leichter, die Kritiker anzugreifen als diejenigen, die einem andauernd die Daumenschrauben anziehen. Aber ich würde wirklich mal versuchen, Brücken zu bauen. Doch nicht mal Bauern sind sich einander grün, das sind alles großteils Konkurrenten untereinander. Der Genossenschaftsgedanke ist wirklich nicht mehr das, was er mal sein sollte, siehe auch Unterbietungskampf während der Milchkrise.

                Sie sprechen auch an dieser Stelle noch gar nicht von den unfairen Geschäftspraktiken, Maßnahmen seitens der EU dagegen, die längst auf Länderebene ratifiziert hätten sein können.

                Warum halten CDU und FDP an Mercosur fest oder blockieren die EU-Bodenrahmenrichtlinie, angeblich will man doch einheitliche Standards. Und warum keine zusätzliche gekoppelte Weidetierprämie, keine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage usw.? Des hat mit dem LEH doch nichts zu tun?!

                Und Sie sprechen auch nicht von den Stellschrauben, die die Politik sonst noch hätte (Verkaufsverbot unter Eintandspreis, Wegwerfverbot für LEH usw.). CDU, Agrarausschuß mit Herrn Röring und Co., aber … da kommt nichts. Geht sogar einfach, siehe Frankreich. Muß man aber auch wollen.

                Ich sehe jetzt immer nur, wie man pariert, wenn der LEH was will, aber zurückbeißt, wenn Verbraucher was kritisieren. Die Demos gegen Edeka Billigpreise usw. sind ja sehr schnell abgeebbt.

                2+
                • Schmeckt gut sagt

                  Es geht nicht um Preisfindung aus der Entfernung, sondern um die direkten Gespräche in der Zentrale. Bei Schwarz und Aldi laufen die Preisangebote nur noch online. Und wehe man hat zu hoch amgeboten. Wenn man Glück hat, ruft ein Einkäufer zurück und ermöglicht eine „Nachbesserung“. Raus ist raus. Das Lager voll. Die Angestellten wollen arbeiten und die Früchte vrrgammeln auf dem Acker. Nachhaltig heißt Verantwortung in allen Bereichen. Wir Bauern können ein Gesicht dazu liefern, aber der Einkauf möchte Anonymität und Austauschbarkeit. So sieht es aus.

                  4+
                • Thomas Apfel sagt

                  Herr Suhr,
                  erzählen Sie doch nicht immer wie ein Revoluzzer, was alles kommen wird, auch „ohne Euch“, sondern machen Sie doch einfach mal konkrete Vorschläge für ein nachvollziehbares linkes Landwirtschaftsprojekt, das den Namen Projekt auch verdient ! Links wäre z.B. Verstaatlichung der landwirtschaftlichen Produktion. Dazu müssten Sie nicht mal die Eigentumsverhältnisse ändern, hat die DDR beim bäuerliche Grundeigentum im Grunde auch nicht getan. Sie müssten im Gegensatz zu damals allerdings verfassungsgerecht entschädigen, zum Beispiel eine einheitliche oder auch nicht einheitliche Pacht zahlen.
                  Dann könnten Sie alles umsetzen was Ihnen so vorschwebt, müssten aber auch die Konsequenzen in Form der Reaktion der Gesellschaft z.B. auf Versorgungsengpässe und höhere Preise aushalten.
                  Ich persönlich hätte mit einem Modell mit festem Gehalt a la öffentlicher Dienst und geregelten Arbeitszeiten kein Problem.
                  Herr Suhr, glauben Sie mir, ich weiß wovon ich rede, ich habe schon mal unter solchen Verhältnissen gearbeitet und das nicht mal ungern. Wir haben allerdings seit 1983 (Agrarpreisreform) kostendeckende Preise erhalten, die sich die (linke) Politik aber nicht getraut hat an den Endverbraucher weiterzugeben. Die höheren Lohnkosten konnten auch dazumal nur über weitgehende Konzentration und Industrialisierung der LW erwirtschaftet werden. Der Rest ist Geschichte.
                  Mit den Bullerbü Vorstellungen der von Ihnen genannten Grünen Religionsgemeinschaften geht das definitiv nicht überein. Aber vielleicht kommen Sie und diese „Religionsgemeinschaften“ ja tatsächlich an die Macht.
                  Dann lassen Sie die Grundbücher möglichst unverändert, dann hats die nächste Wende nach Ihnen nicht so schwer.
                  Im Übrigen ist das mit den von Ihnen genannten „Verbündeten“ wie mit jeder Religion: Es geht um das Wohl der Anhänger und vor allem der „Priesterschaft“, also die Bio-(„Klöster“) und nicht die Bauernhöfe im Umfeld der Klöster !!! Mal sehen, wie weit sich die Reichweite und der Einfluß dieser „Neureligionen“ entwickelt. Ich hoffe nur, dass die Machtfülle der Altreligionen nicht erreicht wird. Ansonsten empfehle ich weiter in der eigenen Blase zu bleiben und die umliegenden Heiden zu bekämpfen. Damit lebt sichs auch ganz gut.

                  3+
                • @Schmeckt gut
                  Die Austauschbarkeit, aber auch die Anonymität des Erzeugers gebenüber dem Verbraucher, ist ein starkes Druckmittel gegen die Bäuerinnen und Bauern. Allein werden selbige nicht aus der Nummer rauskommen und unterbieten sich weiterhin in einer wachse oder weiche Mentalität. Die Frage ist, hofft man wie LsV darauf, am Verbraucher vorbei Druck auf die Politik machen zu können, dieselben Politiker, die das weiter so bisher gefördert haben? Oder sollte man umdenken wie AbL und einige andere? Bauernverband ist schon mehr Bayer als Bauer.

                  An Thomas Apfel: Ich habe von anderer Seite noch keine Gegenvorschläge gehört, kann nur sagen, was die LINKE in Deutschland machen würde, zum Beispiel das hier:

                  Was ich machen würde:

                  Auf Erzeugerseite:
                  Weg vom Exportfetisch.
                  Produktionsreduzierung, was nur solidarisch ginge, also ein bißchen mehr Zusammenhalt, Wegwerfquote Überschüsse bei tierischen Produkten etc. zeigen da viel Spielraum, weniger Angebot gleich höhere Preise.
                  Stärkung der Direktvermarktung bis hin zu SoLaWi und durch mehr genossenschaftliche Verbände.

                  Auf Politikseite:
                  Kein Verkauf unter Einstandspreis
                  Reduzierung der Grundsteuer A (Hebesatz) auf kommunaler Ebene
                  Marge nach Risiko verteilen
                  Importkontingente beschränken
                  Gentechnik verboten halten hält Gentechnik als Import fern
                  Wegwerfverbot beim LEH
                  Veredelung/Wertschöpfung auf Erzeugerseite bringen (Käserei usw.)
                  Höhere Sozialleistungen mit Verpflegungssätzen für Bürger, die faire und nachhaltige Produkte erlauben würden
                  Förderung von regionalen Produkten in öffentlichen Kantinen (siehe EU-Schulspeisenförderung)
                  ESUS-Label wie in Frankreich, Landwirtschaft als Investitionsmodell (siehe Terre de Liens)
                  Bodenspekulation verhindern, keine Landwirtschaftsfremden Investoren
                  Ausgleichszahlungen nicht nach Größe
                  Aufbau Nährstoffnetzwerk
                  Stellenweise Exit-Modelle (siehe Schweinehalter in den Niederlanden)
                  Nachfolge-Förderung durch finanzielle Anreize etc.
                  Allmende vorhalten, fair verpachtete Landwirtschaftsflächen
                  Wasserkonkurrenz durch Nestle und CocaCola verhindern
                  Regenerative Landwirtschaft, Agroforsten und Humusaufbau fördern (auch als CO2-Senke interessant)
                  Zinsfreie Kredite vergeben für Anschub-Investitionen (für die Rüstung hat man mehr als genug Schotter)
                  Mindestpreis kombinieren mit abschmelzender Förderung nach Fläche; Große haben womöglich niedrigere Stückkosten aufgrund höherer Effizienz, hätten dann aber geringere Flächen-Subventionen
                  Gekoppelte Weidetierprämie, weniger Bürokratie bei Schadensbegleichung (Risse, Dürre usw.)
                  Förderung von Innovationen (Urban Farming, hybride Landwirtschaft, Crowd-Farming, Untersaaten, Biotechnologie usw.; nicht der Blödsinn mit Gentechnik, Digitalisierungswahn – siehe Michael Horsch zur Digitalisierung im Ackerbau, oder ähnlichem)

                  Das meiste kann von jetzt auf gleich realisiert werden, in Frankreich wird davon einiges schon angeschoben. Doch billig Deutschland dumpt alle weg.

                  3+
                • @Thomas Apfel:

                  Vergessen, hier einige Anträge der LINKEN aus dem Bundestag:

                  April 2019: GAP und Insekten, Landwirtschaft zum Verbündeten
                  http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/093/1909344.pdf

                  Zitat:
                  … Politik muss deshalb zwingend für Rahmenbedingungen sorgen, damit notwendiges Handeln nicht zum existenziellen Risiko für diese Betriebe wird. Die Landwirtschaft muss zum Verbündeten werden. Um die Artenvielfalt insgesamt und die Insektenvielfalt insbesondere zu erhalten und zu bewahren, braucht es eine Ökologisierung der Landwirtschaft und eine Sicherung der Lebensräume. Eine starke, in die Gesellschaft eingebundene und gemeinwohlorientierte Landwirtschaft braucht aber auch regionale Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsketten. Erzeugerinnen- und Erzeugerpreise müssen auch dann kostendeckend sein, wenn nachhaltig produziert wird. Ein strukturelles Umdenken in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hin zu einer sozial-ökologischen Landwirtschaft, die nachhaltig produziert und mit guten beruflichen Rahmenbedingungen den Ländlichen Raum stärkt, wird dringend benötigt. …
                  Abgelehnt von CDU/CSU, SPD, FDP, AfD, Zustimmung GRÜNE:
                  http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/136/1913656.pdf

                  Bereits 2012: Gemeinsame Agrarpolitik sozial und ökologisch ausrichten auch mit Blick auf den Klimawandel
                  http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/083/1708378.pdf

                  Zitat:
                  … In den vergangenen Förderperioden wurde die GAP immer stärker auf Wettbewerbsfähigkeit in einem globalisierten Weltagrarmarkt ausgerichtet, der von den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) geprägt ist. Soziale und ökologische Leistungen wurden und werden kaum honoriert. Gleichzeitig sind damit Landwirtinnen und Landwirte einem Markt ausgeliefert, auf dem die Durchsetzung ihrer Interessen gegen andere, stark konzentrierte Strukturen in der Wertschöpfungskette schwierig ist. Sie haben oft keine Chance, sich gegen Dünge- und Pflanzenschutzmittelkonzerne, Verarbeitungsindustrie oder Lebensmittelkonzerne zu behaupten. Zugleich geraten Agrarrohstoffe und landwirtschaftlicher Boden im Zuge der weltweiten Finanzmarktkrise in den Blick von nichtlandwirtschaftlichem Kapital. Die deregulierten Märkte wurden zu weit geöffneten Scheunentoren für Spekulationen mit Lebensmitteln und Böden. Das hat zu oft nicht kostendeckenden, stark schwankenden Erzeugerpreisen und von Agrarbetrieben kaum zu finanzierenden Bodenpreissteigerungen beigetragen. Der Wechsel von der Lebensmittelerzeugung hin zur lukrativeren, weil politisch geförderten Biomasse- und Energieerzeugung verstärkt diese Entwicklung. Hinzu kommen deutlich gestiegene Ernterisiken infolge des Klimawandels …
                  abgelehnt von CDU/CSU, FDP, SPD, GRÜNEN: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/089/1708913.pdf

                  Gegen Bodenspekulation
                  http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/018/1901853.pdf
                  Abgelehnt von der Koalition: https://www.agrarheute.com/politik/koalition-lehnt-linken-antrag-bodenmarkt-transparenz-ab-550257

                  Keine großflächige Landnahme von Spekulanten mit Land und Agrarproduktion in den Ländern des Südens
                  2010: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/035/1703541.pdf
                  Ablehnung von Union, SPD und FDP: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/048/1704820.pdf

                  Steuerfreie Risikoausgleichsrücklage
                  2012: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/100/1710099.pdf
                  Und das war die ablehnende Reaktion ALLER anderen Parteien im Bundestag damals inkl. Grüne und FDP:
                  http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/113/1711381.pdf

                  2014: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/034/1803415.pdf
                  auch abgelehnt u.a. von Grünen: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/047/1804729.pdf

                  2018: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/012/1901298.pdf
                  Überwiesen gegen den Wunsch der LINKEN in den Finanzausschuß als federführenden Ausschuß, Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft nur sekundär

                  Der FdP ist es dann 2018 auch eingefallen:
                  http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/042/1904218.pdf
                  Wurde aber abgesetzt von der Tagesordnung, weil es zeitgleich zur Eröffnung der Internationalen Grünen Woche angesetzt wurde (Zufälle gibt’s … stattdessen wollte die FDP dann lieber über Tierwohl sprechen als nächstes):
                  https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/gute-chancen-fuer-steuerfreie-ruecklagen-550950

                  Düngegesetz, Saatgutverkehrsgesetz und Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch
                  2012 abgelehnter Änderungsantrag der LINKEN; LINKE vermissen den Aspekt des Bodenerhalts: https://www.linksfraktion.de/nc/parlament/reden/detail/rede-zur-aenderung-des-duenge-saatgutverkehrs-des-lebensmittel-und-futtermittelgesetzes/
                  Originalentwurf: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/082/1708205.pdf

                  Rettung einheimischer Rebsorten durch Erhaltungsanbau
                  2011: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/078/1707845.pdf

                  3+
                • Schmeckt gut sagt

                  Australien war mal, auch bedingt durch hohe Mindestlöhne und Marktabschottung, ein Land mit hohen Erzeugerpreisen. Die Discounter, allen voran Aldi, haben dies Eldorado für sich entdeckt. Den Verbraucher freut es und er nimmt die vermeintlichen Schnäppchen gerne mit. Bleibt doch in Krisenzeiten mehr für das Leben oder das Alter. Es kommt zu einer ähnlichen Entwicklung, wie in Europa. Und kommen sie jetzt nicht mit Frankreich und der Schweiz. Auch dort wird es für unsere Branche immer schwieriger die Familie zu ernähren.

                  1+
                • firedragon sagt

                  Herr Suhr…wo kommt das Geld für Ihre ambitionierten Programme her?

                  1+
                • Christian Suhr sagt

                  @Schmeckt gut

                  Hier eine Quelle zu Australien, die ich oft anführe:
                  https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/discounter-in-australien-wie-aldi-einen-kontinent-umkrempelt/12880730.html

                  Zitat: Aldi wird in Australien für immer mehr Verbraucher zum Teil ihres Alltags. Mit seinem Konzept, gute Ware billig anzubieten, verändert das Unternehmen das Kaufverhalten der Kunden. Die Konkurrenz muss nachziehen.

                  Der LEH ist der Feind der bäuerlichen Landwirtschaft nebst Cargill und Co. Der Verbraucher ist ein Spielball, kann ja nur kaufen, was auch angeboten wird.

                  Frankreich ist auch kein gutes Beispiel, siehe auch Selbstmordrate unter Landwirten dort. Aber sie versuchen seit Kurzem wenigstens, da wieder die Kurve zu bekommen (siehe ESUS-Label, Wegwerfverbot, Verkaufsverbot unter Einstandspreis usw.).

                  Der EU-Mist mit Förderung nach Fläche usw. trifft sie gleichermaßen.

                  Aber anders gesagt: Wie wollen und können denn, die Bäuerinnen und Bauern die Lage kippen? Die CDU ärgern, indem man dort mitmacht wie jüngst der Sprecher von LsV oder ein Herr Röring?! Also weiter so, wird schon irgendwie gut, vielleicht gibt es ja ’nen Nebenjob bei Bayer?

                  Ein anderer Kommentator hat schon geäußert, daß man keine Chance bei Verhandlungen hätte, da käme dann der Import. Also Boykott wird’s wohl auch nicht?!

                  Lösungsvorschläge habe ich in einem Kommentar an Herrn Apfel aufgeführt. Bisher höre ich von der weiter so Seite nur alles rund um Produktivitätssteigerung (Digitalisierung am Ar***, siehe Herrn Horsch zur Digitalisierung im Ackerbau), die von Handel wieder eingepreist würde. Und über Wachse oder Weiche beschwert sich auch niemand, als würde man Reise nach Jerusalem spielen 🙁

                  1+
                • Christian Suhr sagt

                  @firedragon

                  Das Meiste kostet nichts:
                  Wegwerfverbot von Lebensmitteln, Verbot von Gentechnik damit Gentechnikimporte fernbleiben, Verkaufsverbot unter Eintandspreis usw.

                  Ein Investitionsmodell wäre das mit dem ESUS-Label in Frankreich, siehe Terre de Liens.
                  Ein anderes wäre Nutzung des Vorkaufsrechts durch Kommunen bei Ackerflächen in Kombi mit Erbpacht oder änlichem, zu fairen Konditionen an Landwirte verpachtet (Allmende), zum Beispiel statt Bauland (ist auch günstiger als Bauland).

                  Dann die fiskalische Frage:
                  Heute beträgt der Anteil des Bundeshaushaltes vom BIP 10 %.
                  Zu Zeiten der so genannten Wirtschaftswunderjahre noch 15 %.

                  Wirtschaftspolitisch geht man zurück zu einem keynesianischen, nachfrageorientierten Modell, da nachweislich die angebotsorientierte Schiene (der so genannte Neoliberalismus) nicht funktioniert, massiver Investitionsstau bei der Privatwirtschaft trotz Steuervergünstigungen und immer weniger Kontrollen.

                  Und ein Rüstungsetat von 2% als Ziel finde ich sportlich, das sind 20% der Bundesmittel.

                  Nicht zu vergessen die EU-Zahlungen, der größte Posten ist die Landwirtschaft, diese Mittel müßten nur anders investiert werden statt Günther Fielmann mit seinem vermeintlichen Biohof in Lütjensee über 600.000 € jährlich hinterherzuwerfen.

                  Geld ist das kleinste Problem, wenn man wirklich mal an die Ursachen ran wollte.

                  Hinzu kämen eventuell noch Mietendeckel etc., damit Kaufkraft nicht bei Immoiblienspekulanten versickert, sondern in den Markt geht, auch in faire Lebensmittel.

                  1+
                • Schmeckt gut sagt

                  Herr Suhr, das ich das noch erleben darf. Sie haben es erkannt. So kommen wir aus den sich immer weiter zunemenden Problemen nicht raus. Es wird auch so bleiben, trotz tausender Vorschläge, die nur auf Bürokratie, Auflagen, Investitionswahnsinn, Erhalt der zu hohen Produktion hinauslaufen. Warum? Weil der Markt voll bleiben soll. In Coronazeiten noch wichtiger. Einschränkungen im Marktzugang? Um Gottes Willen, was gäbe das für einen Volksaufstand, wenn erkennbar Waren fehlen sollten. Und Lebensmittel müssen billig bleiben. Allen Schüren zum Trotz. Hören sie auf zu träumen.

                  3+
                • Christian Suhr sagt

                  @Schmeckt gut

                  Der Unterschied zwischen uns ist: Ich habe noch nicht aufgegeben! Und ich fange auch bei mir selbst an, indem ich zum Beispiel ALDI boykottiere (oder Nestle). Ich habe mich damals entschieden, lieber aufs Auto zu verzichten als auf Nachhaltigkeit und Fairneß.

                  Hier nochmal mögliche Maßnahmen, sagen Sie bitte nicht, daß diese nicht umsetzbar wären, das Meiste würden die Verbraucher kaum merken und hängt nur am politischen Willen:

                  Auf Erzeugerseite:
                  Weg vom Exportfetisch.
                  Produktionsreduzierung, was nur solidarisch ginge, also ein bißchen mehr (Wegwerfquote läßt schon einiges an Spielraum)
                  Zusammenhalt, Wegwerfquote Überschüsse bei tierischen Produkten etc. zeigen da viel Spielraum, weniger Angebot gleich höhere Preise.
                  Stärkung der Direktvermarktung bis hin zu SoLaWi und durch mehr genossenschaftliche Verbände.

                  Auf Politikseite:
                  Kein Verkauf unter Einstandspreis
                  Reduzierung der Grundsteuer A (Hebesatz) auf kommunaler Ebene
                  Marge nach Risiko verteilen
                  Importkontingente beschränken
                  Gentechnik verboten halten hält Gentechnik als Import fern
                  Wegwerfverbot beim LEH
                  Veredelung/Wertschöpfung auf Erzeugerseite bringen (Käserei usw.)
                  Höhere Sozialleistungen mit Verpflegungssätzen für Bürger, die faire und nachhaltige Produkte erlauben würden
                  Förderung von regionalen Produkten in öffentlichen Kantinen (siehe EU-Schulspeisenförderung)
                  ESUS-Label wie in Frankreich, Landwirtschaft als Investitionsmodell (siehe Terre de Liens)
                  Bodenspekulation verhindern, keine landwirtschaftsfremden Investoren
                  Ausgleichszahlungen nicht nach Größe; mit zunehmender Größe abschmelzend (m.W. in der Schweiz der Fall?)
                  Aufbau Nährstoffnetzwerk
                  Stellenweise Exit-Modelle (siehe Schweinehalter in den Niederlanden)
                  Nachfolge-Förderung durch finanzielle Anreize etc.
                  Allmende vorhalten, fair verpachtete Landwirtschaftsflächen
                  Wasserkonkurrenz durch Nestle und CocaCola verhindern
                  Regenerative Landwirtschaft, Agroforsten und Humusaufbau fördern (auch als CO2-Senke interessant)
                  Zinsfreie Kredite vergeben für Anschub-Investitionen (für die Rüstung hat man mehr als genug Schotter)
                  Mindestpreis kombinieren mit abschmelzender Förderung nach Fläche; Große haben womöglich niedrigere Stückkosten aufgrund höherer Effizienz, hätten dann aber geringere Flächen-Subventionen, bräuchte Groß und Klein auf Augenhöhe zueinander
                  Gekoppelte Weidetierprämie, weniger Bürokratie bei Schadensbegleichung (Risse, Dürre usw.)
                  Förderung von Innovationen (Urban Farming, hybride Landwirtschaft, Crowd-Farming, Untersaaten, Biotechnologie usw.; nicht der Blödsinn mit Gentechnik, Digitalisierungswahn – siehe Michael Horsch zur Digitalisierung im Ackerbau, oder ähnlichem)

                  Naja, hier in der Gemeinde haben die Landwirte gefühlt auch aufgegeben und träumen nur noch davon, daß irgendwer auf deren Acker bauen will, für Bauland gibt’s einmalig viel Geld. Wie der Fabrikbesitzer, der seine Maschinen verticken muß …

                  Und ich kann nicht aufgeben, weil ich nicht will, daß´ALDI sagt, was ich zu essen habe, und bis hin zur Erzeugung runter alles kontrolliert nebst all den anderen Konzernen.

                  Wenn Sie aufgegeben haben, warum diskutieren Sie dann mit, also vielleicht haben Sie doch nicht ganz aufgegeben!? Schicken Sir mir gern alle Infos, die Sie haben, alles an Kritik, an Sorgen und Nöten, ich nutze es und leite es weiter. Mag nicht viel sein, aber es ist mehr als nichts. Ich kann nerven wie ein Pickel am Ar***, aber nicht nur hier 😉
                  christian_suhr@t-online.de

                  Und so doof stelle ich mich für einen Verbraucher in Landwirtschaftsfragen auch nicht an, wage ich mittlerweile zu behaupten.

                  1+
                • Schmeckt gut sagt

                  Herr Suhr. Unsere Familie vermarktet seit fast 50 Jahren direkt. Zeitweise sehr intensiv, mittlerweile extensiver aber immer noch mit nennenswerten, prozentualen Anteilen. Ich weiß also sehr genau, worauf es ankommt. Entscheidend ist, wie in allen Bereichen, die Marge. In Großstädten ist sie sehr viel interessanter, als auf dem Land. Vieles ist denkbar, aber alles muss sich lohnen. Die Verfügbarkeit von Arbeitskraft ist ebenfalls ein massiv begrenzender Faktor. Und Export und sinnvolle Gentechnik verteufeln. Blödsinn und Nachplappern vom Mainstreamäußerungen. Im Export lassen sich oft bessere Preise realisieren, als vor Ort. Macht ein Verzicht der Anwendung der Genschere wirklich Sinn, wenn es keine Möglichkeit des Nachweises gibt? (kommen sie mir nicht mit den dämlichen Presseankündigungen einiger NGOs – ein Nachweis bleibt auf absehbare Zeit nicht möglich) Ist es nicht besser, diese Zuchtverfahren auch in D zu halten? Alle Nischen sollten besetzt werden, da stimmen wir überein. Aber sind sie das nicht schon lange? Oder anders herum – wie lange ist die Halbwertzeit einer Nische? 5 Jahre? Eher 3 würde ich sagen. Bringts also nennenswerte Entlastung? Garantiert nicht. Eine Markt- und Mengenbegrenzung bleibt der einzige Ansatz. Dann kann auch auf Export verzichtet werden. Versuchen sie doch hier anzusetzen. Viel Spaß.

                  1+
                • Schmeckt gut sagt

                  Als Ergänzung : falls sie vorschlagen wollen, einzelbetrieblich und solidarisch kann sofort die Menge runtergefahren werden. Ja, möglich. Allerdings besteht dann die Gefahr, das sehr kurzfristig eine Betriebsaufgabe droht. Alle mir bekannten Höfe, die die Produktion heruntergefahren haben und keine Alternative hochgefahren haben sind von der Bildfläche verschwunden.

                  1+
                • Christian Suhr sagt

                  @Schmeckt gut

                  Wenn, dann müßten alle zusammen die Produktion runterfahren, anders geht es nicht. Wobei man fair sein muß: Prinzipiell wäre auch Bio ein Runterfahren der Produktion, teilweise Ertragseinbrüche bis zu 50%, besonders in der Umstellungsphase und mit Blick auf noch nicht final ausgearbeitete Humuskonzepte usw. Da herrscht noch viel Handlungsbedarf.

                  Man kann dann sagen, der Verbraucher würde es nicht abnehmen. Deswegen müßte dann die Politik flankieren, daß da keine Dumping-Angebote als Alternative mehr möglich wären.

                  Schon früher hieß es: Billige Essen für billige Arbeiter. Man müßte das umdrehen: Bessere Löhne für besseres Essen. Aber dann wäre der Kampf der Bäuerinnen und Bauern auch immer ein sozialer Kampf, das ist politisch dann das falsche Lager bisher. Sozialliberal ist die Nachfrageseite, wirtschaftsliberal die Angebotsseite. Deswegen ist Landwirtschaft immer Politik schlechthin, ein voller Bauch rebelliert nicht gern sozusagen.

                  Aber wie gesagt: Gefühlt mein Eindruck, daß die meisten Höfe Reise nach Jerusalem spielen und jeder hofft, noch einen Stuhlplatz zu bekommen 🙁

                  1+
                • Christian Suhr sagt

                  @Schmeckt gut

                  Noch kurz zu CRISPR. Die Logik dahinter ist nicht besser, nur weil man es in Deutschland umsetzen würde. Und ich habe Ihnen zahlreiche Ansätze genannt, was man jetzt schon machen könnte, da lasse ich pauschale Kritik nicht gelten, einen Gegenvorschlag sind Sie auch schuldig geblieben. (Und von wegen Export: Scheinefleisch, ASP, China …)

                  Egal, ob man es „grüne“ Gentechnik oder Gentechnik „light“ nennt, das ist eine Milchmädchenrechnung mit CRISPR.

                  1. Jede Produktivitätssteigerung – auch durch Gentechnik – wird eh wieder vom Handel/Verarbeiter einkalkuliert und dann vorausgesetzt. Der Kampf um faire Preise und vernünftige Bürokratie wäre zielführender. Es geht nicht im Kern um Dürreresistenz oder ähnliche Resistenzen, sondern um Ertragssteigerung, Optimierung der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln usw.

                  Züchtung hat schon massive Auswirkungen bis heute. Qualzüchtungen bei Tieren, Veränderung des Nährstoffgehaltes bei Pflanzen, mit Ertragssteigerung einhergehende Reduzierung von Resistenzen etc.

                  2. Mit Blick auf Fruchtfolgen müßte man alle möglichen Pflanzen aufrüsten. Wäre es nicht sinnvoller, einfach die Böden dürreresistenter zu machen durch Humusaufbau? Und ja, dann muß man auch die deutsche Düngemittelverordnung ändern, denn aktuell lauten Ratschläge so, daß man doch unter 4% Humus bleiben solle, um keine Abstriche bei der Nitratausbringung hinnehmen zu müssen als Beispiel. Wir zerstören unsere Böden statt diese aufzuwerten, aber gentechnisch veränderte Pflanzen sollen mit dem Zerstörten dann noch klarkommen?

                  Es gibt sogar mehrere Verfahren: Agroforsten, NOVIHUM Braunkohle-Humus, Terra Preta Holzkohle-Kompostierung, Sobac Pellets, hybride Landwirtschaft nach Michael Horsch, regenerative Landwirtschaft usw.

                  3. Im Dunstkreis dieser modernen Landwirtschaft kommt oft auch immer das Thema pflugloser (Glyphosat-)Ackerbau. Ist halt auch billiger als Pflügen (1l/ha Kraftstoff Spritzen, 15l/ha Kraftstoff Pflügen).
                  https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/humus-boden-pfluglos-arbeiten-bringt-nichts-559984

                  Erfahrungswerte von Landwirten dazu:
                  https://www.landwirt.com/Forum/412163/Pfluglose-Ackerbewirtschaftung.html
                  Kohlenstoff muß in die Böden, möglichst nicht nur oberflächlich. Gentechnik kann das Thema Stoffkreisläufe nicht auflösen.

                  4. Gentechnik ist der häßliche Bruder von Chemie. Es geht dann nicht nur um Resistenz gegen Trockenheit, sondern auch um eine chemisch-genetisches Wettrüsten gegen die Natur (siehe USA: Roundup auf roundup-ready Feldern, Xtend usw.).
                  Gentechnik bliebe nicht auf das Thema Trockenstreß beschränkt!

                  Grundidee von Bayer-Monsanto: Landwirte sollen ganzjährig Spritzen können gegen Herbizide. Damit dann nicht die Nutzpflanzen auch eingehen, sollen diese resistent gemacht werden gegen Produkte auf Basis von Glyphosat, Dicamba etc.). Gentechnik fördert den Absatz von Agrarchemie statt neue Pflanzkonzepte wie Untersaaten etc. anzudenken.

                  Zu beobachten ist jedoch, daß der Kalorienbedarf in der heutigen Agrarproduktion deutlich höher ist. Es braucht mehr – oft fossile – Energie, die reingeht, als an Lebensmittelkalorien rauskommt. Transportwege, Viehhaltung, Maschinen, Anbaumethoden.

                  5. Gentechnik ginge mit Patenten einher. Verirrt sich eine gentechnisch veränderte Pflanze (Saatgut) ins eigene Feld, hagelt es Patentrechtsklagen, siehe ebenfalls USA. So können viele Höfe weggeklagt werden.
                  http://www.bauernstimme.de/fileadmin/Dokumente/Verlag/Brosch%C3%BCren/web-monsanto-neuauflage09-01.pdf

                  6. Unkontrollierbarkeit: Siehe Bt-Baumwolle und roter Baumwollkapselbohrer oder die Ausbreitung der orangen Petunie. Von Langzeitfolgen ganz zu schweigen. Ebenso das Risiko/Potential der GURT-/Terminator-Technologie des nicht vermehrungsfähigen Saatguts. Zumal es kein friedliches Nebenher gibt, keine Koexistenz. Die Gentechnik (das Transgene) würde das Natürliche verdrängen, biologisch oder vielmehr marktwirtschaftlich.

                  Nicht nur hätten gentechnisch veränderte Pflanzen einen Vorteil in der Ausbreitung, sondern sie kommen mit dem Versprechen von höheren Erträgen daher, so daß sie sogar Bio verdrängen können, wo teilweise noch Kupfer als Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden muß. Jedoch mittel- bis langfristige Folgen könnten umso stärker zu Buche schlagen nach bisherigen Erfahrungen.

                  Beobachtet wurden schon Kreuzkontaminationen durch Windbestäubung bei Mais, so genannte Introgression.
                  https://www.sueddeutsche.de/wissen/gentech-mais-das-raetsel-von-oaxaca-1.470199
                  http://www.pflanzenforschung.de/biosicherheit/aktuell/608.mexiko-spuren-gentechnisch-veraendertem-mais-bestaetigt.html

                  Eine gentechnisch veränderte Kartoffel könnte man resistent gegen Kartoffelkrankheiten machen, sie bräuchte keinerlei Pflanzenschutzmittel mehr, nicht mal Kupfer wie bei der Bio-Kartoffel. Klingt erstmal gut. Aber nicht nur hätte man Tür und Tor geöffnet für haufenweise andere Gentechnik, die nicht so gut wäre, sondern diese Eingriffe hätten auch mittel- bis langfristig kaum absehbare Konsequenzen (die Resistenz gegen das eine kann bedeuten, daß eine Anfälligkeit für was anderes entsteht). Wenn auch nur im geringen Ausmaß, doch auch Windbestäubung ist möglich, so blieben gentechnisch veränderte Pflanzen nicht auf ihr Feld beschränkt.

                  7. Die Natur wird resistent. Keine dauerhafte Lösung. Glyphosatmittel wie Roundup werden eingesetzt, damit sie ganzjährig verwendet werden können, werden die Nutzpflanzen gentechnisch dagegen resistent gemacht (roundup-ready). Doch die Natur paßt sich an, später muß man Glyphosatformulierungen ebenso anwenden wie andere Herbizide (z.B. 2,4-D oder Atrazin) gegen die Unkräuter, die gegen Glyphosat resistent geworden sind. Der Einsatz an Agrarchemie nimmt im Schatten von Chemie langfristig zu. Dem gegenüber gibt es gute Erfahrungen mit Untersaaten, um Agrarchemie zu reduzieren bei gleichzeitiger Ertragssteigerung.
                  https://www.deutschlandfunk.de/us-gentechnik-immun-gegen-mehrere-pflanzengifte.697.de.html?dram:article_id=312014

                  Solche Resistenzen treten auch bei anderen gentechnisch veränderten Pflanzen auf (siehe Bt-Früchte). So ist der Maiswurzelbohrer, ein sehr großer Schädling von Maispflanzen, mittlerweile resistent geworden.
                  https://www.agrarheute.com/pflanze/mais/maiswurzelbohrer-erste-resistenzen-gegen-bt-mais-474613

                  Gleiches war zu erleben bei Bt-Baumwolle und dem Roten Baumwollkapselbohrer:
                  https://www.transgen.de/anbau/1463.gentechnik-resistente-schaedlinge.html
                  Ein Lösungsansatz bei Resistenzen ist noch mehr Agrarchemie, dann kostet nicht nur das gentechnisch veränderte Saatgut mehr, sondern auch der höhere Pflanzenschutzmitteleinsatz, von Umweltfolgen und gesundheitlichen Folgen ganz zu schweigen.

                  8. Ökonomisch wird es spannend, wenn man selbst gegen Gentechnik wäre, die Länder weltweit dafür. Auch ohne Zölle könnten wir so Konkurrenzprodukte vom Markt halten, wenn wir da nicht mitspielen. Gentechnik muß draußen bleiben! Wir könnten so unsere regional-nationale Versorgung sichern und stabilisieren.

                  9. Es entstehen Fehler bei CRISPR/CAS, so genannte On-Target- und Off-Target-Effekte im Zuge des gentechnischen Eingriffs mit nicht absehbaren Folgen. Fehler bei der Einschnittstelle selbst (On Target), aber auch weiter entfernt (Off Target) sind aufgetreten. Bis zu 40% der Einschnitte weisen allein im On-Target-Bereich Fehler auf.
                  https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2020/paquet_crispr.html
                  https://www.sueddeutsche.de/wissen/biotechnologie-murks-im-erbgut-1.4058052

                  10. Andere Landwirte werden gezwungen mitzumachen. Wenn jemand auf gentechnisch veränderte dicambaresistente Xtend-Pflanzen Dicamba ausbringt, welches verweht und Nachbarfelder in Mitleidenschaft zieht, dann muß dort auch Xtend-Saatgut angepflanzt werden. Wie sieht das aus, wenn der Nachbar Bio-Bauer oder Obstbauer ist?

                  Auch das aktuelle Verfahren der Gentechnik (Mutationszüchtung), welches nicht als solche gewertet wird, erachte ich schon als kritisch.

                  Die Erwartungen muß man deutlich niedriger schrauben, als es vermarktet wird. Auch für die Erzeuger sind die Mehrkosten bei Saatgut und Pflanzenschutz am Ende nicht selten höher als der Mehrertrag reinbringt. Der Energieverbrauch etc. machen es womöglich eher nachteilig.

                  https://www.bpb.de/apuz/32210/mit-gruener-gentechnik-gegen-den-hunger

                  Weiter so läuft nicht, die Wissenschaft wird’s nicht richten! Die Wissenschaft hat genaugenommen schon gesagt, daß der Weg der Produktivitätsoptimierung samt Gentechnik der falsche ist, Bodendegradation, Höfesterben, Monokulturen, Intensivtierhaltung, zerstörte Stoffkreisläufe etc.

                  Um konstruktiv zu sein: Vorstellbar wäre höchstens noch der Weg der Epigenetik. Bienenkönigin und Arbeiterin haben dasselbe Erbgut, durch Gelee Royal werden nur unterschiedliche Gene aktiviert bei der späteren Königin, ohne jedoch am Erbgut was zu verändern. Der Bereich ist womöglich noch sehr vielversprechend.

                  Abschließend: Photosynthese macht aus Wasser und CO2 Kohlenhydrate. Wie trockenressitent will man denn Pflanzen machen können, Wasser ist elementar, man kann höchstens ein bißchen rumschrauben an der Aufnahmefähigkeit und ähnliches.

                  2+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Suhr

                  Weg vom Exportfetisch.
                  Produktionsreduzierung, was nur solidarisch ginge, also ein bißchen mehr (Wegwerfquote läßt schon einiges an Spielraum)

                  Würde ihre These nur annähernd stimmen, würden die Preise für Mostäpfel (Apfelsaft) in das unermessliche steigen.

                  Es ist so, dass man nicht einmal den Mindestlohn erreichen kann.

                  https://www.bmel-statistik.de/fileadmin/daten/GBG-0050137-2018.pdf

                  1+
              • Christian Suhr zeigt , wie es geht:
                „Ich habe mich damals entschieden, lieber aufs Auto zu verzichten als auf Nachhaltigkeit und Fairneß. “

                Toll, um mal wieder auf das Ausgangsthema Frontal 21 zurückzukommen.
                Toll auch, dass Sie uns offensichtlich für Vollpfosten halten, Herr Suhr. Oder liegt das Problem doch eher bei Ihnen?
                Es ist unnötig, dass Sie Ihre „Ideen“ ständig wiederholen. Sie werden nicht besser. Das zeigt aber, dass Ihnen an Menschen offensichtlich herzlich wenig liegt. Siehe auch hier:
                “ Ich weiß nicht mal, wer hier überhaupt Landwirt ist, ehrlich gesagt. “

                Lösungsvorschlag von mir: Einfach mal lesen, was hier von Anderen gepostet wird. Das wäre auch sonst durchaus hilfreich…
                Und Gesetze werden in unserem Land von Parlament beschlossen. Und solange da keine Änderung beschlossen wird, darf jeder essen, was er möchte. Gut so…

                2+
            • Reinhard Seevers sagt

              Herr Suhr, was halten Sie davon HartzIV -Bezieher kein Geld zu geben, wenn sie dafür ungesunde, ja sogar tödliche Zigaretten oder Alkohol kaufen, anstatt Nahrung für die Familie?
              Das entspricht doch vollkommen der Vorsorge und der sozialen Verantwortung….auf Kosten anderer!

              5+
            • fingerphilosoph sagt

              Ich will Leistung erbringen, von dem leben, was ich selbst erwirtschafte, von anderen nichts geschenkt haben und auch keine Sozialleistungen vom Staat. Wie sieht es nun mit meiner Freiheit aus? Nach Ihrem Worthülsengeklapper kann ich ja dann auch von anderen erwarten, dass diese von dem leben, was sie selbst erwirtschaften und nicht auf Kosten anderer Leute oder vom Staat leben. Und nun?

              2+
              • Es ist doch schei*egal, was Sie „wollen“, Fakt ist, was Sie beanspruchen:
                1. Nicht jeder kann körperlich oder geistig Leistung erbringen.
                2. Sie waren doch auch mal Kind, oder, bestimmt haben Sie schon mit 1 im Bergwerk rangeklotzt?
                3. Sie werden doch wahrscheinlich auch mal pflegebedürftig werden oder ein Krankenhaus von innen gesehen haben, oder?
                4. Das, was Sie als Leistung benennen mögen, mag nicht existentiell sein, fragen Sie mal Finanzberater und Profisportler.
                5. Umgekehrt frage ich mich, wie Sie die Leistung anerkennen, die Mütter, Ehrenamtliche und Co. tagtäglich erbringen?

                Was Sie hier schreiben, hat nun wirklich nichts mit Philosophie zu tun. Sie versuchen nur, irgendwie sich anderen gegenüber rhetorisch überlegen darzustellen. Doof, wenn das Gegenüber mit ad hominem Rhetorik, whataboutism und ähnlichem Mist umgehen kann.

                Also zurück zum Thema und weg von Ihren Nebelkerzen:
                Freiheit bedeutet auch, daß man solidarisch füreinander da ist, sich gegenseitig hilft, damit jeder den maximalen Grad an Freiheit genießen kann. Das mag für diejenigen, die mehr geben müssen (z.B. Reiche), unfair wirken, bilanziell betrachtet ist der Grad an Freiheit in der Gesellschaft so jedoch am höchsten.

                Ein Beispiel:
                9 Leutchen zahlen Krankenkassenbeiträge ein, haben aber lebenslang kaum ein Wehwehchen.
                1 Mensch ist dafür zeitlebens zu pflegen und kostet weit mehr, als er erwirtschaftet.
                Die anderen 9 sagen sich, daß sie ihren Beitrag zahlen, eben weil auch sie … oder ihre Kinder … oder Kindeskinder auch mal betroffen sein könnten. Ausgleichende Gerechtigkeit.
                Umlageprinzip.

                Sie haben keines meiner Argumente entkräftet.

                Sie labern nur was von wegen Leistungsgesellschaft. Also wenn Sie mal irgendwann nichts mehr leisten … Soylent Green?! Wer will schon anderen die Luft wegatmen mit so einer Einstellung?!

                Oder wie sagte man in der Steinzeit: Ich geh jetzt ’n Mammut jagen, kann jemand mitkommen, allein schaffe ich das nicht. Dann können wir uns danach auch zusammen die Beute teilen.

                Betrachten Sie gern Freiheit als eine rein private Sache. Für mich ist eine freiheitlich demokratische Gesellschaft jedoch was anderes als dieser wirtschaftsliberale Mist.

                Christian – ohne Pseudonym – Suhr
                Verbraucher
                (so von wegen ad hominem Rhetorik :-P)

                1+
                • fingerphilosoph sagt

                  Freiheit bedeutet nicht, dass man solidarisch füreinander da ist und einander hilft, vor allem dann nicht, wenn das nicht aus eigenem Antrieb geschieht, sondern von oben verordnet wird.

                  Freiheit bedeutet, eine Wahl zu haben, beispielsweise zwischen einer wirtschafts- und einer sozialliberalen oder sonst einer Lebensweise. Solidarität können Sie Ihren Mitbürgern zwangsweise verordnen, nicht aber Freiheit.

                  Freiheit ist auch keine Frage der Bilanz, der Besteuerung oder der Krankenkassenbeiträge. Wenn 9 Leutchen Krankenkassenbeiträge bezahlen, um einen Pflegefall zu finanzieren, weil sie denken, dass es ihnen mal ebenso ergehen könnte, hat das nichts mit Freiheit zu tun, sondern mit kalkuliertem Risiko. Freiheit wäre es, wenn der Einzelne die Wahl hätte, ob er sich an diesem System beteiligen will oder nicht. Diese Wahl besteht aber nicht.

                  Freiheit wäre es auch, wenn der Bürger entscheiden könnte, wieviel von dem, was er selbst erwirtschaftet, als Steuern und Sozialbeiträge überhaupt abführen will: 10%, 20%, 30% oder 40% … durchaus in einer Wahl, wo dann das Mehrheitsergebnis entscheidet.

                  Freiheit wäre es auch, wenn der Bürger mitentscheiden könnte, was mit seinen Steuern realiter geschehen soll, ob das Geld für Bildung, Gesundheit oder Bankenrettung ausgegeben wird.

                  Sie identifizieren Freiheit mit einer ganz bestimmten Lebensweise, nämlich ihrer eigenen. Und das ist definitiv die falsche Verwendung des Begriffs „Freiheit“.

                  1+
                • Christian Suhr sagt

                  @fingerphilosoph

                  Nein, Freiheit, so wie Sie sie meinen, wäre Anomie, nicht zu verwechseln mit Anarchie, das ist der Gegenentwurf.

                  Beides ist Freiheit.

                  Anomie: Chaos (was oft mit Anarchie verwechselt wird).
                  Anarchie: Salopp gesagt alle halten zusammen, damit’s allen gut geht, man braucht keine Gesetze, Vorschriften und Kontrollen.

                  Es gibt also zwei Freiheitsmodelle.

                  Sie müssen sich die Frage stellen, welche der beiden Möglichkeiten wir wohl hätten, wenn man von jetzt auf gleich die Gesetze, Polizei und ähnliches abschaffen würde. Kann man auch testen, einfach drei Wochen Stromausfall und schauen, was passiert.

                  Ich möchte es am Beispiel der Frauenquote erklären:
                  Eine Quote ist immer diskriminierend, auch wenn gut gemeint. Man bekämpft quasi Unrecht mit Unrecht. Jetzt kann man sagen: Will ich nicht, deswegen wird’s aber nicht besser, was Gleichberechtigung angeht. Oder man sagt, es wäre eine erzieherische Maßnahme, die Gesellschaft räumt eine Chance ein zum Umdenken, um festgefahrene Meinungen und Vorurteile aufzubrechen mit dem Ziel, dann auch die Quote wieder aufzugeben, sobald es läuft.

                  Noch anders:
                  In einem System, in dem jeder das Gefühl hat, jeder wäre nur um seinen eigenen Vorteil bedacht, wird die Solidarität schnell untergehen, jeder will das größte Stück vom Kuchen, jeder hat Angst davor, daß der andere einem was mißgönnt und wegnehmen würde. Und das wiederum führt dann zu Unfreiheit vieler. Von Lohndumping bis Sklaverei und Kinderarbeit als nur ein Beispiel.

                  Links will letztlich Anarchie. Rechts verspricht starke Hand zum Schutz vor Anomie. Und es ist heutzutage deutlich zu sehen, wie diejenigen profitieren, die eine starke Hand versprechen, wie sogar Menschen auf Freiheit verzichten und sich freier unter Kontrolle wähnen (härtere Polizeigesetze bei rückläufiger Kriminalitätsstatistik, Überwachungskameras usw.).

                  Von der fehlenden Nachhaltigkeit und Freiheit am freien Markt ganz zu schweigen, aber das muß ich Bauern nicht sagen, von denen jeder Zweite nur im Nebenjob Landwirt ist, weil’s nicht mehr zum Leben reicht. Ich glaube, Freiheit fühlt sich anders an als das.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Den Bürgern die (Wahl-)Freiheit zurückzugeben, ist nicht Anomie. Wahlfreiheit bzgl. der Gesellschaftsform ist nicht gleichbedeutend mit Gesetzlosigkeit oder Chaos. Wahlfreiheit hat viel eher etwas mit der vielbesungenen Mündigkeit des Bürgers zu tun, die ich als selbstverständlich voraussetze. Den Bürger als mündig anzusehen, heißt ihn selbst entscheiden zu lassen, wie die soziale Ordnung aussehen soll und wieviel von seinem Erwirtschafteten er in diese Ordnung, wozu selbstverständlich auch die Polizei gehört, investieren will. Der Staat bzw. seine Vertreter müssen mit dem Geld auskommen, das die Gemeinschaft der mündigen Bürger zur Verfügung stellt und die Staatsvertreter müssen den mündigen Bürgern gegenüber Rechenschaft ablegen und entlastet werden, ähnlich wie der Vorstand eines Vereins.

                  Das Staatswesen, wie wir es haben, entstammt dem Gottkönigtum der ersten Hochkulturen. Sumer, Ägypten und so. Damals entstand das Modell mit der Klassengesellschaft, sprich den Eliten und den Sklaven. An diesem Modell wurde in den letzten 5000 Jahren zwar viel herumgebessert, und es war mal besser und mal schlechter, aber in all den 5000 Jahren hat der Bürger nie seine Freiheit zurückbekommen oder ist als mündig anerkannt worden. Ich glaube, dass die Solidarität auf der Strecke bleibt, wenn jeder das Gefühl hat, nur noch bevormundet zu werden.

                  1+
          • Gephard sagt

            So einfach ist die Kausalität aber nicht. Nur weil ich dafür Steuer zahle, damit andere davon was abbekommen, heißt das nicht, dass es zu meinen Lasten geschieht. Eher entlastet es mich, dass ich mich nicht persönlich um die schwachen und kranken kümmern muss. Selbst mein nicht mehr verdienender Vater kann weiterhin zum Arzt und bekommt auch mal eine Hilfe gestellt, sodass ich nicht dafür regelmäßig durchs Land eiern muss.

            0
            • Reinhard Seevers sagt

              Diese Hilfe wird aber nicht von der Steuer finanziert, sondern vom Krankenkassenbeitrag.
              50% unserer Steuern gehen in die Sozialversicherung. Wenn niemand diese Steuern erwirtschaftet, können weder welche erhoben werden, noch kann jemand davon profitieren.
              Man muss also einen Kompromiss zwischen den Steuerleistenden und den Profitierenden finden. Sobald eine Unwucht entsteht, entstehen Probleme, auf der einen, wie auf der anderen Seite.

              1+
  7. Reinhard Seevers sagt

    Wer sich nicht anschnallt ist doch nicht für andere verantwortlich, sondern für sich selbst….
    Verdrehen Sie da nicht etwas?

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      • firedragon sagt

        „Autsch“ Herr Suhr, gleich drei Begriffe in einem Satz, bei denen landwirtschaftliche Augenbrauen in die Höhe schnellen.

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        • Ich weiß nicht mal, wer hier überhaupt Landwirt ist, ehrlich gesagt. Als Verbraucher versuche ich, die Landwirtschaft zu bewahren, nötigenfalls auch gegen den Bauernverband, so würde ich es beschreiben.

          Denn wie kann ein Verband, dessen Chef sagt, 5.000 aufgegebene Höfe jährlich wären natürlich, von sich behaupten, er stünde für die Landwirtschaft ein? Und wie finden alle immer FDP und CDU toll, von Mercosur nichts gehört? Die CDU hat maßgeblich die Landwirtschaftspolitik geprägt, Herr Röring und Gerig sitzen im Ausschuß usw., aber Schuld sind außerparlamentarische Ökos und ein paar nervige Oppositions-Grüne? Das paßt doch alles nicht!

          Die Begriffe sind bewußt gewählt. Denn es zeigt, daß immer beide Seite dazugehören. Respekt ist keine Einbahnstraße. Und ich kritisiere auch PeTA, Grüne, Veganer usw., wenn diese beispielsweise ALDI wegen eines sehr großen veganen Sortiments im Billigsegment auszeichnen. Kritik gibt’s in alle Richtungen.

          Nur Ignoranz, darauf reagiere ich allergisch. Und wenn selbst gern mal von Landwirten was kommt von wegen: Auch billiges Essen hat eine gute Qualität. Dann ist das echt frustrierend. Also wäre Qualität nur die Kombi von sensorischen Eindrücken statt auch über Löhne, Nachhaltigkeit, Tierwohl etc. zu sprechen und es einzupreisen.

          Deswegen ist es eben nicht so einfach zu sagen, man solle essen, was einem schmeckt. Früher kannte man noch so etwas wie Fastenzeit (dem kargen Frühjahr geschuldet) und Tischgebet (danke fürs Essen auf dem Tisch). Heute labert jeder was von wegen Freiheit, während man durch sein Verhalten die Freiheit aller gefährdet, von Corona-Demo bis Konsum … Und immer sollen anderen sich ändern, aber bloß man selbst nicht, man selbst macht ja immer alles richtig.

          Aber … ich glaube einfach, vor allem sind es Angst, Zweifel, gefolgt von Ablehnung, Zorn und Haß, was gerade passiert. Wie soll auch aus einem hochsepzialisierten Tierhalter ein Ackerbauer werden als nur ein Beispiel aus der Landwirtschaft?

          1+
          • firedragon sagt

            Herr Suhr, zu Ihrer Frage – Physik kann Kanzler, Familienministerium kann über Verteidigung sogar Europa und da unterstellen Sie einem Tierhalterspezialisten er könnte nicht in Acker…

            2+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            „Ich weiß nicht mal, wer hier überhaupt Landwirt ist, ehrlich gesagt. Als Verbraucher versuche ich, die Landwirtschaft zu bewahren, nötigenfalls auch gegen den Bauernverband, so würde ich es beschreiben.“

            Als ehemaliger Landwirt habe keine Probleme zu erkennen wer Landwirt ist, das sieht man an den Beiträgen, der Fachmann erkennt die fundierten fachlichen Beiträge.

            2+
        • Christian Suhr sagt

          Wie oft muß ich mir anhören, daß Weideland kein Ackerland wäre.

          Ja, ohne Ackerboden kann ein Tierhalter keinen Ackerbau von wegen Umbruchverbot.

          Ich könnte auch den Ackerbauern aus der Region hier zitieren, der als Lohnunternehmer bei Tierhaltern unterwegs ist, weil diese seiner Expertise mehr vertrauen als ihrer eigenen. Wie meinte er: Die Spezialisierung ist enorm, aber das ist an sich nicht schlecht, so kann man eigentlich effizienter in toto arbeiten. Aber wie äußerte ein Milchviehhalter: Was anderes könne er sich eh nicht vorstellen.

          Und ja, ich rede mit sehr vielen Landwirten in ganz Deutschland und sogar darüber hinaus, es gibt da einen supernetten und versierten Obstbauern in Österreich …

          0
  8. Moin!

    Ich kann verstehen, daß man schnell empört ist, wenn es jahrelang unproblematisch schien, was jetzt kritisiert wird.

    Wenn die Wissenschaftlicher nicht irren, macht auch Zucker süchtig. Unser eigener Geschmackssinn – und ich esse quasi nur Süßes und Kohlenhydrate 😀 – gewöhnt sich an Süße und andere Gewürze (Glutamat nicht zu vergessen).

    Doch ich denke, es geht hier nicht gegen Ackerbauern, die Zuckerrüben anpflanzen. Prinzipiell richtet sich ein Erzeuger nach der Nachfrage. Es geht eher gegen die Industrie, die bewußt mit unseren Sinnen spielt. Der Trick von Chips ist es, eine ideale Mischung von Fett und Zucker anzustreben, die uns nicht aufhören läßt, bis die Packung leer ist.

    Und natürlich hat man es selbst in der Hand … genauso wie ein Zigarettenraucher auch von jetzt auf gleich aufhören könnte. Man kann auch versuchen, einen Fleischliebhaber zu überzeugen, zweimal die Woche Fleisch wäre genug.

    Liberale behaupten immer, wir wären unseres eigenen Glückes Schmied und hätten es selbst in der Hand. Das Problem ist nur: Wir beginnen ein Leben in Abhängigkeit von anderen, die uns ihren Lebensstil vorleben. Wir können nur kennenlernen, was uns auch vorgesetzt wird. Die vermeintlich große Auswahl im LEH ist gar nicht so groß, wie es scheint. Und Fertigprodukte enthalten Inhaltsstoffe, die nie drin wären, würde man es selbst zubereiten … und da geht es nicht nur um Konservierungsmittel.

    Salz ist auch so ein Ding nebenbei. Betrifft aber nicht den Landwirt.

    Ich selbst finde auch Alkohol ziemlich schei*e, ist aber ja eine „legale“ Droge … im Mittelalter waren sie wegen miserabler Wasserqualität alle auf Dünnbier bis hin zu den Kindern, Alkohol tötet Keime. Aber hat sich dann so eingebürgert.

    Konsum ist anerzogen und gelernt, siehe die Wertschätzung für Lebensmittel, die in den Wirtschaftswunderjahren massiv zurückgegangen ist, man hatte ja alles und billig soll’s ja auch sein.

    In der DDR sind sie wegen ausbleibenden Kaffees wütend geworden. Alles egal, aber wehe, der Kaffee geht aus … Versuch mal heute, jemanden den Kaffee wegzunehmen! Selbst AfDler trinken gern das Importprodukt aus arabischen Landen, so würde ich frotzeln.

    Was Pflanzenschutzmittel angeht, da geht es viel zu oft um ganz oder gar nicht. Welche Mittel werden eingesetzt, wann werden sie eingesetzt, in welchen Mengen und gibt es mechanisch-biologische Alternativen? Das wären doch viel eher die wichtigen Fragen. Und daß es viel zu wenig Transparenz gibt und viel zu viel mit Notfallzulassungen etc. durchgewunken wird, oft nur Wirkstoffe, aber nicht komplette Formulierungen mit Zusatzstoffen getestet werden (Stichwort Tallowamin) mit all den Erfahrungen von DDT, Diuron, Lindan und Co. … ich glaube, da sollte man als Gesellschaft wirklich mal etwas kritischer werden.

    Ich würde mich ja eher aufregen darüber, warum der Anteil an heimischem Obst und Gemüse so niedrig ist mit Blick auf die Selbstversorgung. Warum muß es immer Exotisch sein, wo wir wirklich keine nennenswerte Kontrolle mehr haben über eingesetzte Mittel.

    https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung-fischerei/versorgungsbilanzen/

    Zum Thema: Wurde zuviel eingesetzt oder nicht? Das müßte man doch eher klären, bevor man da jemanden vor Gericht zerrt. Und an Erzeugerpreisen ändert es original nichts, es ist eher ein Treten nach unten, lieber so weitermachen und die Kritiker angreifen als solidarisch endlich um faire Preise zu kämpfen, die auch ein nachhaltigeres Wirtschaften erlauben würden, so mein häufiger Eindruck. Wer nichts zu verbergen hat, müßte nicht fürchten, daß da jemand mal näher hinschaut, so zumindest behaupten all diejenigen, die auch gern totale Kameraüberwachung hätten … aber mal so als philosophischer Abschluß. Wo Vertrauen fehlt, schreien Menschen nach Kontrolle 🙁

    0
    • Reinhard Seevers sagt

      Herr Suhr, die Lösung liegt im Reichtum der Gesellschaft…eine arme hungrige Gesellschaft muss sich solchen dämlichen Diskussionen gar nichts stellen. Der Sudan hat im Moment solche Probleme…aber was interessiert es den Empörungsbürger, der seine Avocado dem deutschen Apfel und Quinoa der Kartoffel vorzieht.
      Die ständigen Ausreden, dass irgendjemand für das eigene Handeln verantwortlich sein muss, das kann ich nicht mehr hören. Mal ist es Freiheit der Entscheidung, mal muss es paternalistisch geregelt werden. Entweder man ist mündig und frei in der Entscheidung seines Handelns oder eben nicht. Die sozialistische Weltsicht, Menschen so zu formen oder zu leiten, wie man es ideologisch meint, machen zu müssen, ist mir zu wider.

      7+
      • Jein! Eine Gesellschaft im Wohlstand wie Deutschland und Japan erlebt keine Bevölkerungsexplosion. Selbstverwirklichung und Streben nach Anerkennung sowie Freizeitaktivitäten und Unterhaltung führen zu weniger Nachwuchs. So gesehen auch nicht schlecht von wegen Gesamtpopulation.

        Leider ist es aber auch wie von Ihnen angesprochen richtig, daß der Mangel zur Wertschätzung erzieht, so will ich es mal sagen. Nichts wird gleich weggeworfen, Dinge müssen lange halten (manche Gebrauchsgüter aus DDR-Zeiten laufen immer noch wie am ersten Tag, im Westen mußte es immer schnell auseinanderfallen, um nachgekauft zu werden).

        Doch Sie gehen davon aus, daß Schuldbildung und das Erreichen des 18. Lebensjahres mündige Bürger hervorbringen würde?! Auf Basis welcher Erkenntnis? Alt genug zum Kämpfen, dann kann man auch über alles entscheiden?

        Kant äußerte es mal so – auch wenn er der Rassenlehre angehörte: Aufklärung ist der Schritt des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.

        Wenn ein Gero Hocker sich einen SUV zulegen will, nur um Fridays-For-Future-Kinder zu ärgern, ist das dann mündiges Verhalten?

        Wenn man immer Ausländer beschimpft, die teilweise noch nicht mal im Land sind, für Zustände, wie man sie seit Jahren gefühlt erlebt, ist das dann mündiges Verhalten?

        Wenn man mehr Essen kauft als man ißt, in Industrienationen rund die Hälfte weggeworfen wird, ist das auch mündig?

        Im Goldenen Käfig mag man sich frei fühlen, weil man ja alles hätte. Aber endet halt doof, wenn jemand vergißt, einen zu füttern.

        Erwachsen sein heißt nicht mündig sein! Und unsere Schule sorgt für Ausbildung, jedoch nicht für Bildung. Oder haben Sie nicht das Gefühl, daß viele Menschen eher ein Auto wollen statt es wirklich zu brauchen, sich also in Kosten stürzen, mit denen sie viel Nachhaltigeres machen könnten für sich und ihre Familie?

        Ja, die Menschen müssen ja nicht jeden Schei*job annehmen, ja, man kann doch alles boykottieren … und ja, die Landwirte könnten auch solidarisch zusammenhalten statt wachse oder weiche zu spielen … Dinge gibt’s …

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        • Reinhard Seevers sagt

          Nur eine kurze Antwort dazu Herr Suhr. Das Wegwerfen von Lebensmitteln aufgrund von zu viel Geld und zu wenig Respekt vor Lebensmitteln, hat nichts mit der Mündigkeit des Einzelnen hinsichtlich seines eigenen Körpers und seines Lebens zu tun. Das setzt dann schon eine etwas höhere intellektuelle Leistung voraus, die Sie ja gerne übernehmen möchten: staatliche Lenkung des Handelns des Einzelnen….das bringt ihn aber nicht weg von Drogen, im Gegenteil, behaupte ich mal. Alles was verboten oder gesteuert wird, wird dennoch getan.

          3+
          • Ich find’s ja immer niedlich, wenn jemand mit ad hominem Rhetorik kommt, durch die Blume einen Dummheit oder so unterstellen möchte.

            Drehen wir doch mal den Spieß um:
            Wenn schon ich nicht nach Ihrer Meinung die „intellektuelle Leistung“ hätte, die richtigen Zusammenhänge zu erkennen, Also ich, der Verbraucher, der es wagt, hier mal mit Landwirten zu diskutieren. Dann meinen Sie, daß all die Verbraucherinnen und Verbraucher, die die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion als selbstverständlich hinnehmen, mündige Bürger wären?

            Das mit den Verboten ist so eine Sache: Sie können jetzt von Kartoffeln philosophieren, die attraktiver geworden sein sollen nach einem Verbot, der Reiz des Verbotenen. Aber ich habe das Gefühl, seit es das Gesetz gibt, wurde die Gesellschaft schon etwas besser, so ein klein wenig. So mit Verboten und Geboten und so.

            Daß niemand mag, wenn was verboten wird, was man selbst toll findet, ist klar. Aber es klingt mir doch sehr danach, als würde Ihr Lebensstil einem nachhaltigen, solidarischen Miteinander mehr entgegenlaufen als der meinige, der ich als unmündiger Bürger es gewagt habe, mich vegan zu ernähren, auf einen Führerschein und Auto zu verzichten und selbst nicht mal Kaffee anzurühren. Ihrereins würde vermutlich sowas äußern wie: Wenn nur einer das macht, ändert sich ja nichts! Auch gern gehört: Hast Du überhaupt Spaß im Leben? Oder ebenfalls schön: Wenn das schon angeboten wird, muß man es ja auch nutzen, sonst wär’s ja Verschwendung (sehr mündig so von wegen Angebot und Nachfrage übrigens).

            Also ich gebe über 500 € monatlich für Lebensmittel aus, Direktvermarktung, Bio, keine Discounter-Produkte, aber auch nichts Hochpreisiges wie Kaffee, Alkohol, Fleisch, Fisch usw. Sondern für ganz normale Produkte, die mir einfach mehr wert sind. Wo kaufen Sie ein? (Und ja, nicht jeder kann sich das leisten … aber in einer gerechteren Gesellschaft, in der der Staat mehr Verantwortung übernimmt, mag sich das schnell ändern lassen.)

            1+
      • Gephard sagt

        Was spricht denn gegen deutsches Quinoa? Und wer ersetzt Äpfel mit Avocados ? Bei welchem Gericht sind diese Zutaten austauschbar?

        0
    • Lieschen Müller sagt

      Ich finde deine Antwort richtig gut. Zucker scheint süchtig zu machen, und bei Alkohol oder Heroin sagen wir doch auch nicht, selber schuld, der Einzelne kann ja aufhören. Ich finde schon, dass der Staat eingreifen muss, weil von alleine nichts passiert. Die Menschen sind leider so, dass sie nicht glauben können, dass ein Werbespruch „so wertvoll wie ein kleines Steak“, nicht bedeuten, dass man 3 Fruchtzwerge pro Tag an sein Kind verfüttern sollte. Und ich denke wie Christian, dass Frontal hier nicht die Bauern angreift, sondern die Lebensmittelindustrie.

      1+
      • Reinhard Seevers sagt

        Konsum macht auch süchtig…lasst uns alles verbieten, was Menschen das Hirn weich macht….Fussballfans sind süchtig, Stadien voller Süchtige, Urlaubsflieger voller Süchtiger Sonnenhungriger…..keiner hat selbst die Verantwortung, immer sind es andere. So kann man man ein Volk noch mehr verblöden und Verantwortung abgewöhnen. „Ich konnte nicht anders, ich wurde süchtig gemacht….“

        2+
        • Nach Ihrer Logik finden sich auch Schulpflicht schei*e, Anschnallen im Auto, Alkohol für Kinder, Schußwaffenverbot und weiß der Teufel.

          Anders gefragt: Wenn die Logik sagt, daß wir als Gesellschaft nicht länger auf Verschleiß fahren sollten, würden Sie dann auf was verzichten können? Oder sollen andere für Ihren Lebensstil verzichten? Kaufen Sie im Discounter oder Fair Trade und bei Direktvermarktern, was darf’s sein?

          Eigenverantwortung heißt nämlich auch, daß Sie nicht nur nehmen, sondern auch geben müssen.

          Ach, was soll der Geiz, Contergan her und DDT war auch nicht so schlimm, ASbest ist auch ein super Baumaterial, wenn wir schon dabei sind. Und was ist gegen Bleirohre einzuwenden und Quecksilber. Wir können ja eigenverantwortlich damit umgehen.

          0
          • Reinhard Seevers sagt

            Ja, ich bin tatsächlich gegen die Anschnallpflicht. Das hätte man einfacher regeln können. Jeder der verunfallt ist und nachweislich nicht angeschnallt war, bezahlt den Schaden selbst. So aber generiert man einen Haufen Arbeit für Kontrolle und Ordnungswidrigkeiten…aber keine Selbstverantwortung.

            2+
            • Ja, Tote zahlen bestimmt gern für den Schaden.

              Wie ist das eigentlich mit den Autofahrern, die von einem anderen Fahrzeug gerammt werden nach ihrer Logik. Ups, tot! Oder eher: Hättest Du Dich mal nicht rammen lassen sollen!

              Der Staat hat im Grunde genommen die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß wir alle auf Augenhöhe zueinander stehen und die Freiheit des einen nicht die Freiheit des anderen beschneiden darf. Und wie gut oder schlecht er das macht, das kann man bewerten und kritisieren. Doch eine Zivilisation muß dem biologischen Egoisten Mensch was entgegensetzen, egal, ob man es Kodex, Gebote, Gesetze oder Ethik und Moral nennen mag.

              Oder um noch auf Ihr Beispiel zurückzukommen. Währen die Verbote immer heftig bis hin zum Führerscheinentzug auf Lebenszeit oder Pfändung des Fahrzeuges oder ähnliches, sähe es sicherlich schnell anders aus und man würde es nicht wie eine Bagatelle abtun. Fragen Sie mal Herrn Scheuer, den bayerischen Lokalpatrioten, warum er rein zufällig einen Formfehler im Gesetz gegen Raserrei drin hatte.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Nicht verstanden Herr Suhr? Wenn ich nicht angeschnallt bin, habe ich ganz persönlich die Verantwortung für mich…wenn ich gerammt werde eben auch, weil ich eben nicht angeschnallt war. Warum soll der Staat für mein Leben verantwortlich sein? Wenn ich das Risiko nicht eingehen will, schnalle ich mich eben an…..sonst zahle ich bei einem Schaden selbst. Da muss kein Aufsichtssystem, kein Polizist, keine Ordnungsmacht mir sagen, wie ich mein Risiko einzuschätzen habe. Jetzt haben wir ein System, das Ordnungswidrigkeiten mit viel Bürokratie generiert.

                2+
                • Ich kenne Ihre Logik, die höre ich oft, vom Schlage:
                  „Die Frau hätte sich halt nicht so aufreizend anziehen sollen, dann wäre sie nicht vergewaltigt worden?!“

                  Oder zum Auto zurück:
                  Wenn das Opfer, derjenige Autofahrer, der gerammt wurde, sich nicht angeschnallt hatte, soll er selbst für die Behandlung aufkommen? Und das, obwohl er keine Schuld am Unfall hatte? Sie müssen Versicherungsmakler sein. Die armen Fußgänger, die von Autos dann überfahren werden … einfach zu weich für Straßenverkehr … besonders in einer freien Welt ohne Ampeln und Zebrastreifen …

                  Noch schöner: Wenn derjenige, der den Schaden verursacht hat, pleite ist, wer kommt dann dafür auf? Doof gelaufen?! Das Solidaritätsprinzip und Generationenvertrag gehen zurück auf genau solche Probleme, weil irgendein Schlaufuchs immer meint, er wäre über allem erhaben.

                  Wenn der Vater im Auto mit Kindern sitzt, aber nichts vom Anschnallen hält, also seine Kinder auch nicht anschnallt … wie sieht’s dann aus … hat ja schon fast was von Corona-Demo hier …

                  Also am besten Raucher auch für ihre Probleme zahlen lassen nach dieser Logik? Na, dann hoffe ich mal, daß die Passivraucher auch immer einen weiten Bogen um diese machen und alle nur noch zu Hause bleiben, wenn jeder selbst für Krebs durch Tabak und Co. blechen muß.

                  Ihre Logik funktioniert nicht. Ihre Logik schützt nur Ar***löcher und ist nichts anderes als eine Verballhornung der Aussage: Das Recht des Stärkeren. Ihre Freiheit nimmt Kollateralschäden unter Mitmenschen und Umwelt in Kauf.

                  In der Schule nannte man das Vulgärdarwinismus.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Sie verstehn es einfach nicht….wenn der Gerammte auch nicht angeschnallt war, dann war er sich dessen bewusst und hat selbstredend das Risiko in kauf genommen. Selbstverständlich muss er dann für seinen eigene Schaden aufkommen.
                  Was das mit der Frau zu tun haben sol,l blick ich grad nicht…
                  Das gilt übrigens nicht für die Kaskoversicherung, die bleibt selbstverständlich unangetastet, Mann, Mann, Mann….
                  Es geht um das freiwillige Anschnallen und das eigene Risiko…und nicht um Strafen und Vollkaskomentalität.

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                • Da eh keiner mehr mitliest, nur kurz:

                  1. Man sitzt nicht selten mit anderen im Auto, wie auch Kindern, die noch unmündig sind. Die sollten nicht durch dei Doofheit des Fahrers leiden. Also Anschnallpflicht, aber gern auch bessere Kontrollen und höhere Bußgelder bei Verstößen.

                  2. Der Betroffene kann womöglich nach einem Unfall nicht mehr zahlen; oder soll man die Leute soweit stabilisieren, daß sie entscheiden können, ob sie die Behandlungskosten tragen wollen? Oder müssen sie es vorher bürokratisch irgendwo angeben wie bei der Organspende? Dann doch lieber die Bürokratie der Anschnallpflicht.

                  3. Es werden nicht selten auch andere in Mitleidenschaft gezogen. Und wenn es das Kind ist, das seinen Vater verloren hat. Insofern sollte man doch ein System andenken, das möglichst Menschenleben bewahrt.

                  Nochmal im Klartext:
                  Es geht nicht um Schadensbegleichung HINTERHER, hinterher ist man immer schlauer. Es geht um Schadensvermeidung VORHER, damit etwaige Schäden überhaupt gar nicht auftreten.

                  Ich versuche auch lieber, Krieg zu vermeiden, statt nach dem Krieg denjenigen zu suchen, der für den Schaden aufkommen soll. Prävention ist was Gutes. Ich weiß, nicht Ihr Ding, aber vertrauen Sie auf Jahrtausende Menschheitsgeschichte. Vorbeugen ist besser als Nachsehen, bestimmt schon mal gehört?!

                  Sonst fahren nach Ihrem Verständnis bald Menschen ohne Führerschein, no Risk, no Fun … aber dafür bürokratisch frei und ungebunden …

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            • Gephard sagt

              Wie wäre es mit einem Kompromiss: Anschnallpflicht ab mehr als einer Person im Auto. Dann sind nämlich auch andere direkt betroffen, wenn sie die Matsche des unangeschnallten Fahrers an der Scheibe ertragen müssen.

              Und ich weiß auch nicht, ob die Rechnung aufgeht, dass die Unangeschnallten überhaupt noch in der Lage sind, etwas zu bezahlen.

              Außerdem müssen sie dann soweit gehen, dass die unangeschnallten Personen auch ihren Schaden selber tragen müssen und es nicht der Allgemeinheit auflasten dürfen. Evtl. werden dann durch die häufigeren Einsätze der Rettungshubschrauber diese soweit bezahlbar, dass man sich nicht gleich wünscht, 20 km/h schneller unterwegs gewesen zu sein.

              Es ist schwer, ein Sozialwesen wie den Menschen auf seine Verantwortung zu reduzieren, wenn er von Geburt an darauf aus ist, sich anzupassen, dazugehören zu wollen und sich meist so verhält, wie die Masse, der er zuneigt. Sieht man ja am Rauchen, wie lange es gedauert hat, bis es ein bisschen von Coolness und macht man so eingebüßt hat. Oder beim Kaffee. Da wird die Nachhaltigkeit von Kapseln diskutiert, statt die Automaten aus allen Büros zu verbannen, weil selbst die schlimmste Kapsel ein Klacks gegen die intensive Kaffeebohnenwirtschaft samt Transport und Ausbeuterei ist. Die Jahrzehnte gepflegte Massensuggestion, ohne Kaffee nicht durch den Tag zu kommen, ist leider extrem wirksam. Und dann denken Leute, ihre schlechte Laune oder Müdigkeit hänge tatsächlich alleine mit der Abwesenheit von Koffein zusammen, ignorieren ihre schädliche Lebensweise und raffen nicht, sich dass sie damit nur von eigentlichen Problemen ablenken. Tja, der Mensch ist eben auch ein guter Verdränger, zumindest größtenteils. Die anderstickenden sind ja eher eine Randerscheinung oder gelten gleich als krank und damit ablehnenswert.

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      • Danke für Deinen Kommentar! Ich glaube, man sollte einfach mal wieder weniger pauschal wütend sein und zur Sachlichkeit finden. Zuckeraustauschstoffe kann man ja auch mal kritisieren.

        Ernährungsdiskussionen sind so bizarr geworden, das geht auf keine Kuhhaut. Beispiel auch Golden Rice: Ja, toll, gentechnisch verändert, damit Reis auch Vitamin A liefern kann, anders geht’s ja nicht … äh … naja, man könnte neben Reis auch Gemüse anbauen, so zumindest war’s früher mal.

        Und solche Diskussionen sind einfach nur noch anstrengend. Helfen auch der Landwirtschaft nicht, aus dem Knick zu kommen. Man verteidigt die Industrie und Handel, die einen regelmäßig abledern. Und ja, manch ein Landwirt ist auch in der Wertschöpfungskette (Zuckerfabrik etc.) mit drin, was an sich löblich ist, so bleibt mehr von der Wertschöpfung beim Erzeuger. Dennoch stehen wir an einem Scheideweg, manche Dinge sollten nicht mehr in den Massen konsumiert und produziert werden wie es heute der Fall ist, ob Fleisch, Zucker oder sogar Smartphones und Einwegplastikflaschen. Allein bekommt der Verbraucher das nicht gewuppt, die Wirtschaft will nicht auf ihre Profite verzichten, also muß der Staat ran.

        1+
      • Bauer Willi sagt

        Ein für allemal: Zucker macht nicht süchtig! Dazu gibt es nun wirklich unzählige Studien. Jetzt fangt ihr auch noch mit so einem Quatsch an.
        Salz macht auch nicht süchtig. Beide Stoffe sind für den Körper essentiell, unentbehrlich. Basta!😎

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        • Lieschen Müller sagt

          Nein, man kann ohne Zucker leben. Der kommt ja von selbst durch die Verdauung der Kohlenhydrate. Ohne Salz wird es schwieriger. Sucht hat immer zwei Komponenten: Körper und Seele. Selbst Essen an sich (was ja eigentlich lebensnotwendig ist) kann süchtig machen.

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        • Die Menge macht das Gift. Salz macht nicht süchtig per se, aber man gewöhnt sich an den Salzgeschmack und hat man sich dran gewöhnt, nimmt mal alles andere als zu fade an. Führt dazu, daß man mehr Salz konsumiert als aus Ernährungssicht sinnvoll wäre.

          Zucker ist auch keine Droge per se, aber dann sprechen wir halt nicht von Sucht, sondern von einem ausgeprägten Verlangen. Anders gesagt: Ich kenne nicht viele Kinder, die nein zu Nutella sagen würden. Das Belohnugnssystem wird getriggert.

          Anders gesagt:
          Nein, es besteht keine Sucht, die einen förmlich dazu zwingt, Zucker zu konsumieren.
          Ja, wenn man die Möglichkeit hat, greifen jedoch viele Menschen gern zu bei Naschereien.

          Und gesundheitlich ist es problematisch, weil es immer in Kombi kommt. Sättigt man sich lieber mit hellem Brot oder mit dunklem usw.

          Anderes Beispiel: Wie viele Leute haben darüber philosophiert, daß Glyphosat ja nicht krebserregend wäre. Wie viele von diesen haben gefragt, ob der Wirkstoff pur oder mit erbgutschädigenden Zusatzstoffen wie Tallowamin auf die Äcker kam? Das ganze Bild kann man schnell aus den Auge verlieren.

          1+
          • Ich denke die vielen Appelle gegen zu viel Zucker ist nicht nur für uns Verbraucher, wegen unserer Gesundheit, sondern auch an die Hersteller für Süßigkeiten und Softdrinks,
            Die Süssigkeit mit mit anderer Herstellungstechnik herzustellen.

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        • Paulus sagt

          Sehr geehrter Herr Dr. Kremer-Schillings, ich fürchte ich muss sie bitter enttäuschen. Es gibt da so ein gewisses Zuckerprodukt – wenn man da erst mal drauf ist kommt man nicht mehr davon runter.
          Den Grinsefroh mit der Sonnenbrille bekomme ich leider nicht hin.

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  9. Thomas Apfel sagt

    Ich war voriges Jahr in der Gegend. Es geht eigentlich um einen Konflikt zwischen Landbesitzern und Nichtbesitzern. Dadurch, dass der Obstbau sich in Richtung Mals bewegt, steigen die Bodenpreise extrem (auf 100 €/m2 und höher). Also, die Einen wollen den Obstbau aus wirtschaftlichen Gründen, die Anderen wollen ihre Idylle behalten. Ein bisschen Neid gegenüber den Landbesitzern spielt ganz sicher auch eine Rolle. Die Münchner haben nur die tolle Gelegenheit genutzt ihre Agenda stärker in die Medien zu bekommen. Was ja auch gelungen ist. Die Betriebsgrößen im Obstbau liegen da um 3 – 4 ha, alles kleine Familienbetriebe, also eigentlich genau das was Europäische Politik angeblich will. Die Einschränkung der Insektenvielfalt (insbesondere bei Malaria- und Sumpfmücken) hat, unter großer Zustimmung der Bevölkerung, schon durch die Trockenlegungen unter Maria Theresia stattgefunden.

    6+
  10. Ulfrid sagt

    Schlagzeilen müssen immer dramatisch klingen und von Weltuntergangsstimmung begleitet sein.
    Bei der Wortwahl „Pestizide“ kommt sicherlich niemand auf die Idee, dies u.a. mit den Desinfektionsmitteln in Verbindung zu bringen, die wir gerade in Coronazeiten tonnenweise verbrauchen. Die Kombination aus Pestizid und Zucker suggeriert doch schon die
    „Vergiftung der Menschheit“.

    4+
  11. Reinhard Seevers sagt

    Ich sehe es mitlerweile gelassener. Die Medien stehen unter enormen finanziellen Druck. Die Suche nach Themen, die einen Empörungscharakter haben, ist schwierig. Der Bevölkerung ist es in der Masse egal, was die Medien berichten. Lediglich eine kleine, jeweils dem Thema zugewandte Gruppe echauffiert sich mit, und greift die Dinge hier und da wieder mal auf.
    Landwirtschaft und Agrarlobby eignen sich immer für ein Thema, da gehen die Nachrichten nie aus. Tönnies z.B. ist auch nach Monaten noch ein gerne gelesenes Thema. Da werden Berichte von Tierhaltern gebracht, die den Namen Tönnies tragen, nur weil der Schweinehalter seine Tiere an Tönnies vermarktet. So wird ihm eine Verantwortung zugeschoben, die er gar nicht hat.
    Man hat oft den Eindruck, dass einige Journalisten die Steigbügel bestimmter ideologischer Gruppen halten. Ich schaue mir schon lange keine Beiträge in Bezug auf Landwirtschaft mehr an….frustriert nur und bringt uns nicht weiter. Man steht ständig in einer Verteidigungs- und Rechtfertigungsposition. Es gibt keine Gegendarstellungen und auch keine Gegenmeinungen…..
    Wenn man die hiesigen Themen in den Medien in Relation zur Lage der Menschen weltweit stellt, dann muss sich sowieso ständig an den Kopf fassen und fragen, ob es uns zu gut geht….

    6+
    • Brötchen sagt

      Reinhard, wenn Du dir mal Innenansichten antun willst, empfehle ich ein interessantes Interview mit der Intendantin des RBB ab Min. 12 etwa.
      https://www.radioeins.de/archiv/podcast/medienmagazin.html

      Beitrag RBB auf Sparkurs…da geht es auch um ein Interview mit der AFD was Wellen geschlagen hat und Köpfe kostet….ähnlich auch zum Podcast von Böhmermann und Somuncu……wenn jemand vehement bestimmte Dinge bestreitet ist wohl doch das Gegenteil richtig…..

      abseits der LW- Blase

      1+
    • bauerhans sagt

      „…ob es uns zu gut geht….“

      jaa,einigen geht es materiell so gut,die haben zeit,eigene theorien zu entwickeln!
      ich treffe leute,die ich jahrelang kenne,da bin ich erstaunt,was die plötzlich von sich geben.

      2+
      • Brötchen sagt

        Hans, wenn Du keine direkte Beziehung und „Erdung“ mehr hast, fällt es selbst „gutwillig“ Eingestellten schwer, wieder auf den „richtigen“ Pfad geführt zu werden.

        Zumal die „Gehirnwäsche“ funktioniert…

        Ich hatte mir gestern die Sendung Kontrovers über den Klimawandel bei DLF angehört.

        einzig der CDU Mann Lämmel und der Moderator waren noch einigermaßen normal, alle Anrufer waren gehirngewaschen….ganz schlimm die Grünentante.

        2+
  12. Oberländer sagt

    Die Redakteure werden entsprechend den Weisungen
    ihrer Herren und Herrinnen berichten.🤢

    1+

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