Bauern arbeiten noch weniger als Lehrer! So jedenfalls die Meinung von Franz Fischler, dem Ex-Agrarkommissar. Bevor Sie jetzt Schnappatmung bekommen: so Unrecht hat er nicht.
Bevor Sie jetzt Schnappatmung bekommen: so Unrecht hat er nicht. Wer einen reinen Ackerbaubetrieb (Getreide, Mais, Zuckerrüben, Raps) ohne besonders arbeitsaufwändige Kulturen hat, kann mit 8 Stunden Feldarbeit und 2 Stunden für sonstige Tätigkeiten (Einkauf, Verwaltung, Dokumentation) durchaus hinkommen. Dann sind es rund 500 Stunden für 50 ha. In den Wintermonaten gibt es viel Freizeit.
Jetzt kommt höhere Mathematik ins Spiel: wenn wir einmal annehmen, dass ein Landwirt an 5 Tagen in der Woche (unerlaubt!) 10 Stunden pro Tag arbeitet und dann noch 6 Stunden am Samstag (= 56 Stunden/Woche) ergibt dies laut meinem Taschenrechner 8,93 Wochen. In Deutschland und vermutlich auch in Österreich hat ein Monat rund 4 Wochen (exakt 4,33) . Teilt man 8,93 durch 4,33 ergibt dies exakt 2,06 Monate.
Herr Fischler, rechnen Sie noch mal nach….
Und jetzt wieder ernsthaft: in Deutschland wurden 2023 rund 54% der landwirtschaftlichen Betriebe im Nebenerwerb bewirtschaftet. In Österreich waren es 2019 rund 55%. Betriebe mit Sonderkulturen haben ganz andere Arbeitszeiten!
Was ich mich frage: Was will Herr Fischler mit dieser stark verkürzten Aussage erreichen?
Cui bono, Herr Fischler?


In einer Zeit wo NGO,s Teile der Politk uns eine Kleinteiligkeit, Biodiversität wie in den
6ozigern am liebsten schon morgen per Gesetz und Ordnungsrecht aufzwingen wollen
ist das Gesabbere von Fischler nur noch traurig und unverfroren.
Die Österreicher haben allein durch den Eintritt in den EU Binnenmarkt 1992 in kurzer
Zeit (2Jahre) die Hälfte der Beriebe verloren.
Die Pensionen der höhren Beamten die im Amt schon gut verdient haben gehören
um die Hälfte gekürzt, dann wäre wieder Geld für die anderen da
Mit fünfstelliger Pension redet man scheinbar Schwachsinn!
@uWw
Ihr nachstehender Kommentar findet erstaunlich viel Zuspruch, ( 18 👍) obwohl er manche unbeantworteten Fragen aufwirft.
1. Was sind begleitende Arbeitskreise rund um die Landwirtschaft, die längst in Rente sind? Womit haben sich diese beschäftigt? Gibt es für Arbeitskreise ein Renteneintrittsalter?
2. Was ist ein Zahn der Zeit, AUF dem heute noch jeder aktive Bauer ist? Was macht er da, was begleitende Arbeitskreise nicht unbedingt machen?
3. Welche Kommentatoren bei Bauer Willi beanspruchen als Protagonisten absolute Deutungshoheit? Woraus ist das abzuleiten?
4. Wer hat eine Neiddebatte konstruiert? Wovon soll das zeugen?
Raus mit der Sprache!
Ich schaffe das leider nur „gedrechselt“ und möchte Ihnen eine solche unnötige Belastung nicht antun…
Ihre Fragen, übrigens vollkommen aus einem Kontext gerissen, können sowieso nur mega falsche Antworten meiner Wenigkeit liefern!
Was mir an dieser Stelle nicht in den Kopf will: Was stört Sie an den 18 Däumchen!?
Vielleicht machen Sie sich einmal ernsthaft Gedanken darüber, was Wissen von Meinung prinzipiell unterscheidet!?
Ebenso gibt es Klima und Wetter, über beide Themen lässt sich vortrefflich diskutieren, um dabei die Unterschiede detailliert herauskristallisieren zu wollen.
Die meisten wissen gut Bescheid übers Wetter, die wenigsten verfügen über fundiertes Wissen in der Thematik „Klima“, zelebrieren aber gerne die eigene unumstössliche Meinung zu letzterer.
Wer über landwirtschaftliche Betriebe Diskussionen entfacht, welcher Flächenausstattung auch immer, dabei wohlweislich ausblendet, welche Bewirtschaftungsformen heute dominieren (Eigentümer/Bewirtschafter), der ist doch nicht wirklich ernst zu nehmen, oder!?
Vielleicht an dieser Stelle ein Querverweis zum Nachdenken für Sie, werter Blockwart, ganz persönlich:
Die Berliner Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ legte jüngst erst einen Gesetzesentwurf zur Vergesellschaftung Großer Wohnungskonzerne vor…. – Nun, was habe ich Ihnen jetzt dahingedrechselt; lassen Sie Ihre grauen Zellen rattern!!!…
„Raus mit der Sprache!“
Warum dieser aggressive Unterton; …gerade der missfiel dem Blogbetreiber Willi bei mir am meisten!
Nicht ablenken!
Ich lenke nicht ab und werde ganz sicher nicht nachtreten; …selbst wenn Sie mich doch recht rüde dazu auffordern!
Diejenigen eben, die ausserhalb der LW ihr Einkommen erwirtschaften und jene begleitenden Arbeitskreise rund um die LW, die längst in der Rente angekommen sind, müssen nicht unbedingt auf dem Zahn der Zeit sein, wie jeder heute noch aktiver Bauer; …sofern diese Protagonisten für sich alleine nicht die absolute Deutungshoheit generell in Anspruch nehmen.
Sich dann über eine konstruierte Neiddebatte Recht verschaffen zu wollen, zeugt von WAS!?…
Es gibt in D offensichtlich eine Reihe Anhänger der „gedrechselten Sprache“. Wohl denn!
Eine gewollte Diffamierung!? – Vom Blogwart persönlich, ich staune. Das ist Zucht, keine Ordnung.
Die etwas andere „Netti“quette (Inhalt?)…
@uWw
Der vorhergehende Kommentar besteht aus zwei Sätzen. Der erste ist in der Tat sehr lang und schwer verständlich.
Mir ist jedenfalls nicht klar, was damit zum Ausdruck gebracht werden soll. Der Blogwart hat es etwas drastischer ausgedrückt.
Wenn es das Ziel ist, dass man verstanden wird, wäre eine kundenfreundlichere Sprache sinnvoll.
also gedrechselte Sprache mit Feinschliff😁
Wahrscheinlich geht es möglicherweise nur um die reine Bearbeitungszeit der praktischen Tätigkeiten auf den Feldern.
Nicht nachvollziehbar ist jedoch die Arbeit und die Vorbereitung für anstehende Einsätze.
Wartung, Pflege, Instandhaltung der Technik und vielleicht auch der Immobilien?
Im genannten Beispiel;
Was macht der Landwirt selbst, welche Tätigkeiten lässt er durch Lohnunternehmer abwickeln.
(Mähdrusch, Pflanzenschutz, Aussaat)
@Miststreuer
Die Arbeitszeit pro Hektar betrachtet dies bei eigener Arbeitserledigung. Wenn z.B. Mais legen und -ernte vom Lohnunternehmer oder Maschinenring erledigt werden, bleibt für den Landwirt lediglich Düngung und Unkrautbekämpfung. Wenn die Gülleausbringung dann auch noch im Lohn erfolgt, bleibt nur noch Herbizid und Dokumentation. Das müsste ja mit 1 Stunde pro Hektar machbar sein, oder?
Fischlers Aussage wird hier z.T. zu recht kritisiert. Leider unterfüttert keiner der Kommentatoren seine Aussage mit eigenen Daten. Gibt es da vielleicht gar keine? Sind viele Berufskollegen hier vielleicht entsetzt über die geringe Stundenzahl, die sich für den eigenen Betrieb ergibt. Wie effektiv arbeiten die werten Kollegen denn auf ihren Betrieben? Und wie viel Zeit wird einfach irgendwie vertrödelt? Aber man war doch schließlich den ganzen Tag auf dem Betrieb unterwegs.
Auch für Landwirte (nicht nur für Bürokraten) gilt das 1. Parkinsonsche Gesetz:
„Nach dem Parkinsonschen Gesetz dehnt sich die Arbeit in dem Maße aus, wie die zur Fertigstellung vorgesehene Zeit verstreicht. Entweder braucht man länger als nötig, um eine Aufgabe zu erledigen, oder man schiebt die Aufgabe vor sich her und erledigt sie erst kurz vor dem Abgabetermin.“
oder anders formuliert:
Eine Arbeit dauert immer solange, wie Zeit zur Verfügung steht.
Auch das ist eine alte Erfahrung: Die Menschen „laufen“ unterschiedlich schnell
Bitte selbstkritisch überprüfen!
Letztlich ist der Streit über 10 oder 15 Stunden pro ha für Ackerbau-Extensivkulturen und X Stunden für allgemeine Betriebsführung müßig.
Und der Vergleich der Arbeitszeiten von Unternehmern mit der von Beamten und Arbeitnehmern ist fragwürdig vor dem Hintergrund des üblichen Selbstbildes eines Landwirts oder Bauern.
Ich denke am Ende ist es eine große Neiddiskussion. Man könnte auch fragen, warum darf ein Fachanwalt 350,-€/h verlangen und warum streiten wir über Arbeitszeit pro ha?
Warum ist Diesel billige als Bezin?
Ich gehe davon aus, dass Einigkeit darüber besteht, dass für viele Betriebe zukünftig das ldw. Einkommen allein nicht ausreichen wird. Derzeit haben wir ca. 55% NE-Betriebe. Diese Zahl wird weiter wachsen. Genau so klar ist wohl, dass HE-Betriebe weiter wachsen werden. Das ist auch gut so! Bei einem sich gerade wendenden Arbeitsmarkt, könnte ein außerlandwirtschaftliches Einkommen zukünftig schwerer zu erzielen sein. Dazu kommt, dass der nicht landwirtschaftliche geprägte Teil der ländlichen Bewohnerschaft die Nach-Feierabend- und Wochenend-Tätigkeit in der Landwirtschaft nicht mehr voll akzeptieren wird. Wie soll man ein zukünftiges Einkommen erzielen, wenn man seinen NE-Betrieb nur noch während der normalen Arbeitszeit bewältigen kann? Veredlungsbetriebe hatten da bisher schon genügend Probleme. Die abzusehende Einkommenssituation wird den Strukturwandel wohl noch beschleunigen. Die erhebliche Arbeitsbelastung mit NE-Betrieb und Vollzeitjob, wird dazu noch beitragen. Viele HE-Betriebsleiter können, hinsichtlich der Steigerung der Effektivität des Arbeitseinsatzes, von NE-Betrieben lernen. Die müssen sich schon immer nach der Decke strecken, wenn es um die Arbeitserledigung geht; es sei denn, der NE-Mensch ist ein Rentner.
Vielleicht ist der „NE-Mensch“ HE-Politiker und läßt seine FAK`s zu Kernarbeitszeiten wackeln…
Entscheidend bei all dem, was Landwirte auf ihren Höfen erledigen, ist die Arbeitsqualität im weitesten Sinne:
Die RICHTIGEN Dinge tun – die Dinge RICHTIG tun!
Da gibt es nach meiner Erfahrung auf vielen Betrieben Optimierungspotential.
Genau Herr Krämer. Das gilt aber auch für jede andere Form der Ökonomie und des Lebens generell. Da jeder Einzelne ein Individuum ist, das in einer freien Gesellschaft seinen eigenen Weg einschlagen kann (mit Einschränkungen natürlich), ist es seine eigene Verantwortung, jeder hat ein Recht auf Fehler und falschen Handlungen. Er sollte nur erkennen können, ob er selbst Schuld an seiner Lage ist und reflektieren, ob er andere verantwortlich machen kann oder sollte.
Ein Freund von mir, ein Polizist auf dem Dorf, also ein sog. „Dorfsheriff“ antwortete auf wiederholte Vorhaltungen, er würde ständig Urlaub machen können und hätte eine schöne geregelte Arbeitszeit, ein gutes Einkommen usw.: „Du hättest es doch auch machen können.“
Ich bettelte um Mitleid? – Eine doch launige Feststellung…
…Frage an den Blogwart weiter unten, sorry.
Zwei meiner Enkel gehen in den Kindergarten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Niveau dort höher ist, als hier zur Zeit zwischen einigen Diskutanten. Schade!
Die Laberei über die Arbeitszeit der Bauern ist vergebene Liebesmüh , weil nicht realistisch .
Ein Bauernhof ist multifunktional ! Es ist ein Vermögen und es gibt ein Grundbuch ! Es gibt auf dem Hof Arbeit , aber die muß nicht immer in der Landwirtschaft verwendet werden. Ich habe mich immer mit Arbeitswirtschaft beschäftigt und überall Zeiterfassungsmesser installiert. So konnte ich meine Stunden in den Ställen und auf dem Acker immer exakt erfassen. Überrascht war ich aber über die Bürozeiten für die staatl. Bürokratie , die schnell 25% meiner Arbeitszeit einnahm. Auch die Vorbereitung der Feldarbeiten und Reparaturen in den Ställen war eine nicht kleine Größe. Dazu sollte nicht vergessen werden , daß Ehrenämter zur Verteidigung des Eigentums sehr wichtig sind. Auch Befahrung mind. einmal in der Woche der Bewirtschaftungsflächen zur Eigentums- und Schädigungsabwehr von Tieren und unerlaubter Nutzung (Vögel, Unfälle,Urlauber, usw.) sind nicht zu unterschätzen. Diese Zeit sieht keiner .Fest steht , daß ein Einkommen für die Familie reinkommt und wie das passiert ist letzlich egal . Neben dem Betrieb gibt es ja auch außerlandwirtschaftliches Einkommen und das übersteigt oft die Gewinne des Hofes . Also eine Allgemeinaussage gibt es nicht und da sollten sich auch die Politiker zurückhalten, da man bei denen immer von Ahnungslosigkeit und Sprücheklopferei ausgehen muß.
Am Ende des Tages geht es doch um die Frage, wie kann eine kleinteilige, hoch – bürokratisierte, in einer weithin zersiedelten und in Nutzungskonkurrenz stehende, global abhängige Landwirtschaft, die zudem noch gespalten wird in Romantik versus hightech, eine Existenz sichern. Das geht meines Erachtens nicht über einen verallgemeinernden Lösungsansatz, sondern nur über eine betriebsindividuelle Entscheidung. so wie es der Gemüsebauer aus dem Voralberg gesagt hat.
Man hat das Gefühl, ein Großteil der am Diskussionsprozess beteiligten (nicht hier, außerhalb der Blase) will eine Märklin-Landschaft mit Heidi – Romantik bei gleichzeitiger KI-Kompetenz schaffen und erhalten. Wenn man dann nur einen ganz kurzen Blick in die Welt wirft und sieht, was global abgeht, dann muss man wirklich schmunzeln…..Ich glaube nicht daran, auch nicht mit noch so viel GIS- Unterstützung, dass langfristig eine kleinteilige Landwirtschaft möglich bleibt….meine Meinung.
…Ein Architekt erklärt dem profanen Bauern seine Landwirtschaft!
Haben Sie in Ihrem eigenen Fachbereich denn keine anderen Sorgen; oder ist Ihnen einfach nur langweilig!?
– Ein gesunder kleiner bis mittlerer Betrieb hat wohl weit weniger Sorgen aktuell gegenüber einem ungesund rasant gewachsenen Betrieb, oder!?
– Wer kann eine nicht einmal verschämt verdeckte „Durststrecke“ wohl besser überstehen!?
UWW, du musst einfach lernen, dass andere Menschen andere Meinungen und Sichtweisen haben…das tut weh, ich weiß, aber es ist so.
Fühl dich doch nicht ständig persönlich angegriffen, das nervt!!
Haben Sie Arbeitsmangel als Architekt zu verzeichnen, weil Sie im Dauerfeuer die Landwirtschaft zu erklären wissen!!! – Und das(!) bei, mit Verlaub, immer komplexer entartenden Strukturen.
…DAS NERVT!
@uWw,
Ihr Diskussionsstil ist unnötig aggressiv, persönlich und unsachlich. Bitte zur Sache und nicht gegen die Person. Siehe Spielregeln.
@uWw
Was ist denn das für eine Gegenüberstellung. Einen gesunden kleinen Betrieb mit einem kranken großen Betrieb zu vergleichen, das kann auch nur Ihnen einfallen.
Ich lach mich weg!
Mach‘ mal… 😉
uWw: um Mitleid bettelnd und gleichzeitig frech, eine interessante Kombi
Innerhalb unserer Realteilungsgebiete ist eine Prioritätensetzung in Richtung „Flurstücksgrenzen“ vorrangig.
Zu Beginn der 1990er hat nach dem Startschuss zur Agrarförderung die jeweilige Grundstücksgrenze als Fördergrundlage gewaltig an Bedeutung gewonnen. Sofort wurde jeder Subventionsempfänger seitens des Staates kriminalisiert, wenn nicht tolerierbare Messungenauigkeiten festzustellen waren. Daran hat sich bis dato nichts geändert. Wer bis dahin seine landwirtschaftliche Ausbildung abgeschlossen hatte, kannte allenfalls einen Vor- und Rückblick mittels Theodolit.
Die Veränderungen im Umfeld der Vermessungstechnik seither sind gigantisch. Ein autodidaktischer Umgang z.B. mit einem Polygon-Editor war/ist sehr zeitraubend und nimmt heute doch einige Zeit in den Wintermonaten in Anspruch. Das Flächenmanagement ist generell eben anspruchsvoll. – Selbst die 50-Hektar-Betriebe dürften ihre Flächen nicht en bloc bewirtschaften!? Mithin schafft es nachweislich Arbeitserleichterungen, wenn man z.B. mit QGIS, einer richtig guten freien Geoinformationssystem-Software, umgehen kann. Ein weltweit gewaltiges, beeindruckendes Werkzeug. Der Karten-Explorer des Friedrich-Löffler-Instituts ist ebenfalls hervorragend nutzbar.
Eine Flächenausstattung innerhalb der Realteilungsgebiete ist um eine Durchschnittsgröße von ca. einem Hektar je Flurstück anzusiedeln, so ganz nebenbei…!
Vielleicht leuchtet es daselbst dem Plattformbetreiber ein, dass komprimierte 8 Stunden Arbeitseinsatz allenfalls direkt auf dem Acker realisierbar sind. Ansonsten sind die jeweiligen Einzelbedürfnisse der Betriebsleiter zeitlich erheblich variabel, um zu einem positiven Betriebsergebnis gelangen zu wollen.
Fortbildungszeiten in regelmäßigem Turnus sind gegenwärtig übrigens Pflichtübung und sollten auch nicht unterschlagen werden in einer Komplettbetrachtung.
@uWw
Der Plattformbetreiber gibt noch mal 2 Stunden/ha dazu. Was ändert das? Und selbst wenn es 50% mehr wären? Dann sind es bei 100 ha immer nur noch 1.200 Stunden. Und somit kein Vollerwerb.
Sicherlich sind dir, lieber Willi, nachstehende Zahlen, Daten und Fakten bekannt:
Lt. Statistik arbeitet der deutsche Vollzeitbeschäftigte um die 1.500 Std. pro Jahr.
Teilzeitbeschäftigte kommen auf ca. 750 Std. pro Jahr. Ein Drittel unserer Beamtenschaft arbeitet in Teilzeit, bei der Lehrerschaft sogar mehr als die Hälfte. Deren Anspruch hierauf wird automatisch eingeräumt, solange sie Kinder unter 18 Jahren haben. Unabhängig davon gibt es in BaWü ab dem 3. Kind einen monatlichen Zuschlag von 1.000,00 Eurönchen.
Lieber Wille, dem solltest du jetzt die Situation eines profanen Bauern hierzulande gegenüberstellen; …Statistik scheint dich ja außerordentlich zu begeistern. Und bitte keine Querverweise auf die Subventionspolitik – jeder Bauer weiß im eigentlichen, dass wir dahingehend von durchlaufenden Posten auf unseren Betriebskonten sprechen, sofern ein Häkchen im Prämienantrag zur Abtretung an Dritte nicht schon vorauseilend gesetzt wurde.
Hallo zusammen,
Ich glaube Fischler hat recht .
Es gibt einige Publikationen zum Beispiel
Die KTBL Arbeitszeitbedarf für Landwirtschaftliche Produktionsverfahren
Da steht ca.8-10 Std pro ha für Mädruschfrüchte
Weizen, Mais
mal nachschauen, nachlesen
Ich habe das, was Alfons Nünning so gut beschreibt, vor ein paar Jahren , als es noch 300 €/Hektar Förderung gab, durchgerechnet.
Ein Ackerbaubetrieb mit 500 Hektar ist laut Kennzahlen. mit einer Arbeitskraft zu bewirtschaften und bekam im Jahr 150.000 € an EU- Förderung
Ein Milchviehbetrieb mit 50 Hektar und 60 Kühen + Nachzucht benötigt auch eine Arbeitskraft. Diese Arbeitskraft wird aber nur mit 15.000 € pro Jahr gefördert.
Die EU-Förderung soll vor allem auch die Auflagen aus den EU Cross Compliance-Verpflichtungen ausgleichen. Doch welche CC-Auflagen hat ein Ackerbaubetrieb. Den Viehbetrieb mit Gülle- und Silobehältern, Ohrmarken und weiteren Schikanen betrifft eine unüberschaubare Liste von Vorschriften. Elisabeth@ ich will absolut keine Neiddebatte , würde aber trotzdem gerne wissen, warum die Stunde Arbeit beim Ackerbauern 10 mal so viel wert ist wie beim Milchbauern ?
Das Subventionssystem der EU ist viele Male umgestellt worden. Milchviehhaltung war kontingentiert und kannte anders als Bullen oder Schafe keine gekoppelten Prämien, Die Kontingentierung war aber nie preiswirksam, anders als z. B. bei den Zuckerrüben. Die Stärkekartoffeln waren hochgradig subventioniert. Für D sind alle gekoppelten Prämien zunächst in betriebsindividuelle Beträge umgewandelt worden. Danach wurden sie abgeschmolzen und umverteilt Richtung Grünland und Bundesländer mit niedriger Prämie wie z. das Saarland oder Rheinland-Pfalz. Mit der einheitlichen Flaechenpraemie hat man die Geldverteilung grundsätzlich vereinfacht, im Detail aber mit immer mehr Nebenbedingungen überfrachtet.
Nicht der Faktor Arbeit sondern der Faktor Boden wird subventioniert. Profitieren tut der Landeigentümer als Bewirtschafter wie als Verpächter. Insofern sind die aktuellen EU-Praemien eine allgemeine Subvention für den ländlichen Raum.
moin sehr merkwürdige Aussage da muss ich erstmal drüber nachdenken was der Damen sagen wollte. schönen Tag
Weil es auch bei diesem Thema heute letztlich um das Einkommen eines Landwirts und seiner Familie geht, noch einmal ein paar grundsätzliche Hinweise für alle.
Ausgangspunkt für alle Diskussionen sollte eigentlich immer das durchschnittliche Einkommenspotenzial eines Betriebes sein. Es ist abhängig von den Betriebszweigen und ihrem jeweiligen Umfang. Mit 50 ha Acker und Getreide, Raps, Mais kommt man nicht weit, mit 50 ha Gemüse sieht das schon ganz anders aus.
Die Betriebszweige sind unterschiedlich rentabel. Das hat vor allem mit Markt, mit Wettbewerb und der Produktionstiefe (wie nah ist man dem Endverbraucher über die reine Rohstoffproduktion hinaus) zu tun. In bestimmten Bereichen (Bio) mischt aber auch Vater Staat maßgeblich mit. Das Einkommenspotential wird von dem einen oder anderen Landwirt nicht, von anderen aber überrealisiert, weil es eben Unterschiede im kaufmännischen und produktionstechnischen Wissen und Können gibt. Das ist aber nicht landwirtschaftsspezifisch.
Was dann auf dem jeweiligen Standort erwirtschaftet wird, ist das so genannte Betriebseinkommen. Das ist das Einkommen/die Entlohnung für die eingesetzten Produktionsfaktoren, den Boden, die Arbeit und das sonstige Betriebskapital. Und jetzt kommt ein ganz entscheidender Faktor: Wem gehören diese Produktionsfaktoren? Wie viel vom Betriebseinkommen muss vorab abgeführt werden für die Verpächter, für die Banken als Kreditgeber, für die familienfremden Mitarbeiter, die die Arbeit erledigen.
Erst dann ist man beim Gewinn, den man verfrühstücken kann, oder auch für Reinvestitionen Im Betrieb und anderswo nutzen kann.
Jeder, auch jeder Nicht-Landwirt müsste sich vorstellen können, wie weit dann die tatsächlichen Einkommen je nach Eigentumsfläche, nach Betriebsgröße, nach Betriebszweig auseinander gehen können.
Wer das mit etwas mehr Zahlen nachvollziehen möchte, schaue z. B. hier nach:
https://www.bauerwilli.com/landwirtschaft-ist-oekonomisch-bunt/
Mich würde interessieren, wie viele hier nur den Artikel gelesen haben, sich aber gar nicht die ganze Sendung angeschaut haben, aus der die Aussage stammt. Dort ist nämlich genau von Vielfalt die Rede.
Missverständlich für das nichtlandwirtschaftliche Publikum war halt, dass er zu dem – plakativ untertriebenen – 1 Monat Arbeit nicht dazugesagt hat, dass da auch entsprechend wenig Gewinn herausschaut.
Andere Zitate aus dem Film: „Ich glaube, Landwirtschaft hat sich immer angepasst, muss sich immer anpassen. Wir arbeiten mit der Natur, wir arbeiten in der Natur, das Klima ändert sich gerade, die Einkaufsgewohnheiten von Menschen ändern sich, die Ernährungsgewohnheiten von Menschen ändern sich … Und ich glaub, dass in Zukunft das Bewusstsein steigt, vor allem auch der Druck von den Konsumenten steigt, die da eine gewisse Erwartung haben. Und da sind wir schon sehr im Schaufenster in der Landwirtschaft, und da sind wir schon massiv gefordert, es mit dem Konsumenten nicht zu verscherzen. Es bleibt nur die Chance, regionale Wertschöpfung , Nachhaltigkeit und all diese jetzt aktuellen Themen zu leben“ Fischler: „Heute noch ist es das Ziel, nachhaltig zu produzieren, nur wird oft missverstanden, was das heißt. Weil Nachhaltigkeit heißt nicht, einfach grüner produzieren oder Bio, sondern Nachhaltigkeit in ihrem Kern ist der Versuch, eine Balance zu entwickeln zwischen der Ökonomie, der Ökologie und der sozialen Verantwortung.“ Etc. Und aus dem ganzen Film wird nur eine Satz herausgegriffen, über den man sich aufregen kann.
„Weil Nachhaltigkeit heißt nicht, einfach grüner produzieren oder Bio, sondern Nachhaltigkeit in ihrem Kern ist der Versuch, eine Balance zu entwickeln zwischen der Ökonomie, der Ökologie und der sozialen Verantwortung.“
Solche Allgemeinplätze müssen dann mit konkreten Aktionen, Forderungen, Zahlen, politischen Zielen, usw. gefasst werden und gesamtgesellschaftliche getragen werden. DAS alles kann ich nicht Mal am Horizont erkennen.
…. und über Allem steht die Ökonomie. „Ohne Moos nix los“.
Schau dir den Film an, da werden die Beispiele gezeigt: moderne Betriebem kein Bullerbü“
Und hier das GANZE Zitat: „Da geht es um die Frage: Wie laste ich eine landwirtschaftliche Arbeitskraft aus? Wie viele Tage ist – also im EXTREMFALL – ein Ackerbauer … der 50 ha groß ist, also der ist deutlich über dem österreichischen Durchschnitt , wie lange im Jahr ist der beschäftigt … bei den Milchbauern ist das schon wieder völlig anders … Und deshalb ist ja auch dieser Druck vorhanden, dass die Bauern sagen: entweder ich muss größer werden, damit sichs wieder ausgeht, oder ich muss in die Nebenerwerbslandwirtschaft, oder ich geb die Landwirtschaft auf“ Ein Bauer: „Ja, für das ist die Landwirtschaft ein bisschen bekannt, dass das Jammern ein Thema ist. Aber das dauernde Jammern, das führt zu nichts, hilft auch nicht, und vor allem: es ist nicht ur für die eigenen Nachkommen, sondern auch für die Gesellschaft ein schlechtes Bild, wenn man da dauernd jammert. In letzter Konsequenz sind wie immer selber verantwortlich, und somit: Dinge, die geändert gehören, müssen wir selber ändern für uns“ … Landwirtschaftslehrer; „In der Landwirtschaftsstrategie der Zukunft geht es auch um Diversifizierung. Das heißt, wir wollen diesen jungen Leuten Perspektiven bieten, was machen wir dann, wenn möglicherweise dieses klassische System nicht funktioniert, und da haben wir natürlich jede Fülle an Pflanzen und auch tierischen Möglichkeiten, und wir die einfach sensibilisieren, dass es auch einfach andere gute, auch finanziell interessante andere Wege gibt.“ … Dass Kühe zu Hochleistungsmaschinen herangezüchtet werden, sei nicht mehr zeitgemäß … Fischler: „längere Nutzungsdauer … vereinfacht das System .. mit dem Futter zurecht kommen, das am Standort wächst … Eiweißfuttermittel aus Übersee …. Stickstoff, den wir letztendlich auch wieder auf die Felder ausbringen müssen … weniger Insekten … öfter gemäht … Wiesen kommen nicht mehr zur Blüte … mehr Mist und Jauche … Rückgang der Artenvielfalt … Böden: in den letzten 60 – 10 Jahren Co2 – Speicher kleiner geworden … Humusgehalt zur Zeit … zwischen 30 und 50% unter dem natürlichen Zustand …“ Bauer: „Es muss für alle einen Nuetzen geben: für den Bauern ALS VEREDELER, und auch für den Konsumenten. Und wenn die Natur auch noch einen Nutzen zieht, dann können wir sagen: das können wir mit gutem Gewissen machen“
Bauer: „Wenn du glaubst, dass du 20 Jahre lang immer dasselbe machen kannst, dann hast du jetzt schob verloren.“ Bäuerin. „Wir Bauern müssen zusammenhelfen … damit wir in Zukunft überleben können“
Elisabeth, ich sehe die Zukunft z.B. eher in solchen Betrieben:
https://www.hof-decker.de
https://www.sandering.com/
Produktionstechnisches Wissen und Ökonomisches know-how sowie eine große Portion Fortune sind dafür schon erforderlich. Wer es mit anderen Mitteln in die Zukunft schafft, der sei beglückwünscht.
Und das haben die vorgestellten Betriebe im Film nicht?
Der Film zeigt nichts Neues, im Gegenteil, Fischler bedient die Narrative der whes-Fraktion (Stichwort Nitrat usw.).
Die Unterschiede in der Betriebsform ist normal und die Nischenkönige können nur bedingt übertragen werden. Fatal finde ich die Botschaft, dass Frauen auf Kleinbetrieben überlebensgähig sein können, wenn nur das Herzblut da sei. Die werden irgendwann eine Familie haben wollen, einen Anspruch an Freizeit und Einkommen usw. Das funktioniert nur, wenn der Ehemann oder -frau dies mitträgt. Ich sehe da schwarz und ich kenne etliche weibliche Betriebsleiterinnen.
Frau Ertl. Ich würde mich freuen, wenn man das Wort “ Jammern “ ein für alle Mal einstampfen würde. Wenn jemand sagt: hier passt es und dort passt es nicht, dann muss man das nicht immer als Jammern bezeichnen. In anderen Bereichen nennt man es beklagen, oder Mißstände aufzeigen wenn etwas nicht rund läuft.
Wenn die Autobauer streiken redet auch niemand von jammern.
Wir sind doch keine Heulsusen, sondern nüchtern rechnende Betriebsleiter.
Dem Handwerk geht es auch nicht besser. Das wird aber ganz anders kommuniziert.
Der Text bringt ja nun keine neuen Erkenntnisse. Alles schon 100 Mal hin und her geredet. Auch der letzte Satz vom Bauern mit den 20 Jahren. Das war immer schon so und wird auch so bleiben. Ich jammer jetzt nicht, ich stelle einfach etwas fest.
„Der Text bringt ja nun keine neuen Erkenntnisse. Alles schon 100 Mal hin und her geredet. Auch der letzte Satz vom Bauern mit den 20 Jahren. Das war immer schon so und wird auch so bleiben. Ich jammer jetzt nicht, ich stelle einfach etwas fest.“
Seh ich ganz genauso…..
Es war ja gut, dass Leute wie Bauer Willi seit 10 Jahren über Landwirtschaft aufklären. Und ich gleube nicht, dass die Tatsache, dass die meisten Konsumenten noch immer zum Billigsten greifen, bedeutet, dass die Anstrengung umsonst war.
In Österreich haben wir momentan die kollektive Klage über steigende Lebensmittelpreise. Die Klagen werden befeuert davon, dass die Lebensmittel in Deutschland billiger sind. Und da findet jetzt eine intensive Fehlersuche statt.
Ich hab in letzter Zeit in Foren hineingeschaut, was die Leute so meinen: An erster Stelle regt der „Österreich-Aufschlag“ auf: dass Großhändler kleine Länder preislich benachteiligen. Da verspricht jetzt die Politk, bei der EU vorstellig zu werden.
Über die höhere Filialdichte als Grund für höhere Preise regt man sich mittlerwiele gar niocht mehr auf, weil manach Filialen daraufhin geschlossen haben, und die Leute sehen, dass ihnen das Lebensqualität nimmt. Sie wollen drei Läden vor Ort haben und die Preise vergleichen. Im Gegenteil bekritteln sie, dass es in Deutschland mehr Ketten gibt. Sie glauben, die höhere Konkurrenz führe zu niedrigeren Preisen (Ich glaub das nicht).
Der zweite große Kritikpunkt sind die hohen Energiekosten. Da ist man mit der Wirtschaft solidarisch, weil man ja selber auch drunter leidet. Das nimmt man nicht den Produzenten, sondern der Politik und den Energiekonzernen übel.
Was ich in keinem einzigen Post gelesen habe, war der Vorwurf, die Bauern würden profitieren (obwohl das für einzelne Branchen im Moment sogar stimmt, v. a. die Rinderhalter) Das hätte vor 10 Jahren noch ganz anders geklungen: Die Bauern intensivieren nur, weil sie geldgierig sind, und so.
Und jetzt sind im letzten Jahr die Preise für Milch und Rindfleisch überproportional gestiegen, und die Leute kaufen mehr und nicht weniger. Weil die Rinderhalter bezüglich Tierwohl sich einen guten Ruf eingehandelt haben.
Was lernen wir daraus: Die Leute akzeptieremn höhere Preise, wenn
a) man ihnen erklären kann, dass sie damit etwas bezahlen, was sie ausdrücklich gewünscht haben (ob Tierwohl, bunte Wiesen oder eine bequeme Filialdichte) und
b) wenn man ihnen dann aber auch die Versuchung erspart, zu etwas Billigem greifen zu können. Denn in der Masse ist der Mensch auch nur eine Schafherde, die gerannt kommt, wenn das Leckerli im Kübel scheppert. Da kann so ein Schaf hundertmal die Erfahrung gemacht haben, dass es seine Gier mit vorübergehender Gefangenschaft bezahlt, über die dann gemeckert wird.
Und das muss die Politik erkennen, und wir können dazu etwas beitragen.
Die Informationspolitik der bäuerlichen Influencer in den letzten 10 Jahren war erfolgreich, weil sie Verständnis gebracht hat.
Aber auf Dauer geht es nicht nur in eine Richtung. Jetzt ist auch einmal Selbstkritik gefragt fürs Commitment, das macht der Film gut, finde ich.
Die begrenzt verfügbaren und dann auch noch selektiv wahrgenommenen Informationen zum Thema Landwirtschaft und Ernährung bewertet jeder, auch Sie Frau Ertl, vor dem Hintergrund des eigenen Weltbildes und Wertekanons. Nur so ist zu erklären, dass Sie menschliches Verhalten mit dem Verhalten von Schafen vergleichen und von Billigem sprechen, das nach geltendem EU- Recht produziert wurde und den Menschen gar nicht mehr angeboten werden dürfte.
Das kommt mir ziemlich arrogant und erzieherisch vor. Das gefällt mir bei allem auch zu würdigendem Engagement, das Sie an den Tag legen, nicht.
Ich habe immer das Gefühl, es geht um die Schaffung eines Idealbildes des Menschen, walelches unbedingt erreicht werden muss und wofür immer jemand schuldig sein soll, wenn dies nicht erreicht wird oder werden kann.
Menschliche Unvollkommenheit, Schicksal oder einfach der Lauf der Dinge werden nicht akzeptiert.
Elisabeth, es gibt ein Vorbild, ein Beispiel für deine Idealziele. Es ist u.a. die Kondom-Firma Einhorn, welche nicht nur vollumfänglich nachhaltig, sondern auch ohne Gewinnabsichten alle Einnahmen über eine Stiftung an Befürftige verteilen lässt. Die produzieren auch Hygieneartikel für Frauen…..also vollumfänglich nur gut.
Vielleicht noch einmal zu Billig und Preiswert.
Die Anforderungen für Lebensmittelproduktion sind seit Jahren immer weiter gestiegen. Billig wirken die Lebensmittel nur deshalb, weil der Handel sie zum Kundenfang einsetzt und den Preis ständig wie eine Monstranz vor sich herträgt. “ Hier bei uns nur 0,99 cent usw. “ Unsere Lebensmittel sind von der Qualität nicht BILLIG, sie sind PREISWERT. Sie werden nur billig geredet.
Unter Billigprodukt verstehe ich z.B. ein T-Shirt für 3 Euro, das nach der ersten Wäsche keine Form mehr hat und sich die Nähte lösen.
Den einzelnen Menschen vergleiche ich sicher nicht mit einem Schaf. Die Erfahrung zeigt aber, dass es den Citizen/Consumer-Gap tatsächlich gibt, und wie sonst soll man sich den erklären, als mit triebhaftem Handeln, das dem Menschen nun einmal auch eigen ist?
Und es wurde auch auf diesem Blog oft mit Recht bemängelt, dass in der EU Produkte verkauft werden dürfen, die nicht den in der EU geltenden gesetzlichen Vorgaben entsprechen, und daher billiger sein können; dass das nicht fair ist. Stichwort Mercosur.
Ich glaube, dass der Konsument sich darauf verlassen möchte, dass die Produkte, die ihm angeboten werden, die von ihm erwarteten Kriterien erfüllen; dass ihm nicht mit einem Lockpreis ein Produkt untergejubelt wird, dessen Produktionsbedingungen er nicht gutheißt. Es haben nun einmal viele Konsumentinnen nicht die Zeit und Energie, vor dem Kauf jedes einzelnen Produktes eine Landwirtschaftsvorlesung zu hören. Da verdienen sie schön langsam auch wieder einmal Verständnis. Ich finde, die Leute haben den Aufklärungsbemühungen der landwirtschaftlichen Influencer in den letzten Jahren erstaunlich viel Interesse entgegen gebracht, das sollte man würdigen.
Zum Thema Qualität ein Bericht auf – agrarheute – ! Reform der Tierhaltungskennzeichnung auch für Importware. Wäre sicher interessant.
Ja, darum ginge es, dann aber auch mit verlässlichen Kontrollen.
@sonnenblume, ja, wäre eine Option. @Elisabeth, ebenfalls ja, aber diese verlässlichen Kontrollen wird es dann nur in D geben – mit den vollumfänglichen Belastungen einer immer weiter „perfektionierten“ Bürokratie.
Ich selbst habe nach dem Abitur 2002 Physik studiert, statt Zuhause einzusteigen, weil damals die „Geiz ist geil“-Mentalität ihren Höhepunkt hatte und unsere Direktvermarktung und die Wochenmärkte jedes Jahr Umsatzrückgänge hinnehmen mussten, nach dem Diplom dann aber doch wieder zurück zur Landwirtschaft, weil sich die Stimmung gewandelt hatte. Danach ging es eigentlich langsam, aber kontinuierlich aufwärts, mit einem absoluten Höhepunkt im ersten Coronajahr. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine, dem Gaspreisschock etc. merkt man aber schon recht deutlich, dass die Kunden wieder mehr aufs Geld schauen. Es wird noch interessant, wie es wird, wenn zunehmende Deindustrialisierung und Wegfall von Arbeitsplätzen durch KI ihren Tribut fordern.
Frau Ertl, mit meinem vorherigen Text waren nicht Sie gemeint. Er bezog sich auf den eingestellten Artikel. Es ist schon ziemlich anstrengend so etwas zu lesen. Vielleicht kann man gemeinsam daran arbeiten dieses Wort zu tilgen.
Es tut mir aufrichtig leid, wenn es anders rübergekommen sein sollte.
Das hab ich schon richtig verstanden, ich hab ja aus dem Film zitiert.
Auch toll Angebote bei Kartoffeln zu hauf ( 1 kg zu 0,40 Eur.) . Da läuft die Direktvermarktung schlecht der Aufwand bis jetzt riesig.Der Ertrag bei den Spargeln durch denn kühlen Mai bescheiden Verunkrautung in den Frühkartoffeln , Drahtwurm auch wieder. Die späten Kartoffelsorten schwer zu ernten nass,warten geht nicht Schneckenschäden . Stunden ohne ende bei den Aussichten.
Ich war am Samstag im Hofladen in der Lüneburger Heide, Belana 2,5kg zu 4,00€…..Nebenan im 2000to- Lager lagen dann die, die für 1,50€/dt in den Handel gehen. Der Verbraucher ist auch ein wenig spookie oder? 😎
Müsste man an Hand der Sorten feststellen welche besser sind wir haben nun zum ersten Mal Rote Kartoffeln gekauft vom Direktvermarkter und diese sind Gut und Frisch und eben nicht aus Ägypten oder von Pfanni.
Was heißt welche besser sind? Belana ist ein Klassiker seit Jahren und ob die Kartoffel direkt aus dem Lager kommt, oder auf dem gleichen Betrieb im Hofladen-Regal liegt ist doch kein Qualitätsunterschied.
P.S: Rote Schale oder rotes Fruchtfleisch? Kartoffeln mit rotem Fruchtfleisch ist für mich ein nogo, da denke ich immer, ich esse eine mehlige Tomate.🤡🦄
Das Aroma ist doch etwas anders
Ein Bekannter von mir importierte mal Markenjeans. Ein Stück im Laden (damals) über 70.- Euro, ein Schiffscontainer voll, etwa 70 – 80 Tausend, Stückpreise unter 3 Euro.
Die auf dem Lager sind vielleicht Stärke- oder Industiekartoffeln
Nein Inga, nein, nein, nein……🙄
2,5kg 4€ nehme ich auch 🙃 Der muss meine Preise abgeguckt haben. (Vermarkten allerdings ausschließlich direkt).
Das heisst also dass ein 86 ha Getreidebaubetrieb ca. 860 Stunden im Jahr arbeitet,
aktuell nichts verdienen kann aber ca. 10.000 € KV Beitrag , 2000 € PV Beitrag,
4000 € Alterskasse und 1500 € / Jahr Berufgenossenschaft zahlen muss.
Das ist doch pervers oder nicht?
Er bringt grob gesagt 20 €/ Arbeitsstunde mit um im Krankheitsfall die Rechnung
womöglich noch zum Großteil selbst bezahlen zu müssen?
Wie lange schauen wir da eigentlich noch zu?
Dann müssten alle Bauern und wie verlangt alle Selbstständigen in die KV und auch RV.
Es ist erstaunlich, dass die LKK ihre Beiträge jetzt nach Standarteinkommen berechnet.
Das Standarteinkomme liegt bei 42.000€ !
Die ist nach Rechnung der LKK bei einem Getreidebaubetrieb mit ca. 33 ha Fläche erreicht!
Ein konv. Landwirt mit 33 ha Getreidefläche verdienet aber genaugenommen kein Geld und ab einer Getreidefläche von 86 ha ist man im Höchstbeitragssatz!
Da läuft doch auch etwas schief und unser schöner Bauernverband hat das noch nicht gemerkt?
Zu deiner Enttäuschung: In Österreich nimmt die Direktvermarktung zu:
https://www.chance-direktvermarktung.at/zahlen-fakten/zukunft.html
Das scheintdie einzige Ueberlebenschance für die bäuerliche Landwirtschaft. Grossproduktion findet anderorts statt. Da können unsere Strukturen nicht mithalten. Siehe Kartoffelsilierung wegen Niedrigpreisen.
Ich bewerte die Situation nicht, ich stelle nur fest. Nicht dass ich hier in eine Ecke gedrängt werde wo ich nicht hingehöre.
In der Nähe liegt ein Ort, wo 5 Hofläden nahe beieinander liegen, als der fünfte anfing, gingen bei den anderen die Umsätze zurück. Die Zahl der Hofläden ist auch begrenzt.
Logisch
Kommt aufs Angebot an.
Wurst, Käse, Eier, Milchprodukte
oder
Gemüse, Zwiebeln, Kartoffel
Elisabeth, du musst dazu sagen, wo sie zunimmt. Ich wette mit dir, dass in Niederösterreich, z.B. im Weinviertel die Direktvermarktung nicht zunimmt. In Tirol und der Steiermark ist das logisch, weil strukturbedingt sinnvoll.
Sorry, sollte unter Reinhard Seevers stehen
„Was ich mich frage: Was will Herr Fischler mit dieser stark verkürzten Aussage erreichen?
Cui bono, Herr Fischler?“
So anklägerische Fragen muss BW wohl dem Fischler selbst stellen, in den Kommentaren wird das keiner seriös beantworten können. So dienen sie nur dem Anheizen des Disputs.
Die auch für Außenstehende spannende Frage ist doch eher ob der LW im Beispiel wirklich mit den 10 Stunden / ha (Feld & Verwaltung) hinkommt, oder ob er noch andere betrieblich bedingte Stunden leistet, etwa Instandhaltungen, Veränderungen an der Hardware (Hof und Maschinen)
Machen wir den Umkehrschluß der Fischler Mathematik:
Nur ein Ackerbaubetrieb mit 600 ha hat also genügend Arbeit für die Auslastung von 1 (in Worten: einer) Vollarbeitskraft.
Aha.
Stellt sich die Frage ob dann auch nur Betriebe über 600 ha noch Förderungen bekommen sollen, was ja gemäß den EU-Beitrittsphantasien für die Ukraine die Richtung vorgeben würde. Und ob damit gleichzeitig alle unter 600 ha zu Hobbybetrieben erklärt werden, die halt irgendwas an Förderungen bekommen um die Freizeitgesellschaft zu bedienen.
Warum Förderung wofür?
Weiter ging Fischler darauf ein, dass es auch künftig eine Förderung brauchen werde. „Die Frage ist, wie vernünftig ist die Förderung?“, fragte er.
Was immer er mit „Förderung“ meint.
Dem aktuellen Diskussionsstand folgend, würde ich annehmen, daß man sich die „Förderungen“ der über 600 ha Betriebe einspart, um sie in den zur Rede stehenden einen großen Gesamttopf zu packen, aus dem dann die Verteidigungskosten vermutlich künftig entnommen werden. Und die unter 600 ha bekommen halt dann gesellschaftsadäquate Peanuts, wie etwa eine Radwegefreihaltungsprämie oder eine Fußgänger-Blumenschnupper-Anlagenzuschuß oder eine Potemkin-Prämie für das Aufstellen von einer Kuh oder einem Schaf neben frequentierten Joggingwegen.
Hundekakkeentfernungsprämie haste vergessen. 😎☺️
Baden-Baden will alle Entsorgungsstationen für die Hinterlassungen von Hunden abbauen, nein, nicht in der Stadt, sondern auf der Feldflur. Die Grundstücksbesitzer sollen meiner Meinung nach, froh sein, dass die für den Hundedung nicht noch bezahlen müssen.:-(
Balmann sagt, die kleinen gehören weg. Und Wolfgang Suske von der NGO (!) Renaturierungsgesetz sagt das auch: Die kleinen müssen ihr Geld mit einem Nebenberuf verdienen, sie kriegen für die Renaturierung nicht genug.
https://www.youtube.com/watch?v=2Jd9TrHG7BU
(ab MInute 45)
Agrarindustrie und NGO Hand in Hand. Ob die 82% der Bevölkerung, die Renaturierung wollen, das wissen?
Jetzt müssen wir nur wieder definieren, wer oder was „klein“ ist….das wird wieder lustig.
Die Konkurrenz schläft nicht….los raus aus den Federn! 👉
https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/ausl%C3%A4ndische-investoren-kaufen-in-deutschland-riesige-agrarfl%C3%A4chen-politik-reagiert-nicht/ar-AA1N6S9Q?ocid=msedgntp&pc=NMTS&cvid=68d250e1efac4a3c9539ac9eaa0a6d1e&ei=8
„Des Ersten Tod, des Zweiten Not, des Dritten Brot“
Der Spruch für die Moorbauern des 19. Jahrhunderts ist wohl universell gültig.
Richtig, nicht nur für Moorbauern gilt der Spruch.
Also ein Betrieb ist sowohl volkswirtschaftlich als auch ökologisch sehr wertvoll.
Jeder wurde über mehrerer Generstionen auf- und umgebaut.
Er ist also nicht einfach so mit einem Arbeitsplatz in der Industrie vergleichbar.
Er hat eine ganz andere Lebenserfahrung und die darf von den einfachen Industriearbeitern nicht abgewertet werden, nur weil die ihr Geld leichter verdienen und mehr Freizeit haben.
Mein Ackerbau Nachbar mit 2200 ha will keine Zusammenarbeit mit einem Milchviehhalter.
Oh, ein neues Aufregerthema mit viel Potential zum bewussten Miss- und Falschverstehen!
Willi kanns nicht lassen!
Was soll der Mist? Genau dieses Thema wird oft nach der Obsternte angesprochen. „Im Winter habt ihr ja keine Arbeit!!“ Und genau hier ist eine sachliche Diskussion und Aufklärung nötig. „Fischlers Monat Arbeit“ ist da nicht hilfreich. Und das MUSS richtig gestellt werden. Dazu komm, dass ein gegeneinader Ausspielen der verschiedenen landwirtschaftlichen Betriebsformen gerne und häufig erfolgreich im politischen Diskurs eingesetzt wird. Also Vorsicht bei der Beurteilung von Notwendigkeit und Wirksamkeit der Diskussion.
Sehen Sie, genau das ist das Mißverstehen. Fischler hat nicht die Obstbauern adressiert.
Es betrifft aber alle. Und das ist das Missverständnis. Viehhalter haben das ganze Jahr Arbeit im Stall, was für Menschen außerhalb der LW klar ist. Aber nach der Ernte (ohne Vieh) ist Urlaub angesagt – im Ackerbau noch deutlicher und Fischler hat dann noch seine eigene (pauschal minimierte) Berechnung mit zu geringem AKh-Bedarf pro ha und insgesamt pro Betrieb, um dem Städter (und dem Großteil der Wähler) deutlich vor Augen zu führen, dass da im Ackerbau etwas „schief“ läuft. So beeinflusst man mit einfachen Mitteln den Mainstream. Das meine ich. Und so diskutiert man mittlerweile in allen Bereichen in D. Es ist zum Haareraufen.
Wer über Landwirtschaft diskutiert, redet so, als wenn er über die gesamte Handwerkerschaft diskutiert. Die Vielfalt und Komplexität der Landwirtschaft ist sogar noch viel größer, weil die Standortbesonderheiten dazu kommen.
so ist es
Dass Missverständnis?
Selbst wenn die Zahlen Anlass zur Diskussion geben bleibt der Fakt, dass der Landwirt in Fischlers Beispiel neben arbeitsintensiven Zeiten auf weniger arbeitsintensive hat.
Vulgo: Das alte Bild des Bäuerleins, dass im Sommer von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang rackert und im Winter hinterm Ofen hockt.
Dann disktieren Sie doch bitte sachlich und stellen ihre Arbeitszeiten und -inhalte über den Jahresverlauf dar, statt zu tönen „Was soll der Mist?.
Herr Schubert, sie gehören auch zu den Leuten, die meinen, dass Bauern im Winter „hinterm Ofen hocken“ (alternativ arbeitsscheu und hinterm Mond leben). Diese Zeiten sind schon sehr lange vorbei. Die 60 Stundenwoche ist Standard und auch notwendig, um zurecht zu kommen. In der Vegetationszeit mehr und im Winter selbstverständlich weniger, um dann die Maschinen und das Büro fit zu machen für die kommende Saison. Unsachlichkeit ist „Sache“ des Herrn Fischler. Er sollte zunächst seine Zahlen in Ordnung bringen. Und mit „Mist“ habe ich schon ein sehr diplomatisches Wort gewählt. Hätte es auch sehr viel krasser ausdrücken können.
Wenn SIE schon klugscheißern, dann darf ich als einfaches Bäuerlein das wohl auch:
Das Missverständnis! (nicht dass…), sonst tut es nicht nur in den Ohren sondern auch in den Augen weh, wie bei Ihnen auch.
Welche Themen stellen Sie denn in Ihrem Blog ein. Würde mich interessieren stellen sie einen link ein gegenfalls kann man dort dann auch kommentieren
Hier wird die Ungerechtigkeit der Ausgleichszahlungen sichtbar.
Der Bauer= Ackerbau oder Milchviehbauer.
Der Ackerbauer bekommt für seinen Betrieb mit 50 ha Summe X Ausgleichszahlungen.
Er baut auf seinem Betrieb wenig Lebensmittel an.
Es fallen Rübenmelasse, Futterweizen, Rabskuchen
und andere Futtermittel an..
Dr Ackerbauer mit wenig Arbeit ist auf die Arbeit der Viehhalter angewiesen.
Der Milchviehhalter mit 50 ha und 80 Kühe bekommt die gleiche Summe X Ausgleichszahlungen. Aber alleine die 80 Kühe mit Jungvieh ist eine voll AK.
Er produziert mit Milch und Fleisch nur Lebensmittel und seinen Ackerbau braucht er um die Lebensmittel zu erzeugen.
Zusätzlich hat der Milchviehbauer noch Kontrollen vom Veterinäraemt und Gesundheitsamt.
Bei vergehen werden ihm von den Ausgleichszahlungen auch noch Gelder abgezogen.
An den Ausgleichszahlungen sollte sich schleunigst etwas ändern oder abschaffen.
Und da ist sie wieder: die Ellbogenhaltung der deutschen Bauern: Jeder gegen jeden, nur ja nicht zusammenarbeiten.
Frau Ertl, Nünning und Kemetbauer haben eine Meinung. Und Sie schliessen sofort daraus, dass ALLE deutschen Bauern „Jeder gegen Jeden“ arbeiten. Das ist schlicht und einfach so nicht richtig. Diejenigen, welche miteinander arbeiten und nicht „neiden“, weil sie von irgendwelchen Nichtlandwirten aufeinander los gehetzt werden, werden sich hier im Blog weniger melden. Denn für die meisten Landwirte ist zusammenarbeiten normal, das müssen sie nicht immer wieder extra erwähnen.
Andere sind es einfach leid, immer und immer wieder dasselbe zu schreiben und dann sogar eigentlich „überaus gebildete, langjährige Blogteilnehmer“ im Rücken zu haben… ihre Nerven können diese Diskussionen nicht mehr aushalten, nicht weil der Blog schwierig ist, sondern weil bei denen auf dem Hof gerade nicht so gute Stimmung ist.
Natürlich müssen und wollen die Ackerbauern mit den Nutztierhaltern zusammmenarbeiten, ein schlechtes Erntejahr, und die Ernte wird zu Futter verarbeitet. Auch puffern die Tierhalter die „ganz schlechten“ Preise wegen Importen aus dem EU-Ausland etwas ab. Die ganzen Zwischenfrüchte können als Grünfutter für Betonkuh oder Milchkuh verkauft werden und dafür kommen Gärreste oder Gülle zurück auf den Acker.
Viele Kinder von den kleinen (unter 100 ha) Höfen lernen Landwirt – bei uns in BW sind die Klassen voll wie nie. Und dann arbeiten sie zu einem guten Lohn auf einem schönen, grossen Betrieb. Das ist der Lauf der Dinge.
Schinderballen.. bestimmt kennen Sie die Dinger ?
Schinderhöfe… sehr emotional… mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass sich die „Landschaft“ durch den Wegfall von Weidebetrieben gross ändert. Um uns herum fuhrwerken nur noch grosse Betriebe und Biogasler, die mähen „die Mitte“ und der Rest wird mit einem Riesenmulcher weg gemacht, samt Gebüsch und Waldrand..
Der macht mit seinen Maschinen in einer halben Stunde so viel, wie ich in drei Tagen.
@AN
Leider kann man immer nur einen Daumen vergeben. Volle Zustimmung!
Ähm… Weizen, Roggen, Hafer, Gerste sind keine Lebensmittel?
Die Aussage ist aus dem Zusammenhang gerissen. Die Sendung ist ein Plädoyer für eine standortgerechte Landwirtschaft, gewissermaßen das österreichische Nachfolgemodell der alten überholten Biolandwirtschaft. Ich finde die Sendung sehr gut!
https://on.orf.at/video/14291316/erlebnis-oesterreich-landwirtschaft-neu-gedacht
Fischler hat sich verrechnet und ist als einer, der GAR NICHTS mehr arbeitet, seinen Kollegen unfair in den Rücken gefallen.
Das Thema führt aber genau auf das hin, was Marian gestern angesprochen hat: Auch wenn der Ackerbauer nicht das ganze Jahr arbeitet, braucht er Einkommen fürs ganze Jahr, weil er ja Maschinen kaufen, betreiben und warten muss. Das Geld, das in dieser Landwirtschaft verdient wird, teilt sich halt jetzt auf auf den Bauern, aber auch auf jene, welche die Rohstoffe für den Maschinenbau bereitstellen, auf die Maschinenbaufirmen, auf die Reparaturwerkstätten und auf die Kraftstofferzeugung. Und wir wundern uns, warum wir trotz der Mechanisierung und des immer überbordenderen Energieverbrauchs noch immer so viel arbeiten müssen. Es gilt einmal innezuhalten und sich zu fragen, was wir da falsch verstanden haben. Und das wird in der Sendung auch angesprochen.
Was Fischler vermutlich sagen wollte: Ein Ackerbauer hat genügend Zeit, um seine Zeit auch in eine nachhaltigere Form der Landwirtschaft zu stecken. Nur: Wenn der Nebenerwerbslandwirt jetzt seine Zeit nutzt, um in einem anderen Beruf das nötige Geld zu verdienen, um finanziell zu überleben, dann wird man ihn für diese Nachhaltigkeitsdienstleistungen eben auch bezahlen müssen. Es kommt in dem Interview so rüber, als ob man den Bauern einfach einspannen kann, weil er eh nichts zu tun hat.
„Und wir wundern uns, warum wir trotz der Mechanisierung und des immer überbordenden Energieverbrauchs noch immer so viel arbeiten müssen. Es gilt einmal innezuhalten und sich zu fragen, was wir da falsch verstanden haben.“
DAS ist mir zu allgemein. Was ist viel arbeiten? Wer muss viel arbeiten? Ich habe Kunden, die haben ihren Betrieb so organisiert und aufgestellt, dass sie zweimal jährlich in Urlaub fahren, mehrere Mietshäuser besitzen, Anteile an Windparks, Biogasanlagen etc.
Meine Eltern haben viel gearbeitet. Wir sind als Familie NIE Essen gegangen, waren NIE im Urlaub, mussten immer als Familie insgesamt auf dem Hof arbeiten (8 Personen) DAS war viel arbeiten. Heute macht mein Bruder mit seiner Frau und einigen Hilfskräften (u.a. meine Person) eine Direktvermarktung und Ackerbau für die Fruchtfolge. Er muss viel arbeiten, ich sehe aber nicht, dass etwas FALSCH gelaufen sein soll.
Ich glaube, dass auch hier wieder eine Verallgemeinerung greifen soll, um eine Systemfrage von links zu lancieren.
Wohl die wenigsten Betriebsleiter kommen mit 8 Stunden pro Hektar und Jahr zurecht.
Wieviel Arbeit wird dabei outgesourct, mal ganz abgesehen von den Familieneinsatzzeiten, die ohnedies für umme sind.
Der Fischlersche Musterbetrieb funktioniert dann, wenn Bewirtschafter und Eigentümer in der gleichen Person vereint sind.
Der entscheidendste Faktor ist im Übrigen die Bodengüte, auf der geackert wird. Bei 30 Bodenpunkten, auf Sandbüchsen, geht die Arbeitserledigung bestimmt noch schneller vonstatten. Positiv für den dortigen Arbeitsaufwand, schlecht fürs (Über-)Leben der Menschlein.
…
Die Preise für Produkte zur Wärmeenergieerzeugung ziehen aktuell übrigens an, für Holzhackschnitzel steht lt. Nachrichten eine Preissteigerung von bis zu 20% in Erwartung. Wer seine 50 Hektar zumindest anteilig so vermarktet, hat Chancen im landwirtschaftlichen Preiskampf zu überleben, mit ausschließlicher Nahrungsmittelerzeugung einer einfachen Mähdruschfolge sicherlich nicht….
Ja, man muss heute schon sehr gut überlegen, wie man sich bettet!
Setzt Fischler auf eine Trendumkehr der Hobbybauern; …denn Hobby darf bekanntlich ja Geld kosten!?
Er kennt wohl augenscheinlich seine perfiden Sackgassen im zeitlichen Verlauf nicht, in die seine Agrarpolitik stringent mündete!? Viele unserer neuzeitlichen Feudalherrschaften haben ihr angestammtes Land in Richtung Brüssel verlassen, wird uns glauben gemacht. Tatsächlich aber scharen sich unsere Quälgeister aus den verschiedensten Lagern in unmittelbarer Nähe direkt um jeden Bauernhof. Eine kreative Geißelung ist heute kaum mehr zu toppen…, möchte man zumindest annehmen!
UWW, und wenn es 12 Stunden pro Hektar wären (!), gilt die Aussage immer noch. Wenn wir 10 ha Raps spritzen dauert das etwa 0,4 Stunden/ha. Und da ist das Spritzmittel holen schon drin.
Wir sollten uns nicht selbst belügen. Was macht ein Ackerbauer von November bis Ende Februar? Anhänger anstreichen…?
Was Fischler sagen wollte: Man kann Nebenerwerbslandwirt werden und das fehlende Geld in einem anderen Beruf verdienen, oder man hebt seinen Hintern und geht über die reine Urproduktion hinaus, macht sich mit Veredelung von den vielen Zwischenverdienern unabhängiger, hebt damit auch sein Image in der Öffentlichkeit und ist gezwungen, mit anderen zusammen zu arbeiten, wodurch die Solidarität gestärkt wird.
Früher galt der Spruch: Im Winter scheuern sich die Ackerbauern die Strümpfe am Ofen durch.
🤡😎
Wenn man im Winter zu Beratungsterminen in die Hildesheimer Börde musste, musste man damit rechnen, dass der Hofherr einen bereits auf der Freitreppe erwartete und bei 3 Minuten Verspätung auf die Uhr zeigte……das waren noch Zeiten.
Stimmt. Fangt mit Sauen an und das Freizeitproblem ist gelöst.
Bei einem Deckungsbeitrag von ca. 500,00/ha Weizen und 430,00 Euro/ha Mais kannst du dir aber ausrechnen, dass dieser Bauer nicht einmal die Farbe für den Anhänger übrig hat. Von den 25.000,00 Betriebseinnahmen müssen noch die Fixkosten gestemmt werden. Da verdient ein Hilfsarbeiter wohl mehr. Dieser Bauer ist zum Nebenerwerb schon rein finanziell gezwungen. Ich würde sagen, für diesen Bauern mit den 50ha ist der Betrieb nur Ballast!
Die Deckungsbeiträge sind der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen in Österreich entnommen. Sie sind also wasserdicht.
Ja, lieber Willi, da hast du jetzt selbstverschuldet in ein Wespennest gestochen:
Selbstredend verbringe ich als Ackerbauer in den Wintermonaten sehr viel Zeit vor dem PC und gleichermaßen in meiner Werkstatt zwecks Instandsetzung der umfangreichen Technik (mit gründlichem Hängerstreichen übrigens auch) und insbesondere immer wieder einer Neuausrichtung meiner technischen Bedürfnisse.
Auf unserem Betrieb ist nicht eine Maschine im Originalzustand aktiv, alle wurden bedarfsgerecht für unsere Ansprüche adaptiert. – Die Digitalisierung unseres Betriebes nahm übrigens mehrere Winter in Anspruch. Meine Technikaffinität befähigt mich, einen PC zu zerlegen und angepasst an meine Bedürfnisse wieder zusammenzubauen.
Als wir beide unsere Ausbildung an den Hochschulen absolviert haben, konnte niemand etwas mit GIS anfangen. Autark habe ich mich in diesem Umfeld fortgebildet und mein Wissen erweitert. Komplettiert durch den Einsatz von Drohnentechnik betreibe ich seit 2015 eine eigene RTK-Station. Wir setzen auf unseren Schleppern TRIMPLE ein mit Reibemotoren, eine für uns bewährte Technologie, die wir allesamt selbst verkabelt haben.
Sehr viel Zeit habe ich im übrigen den Frequenzumrichtern für die E-Motorentechnik gewidmet, ein förmlicher Quantensprung in unserem Betrieb.
Mehrere Schweißapparate halte ich in unserer Werkstatt vor für autogenes Schweißen, Schutzgas- sowie Elektrodenschweißgeräte, ich habe mir einen Plasmaschneider angeschafft, mein „Lieblingsspielzeug“ ist die Drehbank. Aus alten, bereits für die Entsorgung gedachte Ersatzteilspender habe ich selbst schon neue Technik konzipiert, die bis heute noch im Einsatz ist…
Ein Augenmerk habe ich auch der Pflanzenöltechnologie geschenkt, …sowie noch vielen anderen wertvollen „Spielereien“, die hier jetzt allerdings den Rahmen sprengten.
Eigentlich müssten wir unsere Produktion in die Antarktis verlegen, damit die alljährlichen Winter auch lang genug sind! 🙂
Was ich an dieser Stelle ernsthaft einfordere:
Wir müssen endlich weitaus mehr Schul-, insbesondere Hochschulwissen ohne Zwischenwirte auf den Acker, in unsere Ställe, transferieren und sodann auch ernten können. Genau DAS(!) geht zunehmend vollkommen verlustig, mündet sukzessive im Ruin sehr vieler freigeistiger Einzelkämpfer auf unseren Höfen.
Bauern sind Schaffer, Macher, …so man sie denn ließe.
Ein Relativieren, Schlechtreden solcher „Geberqualitäten“ ist für meine Begriffe an dieser Stelle mehr als unangebracht, lieber Willi. Wir brauchen kein verhöhnendes Gelächter sondern weit eher begeisterungsfähige Mutmacher, die diese Bauernspezies, eigenwillig wie sie sind, so zu nehmen u. wertzuschätzen.
Eine „Seevers-Bauernschaft“ in Parallelwelten, die auf Zukunft bauen kann und WILL(!?)… 🙂
Gehe ich richtig in der Annahme, dass die RTK-Station vor vielen Jahren im Profi vorgestellt wurde? Sehr spannend.
Für unseren Betrieb reicht die angebotene Technik. Aber eine Anpassung der Maschinen und im Betrieb entsprechende Elektrotechnik incl. entsprechende Werkstatt ist für uns wertvoll und praktisch.
Aber man muss diese Arbeit wollen und können. Nicht jeder ist so Technikaffien.
Alter weißer Mann möchte noch einmal gesehen und gehört werden. Außerdem ist er als ehem. Milchbauer immer schon neidisch auf die Ackerbauern gewesen, denke ich.
Seine etwas schnoddrige Art mochte ich nie. Hier ein visueller Beitrag, in dem er sagt, er hätte mit seiner Politik, Österreich zum Feinkostladen Europas gemacht.
https://youtu.be/8fV6IIA-DYo?si=zRt5oSh6bwjbANf2
Österreich ist der Feinkostladen. Nicht zuletzt wegen der höheren Bio-Qualität. Und positive Nebeneffekte wird’s schon haben. Wenn ich mir so ein Mais-Feuerbohenfeld ansehe, also da kann niemand mehr von Monokultur sprechen. Bauernbashing ist von vorneherein ausgeschlossen.
Sie sind wohl wenig Cross-Compliance-affin!?
Wer im Wechsel eine Reihe Mais und Sonnenblumen ausbringt, hat mit welchen Konsequenzen zu rechnen, wenn eine solche „Eigenmächtigkeit“ Einzug in seinen Förderantrag hält…!?
Fast unmöglich nämlich, Mischkulturen hinreichend zu kontrollieren.
Alles was dafür spräche, wird von zwei Seiten torpediert:
– von Seiten der Politik,
– seitens unserer aufnehmenden Hände.
Dabei wäre eine thermische bzw. Methannutzung selbigen Aufwuchses problemlos möglich, aber niemand will DAS(!) ganz legitim erlauben.
Ich habe eher den Eindruck, Fischler bereitet den Boden für die Abschaffung von EU-Gelder für die Landwirtschaft und bringt durch diese Aussage einen Sozialneidfaktor ins Spiel. Seht her, die Bauern bekommen auch noch Staatsknete vom Steuerzahler, gleichzeitig schimpfen sie auf diejenigen, die von staatlicher Hilfe abhängig sind.
P.s. Didier, wie war das nochmal mit Monokultur versus Reinkultur?
Ach Herr Severs, dass viele kleine Betriebe heute eher Beschäftigungsmodelle als Wirtschaftseinheiten sind, dürfte auch Ihnen nicht entgangen sein. Bleibt die Frage, ob wir uns diese Höfe oder sollte ich besser sagen Hobbyauslebungsstätten zukünftig noch leisten können, bzw. wollen. Viele Zeitgenossen beschweren sich über die Bürgergeldpraxis hier in D. Ist die Basisprämie/Flächenförderung etwas anderes? Die Förderung sollte zukünftig an das Erreichen von Zielen geknüpft werden und nicht dem Erhalt von eh nicht mehr wirtschaftlichen Betrieben dienen. Über die Definition der Ziele, wird man streiten können.
Bin ganz bei Ihnen! Ich empfinde dennoch die Art, wie Fischler kommuniziert als Sozialneid-Schüren. Meinetwegen können alle Subventionen weg. Es werden aber ganz viele „bäuerliche“ und andere „heimatschützende“ Initiativen dagegen ankämpfen, weil das Weltbild deutschen Bauerntum in Frage steht. Wir sind ein Volk, dass sich über eine merkwürdige Mischung aus Romantik und Vielfalt definiert und damit den roten Faden verloren hat.
Diese Entwicklung zum Feinkostladen war die einzige Möglichkeit, wie die Landwirtschaft nach dem EU – Beitritt noch überleben konnte. Dafür wurde die AMA geschaffen. Die steht jetzt im eigenen Land in der Kritik, weil sie sich zu lange auf den eigenen Lorbeeren ausgeruht hat. Die ursprünglich strengeren Vorgaben, beispielsweise beim Tierwohl, sind mittlerweile EU – Norm. Und der Filmbeitrag zeigt eben, was Überleben kleiner strukturierter Betriebe jetzt erfordert: in die Verarbeitung gehen und mit viel Experimentieren eben immer höhere Qualität produzieren. Viele liefern dann nach Deutschland und nehmen euch das Geschäft weg, und jetzt habt ihr wieder eure beliebte Ausrede, dass es für so etwas in D. eh keinen Markt gibt. Ein circulus vitiosus.
Elisabeth, es ist eine Frage der Zeit, wann die klein strukturierten Betriebe die Segel streichen werden. Spätestens beim Generationswechsel, oder wenn der Piefke kein Geld mehr hat, um Feinkost ala Austria zu kaufen.
Aber ich will dir nicht die Hoffnung nehmen…..es ist ja das letzte, was man aufgeben soll.
Fischler war kein Milchviehhalter sondern vor seiner Berufung zum EU-Kommissar m. W. Leiter der Landwirtschaftskammer Tirol in Innsbruck.
Her Krämer:
„Franz Fischler hatte bereits in jungen Jahren Erfahrung mit der Landwirtschaft. Mit 14 Jahren bestellte er zusammen mit seiner Großmutter den Kleinbauernhof auf dem er mit fünf jüngeren Brüdern aufwuchs. Nach seiner Promotion zum Dr. rer. nat. oec. an der Universität für Bodenkultur in Wien kehrte er 1979 gemeinsam mit seiner Frau Heidi, die er während des Studiums kennen gelernt hatte, in seine Heimat Tirol zurück. Dort war er an der Landeslandwirtschaftskammer zunächst als Direktionsassistent und ab 1985 als Direktor tätig. „
Hier schildert er seinen Werdegang – ab Minute 9:
https://www.youtube.com/watch?v=8fV6IIA-DYo