Bauer Willi
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Ferkelkastration

Ich habe von einem Leser (Ferkelerzeuger) die Frage gestellt bekommen, warum ich mich nicht so häufig über Nutztierhaltung und im Speziellen zum Thema Ferkelkastration äußere. Ich habe auf diese Mail wie folgt geantwortet: ( und an einigen Stellen noch ergänzt)

Lieber C.

Das Thema Vieh und im Speziellen Schweine haben wir schon auf dem Schirm. Hier einmal zwei Beispiele:

https://www.bauerwilli.com/tierhaltung-wissen-emotionen-strategien/

https://www.bauerwilli.com/ich-verstehe-es-nicht/

Im Januar wurden drei Videos mit Prof. Blaha (Tierärztliche Vereinigung) und mir veröffentlicht, die aber kaum beachtet wurde. Eine Serie zur Geflügelhaltung gab es im letzten Jahr und das Thema Milch haben wir auch in vielen Beiträgen thematisiert.  Was im Speziellen die Ferkelkastration angeht, so habe ich da in den letzten Wochen viele Hintergrundgespräche geführt. Was mir dabei aufgefallen ist, ist die hohe Sensibilität, oder besser noch, Aggressivität bei den Schweinehaltern (Ferkelerzeuger und Mäster). Selten habe ich ein so starres Verhalten erlebt, was mögliche Kompromisse angeht. Da beharrt jeder auf seinem Standpunkt oder macht, wie im zweiten Artikel, sogar andere Varianten schlecht.

Dabei ist die Lösung aus meiner Sicht relativ einfach: alle Lösungen haben ihr Gutes aber auch Nachteile. Deshalb sollten “alle Bälle im Spiel bleiben” und kein Verfahren als das allein seligmachende erklärt werden. Dass die Verbände auf dem 4. Weg beharren, wird das Problem nicht lösen und derzeit sieht es ja auch so aus, als würde der auch nicht weiter diskutiert.

Wir Bauern machen speziell beim Thema Kastration meiner Meinung nach einen Fehler: Wir sehen es aus unserer Brille und nicht aus der Sicht des Verbrauchers. Der möchte nicht, dass an einem Tier “rumgeschnibbelt” wird und das ist sowohl bei Isofluran (was ja kaum einer der Experten für richtig hält) als auch bei der Schmerzausschaltung vor dem Eingriff der Fall. Von daher sehe ich durchaus eine machbare Lösung, wenn man bei dem Verfahren des Immunokastration sowohl den Handel mit ins Boot holt (einige sind schon drin), als auch die Tierschützer (die sich meist auch für Improvac aussprechen, wenn sie das auch nur sehr verhalten tun). In der Bio-Szene wird meines Wissens Immunokastration schon praktiziert und das Fleisch ist im Laden zu kaufen. Wenn man dann aber von Seiten unserer Verbände im Falle Improvac von “Hormonfleisch” redet, ist das kontraproduktiv.

Wie Du siehst, sehe ich das Thema aus der Sicht, was medial einfacher zu vermitteln ist. Ich bin ja kein Experte für Schweine. Vielleicht schaust Du Dir auch mal die Videos mit Prof. Blaha an. (Im Blog nach “Blaha” suchen. Suchzeile ist oben rechts, auf die Lupe klicken), er äußert sich ähnlich. Und ganz aktuell auch das Friedrich-Loeffler-Institut.

https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00016429/FLI-Empfehlungen_Impfung-gegen-Ebergeruch_20180921.pdf

Ich weiß, Du wirst mir jetzt möglicherweise erklären, dass Immunokastration nicht geht. Da bin ich anderer Meinung. Wie es gehen kann, habe ich oben erläutert. Es wird auch von Prof. Blaha in einem der Videos näher beschrieben.

Aber es gibt auch einen weiteren Grund, warum ich das Thema nicht offensiver angehe. Mir ist auf einen Vorschlag, den ich einem sehr großen Ferkelerzeuger mal gemacht habe, schriftlich mitgeteilt worden, dass er mich öffentlich zu einem (Zitat) Vollidioten erklärt, wenn ich diesen Vorschlag (den ich mit ihm nur im Vorfeld abstimmen wollte, weil ich ja kein Experte bin) tatsächlich als Beitrag bringen würde. Dieser Mensch ist ein Berufskollege von uns!! Logisch, dass ich den Beitrag nicht gebracht habe.

Seit diesem Ereignis ist meine “Begeisterung” für dieses Thema deutlich abgekühlt. Und noch mal: ich bin nicht von irgendwem gekauft (der Vorwurf wird ja uns Bauern immer gerne gemacht) sondern sehe nur ganz nüchtern, was – bei allen Schwierigkeiten – die meiste Aussicht auf Erfolg hat und was sich vermitteln lässt. Ich verstehe auch nicht, warum sich unsere Verbände nicht rechtzeitig Verbündete ausserhalb der Landwirtschaft gesucht haben. Jetzt scheint mir “das Kind in den Brunnen gefallen” zu sein.

Du darfst mich gerne anrufen, damit wir das Thema weiter diskutieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Bauer Willi

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84 Kommentare

    • sonnenblume sagt

      Das ist das erste Mal, dass ein Politiker die Folgen ausspricht. Verlagerung ins Ausland und nichts mit Stärkung der Familienbetriebe, die können das alles viel besser leisten. Der Mann wird in seiner Einschätzung recht behalten. Bis man die Probleme in Berlin ausdiskutiert hat, ist der Zug abgefahren.
      Aber, gönnen wir unseren europäischen Nachbarn doch einen Bereich, wo wir von ihrem Wohlwollen abhängig sind.

      • Walter Parthon sagt

        Die Landwirtschaft will schmerzlindernde Methoden bei der Ferkelkastration. Es fehlen aber die gesetzlichen Voraussetzugen in Deutschland, um die in unseren Nachbarländern akzeptierten Maßnahmen anwenden zu können.
        Soviel zu EUROPÄISCHEN STANDARDS: Was in Holland und Dänemark richtig ist, das kann in Deutschland keinesfalls akzeptiert werden ? !
        FACHLICHKEIT spielt offensichtlich überhaupt keine Rolle mehr. Von NGOs getriebene Berufsdilletanten der GROKO machen die Zukunft der Landwirtschaft und des Tierschutzes zum unwürdigen Politgezerre.
        Mit diesem Antrag legt unsere FDP – FRAKTION eine faktenbasierte Entscheidungsgrundlage vor. Der Bundestag muss nur noch die notwendigen Entscheidungen treffen

  1. fingerphilosoph sagt

    Ich habe jetzt den Wirkungsmechanismus von Improvac nachgelesen. Das Mittel (von Medikament kann man ja nicht reden, wenn es eine Autoimmunreaktion erzeugt) stimuliert das Immunsystem des Schweins, dass es Antikörper gegen das Gonadotropin-Releasing-Hormon bildet. Dieses im Hypothalamus gebildete GnRH wiederum regt die Produktion von Geschlechtshormonen an, die in der Hypophyse gebildet werden.

    Improvac selber kann sich also durchaus schnell abbauen, was man aber unter Umständen mit dem Fleisch aufnimmt, sind die Antikörper, die vom Immunsystem des Schweins gebildet wurden. Dann muss man also wissen, wie der Mensch auf diese Antikörper reagiert und nicht, wie er auf Improvac reagiert. Im Prinzip sind es diese Antikörper, die eine pharmakologische Prüfung durchlaufen müssen, um zu wissen, wie der menschliche Organismus auf diese Dinger reagiert.

    Und da vermute ich, dass diese Prüfung nicht stattgefunden hat. Das Misstrauen des Verbrauchers ist also durchaus angebracht.

    • fingerphilosoph sagt

      PS: Darauf könnten die Bauern u.U. doch sogar eine Argumentation gegen die bestehende Gesetzgebung aufbauen: Solange nicht nachgewiesen ist, dass die vom Schwein gebildeten Antikörper gegen GnRH für den menschlichen Organismus absolut unbedenklich sind, solange darf Improvac nicht als eine von nur zwei Alternativen dem Schweinezüchter praktisch aufgezwungen werden. Zu berücksichtigen ist sowohl die orale Aufnahme wie die über Blutkontakt, bspw. wenn ein Schlachter, Metzger, Bauer sich verletzt und mit rohem Fleisch oder Schweineblut in Kontakt kommt und so Antikörper ins Blut bekommt.
      Es geht da auch nicht nur um die Frage der Fruchtbarkeit, sondern auch darum, ob diese Antikörper nicht krebserregend sind.

    • Paulus sagt

      @Fingerphilosoph
      Dein Bemühen um Aufklärung in allen Ehren. Für kritische Verbraucher gibt es eine ganz einfache Lösung: lasst die Finger von dem ganzen Zeugs und gut ist!
      Das gilt für Scheine-, Rindfleisch vom deutschen Jungbullen sowie für dieses elende Fleisch gequälter Puten etc. gleichermaßen. Jetzt sage ich noch etwas ganz Schlimmes. Die Proleten fressen alles, während sich bestimmte Verbraucher wählerisch verhalten. Das hat nach meiner Auffassung nichts mit Dekadenz und auch relativ wenig mit dem verfügbaren Einkommen zu tun.
      Bezüglich der Kastration männlicher Ferkel wird ein großes Fass aufgemacht. Wenn ich den hier vertretenen Schweinebauern Glauben schenken darf, ist der betäubungslose Eingriff ganz sicher schmerzhaft, aber nach kurzer Zeit überwunden und vergessen.
      Unsere Bullenkälber werden auch gekniffen um sie anschließend 3 Jahre lang als Weideochsen mit der Herde laufen zu lassen. Die Methode ist relativ einfach und bei dem entscheidenden Schnitt, ohne Betäubung, gibt es weder Gebrüll noch sonst was.

      Entscheidend für das Tierwohl ist nach meiner Auffassung die Zeit des Tierlebens, hier speziell des Schweinelebens, NACH einem solchen Eingriff! Genau das, was ich für das Wichtigste halte, wird in dieser Diskussion leider völlig ausgeblendet.

      • Arnold Krämer sagt

        @Paulus: In der Tat, Schwänze kupieren, kastrieren sind ein “Nebenkriegsschauplatz”.

        (Über das Einziehen von Ohrmarken -je eine in jedes Ohr – spricht man garnicht, dient ja angeblich dem Verbraucherschutz, tut dem Ferkel aber mehr und länger weh als ein Schnitt in den knorpeligen Schwanz (dient dem Schwein!). Man muss nur einmal die kleinen Ferkel längere Zeit beobachten, wie sie ihre äußerst empfindlichen Ohren an den Buchtenwänden reiben).

        Für das Tierwohl ist entscheidend das Leben nach den kurzen Eingriffen: die Stallluft, das Platzangebot, das Beschäftigungsmaterial, Tierbeobachtung mit rechtzeitigem Erkennen von Belastungen jeglicher Art für das Tier, Futter- und Wasserqualität. (komplex im Zusammenspiel, deshalb auch für Außenstehende schwer zu diskutieren und infrage zu stellen).
        Die in der politischen Diskussion nach vorne gestellten Themen sind “Stellvertreterthemen”, um die verhasste “kapitalistische”, “agrarindustrielle”, “tierquälerische” aber hocheffiziente Landwirtschaft mit -zugegebenermaßen auch- Schwächen und “schwarzen Schafen” in ihren Reihen in eine Richtung umzubauen, von der jede der beteiligten Gruppen sehr unterschiedliche (oder auch gar keine) Vorstellungen hat.

  2. Johannes Buchner sagt

    Das Problem liegt doch einzig und allein an dem Gesetz, das 2013 in Kraft getreten ist. Eine Schmerzausschaltung ist nicht möglich. Sogar eine Spritze tut weh. Wieso rudern wir nicht einfach zurück, und ändern das Gesetz auf z. B. “Schmerzminimierung”. Man muss halt eingestehen, dass es ein Fehler war so etwas festzulegen.

    • Arnold Krämer sagt

      Fehler einzugestehen, das fällt deutschen Politikern und Beamten äußerst schwer.
      Bsp. EEG: Wie lange hat es gedauert, bis die Fehlentwicklungen in der Biogasförderung eingestanden und korrigiert wurden. Meines Wissens ist in Österreich sehr schnell eine Kurskorrektur vorgenommen worden, nachdem man die agrarstrukturellen Fehlentwicklungen (Nebenwirkungen? Kollateralschäden?) erkannt hat. In D hat das über 10 Jahre gedauert. Ähnlich wird es jetzt auch mit vielen Regelungen bezüglich der Tierhaltung gehen. Der Familienbetrieb, den man von allen Seiten vorgibt erhalten zu wollen, wird schneller verschwinden als je zuvor in den zurückliegenden Jahrzehnten.

      • sonnenblume sagt

        Wie soll man einen Fehler eingestehen, wenn man sich dessen nicht bewusst ist?
        Wie soll man die Folgen der Regelungen erkennen, wenn man sich auf dem richtigen Weg glaubt? Die Erkenntnis kommt erst, wenn es keine Familienbetriebe mehr gibt. Zumindest was allgemein unter Familienbetrieb verstanden wird.

  3. fingerphilosoph sagt

    @ AdT
    Hallo AdT, falls Du hier mitliest, mal eine Frage an den Experten in Sachen Rechtsfragen.

    Wenn ein Arzt einem Patienten gegen dessen Willen bzw. ohne dessen Einwilligung ein Medikament verabreicht, macht er sich der fahrlässigen Körperverletzung schuldig und damit strafbar. Es gibt natürlich Grenzfälle, die schwierig zu beurteilen sind. Wenn das Medikament dem Patienten aber zudem schadet und der Arzt es trotzdem wissentlich verabreicht, ist der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung meines Wissens auf jeden Fall erfüllt.

    Wie ist das jetzt in diesem Fall mit Improvac unter der Voraussetzung, dass bei der Schlachtung tatsächlich Reste von Improvac in den Lymphknoten, Fett, Leber und Niere nachgewiesen werden können? Macht sich da der Bauer unter Umständen nicht auch der fahrlässigen Körperverletzung schuldig, umso mehr, wenn er weiß, dass Improvac auch beim Menschen auf die Fruchtbarkeit wirkt? Wie wird das gesetzlich gehandhabt? Weißt Du da was drüber? Würde mich sehr interessieren.

    • Brötchen sagt

      Philosoph, kann ich dir beantworten.

      der Impfstoff muss zugelassen sein und wird bei der Zulassung auf Risiken bewertet.
      wir hatten hier die Diskussion schon mal. die wirksamen Stoffe werden innerhalb weniger Stunden abgebaut.
      deshalb keine Wartezeiten.
      eine Impfung funktioniert über das Immunsystem und stösst ein gedächtnis in der immunabwehr an. das Gedächtnis geht verloren, deshalb muss das von Zeit zu Zeit wieder angestossen werden. ist also nicht von einem angeflutetem Pegel eines Wirkstoffes abhängig!
      Antibiotika funktionieren so, du musst da einen Spiegel in der blutbahn halten, um den erreger zu behandeln.
      beim Immunsystem stösst du nur die
      immunabwehr an.
      so habe ich das verstanden.
      die Wirkung ist auch nicht dosisabhängig, soll heissen, du kannst das nicht überdosieren.
      ich impfen meine 20 Küken auch mit einer schluckimpfung, die Dosis reicht für 1000 Hühner.
      1. Impfung am 1 Tag. 2. nach 3- 6 Wochen und die 3. sollte man nach 16 Wochen machen.

      • fingerphilosoph sagt

        Impfstoffe wirken gegen Erreger wie Viren und Bakterien, die im menschlichen Körper Krankheiten verursachen. Das Spektrum reicht von Tetanus über Kinderlähmung bis Grippe usw. Bei den Impfstoffen handelt es sich in der Regel um abgetötete oder abgeschwächte Erreger, die das Immunsystem dazu bringen, Antikörper entweder direkt gegen die Erreger oder von den Erregern ausgeschüttete Toxine zu bilden.

        Es geht bei der Immunokastration aber nicht gegen Viren oder Bakterien, sondern gegen die körpereigene Hormonproduktion des Ebers. Dieser angebliche Impfstoff bringt offenbar das körpereigene Abwehrsystem des Ebers dazu, einen körpereigenen Stoff aus dem Hormonsystem wie ein fremdes, gefährliches Virus bzw. Bakterium zu behandeln. Und da möchte ich nun genau wissen, wie der angebliche Impfstoff vorgeht und welche Immunreaktion in Bezug auf die Hormonproduktion er auslöst. Mit Sicherheit kann man schon mal feststellen, dass der angebliche Stoff keine Immun-, sondern eine Autoimmunreaktion auslöst, also eine Art Allergie, denn er greift definitiv was Körpereigenes an.

        Neben allen anderen offenen Fragen, frage ich mich, was in diesem Fall tatsächlich besser für den Eber ist: ein einmaliger kurzer Schmerz durch chirurgische Kastration oder ein immerwährendes Krankheitsgefühl für die Dauer seines Lebens? Was beim Rheuma verkrüppelte Finger wären in im Fall dieser künstlich ausgelösten Autoimmunkrankheit dann Schrumpfhoden. Und wie die verkrüppelten Finger verursacht der Schrumpfhoden dann vielleicht Dauerschmerzen.

        Impfstoffe haben es an sich, dass sie jahrelang wirken, manchmal sogar lebenslang. Genau das ist ja der Witz bei Impfstoffen!!!
        Wenn dieser Stoff angeblich schon innerhalb weniger Stunden nicht mehr wirkt, handelt es sich doch um keinen Impfstoff.

        Was für Nebenwirkungen hat denn dieser Impfstoff sonst noch außer Schrumpfhoden?

        Wie wird gewährleistet, dass dieser angebliche Impfstoff nach wenigen Stunden tatsächlich hundertprozentig wieder abgebaut ist? Leuchtet mir, ehrlich gesagt, nicht ein. Medikamente, die das körpereigene Abwehrsystem manipulieren, sind alles andere als harmlos.

        Was passiert langfristig mit Ebern, denen man das Mittel spritzt und dann wieder absetzt? Gibt es da Studien? Und mit Menschen? Warum spricht die Ferkelhebamme denn gleich von von “abgeschlossener Familienplanung”, wenn es sich beim Bauern bei versehentlicher Selbstapplikation bloß um ein paar Wochen reversibler Unfruchtbarkeit handeln würde?

        Hat einer von euch Bauern das Mittel denn schon mal freiwillig selbst appliziert, um an sich zu testen, wie es tatsächlich wirkt? Wenn es denn so harmlos ist?

        • fingerphilosoph sagt

          Brötchen, über eins musst Du Dir klar sein: Es gibt in einem lebenden Körper keine scharfen Grenzen. Wenn der Arzt zu Dir sagt, dass Du keinen Krebs hast, dann schwirren trotzdem jede Menge Krebszellen in Deinem Körper herum, die nur nicht über das Maß hinausgehen, ab dem sie diagnostiziert werden können. Zu meiner Zeit betrug dieses Maß ca. 1 Million Krebszellen. Darüber konnte man Krebs feststellen, darunter nicht. Aber jede einzelne von dieser 1 Million Krebszellen kann unter Umständen Krebs auslösen, wenn sie nicht vom Immunsystem in Schach gehalten wird. Einen Krebs zu heilen, heißt, die Zahl der Krebszellen unter die Millionengrenze zu drücken. Es heißt nicht, alle Krebszellen zu beseitigen. So funktioniert das.

  4. Ottmar Ilchmann sagt

    Hier wird sehr engagiert und kontrovers über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kastrationsmethoden diskutiert. Über die Hauptursache der Misere im Schweinesektor, die dauerhaft zu niedrigen Erzeugerpreise, redet niemand. Statt einen aussichtslosen Kampf gegen gesellschaftliche Anforderungen, steigende Auflagen und teilweise geltendes Recht zu führen, sollten sich die Berufsverbände lieber dafür einsetzen, dass höhere Kosten in Folge dieser Auflagen sich auch in höheren Preisen niederschlagen müssen. Ohne aktive Preispolitik gibt es langfristig keine Überlebenschance für bäuerliche Betriebe. Dass kann man auch der Gesellschaft und den Verbrauchern klar machen und sie so zu Verbündeten machen. Die Bauern müssten sich dazu aber deutlich von ihren Partnern in der Wertschöpfungskette distanzieren, deren Hauptinteresse im billigen Rohstoffeinkauf besteht.

    • Arnold Krämer sagt

      1. Welche Gruppen mit welchen Zielen formulieren „gesellschaftliche“ Anforderungen? Ist das Zurückweisen aussichtslos? Liegt das auch an der Unterstützung von falscher Seite?
      2. Ist geltendes Fachrecht nicht Menschenwerk und damit veränderbar? Wenn der Kampf gegen eine unangemessene Güterabwägung bei der Gesetzesformulierung aussichtslos ist, dann macht Interessenvertretung (auch durch die AbL) ja keinen Sinn.

      • Ottmar Ilchmann sagt

        Lieber Herr Krämer, der Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration wurde vor 5 Jahren beschlossen. Vorher wäre Zeit gewesen, Bedenken einzubringen. Ich will da jetzt gar nicht inhaltlich einsteigen, aber glauben Sie wirklich, dieser Beschluss wird noch einmal rückgängig gemacht? Sie haben doch durchaus Erfahrung mit politischen Abläufen und wissen, dass Politiker ein einmal abgehaktes Thema nur ungern wieder aufgreifen. Sinn macht jetzt eine Interessenvertretung, die versucht, die Mehrkosten weiterzugeben, auch im Schulterschluss mit gesellschaftlichen Gruppen. Dafür steht die AbL. Bauernverband und ISN haben die 5 Jahre verstreichen lassen, anscheinend in der Hoffnung darauf, dass der Ausstieg noch einmal zurückgenommen würde. Das war leichtsinnig, und jetzt ist der Katzenjammer groß.

        • Brötchen sagt

          nochmal damals hat die abnehmende Hand gesagt….eber kein Problem….
          erst vor einem Jahr rudern die gewaltig zurück!
          das ist das Problem! bzw. die historische Entwicklung!

          es könnte sein, das plötzlich doch was mit ebern und improvac geht, wenn Ware knapp wird. weiss aber niemand.
          zumal wenn China Fleisch braucht, weil die die ASP nicht in den Griff kriegen.

  5. Ferkelhebamme sagt

    Lieber Bauer Willi, magst du diese Impfung mal selber durchführen? Spätestens beim zweiten Mal, wenn die Eber 80 kg haben und wissen, was eine Spritze ist, ist das kein Spaß. Neben abgegrochenen Nadeln im Schwein ist die Gefahr der versehentlichen Selbstapplikation da nicht ganz unerheblich. Aber du bist mit deiner Familienplanung glaub ich fertig, oder? 😉
    Grundsätzlich: warum sollte ein Mäster den zusätzlichen Arbeitsaufwand und die Mehrkosten auf sich nehmen, wenn er die Möglichkeit hat, noch Kastraten zu beziehen? Wir sind auf dem Weg, dass die deutschen Eberferkel genauso wertlos werden wie Bruderhähne.
    P.S. Auf den Beitrag, der dich als Vollidioten kennzeichnen würde, wäre ich doch jetzt sehr neugierig. So schlimm kann es doch garnicht sein..

    • Bauer Willi sagt

      Ja, ja, immer wieder das Argument der Selbstapplikation. Wenn es um andere Verabreichung von Medikamenten mit der Spritze geht, ist das komischerweise kein Argument.

      Dass die Mäster den einfachsten Weg gehen, ist auch ihrer Sicht verständlich. Solidarisch ist es nicht und es könnte sein, dass sie später mal bereuen, dass sie heute so gedacht haben.

      Ich sage ja auch nicht, dass die verschiedenen Lösungen alle einfach sind. Warum ich únd nicht nur ich aber die Immunokastration aus den verschiedensten Gründen unter den verfügbaren Alternativen diese noch für den gangbarsten Weg halte, habe ich oben geschildert.
      Bauer Willi

      • Ferkelhebamme sagt

        Es ist ein Unterschied, ob ich eine Einzeltierbehandlung vornehme, oder eine ganze Bucht alarmierter Schweine mit der Nadel begehen muss. Bei Bestandsimpfungen der Sauen mit der Nadel haben wir Streichhölzchen gezogen, wer in der Grossgruppe seine Knochen riskiert. Dabei habe ich ungeschickter Weise auch schon mal eine Nadel abbekommen. Nur das eine Grippeimpfung nicht so weitreichende Folgen hat, wie eine Immunokastration.
        Oder wurde von 250 kg stumpf umgepanzert. Inzwischen impfen wir was möglich ist nadellos, das stört die Tiere wenig. Und die Parvo Impfung, die noch per Nadel verabreicht werden muss, wird reproduktionsbezogen geimpft, wenn die Sauen sich im bösen Kastenstand befinden. Unsere Gesundheit ist uns auch wichtig.
        Und beim Thema Solidarität der Mäster kann ich nur müde lächeln…

        • sonnenblume sagt

          Es ist doch leider so, dass die Entscheidungen von Streichelzoo und Kuscheltieren ausgehen, aber die Realität der Arbeit in den Betrieben ausblenden.

        • Brötchen sagt

          Hebamme, ich will das jetzt nicht verteidigen. es gibt für die Impfung eine spezielle Spritze mit nadel- und auslöseschutz.
          habe ich selbst im Einsatz gesehen und fand ich ausgereift.
          am schwierigsten sehe ich auch sicher jedem Tier 1 ml zu applizieren. Striche machen und immer die Flasche voll und keine Luft drin und kein Tropfen.
          Schwieriger ist sicher noch zu dysenteriezeiten 5- 10 ml drei Wochen hintereinander eine ölige Suspension zu applizieren. zum Glück ist das schon lange vorbei.
          die Impfung ist machbar, aber es ist eben ein Aufwand, was niemand unbedingt gerne macht. zumal heute die Schweine sehr gesund sind und kaum behandelt werden müssen.

          • Ferkelhebamme sagt

            Natürlich wird alles dafür getan, die Anwendung so sicher wie möglich zu machen. Nichtsdestotrotz ist es ein Mittel, was dem Anwender sehr schaden kann und die Sorgen diesbezüglich sollten nicht einfach ignoriert werden. Mich ärgert sehr, dass die Gesundheit und Sicherheit des Menschen, der mit den Tieren umgeht, bei all den Tierwohlforderungen, wie auch z.B. Freilauf-Abferkelbuchten, gar keine Rolle mehr zu spielen scheinen.

      • Ferkelhebamme sagt

        Da reicht ein Stich mit der infizierten Nadel, am besten noch ins Gelenk. Da braucht egal was garnicht mehr injiziert werden… Darum laufen wir so gerne mit der Spritze durch den Stall.

  6. Christian sagt

    Bauer Willi,

    Immunokastration geht. Sie ist vermutlich sogar am tierfreundlichsten. Aber darum geht es gar nicht.
    Der Fingerphilosoph hat nicht die besten Argument gegen Improvac, er IST das beste Argument.
    Stellen Sie sich vor, Sie sind Einkäufer beim LEH und 9ß% Ihrer Kunden sind ähnlich uninformiert aber meinungsstark wie er. Sie haben die Wahl zwischen dem Fleich von Immunokastraten aus deutscher Geburt und von chirurgisch (mit oder ohne Betäubung) kastrierten Tieren, die in NL oder DK geboren wurden. Welches nehmen Sie?
    Noch einen Schritt weiter: Immuno- und chirurgisch kastrierte Tiere werden vom Schlachthof gleichwertig bezahlt. Sie können wählen zwischen importierten “Rundum-sorglos-Kastraten” und deutschen Eberferkeln, die Sie noch zwei Mal mit Improvac spritzen müssen, und das ist kein Spass! Welche Ferkel nehmen Sie?
    Man kann es drehen und wenden, die deutschen Sauenhalter bleiben letztendlich auf den Kosten sitzen.
    Wenn auch in Zukunft noch Sauenhaltung in Deutschland stattfinden soll, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die gesetzlichen Regelungen zur Kastration werden EU-weit vereinheitlicht, was mit dem 4. Weg wenigstens teilweise erreicht wäre. Oder man sperrt die Grenzen für Ferkel, die nicht nach in Deutschland zugelassenen Verfahren kastriert wurden.
    Ich weiß nicht, was unwahrscheinlicher ist…

    • Bauer Willi sagt

      Ist das nicht aber auch ein Zeichen von fehlender Solidarität der Landwirte untereinander? Klar geht jeder den für ihn einfachsten Weg. Der Mäster holt sich die Ferkel da, wo er für sich das “Rundum-sorglos-Paket” bekommen kann.
      Meine persönliche Meinung: bis zum 1.1.2019 wird sich niemand bewegen. Dafür ist es jetzt zu spät.
      Die von Ihnen angesprochenen Lösungen halte ich persönlich für eine Utopie. Es wir so kommen wie bei der Käfighaltung für Legehennen. Alle anderen dürfen und wir nicht.
      Bauer Willi

      • sonnenblume sagt

        Es wird so kommen wie bei der Käfighaltung. Warum sollten sich alle Europäer auf ein Deutsches Recht verständigen, wenn sie damit die eigene Landwirtschaft schwächen. Man wartet doch schon auf einen florierenden Ferkelexport.
        Dazu kommt noch unser Baurecht. Darüber wird überhaupt nie gesprochen.
        Wenn wir hier neue Haltungsformen einführen wollen, wird das noch erhebliche Schwierigkeiten bringen. Das eine schließt das andere in vielen Fällen aus und so wird sich die Ferkelerzeugung einfach ins Ausland verlagern. Die TALuft wird immer weiter verschärft und erst jetzt ist den Politikern klar geworden, dass das so nicht vereinbar ist. Wie lange werden denn die Diskussionen wohl dauern bis man da eine Lösung gefunden hat, die auch für die Betriebe machbar und bezahlbar ist?
        Der Tierschutz geht seinen Weg, das Bundesumweltamt geht seinen Weg, aber ob sich die Wege zusammen führen lassen, das ist heute völlig unklar.

      • bauerhans sagt

        “….fehlender Solidarität der Landwirte untereinander?”

        die sind nicht solidarischer als andere!
        solidarisch ist man,wenns einem schlecht geht d.h. je besser es menschen geht,desto unsolidarischer werden sie.
        gehts ihnen ausserordentlich gut,bekommen sie ein schlechtes gewissen und helfen,nennen das dann solidarisches handeln.

        • Ottmar Ilchmann sagt

          Also geht es den Landwirten besonders gut, wenn man mal den Grad ihrer Solidarität betrachtet?

          • Walter Parthon sagt

            1.000 demonstrieren
            Zur Agrarministerkonferenz im nordrhein-westfälischen Bad Sassendorf haben sich 1.000 Landwirte und Schweinehalter angekündigt, ihren Unmut sichtbar zu machen Der Bauernverband weist auf die dramatische Situation der Schweinehalter hin.
            Ein entscheidender Faktor ist aus Sicht des DBV der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration: „Wir wollen den Ausstieg, aber wir brauchen für alle Betriebe praktikable Lösungswege, um im europäischen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Deshalb ist es zwingend notwendig, zusätzlich die Lokalanästhesie durch den Landwirt möglich zu machen. Bis das geschehen ist muss die Ausstiegsfrist verlängert werden“, so Krüsken.
            Seit 2005 ist die Zahl der sauenhaltenden Betriebe um 75 Prozent zurückgegangen.

            • Heinrich Steggemann sagt

              Bin gerade von der Demo zurück. Zu den tausend Schweinehaltern kommen noch Personen aus dem vor und nachgelagerten Bereich. Diese merken auch das ein Strukturbruch in der deutschen Sauenhaltung droht. Dadurch drohen auch diesen Bereichen Umsatzeinbussen und Arbeitsplatzverluste. Aber ist ja egal. Die deutsche Wirtschaft brummt ja (noch). Da kann man ruhig einen Wirtschaftszweig aufs Spiel setzen, um Arbeitskräfte für die restliche Wirtschaft freizusetzen. Würde es der restlichen Wirtschaft aktuell schlecht gehen, würde man es sich dreimal überlegen zusätzliche Arbeitslose zu produzieren und genauer zuhören, warum für einen Teil der Sauenhalter keine aktuell zugelassene Alternative ab 01.01.2019 in Frage kommt. Dies wird auch nicht erst seit gestern in Richtung Politik artikuliert. Der Teufel steckt hier im Detail und nicht am fehlendem Willen etwas zum Positiven weiterzuentwickeln (wurde hier ja schon von einigen Praktikern beschrieben).

          • bauerhans sagt

            o.ilchmann,ich sehe hier,was meine kollegen an pacht zahlen und für trecker ausgeben.
            daraus ziehe ich meine schlüsse.

  7. Johannes Buchner sagt

    Die Erfahrung hab ich auch gemacht. Man kann dem Verbraucher plausibel erklären, dass die aktuelle Praxis gut für das Ferkel ist bzw die Alternativen nicht besser sind. Vielleich muss hier einfach mal jemand eingestehen, dass ein falscher Weg eingeschlagen wurde mit der Gesetzesänderung von 2013

  8. Hartmut Keller sagt

    Sorry Bauer Willi, aber diesen Beitrag hätten Sie sich besser gespart. Sie haben anscheinend immer noch nicht die Sorgen der Ferkelerzeuger verstanden. Zur Zeit ist es wirklich so, dass sich nicht wenige Ferkelerzeuger heimlich die Afrikanische Schweinepest herbei wünschen, um dann einen triftigen Grund zu haben, aus der Produktion auszusteigen. Ein besonderer Grund ist, dass sich die Politik seit Jahren weigert, irgendeine Entscheidung im Bereich er Schweinehaltung zu treffen. Sei es Kastenstand, Ringelschwanz, Kastration oder anderes. Bei der Kastration haben besonders kleinere Betriebe das Problem, dass sie sich auf eine Variante festlegen müssen und sich somit noch abhängiger von den Schweinemästern machen. Solange eine feste Partnerschaft besteht, und alle Ferkel abgenommen werden, ist ja noch alles in Ordnung. Sobald aber der Mäster abspringt oder eine Restegruppe verkauft werden muss, wird es sehr schwer. Bei der Kastration unter Vollnarkose durch Tierarzt bleibt ja alles wie gewohnt, nur ist das die teuerste Lösung, wenn sich überhaupt ein Tierarzt dafür findet. Warum kann die Politik nicht endlich mal klipp und klar sagen was sie will. Wir wollen mal endlich eine Entscheidung mit der man planen kann. Ob sie nun wirtschaftlich ist oder nicht. Zur Zeit fühlt man sich als Schweinehalter wie die blinde Kuh, die von den NGO´s, den Politikern und den Verbrauchern mit der Mistgabel immer in eine andere Ecke gestoßen wird. Wir sind nicht aggressiv, wir sind verzweifelt!!!

    • Bauer Willi sagt

      Doch, ich weiß sehr wohl, dass die Ferkelerzeuger verzweifelt sind. Und Ihr Kommentar ist deshalb auch wichtig, weil hier auch Leute mitlesen, die sich nicht zu Wort melden, aber an wichtigen Stellen sitzen und Ihre Meinung hören müssen.
      Nur noch eine Bemerkung: genau so wichtig wie die Politik ist auch der LEH. Und der macht sich “einen schlanken Fuß” und sitzt alles aus.
      Von daher habe ich mir diesen Artikel nicht gespart…
      Bauer Willi

      • Hartmut Keller sagt

        O.K. verstanden. Den LEH habe ich nicht vergessen, bin aber der Meinung, daß vom LEH nie eine verlässliche Entscheidungen kommen wird. Die werden immer wieder ihre Strategie wechseln, Hauptsache die Kasse stimmt. Da muss schon die Politik eingreifen. Hartmut Keller.

  9. Bauer Willi sagt

    Fingerphilosph
    Es gibt nur wenige Fälle, bei denen ich aufgebe.. In diesem Falle ist es soweit. Du hast gewonnen. Recht hast Du nicht. Weil Wissenschaft und Glauben selten vereinbar sind.
    Bauer Willi

    • fingerphilosoph sagt

      Schon mal drüber nachgedacht, dass oral aufgenommene Antikörper durchaus wirksam werden können? Genau aus diesem Grund ist ein Säugling, der gestillt wird, besser geschützt als einer, der nicht gestillt wird.

      Auch schon mal drüber nachgedacht, dass der Verbraucher mit dem Schweinefleisch diesen künstlich provozierten Antikörper möglicherweise mitisst? Schon mal drüber nachgedacht, dass wenn in dem Fleisch künstlich provozierte Antikörper sind, eine Lebensmittelprüfung gar nicht mehr ausreicht, weil sich in dem Fleisch Stoffe, eben Antikörper, befinden, die mehr in die Kategorie Medikament als in die Kategorie Lebensmittel gehören?

      Schon mal drüber nachgedacht, dass es bislang offenbar keine Langzeitstudien gibt, die untersuchen, wie die vom Schwein durch Improvac-Gabe produzierten Antikörper im menschlichen Organismus wirken?

      Schon mal drüber nachgedacht, dass Krebs ungefähr 10 Jahre braucht, bis er im Körper als Krebs manifest ist, sodass man ihn diagnostizieren kann? Dass man also eine Studie über die Wirkung der Antikörper bräuchte, die mindestens über 10+ Jahre gelaufen ist

      Wo sind diese Langzeitstudien? Da Du Dich in der Wissenschaft ja so gut auskennst, kannst Du mir sicher ein paar Quellen nennen.

      • Brötchen sagt

        Fingerphilosoph das sind Immunglobuline und keine Antikörper.

        Immunglobuline wirken breit. Antikörper genau auf das Antigen.
        Ich vermute mal, das hat seinen Grund. die Mutter gibt damit ihre Immunität auf die Nachkommen weiter, da diese in den ersten Tagen noch ohne Immunität sind, die baut sich dann auf und der Immunglobulinspiegel sinkt dann. Ich vermute mal, das die Bildung sehr aufwàndig ist für den Stoffwechsel und die Nachkommen ja sonst keine eigene Immunität aufbauen können.
        Bezüglich krebsauslösenden Faktoren gebe ich dir Recht.

        Ich bin gegen alles, was nicht mit einfachen Methoden auch machbar ist.

        Ich weiss das man Biestmilch einfrieren kann, die ist dann auch noch wirksam.

        Ob Antikörper sich im Fleisch halten bezweifle ich, da ja eine Fleischreifung stattfindet. Der ph wert sinkt von 7 auf 5,5 innerhalb 20 h. Dadurch wird das Protein denaturiert und zart. Aus der Muskelglukose / glykogen wird Laktat und die bewirkt den ph wert Abfall.

        • fingerphilosoph sagt

          Brötchen, was durch Improvac künstlich im Schweineblut erzeugt wird, ist ein pervertierter Antikörper, der das körpereigene System des Schweins angreift. Das ist ein Novum, deshalb kann man nicht vom Bestehenden auf dieses Novum schließen, sondern muss diesen neuen Antikörper prüfen,
          und zwar in einer Weise, wie man ein Arzneimittel prüft.

          Über diese Prüfungen möchte ich jetzt mehr wissen. Haben solche Prüfungen stattgefunden oder nicht?
          Ich weiß auch nicht, ob sich diese pervertierten Antikörper im Fleisch halten und wie lange, aber genau das möchte ich eben sicher wissen. Ich weiß auch nicht, ob diese vom Schwein gebildeten Antikörper im menschlichen Organismus das GnRH blockieren, möglich ist es, weil der Organismus des Schweins dem des Menschen sehr ähnlich ist. Genau das will ich wissen. Und natürlich auch, ob dieser Antikörper evtl. krebserregend ist. Also, wo sind die entsprechenden Studien?

          Wenn Du nur bezweifelst, ohne Näheres drüber zu wissen, reicht mir das nicht, wenn Du mir das Fleisch verkaufen willst. Dann bewegst Du Dich im Bereich des Glaubens und das ist genau das, was Bauer Willi mir hier ja vorwirft. Und Glauben gilt nicht, nur Wissen, wie Bauer Willi sagt 🙂

          Ehrlich gesagt, sollte ein verantwortungsvoller Schweinezüchter es auch nicht bei Zweifel oder Vermutungen belassen, sondern abklären, ob Antikörper im Fleisch sind oder nicht. Das gehört meiner Ansicht nach zu eurem Job dazu.
          Das ist nicht der Job von Pfizer oder wer immer Improvac auf den Markt gebracht hat, sondern der Job derjenigen, die dem Verbraucher das Fleisch verkaufen wollen. Wenn ihr in der modernen LW mit Methoden wie in der Pharmakologie arbeitet, dann müsst ihr auch denselben Sicherheitsapparat zur Verfügung stellen. Das kann man ja wohl erwarten.

          Wenn tatsächlich NICHT mit Studien abgeprüft ist, wie sich diese pervertierten Antikörper langfristig (!!) a) im Blut des Schweins, b) oder durch Fleischverzehr im menschlichen Organismus verhalten, sehe ich da eine gravierende Sicherheitslücke.

          Mit Verweis auf diese Sicherheitslücke, falls es sie tatsächlich geben sollte, müssten die Schweinezüchter gegen die bestehende Gesetzgebung übrigens vorgehen und einen Aufschub erwirken können. Man kann die Schweinezüchter nicht gesetzlich zu einer Methode verpflichten, die womöglich gravierende Mängel hat. Man kann die Schweinezüchter nicht dazu zwingen, Fleisch zu produzieren, bei dem auch nur der Verdacht auf gefährliche Antikörper besteht.

          Die Muttermilch war nur als Beispiel gedacht, um zu zeigen, dass Immunglobuline bzw. Antikörper durch die Verdauung nicht zerstört werden. Du hast schon Recht, es handelt sich hier um einen spezifisch wirkenden Antikörper, die Krux ist bloß, dass der Hormonkreislauf mit den Releasing-Faktoren beim Menschen ebenso funktioniert wie beim Schwein, also besteht theoretisch die Möglichkeit, dass der “Schlüssel” auch beim Menschen passt.

          • Brötchen sagt

            fingerphilosoph! ich denke das wird besser als ein Arzneimittel geprüft.
            bei der Zulassungsbeschreibung hast du vielleicht gesehen, wo das Mittel zugelassen und schon eingesetzt wird.
            z.b. in der Schweiz.

            im Prinzip lösen alle körperfremden Eiweisse immunreaktionen aus.

            was ich aus der Zulassung rauslese….hautkontakt vermeiden, schwangere auch nicht.

            das gnrh wirkt auf die gonaden in der Pubertät.
            ich habe einen span. Vortrag über den Einsatz beim iberico gehört mit Bildern usw.
            die Entwicklung des uterus ist bei der Sau auch unterdrückt und nicht reversibel, beim eber ist sie reversibel.
            also ist die Wirkungsweise in der Pubertät, also Vorsicht für Schwangere.

            das ist meines Erachtens jetzt eine Vorsichtsmassnahmen, für extreme Konstellationen.
            beim adulten Individuum könnte man bei Problemen, das fehlende Testosteron u.ä. verabreichen.

            in Australien wird die Impfung schon seit 10 Jahren durchgeführt und es gibt wohl keine Probleme.

            aber gut, ich ďiskutiere hier Fakten und Zusammenhänge, die mir bekannt sind.
            wie gesagt ich würde die Impfung nicht einsetzen und bin für die Chirurg. Kastration.
            übrigens wird gnrh schon seit über 50 Jahren bei sauen zur ovulationsstimmulation eingesetzt und auch pmsg. wird aus dem Blut tragender Stuten gewonnen. früher Insulin aus der bauchspeicheldrüse beim Schwein.
            was jetzt das anschieben von Gutachten usw betrifft, die schweinehaltung ist ein armer Zweig, wie knappsen an allen Ecken und enden, das ist nicht so wie in der Medizin, wo jeder exorbitant teure krebsmrdikamente zusammenrühren kann, oder ein Pflegeplatz 5000 Euro kostet.
            für 5000 Euro muss ich drei Monate 40 Schweine füttern und habe davon drei Viertel Kosten. die Impfung würde mich allein ein schwein Umsatz kosten.

            weiss du zu was die schweinehalter gezwungen werden……da kann ich nur ha ha sagen, es ist alles bis aufs kleinste geregelt und reglementiert.

            wie schrieb jemand wir d. sind Meister darin kunstvoll Mücken zu braten, wir schlucken aber ungebratene elephanten im Stück!

            da kann ich nur Helau rufen.

          • “Das ist nicht der Job von Pfizer oder wer immer Improvac auf den Markt gebracht hat, sondern der Job derjenigen, die dem Verbraucher das Fleisch verkaufen wollen” Das stimmt so nicht. Egal ob Schweinehalter oder Arzt, beide müssen sich auf die Angaben im “Beipackzettel” und auf das Zulassungsverfahren verlassen können. Arzt und Schweinehalter sind für die sachgerechte und ordnungsgemäße Anwendung verantwortlich, mehr geht nicht. Die Frage nach Langzeitstudien (10+ Jahre) klingt vordergründig schlüssig, würde jedoch den “technischen Fortschritt” quasi zum Erliegen bringen. Selbst mit einer Langzeitstudie hat man allerdings keine 100%ige Sicherheit, welche meist Hintergrund einer solchen Foderung ist.
            Trotzdem, Deine Argumentation macht deutlich, dass der Einsatz von Improvac zur Ferkelkastration ein no go ist. Die mit absoluter Sicherheit aufkommende Diskussion können die Schweinehalter nicht bestehen!!
            Der kardinale Fehler liegt doch wo anders. Der liegt in den Beschlüssen, welche vor 12 Jahren gefasst wurde und vorallen in einem komplett weltfremden Tierschutzgesetz! Leider hat heute niemand mehr den Mumm (auch nicht der DBV), dies offen anzusprechen!!

            • fingerphilosoph sagt

              @ Mark
              Auf die Angaben im Beipackzettel und auf das Zulassungsverfahren für Improvac könnt ihr euch ja auch verlassen. Für das Mittel Improvac stimmt das ja alles.

              Wenn Du Leim und Sägemehl zusammenrührst und als Energy-Drink verkaufst, sind weder der Hersteller vom Leim noch vom Sägemehl für die Folgen, die Dein Energy Drink hervorruft, verantwortlich, sondern Du.

              Du sagst also, dass der “technische Fortschritt” den Bauern inzwischen wichtiger ist als die Unbedenklichkeit der Nahrungsmittel oder die Gesundheit der Menschen. Gut, das zu wissen. Und dafür wollt ihr dann auch noch mehr Geld vom Verbraucher? Sauber!

              Ja, das sehe ich genauso mit der anstehenden Diskussion um Improvac. Nie und nimmer werdet ihr Improvac-Fleisch verkaufen können, in der Schweiz haben die großen Discounter wie Migro es ja schon aus dem Verkauf genommen.

              Mit Improvac laufen die Schweinezüchter in eine Falle, das habe ich Dir an anderer Stelle schon mal gesagt. Ich weiß nur nicht, ob diese Falle von denen, die die Massentierhaltung aus Deutschland weghaben wollen, klug aufgestellt wurde, oder ob denen die Dynamik einfach in die Hände spielt. Wenn ein Plan dahinterstecken sollte, dann muss ich sagen: Chapeau! Dann ist das ein sehr geschickter Schachzug.

              Ich sage Dir noch was: Es wird in Deutschland alle Schweinezüchter treffen, auch die, die auf Improvac verzichten. Der LEH kauft dann eben Schweinefleisch aus Frankreich oder sonstwoher ein, wo lokal oder gar nicht betäubt wird. Für den LEH ist das doch kein Problem, für französische Produzenten auch nicht.

              Der kardinale Fehler liegt bei den Bauern selbst. Die haben zu sehr auf Technik gesetzt und mit der Industrialisierung der Landwirtschaft eine Entwicklung zugelassen und gefördert, deren längerfristige Folgen jetzt eben für die Bauern deutlich spürbar werden. Aber schließlich ist für euch Bauern der technische Fortschritt ja das Allerwichtigste. Also nur zu. Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen.

            • “Du sagst also, dass der „technische Fortschritt“ den Bauern inzwischen wichtiger ist als die Unbedenklichkeit der Nahrungsmittel oder die Gesundheit der Menschen.” Das habe ich nirgend wo gesagt. Ich habe nur gesagt, dass wenn wir 100% Sicherheit wollen, der technische Fortschritt zum Erliegen kommt. Da gilt vorallem auch für den medizinisch-technischen Fortschritt. Ein gewisses Restrisiko gibt es immer in allen Lebensbereichen. Auf das Restrisiko aus Improvac kann man jedoch getrost verzichten, man kastriert die Ferkel einfach so wie bisher Punkt.
              Gerade das Thema Ferkelkastration hat nun gar nichts mit der technisierten Massentierhaltung zu tun, egal ob klein oder groß, bio oder nicht, Eber stinken halt (meist).

            • fingerphilosoph sagt

              Nein, Du hast gesagt, dass Studien, die über 10 Jahre laufen, den technischen Fortschritt zum Erliegen bringen. Ich interpretiere Deine Aussage so, dass man auf 10jährige Studien verzichten kann, weil sie keine 100%ige Sicherheit bringen und den Fortschritt hemmen. Das sehe ich allerdings definitiv anders. Und jetzt rede dich nicht auf den medizinisch-technischen Fortschritt raus. Die armen Kranken müssen immer herhalten, damit Mensch seinem Technikwahn weiter frönen kann, deshalb erzeugt die Technik unablässig ja auch immer mehr Kranke.

            • Die armen Kranken müssen immer herhalten, um den technischen Fortschritt für die Krankheiten verantwortlich zu machen….
              Oder gibt es in Gebieten mit weniger medizinisch-technischem Fortschritt weniger Krankheiten???

            • fingerphilosoph sagt

              Als ich 2012 in Bhutan war, kam damals auf 10.000 Menschen ein Arzt. Ich habe viele Menschen gesehen, Kranke sind mir nicht aufgefallen, dafür aber körperlich außerordentlich fitte und zähe Menschen, gerade auch ältere. Die Zähne waren nicht so doll, aber daran hat sich niemand gestört. Wenn die Leute alt sind, ziehen sie sich häufig eremitisch in die Berge zurück, wo ein Wohlstandslommel wie ich wegen vorzeitiger Atemlosigkeit keine Chance hat, die je zu besuchen. Ja, die gehen noch sehr viel zu Fuß. Dem Alkohol sind sie übrigens nicht abgeneigt und Feiern tun sie auch gern.
              Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt ca. 70 Jahre.

              Zum Vergleich: In Deutschland kommen auf 200 Bürger (nicht Patienten, sondern normale Bürger!!) ein Arzt und vier sonstige Pflegepersonen. Heilpraktiker und sonstige Wohlstands-Therapeuten nicht mal mitgerechnet. Der Deutsche geht durchschnittlich 18x im Jahr zum Arzt. Die Zahl der Ärzte hat sich seit 1960 vervierfacht, und es sind offenbar immer noch zu wenige. Die durchschnittliche Lebenserwartung in D. ist ungefähr 10 oder 12 Jahre mehr, aber die letzten 10 Jahre bedeuten für sehr viele Menschen eine Odyssee durch Arztpraxen und Krankenhäuser und eine Leidenszeit. Im Unterschied zu Bhutan sind in D. erstaunlich viele Leute schlecht drauf, der Verbrauch von Antidepressiva und Schmerzmittel ist in den westlichen High-Tech-Ländern enorm hoch, besonders bei Älteren. Vielleicht hast Du ja was von der Notstandssitution im High-Tech-Land Amerika mitgekriegt, mit neuerdings ährlich 70.000 Schmerzmittel-Toten und 30.000 Morden.
              Und jetzt?

            • Sabine sagt

              Nur, weil es irgendwie scheinbar ein Missverständnis zur Durchschnittslebenserwartung gibt. Ich will jetzt nicht in die tiefe von Berechnung, Wahrscheinlichkeiten und Sterbetabellen etc. gehen. Stichwort ist dabei die Erwartung.
              Also, bei dieser Angabe sind 10 Jahre hin oder her schon beträchtlich. Dann sagt die Zahl nicht unbedingt aus wieviele alte und hoffentlich gesunde Menschen es gibt, diese Zahl könnte man an einem Durchsschnittsalter bzw. anhand von Volkszähungen ablesen. Durchschnittliche Lebenserwartung beschreibt die Chance eines jetzt geborenen Kindes ein bestimmtes Alter zu erreichen, so sich nichts an den Verhältnissen im Land ändert bzw. das Land sich weiterhin positiv entwickelt. Also ist die Aussage: Wenn heute ein Kind in Bhutan geboren wird, erwarten wir, dass es 70 Jahre wird.
              Die fitten Alten mit Zahnlücken, die Du gesehen hast, sind entweder nicht wirklich so alt wie sie aussehen oder sie gehören wirklich zu denen, die in den 50iger Jahren geboren sind, aber zum Zeitpunkt ihrer Geburt nur eine Durchschnittliche Lebenserwartung von unter 40 Jahren hatten. Der Clou dabei ist, dass sie jetzt u.U. noch eine Lebenserwartung über 20 Jahren haben können, weil aus dem betrachteten Intervall schon alle rausgefallen sind, die zuvor verstorben sind. Daher haben z.B. Professoren stets eine höhere durchschnittliche Lebenserwartung wie Schreiner. Weil man seinen Gesellenbrief als Schreiner schon mit 18 Jahren machen kann, ein Studium mit Doktor-Arbeit und anschließender Karriere zum Professor dauert etwas und so liegt das betrachtete Intervall schon jenseits von 30 Lebensjahren und die Professorengruppe hat die oft doch recht gefährliche Jugendzeit mit ihrem risikoreichen Verhalten hinter sich. Während die armen Schreiner jeden Diskounfall, jedes schiefgegangenes Drogenexperiment etc. in ihrer Statistik mitschleppen.
              Ein sicherer Index für die Gesundheit und das Wohlergehen einer Bevölkerung und im weitesten Sinne der Entwicklung eines Landes ist daher auch an erster Stelle die Kindersterblichkeit. Diese erfasst wie viele von 1000 lebendgeborenen Kindern im ersten Lebensjahr verstorben sind. In Bhutan lag diese 2016 bei über 32 in Deutschland waren es knapp 3.
              Eine weiter wichtige Zahl in dem Zusammenhang ist die Müttersterblichkeit, die aufzeigt wie viele Todesfälle sich pro 100.000 lebend geborener Personen in einem Jahr ereigneten, die im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, Behandlungen aufgrund einer Schwangerschaft bzw. den 42 Tagen nach einer Schwangerschaft stehen. In Bhutan lag die Zahl 2016 ca bei 140 in Deutschland liegt sie meine ich trotz der vielen altersbedingten Risikoschwangerschaften irgendwo unter 5. ‘
              Ja, wir rennen viel zum Arzt. Ja, nicht immer bräuchten wir auch das Mittelchen was er uns verschreibt. Und nein, die Verhältnisse von Entwicklungsländern möchte hier,auch was die medizinische Versorgung angeht, niemand wirklich. Die Zeiten als man mit den Schultern zuckte und ner trauernden Mutter sagte, sie könne sich ja ein neues Kind machen lassen oder einem verzweifelten Familienvater anriet, doch das nächste mal was robusteres zu heiraten, sind hier glücklicherweise vorbei.
              So. ich hoffe das erklärt die Zahl ein wenig.
              Sei mir bitte nicht böse, wenn ich bei solchen Beschreibungen von den ach so glücklichen, freundlichen und robusten Leuz in Irgendwo, wo ja alles noch so doll ursprünglich und unverdorben ist, wie immer leichte Würgereize bekomme.
              Ich würde den Kindern in Bhutan und ihren Familien eine bessere Versorgung mit böser Chemie wie z.B. synthetischen Vitaminen, Wasseraufbereitungstabs, wirksamen ABs gegen Durchfall etc. von Herzen gönnen, auch auf die Gefahr, dass sie nicht mehr so nett zu Touris sind.

            • Und jetzt? Danke Sabine dass Du mir die Antwort vorweggenommen hast, jetzt (22.15Uhr) kann ich beruhigt ein Weihenstephaner Kristallweizen Feierabendbier geniesen…..

            • fingerphilosoph sagt

              @Sabine
              Ja, das ist wahr. Die Verhältnisse in Bhutan möchte in Westeuropa niemand, und zwar deshalb, weil wir in weitaus stärkerem Maß technikabhängig sind als die Bhutaner. Der Durchschnitts-Westler würde das Leben dort nicht aushalten.
              Spricht das nun für den Westen oder für Bhutan?

              Ja, es ist wahr, das Leben ist dort nicht leicht, gepampert wird keiner. Aber, stell dir vor, denen gefällt das Leben, das sie haben. Die halten die westliche Zivilisation für dekadent, wie übrigens die meisten Asiaten von Europa keine sehr hohe Meinung (mehr) haben. Die meisten Bhutaner, die in Indien oder Amerika studieren, kehren freiwillig (!) wieder nach Bhutan zurück.

              Ja, es ist wahr, die Bhutaner haben eine andere Einstellung zum Tod als wir hier im Westen. Für uns bedeutet der Tod das große Leid, das Schlimmste, was einem passieren kann, etwas, das es auf jeden Fall zu verhindern gilt, etwas, wovor wir uns wahnsinnig fürchten. Und wir hier im Westen sind überzeugt davon, dass diese Haltung dem Tod gegenüber die richtige ist.

              Aus Deinen Worten spricht eine große Arroganz anderen Völkern und anderen Lebensweisen gegenüber. Und zwar genau diese Art von Arroganz, deren diese anderen Völker längst überdrüssig sind.

            • fingerphilosoph sagt

              @ Sabine

              Ist Dir eigentlich klar, wie sehr Du unseren westlichen Medikamentenmissbrauch verharmlost?

          • fingerphilosoph sagt

            Brötchen, ich gehe davon aus, dass für das Mittel Improvac alle notwendigen Zulassungsprüfungen vorliegen. Bei all diesen Hinweisen für Schwangere etc. geht es immer um Improvac und nicht um die Antikörper.

            In unserer Diskussion hier geht es aber gar nicht mehr um Improvac, sondern um die Antikörper, und das ist eine andere Baustelle. Dieselben Prüfungen, die das Mittel Improvac durchlaufen hat, muss auch dieser Antikörper durchlaufen. Immunglobuline und Antikörper sind nun mal hochwirksame Arzneimittel und wenn die im Fleisch sein sollten, kann man dieses Fleisch nicht ohne entsprechende Prüfungen verkaufen. Und das ist eben NICHT das Problem des Herstellers von Improvac, der verkauft ja nur Improvac und nicht die von Improvac erzeugten Antikörper, wie ihr Schweinezüchter das macht.

            Antikörper, die der Organismus des Schweins auf natürliche Weise gegen Viren und Bakterien erzeugt, sind im Fleisch ja kein Problem. Die wirken gegen Viren und Bakterien, nicht gegen menschliche Zellen. Aber hier handelt es sich um einen pervertierten Antikörper, der eine Autoimmunreaktion erzeugt, das Schwein also krank macht, um es mal ganz deutlich zu sagen. Wie Du richtig sagst, man kann für Menschen taugliches Insulin aus der Schwein-Bauchspeicheldrüse gewinnen oder dem Menschen Schwein-Herzklappen einpflanzen, geht alles, was eben die große Nähe des Schweins zum Menschen unterstreicht. Deshalb besteht die Möglichkeit, dass die schweinischen Antikörper im menschlichen Organismus dasselbe machen wie im schweinischen oder eine bislang unbekannt Wirkung entfalten.

            Ich sage dir was: 10 Jahre Australien sind gar nichts, vor allem dann nicht, wenn Folgewirkungen gar nicht in einer Ursache-Wirkungs-Prüfung abgeklärt werden. Dann stellt man eben irgendwann wieder mal eine überraschende Zunahme von Krebsfällen fest oder verminderte Fruchtbarkeit oder sonst irgendeine Krankheit, die einfach so vom Himmel gefallen ist und für die angeblich niemand was kann.

            Brötchen, wenn ihr Schweinezüchter ein armer Zweig seid, gibt euch das noch lange nicht das Recht, dem Verbraucher Fleisch zu verkaufen, das eventuell krank machende Antikörper enthält. Und bei den entsprechenden Stellen nachfragen, was es mit diesen Antikörpern denn nun auf sich hat, das kannst du, ohne dass es Dich was kostet. Es ist die Verantwortung des Schweinezüchters, sich Klarheit über die Antikörper zu verschaffen, wenn er Improvac einsetzen will.

  10. Bothe Christian sagt

    Eigentlich wollte ich mich nicht an dieser Diskussion beteiligen, aber mir tun die schweinehaltenden Betriebe heutzutage nur noch leid, zumal diese durch die Preispolitik schon genug gebeutelt sind.Mal provokatorisch gesagt, für mich ist die ganze Diskussion über das betäubungslose Kastrieren und das Schwanzkupieren als ehemaliger Manager einer 10000er Schweinemastanlage (den Tierschutz mal außer acht lassend) fachlich nicht nachvollziehbar. Was schadet das dem Ferkel??? Zu meiner aktiven Zeit haben wir wöchentlich 350 Läufer eingestallt, welche im Ferkelalter vom Lieferanten kastriert und kupiert wurden. Binneneber wurden bei Einstallung vom TA kastriert. Den Tieren hat das überhaupt nicht geschadet und ich hatte gute Futterverbräuche,MTZ, Schlachtleistungen und exportfähige Tiere im Betrieb, und das über 10 Jahre. Ich weiß, das ist in der aktuellen Tierwohldebatte nicht mehr up-to-date, aber man sollte trotz des unsinnigen Bundesratsbeschlusses alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen wie von Bayern vorgeschlagen ,um eine Fristverlängerung zu erreichen. Alles andere markiert das Ende der bisherigen Schweineproduktion

    Topagrar.com – Lesen Sie mehr auf: https://www.topagrar.com/news/Schwein-News-Schwein-Bundesratsbeschluss-zur-Ferkelkastration-Verlierer-sind-wir-jetzt-alle-9818421.html?utm_source=app&utm_medium=link&utm_campaign=News-App-Link

  11. Reinhard Friedrich sagt

    Wenn wir erfolgreich sein wollen müssen wir uns nach unseren Kunden richten, und die meisten wollen geschmacklich einwandfreies und rückstandfreies Fleisch von Tieren die ordentlich behandelt wurden. Das erfüllt nun mal die Kastration unter örtlicher Betäubung am besten. Dass die anderen Verfahren auch möglich sein sollten ist keine Frage, nur die örtliche Betäubung muss auch möglich sein.

    • maximilian sagt

      Ganz einfach: Für die Lokalaäshtesie gibt es kein Arzneimittel, das eine Schmerzausschaltung bewirkt. Solange wird es keinen 4. Weg geben.

      • Schweine-Bauer sagt

        Diese Arzneimittel gibt es. Sie sind nur in Deutschland nicht zur Anwendung bei Schweinen zugelassen. Aber dafür in den angrenzenden Staaten Niederlande, Dänemark und auch in Schweden. Und dort dürfen sie auch durch den qualifizierten Tierhalter angewandt werden. Die deutsche Politik bzw. die Pharmaindustrie hat verschlafen, diese Mittel rechtzeitig für die Anwendung bei Schweinen umzuwidmen. Wir leben auf keiner Insel – das weiß wohl jeder. Und Ferkel, die aus z.B. Dänemark importierten werden, die bei Schmerzausschaltung unter Nutzung dieser Mittel kastriert wurden, erfüllen alle Anforderungen nach QS-Standards. Das heißt, ab Januar 2019 stallen deutsche Mäster keine deutschen Ferkel mehr ein, die ja mit einem deutlichen Kostenmehraufwand kastriert werden müssten. Was passiert wohl mit den deutschen Ferkelerzeugern?
        Die Immunokastration verlangt die zweimalige Injektion eines Serums. Bei der 2. Applikation wiegen die Eber ca. 80 kg. Das bei Buchtenhaltung mit bis zu 20 Tieren die “die Nadel” schon kennen. Trotzdem wird es “Stinker” (also ungenießbare Eber) geben. Die Erfolgsquote der I-Kastration wird mit ca. 80 % angegeben. Was passiert mit den 20 %? Der Schlachthof will sie nicht. Die Fleischbranche äußert sich auch nicht dazu, ob sie dieser Art “kastrierte” Eber überhaupt abnehmen würde. Logisch! Sie wissen ja nicht, was die Verbraucher sagen. Die hören nur “Impfung” und denken an “Hormone”. Umfragen bestätigen das.
        Praktikabel ist nur der s.g. 4. Weg! Seit ca. 2 Jahren sprechen wir das in Politik und Wirtschaft (Pharmaindustrie) an – und keiner bewegt sich.

    • maximilian sagt

      Unsere verfassungsmäßige Ordnung und unser Rechtssystem haben gegenüber dem Kundenwunsch absoluten Vorrang.
      Fleisch von Immunokastraten ist ebenso geschmacklich einwandfrei wie solches von Kastraten. Und es ist rückstandsfrei, weil auf die Immunokastration keine Wartezeit folgt; anders als bei dem Schmerzmittel, das zur chirurgischen Kastration verabreicht wird.
      Und eine ordentliche Behandlung der Tiere liegt mit der Immunokastration ebenfalls vor, weil es sich um die tierfreundlichste Methode handelt ebergeruchsfreies Fleisch zuproduzieren.
      Also sind alle von Dir genannten Bedingungen für unseren Erfolg erfüllt.

      • fingerphilosoph sagt

        Was heißt “rückstandsfrei”? Improvac wird gespritzt, damit ist es im Fleisch und zirkuliert im Blut des Schweins. Wahrscheinlich überwindet es sogar die Blut-Hirn-Schranke, wenn es auf die Hormonproduktion wirkt. Es wird nicht sofort wieder abgebaut, da es ja längere Zeit die Hormonproduktion unterdrücken soll.

        Wenn Improvac bis zur Schlachtung nicht vollständig ausgeschieden ist, befinden sich immer noch Reste im Fleisch, das nachher auf dem Teller des Verbrauchers landet. Und wer überprüft das zur Schlachtung anstehende Schwein auf Improvac-Rückstände? Niemand, schätze ich mal.

        • Brötchen sagt

          Fingerphilosoph die Dosis ist 1 ml!

          Die Methodik wurde ursprünglich für den Menschen entwickelt die Impfung erfolgt zweimal 1. Mal bei ca. 30 – 40 kg und dann bei 80- 90 kg ca. 6-8 Wochen vor der Schlachtung. Die Rückbildung ist reversibel beim männlich. Tier..

          • fingerphilosoph sagt

            Brötchen, bei hochwirksamen Medikamenten ist 1 ml ganz schön viel!!
            Improvac wirkt ja offenbar auch aufs Mastgewicht, wie maximilian hier offenlegt, also ist es mitnichten ein Placebo und auch kein homöopathisches Mittelchen, sondern ein hochwirksames, nicht nur lokal, sondern systemisch wirkendes Medikament.

            In dem Film, den ich hier bei Bauer Willi gesehen habe, war von 5 Wochen vor der Schlachtung die Rede, aber sei’s drum.
            Ich weiß nicht, wie lange das Schwein braucht, um von 40 kg auf 90 kg zuzulegen, aber ich schätze mal, mehr als zwei Monate, wenn die Gesamtlebenszeit des Schweins etwa ein halbes Jahr beträgt, oder?
            Das heißt, bei der Schlachtung ist also tatsächlich noch mit Improvac im Fleisch zu rechnen.

            Wenn ein Mensch viel Schweinefleisch isst, akkumuliert unter Umständen Improvac im menschlichen Körper.
            Bei der Reversibilität kann man nicht davon ausgehen, dass die gleichermaßen beim Menschen wirkt. Mal abgesehen davon, wer will durch Schweinefleischverzehr in den doch etwas fragwürdigen Genuss (von Schrumpfhoden kommen, selbst wenn der Prozess bei Verzicht auf Schweinefleisch reversibel ist. Da verzichtet man doch forrtan besser gleich auf Schweinefleisch.

            Wenn es für den Menschen entwickelt wurde, heißt das, dass das Zeug auch beim Menschen wirkt. Ja, danke.

          • fingerphilosoph sagt

            Brötchen, bei hochwirksamen Medikamenten ist 1 ml ganz schön viel.
            Laut maximilian wirkt Improvac auch auf das Mastgewicht des Schweins, also wirkt es sogar systemisch und nicht nur lokal. Es wird auch nicht schnell abgebaut, wenn man bloß zweimal spritzen muss.

            Ich weiß nicht, wie lange ein Schwein braucht, um von 40 auf 90 kg zuzulegen, aber ich schätze mal, mindestens zwei Monate, wenn nicht länger. Also befindet sich bei der Schlachtung aller Wahrscheinlichkeit nach noch Improvac im Fleisch.

            Wenn ein Mensch viel Schweinefleisch isst, kann es u.U. zu einer Akkumulation von Improvac im menschlichen Körper kommen.
            Von der Reversibilität beim Schwein kann man nicht drauf schließen, dass es gleichermaßen auch im menschlichen Körper reversibel ist. Aber selbst, wenn es das wäre, wer will durch den Verzehr von Schweinefleisch schon in den fragwürdigen Genuss von Schrumpfhoden kommen? Ja, danke! Und wahrscheinlich macht es zudem auch noch dick!

            Da verzichtet man doch lieber gleich von vorneweg auf Schweinefleisch.

            • Brötchen sagt

              Fingerphilosoph nur zur Klarstellung ich bin auch gegen diese Impfung, ja 1 ml kann auch viel sein.
              Ich will dir nur die Fakten vermitteln, weil das ziemlich komplex ist.

              das Problem was ich auch sehe ist 1 ml sicher zu impfen. Wer schonmal Ferkel behandelt hat weiss das, 5 ml sind sicherer zu impfen als 1 ml. da muss die Spritze top in Ordnung sein und man muss da gut Routine im Umgang mit den Tieren haben.

              ein Mastschweine hat heute im Durchschnitt 950 g Tages Zunahme am Anfang bei 30 kg ca. 600 g und am Ende so 1000 bis 1200 g. Das sind also ca. 30 kg aufmast sind dann ca. 30 Tage. Glaube die Spanne ist wohl optimal mit 6 Wochen angegeben. Von den 2 . Impfung bis zur Schlachtung. Ist das ein Woche zuviel geht der Vorteil im magerfleisch verloren, weil die Tiere dann wieder stärker verfetten. Rückstände wurden vom improvac untersucht, das ist quasi ein Antigen…und wird schnell abgebaut. Wie jemand schon richtig sagte, sonst gäbe es Wartezeiten. Bevor man das Tier schlachten darf. Für eine standardentwurmung ist die Dosis auch 1 ml und die Wartezeit ist glaube ich 3 bis 4 Wochen zum Vergleich.
              Rückstände werden abgelagert im Fettgewebe, Leber, Niere und Lymphknoten. tätowierfarbe lagert sich auch in den Lymphknoten ab, die sind schwarz!

              Ein schwein zur Schlachtung ist heute ca. 170 Tage alt. Die Mastdauer ist ca. 100 Tage.

              Das improvac hat mit dem Mastgewicht nichts zu tun!

              Mit improvac hast du im in den ersten zwei mastdritteln einen eber und im letzten mastdrittel einen Kastraten.
              Ein Kastrat verfettet stärker und braucht deshalb mehr Futter, weil zur Fettbildung dreimal soviel Energie gebraucht wird als zur Eiweißsynthese.
              Die wirkweise ist wie eine Immunisierung, mit der 1. Impfung wird das System vorimmunisiert und da die Geschlechtsreife und hormonauschüttung erst mit der Pubertät anfängt, setzt die Wirkung erst mit der 2. Impfung ein, weil die Hormonbildung zur Ausbildung der Hoden immunologisch unterdrückt wird.
              Wie gesagt ich bin auch dagegen, aber was du da jetzt reinheimst ist Quatsch!
              Wie gesagt die Impfung ist auch nicht 100% sicher, weil es wohl resistente Tiere gibt, deshalb muss man alle Tiere bei Schlachtung untersuchen.

            • fingerphilosoph sagt

              Danke für die Infos.
              Aber trotzdem:
              1) Es handelt sich doch nicht um eine “Impfung”. Zweck einer Impfung ist es, den Geimpften vor einer künftigen Krankheit zu bewahren. Das ist hier nicht der Fall. Es handelt sich um die Applikation eines Medikaments, welches den Eber, so wie ich es verstanden habe, über das Immunsystem an seiner normalen Geschlechtsentwicklung hindert. Euphemismen werden benutzt, wenn ein Tatbestand verschleiert werden soll.

              2)Das Fleisch würde nach Eber riechen, wenn zum Zeitpunkt der Schlachtung das Improvac vollständig aus dem Körper des Ebers raus wäre. Das Fleisch riecht ja bloß NICHT nach Eber, WEIL er Improvac im Körper hat. Du sprichst von Rückständen in Fett, Leber, Niere und Lymphknoten. Da beziehst Du Dich doch auf Improvac und nicht auf die Tätowierfarbe, oder? Also, wenn ich Schweinefleisch mit einem Stück Fett dran kaufe, dann habe ich das Zeug auf dem Teller. Richtig?

              Und mal abgesehen davon: Wenn Improvac in den Lymphknoten Rückstände bildet, dann ist es wie die Lymphe selbst überall im Körper und nicht nur in den Knoten. Denn da handelt es sich wie beim Blut um ein Fließsystem. Deshalb ist es ja so schlimm, wenn bei einer Krebserkrankung die Lymphknoten befallen sind.

              3) Wie wird das Schwein auf Improvac-Rückstände vor der Schlachtung überprüft? Wird da jedem Schwein eine Blutprobe abgenommen, die im Labor untersucht wird? Denn das ist in diesem Fall ja wohl notwendig, um Sicherheit zu haben. Und falls es diese Untersuchung gibt, wer bezahlt das? Der Bauer? Kriegst Du eine Rechnung vom Tierarzt, worauf diese Prüfung berechnet wird? Was kostest das? Und wenn Du keine Rechnung kriegst, wie kannst Du dann behaupten, dass die Schweine, die Du im Schlachthof ablieferst, tatsächlich auf Rückstände geprüft sind?

              4) Du hast selbst gesagt, dass Improvac für den Menschen entwickelt wurde. Also wirkt es auch beim Menschen auf den Geschlechtstrieb. Das wird bestätigt durch das, was die Ferkelhebamme weiter oben schreibt, als sie die Familienplanung des Bauern bei versehentlicher Selbstapplikation anspricht. Also: Ich soll Fleisch essen, das möglicherweise Reste eines Mittels enthält, das unfruchtbar macht, was der Bauer offenbar weiß und worüber er seine Witze reißt. Für mich stellt sich das so dar, dass der Bauer um sich selbst – siehe versehentliche Selbstapplikation – sehr besorgt ist, aber nicht im Geringsten um den Verbraucher, den er – wie in den Kommentaren über mich hier nachzulesen – mit einem Pseudo-Herrschaftswissen höchst unfreundlich abzuwiegeln versucht, ohne im Geringsten zu informieren. Und das nennt der Bauer dann “Brücken bauen”. Guter Witz!

              4) Jetzt möchte ich noch genau wissen, was Quatsch ist an dem, was ich sage.

            • Brötchen sagt

              Philosoph! Danke für die umfangreiche Antwort! Du wirfst einiges durcheinander bzw. hast mich missverstanden. ich schreibe dir heute Abend eine ausführliche Antwort!

              Grüsse!

  12. Michaela sagt

    Die Impfung mit Improvac ist die tierschonendste Variante. Die Crux ist aber, dass der Mäster diese beiden Impfungen durchführen muss, denn die Ferkel sind dann im Maststall und nicht mehr beim Ferkelerzeuger. Nun ist der Mäster es eher nicht gewohnt , Behandlungen am Tier vorzunehmen, denn eigentlich wird eingestallt, gefüttert, gewogen und verkauft.
    Außerdem muss der Mäster auch seine „Improvac-Schweine“ vermarkten können, denn
    nicht alle Schlachtunternehmen wollen diese Impfkastraten!
    Der Fehler liegt doch darin, dass der Ferkelerzeuger das gar nicht für sich allein entscheiden kann, wenn er nicht den Absatz für seine Tiere findet……das mag mit eigner angeschlossener Mast leichter sein, aber auch hier muss erst ein Abnehmer für die Mastschweine da sein…….
    Unser Metzger sagte mir, dass er sich keinen „Stinker“ beim Fleisch leisten kann, er würde dann nur noch weibliche Tiere kaufen…….
    Weiterhin entstehen Kosten…. wer bezahlt die??
    Wir zahlen Niedrigwasserzuschlag und Mautaufschläge bei Futtermittellieferungen, die Unternehmen geben die Kosten einfach weiter. Wem geben wir die weiter? Es heißt: wer bestellt, bezahlt auch!!! Also: ich hab nix bestellt! Aber zahlen muss ich es trotzdem!
    Der Verbraucher, der ja guten Gewissens Fleisch essen will, möchte diese Kosten auch nicht übernehmen. Wer dann?????

    • maximilian sagt

      Immunokastraten haben eine bessere Futterverwertung und einen um bis zu 2% höheren Muskelfleischanteil. Damit wirdein Teil der Mehrkosten abgedeckt.
      Die weiteren Mehrkosten sind über die Direktzahlungen abgedeckt aufgrund deren Zweckbestimmung.
      Bei Immunokastraten wird es auch keinen Stinker geben, weil eine amtliche Schlachttier- und Fleischuntersuchung stattfindet.

      • Maximilian, natürlich wird es Impfversager geben. Die werden nicht im Schlachthof landen, weil man ja sieht, wenn der Hoden wieder wächst. Aber der Erzeuger hat das Problem, das er diese Tiere nochmals separat halten und selbstverständlich nachimpfen muss. Das mit dem Rein-Rausverfahren wird zunehmend schwieriger und kostspieliger.

      • Ferkelhebamme sagt

        Bessere Futterverwertung und höheren Muskelfleischanteil als was? Welche Direktzahlungen mit Zweckbestimmung? Für Improvac?
        Und wenn ein Amtsveterinär vor einem Stinker steht, stinkt der nicht mehr? Ich bin gerade überfordert, ist auch schon spät…

  13. Friedrich sagt

    Habe gestern am Feldesrand mit einer hundeführenden Verbraucherin gesprochen. Die fragte nach der Ferkelkastration wie wir es z. Zt. machen. Ich sagt ihr , daß wir die Ferkel mit dem 3 – 5 Lebenstag nach vorheriger Schmerzmittelbehandlung kastrieren. Die Dauer ist ca. 10 Sekunden. Die Hoden sind dann Erbsengroß. Da kam die Frage , warum wir das denn nicht so weiter machen . Da mußt du mal die ideologischen Politiker fragen sagte ich dann .
    Ja sagte die Dame(Stadträtin der CDU) dann . Wir machen die Basisarbeit vor Ort und die Berliner hauen alles wieder kaputt. Die freute sich riesig über die Abwahl des Fraktionsvorsitzenden der CDU am Nachmittag und würde weitere Schritte begrüßen.

    • maximilian sagt

      Der Dame war eohl nicht bwekannt, dass die Entscheidung für das Verbot der betäubungslosen Kastration bereits im August 2012 nach Anhörung der landwirtschaftlichen Verbände gefallen ist.

      • Brötchen sagt

        Zu der Zeit haben alle Abnehmer gesagt, die eber können wir alle vermarkten, davon ist jetzt keine rede mehr!!!
        Also gab es 2016 2 Methoden zur Auswahl!

        Die sind zur Zeit nicht flächendeckend anwendbar!

  14. fingerphilosoph sagt

    Also ich habe absolut keinen Bock drauf, Schweinefleisch von mit Improvac behandelten Schweinen zu essen, zumal die Schweine offenbar fünf Wochen vor der Schlachtung noch mal eine Dosis abbekommen, sodass sich zumindest Reste von dem Zeug noch im Fleisch befinden.

    Ist mir auch egal, wenn irgendwelche Wissenschaftler wieder mal die Unschädlichkeit von dem Zeug betonen. Nein, danke! Darauf falle ich nicht mehr rein. Da bin ich echt froh, dass ich kein Fan von Bio bin und mir deshalb das Fleisch bislang nicht untergejubelt wurde. Ich finde die Bezeichnung “Hormonfleisch” gar nicht so falsch, auch wenn das Zeug selber kein Hormon ist, stattdessen Hormonproduktion verhindert. Es greift auf jeden Fall in den Hormonstoffwechsel ein.

    Sollte sich Improvac durchsetzen, steige ich ganz auf Rind, Huhn oder Lamm um.

    Schweine mit Improvac zu behandeln, ist mal wieder so eine typisch kurzsichtige “Lösung”, deren Spätfolgen dann mal in 50 Jahren oder so sichtbar werden.

    • Bauer Willi sagt

      Dir wurde mit großer Sicherheit schon Fleisch mit dem “Zeug” untergejubelt. Denn es ist auch in anderen Ländern zugelassen, wird eingesetzt und verkauft. Dieses Fleisch fährt durch ganz Europa und auch im Iberico-Schinken (Spezialität) ist es mit großer Wahrscheinlichkeit.

      Übrigens greift jede Kastration in den Hormonhaushalt ein… Darüber schon mal nachgedacht?

      An Deinem Kommentar stimmt fachlich übrigens fast nichts. Aber es würde zu weit führen, hier alles wissenschaftlich zu erläutern. Und Deine Meinung steht ja schon fest, da ist es eh wenig zielführend, damit meine Zeit zu verbringen.
      Bauer Willi

    • fingerphilosoph sagt

      Die chirurgische Kastration greift in den Hormonhaushalt des Schweins ein, logisch, aber nicht in den Hormonhaushalt des Menschen, der Schweinefleisch verzehrt.

      Die chemische Behandlung mit Improvac greift auch in den Hormonhaushalt des Schweins ein, aber wenn sich im Fleisch nach der Schlachtung noch Spuren von Improvac befinden, kann die Behandlung des Schweins darüber hinaus auch in den Hormonhaushalt des Schweinefleisch essenden Menschen eingreifen. Und erzählt mir jetzt nicht, dass Improvac durch den Verzehr im Magen des Menschen neutralisiert wird. Medikamente haben es an sich, dass sie sich davon nicht beeindrucken lassen. Erzählt mir auch nicht, dass die Schweine vor der Schlachtung auf Rückstände von Improvac getestet werden.

      Antibiotika gehören auch in die Kategorie der Medikamente. Und da hat sich bereits gezeigt, dass der übermäßige Gebrauch von Antibiotika in der Tierhaltung Rückwirkungen auf den Menschen hat, nämlich insofern, dass sie nicht mehr wirken, weil Bakterien, die auch den Menschen krank machen, resistent geworden sind. Glaubt ihr Bauern tatsächlich im Ernst, dass der Verbraucher nach diesen Erfahrungen euren Reden von der Unschädlichkeit von Improvac noch Glauben schenkt? Bei so einem sensiblen Thema? Also ich tu das nicht, zumal ja die Bauern auch lange behauptet haben und teilweise immer noch behaupten, dass der Einsatz von Antibiotika keinerlei Folgewirkungen hat.

      Ja, da steht meine Meinung schon fest. Danke übrigens für die Warnung. Das wars dann mit dem Schweinefleisch und dem Schinken. Ab sofort werde ich diese Warnung übrigens an jeden weitergeben, der noch Schweinefleisch isst.

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