Bauer Willi
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Feinstaub u.a. – was stimmt denn nun?

Mit der Unterstützung von Martin Hofstetter (Greenpeace), der mir einige sehr gute Links geschickt hat, (danke dafür) habe ich mal ein paar Fakten zusammengestellt, die vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlich wurden. Die letzten Daten stammen aus 2016.

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/dateien/3_tab_emi-ausgew-luftschadst_2018_0.pdf

  • NOx:        Von 1217 Tsd. t stammen 126 Tsd. t aus der Landwirtschaft
  • Methan:  von 1052 Tsd. t stammen 204 Tsd. t aus der Landwirtschaft
  • Schwefeldioxid: von 356 Tsd. t stammen 77 Tsd.t aus der Landwirtschaft
  • Staub (gesamt): von 347 Tsd.t stammen 62 Tsd. t aus der Landwirtschaft (17,8%)

Bei der feinsten Fraktion (PM 2,5) stammen von 100,8 Tsd. t  lediglích  4,6 Tsd. t aus der Landwirtschaft, was ziemlich genau 4,6% entspricht. Die von diversen Organisationen und Medien (Deutsche Umwelthilfe, Monitor)  aufgestellte Behauptung, wonach 45% des Feinstaubs aus der Landwirtschaft stammt, dürfte damit widerlegt sein. Oder hat sich da jemand mit der Kommastelle vertan?

Bei Ammoniak sieht es dagegen nicht so gut aus. Laut UBA stammen 629 Tsd. t aus der Landwirtschaft, bei einer Gesamtmenge von 663 Tsd. t. Sieht man sich die Zeitreihe an, so haben sich die Zahlen seit 1990 in der Landwirtschaft kaum verändert, beim z.B. dem Verkehr jedoch deutlich. Neue Techniken bei der Einbringung von Gülle, eine andere Fütterung und weitere Maßnahmen können die Emissionen senken. Da bleibt also für die Landwirtschaft noch ein deutliches Verbesserungspotential.

Kleiner Scherz: was ist, wenn es bei der Einarbeitung von Gülle staubt? 🙂

Bauer Willi

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24 Kommentare

  1. libertador sagt

    Die Angabe zu Methan ist falsch aus der Quelle entnommen. Es geht damit eben nicht um Methan.
    Dort geht es um “Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVO)”

    Bei den Methan-Emissionen hat die Landwirtschaft einen Anteil von ca. 60%. Dieser Anteil ist in den letzten 20 Jahren größer geworden, weil die Emissionen in anderen Bereichen sehr viel stärker zurückgegangen sind:
    https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland/methan-emissionen

    Der Fehler kann ja recht leicht korrigiert werden.

  2. Meckertante sagt

    https://www.konjunktion.info/2018/12/gastbeitrag-der-grausame-schwindel-mit-dem-feinstaub-teil-6-warum-wird-die-anwendung-des-pinatubo-effekts-uebersehen/

    Das solltet ihr mal alle lesen!!!!!!!!!!!!

    Morgens bei Sonnenaufgang
    abends bei Sonnenuntergang
    ebenso tagsüber
    und auch nachts

    wird jeden Tag per Flugzeuge durch Sprühen von verschiedenen Metallen und sonstigen Stoffen ein milchige Schicht erzeugt, die den ganzen Himmel verschleiern und grau erscheinen lassen! Seht selber!!!! Augen auf!!! Selber recherchieren unter: WETTERMANIPULATION und CHEMTRAILS!!!!!!!!!

  3. Ostendorf ( Am Ende mit nur einem "F" ) sagt

    Aus der aus der Landwirtschaft stammenden Ammoniak wird mit den in der Luft enthaltenden Stickoxiden ( Blitze, Verbrennung PKW) wird Ammoniumnitrat, und mit in der Luft enthaltenden Schwefeldioxid ( Verbrennungen) wird somit Ammoniumsulfat, diese ist soweit richtig,
    Jedoch sind dieses Beide SALZE, und Salze lösen sich bekanntlich nach deren Einatmen in der Lunge auf, und werden letztendlich über die Blutbahn über den Harn ausgeschieden, bzw Verstoffwechselt.
    Ach bei uns an der Nordsee ist die Luft salzhaltig, aber daran ist noch niemand erkrankt, oder gestorben.

  4. Alexander Borchert sagt

    Ist denn Ammoniak nicht auch ein Kreislauf?

    Klee, Lupinen, Luzerne , Sojabohnen leben vom Luftstickstoff. Auf Naturwiesen leben Stickstoffsammler und Stickstoffnutzer in Symbiose. bei Verottungsprozessen werden Stickstoffe freigesetzt. Die Düngeindustrie gewinnt Stickstoff aus der Luft.

    Wir importieren 38 Mio t Soja aus Südamerika.
    Muss der Stickstoff nicht wieder irgendwie dorthin?
    Ich weiss, wie wertvoll Stickstoff für das Pflanzenwachstum ist, aber ist eine gewisse Ausgasung wirklich schädlich?

    • Paulus sagt

      @Alexander Borchert
      Es geht nach meiner Auffassung nicht um den natürlichen Stickstoffanteil der Atem- oder Umgebungsluft, der beträgt so ca. 78 Vol.-% und ist weitgehend inert, also ausgesprochen reaktionsträge. Bei den hier relevanten Ausgasungen aus der LW (Ammoniak/Stickstoffoxide) handelt es sich überwiegend um reaktiven Stickstoff, dessen Verbindungen zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.
      Während man bei allen möglichen anderen Prozessen die Stickstoffemissionen mittels Technologie immer besser in den Griff bekommt, scheint das in der LW nicht so einfach zu sein. Die Abgase von z.B. Kohlekraftwerken kann man weitgehend entsticken, die Ausgasungen der LW eben nicht; jedenfalls ist mir kein effizientes Verfahren bekannt, sondern nur verordnete und ganz sicher sinnvolle Maßnahmen. (Man möge mich hier gerne korrigieren.)
      Den viel gepredigten Konsumverzicht in Sachen Fleisch halte ich auch nicht unbedingt für wirksam. Dann würde fehlender Dünger halt synthetisch hergestellt, mit den gleichen oder ähnlichen Konsequenzen.
      Es ist zumindest unglücklich, den Focus und somit die Verantwortlichkeit mal lautschreiend und mal elegant auf die LW zu lenken.

      Ich stänkere hier ja ganz gerne mal gegen die Bauern, halte es aber für unlauter, alle möglichen Probleme, die dem Grunde nach häufig die sog. Gesellschaft betreffen, einer existenziell wichtigen Berufsgruppe in die Schuhe zu schieben. Da ist ganz einfach mehr Ehrlichkeit von beiden Seiten angesagt.

      • Thomas Apfel sagt

        Wenn ich es recht überlege, sind 630.000 t Ammoniak rund 30 kg N je ha, die aus dem Produktionsprozess “diffundieren”. Umgekehrt ist davon auszugehen, das dieser reaktive Stickstoff über die Niederschläge vollständig wieder in den Kreislauf eingetragen wird, nur mehr oder weniger gleichmäßig über die gesamte Land- und Wasserfläche verteilt. Die Frage ist für mich, ist das jetzt Teil der Stickstoffbilanz (und der Überschüsse) oder wird das in irgendeiner Art und Weise oben drauf gerechnet. Ich kann mir zu mindestens die Diskrepanz zwischen den vom UBA angegebenen (und nach Brüssel gemeldeten) 100 kg/ha Stickstoffüberschuss und den rund 65-70 kg/ha aus der Länderberichterstattung (und dem “Rastern” der UBA- Übersichtskarte) nicht erklären. Kann mir da mal Jemand auf die Sprünge helfen ?

        • Stadmensch sagt

          Wir hatten hier mal vor einiger Zeit einen Link auf einen “Spektrum-Artikel”
          da stand, dass ein Wald heutzutage mit einer Überfrachtung von reaktiven Stickstoffverbindungen von teilweise 60 bis 80 kg/ha zu kämpfen hat.
          Über den natürlichen Stickstoffkreislauf kämen wohl nur 2kg/ha und Jahr rein.
          Meinem Wissen nach stammen die reaktiven Stickstoffverbindungen je zur Hälfte aus industriellen Verbrennungsprozessen und dem “Brot aus der Luft”. Ohne Dünger der aus Luftstickstoff hergestellt wird, wäre die Welt eine ganz andere. Ich schlage vor, die Städter machen ihre Hausaufgaben und wählen ertmal vernünftige Leute: https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/expertenrat/wenzel/expertenrat-eike-wenzel-ps-populismus-blockiert-die-zukunft-ein-offener-brief-an-christian-lindner/23960940.html?ticket=ST-1257591-gSv1qcIQ6XNEzQLwyXT0-ap5
          Landbewohner können ja weiterhin FDP wählen, müssen sich dafür aber auch mal richtig mit dem Stickstoffkreislauf beschäftigen.

          • Paulus sagt

            @Stadtmensch
            Für den „Zukunftsforscher“ Eike Wenzel, der sich glücklicherweise für nichts aber auch gar nichts verantworten muss, ist die 15-jährige Greta Thunberg aus Schweden die Persönlichkeit des Jahres. Na denn, liebe Ingenieurkollegen und Physiker, strengen wir uns doch endlich mal anstatt zu pennen. Würde ich derartige, immer mit dem Konjunktiv behaftete Parolen bei meiner mittlerweile Französisch dominierten Company vortragen, landete ich statt auf dem Heimflug nach D‘-dorf in der Salpêtrière in Paris.

            • Stadtmensch sagt

              Was heißt denn Verantwortung für dich. Der erste zu sein, der einer launigen, bewusstlosen Spaßgesellschaft ein Elektro-SUV aufdrängen kann? Dann wären Typen wie Musk oder Breitfeld verantwortungsvoll. Sie “machen” einfach und “sichern damit Arbeitsplätze”. Sie fragen nicht nach dem warum sondern nur nach dem wie.
              Verantwortungsvoll nach meinem Verständnis sind Leute, die auch mal reflektieren und Sprüche klopfen wie: “Wir müssen endlich schaffen, symbiotisch mit diesem Planeten zu leben”
              Ich freue mich schon auf den Tag, wo uns die von uns auf die Anforderungen des Marktes zugrichtet Generation fragt, ob uns nichts besseres eingefallen ist. Zum Glück geht es jetzt schon langsam los…

          • Paulus sagt

            @Stadtmensch
            Was den Wald betrifft kann ich dir als Besitzer etlicher ha sagen, dass die Bäume nicht mit einer Überfrachtung reaktiver Stickstoffverbindungen zu kämpfen haben und die von dir angegebenen Werte nicht der Realität entsprechen. Zumindest mein Wald litt und leidet immer noch unter der Trockenheit und gewisser Kalamitäten die man unterhalb einer gewissen Höhe NN nicht in den Griff bekommt. Mein Wald wird übrigens von einem Biologen betreut der aus dem Nachbardorf stammt und selbst Waldbesitzer ist.
            N-dingsbums und SO-dingsbums sind nicht relevant, das ist Vergangenheit.

            • Stadtmensch sagt

              Ich weiß, du magst keine Links. Dann musst du mit deinem und dem Hausverstand deines Nachbarn zurecht kommen. Ist auch egal…

          • Thomas Apfel sagt

            Danke Herr Krämer,
            interessante Präsentation. Da muss ich mir Heute Abend mal Zeit nehmen. Auf die Schnelle habe ich das noch nicht erfasst (ist ja immer das Problem bei PP Präsentationen, dass man den beim Vortrag gesprochenen Kontext nicht hat). Aber erstmal herzlichen Dank, das bringt mich ein Stück weiter.

            • Arnold Krämer sagt

              Sie dürfen den Autor der Präsentation (ein sehr kompetenter Ex-Kollege) sicherlich auch anrufen, wenn Sie Verständnisfragen haben.
              Tel-Nr. siehe 1. Folie

  5. Thomas Apfel sagt

    Die Frage ist bei der Komplexität der Feinstaubproblematik ja, was genau wird da gemessen.
    Wenn man die im Beitrag verlinkten Tabellen zur Hand nimmt, ist schon interessant, dass der leichte Anstieg bei Ammoniak (auf 105 % ggü. 1995) mit dem leichten Anstieg bei Staub allgemein übereinstimmt (105% ggü. 1995). Demgegenüber ist die als besonders gesundheitsschädlich angesehene feinste Staubfraktion aus landwirtschaftlich zugeordneter Herkunft um 10 % ggü. 1995 gesunken.
    Der leichte Anstieg der Ammoniak-Emissionen deckt sich wiederum mit dem leichten Anstieg der N-Überschüsse seit 2010 (Bio-Gas-Boom). Das ist aus meiner Sicht auch insofern logisch, das bei der reinen Maisvergärung nahezu der komplette Stickstoff im Gärrest bleibt. Früher, als noch nicht gemessen wurde, gab es den Ausspruch “Wat stinkt, dat düngt”. Nur düngt eben genau “dat, wat stinkt” eben nicht nur die Felder.
    Ich denke auch, das microbielle Gülle- und Gärrestbehandlung hier Abhilfe schaffen kann.
    Eine Möglichkeit ist ja auch die Zufuhr von Kohlenstaub (Lignit oder Leonhardit), nur führt diese Methode die Biogas-Erzeugung ja völlig ad Absurdum, wenn ich den Kohlenstoff, den ich vorher als Methan und CO2 entnommen habe dann technisch wieder zuführe.
    Ich denke, dass kalte Kompostierung (MC-Verfahren) der im Sommer anfallenden Gülleüberschüsse das Ammoniak-Problem entschärfen könnte.
    Ich habe das für einen Betrieb in der Nachbarschaft (mit Milchkühen und Biogas) mal überschlagen. Sofern ich richtig gerechnet habe, könnten so ca. 40 kg N/ha gebunden werden und gezielt ins System eingeführt werden. Bei adäquater Mineraldünger-N Einsparung könnten so auch die N.Bilanzüberschüsse von (nach meiner Rechnung) derzeit 75 kg/ha (0,9 GVE/ha) um 25- 35 kg/ha gesenkt werden.

  6. Heinrich Steggemann sagt

    Ich beziehe mich hier nur auf organische Düngemittel.
    Bessere Ausbringtechnik und eiweissoptimierte Fütterung sind gute Ansätze um die Ammoniakverluste zu senken. Nachteilig wirken die immer engeren Zeitfenster zur Ausbringung der organischen Dünger zu den entsprechenden Wachstumsstadien in die wachsenden Kulturen(Verringerung des Nitratauswaschungsrisikos). Zu diesen Zeiten ist es wärmer und damit steigt das Ammonikabgasungsrisiko an der Bodenoberfläche. Gleichzeitig entstehen mehr Ammoniakverluste durch die längere Lagerdauer (gleiche Verlustmenge pro Monat kombiniert mit mehr Monaten Lagerdauer).
    Einen möglichen Lösungsweg sehe ich in dem noch wenig erforschten Weg der Stickstoffstabilisierung durch Mikroorganismen während der Lagerung. Nach ersten Praktikerberichten wirkt sich dies auch positiv bei der Ausbringung aus.

  7. Harald Müller sagt

    Demgegenüber scheint die Problematik des Ammoniaks aus der Landwirtschaft als Feinstaubbildner schon praxisrelevant zu sein. Die gerne zitierten 45% Anteil sind aber sicherlich nicht realistisch, insbesondere im urbanen Bereich.

    Dummerweise zeigen die verfügbaren Zahlen (z.B. Döhler et al.), dass Mistwirtschaft wesentlich höhere Emissionen als Güllewirtschaft bedingt.
    Tierwohlmaßnahmen mit dem Ziel der Strohhaltung sind also in Sachen Ammoniakreduzierung kontraproduktiv, selbst wenn dabei die Gesamtzahl an Tieren reduziert werden sollte.
    Leider dringt das nicht bis in die an der Tierwohldebatte beteiligten Kreise vor bzw. wird von deren Protagonisten, auch von Herrn Hofstetter, einfach verschwiegen.

    Lösungsansätze gibt es, z.B. durch die Trennung von Kot und Harn. Erste entsprechende Musterställe gibt es wohl. Man sollte aber trotzdem so ehrlich sein, und darauf hinweisen, dass dies selbst bei äußerst wohlwollender politischer/finanzieller Unterstützung ein Generationenprojekt ist.

    • Heinrich Steggemann sagt

      Ein vergleichbares Generationenprojekt wäre wohl die vollständige Düngesalzrückführung
      aus menschlichen Ausscheidungen an die Pflanzenwurzeln. Würden wir alle wieder aufs Plumpsklo schicken, würden die Ammoniakabgasungen ausserhalb der Landwirtschaft ansteigen. Lösungsansatz wäre hier die Trenntoilette, um durch die getrennte Zwischenlagerung die Ureasereaktion zu unterbinden.
      Gleichzeitig könnte der Einsatz von z. B. synthetischem Harnstoff zur Düngung reduziert werden und damit die Gesamtmenge an Ammoniak aus der Landwirtschaft gesenkt werden.
      Bei den Nutztieren ist es leider bis jetzt nicht gelungen, das sie an festgelegten Orten im Stall getrennt Kot und Harn absetzen. Aktuell gibt es einen Versuch zum getrennten Sammeln von Urin bei Kühen.

      • Inga sagt

        ” Aktuell gibt es einen Versuch zum getrennten Sammeln von Urin bei Kühen. ”

        Wie funktioniert das?

      • Heinrich Steggemann sagt

        Die sofortige nachträgliche Trennung von Kot und Harn bringt nur einen teilweisen Effekt zur Ammoniakreduzierung.
        Ein möglicher Lösungsansatz ist aus meiner Sicht eine sofortige ganzjährige Ausbringung des frischen Kot Harn Gemisches auf stark belebte und bewachsene Flächen. Durch die starke Bodenbelebung haben solche Böden ein hohes Infiltrationsvermögen für Niederschläge, um oberflächliche Nährstoffabschwemmungen zu verhindern und die aufgebrachten Nährstoffe werden vom Bodenleben in der eigenen Biomasse für die Pflanzen zwischengelagert. Die Ammoniakmenge sinkt aufgrund der stark verkürzten Lagerdauer und der Ausbringung eines grösseren Anteils der Jahresgüllemenge bei niedrigen Temperaturen und höheren Luftfeuchtigkeiten.
        Diese Überlegungen stehen im krassen Widerspruch zur aktuellen Lehrmeinung und Gesetzgebung.
        Ich persönlich komme in den letzten Monaten immer mehr zu der Überzeugung, das viele Probleme mit der Unterstützung biologischer Prozesse abgemildert oder gelöst werden können.
        Gleichzeitig wird es in Teilbereichen immer schwieriger, diesen Weg gesetzeskonform zu beschreiten, je mehr (gut gemeinte)Detailvorschriften nach aktueller Lehrmeinung und Mainstream auf den Weg gebracht werden.

  8. Harald Müller sagt

    > Kleiner Scherz: was ist, wenn es bei der Einarbeitung von Gülle staubt?

    Die Stäube der Feldbewirtschaftung scheinen keine wesentliche Rolle bei der Feinstaubmessung zu spielen. Sonst müssten in ländlichen Gebieten die gemessenen Feinstaub-Werte ja entsprechende saisonale Abhängigkeiten zeigen, was aber in der Praxis nicht zu erkennen ist.

    Dabei fallen gerade Pilzsporen (2-20 µm) oder Bakterien (~1 µm) in das Raster der Feinstaubmessungen, während z.B. Pollen (>10 µm) typischerweise zu groß sind.

    Über die Größen von mineralischen/organischen Bodenstäuben durch Winderosion oder Bodenbearbeitung habe ich leider keine Zahlen. Ich vermute allerdings, dass auch diese zu einem Großteil oberhalb der für PM10-Feinstaub relevanten Grenze von 10 µm liegen.
    (Korngrößen per Definition: Sand > 63 µm; Schluff >2 µm; Ton <2 µm)

    • Thomas Apfel sagt

      “Die Stäube der Feldbewirtschaftung scheinen keine wesentliche Rolle bei der Feinstaubmessung zu spielen.”
      Im extremen Trockenjahr 2018 war das in den Messungen deutlich zu sehen.
      Im letzten Feinstaub-Beitrag in diesem Blog hatte Willi Übersichtskarten des UBA mit den Tageswerten bei Feinstaub verlinkt. Da war zu mindestens für die am stärksten betroffenen Gebiete (Nord-West Mecklenburg und Sachsen-Anhalt) für die Zeiten der sommerlichen und Herbst- Bodenbearbeitung ein deutliche Anstieg zu sehen.
      Ich denke zwar, dass das keine gesundheitliche Relevanz hat, aber zu mindestens meine ich das beobachtet zu haben.

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