Bauer Willi
Kommentare 7

Fairer Handel verdoppelt, aber…

Der faire Handel hat sich verdoppelt und liegt nun bei 1 (einem) Prozent. Laut Süddeutscher Zeitung finden ihn aber viele richtig gut. 99% kaufen lieber doch anders.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fair-trade-ein-prozent-marktanteil-1.4534856

Und dann steht da noch der lapidare Satz: „Der Preisdruck im Markt gehe auch an den fair gehandelten Produkten nicht vorbei“.

(Aufrufe 1.416 gesamt, 1 heute)

7 Kommentare

  1. Gephard sagt

    Es ist einfach noch zu schwierig, fair produzierte und gehandelte Ware zu bekommen. Die Weltläden sind meist schlecht sortiert, faire Mode gibt’s nur in Großstädten und online, faire Elektronik gibt es so gut wie gar nicht, Lebensmittel mit dem offiziellen Fairtrade-Siegel sind oftmals gar nicht so fair.

    0
  2. Altbauer Jochen sagt

    Noch ein Nachtrag zu den grünen Kreuzen.
    Für ein Logo bzw. Transparente bei den Kreuzen
    hätte ich den Vorschlag,
    -Wo die Bauern gehen…
    … kommen die Heuschrecken-
    Das kann ja jeder interpretieren wie er möchte.

    5+
  3. Obstbäuerin sagt

    Wenn fairer Handel fair wäre, würden auch die Verkäuferinnen hier normal (nach Tarif) bezahlt werden können, falls sich nicht genügend Freiwillige finden, die unentgeltlich arbeiten wollen. Das ist aber in diesem Modell gar nicht vorgesehen und würde die Preise erheblich anheben müssen.

    3+
    • Aber wann ist der Tarif entstanden?

      Der Tarif hat doch die Produktionsarbeit teurer gemacht als der Rohstoff.
      Deswegen ist der Rohstoff kaum noch etwas wert, er wird deswegen verschleudert!

      Nicht nur die Rohstoffe der 3. Welt, sondern auch unsere landw. Rohstoffe in der 1. Welt.

      Um dem Entgegen zu wirken, hat man das TairTraid erfunden!

      0
  4. Moin!

    Vorab eine philosophische Frage:
    „Wer hat mehr Wertschätzung für Lebensmittel, derjenige, der sich Bio und Fair leisten kann, oder derjenige, der Hunger kennt, froh ist, wenn er sich überhaupt für sich und seine Kinder eine vollwertige Mahlzeit täglich leisten kann, auch wenn diese von den Tafeln oder vom Discounter kommt?“

    https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/1642258/fuenf-millionen-buergern-fehlt-geld-fuer-vollwertige-mahlzeiten

    Bei solchen Umfragen wie oben zur Fairneß sagen viele Leute gern das, was sie meinen, was die Gesellschaft gern hören würde. Das ist auch normal. Da darf man nur die Aussagen ernst nehmen, die gerade nicht sagen, was die Gesellschaft hören will. Oder anders gesagt: Frag mal 1.000 Männer, ob sie täglich masturbieren würden … wer dann mit Stolz raushaut, gleich mehrmals täglich, den kann man Ernst nehmen, wer’s verleugnet, dem würde ich nicht unbedingt glauben 😀

    Doch es zeigt, daß gesellschaftlich das Verständnis dafür da ist, quasi ein bißchen Scham fürs Unfair-Handeln. Also eine Grundlage, auf der man aufbauen kann. Zumindest wissen viele, was richtig ist 😉

    Und das Kaufverhalten zeigt leider auch, daß der freie Markt keine fairen Preise kennt. Das Freiwilligkeitsprinzip, was ja immer damit einhergeht, reicht nicht! Denn da besteht eine Diskrepanz zwischen „fair für mich als Konsument und fair für denjenigen, der es anbietet“. Denn man vergißt, daß auch für die Verbraucher die Preise immer nur teurer werden (oder der Inhalt weniger). Gefühlt zahlt man als Verbraucher auch immer mehr. Der Verbraucher hinterfragt nicht die Erzeugerpreise dahinter, der will nur den besten Schnitt machen. Aber das will jeder von uns mehr oder weniger … wenn dann der Mengenrabatt das Belohungssystem anspricht …

    Hinzu kommt Marketing von Verarbeitern und Handel. Schlachthöfe wie Gut Ponholz suggerieren mit ihrem Logo, es wäre Bauernhofidyll. Edeka liebt Lebensmittel, Discounter ALDI hat Bio usw.

    Man sollte politisch anders wählen, wenn man jemanden möchte, der dem Handel und Verarbeitern auf die Finger haut und nicht immer suggeriert, der freie Markt würde es schon richten. Denn was der freie Markt macht, sieht man heute. Das Problem, was man gern ignoriert, warum ein zügelloser Markt nie funktionieren kann: Die Handelspartner stehen in der Regel nicht auf Augenhöhe zueinander, einer ist immer der Gear***te, bei Lebensmitteln sind es Verbraucher und vor allem Erzeuger. Win-Win bedeutet dann, daß zum Beispiel Handel und Verarbeiter Profit machen … auf Kosten von Erzeugern und Verbrauchern bzw. Steuerzahlern (Subventionen).

    Fokus mehr auf Direktvermarktung, nötigenfalls über Online-Plattformen wie Marktschwärmer, Pielers, Hofkiste etc. Dann steigert es auch die Gewinnmargen für die Erzeuger. Kombiniert mit Marketing, daß Verarbeiter und Handel kritisch betrachtet, Alleinstellungmerkmal könnte sein: „Vom Hof gibt es die beste Qualität (wir schummeln nicht)!“

    Womöglich sogar eine selbstauferlegte Ertragsobergrenze, weniger ist mehr. Wenn alle mit Masse gegen den Niedrigpreis anstinken wollen, erhöht man nur das Angebot, damit fallen die Preise nur noch weiter (siehe Milchkrise oder umgekehrt bessere Kartoffelpreise während der Dürre bei schlechterer Ernte).

    Gegen ALDI und Co. hat unsere eigene Landwirtschaft keine Chance, solange der Handel immer auch bei vermeintlich gleicher Qualität billigere Angebote ebenfalls feilbietet. Denn Fairneß ist für viele kein Auswahlkriterium 🙁

    2+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.