Bauer Willi, Video
Kommentare 50

Eine einfache, praktische Frage (Video)

Wir haben Glyphosat auf der Rapsstoppel gespritzt. Das machen wir in der Fruchtfolge etwa alle 5-6 Jahre. Also nur nach Raps, nicht im Getreide oder anderen Kulturen. Im Video erkläre ich, warum wir das machen. Warum wir das früher nicht gemacht haben? Da hatten wir noch keinen Raps im Anbau.

Bio-Raps gibt es in Deutschland etwa 1.200 Hektar. Bio-Raps anzubauen ist nicht einfach und wegen zahlreicher Schädlinge auch sehr risikoreich. Die restlichen 1.000.000 Hektar werden konventionell angebaut. Und sagt mir bitte nach dem Video, was ich konkret anders machen soll. Nicht „sollte, müsste, würde, könnte“…

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50 Kommentare

  1. Ulrike sagt

    Der Bericht ist von 2016,wir haben jetzt Ende 2019 und in dieser Zeit sind schon Unmengen an PSM ausgebracht worden…von wegen nur nach dem Raps…selbst Gründünger wird gespritzt und um dann Gülle auzubringen..erst jetzt ist wieder einer und das schon das zweite Mal, innerhalb kürzester Zeit, mit der Spritze ACHTUNG auf einem geernteten Getreideacker unterwegs..QUITTEGELB!!!!
    Wir sind ALLE gefragt und es geht um unsere Zukunft !!!
    Jeder von uns sollte seine Prioritäten neu ordnen und überdenken…
    Wir Leben in einer Überfluss/Wegwerfgesellschaft
    Es wird keiner so wirklich verhungern!!!!!

    JEDOCH GEHT ES NUR UM PROFIT UND LOBBYARBEIT

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    • Bauer Willi sagt

      Bitte nicht nur Links verschicken. Das ist kein Dialog.
      Wir möchten Ihre Meinung wissen.

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    • Ulrike sagt

      Der Bericht ist von 2016,wir haben jetzt Ende 2019 und in dieser Zeit sind schon Unmengen an PSM ausgebracht worden…von wegen nur nach dem Raps…selbst Gründünger wird gespritzt und um dann Gülle auzubringen..erst jetzt ist wieder einer und das schon das zweite Mal, innerhalb kürzester Zeit, mit der Spritze ACHTUNG auf einem geernteten Getreideacker unterwegs..QUITTEGELB!!!!
      Wir sind ALLE gefragt und es geht um unsere Zukunft !!!
      Jeder von uns sollte seine Prioritäten neu ordnen und überdenken…
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    • Ulrike sagt

      Der Bericht ist von 2016,wir haben jetzt Ende 2019 und in dieser Zeit sind schon Unmengen an PSM ausgebracht worden…von wegen nur nach dem Raps…selbst Gründünger wird gespritzt und um dann Gülle auzubringen..erst jetzt ist wieder einer und das schon das zweite Mal, innerhalb kürzester Zeit, mit der Spritze ACHTUNG auf einem geernteten Getreideacker unterwegs..QUITTEGELB!!!!
      Wir sind ALLE gefragt und es geht um unsere Zukunft !!!
      Jeder von uns sollte seine Prioritäten neu ordnen und überdenken…
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  2. Matthias Zahn sagt

    Lieber Willi, Landwirtschaft ist so komplex, dass selbst wir Bauern oft unterschiedlich darüber denken. Ich persönlich gehe sogar soweit und sage immer „Ein Leben ist zu kurz, um Landwirtschaft wirklich zu begreifen!“. Wie sollen es also Verbraucher und Politiker jemals verstehen? Es gibt also mehrere Aspekte dieser Entscheidung darüber, wie wir in Zukunft wirtschaften sollen. Die eigene Überzeugung, politische Überlegungen, der Wille des Verbrauchers und bestimmt viele andere mehr. Aber wie entscheiden wir? Auf einem Seminar für Direktvermarkter habe ich mal folgenden Spruch gehört. „Je näher Sie am Kunden sind, und je näher Ihr Erfolg vom Wohlwollen der Kundschaft abhängig ist, desto eher müssen sie akzeptieren, dass ihr Unternehmen Kundenwünsche zu erfüllen hat und sonst gar nichts!“ Was nun für Direktvermarkter ganz klar gilt, gilt nicht unbedingt für alle Landwirte. Jeder muss SEINEN eigenen Weg finden. Für wen er produziert und danach seine Strategie auslegen. Wie wichtig ihm dabei die Sympathie seines Umfeldes ist, spielt auch immer mehr eine Rolle. Wir werden inzwischen von der Öffentlichkeit kontrolliert, obwohl diese keinen direkten Kundenkontakt zu uns pflegt. Als Landwirt kann ich deiner Argumentation im Video nur zustimmen. Aber letztlich werden Kundenswünsche unser tun in Zukunft bestimmen. Ob wir das als sinnvoll erachten oder nicht spielt dabei leider keine Rolle. Diese permanente Überversorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln (die wir Bauern auch mit verursachen) führt dazu, dass Verarbeiter und Handel mit immer neuen „Auflagen“ versuchen werden aus der Masse heraus zu stechen und vermeintlich bessere Verkaufs- und Produktionsargumente zu kreieren. Und in deinem anderen Viedeo mit dem Philosophen sagst du dir fehlt die Aufbruchsstimmung! Aber fehlt diese in der Landwirtschaft nicht auch? Ist diese fehlende Aufbruchsstimmung nicht auch die Ursache, weshalb wir an Glyphosat und anderen Produktionsmethoden festhalten? Müssen nicht auch wir Landwirte alte Zöpfe abschneiden und neue Wege suchen? Erfolgreiche Unternehmen haben eines gemeinsam! Sie denken nicht darüber nach ob aktuelle Entwicklungen unsinnig sind oder nicht! Sie suchen nach Lösungen um weiter am Markt bestehen zu können. Also, solange diese Geellschaft dir die Möglichkeit gibt mit Glyphosat zu arbeiten dann mach das. Sobald aber die Nachfrage oder Gesetze dir etwas anderes Vorschreiben, dann mache etwas anderes. Die Kunst liegt darin, dass Du dir heute schon eine Strategie für morgen zurecht legst. Damit du von den immer schneller werdenden Entwicklungen nicht überrollt wirst. Denn wenn die Gesellschaft der Überzeugung ist, dass Glyphosat schlecht ist, wird NIEMAND die Abschaffung aufhalten können.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Das ist richtig. Das Tragische ist nur, wenn man wirklich den Kundenwünschen folgt, wird es bald nicht mehr genug Lebensmittel geben: bei 100% Bio plus idealisierter Flächenverwilderung bei gleichbleibendem Konsum und globaler politischer Instabilität kann nichts anderes herauskommen, und wahrscheinlich brauchen wir diese Knappheit ja auch, um die Bevölkerung wieder für Landwirtschaft zu interessieren. Aber auch die Knappheit wird wieder den Landwirten angelastet werden, man wird beispielsweise sagen, warum habt ihr uns nicht rechtzeitig gewarnt. In so ferne glaube ich schon, dass man aus moralischer Verantwortung nicht genug tun kann, um die Öffentlichkeit zu informieren, man muss alles Menschenmögliche tun, um in die Medien zu kommen. Ob die Gesellschaft es dann auch rezipiert oder nicht, darauf hat man keinen Einfluss. Wenn die Bevölkerung lieber dem Naturschutzbund glaubt, dass die grünen Kreuze samt Infotext Ausdruck einer Agrarchemie-Hörigkeit sind, dann muss man das zur Kenntnis nehmen, egal wohin es führt.
      Aber alle Missstände kommen von einer Wirtschaft, welcher der Profit wichtiger ist als die Sinnhaftigkeit jener Entwicklungen, denen sie dient. Ob man sich diese Haltung zu eigen machen will, ist eine Charaktersache.

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      • Matthias Zahn sagt

        Da gebe ich ihnen vollkommen Recht! Als Unternehmer muss ich das tun, was für mein Unternehmen gut ist! Als Mensch MUSS ich aber auch andere Werte vertreten und dies führt manchmal zu Zielkonflikten. Eingebettet in eine global agierende Agrarindustrie ist der Handlungsspielraum für den einzelnen Landwirt oft begrenzt. Denn von Idealismus, kann ich meine Familie nicht ernähren…..

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  3. Thomas Bröcker sagt

    Guten Morgen Lars, guten Morgen Stadtmensch,
    aus meiner Sicht hat die gegenwärtige Betrachtung des Bodenlebens und seiner Auswirkung auf die „Bodenfruchtbarkeit“ schon im Betrachtungsansatz einige Kardinalfehler:
    1. Die Bestimmung des „Humusgehaltes“ über die C org Methode: Ganz verkürzt gesagt, sagt diese Methode nichts über die reale Zusammensetzung und Bindungsarten des Kohlenstoffs im Boden aus. Genau das bestimmt aber darüber ob ein „biologisch aktiver“ Boden eher zu einer Nitratfreisetzung und damit Auswaschung, oder zur tatsächlichen Verbesserung der Pufferkapazitäten beiträgt.
    2. Es kommt nicht nur aus die Masse, sondern auf die Zusammensetzung des Bodenlebens an.: Ein großer künstlich („regenerativer“ Ackerbau) erzeugter „Klops“ on diversem Bodenleben erzeugt erstmal mehr Nährstoffe und beschleunigt deren Freisetzung. Besonders kritisch ist dabei die beschleunigte Zersetzung der wichtigen ligninbasierten Dauerhumusformen. Indiz dafür, dass künstlich hochgetriebenes Bodenleben keine Dauerhumusformen bildet, ist die Tatsache, dass nach auch langjähriger Zufuhr von organischer Substanz nach Beendigung der Zufuhr die C org Werte in kürzester Zeit wieder auf die Ausgangswerte (vor Beginn der verstärkten Zufuhr organischer Substanz) zurückkehren.

    Abgesehen davon, dass im Wesentlichen Tongehalt des Bodens und Wasser (Niederschlagshöhe und Grundwasserstand bzw. Vergleyung) über den „natürlichen“ Dauerhumusgehalt eines Bodens entscheiden, verhindert der (unvermeidliche) Umstand der Belüftung, egal bei welcher Form der Bodenbearbeitung, die Bildung von Dauerhumus. Dies gilt insbesondere bei Gülle- basierten organischen Düngeverfahren, da hier die organische Substanz, im Gegensatz zu Stalldung; kaum Lignin enthält. Gründüngung, also Einarbeitung frischer Pflanzenmasse ohne Lignin ist so gesehen auch nur scheinbar eine Alternative.
    Auch nützt auch ein Belassen von Stroh in gehäckselter form auf dem Acker nichts. Es gibt wunderschöne Bilder über riesige Pilzmyzelflächen bei flach eingearbeitetem Stroh. Diese pilzliche Zersetzung setzt zwar schnell Nährstoffe frei, zerstört aber das für die Dauerhumusbildung wichtige Lignin im Stroh vollständig.
    Aus meiner Sicht ist (nicht belüftende) Güllekompostierung mit stark Lignin haltigen Zuschlagstoffen wie Stroh oder Holz, statt „Herbstverklappung“, die Lösung des Problems.
    Dauerhumusbildung kann in größerem Umfang nur gelingen, wenn der Prozess externalisiert, d.h. vom Feld abgekoppelt wird.

    2+
    • Stadtmensch sagt

      Danke Thomas. Ist mir auch klar, dass der Stoffumsatz (Veratmung bzw. Oxidation) bei Belüftung und Temperaturanstieg beschleunigt wird. Mit dem systemischen Einsatz von Glyphosat-Formulierungen wendet man aber eine „Black-Box“ auf die Vielfalt der örtlichen Gegebenheiten an. Ich meine, es ist für den Praktiker ohnehin schon kompliziert genug, seinen Boden so zu verstehen, dass bei der intensiven Nutzung nichts kaputt geht. Also über sehr lange Zeiträume betrachtet. Da reichten ja schon die Erdanhaftungen am Erntegut, die dem Acker beim Abtransport entzogen werden.

      Ihrem letzten Absatz stimme ich auch zu, wobei ich ja immer noch nicht kapiert habe, warum man dann nicht gleich mit Holzkohle statt Stroh o.ä. arbeiten kann. Naja – ist jedenfalls ein sehr interessantes Forschungsfeld. Wir können es uns in D leisten, LW als Forschungsgegenstand zu betreiben, da wir ja leider von außen mit Agrarprodukten „geflutet“ werden. Geld ist auch massig da. Muss nur noch jemand begreifen, dass Produktion und Handel mit Agrartechnologie eine brauchbare Perspektive für ein Industrieland ist. Also so wie bei der Bergbautechnologie. Forschen ja, hier anwenden nein.

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      • Thomas Bröcker sagt

        @Stadtmensch,
        Sie heben immer wieder auf die Ihrerseits vermutete/recherchierte Gefährlichkeit von Glyphosat incl. seiner Begleit- und Trägersubstanzen ab. Ich denke, dass das ein Nebenschauplatz ist. Zum Glyphosat kann Jeder das heraussuchen, was seine Auffassung bestätigt, weiter will ich da gar nicht in die Tiefe gehen.
        Präparate und Hilfsstoffe kommen und gehen seit Beginn ihres Erscheinens. Weil sie vorher nicht erkannte Nebenwirkungen haben, weil sie zu breit wirken und die Bedeutung von Nützlingen ab Mitte der 80-ziger Jahre mehr in den Focus rücken usw.. Glyphosat hat wegen seiner breiten Anwendung viel Angriffsfläche stellvertretend für alle Pflanzenschutzmittel den Generalangriff gegen alle chemisch synthetischen Hilfsmittel der Landwirtschaft einzuleiten.
        Es ist genau dieser Generalangriff, der mir Sorgen bereitet. Nach bisherigem Stand der Dinge sind es genau diese Hilfsmittel in Zusammenhang mit der Weiterentwicklung von technischen Lösungen die wahlweise: „Die unmäßige Expansion“ der Gattung Mensch überhaupt oder die „Ernährung der wachsenden Menschheit“ (wenn man es neutraler sieht) ermöglicht haben.
        Der radikale Bruch in Richtung der angeblich besseren von Dogmen überladenen „Öko“-Landwirtschaft wird definitiv kein einziges Problem lösen. Sondern er wird, neben dem Sterben der kleineren Betriebe, die Ernährung gefährden, und zwar egal ob vegetarisch, gemischt oder vegan.
        Der (sich in ständiger Weiterentwicklung befindliche) Pflanzenschutz sichert Menge und Qualität der erzeugten Nahrungsmittel.

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        • Stadtmensch sagt

          „Die unmäßige Expansion“ der Gattung Mensch“

          Ja. Jede Verbesserung in diesem Bereich bewirkt nur eine weitere Expansion.
          Ist wie bei dem Witz mit dem Frosch und dem Skorpion. Auf Einsicht darf man nicht hoffen.
          Werde jetzt erstmal weiter an meinem Bauschutt zu Gartenerde-Umwandlungsprojekt werkeln…

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  4. Eine Frage als selbst praktischer Landwirt:
    Das Bodenbearbeitung das Bodenleben in Gang bringt und damit die Nitrifikation ist bekannt.
    Glyphosat ist ein Argument, das Bodenleben zu schonen (verständlich). Aber müsste nun eben dieses geschützte Bodenleben nicht mehr Nitrat freisetzen, da man die Bodenlebewesen schützt und mehr vorhanden ist?

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    • Stadtmensch sagt

      Rhizobien (stickstofffixierende Bakterien, die in Symbiose mit Leguminosen leben), reagieren empfindlich auf Glyphosat. Auch andere wichtige Bakterien (Pseudomonas fluorescens) als Gegenspieler pilzlicher Schaderreger, werden von Glyphosat reduziert.
      Es kommt eben nicht nur auf die Menge des Bodenlebens an, sondern vor allem auf dessen Zusammensetzung. Ganz zu schweigen von der Kationen-Fixierung (Nichtverfügbarmachen von Spurenelementen die dann für den Stoffwechsel der Pflanzen fehlen)…
      Dann die (je nach Standort bis zu 240 Tage) lange Halbwertszeit im Boden von Wirkstoff und Abbauprodukt. Ist aber alles kein Problem für die „Moderne LW“. Es stehen genügend Mittel zur Verfügung, um diese Beeinträchtigungen zu kompensieren. Einfach beraten lassen, kaufen, hochwissenschaftliche Arbeitsplätze sichern, Anlegerfantasien beflügeln.
      WinWinWin!

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      • firedragon sagt

        Guten Morgen Stadtmensch,
        auch das ist kein einfache Antwort.
        Es gibt Mittel, die zusammengenommen, einen ähnlichen Effekt hätten, alles natürlich mit Beratung. Geht aber auch immens in den Geldbeutel.
        Desweiteren hat die Chemieindustrie kein Interesse an der Entwicklung von eventuell geeigneten Mitteln für Deutschland und EU. Es rentiert sich nicht.

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      • Dorfmensch sagt

        Sehr geehrter Herr Stadtmensch,

        Versuchsergebnisse unter Praxisbedingungen sagen aber etwas anderes aus: Glyphosatverzicht und intensive Bodenbearbeitung erhöht den Nitratgehalt im Boden vor Winter deutlich, im roten Gebiet und auch außerhalb! Schöne Grüße an das Nitratauswaschungspotenzial über Winter! Modellversuche sagen da gar nichts aus.
        Bauer Willi baut nach dem Raps doch keine Leguminosen an, ich denke mal Wintergetreide.

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        • Bauer Willi sagt

          Ja, es folgt Winterweizen. Das wird auch im Video gesagt. Leguminosen sind ja in der Regel Sommerungen (es gibt Versuche mit Wintererbsen). Mit Winterungen fixiere ich die Nährstoffe in der Pflanzenmasse, also Wurzeln und Blätter.

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    • Johannes sagt

      Die Bodenbearbeitung stört die Macorfauna, also Maulwürfe, Regenwürmer usw. Nitrat wird von der Microfauna gebildet, also Bazillen, diese sind so klein, dass ein Grubberstrich ihnen nichts ausmacht. Nitrat ist eine Kombination aus Stickstoff und Sauerstoff. Wird bei der Bodenbearbeitung Luft in den Boden gemischt, bekommen die Bakterien Aufwind, die den Stickstoff aus den organischen Verbindungen abbauen und in Nitrat umwandeln. Daher bringt jede Bodenbearbeitung einen Mineralisationsschub.

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  5. Ja, so sind die Bodenubterschiede entstanden.

    Wo wohl das Dorf Hemmerde bei Unna den Namen hat?

    Warum war Unna mal eine Ackerbürgerstadt?

    1+
  6. Altbauer Jochen sagt

    Die Böden in Deutschland sind so verschieden
    das es gar keine einheitliche Strategie für die Bodenbearbeitung
    geben kann.
    Die Erfahrung ist entscheidend wie man mit seinem
    Acker bei Trockenheit oder Nässe umgehen muss bzw. kann.

    8+
  7. @ Bauer Willi:
    Mich interessiert ob denn ohne Bodenbearbeitung und wenig regen nach dem einsäen von WW viel Raps und Unkräuter aufgehen?? Wie wird denn jetzt gesäht? Wäre ja mal interessant zu sehen wenn ein Streifen des Ackers mit Bodenbearbeitung angelegt wäre. Du kennst keine Kalksteinböden! Mit Scheibenegge drüber hast hinten auch nix gesehen. Trotz Trockenheit ging die gut ein. Und wenn Du den Boden nicht verlieren willst darfst keine Rüben mehr anbauen. Oder schrubbt ihr die bevor verladen wird?

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    • Bauer Willi sagt

      Wir machen vor dem Weizen einen etwa 15 cm tiefen Grubberstrich. Nur so tief, dass Bodenunebenheiten ausgeglichen werden. Dann folgt die Saat. Vorne im Trecker eine Prismenwalze, dahinter die Kreiseleggen-Sä-Kombination. Fertig.
      Rübenanbau: Der findet hier im Rheinland seit über 100 Jahren statt. Geht aber derzeit zurück, weil die Rahmenbedingungen nicht mehr passen. Könnte sich also von alleine erledigen…

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  8. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Übrigens: Selbst Ökobetriebe werden nach mehrgliedrigen Fruchtfolgen mit darin integriertem Rapsanbau Samen in tiefere Bodenschichten verlagern. Das lässt sich wirklich NICHT vermeiden.

    Wer schon einmal sehenden Auges Mohn in Raps gesichtet hat -Mohn ist auch eine Ölpflanze und befindet sich nicht im Anbau- müsste sich ansonsten verwundert die Äuglein reiben, woher dieser kommt.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      In jedem Quadratmeter Boden „bevorratet“ unsere Mutter Natur unzählige keimfähige Samen, und das ist gut so!

      Mit diesem Problem wird insbesondere unser größter Glyphosatverbraucher in Deutschland konfrontiert. Auf dessen absolut überdüngten Flächen dürfte im eigentlich kein Grün mehr sprießen; und dennoch erlaubt sich die Natur, dagegen widerspenstig zäh immer wieder „anzukeimen“.

      2+
  9. Elisabeth Ertl sagt

    Ich will diese Methode überhaupt nicht in Frage stellen, aber eine Frage stellen: Wieviel Energie verbraucht die Produktion von Glyphosat, um wieviel weniger als ein Grubber?

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Da ist sogar ein gigantischer Faktor dazwischen zugunsten von Glyphosat, allenfalls marginale Unterschiede von Schlag zu Schlag.

      Die Produktionskosten von Glyphosat bewegen sich mittlerweile im Cent-Bereich bei jedoch noch immer dagegen astronomischen Gewinnspannen der Hersteller.

      Bei einem Arbeitsvorgang mit dem Grubber -nur die Treibstoffkosten- benötigt man zwischen 15-30 Liter Treibstoff, ohne Maschinen- und Arbeitszeitkosten.

      Beim Spritzen wird demgegenüber etwa 1 Liter/ha benötigt. Das Totelherbizid beseitigt in der Regel alle Grünpflanzen, was man beim Grubbern nicht voraussetzen kann. Der Eingriff ins Bodengefüge, bei allem was kreucht und fleucht, ist beim Grubbern ein ganz anderer als bei Glyphosat. Eine generelle Aussage darüber, was dabei als das Bessere zu bewerten ist, können nur diejenigen treffen, die nicht der Fraktion der noch Ackernden zuzuordnen sind.

      Für die bäuerlichen Familienbetriebe gibt es aber wohl nichts besseres als ein Verbot von Glyphosat, weil sodann die aktuellen desaströsen Getreidepreise bald der Vergangenheit angehören werden.

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      • Was interessiert dann die Getreidepreise wenn in Europa das Glyphosatverbot herrscht? Gar nix!!! Ich Grubber auch Rapsstoppel. Vorher Scheibenegge.

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      • firedragon sagt

        Unkomplizierter Wurzelwicht,
        ich wollte mich eigentlich aus den Gesprächen hier heraushalten, da keines bisher eine wirkliche Antwort auf Willis „einfache“ Frage gibt.
        Da ich Dich nicht kenne : ist Dein letzter Absatz ironisch gemeint? Ich hoffe es zumindest.

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      • bauerhans sagt

        „weil sodann die aktuellen desaströsen Getreidepreise bald der Vergangenheit angehören werden.“

        NEIN,dann wird aus dem ausland geliefert,nicht glyphosatfrei.

        7+
      • Paulus sagt

        @ unkomplizierter Ww
        Elisabeth Ertls Frage war ein wenig unpräzise. Wenn ich sie richtig interpretiere, geht es ihr es um die Energiebilanz was die Herstellung und Anwendung von Glyphosat im Vergleich zu mechanischer Bodenbearbeitung betrifft. Allein darauf sollte man eingehen.

        Zu den Gewinnen in astronomischer Höhe empfehle ich sich mal bei der Bayer AG informieren, da ernten sie nur ein gequältes Lächeln. Ein Großteil dieses Produktes wird von ChemChina und indischen Billigproduzenten auf den Weltmarkt geworfen.

        2+
    • Paulus sagt

      @ Elisabeth Ertl
      Der gesamte Syntheseprozess verläuft doch über die Herstellung mehrerer auch anderweitig anwendbarer marktfähiger Vorprodukte, ebenso dürften anderweitig verwendbare, ebenfalls marktfähige Zwischenprodukte anfallen. Das ist das grundlegende Produktionsprinzip der chem. Industrie und da gibt es ganz klar auch eine Verrechnungsbasis, für die interne Anwendung wie für externe Kunden.

      Bezügl. des reinen Wirkstoffs Glyphosat und der anschließenden unterschiedlichen Formulierungen könnte man das jetzt mal aufdröseln. Hinzu kommt die Verpackung in Kunststoffkanistern einschl. deren Herstellung sowie thermischer oder sonstiger Wiederverwendung, der Transport von A über B nach C, etc. Nicht zu vergessen, dass sich auch Glyphosat nicht von selbst auf dem Acker verteilt. Wäre doch mal eine dankbare Aufgabe für die langen Winterabende einer Bergbäuerin. 🙂

      Ich kann mir nur schwer vorstellen, das man zu seriösen Vergleichszahlen bezügl. des Energieaufwands gegenüber mechanischer Bodenbearbeitung gelangen kann. Was immer dabei auch herauskommen mag, ich garantiere es widerlegen zu können.

      1+
        • Paulus sagt

          Ja Bauerhans, das habe selbst ich begriffen. Jetzt komme ich mal als neunmalkluger Scheißer daher und glänze mit meinem Schulwissen von vor ca. 55 Jahren. Demnach sind die fruchtbaren Lößböden gerade oder allein aufgrund von Erosion entstanden.
          Im Klartext würde dies bedeuten, dass die einen durch Erosion verlieren, während andere gewinnen und insofern nichts wirklich verloren geht. Ich bin mir allerdings nicht sicher ob unser Geographielehrer da wirklich den Durchblick hatte. So richtig aufgepasst hab ich da eh nicht, stand schließlich alles in dem Schulbuch von Klett.
          Ob die Lerninhalte heute noch gültig sind weiß ich nicht; bei meiner Tochter kam immerhin noch das Schwemmland hinzu.

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          • Ja, so sind die Bodenubterschiede entstanden.

            Wo wohl das Dorf Hemmerde bei Unna den Namen hat?

            Warum war Unna mal eine Ackerbürgerstadt?

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    • Mark Rössler sagt

      Sehr gute Frage Frau Ertl! Aber vergessen wir nicht die wirklich aufwendigen Prozesse für die Verschleißteile. Wie viel Energie wohl benötigt wird, um Stahl herzustellen und in Form zu bringen, damit die Verschleißteile für Grubber, Fräse und Scheibenegge immer wieder erneuert werden können? Die Strahlproduktion ist ein Energiefresser.

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  10. Moin!

    Ich finde es spannend zu lesen als Verbraucher, wie man ein Feld bewirtschaftet. Nach meinem Kenntnisstand entspricht ein Hektar Herbizideinsatz ca. 1 l Kraftstoff, Pflügen hingegen rund 15 l Kraftstoff?

    Das heißt, wer auf eine mechanische Bodenbearbeitung setzt, sollte möglichst flach und energiesparend arbeiten, jedoch auch so, daß dabei der Boden nicht zu sehr verdichtet wird?

    Anmerkung am Rande, weil die Glyphosat-Diskussionen daran oft scheitern: Der getestete Wirkstoff Glyphosat ist nicht dasselbe wie Formulierungen mit Netzmitteln wie Roundup. Eventuell sollte man auch selbst da immer etwas präziser sein in der Wortwahl, sonst kann man kritischen Verbrauchern nicht vorwerfen, wenn sie auch nur von Glyphosat sprechen, aber Roundup und Co. meinen.

    Das hier an Ausrüstung habe ich im Zuge der Recherche gefunden:
    IAT Flachgrubber: https://www.topagrar.com/technik/news/iat-glyphono-geht-unkraut-an-den-kragen-11578162.html

    Mit Strom gegen Unkraut (zerstört Kapillare in den Pflanzen):
    Case IH: https://www.bwagrar.de/Technik/Mit-Strom-gegen-Unkraut,QUlEPTYwMjY4NzEmTUlEPTUyOTI3.html

    Die Maschinen muß man erstmal haben, da sehe ich den Genossenschaftsgedanken wieder stark vorn, Bauer Willi hat ja quasi eine Mini-LPG bei sich. Solche Ansätze erlauben ganz andere Anbau-Strategien, als wenn jeder vor sich selbst hinwerkelt.

    Grundsätzliche Gedanken:
    Die Wirkung von Herbiziden ist endlich, die Natur paßt sich an, insofern sind andere Strategien mit Fokus auf Langfristigkeit besser meines Erachtens. In den USA kann man es sehr gut sehen, wie die Anpassung der Natur dort in großen Schritten erfolgt.

    Der Einsatz von Chemie kann oft Nebenwirkungen mit sich bringen (siehe vierzig Jahre Einsatz des erbgutschädigenden Netzmittels Tallowamin, PCBs, Lindan, Diuron, DDT und so’n Zeugs).

    Selbst Glyphostverbot macht es nicht besser aktuell. Entweder werden dann mehrere selektive Herbizide wie Dicamba gegen Zweikeimblättrige etc. eingesetzt. Oder aber der gerade in Entwicklung befindliche Zucker 7dSh wäre der Nachfolger.

    Durch Herbizide kann man mit weniger Kraftstoffeinsatz günstiger wirtschaften. Aber bishre wurden etwaige Einsparungen bei Preisverhandlungen eh immer eingepreist und werden dann vorausgesetzt. Insofern würde ich mehr für bessere Preise kämpfen statt für günstigere Produktion.

    Phytosanitär (Pilze etc.) und mit Blick auf Mäuse und Schnecken ist mechanische Bearbeitung besser als die chemische.

    Die Produktionsmethode ist abhängig vom Boden. Tiefpflügen bei tonhaltigen Böden wäre sinnfrei, wenn man die Tonschollen dann noch zerteilen müßte als Beispiel. Manche Böden haben sehr wenig Humus. Mechanische Bodenbearbeitung erhöht die Oberfläche, was dann zum Beispiel bei Schwarzbrache in ungünstigen Trockenphasen zu erhöhtem Wasserverlust führt, Erosion fördert (siehe im Frühjahr dieses Jahres die Wüstenbildung in Ostdeutschland).

    Zum Raps: Aufgrund der Auflagen beim Pflanzenschutz ist der Anbau aus Gründen der Wirtschaftlichkeit hier in der Region Oldenburg-Land, Niedersachsen, stark zurückgegangen. Rapsglanzkäfer und Co. spielen da ja auch eine Rolle am Ende.

    2+
      • ottmarWelker sagt

        Eine einfache Frage sagen Sie? Eine Antwort.
        Ja oder Nein?
        Beides oder keines, reicht das?
        Kenntnisse statt Meinungen seien gefragt.
        Dies sagte Bernhard Bolkart vom Badisch-Lanwirtschaftlichen Kreisverband Villingen.
        MdB Thorsten Frei hatte Ministerin Julia Glöckner eingeladen, auf einen Familienbetrieb und am 17. 9. 19, berichtete Birgit Heinig darüber im Schwarzwälder Boten.

        Mit der Suchfrage zu – Untersuchungen zur Stoppelbearbeitung von Dr. agr. Werner Koch- bei bing.com oder google.de findet sich seine Promotionsarbeit von 26. Februar 1960, Erscheinungsdatum 1959, Sie ist vergriffen und hat im Internet neuere Nachfolger 126 oder 165 Seiten dicke,Semanticscholar.org, Proplanta de 2015. Die erste solide Untersuchung damals heißt „Untersuchungen zur Ünkrautbekämpfung durch Saatpflege und Stoppelbearbeitungsmaßnahmen“.
        Diese ist bei mir zu Hause und als Veröffentlichungen, außerdem noch komprimiert in mehreren Folgen im Fachblatt oder Zeitschrift für Pflanzenbau erschienen, als Erinnerung vom Wegwerfen, aufgehoben.
        Als einer seiner 50 Promovierten, die staatlich oder von Privat gefördert wurden, um möglicherweise die Landwirtschaft und Gesellschaft zu fördern und wissenschaftlicher Methoden zu verbreiten, beschäftigt mich dies nur nochals Sammler von Andenken nicht von Berufs wegen.
        Personen wie Professor W. K. und neben ihm andere waren zeitlebens fasziniert, es sind aber davon weniger als an einer Hand abzählbar. Sie waren schon von seinem eigenen Doktorvater Rademacher angeleitet worden, wie etwa Prof. Domsch vom Bodenleben, Dr. Schwertle von der Minmalbodenbearbeitung Auch sein noch ganz neues ausgemusterte dickes teures Buch habe ich selbst.
        Was fange ich sonst damit an, seit es die „Wundermitteln“ von meinen Kindesbeinen an gab, wie U 46 von BASF und E 605 von Bayer als Insektenkiller.
        In Okinawa, wo Supersieger GI bis 1972 und moskitobekämpfende US Befreier walteten und eine Universität auf das verbrannte Königschloß bauten, diese Kulturbanausen, hatten die Bauern den Beweis dafür, dass sie Helden waren im Vernichten von kleinen Feinden.
        Mit dem „Wunderpulver“ vom Schweitzer Chemker Dr. Müller wurden Moskitos ausgerottet, samt Malaria zum eigenen Wohl. Die kaputten Korallen wuchsen wieder.
        Bis heute ist es ihnen wirtschaftlich nicht möglich gewesen Wohlstand und nationale Selbstständigkeit unter dem Schutz der US Basen und Aufbau von Sozialsystemen durch zwei Superwirtschaftsmächte zu erreichen. Nur die Ishigaki Insel blühte 1992/3 wegen der Agrarentwicklung sowie der Tourismus als Anfang gfördert durch Bildbände von Aussteigern. Fischerei-und Landwirtschaftsprojekte waren ohne gute Verbindung zum fernen Konsumenten von Kobe bis Tokyo, mit tagelanger gefährlicher Schifffahrt entfernt. Früher handelten sie, durften aber nicht in Übersee siedeln unter Todesbedrohung unter einem eigenen König, die glücklichen Bewohner eines tropischen Meeres, wie der erste US Schriftsteller auf dem Kriegsschiff anfangs über ihre Lebensart schrieb.
        Durch den warmen Kuroshi Strom über Zuwanderung gefördert, durch Tsunami in der Bucht von Iraho die einheimische Bevölkerung zur Hälfte ertrunken, bei überwiegend unfruchtbarem, artenreichem subtropisches Waldland stark übersiedelt, an Kaiser von China und Japan durch den Satsuma Clan abgabenpflichtig, blieben sie ohne Armee, möglichst neutral
        Bald waren sie verarmt und feindselig untereinander, auch gegenüber den gleichen abermaligen US Besuchern diesmal sehr mißtrauisch.
        Heute aber gehören sie mit zu den ältesten Bewohnern der Welt durch gesundes Klima, von alkoholabstinenten starken Frauen im Geschäftsleben getragen, von eigenem Gemüse in Gärten, mit Fleisch Importen versorgt durch genug japanische Devisen, müßen Schwangere, die ohne Ernährer früher sicher verloren waren, nicht mehr über die Klippen stoßen, den Alten, Zähne zum schnelleren Verhungern nich gebrochen werden, damit die Übrigen leben konnten oder auswanderten.
        Eher unglücklich die Bauern darüber, dass nicht, wie früher, ein Droßfamilienversorger oder mehrere Familien, die Geld hatten, das Schwein oder die Kuh vor der Aufzucht ankauften und die Männer damit in den örtlichen Bars vor den Besitzerinnen protzen konnten. Heute denken sie noch an die gute alte Zeit zurück.
        Ich selbst finde schon, dass jemand rechtzeitig sich sorgen müsse, damit nicht wieder „Naturkenner“ im Namen einer Partei zum Drohen gegenüber “ Mißständen“ wie etwa durch den Hohenheimer Giftweizen gedankenlos erfolgte Tötung von Greifvögeln über deren Nahrung in empörten Briefen mit D…. Gruß“, „Hat man den Neuen Wind noch nicht wehen gehört! “ die Akten füllen bis sie- nicht alle- verheizt wurden. Braune, Rote, Gelbe und Blaue wie den Schornsteinfeger zum Erschrecken nutzen wollen und dann von diesen schlimm benutzt werden. Die Zauberlehrlinge nicht mehr los werden.
        Alle Parteien oder Interessengruppen haben auch solche Menschen wieder unter sich und manche fördern sie wie zum Ausstellen in ihren Auslagen.
        Widersprechen ist richtig oder sich verweigern. Selbst können sie wenig machen aus Unkenntnis.

        Ein Rätsel.
        Wer sagte das:“ Ich bin doch nicht angetreten, um das Ende der Landwirtschaft einzuläuten! Ich verfüge über den größten Haushalt der Geschichte!
        Bauernbashing verbietet sich! Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag!
        Fordere öffentliche Kommunikation sowohl in der Land-und Forstwirtschaft, verteidige verschärfte Düngerverordnung, werbe für das von mir vorgeschlgene Tierwohllabel!
        Ich stehe für meine Reduktionsstrategie in Sachen Glyphosat ein!

        1+
        • firedragon sagt

          Guten Tag Herr Welker,
          ich habe Herrn Suhr nur auf „Bauer Willi ’s“ Wunsch nach einer Antwort auf seine „einfache“ Frage hingewiesen, da er eher ausschweifend war und keine Antwort geben konnte.
          Ich weiß, dass Sie die Antwort geben können, haben Sie auch schon „beides oder keines“.
          Wenn Tier-und Naturschützer fordern, dass ALLES Getier zu schützen ist. Wenn gefordert wird, dass jeglicher Pflanzenschutz zu unterlassen ist. Wenn Umweltschützer CO2 Ausstoß verhindern wollen u.s.w was bleibt dann noch?
          „Bauer Willi“ kann, egal was, nichts mehr spritzen (auch die Bio ’s nicht), er dürfte keine Bodenbearbeitung machen (auch die Bio‘ s nicht).
          Ich denke, darauf will Herr Dr Kremer-Schillings hinaus.

          Dafür stehen die Grünen Kreuze.

          „Bauer Willi“ wird es keinem gerecht machen können, jeder fordert.
          Es kann auch jeder fordern, mit Maß und Verstand und Kenntnis nicht mit Meinungen.

          Zum Schluss : ersetzt „Bauer Willi“ durch
          Landwirtschaft

          1+
  11. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Meine Minimalbodenbearbeitung, für die Zeit nach Glyphosat:

    3-Meter-Frontgrubber mit 45 cm Flügelschar unterstützen die Schlepperzugleistung und sparen damit Treibstoff(!), da dieser nicht schwimmend, sondern auf „Angriff“ gefahren wird, meint, die Schleppervorderachse wird nachhaltig belastet. Der Grubber wiegt gerade einmal 340 kg, bringt aber auf die Frontachse bei richtiger Einstellung über 1000 kg. Beim Wendevorgang u. bei der Anfahrt fährt man damit keinen unnötigen Ballast spazieren.

    Im Heckanbau befindet sich die Kreiselegge-Drillkombi mit Rollscharen; letztere extrem wichtig, da verstopfungsarm. Das vertikal rotierende Bodenbearbeitungsgerät kann bei Bedarf -je nach Aussaatbedingung- durch ein horizontales -Zinkenrotor bzw. Fräse- ersetzt werden, in einigen ganz wenigen Fällen kommt eine Rüttelegge (weißes Feld) zum Einsatz. Letztere hinterlässt den Boden klutig, was insbesondere bei zur Verschlemmung neigenden Böden vorbeugend wirkt.

    Viele bezeichnen das vielleicht nicht als nachhaltig, da hierbei der Grubber zum Einsatz kommt, allerdings im Frontanbau, bei nur einer Überfahrt auf den Schlägen!

    Ein zur Aussaat für die eigenen Zwecke technisch entsprechend modifizierter Bagger unterstützt obendrein nachhaltig effizient des Bauern nach einigen Jahrzehnten doch massiv strapaziertes Knochenskelett. 🙂

    …Unsere Spaziergänger waren vom Pommes-Geruch des mit Pflanzenöl betankten Schleppers jedenfalls in der Vergangenheit begeistert! – Heute aber herrscht ein ganz anderer Zeitgeist, ob zeitgemäß modern nachhaltiger aus ökologischer Sicht, wage ich stark zu bezweifeln.

    Ganz nebenbei untermauernd zu letzterer Aussage noch:
    Was mich extrem befremdet ist die Tatsache, dass im heurigen Trockenjahr gegenwärtig die Bio-Kartoffeln zunächst mit Wasser förmlichst geflutet werden müssen, damit sie ohne Sprengmeister überhaupt beerntet werden können. Sinnbefreiter kann man wertvolles nitratarmes(!) Trink- und Grundwasser beileibe nicht verschwenden. Selbige Böden sind aber bei unzähligen Überfahrten im Vegetationsverlauf derart verdichtet -sehr häufig kommt eine zu schmale Bereifung verschärfend hinzu, man arbeitet förmlichst mit „Schneideisen“- dass man jetzt gar keine andere Wahl zu dieser Grundwasserverschwendung hat, ohne dabei den fossilen Energieverbrauch bei den nicht selten weiten Anfahrten zu gewichten.

    Ich stelle mir deshalb die Frage: Ist das die bessere Nachhaltigkeit für unsere Mutter Natur!?

    Ich jedenfalls bin und bleibe flexibel, lasse mich gerne (gut) beraten! – Für mich gibt es DEN KÖNIGSWEG in der LW nicht, nur die Spezies aus der Fraktion der Alles- u. Besserwisser nehmen das für sich selbst in Anspruch und verurteilen jeden, der sich dahingehend seine Flexibilität offen halten möchte. – JEWEILS STANDORTANGEPASST!!!

    Die erforderliche Technik gibt es leider nicht von der Stange zu kaufen, da in unseren „goldenen Käfigen“ noch immer das theoretische Wissen obsiegt u. die Praktiker auf dem Feld die tumben, fremdgesteuerten Tore waren, sind und fernerhin auch bleiben werden!

    Dieses bäuerliche „BLEIBERECHT“ konterkariert, überstrapaziert man aktuell jedoch über alle Maßen. – Und das ist nicht gut!!!

    8+
  12. bauerhans sagt

    ich hatte nach erbsen auch 3 L glyphosat + 3kg SSA eingesetzt,um distelplatten und melde zu bekämpfen.
    GRUBBERN war bisher nicht möglich.

    0
  13. Eckehard Niemann sagt

    Aus: Praxisnah.de:

    Jetzt anfangen, Erfahrungen zu sammeln:
    Bereits jetzt sollte – zumindest auf kleiner Fläche – probiert werden, auf Glyphosat zu verzichten, um Erfahrungen zu sammeln und alternative Strategien zu entwickeln. Dreh- und Angelpunkt ist eine angepasste, erweiterte Fruchtfolge mit häufigem Wechsel von Blatt- und Halmfrüchten, sowie von Sommer- und Winterungen. Dies schafft Zeiträume für mehr Bodenbearbeitung und damit für die Bekämpfung von Unkräutern und Ungräsern vor der Aussaat.

    Bodenbearbeitung ohne Glyphosat: Weizen nach Raps: Ausfallraps bekämpfen:
    Folgt Weizen nach Raps steht ein relativ langer Zeitraum zur Bodenbearbeitung zur Verfügung, den man zur Bekämpfung des Ausfallrapses nutzen sollte.
    Bisher – mit Glyphosat – ist vielerorts ein erster Arbeitsgang mit einem Grubber oder einer Kurzscheibenegge üblich, nachdem ein Teil der Samen aufgelaufen ist. Dabei wird oft der Fehler gemacht, die Fläche richtig „schwarz“ zu hinterlassen. Damit werden Samen jedoch tief in den Boden eingearbeitet und über Jahre konserviert! Mit einigem zeitlichen Abstand folgt dann der Einsatz von Glyphosat und im Anschluss die Grundbodenbearbeitung und die Aussaat.
    Ohne Totalherbizid bietet sich beispielsweise folgende Arbeitsfolge an: Zuerst wird der Bestand zwei- bis dreimal gestriegelt oder alternativ einmal gemulcht. So kann sichergestellt werden, dass alle Schoten geöffnet und der Großteil der Samen zur Keimung angeregt werden. Letztere werden im Anschluss durch einen zwei bis drei Zentimeter tiefen, ganzflächig schneidenden Arbeitsgang entfernt, sobald zwei Laubblätter je Pflanze ausgebildet sind. Durch den flachen Arbeitsgang lässt sich die grüne Brücke wirkungsvoll unterbinden und es werden keine Samen in tiefere Schichten vergraben (s. auch Exkurs). Dies ist besonders wichtig, da die Samen aufgrund der sekundären Dormanz für Jahrzehnte im Boden überdauern können.
    Kurz vor der Aussaat erfolgt dann ein weiterer Bodenbearbeitungsschritt mit einer maximalen Arbeitstiefe von fünf bis sieben Zentimetern.

    5+
    • Stephan sagt

      Dann habe ich vier Bodenbearbeitungen, es ist ja nicht nur der Diesel, es kommen Öl Wechsel Intervalle, Verschleiß der Maschinen und des Traktors dazu, von Zeitaufwand reden wir dann noch gar nicht.
      Das ist auf keinen Fall umweltschonender!

      7+
    • firedragon sagt

      Herr Niemann,
      bitte zählen Sie selber nach, wie oft Sie jetzt über den Acker gefahren wären, Sie hätten sehr viel CO2-Ausstoß. Gerade das möchte „Bauer Willi“ eben vermeiden, ebenso den Dieselverbrauch.
      Oberländer, uns stehen zweierlei Striegelvarianten zur Verfügung. Bei der Trockenheit derzeit, ist keiner davon zu gebrauchen.
      Für alle : Scheibenegge, Grubber, Pflug – alles da, geht aber nicht, da der Boden zu trocken ist.
      Bei ALLEN mechanischen Möglichkeiten, MÜSSEN dafür optimale Bodenbedingungen vorhanden sein.
      Und fast jeder Landwirt nutzt das auch so.
      Das Glyphosat ist die Feuerwehr, wenn nichts anderes möglich ist. Und solange es nichts mit vergleichbarer Wirkung gibt, sollte es, wie im Video benannt, als eines von vielen Werkzeugen im „Werkzeugkasten“ bleiben. Lieber Willi, ich weiß, dass ist keine Antwort auf Deine Frage. Ich wollte Deine Frage hiermit nur noch bekräftigen. Mit der Aufforderung, Antworten zu erhalten, die sich tatsächlich IMMER umsetzen lassen.

      9+
      • bauerhans sagt

        ich hab nur nen kleinen schlepper aus MA und dachte mir,ich probiers mal mit dem 3m grubber mit herzscharen,alle räder drehten durch und ich dachte mir,leih dir den grossen mit doppelt soviel PS.
        dann hatte ichs nochmal mit dem kleinen probiert und 3 scherbolzen rissen gleichzeitig,das wars.

        1+
      • Bauer Willi sagt

        Danke. Pflug und Flügelschargrubber haben wir. Zweiterer geht aber mindestens auf 10 cm, flacher geht rein technisch nicht, da wir sonst keinen „Griff“ bekommen. Striegel haben wir keinen und kenne auch niemand, wo ich mir den leihen könnte. Habe ja auch gesagt, dass wir bisher keinen Regen hatten und der Boden knochentrocken ist. Wer hier mit der Scheibenegge versucht hat, hat gleich wieder aufgehört, weil er eine riesige Staubfahne hinter sich herzieht. (Feinstaub? 🙂 ) Materialverschleiß ohne Ende. Dieselverbrauch hoch.

        8+
    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Warum die Rapsschoten öffnen – Raps ist imstande, in der Schote zu keinem. Wenn Wasser und Wärme verfügbar sind, keimt der Raps immer. Wenn er lange genug nass ist, wächst er doch sogar auf dem Halm auf.

      Verbranntes Geld mithin!

      2+

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