Bauer Willi
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Experimentierfeld Schweiz – Blaupause für Europa?

In der Schweiz soll im Juni über zwei Initiativen abgestimmt werden, die die Landwirtschaft dort grundsätzlich verändern würde. Aber nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Ernährung, denn eine Verknappung von Lebensmittel und stark ansteigende Preise sind sehr wahrscheinlich. Ich habe Samuel gefragt, um was es geht und welche Folgen es haben könnte, wenn die Vorschläge der Initiativen angenommen werden.

 

Hallo Samuel, Du bist Landwirt in der Schweiz und Präsident von https://www.bauern-unternehmen.ch/. Auf diesem Portal wettert ihr ganz schön gegen zwei Initiativen, die bei euch im Juni zur Abstimmung stehen. Kannst Du kurz zusammenfassen, um was es in den beiden Initiativen geht?

  • Die Trinkwasserinitiative (TWI) will, dass nur noch die Betriebe Direktzahlungen erhalten, welche pestizidfrei produzieren. Zudem darf kein Antibiotika prophylaktisch eingesetzt werden und es dürfen nur so viele Tiere gehalten werden, wie mit auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden können. Die Betriebe welche dies nicht einhalten können, sollen zukünftig keine Direktzahlungen mehr erhalten.
  •  Die Pestizidverbotsinitiative (PVI) verbietet den Einsatz synthetischer Pestizide in der landwirtschaftlichen Produktion. Die Einfuhr zu gewerblichen Zwecken von Lebensmitteln, die synthetische Pestizide enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind, ist ebenfalls verboten.

 

Der Import von Lebensmitteln zu verbieten, bei denen „Pestizide“ eingesetzt werden, erscheint mir unrealistisch. Reichen die Lebensmittel dann noch für alle Schweizer? Die Preise würden extrem ansteigen, vom Gedanken der Regionalität gar nicht zu reden. Haben die Initiatoren das nicht bedacht?

Die Schweiz verfügt momentan über einen Lebensmittel-Selbstversorgungsgrad von ca. 54%. Dieser wird sich bei Annahme der Initiativen massiv verschlechtern, weil die Durchschnittserträge sinken werden und es zum Teil auch zu Totalausfällen kommen kann. Wenn der Initiativtext streng umgesetzt wird, gehe ich davon aus, dass die Schweiz nicht genügend Nahrungsmittel in der geforderten Qualität finden kann, sei es im In- oder Ausland. Ebenfalls betroffen bei der Pestizidinitiative sind nachgelagerte Betriebe der 1. und 2. Verarbeitungsstufe. So würde die vielgepriesene Schweizer Schokoladenbranche nicht genügend Kakaobohnen auf dem Weltmarkt finden, die den Anforderungen genügen.

Das Pestizidverbot beinhaltet auch die Biozide. Ohne Reinigungs- und Desinfektionsmittel ist nicht mehr an eine geeignete Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit zu denken. Das fängt bei der Stallhygiene und der Reinigung der Rohrmelkanlage an und hört mit der Anlagenhygiene in der 2. Verarbeitungsstufe auf. Hier stehen ca. 160‘000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Das alles führt zu massiv höheren Preisen für regional produzierte Lebensmittel. Ich denke nicht, dass die Initianten all diese Aspekte bis zu Ende bedacht haben.

 

Der Anbau von Zuckerrüben oder Raps ohne synthetische Pflanzenschutzmittel ist faktisch nicht möglich. Das sagen selbst überzeugte Biobauern. Fehlen diese Kulturen in der Fruchtfolge, wird noch mehr Getreide und Mais angebaut. Das passt nicht zur Biodiversität. Ist das nicht kontraproduktiv?

Dieser Meinung sind wir auch. Die Initiativen erweisen der Umwelt und der Biodiversität einen Bärendienst und sind definitiv kontraproduktiv. Die Trinkwasserinitiative zB. verbietet alle Pestizide, genau genommen also auch die biologischen Pflanzenschutzmittel. Wer also noch Direktzahlungen erhalten will, wird nur noch nach den Bio-Demeter Richtlinien produzieren können. Momentan erhalten Biobetriebe mehr Direktzahlungen als ÖLN-Betriebe (der ökologischer Leistungsnachweis (ÖLN) ist schon heute Pflicht zum Erhalt von Direktzahlungen).. Durch die geringeren Erträge entstehen für die Betriebe grosse Einkommensdefizite. Diese könnten über die BIO-Direktzahlungen kompensiert werden, was aber nahezu eine Verdoppelung des Agrarbudgets zur Folge hätte. Oder es müsste vollumfänglich von massiv höheren Preisen, als der Biolandbau heute schon hat, abgefangen werden. Beides erscheint mir momentan als sehr unwahrscheinlich.

Alle anderen Betriebe werden die Produktion intensivieren, und beispielsweise die ökologischen Ausgleichsflächen wieder in die Lebensmittelproduktion einbinden. Das wäre natürlich nur möglich, wenn die Pestizidinitiative abgelehnt würde und nur die Trinkwasserinitiative angenommen würde.

Wie du auch schon aufgezeigt hast, ist der ökologische Fussabdruck einer biologischen Produktion gemessen am Output sogar grösser als bei einer integrierten Produktion.

 

Wie ist es in der kleinstrukturierten Schweiz möglich, Tiere nur mit dem betriebseigenen Futter zu ernähren? Bei der Geflügel und Schweinefütterung scheint das eine unlösbare Herausforderung? Dürfen Tiere nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden wenn diese krank sind?

Bei der TWI soll lediglich der prophylaktische Einsatz von Antibiotika verboten werden. Dies ist bereits heute in der Schweiz verboten. Hier bedient sich die Initiantin lediglich einem Klischee. In der Schweiz wurde der Antibiotikaverbrauch in den letzten 10 Jahren halbiert. Davon träumt man in der Humanmedizin, wo sich der Verbrauch in der selben Zeit verdoppelte.

Bei der Nutztierhaltung verfügt die Schweiz über 85% Selbstversorgungsgrad. Natürlich werden für die Geflügel und die Schweinehaltung vor allem Eiweiss-Komponenten eingeführt. Hier würde eine bedarfsgerechte Fütterung unmöglich, auch wenn genügend eigenes Futtergetreide angebaut werden könnte.

Da ein Futteraustausch unter den Betrieben aber auch nicht gestattet ist, müssten Betriebe, welche in einem trockenen Jahr nicht genügend Futter für Rinder haben, Tiere schlachten. Bei zu viel Futter könnte aber das überschüssige Futter nicht gehandelt werden, weil der potentielle Abnehmer nichts zuführen dürfte. Somit würde das Futter im besten Fall in einer Biogasanlage verwertet oder kompostiert werden.

In der Schweiz gibt es gut 1 Mio Hektar Kulturland. 2/3 davon ist nur als Grünland nutzbar. Auf der Ackerfläche könnte theoretisch auch mehr Futtergetreide zur Schweine- und Geflügelfütterung angebaut werden, das wiederum auf Kosten des Lebensmittelselbstversorgungsgrades.

 

Wenn die Lebensmittelversorgung in der Schweiz immer stärker eingeschränkt wird, werden Importe unumgänglich. Die Supermärkte an den schweizerischen Grenzen werden einen noch größeren Aufschwung erleben. Andererseits könnte der Tourismus darunter leiden, denn Lebensmittel würden noch teurer. Bei einem möglichen Preis für eine einfache Pizza Margherita von 40 Franken vergeht auch dem reichen Deutschen der Appetit.

Der Einkaufstourismus wird bei Annahme der Initiativen explodieren. Vor Corona betrug der Anteil am gesamten Schweizer Warenkorb bereits um die 10%. Aktuell etwas weniger. Gerade Geringverdiener könnten sich Schweizer Lebensmittel nicht mehr leisten.

Die Tourismusbranche ist eine von vielen Bereichen, welche die Folgen auch zu spüren bekommen werden. Das generelle Angebot im Schweizer Detailhandel würde massiv sinken. Wir exportieren die Verantwortung und steigern den weltweiten Flächenbedarf umso mehr. Dabei haben wir in der Schweiz regional beste Böden mit in der Regel genügend Niederschlag. Hier soll man nicht mehr ressourceneffizient produzieren dürfen? Dafür dann den Ärmsten dieser Welt das Essen von den Tellern wegkaufen? Das kann nicht die Lösung sein und ist ethisch höchst verwerflich.

Ich glaube auch, dass es auch der deutschen Landwirtschaft nicht egal sein kann, was in der Schweiz passiert. Die Initiativen können eine gefährliche Signalwirkung für Europa haben und auch die Produktionsbedingungen in Deutschland weiter erschweren. Es ist im Übrigen kurios, dass sich Wasserwerke deutscher Gemeinden, die in der Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee Rhein zusammengeschlossen sind, für den Abstimmungskampf in der Schweiz von der Trinkwasser-Initiative instrumentalisieren lassen. Ich verstehe nicht, warum da nicht jemand ein Machtwort spricht.

 

Wie wird eure Homepage von der Bevölkerung aufgenommen? Was sagen die Medien dazu? Es ist ja nicht schön, zu einem NEIN aufzurufen…

Wir bekommen viele gute und positive Rückmeldungen. Aber: Ein kleiner Teil der Bevölkerung ist aufklärungsresistent, unter anderem die Initianten. Aussage der TWI-Initiantin: Ihr ist egal, von wo und welche Lebensmittel eingeführt würden. Lieber keine heimische Produktion als eine „wasservergiftende“ Produktion. Das lässt einen schier sprachlos zurückFakt ist: Das Schweizer Trinkwasser gehört zu den besten weltweit.

Unser Ziel ist es, den Grossteil der Bevölkerung abzuholen und über die Folgen aufzuklären. Am besten eignet sich das persönliche Gespräch dazu. So kommt man aber kaum in die notwendige Breite. Leider sind auch hier die meisten Medien nicht eine grosse Hilfe für die produzierende Landwirtschaft. Viele zweifeln an unseren Aussagen, weil sie nicht Mainstream sind.

Wir sind noch 50‘000 Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz. Inklusive vor- und nachgelagerte Betriebe sind das gegen 300‘000 Arbeitnehmende. Ihnen und der Politik müssen wir die Argumente und Fakten zur Verfügung stellen um den notwendigen Multiplikationseffekt nutzen zu können. Es braucht jede Stimme und jeden Botschafter. Vor allem um die urbane Bevölkerung zu erreichen.

 

Gibt es irgendwas, was Du an den Initiativen gut findest?

Dass sich die Bevölkerung für die Land- und Ernährungspolitik interessiert finde ich grundsätzlich gut. Dass die lokale Produktion mit einem gewissen Importqualitätszoll geschützt werden soll, hat definitiv gute Seiten.

In der Schweiz haben wir nichts zu verbergen. Wir haben einer der höchsten Tierschutzstandards weltweit, haben den Pflanzenschutzmitteleinsatz in den letzten 10 Jahren um 40% gesenkt, den Antibiotikaeinsatz sogar halbiert. 40% der in der Schweiz eingesetzten PSM-Mittel sind Bio-Tauglich, Tendenz steigend. Vergleichbare Umwelt- und Sozialvorschriften sucht man anderweitig vergebens.

Ob die aktuelle Situation in der Agrarpolitik das Gelbe vom Ei ist, hinterfrage ich selbstverständlich auch. Die Initiativen sind aber der falsche Weg und viel zu extrem. Sie fördern den Lebensmittelimport und Foodwaste auf dem Feld.

 

Wie wahrscheinlich ist es, dass eine oder beide Initiativen die erforderliche Mehrheit bekommen? Und was machst Du als Schweizer Bauer dann? Auswandern?

Umfragen zufolge wird es sehr knapp werden. Es kann sogar sein, dass eine Mehrheit der Bevölkerung zustimmen wird. Bei Initiativen braucht es aber eine Mehrheit von Volk und Stände. Das bedeutet, dass auch eine Mehrheit der Kantone die Initiativen annehmen müsste. Ich hoffe nicht, dass wir sie brauchen, aber das wäre unsere letzte Chance, weil die Anzahl ländlich bestimmter Kantone nach wie vor in Überzahl ist. Die bevölkerungsreichen, städtischen Kantone wie Genf, Zürich, Basel werden am schwersten zu überzeugen sein.

Notgedrungen wird eine aufgezwungene Extensivierung unseres Betriebes die Folge einer Annahme der Pestizidinitiative sein. Wir müssten Mitarbeiter entlassen. Rapsanbau und die Hähnchenmast müssten aufgegeben werden. Der Kartoffelanbau würde drastisch zurückgefahren.

Sollte nur die TWI angenommen werden, ist ein Ausstieg aus den Direktzahlungen das realistischste Szenario, weil die Eiweisskomponenten nicht in ausreichender Menge selber produziert werden könnten und Kartoffelanbau ohne Pflanzenschutz nicht funktioniert. Eine Intensivierung soll helfen die fehlenden Direktzahlungen zu kompensieren.

In beiden Fällen würden der Einkaufstourismus und die Lebensmittelimporte massiv steigen. Das kann nicht im Sinn des Umweltschutzes sein.

Auswandern reizte mich zwar schon immer, aber das ist eher die letzte Option

Aus all diesen Gründen empfehle ich allen Schweizer Stimmbürger/innen mit 2 x Nein am 13. Juni gegen die extremen Agrarinitiativen zu stimmen. Sicher ist, es liegt noch viel Überzeugungsarbeit vor uns. Wir müssen um jede Stimme kämpfen!

 

Ergänzung Willi:

“Ich kenne die Fakten nicht, bin aber dafür”. So könnte man die Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein umschreiben, zu der, neben der Schweiz, auch Wasserwerke in Deutschland und Österreich gehören. Roman Wiget ist Verwaltungsrat beim Schweizer AWBR-Mitglied Wasserverbund Seeland. Bei der AWBR sitzt er im Präsidium. Wiget ist einer der engagiertesten Verfechter der Trinkwasserinitiative. Bei den angefragten Wasserwerken in Deutschland weiß man allerdings nicht, dass die Arbeitsgemeinschaft die Initiative unterstützt und diese mit ihrem Logo wirbt.

Und das schreibt der «Nebelspalter»: “Dass die angefragten deutschen Unternehmen nicht mit politischer Einmischung in einem anderen Land in Verbindung gebracht werden wollen, erstaunt aufgrund der sich stark unterscheidenden Gesetzgebung nicht wirklich. Geschehen ist es offensichtlich trotzdem. Und den Deutschen scheint nicht wirklich wohl dabei.”

https://www.nebelspalter.ch/trinkwasserinitiative-mischt-sich-das-ausland-in-den-abstimmungskampf-ein

 

 

 

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90 Kommentare

  1. Elisabeth Ertl sagt

    Hier ein Kommentar von Urs Niggli zu den Initiativen: https://members.swissfruit.ch/system/files/2021-04/NL4_de.pdf
    Die Ziele sind die richtigen, aber es wird mit der Brechstange vorgegangen. Das Bundesamt für Landwirtschaft hatte einen pragmatischen Weg Schritt für Schritt vorgeschlagen, aber der ist von den Bauern boykottiert worden. Jetzt bleibt nur noch das Referendum.
    ” Der Bürgerwünscht sich Entwicklungen, die er mit seinem Konsumverhalten nicht mit gleichem Engagement unterstützt. Die anspruchsvollste Aufgabe der Zukunft wird nicht
    nur der Wandel der Landwirtschaft sein, sondern auch die Änderungen im Konsum- und Ernährungsverhalten der Menschen. Aber vielleicht habe ich auch Unrecht und die Initiativen mobilisieren eine ungeheure gesellschaftliche Kraft und Motivation, sodass die Entwicklung einer ökologisch und sozial nachhaltigen Landwirtschaft in grossen Sprüngen vorangeht. Und das Schweizer Beispiel strahlt so stark auf die Welt aus, dass alle mitmachen wollen. “

    • Thomas Apfel sagt

      Guten Morgen Frau Ertl,
      Die Freude über die “eventuellen großen Sprünge” zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, mit der Schweiz als ausstrahlendem Vorbild, teile ich nicht.

      Was ich im Bio-Bereich im Vergleich zur klassischen Landwirtschaft sehe, ist einerseits viel Idealiamus und Begeisterung vor allem bei jungen Leuten, andererseits viel “sich in die Tasche lügen”, wie man bei uns sagt.

      Mit Zahlen haben die Bio´s immer Probleme.
      Bei den Solawi´s bei uns entwickelt sich das zu einem Konfliktfeld. Das Gründerpaar (er ist studierter Betriebswirt) kalkuliert und rechnet genau und arbeitet recht pragmatisch.
      Er setzt ganz stark auf Wachstum und genaue Kalkulation der Kosten der einzelnen Kulturen.
      Die Ausführenden fühlen sich überfordert und stehen auf dem Standpunkt, im Bio Bereich könne es doch nicht nur um schnöde Zahlen gehen. Schnöde Zahlen sind für die “Gärtner”, wenn er wissen will wieviel Nährstoffe welche Kultur braucht, wie hoch die Nährstoffgehalte der verwendeten Dünger sind, und was das für die Kultur kostet.
      Also das, was für jeden Bauern Pflicht und tägliches Brot ist.

      Bio Landwirtschaft wird, wenn es wirtschaftschaftlich funktionieren soll, der klassischen Landwirtschaft sehr ähnlich. Wie sollte es auch anders sein, die Schädlinge und Krankheiten, die den Ertrag midern, können nicht lesen welches Schild am Betriebstor hängt.
      Wenn Bio nicht so erfolgreich ist, wird das mit Gelder von Außen, vor allem über “Bildungsauftrag für die Gesellschaft” kaschiert.

      Also zusammengefasst: Nachhaltigkeit muss durch Zahlen überprüfbar sein. Alles, was ich im Bio-Anbau sehe überzeugt mich da bislang nicht.

      • Reinhard Seevers sagt

        Ich empfinde diese Art des Handelns als eine naive Weltsicht. Die drei Affen der Wohlstandsgesellschaft.
        In allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft wird derzeit versucht mit diversen Utopien, die Welt zu retten. Unter dem Anspruch machen wir es nicht mehr.
        Je reicher die Gesellschaft, umso verschrobener diese Ansicht und die Lösungsversuche.
        Corona habe alle verändert, nun sucht man angeblich eine neue Wirtschaftsform, eine neues Miteinander, neue Lebensformen….und am Anfang steht: Die Landwirtschaft.
        Der Versuchsballon für Nachhaltigkeit und Weltrettung. Die Schweiz ist als Labor geeignet, ist sie doch eines der reichsten Länder der Erde mit einem kleinen Volk und starken Nachbarn, die ihnen im Notfall helfen können.

        Zitat Niggli: “Die anspruchsvollste Aufgabe der Zukunft wird nicht
        nur der Wandel der Landwirtschaft sein, sondern auch die Änderungen im Konsum- und Ernährungsverhalten der Menschen.”

        Ja Herr Niggli, jetzt fragt sich, was ist die Alternative zur materiellen Befriedigung von hunderten Millionen Menschen? Die Menschen der dritten Welt haben jedenfalls den Anspruch erst einmal nachzuholen, was wir jetzt ablegen wollen oder sollen. Nicht vergessen, Altruismus und Solidarität lassen sich nicht verordnen, so wenig wie weniger Konsum. Dazu bedarf es eine Lebensstilwandlung, die im Kopf anfängt. Die eben sehe ich nicht, nur weil wenige gutbetuchte Intellektuelle dies meinen. Das Volk insgesamt tickt anders, als sich die Minorität der Weltretter wünscht.

        • fingerphilosoph sagt

          Zitat Niggli: „Die anspruchsvollste Aufgabe der Zukunft wird nicht
          nur der Wandel der Landwirtschaft sein, sondern auch die Änderungen im Konsum- und Ernährungsverhalten der Menschen.“

          Schon atemberaubend, mit welcher Arroganz sich einige Menschen wie Herr Niggli und Frau Ertl über andere Menschen erheben und sich also die Neuerschaffung des Menschen als erklärtes Ziel setzen. Krass, wie Herr Niggli und Frau Ertl ihre nicht verhaltenskonformen Mitmenschen schlichtweg zu Objekten in ihren Planspielen degradieren. Und besonders erstaunlich, dass die selbsternannten Konsum- und Ernährungsverhalten-Veränderer sich auch noch für empathisch halten. Ja, geht’s noch?

          • Elisabeth Ertl sagt

            Also ist dieses Forum dazu da, den Istzustand zu verteidigen und sich nebenher halt ein bissl den wirtschaftlichen Frust, den man dann wohl besser nicht ernst nimmt, von der Seele zu schreiben.

            • Reinhard Seevers sagt

              Welcher Ist-Zustand ist gemeint, die zunehmende Infantilisierung und Biozentrismus?
              Wessen wirtschaftlicher Frust ist gemeint?

      • Elisabeth Ertl sagt

        Ich fand ja Willis Thema mit den 1450 m² Ackerland und 600 m² Grünland in so ferne illustrativ, als es beispielsweise zeigt, welch ein Luxus Hobbytiere wie Pferde und Hunde sind, und dass es unsozial ist, sich auf mehr m² hobbylandwirtschaftlich auszubreiten.
        Aber Urs Niggli verteidigt doch gar nicht Bio im jetzigen Sinn. Er fordert intensive Forschungsanstrengungen, um Ökologie und die nötige Flächenproduktivität in Einklang zu bringen. Und er hätte den Weg des Bundesamtes für Landwirtschaft bevorzugt: “Das Bundesamt für Landwirtschaft wollte mit mutigen,
        aber pragmatischen Schritten vorangehen und hat die Agrarpolitik 22 plus verfasst. Es war der Versuch des Bundes, schrittweise sowohl Nährstoff-Überschüsse
        wie auch den Einsatz von Pestiziden zu verringern. Die Landwirtinnen und Landwirte hätten die Chance bekommen, sich anpassen zu können. So wären die
        Ziele der Initiativen auch erreicht worden. Die Versenkung der neuen Agrarpolitik jüngst im Parlament, aber auch durch Markus Ritter, dem Präsidenten des
        Schweizer Bauernverbands, war meines Erachtens verheerend. Auch angesichts dessen, dass die gesetzten Umwelt- und Biodiversitätsziele weltweit wie auch in
        der Schweiz bei Weitem nicht erreicht wurden. Um doch noch etwas in Bewegung zu bringen, bleiben wohl nur noch die Initiativen, die ich als Lösung mit der
        Brechstange sehe.”
        Und weil die Initiativen jetzt ja doch kommen und offenbar die Chance für ein Ja größer ist, als man glauben sollte, übt Niggli sich halt in Zweckoptimismus.

        Dass die gegenwärtige Form der Landwirtschaft die Biodiversität zerstört, ist eine Tatsache. Dass es am Geld und am Beitrag des Konsumenten scheitert, ebenso. Aber es hilft halt auch auf Bauernseite nichts, das Geldproblem zu missbrauchen, um Dinge schön zu reden.
        Ich bin 64 Jahre alt, die Zukunft gehört nicht mir. Ich habe nicht das Recht, die verständlichen Sorgen der Jugend mit Vorwürfen an ihren Materialismus zu ersticken. Wo sie in Illusionen gefangen sind, müssen wir sie bilden, und das wird nur mit einer wohlwollenden Haltung ihnen gegenüber gelingen.
        Es gibt bei uns derzeit intensive Bildungsbemühungen auf Seiten der Landwirtschaft, in welche auch viel Selbstkritik einfließt. Die Früchte zeigen sich bereits, z.B. im folgenden Artikel einer urbanen Journalistin, die ihrerseits mit Selbstkritik antwortet:
        https://datum.at/oeffnet-die-staelle/

        • Reinhard Seevers sagt

          Aus dem link: “Wir bemerken bloß, dass wir nicht (mehr) mit ihnen in Berührung kommen. Anders gesagt: Es gibt kaum Kontaktzonen mit ihnen. Wann sind Sie zum letzten Mal – oder überhaupt je – einem Schwein begegnet, haben es über längere Zeit beobachtet, ihm ins Auge geschaut, sich mit ihm auseinandergesetzt?”

          Was für eine Frage….haben sich Millionen Bürger in den letzten 60 Jahren jemals darum bemüht, es gewollt, es gewünscht, es gefordert? Nein. Erst mit dem Überfluss ist es möglich, derartige Fragen überhaupt aufploppen zu lassen.
          Es ist wie Arnold Krämer bereits schrieb: Die Landwirtschaft hat ein Problem, sie war und ist zu erfolgreich!
          Es fällt immer auf, dass vorwiegend Frauen es sind, die die antropozentrische Sicht und die emotionale Verbindung thematisieren. Der Vergleich mit dem Hund als Freund und Begleiter, dem Pferd usw. sind schöne Hinweise darauf, dass die Damen immer fühlen, dass das Tier zum Kuscheln da ist, aber nicht zum Essen. Tierwohl ist weiblich konnotiert, das muss man auch mal thematisieren, wird aber gefährlich, weil es eine Richtung einschlägt, die ein NOGO-arear ist.
          Shitstormgarantie!

          • Elisabeth Ertl sagt

            Ich bin eine Frau und ich bekenne mich zu dieser Haltung. Und mir gefällt die Aussage eines Mannes, nämlich Christian Bachler, wenn er sagt: Sobald mich das Schlachten keine Überwindung mehr kosten wird, wenn ich dabei keinen Schmerz mehr fühlen werde, dann höre ich mit der Tierhaltung auf.
            Ich empfinde es als keinen Fortschritt, dass Schlachten eine industrialisierte Routine geworden ist. Es hat nur zu überbordendem Fleischkonsum geführt, der die Ökologie belastet.

            • Reinhard Seevers sagt

              Elisabeth, genau das meine ich….wer soll denn die Tiere für Millionen von Bürgern schlachten? Die großen Stadtschlachthöfe des 19. und 20. Jahrhundert waren zur Versorgung wachsender urbaner Zentren überlebensnotwendig, und geschlachtet wurden Unmengen, von Schlachtern, nicht von Bauern….deine Romantisierung find ich einfach weltfremd und anmaßend gegenüber den Millionen Menschen, für die du zu sprechen meinst oder aufgerufen fühlst.
              Die Anzahl menschen auf diesem Planeten und die Form der Wirtschaft, der globalisierte Kapitalismus sind die Ursache, das kann man nicht durch “Tiersein” und Heiteitei wegstreicheln.

              • Brötchen sagt

                für das Einzelschicksal spielt es auch keine Rolle, ob ich nun allein sterbe oder noch 5 oder 100 oder 1000 mit mir.

                Zudem wird auch jedem in einem Großbetrieb abgesprochen, das der kein Verhältnis zu dem Tier mehr hat.

                Das ist auch nicht richtig und anmaßend.

                Ein Arzt kann auch nicht mit jedem Patienten mitleiden, das hält man ganz einfach nicht durch.

                Es ist natürlich richtig, das darf nicht in Routine und absolute Verrohung abgleiten. Dafür sind ja genug Sicherheitsleinen eingezogen. Die werden aber nie genug sein.
                Zudem ist das auch auf eine gewisse Weise elitär. Man gibt ja vor, man hat ein Herz für die Geknechtete der Welt, zeigt aber dann genau auf die, welche die Drecksarbeit machen müssen/dürfen.

                Ich mache die ab und zu auch.

                FRauen …..Jehova sind zudem oft Meister darin, sich im Ausreden suchen zu ergehen, bloss sie selber sind niemals von Eigennutz geprägt….wer das sagt, erntet Entrüstungsstürme.

                Die brauchen die auch, für ihr seelischen Wohlbefinden…

                Männer haben ja einmal die Woche ein Gefühl ( Zitat Olaf Schubert) da ist das dann nicht ganz so entscheidend 😉

                • Brötchen sagt

                  Bsp. er hat Dich ja gar nicht verdient…..;)

                • Reinhard Seevers sagt

                  Brötchen: “Zudem wird auch jedem in einem Großbetrieb abgesprochen, das der kein Verhältnis zu dem Tier mehr hat.”

                  Und wenn dem so wäre? Ich hätte kein Verhältnis zu den Tieren, die ich täglich schlachten würde, warum auch?
                  Würde es dem Tier das Sterben ersparen und dem Griller das Schnitzel besser schmecken lassen, wenn beide wüssten, dass ihr Henker “bei Ihnen ” war? Ehrlich, wer sich auf solche Diskurse einlässt, hat schon verloren.
                  Wer in der Welt herumreisen kann und weder Klima, noch wirtschaftliche Lage der heimischen Bewohner schmerzhaft fühlt, dem spreche ich jede Mitsprache beim Schlachten von Nutztieren ab…..reine Heuchelei.

                • Brötchen sagt

                  “Und wenn dem so wäre? ”

                  Das hatte ich ja auch schon angefangen zu diskutieren.

                  Eine routinierte, fachlich und handwerklich gut geführte Schlachtung oder OP oder Behandlung ist aus meiner Erfahrung heraus vielleicht noch die für das Tier am besten.
                  Als wenn jetzt einer zitternd das Messer führt.
                  Nicht umsonst gab es ja mal den Beruf des Henkers.

                  Ich habe ja nicht gesagt, das man die Eigenschaft unbedingt haben muss bzw. ein Zusammenhang besteht.

                  Die Aussage von Herr Bachler kann ja sowieso niemand überprüfen, deshalb ist sie wohlfeil.

                  Er formt damit sein Image.

                • Reinhard Seevers sagt

                  “Die Aussage von Herr Bachler kann ja sowieso niemand überprüfen, deshalb ist sie wohlfeil.”

                  Definitiv!

              • Elisabeth Ertl sagt

                Immerhin nimmt der Fleischkonsum schon ab.
                Und Frauen ihre emotionale Verbindung zu Lebewesen vorzuwerfen – da beginnt halt schon eine sehr patriarchalische Sicht auf die Welt. Wir sind immerhin 50% der Menschheit – und der Konsumenten. Den Schlachttag festzusetzen kostet mich jedes Mal Überwindung, und das halte ich für keinen Nachteil. Trotzdem höre ich nicht mit der Nutztierhaltung auf.

                • Brötchen sagt

                  Genau Frau Ertl, reden Sie mal noch was weiter! 😉

                  Psychologisch sehr interessant ! 🙂

                • firedragon sagt

                  Frau Ertl,
                  Sie sprechen der männlichen Bevölkerung ihre Emotionalität zu Lebewesen ab ?!
                  Ich bin stark irritiert ….

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Zitat Reinhard Seevers: “Brötchen: „Zudem wird auch jedem in einem Großbetrieb abgesprochen, das der kein Verhältnis zu dem Tier mehr hat.“

                  Und wenn dem so wäre? Ich hätte kein Verhältnis zu den Tieren, die ich täglich schlachten würde, warum auch?”

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Weiteres Zitat: “„Die Aussage von Herr Bachler kann ja sowieso niemand überprüfen, deshalb ist sie wohlfeil.“

                  Definitiv!”

                • Reinhard Seevers sagt

                  Achtung Elisabeth, Differenzierung!
                  Ich hätte keine emotionale Bindung an die an mir vorüberziehenden Schlachtkörper, deshalb kann ich meinen Hund ebenso knuddeln, wie du! 😉

                • Brötchen sagt

                  Übrigens, hier verkleiden sich Frauen extra, um an der Steinigung teilnehmen zu können.

                  https://youtu.be/OVUwHv43HqM

                  Meines Erachtens das größte hellseherische Werk aller Zeiten 😉

                  Deckt sich mit meiner Erfahrung, Frauen sind interessierter an so “grusligen” Sachen, Männer gehen dem eher aus dem Weg. Bestimmt weil sie neugieriger sind.
                  Deswegen sieht man an jeder Schlachtstrecke beim Betäuben und Entbluten in der Mehrzahl Frauen.

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Reinhard, deshalb geh ich gleich gar nicht dorthin, wo die Schlachtkörper an mir vorüberziehn. Und ich esse nur Tiere, die dort nicht hinmussten.
                  Es geht ja viel weniger um das, was es mit den Tieren macht als um das, was es mit den Menschen macht. Es erzeugt offensichtlich sozialen Unfrieden.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, wie kommst du auf die Kausalität: Schlachtung in Massen = sozialer Unfriede?
                  Evtl. ist unsere Gesellschaft so infantilisiert, dass es Probleme sieht, wo keine sind, so wie das Kind, das das Monster unterm Bett vermutet.

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Frag einmal. was das Volk von den Massenschlachtungen hält – auch wenn es das Fleisch kauft! Warum werden Bauern von Spaziergängern angeflegelt?

                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, die Menschen handeln anders, als sie sprechen. Das haben wir doch bei Bio schon gesehen. Deshalb nehme ich Umfragen nicht ernst. Frag Menschen, ob es allen Menschen gut gehen solle, niemand verneint, und dennoch machen die wenigstens etwas dagegen.
                  Warum Bauern angeflegelt werden? Weil die Menschen keine Achtung mehr haben vor Menschen. Es werden auch Polizisten angeflegelt von Demonstranten…..

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  “Bsp. er hat Dich ja gar nicht verdient…..;)”

                  Es war einfach kein besser in der Gegend. 😂

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  “Frag einmal. was das Volk von den Massenschlachtungen hält – auch wenn es das Fleisch kauft! Warum werden Bauern von Spaziergängern angeflegelt?”

                  Das Volk lehnt Massentierhaltung ab,
                  das Volk lehnt Massenschlachtungen ab
                  und als Entschuldigung für ihren Einkauf werden Bauern von Spaziergängern angeflegelt.

                  Das ist die Realität, einer dekadenten Gesellschaft.

            • Elisabeth Ertl sagt

              Wenn ich mir die vielen Antworten anschaue, dann sehe ich, dass ich in ein Wespennest gestochen habe.
              Die Bevölkerung weiß, dass die Preise zu niedrig sind, hat aber nicht die Disziplin, danach zu leben. Aber sie weiß es. Und sie weiß auch, dass der Fleischkonsum zu hoch ist, dass mehr als ein Drittel davon ökologisch in Wahrheit nicht drin ist, Und dann ginge sich mehr Bezug zu den Tieren wieder aus. Ich finde die Idee, alle Ställe einmal im Monat zu öffnen, sehr gut. Das würde viel verändern, vor allem den Konsum.

              • Brötchen sagt

                “dass ich in ein Wespennest gestochen habe”

                Siehe oben Frauen und Begründungen…..;)

              • Reinhard Seevers sagt

                Zitat Elisabeth: ”
                Die Bevölkerung weiß, dass die Preise zu niedrig sind, hat aber nicht die Disziplin, danach zu leben. Aber sie weiß es. Und sie weiß auch, dass der Fleischkonsum zu hoch ist, dass mehr als ein Drittel davon ökologisch in Wahrheit nicht drin ist.”

                Das ist schon eine hellseherische Fähigkeit, eher in die Kategorie “Self-fulfilling prophecy” oder Selbstüberschätzung einstufen würde.
                Vielleicht ist der Brotkonsum zu hoch, oder der Zuckerkonsum, oder der Alkoholkonsum, oder der Tomatenkonsum….wer weiß, muss wohl erst durch eine “wissenschaftliche” Arbeit gesichert werden. Man kann es aber schon mal raushauen, machen andere beim Fleisch ja auch.

          • Ferkelhebamme sagt

            Interessante Diskussion hier. Um die weibliche Seite zu unterstützen: Frauen sind empathischer und damit oft die besseren Beobachter, die sehr früh erkennen, wenn einem Tier etwas fehlt. Das äußert sich nicht darin, dass sie sich tränenüberströmt danebenhockt und mitleidet, sondern pragmatisch die Ursache versucht herauszufinden und abzustellen, bevor ein handfestes Problem entsteht. Wenn ich von „Beziehung“ und „Verhältnis“ zum Tier lese, stellen sich mir die Nackenhaare auf, denn da kenne ich inzwischen genügend meist Alleinstehende, für die Katze/Hund/Pferd zum Familienersatz mutiert ist mit schlimmen Folgen fürs Tier durch totale Vermenschlichung.
            Das Nutztier verdient Respekt, Demut und Dankbarkeit vom Halter, aber auch vom Verbraucher. Und da hakt es sehr, wo wir wieder beim Thema fehlende Bildung sind. „Öffnet die Ställe!“ – hab ich, kam keiner. Der Verbraucher hat kein Interesse, sich aktiv schlau zu machen, gedankenloser Konsum führt zu Wohlbefinden.
            Ich mag meine Nutztiere, sowohl lebendig, als auch auf dem Teller. Ich züchte, um zu schlachten, und wer mir gezielt vors Schienbein tritt, ist auch mal schneller auf dem Teller, ohne schlechtes Gewissen aber mit Respekt vor dem Leben.

            • Elisabeth Ertl sagt

              Geht mir auch so. Für uns macht ein Freund die Hausschlachtungen. Der hat einmal in einem Hühnerschlachthof gearbeitet. Anfangs hat es gepasst, sagt er, auch emotional. Dann ist alles schneller gestellt worden, das Schreien der Hühner wurde immer unerträglicher, und dann kam er an den Punkt, wo er aufhören musste, um nicht verrückt zu werden. Ein Mann!!! Der schlachtet so, dass ich es beim Zuschauen erleiden kann ohne bleibenden Schaden. Ja erleiden, denn ich habe nicht den Anspruch, dass mir das Leben Leiden ersparen muss. Dafür ergötze ich mich schon wochenlang wieder an den süßen Lämmchen. ‘
              Und übrigens hat Bauer Willi einmal sinngemäß gesagt, dass er gerne Ackerbauer ist, weil er das Schlachten in seiner Kindheit in schlechter Erinnerung hat. Find ich OK.
              Zufrieden, Männer?
              Übrigens war es nicht ich, die das Mann-Frau-Thema aufgemacht hat!

            • Paulus sagt

              Liebe Ferkelhebamme, “Frauen sind emphatischer …” Wovon träumst du sonst noch?
              Ihr Mädels lasst die unangenehmen Aufgaben doch nur von uns armseligen Knechten erledigen.
              Unsere Hausärztin und gleichzeitig Freundin ist derart emphatisch, dass ich ihr schon mal vorgeworfen habe, sie hätte nicht an einer Uni studiert sondern in einem Schlachthof gelernt.
              Jetzt könnte ich dir noch etwas von weiblichen Führungskräften in der Wirtschaft erzählen. Bei den wirklich unangenehmen Jobs sind sie sehr zurückhaltend; ansonsten gehen sie eiskalt über Leichen, sogar was ihre eigenen Schwestern betrifft.
              Jetzt könnte ich euch Mädels noch etwas von dem Männerfriedhof hinter dem Kanzleramt erzählen. Männer verhalten sich notgedrungen
              konspirativ, während die Frauen stolze Rösser reiten. Die sitzen nicht auf einer klapperigen Rosinante.

              • Ferkelhebamme sagt

                Vllt hätte ich es auf Tiere eingrenzen sollen, Paulus. Wie empathielos sich manche junge Frauen gegenüber z.B. Tierhalterinnen äußern, und den Töchtern beispielsweise Vergewaltigung wünschen, weil sie die künstliche Besamung nicht verstehen, macht mich sehr erschrocken.
                Frauen haben übrigens auch eine höhere Schmerztoleranzgrenze, was es deiner Ärztin vllt. schwer macht zu verstehen, warum du bei vermeintlichen Kleinigkeiten schon jammerst 😉

                • Reinhard Seevers sagt

                  Weibliche Veterinäre sind Hardcore in Sachen Empathie…..
                  Aktuell weigert sich weibliche Veterinärin, Gummimatten als weiche Liegefläche anzuerkennen, weil die Wärme im Sommer nicht abgeleitet werden kann. Jetzt streitet sie sich mit der Expertin des Ministeriums um die Richtigkeit ihrer Gefühle….Zickenalarm

                • Ferkelhebamme sagt

                  Die frisch studierten, die direkt aufs Amt gehen – oja, die kennen wir gut….
                  Da blüht uns noch was.

                • Stadtmensch sagt

                  “Frauen haben übrigens auch eine höhere Schmerztoleranzgrenze”

                  Daür leiden sie häufiger an “Befindlichkeiten”.
                  Ich studiere das in vivo
                  😉

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Frau Ertl,
          vor Corona habe einige ihre Ställe geöffnet, manchmal kamen bis zu 5.000 Besuchern, wenn das Wetter passte. Bin mir aber sich, das über 2/3 vom Berufstand kamen.

          Kommen wir mal jetzt zur Jugend. Es ist doch deren Wortwahl, welche die Giftigkeit in die Diskussion einbringen. Es ist der Kampf der Jungend gegen die Alten.
          Die jungen Gören laufen Freitags durch die Straße und halten uns vor, wie wir die Umwelt belasten und werden vorher mit den SUV von der Schule abgeholt und zu Demo gefahren. Jeder Schulleiter klagt, dass man die Kinder am liebste, mit dem Auto in das Klassenzimmer fahren möchte, ich schreibe jetzt nicht von Grundschülern.

          Möchte nicht alle kritisieren, in einer Kleinstadt in 20 Km. Entfernung sammelt FFF weggeworfener Müll ein, die haben meinen Respekt.

  2. Samuel Guggisberg sagt

    Herr Suhr, Das Thema Foodwaste-Minimierung kann ab sofort angegangen werden, da steht ihnen kein Landwirt im Weg. Das muss von LEH und Konsument gewollt sein, nur so geht es. Dazu braucht es keine solchen Initiativen.
    Und alle Ihre anderen Argumente und Szenarien werden eben durch die Initiativen noch mehr beschleunigt, weil bereits vorhandene landwirtschaftliche Nutzfläche nicht mehr effizient genutzt werden kann. Am Schluss wird der kleine Bauer noch mehr unter Druck kommen und die Abhängigkeiten und Entwicklungen in Richtung Gentechnik werden gefördert. Und ich dachte das möchte der Konsument doch nicht… ?

  3. Obstbäuerin sagt

    Meine ganze Hoffnung liegt bei den vernünftigen Menschen in der Schweiz. Wenn es davon mehr als 50% gibt, dann ist auch Hopfen und Malz noch nicht verloren. Sollte es aber tatsächlich anders kommen und die Wahl beschert uns einen grünen Kanzler, dann sehe ich schwarz. Über kurz oder lang werden sie der Schweiz nacheifern. Und es gibt da Parteien, die das durchaus gut finden (siehe Beitrag unter mir).

  4. In der Schweiz wird auch haufenweise weggeworfen wie in quasi allen Industrieländern: Weniger wegwerfen heißt weniger Produktion nötig, Viel heißt billig, Angebot und Nachfrage. Angebotsreduktion bedeutet mehr im Portemonnaie.
    https://www.srf.ch/news/schweiz/food-waste-in-der-schweiz-schweizer-haushalte-werfen-eine-million-tonnen-lebensmittel-weg

    Und bevor jemand über teures Essen spricht: Der LEH kassiert den größten Teil der Wertschöpfung. Der Preis kann oft gleich bleiben, wenn man dem gierigen LEH auf die Finger hauen würde (in Deutschland landen knapp 14% beim Erzeuger, 40% beim LEH).

    Wer mehr verbraucht, als ein Planet in einem Jahr regenerieren kann, muß umdenken, oder sagt damit klar, daß er seinen Wohlstand auf der Armut anderer aufbauen will. Reiche Väter, arme Söhne.

    Alternative zu chemischem Pflanzenschutz sind neben mechanischem und biologischem Pflanzenschutz auch konkret Untersaaten mit Köderpflanzen, Pflanzen mit Knöllchenbakterien für Stickstofffreisetzung an den Wurzeln etc., andere Fruchtfolgen, neue Düngemittelstrategien (dosierite Nährstoffverfügbarkeit usw. für stärkere Zellwände), höhere Diversität. Außerdem gibt es da keine Superunkräuter und multiresistente Keime (beim Thema Tierhaltung und Antibiotika) am Ende, spätestens dann wird man nämlich in die Röhre schauen mit dem weiter so … „nach uns die Sintflut“ 🙁

    Auf die Idee, daß unsere Landwirtschaft in Europa aktuell auf Überlast läuft so von wegen degradierter Böden, sehr hoher Energiebedarf (mehr als das Vierzehnfache für 1 Lebensmittelkalorie m.W.), kaum Klimaresilienz, wo sie von Natur aus nicht schon gegeben war (lehmiger, kohlenstoffhaltiger Grund) etc., kommt man vielleicht auch mit etwas mehr Hinterfragen?! Und jede Produktivitätssteigerung wird eh eingepreist, also warum immer dieses höher, schneller, weiter Prinzip?!

    Zu viel Fleisch in der Ernährung ist auch so ein Ding. Weniger Fleisch und damit mehr Platz für Tiere bedeutet weniger Seuchen und mehr Geld fürs einzelne Tier. Auch weniger Streß für Tiere, weniger Eingriffe (Schnäbel, Schwänze usw.).

    Weiter so wird’s bestimmt richten! Also für diejenigen, die nicht in der Landwirtschaft ihren Haupterwerb wähnen und den anderen Bauern immer nur erzählen, daß sie schön brav ihre Pflanzenschutzmittel, Digitalisierungskrempel, energetisierten Quarzsand, Handauflegen für Tierwohl und Co. kaufen sollen, dann wird’s schon … toi, toi, toi. Ist für mich Bauernfängerei, schade 🙁

    Trauerspiel, wie die Not der Bäuerinnen und Bauern ausgenutzt wird fern jedweder wissenschaftlichen Grundlagen. Bestimmt erzählt man als nächstes noch, man könne Photosynthese durch Gentechnik wegzüchten … wundern würd’s mich nicht mehr 🙁

    Aber ich sag’s mal provokant: Wenn es wirklich wie hier oft zu lesen so sein sollte, daß die selbständigen Bäuerinnen und Bauern gern so weiterwirtschaften wollen wie bisher, Masse statt Klasse usw., dann darf auch gern ALDI die Höfe übernehmen so aus Verbrauchersicht, schlimmer geht’s nimmer. Denn worin soll sich das noch unterscheiden, warum sollte man als Verbraucher dann noch für familiär geführte Betriebe kämpfen? So von wegen Alleinstellungsmerkmal, welches renditefixierte Konzerne nicht hätten.

    • Reinhard Seevers sagt

      Herr Suhr, um alle Fehler der Landwirtschaft zu vermeiden und die Zukunft zu verbessern empfehle ich, dass Selbermachen!
      Einfach selbst versuchen und nach dem Scheitern nicht auf andere eindreschen. ☝️

    • Paulus sagt

      @ Christian Suhr.
      Ihr saudoofen Linken labert doch nichts als dummes Zeug. Wenn 40% bei dem LEH
      bleiben, sollte man auch mal recherchieren welche Kosten damit gedeckt werden müssen.
      Angefangen vom Einkaufsmanagement, über die Logistik bis hin zur Aufrechterhaltung
      der LM-Läden.
      In Deutschland haben schon Walmart, Delhaize und Marks&Spencer aufgegeben, ganz einfach weil die mit der Marge nicht mehr zurecht kamen.
      Mit ihnen zu diskutieren ist völlig aussichtslos.

    • Thomas Apfel sagt

      Welcher Verbraucher, Herr Suhr, kämpft für welchen bäuerlichen Familienbetrieb. Wenn genug bespaßt wird, “hat man nix zu meckern” wie der Brandenburger sagt, darüber hinaus gehts aber selten bis nie !
      Diesen dämlichen Spuch von “Masse statt Klasse” oder umgekehrt kann ich nicht mehr hören. WIR die Konventionelle Landwirtschaft produzieren KLASSE, in einem Umfang, einer Qualität und Lebensmittelsicherheit von der andere Länder träumen. Wir die konventionelle moderne Landwirtschaft sorgen für 90 % der Lebensmittel und nicht die ineffektive, klimaschädliche, zu Unrecht gehypte Bio-Landwirtschaft. Dass die Lebensmittel nichts kosten dürfen, haben wir dem Neo- und dem LINKSLIBERALISMUS zu verdanken., der Dinge predigt, die er selbst nicht umsetzt. Die “Eingrünung” von SPD und Linken (im Übrigen vor allem auch in der Außen- und Sicherheitspolitik) wird zu einer Politik führen, die Sie dann sicher “nicht gewollt” haben.
      Dieses kenntnisfreie Gelaber von Alternativen wird in allen Bio-Versuchen ad Absurdum geführt. Es reicht nicht das Erzählte, sondern zählt nur das tatsächlich Erreichte. Dazu gehört immer die Bilanzierung von Input und tatsächlichem Output. Ich habe noch kein einziges “alternatives” Konzept gesehen, das bei genauer Betrachtung weniger Input betont ist als die moderne Landwirtschaft. Immer schön bei den Realzahlen bleiben.
      Und keine Angst, um die Zukunft kümmert sich moderne vorurteilsfrei Agrarwissenschaft, die es zum Glück trotz des lauten Bio – Bio – Bio Gekrähes immer noch gibt.

      • Mark sagt

        “…um die Zukunft kümmert sich moderne vorurteilsfrei Agrarwissenschaft,….” da häufen sich in letzter Zeit meine Zweifel massiv (wenn ich an Taube, Spiller, Balmann etc. denke).

        • Thomas Apfel sagt

          Na ja, neben den Medien -präsenten Taube(n) und Spillnern, gibt es ja auch noch neutral arbeitende Wissenschaftler wie zum Beispiel Prof. von Tiedemann in Göttingen. Und auch Dir werden sicherlich einige einfallen, die im Moment nicht laut krähen vom Morgen bis zum Abend und trotzden (oder gerade deshalb) ordentliche Arbeit machen.

          • Mark sagt

            Tiedemann ist sicherlich eine Ausnahmeerscheinung im positiven Sinne, die aber immer seltener werden. Meine Beobachtung ist, dass gerade jüngere Wissenschaftler mit ambitionierter Karriereplanung sich nicht mehr an der vorurteilsfreien Wissenschaft orientieren, sondern eher dem populärwissenschaftlichen (grünen) Mainstream zugeneigt sind. Ich empfinde dies mittlerweile als besorgniserregend.

      • Elisabeth Ertl sagt

        Herr Apfel, so pauschal auf Bio hindreschen ist aber auch nicht fair! Es gibt Voraussetzungen, da schneidet bio sehr wohl besser ab, nur halt nicht überall.

    • erndlsepp sagt

      Ich bin Milchviehhalter in Oberbayern, Demeterbetriebe in meiner Gemeinde melken ca.1/3, Naturlandbetriebe ungefähr die Hälfte meiner Milchmenge bei gleicher Fläche.
      Die Milchinhaltsstoffe sind auch noch wesentlich niedriger. Wollen Sie so die ganze Welt
      ernähren?

  5. Bauer Fritz sagt

    Wie wäre es mit einer Erweiterung des Volksbegehrens aus ein Verbot von allem Synthetischen (Motto: “Sythese ist out – Anti ist in).

    Die Schweiz würde des erste Paradies nach dem biblischen.

    *) Keine synthetischen Kraftstoffe mehr (vermutlich wieder Holz für Heizungen und Schienenverkehr. Autos haben halt Pech gehabt oder Holzvergaser ?)
    *) Keine synthetischen Fasern mehr (statt Samt und Seide endlich wieder Juttesack und Kratzleinen)
    *) Keine synthetischen Medikamente mehr (Alraunenwurz und Globuli tun´s auch)
    *) Keine synthetischen Cannabinoide mehr (vielleicht sollte man hier eine Ausnahme machen – weil diese Paradies hält man vermutlich nur aus wenn man eingeraucht ist)

  6. Christian Bothe sagt

    Sender Erevan: zänkisches Bergvolk im Süden (der Sowjetunion) von Europa…

  7. Reinhard Seevers sagt

    Je länger ich drüber nachdenke, umso mehr kommt mir der Gedanke, dass es sich bei den Alpenraum-Träumereien um eine Fortsetzung der Lebensreformbewegung der Jahrhundertwende 19/20 handelt. Die Geschichte um Monte Veritá und deren Denke findet sich sogar bildlich wieder z.B. bei der Marmelade von Darbo aus Österreich.
    Das ist doch alles kein Zufall.
    Man möge das Bild aus der Info zur Lebensformbewegung mit der Werbung von Darbo vergleichen.

    https://www.geschichte-lernen.net/die-lebensreformbewegung-und-gesellschaftlich-kulturelle-hintergruende/

    https://www.youtube.com/watch?v=D_6kKa3yWBU

    • Elisabeth Ertl sagt

      Klar, die Initiatoren sind ja die Demeter-Bauern und die Kleinbauernvereinigung, unterstützt von Ärzten, NGOs und linken Parteien. Schließlich steht das Goetheanum in Dornach. Und nur in der Schweiz gab es eine Kuhhorn-Abstimmung. Und nirgendwo hat man so viel Angst vor G5 wie in der Schweiz.
      Will mich jetzt aber auch nicht drüber lustig machen. Ich finde Steiner interessant zu lesen.
      Aus dem Artikel geht auch hervor, dass der Mensch mit Materiellem allein nicht zufrieden zu stellen ist. Das war er nie. Warum sonst stehen so viele Kirchen herum. Die Macht des Klerus allein erklärt das auch nicht.

  8. Friedrich K. sagt

    Hat jemand mal die Initiatoren aller dieser Initiativen, Petitionen, Aktionen und die NGOs usw. mal überprüft, ob diese von Leuten/Regierungen unterstützt werden, die von Lebensmittelexporten profitieren würden? Im Falle von Tierrechtsorganisationen ist es ja öffentlich bekannt, daß die Soko Tierschutz allein in 2020 rund 300.000 $ von einer Organisation erhält, die auch die Entwicklung von Fleischersatz fördert: https://www.openphilanthropy.org/focus/us-policy/farm-animal-welfare/soko-tierschutz-factory-farm-investigations-october-2020

    …Irgendwo sitzen doch bei solchen professionellen Kampagnen gegen die Landwirtschaft Geldgeber und/oder Leute mit Know-How, wie man die Massen manipuliert…

    • sonnenblume sagt

      Z.B. Bill Gates. Er kauft zig tausende ha Farmland und befürwortet Fleischersatz und das sicher auch durch finanzielle Unterstützung. Aber, ob er gegen konv. LW arbeitet? Der andere Einsatz würde schon reichen.

      • sonnenblume sagt

        Ob er “gezielt” gegen Konvis arbeitet? Das weiß man wohl nicht. Er hat es nicht nötig und das würde auch wohl seinem Ruf schaden.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Beim Fleischersatz geht es ihm ums Geldverdienen, beim Geländekauf um ein Teil des Geldes in den sicheren Hafenzubringen.
          Warum soll er in Wohnungen investieren, und sich mit dem Mietern und klein Kevin rumärgern?

          • sonnenblume sagt

            Nachvollziehbar und durchaus verständlich. Aber für die LW wird es mit solchen Konkurenten nicht einfacher.

          • Altbauer Jochen sagt

            Kleine Bill Gates gibt es zuhauf,
            -wo sind die Ländereien die vor Jahrzehnten noch
            weit verteilt in bäuerlichen Familien waren?
            Von wenigen Händen zusammengekauft.
            Kapital von Hintermännern, aus anderen Branchen-und auch von ehem. Bauern die Windkraftanlagen in der Fruchtfolge haben.
            Na schön,-wird ja alles zugelassen.
            Als ich vor Jahren mal eine kleine Fläche vom
            Bundesvermögensamt(heute BIMA) pachten wollte, hieß es noch
            man achte auf die Bedürftigkeit der Interessenten.
            Danach wurde die Fläche an einen Investor verkauft.
            Na ja, die haben ja auch eine Bedürftigkeit in ihrer Art.

            • sonnenblume sagt

              In diesem Fall dachte ich eher an die Kombination der Aktivitäten. Das könnte für manche Investoren Vorbild werden. Auf der einen Seite kann man LW-flächen aus der Produktion heraus nehmen und anderweitig damit Geld verdienen und auf der anderen Seite, durch eben eine Verknappung der natürlichen Ressourcen, die Produktion von Fleischalternativen fördern. Weniger Ernährung von der Fläche und mehr aus dem Reagenzglas.

  9. Ludwig sagt

    Wenn eine Gesellschaft wie hier in Europa so weiter macht mit ihrem ängstlichen und rückwertssehenden Verhalten , dann muß sie erst untergehen , um dann wieder Neues aufzubauen . Das können aber nur die “Jungen Leute” fertigbekommen , denn die Älteren haben mit ihren Weltuntergangsgelüsten hier alles zerstört. Es geht immer zwei Schritte vor und ein Schritt zurück , aber immer weiter. So ist das Leben . Nur mit Innovation können wir die Zukunft bereichern und nicht mit Abstellen des Erreichten. Leider stehen den 18 Mill. systemrelevanten Machern in diesem Lande 65 Mill. Nehmer gegenüber und diese machen den Machern das Leben mit überzogener Bürokratie , Kontrolle , medialer Niedermache usw. das Leben bei der Arbeit sehr schwer. Deshalb wandern mit steigender Zahl inzwischen jedes Jahr rd. 200.000 bestens ausgebildete Fachleute auch aus , um dorthin zu gehen , wo deren Arbeit entsprechend gewürdigt und nicht mit überzogenen Steuern und Abgaben bestraft wird. Leider muß hier unser Gemeinwesen erst an die Wand fahren und keine Renten und Pensionen mehr bezahlen können , um wieder nach vorne zu gehen. Das war es dann mit dem Rechtsanspruch.

  10. fingerphilosoph sagt

    Man kann die Öko-Bewegung, die ja alle Länder Europas mehr oder weniger erfasst hat, eher verstehen, wenn man erkennt, dass hinter der angeblichen Natur- und Tierliebe, Klimarettung, Einklang-Philosophie oder was immer als Alibi herhalten muss, schlicht und einfach massive (Lebens-)Ängste stecken, und Ängste lassen die Menschen nun mal irrational handeln. Im Extremfall bringen Menschen sich vor lauter Angst, getötet zu werden, lieber selber um. Ängste haben es nämlich so an sich, dass sie vorzugsweise immer das erzeugen, was man aus lauter Angst unbedingt vermeiden will.

    Diejenigen, die von ihren Ängsten am meisten beherrscht werden, müssen besonders laut singen, wenn sie in den Keller hinuntergehen. Deshalb sind diese Kandidaten vor allem in den Redaktionen der Mainstream-Medien anzutreffen oder in Vereinen, die die Apokalypse predigen.

    Mit der Zerstörung der konventionellen Landwirtschaft will der von Ängsten Gebeutelte sich sozusagen freikaufen. Es ist der alte Gedanke, der auch in der christlichen Religion steckt: man bringt ein Opfer und ist (von seinen Ängsten) ein für alle Mal erlöst. Das Opfer ist in diesem Fall eben der Selbstversorgungsgrad und die Unabhängigkeit, die durch Selbstversorgung gewährt wird. Im Extremfall endet der Opfergedanke in kollektivem Selbstmord, sprich in einer selbst produzierten Hungersnot. Es muss nicht sein, dass dieser Fall tatsächlich eintritt, aber je mehr eine Bevölkerung ihren Ängsten nachgibt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit.

    Im Vergleich sind die Schweizer aber, glaube ich zumindest, doch relativ stabil. Deshalb würde es mich wundern, wenn diese Initiativen angenommen werden.

    • Mark sagt

      @f…ph

      Sehr schön analysiert! Diese Grundaffinität für Lebensängste für jedoch dazu, dass sich gewisse Teile der Gesellschaft darin ergözen, diese vorhandenen Lebensängste so stark zu schüren und zu verstärken, dass die kollektive Masse in der Tat zu irrationalen Handlungen in kaum vorstellbarem Masse getrieben werden kann. Der Antrieb der notorischen Angsteinflösser ist die ihnen dadurch zuwachsende MACHT! Dass diese Art, Macht zu generieren, auch politisch hervorragend funktionert kann man derzeit vielfach geradezu “überdeutlich” beobachten.

      • Reinhard Seevers sagt

        In dem Moment, wo die persönliche Existenz z.B. durch Arbeitslosigkeit in Gefahr gerät, sind Klima und Gendering nachrangig. Ich glaube, dass die Folgen der Pandemie uns ganz andere Ängste bescheren und daraus andere Forderungen an Politik und Gesellschaft herangetragen werden.
        Die Jugend braucht auch Arbeitsplätze und da alle irgendwann erwachsen werden, werden diese auch fragen, womit sie ihre Existenz sichern sollen/dürfen/müssen/können.
        Klima und Tierschutz hin oder her, am Ende steht die eigene Existenz, und die kann man sich nicht herbei wünschen, die muss irgendjemand auch ermöglichen. Co-working-spaces und Start-ups sind schön und gut, sie sind aber wenig Massentauglich.

        • Inga sagt

          aber alle Aufgaben sind doch mit Klimaschutz zu erledigen!
          In jeder Berufsausbildung wird das durch genommen!

          sogar die Bauern müssen ökologisch und Ertragserhaltend arbeiten.
          Also tun sie es freiwillig!

          Vielleicht leisten die Menschen sich während der Arbeitslosigkeit weniger ökologische Dine, weil die oft teurer sind!

          also dann beweist du mit deinem Statement, dass wir auf Kosten von Natur und Sozialem leben! andere leben!

          Da kann man doch ruhig mal Theater drum machen, oder?
          Die jugendlichen haben doch Zeit, die können deswegen ruhig auf die Straße gehen, damit drüber nachgedacht wird.

          Was haben denn die 68iger gemacht?
          Was haben die bewegt!?!
          Das waren damals auch Jugendliche!

          • Reinhard Seevers sagt

            “Da kann man doch ruhig mal Theater drum machen, oder?”
            Inga,
            es geht ja nicht um ein Kinderspiel. Es ist ein simpler Ablasshandels im Gange, der die Landwirtschaft als Sündenbock für Gesamtgesellschaftliches Handeln nutzt.
            Es ist auch kein Vergleich zu 68 möglich, dann eher zur Lebensreformbewegung, finde ich.
            Wir leben insgesamt in einer Gesellschaft der Aufgeregtheit, das hat viele Gründe. Bisher hat es aber noch keine Gesellschaft gewagt, seine eigene Lebensgrundlage so in Frage zu stellen, dass sie ihren eigenen Untergang umsetzt.

        • Paulus sagt

          @R. Seevers, Co-working-spaces sind eine Erfindung der Immobilienwirtschaft um
          relativ unwirtschaftliche und eher unattraktive Flächen zu vermarkten.
          Die Juwelen unter den Gründern findet man ganz woanders. Die spielen kein Tischfußball und brauchen auch keine “irgendwas Lounge” zwecks Balance oder so.
          Aufgrund meiner Erfahrung halte ich den überwiegenden Anteil dieser ach so modernen Zeitgenossen für Selbstausbeuter und deren Firmen für Eintagsfliegen.

  11. Ehemaliger Landwirt sagt

    Die Schweizer habe eine langjährige Erfahrung mit Volksabstimmungen. Habe es schon mal geschrieben, die Schweizer werden dem nicht zustimmen.

    Sollte ich nicht Recht haben, dann wird es spannend.
    Werde mich mal im deutschen Grenzland umsehen, viel leicht gibt es einen Lebensmittelladen, der kurz vor der Insolvenz steht.😉

  12. Smarti sagt

    “ein Futteraustausch unter den Betrieben ist dann nicht mehr gestattet” – den Landwirten wird der Handel untereinander untersagt, aber sie sollen bitte Lebensmittel liefern, die dann Mega-Hochpreisig von anderen vermarktet werden..
    Erst werden in der Schweiz die kleinen schnuckeligen Betriebe gefördert und dann muss ein 20 ha – Hof sein gesamtes Futter selber anbauen ?
    Ich bin aus der Schweiz geflüchtet, weil wir auf einem Bauernhof, der über 20 Jahre schon ein Ponyhof für Kinder war, plötzlich nicht mehr 20, sondern nur noch 8 Ponys halten durften…von wegen “Gewerbe” auf Landwirtschaft… meine Schwester sieht das lockerer, sie hat jetzt 30 Pferde/ Einsteller / Berittpferde verteilt auf 5 ehemalige Kuhställe und einen SUV mit Hänger, der die Pferde den ganzen Tag hin und her karrt.
    Es muss anscheinend so sein, wenn es einer Gesellschaft zu gut geht, muss einfach mal wieder alles zerschlagen werden – ist wohl wie beim Türmchenbauen der zweijährigen Kinder.

    • Thomas Apfel sagt

      Da gibts auch noch einen Spruch aus vor 1989:
      Frage an den Sender Erevan: “Kann die Schweiz auch sozialistisch werden ?”
      Antwort: “Im Prinzip ja, nur schade um die schöne Schweiz”!

  13. Elisabeth Ertl sagt

    Man könnte natürlich einwenden, dass 10 Jahre Übergangsfrist eingeplant sind. Und wie sehr eine Notsituation die Forschung zur Lösung der aufkommenden Probleme explodieren lässt, sieht man jetzt an der Corona – Impfung.
    Trotzdem wäre es ein äußerst riskantes Experiment, und ich glaube nicht, dass es in dieser Form eine Mehrheit finden wird.
    In der Schweiz bekommt jeder Bürger vor der Abstimmung ein 40 Seiten starkes Heft zugesendet, in welchem ausgewogen alle Argumente pro und kontra aufgelistet sind. Und wer bei der Abstimmung gesehen wurde und später bekennen muss, dass er die Argumente nicht kannte, der blamiert sich. Das demokratische Niveau in der Schweiz ist mit unseren Ländern nicht vergleichbar.

    • Reinhard Seevers sagt

      Ganz einfach die Grenzen zur Schweiz dicht machen, und sie mit ihren Problemen allein lassen. Es gibt schon Importbeschränkungen, da kann man ja noch Reisebeschränkungen oben drauf satteln.
      “Plenus venter non studet libenter”…vielleicht geht es mit leerem Magen besser?!

      • Peter Zahnd sagt

        Das würde den bilateralen Abkommen zuwider gehen. Vergesst nicht, dass die Schweiz ein wichtiger Handelspartner für die EU ist.

      • Inga sagt

        Oder die Schweiz als Naturparadies für ganz Europa und weiter ansehen, so gross ist sie ja auch nicht
        Und die Nahrungsmittel kommen aus ganz Europa da hin!

        Wäre das so schlimm?

        • Obstbäuerin sagt

          Da würden die Bioprodukte aber blitzschnell aus den Regalen hier verschwinden, denn so hohe Preise, wie in der Schweiz kriegt hier kein Bauer, Inga.

          • Samuel Guggisberg sagt

            Ich bin eher für Regional, ressourceneffizient und marktkonform zu Produzieren. Bio hat auf jeden Fall platz, aber bitte nicht noch um den Globus transportieren.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wenn der Verbrauche nachfragt wird auch geliefert.
              Wenn der Staat es verlangt und der Käufer kauft es nicht endet die in eine Katastrophe.

              Und wenn das Schweizer Volk der Initiative zustimmen würde, auch.
              Wenn 50 % zustimmen würden, dann haben 50% des Schweizer Volkes einen an der Waffel. Aber zugegeben, in Deutschland ist es kaum anders.

          • Inga sagt

            Dann wüßten unsere Biokunden was es wert ist!

            Und keiner käme auf die Idee, dass es genauso billig sein müßte, wie die konventionell hergestellte Ware!

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