Bauer Willi
Kommentare 88

Es muss sich etwas ändern – schnell

Es ist einfach, etwas zu fordern. Viel schwerer ist es, es umzusetzen und Lösungen anzubieten. Das sollen dann andere machen…

Hatte den Post schon länger in der Pipeline, aber nach der gestrigen Sendung von „Hart aber fair“ passt er jetzt besonders gut. Oder etwa nicht, Herr Alt?

 

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88 Kommentare

  1. Christian Bothe sagt

    Habe mir gestern die Sendung „hart aber fair“ angesehen und fand diese ganz interessant und die Moderation ausnahmsweise auch nicht schlecht.Die Teilnehmer haben gut ihre Standpunkte dargelegt, wobei der Forstchef herausragte, was dessen Engagement zum Wald und dessen Probleme betrifft.Auch Rukwied und Klöckner haben sachlich diskutiert.Wozu Alt (muss man den kennen?) mit seinen altersstarsinnigen und von landwirtschaftlicher Unkenntnis geprägten Auffassungen eingeladen wurde, verstehe ich allerdings nicht.Verbote von VK+DK ist doch ein Witz, zumal auch Landwirte Kraftstoffe produzieren, was der o.g. Journalist scheinbar nicht weiß…Etwas mehr ausgewogene Teilnehmer des Talks hätte ich mir „klimapolitisch“gewünscht, da es ja auch andere wissenschaftliche Erkenntnisse zur Erderwärmung und deren Ursache gibt.

    5+
  2. bauerhans sagt

    „Es muss sich etwas ändern – schnell“

    UvdL ist jetzt kommissionspräsidentin und AKK befehligt demnächst unsere Truppen!
    geht doch.

    1+
  3. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin an all hier im Blog bei Wiili. Manchmal frage ich mich ganz ernsthaft, ist dieses Europa noch in der Lage, die Probleme der Menschen, die diese bewegen ernsthaft retten zu wollen.
    Wie der Poker um von der Leyen heute ausgeht, weis ich zu dieem Zeitpunkt noch nicht.
    Eins weiss ich aber, die befindlichkeit vieler Deutscher , was bestimmte Regularien betrifft
    kotzt mich an.

    3+
  4. Friedrich sagt

    @Kritischer Leser. Haben sie schon mal eine Klimabilanz erstellt ? Ich ja. Da habe ich in unserem Betrieb rd. 40% seit dem Jahre 2000 feststellen lassen . Wenn ich , wie gefordert auf 1990 zurückgehen würde , dann hätte ich über 50% Verbesserung zu vermelden und das gilt für meine Berufskollegen auch . Dazu kommt noch die Investition in die Biogasanlagen , Windräder , Wasserkraft und PV-Anlagen , die als gewerblich ldw. Nebenbetriebe geführt werden , aber den Bauern nicht auf die Klimabilanz angerechnet werden, denn wenn das so wäre , wäre die Landwirtschaft Klimaneutral. Damit unsere Industrie, die Mitbürger und die Politik sich nicht selber verbessern müßen , schiebt man alles den Bauern in die Schuhe. Dazu kommt noch , daß alles zu Weltmarktpreisen ohne die Umwelt- und Sozialstandards produziert werden soll. Die Flächenprämien als sogenannter Ausgleich ist da eine regelrechte Lachnummer. Die Allgemeinheit fordert regelrechte Selbstausnutzung von uns , nur um selber prächtig leben zu können. Denken sie bitte daran , daß dieser, Eurer Spaß bald am Ende sein wird und sich der Markt und die Realität wieder einstellen wird. Ewig wird diese Ungerechtigkeit nicht laufen und ich mag garnicht an das Heulen und Zähneklappern unserer Verantwortlichen denken , wenn es soweit ist und dieser Tag kommt schneller als wir alle denken.

    21+
  5. kritischer Leser sagt

    Lieber Bauer Willi,

    Hat Ihr sarkastischer Beitrag den Zweck, die Forderungen der Klima-, Öko-, Biodiv.-Aktivisten ad absurdum zu führen? Wenn das nicht beabsichtigt war, sei Ihnen gesagt, er tut es trotzdem.
    Wenn Sie lediglich sagen möchten, das Veränderung Zeit braucht, dann muss ich Ihnen sagen: Recherchieren Sie besser!
    Nur zwei Beispiele:
    Das Kyoto-Protokoll mit u.a. dem Ziel CO2-Emmissionen zu reduzieren, wurde am 11.12.1997 beschlossen und ist 2005 in Kraft getreten.
    Die nationale Strategie zur Biologische Vielfalt (kurz NBS) wurde am 7.11.2007 im Bundestag verabschiedet. Damit ist Deutschland seiner Verpflicht aus der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt (eng. CBD) nachgekommen, welche bereits 1993 in Kraft getreten ist.
    Sie wissen, die Mühlen der Politik mahlen langsam. Sie können also davon ausgehen, dass der Handlungsdruck zur Verabschiedung der Protokolle und Konventionen bereits weit vorher entstanden ist.
    Das immer wieder gerne vorgebrachte Argument, wir können doch nicht so plötzlich alles ändern und so plötzlich neue Vorgaben machen, läuft also total ins Leere. Wir wissen schon lange was schief läuft, aber entweder haben wir weggeschaut, haben uns beruhigen lassen oder aktiv gegen diese Erkennttnisse agitiert. Manche bestimmt auch alles zusammen.
    Und leider muss man sagen, dass auch die Landwirtschaft als Wirtschaftszweig mit all ihren angeschlossenen Unternehmen und Verbindungen insgesamt SEHR wenig zu einer Verbesserung beigetragen hat.

    Eins noch zum Thema wer sagt warum wem die Wahrheit oder nicht: Ein Beispiel dass Sie sicher aus eigener Erfahrung sehr gut kennen.
    Wann hat Ihnen ihr Pflanzenschutzberater das erste Mal gesagt dass Sie mit der Verwendung von Herbiziden aufpassen müssen, um keine Resistenzen zu „züchten“? Seit 2001 wurden keine neuen Wirkstoffklassen mehr registriert und es wurden auch keine zur Registrierung angemeldet. Trotzdem bringen die Unternehmen jedes Jahr wieder neue „Super-Packs“ auf den Markt. Alter Wein in neuen Schläuchen, kann ich dazu nur sagen. Es wird alles verkauft was nur irgendwie geht, da über kurz oder lang das System zusammenbrechen wird. Und das liegt NICHT an den Forderungen nach mehr Biodiversität, Klimaschutz oder sonstwas. Das liegt in der Natur der Sache. Schon garnicht ist das ein plötzlich auftretendes Problem.
    Realitätsverweigerung ist die eine Seite der Medaille, sich hinters Licht führen lassen die andere.

    11+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Sehr geehrter kritischer Leser: Was haben Sie seit 1997 alles zum Klimaschutz beigetragen?

      9+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber kritischer Leser, ich empfehle Ihnen zur Einschätzung folgende Texte
      https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf
      Ich habe an der Tagung mitgewirkt und sie war nicht vergnügungssteuerpflichtig. Aber sie war lösungsorientiert und das war wichtig.
      Der zweite Link: https://www.change.org/p/bundesumweltministerium-gemeinsam-f%C3%BCr-bienen-und-klima
      Es ist so einfach, die Verantwortung einer Gruppe zuzuschieben. Siehe auch das Volksbegehren in Bayern. Wie Sie an den beiden Links (sofern Sie diese lesen) erkennen mögen, bin ich daran interessiert, an Lösungen mitzuwirken. Deshalb auch die drastische Überspitzung, die bewusst dazu anregen soll, eine Diskussion in Gang zu bringen. Was ja offensichtlich gelungen ist.

      20+
      • kritischer Leser sagt

        Lieber Bauer Willi,

        Wenn Sie meine Texte so verstehen, dass ich den Landwirten die alleinige Verantwortung für einige der genannten Missstände zuschreiben will (oder irgendeiner anderen einzelnen Gruppe), dann haben wir ein ernsthaftes Kommunikationsproblem.
        Was ich will ist das Sie, ganz persönlich, und die Landwirte im allgemeinen begreifen, dass die Landwirtschaft einen enormen Teil zur LÖSUNG vieler Missstände beitragen kann. Unbestritten können Sie das nicht alleine, aber wenn die Strategien nicht von den am direktesten Betroffenen mit gestaltet werden, wie soll dann lösungsorientiert daran gearbeitet werden?
        Die Landwirte müssen aus dieser Opferhaltung raus (ich kann nicht glauben das ich J. Klöckner zitiere!!) und aktiv mitgestalten. Das kann unbequem werden, aber wenn sie das nicht machen, wird über kurz oder lang etwas entschieden werden, ob sie da nun mitgewirkt haben oder nicht.
        Und Sie, Bauer Willi, mit Ihrem Blog, tragen auch zu dieser Opferhaltung bei. Diese Überspitzung ist nämlich auch ein formidables Ruhekissen für all diejenigen die sagen „wir können ja eh nix machen“ oder „das ist doch alles Quatsch was die erzählen“. So kriegen Sie zwar Zuspruch von den üblichen Verdächtigen hier, aber an der Lösung, oder wenigstens an einer progressiven Herangehensweise des Problems, arbeiten Sie nicht.

        PS: Ich schätze Ihr offenes Wort und ihre zuweilen launige Herangehensweise an manche Themen. Ich glaube auch zu wissen dass Sie ein ernsthaftes Interesse an solchen schwierigen „Zukunftsthemen“ haben. Aber zum Teil kann ich nicht genau verorten welchen Zweck Sie mit dem ein oder anderen Post verfolgen, bzw. ob Sie sich der Wirkung Ihrer Texte immer so ganz bewusst sind.

        9+
        • Thomas Apfel sagt

          Könnten Sie hilfsweise mal so in der Systematik: Hier ist das Problem und das könnte aus meiner (Ihrer) Sicht der Lösungsansatz sein, die Felder auflisten, die Ihrer Meinung nach geändert werden müssen? Diese allgemeinen Sprüche hängen einem nämlich langsam zum Halse raus. Also, wenn Sie wirklich eine Diskussion wollen, dann raus damit !
          Woraus schließen Sie zum Beispiel, dass der chemische Pflanzenschutz in einer Sackgasse (außer der von Öko-Seite herbeigeredeten) steckt ? Und was sind die Alternativen gegen Ernteverluste durch Feld- und Lagerschädlinge (weltweit) ?

          18+
        • Bauer Willi sagt

          Lieber kritischer Leser
          dann haben Sie die Links offensichtlich nicht gelesen. Für die Tagung auf der Insel Vilm habe ich vier Tage geopfert, weil Vilm nicht gerade „um die Ecke“ liegt und jeweils 10 Stunden Zugfahrt bedurfte. Genau solche Tagungen sind aber wichtig, weil dort an konkreten Lösungen gearbeitet wird. Das war es mir wert und ich mache das für unseren Sohn und für meine Berufskollegen. Übrigens haben wir jetzt auch einen Enkel.

          Sie müssen mich nicht belehren, dass ich erkenne, dass wir Landwirte ein Teil der Lösung sind. Ja, ich würde mir wünschen, wenn unsere Verbände da etwas offensiver wären. An der Basis sind viele schon viel weiter und es gibt so viele wunderbare Beispiele (die ich hier auch vorstelle) wie Landwirte sich auf den Weg gemacht haben.

          Opferhaltung: ein wunderbares Schlag-Wort, um ganz praktische Bedenken der Landwirte einfach so vom Tisch zu wischen. Beispiele gefällig? Düngeverordnung: es ist doch Wahnsinn, quer über Deutschland eine Absenkung von 20% zu beschließen. Verbot von Glyphosat: wer macht Vorschläge, wie es danach weitergehen soll? Und wer das bezahlt, denn es wird in jedem Fall teurer. Neonics: wir müssen jetzt mehrfach flächig Insektizide spritzen, was uns zutiefst missfällt. Neue Züchtungsmethoden: überall erlaubt, nur nicht in Europa. Dabei könnten damit enorme Mengen an Pflanzenschutzmittel eingespart werden.

          Ich habe mich lange und intensiv mit Bio-Landbau beschäftigt. Es ist für unseren Betrieb keine Option. (Die Erläuterung würde weitere Seiten füllen).

          Haben Sie die Petition gelesen? Warum passiert außerhalb der Landwirtschaft nichts, was den Klimawandel beeinflussen würde? Sie wollen ja Lösungen: Tempo 130, Besteuerung von Kerosin, Verbot von Inlandsflügen, Paketsteuer für Online-Einkäufe usw. usw. Warum kommt das nicht? Ich will es Ihnen sagen: weil es für den Bürger unbequem wäre und ihn in seinen Freiheiten einschränken würde. Da geht keiner ran. Warum streicht man nicht alle Agrar-Subventionen und macht statt dessen einen veritablen Aussenschutz? Warum erhebt man keine CO2-Steuer und macht Gutschriften für Landwirte, die ja CO2 binden und Sauerstoff produzieren? Warum wird Biodiesel dem Verkehrssektor gutgeschrieben, Biogas dem Energiesektor? Das gehört dem Agrarbereich gutgeschrieben und keinem sonst. Warum macht man mir als Landwirt kein Angebot für Naturschutz, der einkommensrelevant ist? Quasi als Betriebszweig. Das ist bei weitem noch nicht alles, ich habe noch mehr auf Lager, aber für heute soll es genügen.

          So, und nun erwarte ich konkrete Gegenvorschläge und keine pastoralen Einlassungen. Dafür haben wir schon Svenja Schulze und ihre Leute vom BMU. Aber die scheint ja die Landwirte gefressen zu haben.

          Ja, ich bin mir der Bedeutung des Blogs bewusst und ich weiß, wer hier still mitliest. Wenn Ihnen einige Texte hier missfallen, so mache ich ja alles richtig. Ich bin und möchte nicht „everybodies darling“ sein.

          Danke für Ihren Kommentar. Nur mit solchen Dialogen kommen wir der Sache auf den Grund und der Lösung ein Stück näher. Das ist zumindest meine Hoffnung und darum bemühe ich mich. Jeden Tag und mit nicht nachlassender Begeisterung.

          26+
          • Mausschubser sagt

            In der Bilanz würde der Online Handel mit hoher Wahrscheinlichkeit CO2 einsparen helfen. Wenn nicht die vielen Rücksendungen wären. Denn die Ware muss ja auch zum Handel und der Kunde dorthin. Also eher mal nachdenken, welche Folgen etwas über die gesamte Kette hat.

            2+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ich sehe es im Onlinehandel genau so.

              Wenn ich mir zb. elektrisches Gerät für 50.- Euro kaufen will, muss ich 10 Km fahren um ein Geschäft zu erreichen, kaufe ich es im Netz, bringt mir das DHL es vorbei wenn er an der Straße vorbei fährt.

              Höherwertige Artikel kaufe ich mir im Fachgeschäft, wo auch eine Reparatur möglich ist. Ist das Wunschgerät nicht auf Lager, dann bringt der Paketdienst es am anderen Tag in das Geschäft, selbst wenn es nur ein Paket ist.

              Knopfzellen bestelle ich in China, dann sind 10 Stück günstiger als eine bei uns.

              Ich glaube in Sachen CO2 ist der Onlinehandel besser wenn man nicht in der Großstadt wohnt.

              1+
          • Boss_marta sagt

            Vielen Dank, für diesen Beitrag.
            Nur mal kurz am Rande, gehört nicht ganz hierher:
            Wo sind die Frydays for futur – Aktivisten?
            Jetzt hätten sie doch Zeit, es würde kein Umterricht ausfallen.
            Alle aus-geflogen?

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              In der Nähe war am Freitag eine Demo.
              Jetzt fällt mir gerade ein, in BW sind noch keine Ferien. 😉

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              • Inga sagt

                Also Ehemaliger,

                wenn man mit einer Demo was erreichen will,
                dann demonstriert man, egal ob Ferien sind oder nicht?
                Oder ist das Bauernlogik? 😉
                Man kann ja sogar das politische Sommerloch dafür nutzen.
                Dann machen sich noch mehr Leute über das Thema Gedanken.

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                • Obstbäuerin sagt

                  Inga, ich fürchte, die sind alle ins Sommerloch gefallen. Ehe sie da wieder rauskommen, hat die Schule wieder angefangen.

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Echt?

                  Dann warten wir mal den Freitag ab.

                  Die meisten Demos sind in BW und Bayern und da sind keine Ferien.

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    • Boss_marta sagt

      Und leider muss man sagen, dass auch die Landwirtschaft als Wirtschaftszweig mit all ihren angeschlossenen Unternehmen und Verbindungen insgesamt SEHR wenig zu einer Verbesserung beigetragen hat.
      Das stimmt nicht!
      Es sind mittlerweile fast alle Güllebehälter abgedeckt.
      Gülle wird boden nah, bzw. direkt in den Boden eingebracht.
      Neue Stallungen werden viel besser gedämmt.
      Schlepper sind mit neuer Technik (z.B. add blue) wesentlich Sprit-sparender.
      Durch kombinieren einiger Arbeitsschritte wird zusätzlich Energie gespart.
      Dann ist jeder Landwirt verpflichtet eine Nährstoffbilanz für seinen Betrieb zu machen.
      Da errechnet sich ziemlich genau, der Dünger aus tierischer Herkunft.
      Die Stickstoffzufuhr aus tierischer Herkunft ist bei 170 kg N/ha gedeckelt. Diese Maßnahme begrenzt den Tierbestand.
      Die Fütterung z.B. der Mastschweine erfolgt ebenfalls N reduziert.
      Ich denke die Landwirte sind dabei ihre Hausaufgaben zu machen.
      Noch eins Resistenzen:
      Es gibt unterschiedliche Wirkstoffe und es gibt Anwendungsvorgaben bzgl. der Häufigkeit, genau um Resistenzen zu vermeiden. Daran wird sich der Landwirt schon im eigenen Interesse halten.

      12+
      • Elisabeth Ertl sagt

        Z.B.: Früher haben die Bauern alle Weidetiere dreimal im Jahr entwurmt mit irgendeinem Breitbandmittel. Jetzt gibt es Vorschriften, an die ich mich auch als Hobbyzüchter halten muss: Kein Entwurmungsmittel ohne Kotprobe (15 Euro) zuvor zur Bestimmung der konkreten Parasiten und gezieltem Einsatz des passenden Präparates. Und auch dann nur Behandlung jener Tiere, die Symptome haben, das beugt Resistenzen vor. Wechsel der Präparate ebenfalls zur Vermeidung von Resistenzen. Gutes Weidemanagement: nie länger als 3 Wochen auf einer Fläche; mindestens 6 Wochen Weidepause. Entwurmung immer VOR dem Weidewechsel. Auf diese Weise habe ich schon einmal ein ganzes Jahr lang kein einziges Tier entwurmen müssen. Und das, obwohl Entwurmungsmittel ziemlich harmlose Medikamente sind mit kurzen Wartezeiten bis zur Schlachtung. (wenige Tage gegenüber z.B. 6 Wochen bei einem Antibiotikum, Biobetriebe 12 Wochen)

        0
    • Thomas Apfel sagt

      Das Problem mit den Resistenzen ist so alt wie die Welt und gehört zur Evolution wie der Fisch zum Wasser. Der chemische Pflanzenschutz in Form von Herbiziden ebenso. Fast alle Pflanzen benutzen chemische Keulen um sich die Konkurrenz vom Hals zu halten, und genau in diese freigehaltene Lücke passt sich ein Organismus ein. Der Mechanismus der Resistenz zum Beispiel von Apfelsorten gegen Schorfpilze wurde 1994 bei einer Sortengruppe (Re-Sorten) innerhalb eines Jahres in ganz Deutschland durchbrochen. Damit muß man leben, das sind natürliche Vorgänge. Auch gegen Glyphosat sind einige einheimisch Arten inzwischen resistent (Malvenarten und Sandstorchenschnabel z.B.) Diese Pflanzen bleiben doch trotzdem das was sie sind und keine unbeherrschbaren Monster. Die Diskussionen um die „großen Gefahren der Resistenzbildung“ kann ich nicht nachvollziehen.

      5+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Das Weidenröschen war immer Resistent gegen Glyphosat, also eine natürliche Resistenz.

        3+
      • Elektriker sagt

        @ Thomas Apfel

        ———————————————————————————————
        „Die Diskussionen um die „großen Gefahren der Resistenzbildung“ kann ich nicht nachvollziehen.“
        ———————————————————————————————

        Lieber Thomas.
        Sie haben die Dogmatik vieler unserer „Naturfreunde“ wohl nicht verstanden. Die Grenze um zu entscheiden was gut und schlecht sein soll wird von vielen nicht zwischen Umweltfreundlich / Umweltschädlich festgelegt. Nein ! Diese Grenze wird anders definiert.
        Es geht meistens darum, ob etwas im gewissen Sinne „natürlich“ oder „unnatürlich“ sein soll. Eine von unserer chemischen Industrie entwickelte und produzierte Substanz ist „unnatürlich“ und somit „schlecht“ für die Natur. Die dadurch entstandenen Resistenzen sind also eine Katastrophe.

        Andererseits wird es z.B. toleriert, das Biobauern Kupfersulfat spritzen. Dabei spielt es keine Rolle, das sich das Kupfer über Jahrzehnte hinweg im Boden anreichert und dort nie wieder herauszubringen ist – da es „natürliche“ Vorkommen von CuSO4 gibt.
        Ein synthetisches Antipilzmittel zu spritzen, welches mit kurzer Halbwertszeit wieder zerfällt wäre für diese „Naturfreunde“ hingegen ein Verbrechen.

        Ich möchte nicht behaupten das alle Ökos derart dogmatisch sind. Ich denke aber das diese Sichtweise beispielsweise bei jenen eine Rolle spielt, welche ihre Kinder nicht impfen lassen und stattdessen mit hochpotenzierter Homöopathie behandeln.

        2+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Resistenzen bei PSM gibt es schon Lange, noch bevor sie sich darum gekümmert haben.

      Im Weinbau werden die selben Mittel zur Botrytisbekämpfung nur alle 2 Jahre angewendet, bei Mehltau und Peronospara werden die Mittel ständig gewechselt, manche nie mehr als 2 mal im Jahr und nicht hintereinander.
      Im Obstbau würde dies ähnlich gemacht.
      Doch die Anforderungen des Einzelhandels verlangen bei Äpfel nicht mehr 4, bei Beerenobst 5 Wirkstoffe.

      Man solle nicht immer auf die Pflanzenschutzmittelhersteller schimpfen, die haben jede Menge neuer Wirkstoffe in der Pipeline, die Zulassungen werden sehr distanziert um nicht zu sagen ablehnend vorgenommen.

      Warum soll eine Firma für viel Geld eine Zulassung beantragen, wenn die Chance auf Zulassung bei null liegt. Mit dieser Masche der Behörden erreicht man das was sie beschreiben, alte Zulassungen werden weiter benutzt, weil die neue Wirkstoffe in den Schubladen bleiben.
      Diese Erkenntnisse sollten auch ihnen bekannt sein, wenn sie mitreden wollen.

      8+
      • kritischer Leser sagt

        Lieber ehemaliger Landwirt,

        Ihre Argumentation ist sachlich falsch.
        Ja, die Zulassung kostet Geld. Viel teurer ist aber die Entwicklung. Und da ist es wie es ist: Es wurden in den letzten 18 Jahren (wenn man den Termin der letzten Zulassung nimmt) keine neuen Wirkstoffe entwickelt. Punkt.
        Die Industrie beklagt sich gerne über die Politik und die „strengen“ Zulassungsbedingungen, das ist aber nur eine Ablenkung davon, dass der chemische Pflanzenschutz zZ. in eine Sackgasse steuert.

        1+
        • Bauer Fritz sagt

          @kritischer Leser
          Ich denke sie vergessen in ihrer Argumentation einen wesentlichen Punkt. Gerade die ganz großen Player der Chemischen Industrie (Bayer; ChemChina, DowDuPont) investieren schon seit vielen Jahren auch im Saatgutbereich. Es ist offensichtlich so, daß dort die Chancen auf die Zulassung von Neuzüchtungen mit wesentlicher weniger Geldmitteleinsatz erzielt werden kann, als für die Zulassung eines neuen PSM oder Wirkstoffes. Die Anteile an den Forschungs- und Investitionsgeldern liegt bereits zwischen 30-50% des Etats – Tendenz steigend.
          Außerdem ist offensichtlich, daß die Verlagerung der Investitions- und Forschungsgelder vor allem weg aus Europa geht in die Zukunftsmärke z.B. Asien und China. Das mag einige freuen, viele sehen es als Braindrain aus europäischen Schlüsselindustrien.

          9+
          • Paulus sagt

            Bauer Fritz, so ist es. Die Bayer AG ist schon längst kein Chemiekonzern mehr, das ist Vergangenheit, und diese gewünschte Entwicklung wurde unter einem Vorstand namens Wenning schon vor Jahren so kommuniziert. Die Bayer AG produziert in ihren drei Chem-Parks, die von der Tochter Currenta betrieben werden nicht mehr ein einziges Produkt.
            Die Übernahme von Monsanto, die aufgrund der Forschungsfreiheit in den USA einen ganz erheblichen Vorsprung in Sachen GVO haben war nur konsequent und richtig. Die Lenker global operierender Konzerne kümmern sich herzlich wenig um europäischen und schon gar nicht um deutschen Kleinscheiß.
            Wer immer noch glaubt, dass Bayer noch Interesse an nicht mehr patentgeschütztem Glyphosat hat irrt sich gewaltig. Ach, ich könnte das noch ausdehnen aber ich erspare es mir.

            5+
            • Inga sagt

              Er hat kein Interesse mehr dran, er macht es schlecht, weil es ein guter Wirkstoff ist, der über 40 Jahre erfolgreich angewendet werden konnte, konkurrenzlos auf dem Markt ist.
              Nun hat der Konzern aber schon ein neues Produkt, das auf den Markt soll, aber sich gegen Glyphosat nicht durchsetzen kann.

              Wie bekommt man Glyphosat weg?
              Indem man es schlecht macht, den Trick kennt doch jedes Tratschweib von Dorf!

              So bekommt man auch eine Neuzulassung, oder?

              2+
              • Bauer Willi sagt

                Jetzt aber mal „Futter bei die Fische“: wie heißt denn der neue Wirkstoff? Oder ist das nur eine Idee, das es vielleicht, eventuell gewissermaßen so sein könnte? Also nur eine Vermutung? Die man mal irgendwo gehört hat, jetzt aber auf Anhieb die Quelle nicht mehr findet?
                Also, ich warte…

                3+
                • Inga sagt

                  Nur eine Vermutung von mir, Bauer Willi!

                  Wenn das stimmt, wäre es ein Beispiel wie die Wirtschaft (Industrie) die Politik beeinflusst und so
                  uns Bauern aber auch der
                  Ökologie nicht gut tut!
                  Es gibt bestimmt noch andere Beispiele, besonders in der Autoindustrie!

                  0
              • Paulus sagt

                Hallo Inga, hier speziell noch einmal für die Tratschweiber vom Dorf und ganz von vorne.
                Der Patentschutz für Glyphosat ist abgelaufen und das Zeug wird seit etlichen Jahren weltweit von allen möglichen Herstellern produziert; übrigens auch mit günstigen Kosten und somit günstigen Preisen in China. Damit ist dieser Wirkstoff und darauf aufbauende PSM kein großartiger Gewinnbringer mehr und wenn ein bestimmtes betriebswirtschaftliches Ziel unterschritten, bzw. nicht mehr erreicht wird, erlahmt das Interesse. Spätestens dann, wenn längst abgeschriebene Produktionsanlagen erneuert werden müssen. Das hat zunächst einmal gar nichts damit zu tun, ob sich neue PSM in der Bayer-, BASF- oder sonstiger Pipeline befinden oder nicht. Die europäische Entscheidung, die auf ein Totalverbot drängt spielt selbstverständlich auch eine Rolle. Noch einfacher kann ich es jetzt wirklich nicht darstellen.

                2+
                • Inga sagt

                  Das weiß ich doch alles, deswegen verdient der Konzern nichts mehr dran und will ein anderes, ein neueres von ihm entwickeltes auf den Markt bringen.
                  Dann verdient er wieder weltweit daran!
                  Und muß es sich nicht mit anderen Nachbauern teilen!

                  Kann ich mir vorstellen, wie Bauer Willi
                  vermutet, ist es nur eine
                  Vermutung von mir!!!

                  0
            • Inga sagt

              Bayer ‚Ag muß in der Pflanzenzüchtung investieren, weil er das Recht haben will, neue Sorten passend zu seinen Phytophamaka zu züchten, das geht in USA selbstverständlich leichter, oder?

              0
          • ottmarWelker sagt

            Schon 1979 machte ich in meinem Bewerbungsgespräch den Leiter der Sparte Landwirtschaft Dr. Schweizer darauf aufmerksam, daß BASF die Pflanzenschutzmittel an die Saatkulturen besser anpassen müsse, um auch Spritzschäden in den Kulturen zu vermeiden. Es wäre besser auch noch die Ausbringtechnik in einer Hand zu haben.
            Das war nicht ganz vergeblich.
            Nur hatten sie einen anderen ausgewählt statt mich.
            Dr. Schweizer ging aber persöhnlich zum Maiszüchter Prof. Pollmer nach Hohenheim, der ihn stolz in der Vorlesung präsentierte.
            Die Rastatter Firma Dr. Späth verkaufte den Maisbereich vor einigen Jahren und die angeblich proteinreichen Maissorten, in Hohenheim entwickelt und vermehrt in Südafrika, „Protagold“ auf Französisch „Protador“, wollte niemand haben.
            Wenn diese großen Herren es nicht ordentlich hinkriegten, weil der Maiszüchter und der mittelständische Südwestsaatverbund und Hohenheims Vorliebe für die Metzinger Holder Spritzen einzigartig waren, die aufgeben mußte, weil deren Obst-und Weinbauschlepper gar keine funkionierende Rutschkupplung hatte, nicht gewesen wäre, dann vielleicht wären sie toll dagestanden.
            Nun hat die Firma Bayer Monsanto eingekauft und glaubt, dass diesmal alles gut wäre.
            Die Sekretärin des Dr. Schweitzer traf ich später bei Linz auf einem russisch Sprachkurs in den Ferien wieder, der ihr der nette Chef, den sie überaus lobte, als bezahlte Fortbildung erlaubt hatte( In Baden-Württemberg, war es erst viel viel später möglich und nun wollen sie es schon wieder einschränken, sie gönnen keinem etwas, was sie bezahlen sollen).
            Dass sie damals dem Konkurrenten vor dem Gehen in den Mantel geholfen hatte und mir nicht und damit schon die Entscheidung verriet, erwähnte ich nicht.
            Auch diesmal war sie kühl aber glücklich. Sie hatte ja ihre beiden Chefs schon bald wieder für sich, das war sicher alles und genug.

            1+
            • Brötchen sagt

              Hallo Herr Welker!

              Stichwort Mais mit höherem Proteingehalt.
              Wie ist da jetzt der Stand? Wird ja ab und an geschrieben, das das eine Option wäre.
              Ist für Bio auch sehr interessant.
              Tabellenwert für Mais ist ca. 9 % Lysin 2,6 g
              Da Mais in höheren Anteilen eingesetzt werden könnte, ist jede kleine Erhöhung von großer Wirkung

              zum Vergleich für Interessierte:

              Erbsen haben 22 % und 15,8 g
              Soja( ganze Bohne) hat 35,6 % und 21,8 g
              Sojaextraktionsschrot hat 42,7 % und 26,4 g
              Sojakuchen(Bio) hat 40,5 % und 24,0 g Lysin

              1+
              • ottmarWelker sagt

                Es waren die essentiellen Aminosäuren Isoleuzin, Methionin, Lysin, die erhöht werden sollten aus Mutanten mit Opaque, also die mit durchscheinenenden Körnern.
                Saatgut Dr. Späth hat diese Sparte verkauft an wen weiß ich auch nicht.
                Wahrscheinlich war die Gesamtmasse oder FAO Zahl der Sorten unangepasst im Vergleich zur Konkurrenz Limagran damals und anderen.
                Das kam aus den USA wie die Hybridzüchtung und die Züchter hielten sich auch in Iowa auf zum Austausch. Sie züchteten in Hohenheim in Zyklen zum Anreichern und Südafrika.
                Die Firma stieg wohl sehr früh in Vermehrung und Werbung für den Verkauf ein. Heute ist die Züchtung weiter und mit teuren Markern auf Zuchtziele wie Kältetoleranz z. B oder Trockenheil ausgerichtet.
                Es war der beworbene Bonus an Eiweiß anfangs gering im Keimling, der nur einen kleinen Teil des Korns darstellte. Meist wird ja auch Öl aus dem Keimling gewonnen. Eher eine Marktstrategie als der große Wurf.
                Bei der Schweinefütterung durfte der Anteil nicht zu hoch sein, sonst wurde das Fleisch gelb.
                Die Züchtung mit Hilfe von Mutanten wurde zunächst vergessen und weiter gesammelt, dann wurden sie später, bei überflutendem Reis wieder aktuell als bei ihnen das Äthylen als Hormon zum wachsen dort höher war.
                Dr. Potrykus, der Anfangs in der Pflanzenphsiologie in Hohenheim, und später an der ETH Zürich war, hat mit dem verstorbenen Nobelpreisträger Köhler von Freiburg den Vitamin K haligen Golden Reis mit dem gelben Schlüßelblumen Farbgen übertragen. Das essen Menschen nicht so gerne und ist wohl auch nicht so erfolgreich und teuer zu verbreiten.

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                • ottmarWelker sagt

                  Vitamin A war zuwenig in der Nahrung in vielen Ländern wie Indien und Mangel konnte zum Erblinden führen.
                  Viele mittlere Pflanzenzucht- und auch große Pflanzenschutzfirmen zog es in Ostblockländer wie Ungarn und Polen, um Geschäfte zu machen oder dort vermehren und anbauen zu lassen und sie nahmen sich selbst zurück aus Neuzüchtungen und der teuren Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln.
                  Wirkstofftabletten wurden von Firmenvertretern in die Mitte von Reisfeldern vor Fachpublikum geworfen, wo diese Chemikalien sich werbewirksam auflösten.
                  Die Firma Gloria hatte Rückenspritzen en Gros für den Schah von Persien in Farben des Herrschers exportiert und der Geschäftsführer meinte, dass in Afrika noch mehr gehen müsse.
                  Bei einem Treffen von Pflanzenzüchtern im Deutschen Landwirtschaftsmusem in Hohenheim wollte der Verband seine Erfolge in Ostdeutschland und im Westen objektiv von einem neutralen brittischen Historiker zusammenstellen lassen unter Vorsitz eines ostdeutsche Historikers für Pflanzenkrankheiten. Ob er die Aufgabe dann selbstübernahm weiss ich nicht.
                  Da war die bayrischen staatlichen Züchter schon längst dabei in Gewächshäusern transgene Pflanzen zu halten. Wenige Wochen später mussten sie Vollzug berichten und alles als Gefahrgut entsorgen. Das war auch gut so.

                  0
          • kritischer Leser sagt

            Lieber Bauer Fritz,

            Ich stimme Ihnen zu. Es ist natürlich auch eine wirtschaftliche Abwägung, ob es sich lohnt intensiv zu forschen, für einen Markt der „nichts“ mehr hergibt. Und ja, die Zulassungsvoraussetzungen in Europa sind möglicherweise strenger als anderswo. Aber wenn man sich in anderen Ländern umschaut, wollen wir dann die gleichen Anbaubedingungen haben, mit all den unschönen Folgen? Ich will es nicht. Zu meinem Wohl und zum Wohl der Anwender!

            0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Bauern wollen Anbaubedingungen,
              die ihnen den Lebensunterhalt und der Familie sichern.

              Von der Bevölkerung sollte etwas mehr kommen, als sofort das Glyphosat verbieten.

              1+
            • Boss_marta sagt

              Lieber kritischer Leser,
              Das ist ja mal wieder der Punkt. Lebensmittel aus dem Ausland will man nicht, weil der Standart dort nicht so hoch ist, gleichzeitig wird die hiesige Landwirtschaft an den Pranger gestellt.
              Mit teilweise nicht mehr nachvollziehbaren Auflagen dazu gebracht, dass immer mehr Höfe aufgegeben.
              Was wollen sie sich denn?
              Oder ist es so, wie bei Bayer, die das Glyphosat weg haben wollen?
              Müssen die Bauern hier verschwinden, damit Abkommen mit Brasilien, Uganda,….. besser zum tragen kommen?
              (Klima? Lebensmittel werden hierher geflogen, unsere Autos dorthin verschifft, dort für Flächen und Strassen der Wald gerodet. 42 PSM haben dort die Neuzulassung, die hier schon lange verboten sind…….)
              Das gehandelt werden muss, ist glaube ich jedem klar, aber – Alle – und mit Augenmaß.
              Mit den Vorschlägen von Bauer Willi könnte ich leben, wenn sie mich auch einschränken.
              Aber das müssen wir uns bewusst machen, es geht nur, wenn wir unsere hohen Ansprüche zurück schrauben. JEDER

              3+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Mein Tierarzt, Spezialist für Schafe und Ziegen, der viel ins Ausland auf Fortbildung fährt, ist immer ganz fasziniert, wie viele Medikamente beispielsweise in GB existieren, die leider bei und nicht zugelassen sind.

          2+
          • ottmarWelker sagt

            BSE verbreitet sich von Großbrittanien aus und wurde zunächst, wie das gefährlichen Melamin, zugesetzt als Ersatz für Protein aus Milch in der Kindernahrung- gegen die viele Asiaten allergisch sind- vom Staat und seinen Überwachungsbehören wie in China, nicht zugegeben. D
            ie Gesundheitsversorgung in Großbrittanien ist weit unter dem Niveau anderer westlicher Staaten?
            Wer orientiert sich schon an der Roten Laterne?

            1+
            • bauerhans sagt

              in GB arbeiten doch mittlerweile viele deutsche ärzte,da sollte sich die qualität verbessert haben.

              0
              • ottmarWelker sagt

                Die Japaner dachten aber landfristiger und strategischer. Sie sandten ihre Mediziner früh nach Berlin in die Charite, Stockholm, ins Karolinski Institut( die Nobelpreisträger auswählen) und in die USA und brauchten wenige aus den Ausland.
                Wo Japaner waren, gingen schnell auch Koreaner hin zum Lernen.
                In Tsukuba Science City gab es 1997 schon 1000 Stipendiaten aus Industrieländern und viel mehr noch aus Entwicklungsländern, die mit JICA, nur eine staatliche Entwicklungshilfeorganisation statt DED und GIZ, wie bei uns, haben.
                Es existierten keine Apotheken und der Arzt gab Medikamente mit.
                Einen “ traumatisierten “ über BSE forschenden Stipendiaten aus GB musste ich einen ganzen Abend zuhören, wie er mir von den für ihn unfassbaren Behinderungen sprach für die Aufklärung und Forschung in GB. Japan verbot auch Importe von unsicheren Länder. Sowohl Fleisch, als auch Futtermitteln.
                Dass der eingesparte EU Beitrag für das staatliche Gesundheitsheitssystem eingesetzt werden solle, ist vermutlich ein wenig geglaubtes Versprechen.
                In China werden neben den staatlichen Krankenhäusern, TM (traditionelle Medizin) auch Verträge mit niedergelassenen Ärten abgeschlossen, wofür geworben wird. Ob jemand ausländischen Ärzten, besonders deutschen, so großes Vertrauen schenkt in GB?
                Selbst staatlich organisiert, wie in China, gehen Patienten wieder, wenn der Arzt ihres Vertrauens nicht da ist, oder zu beschäftigt ist. Bezahlt wird im Voraus, da wird nichts verschenkt.
                Eine Zusammenarbeit mit osteuropäische Spezialisten in renommierten Stadtkrankenhäusern gibt es auch.
                Deutsche Krankenhäuser aus Kleinstädten gehen eher in weit entfernte Gegenden, um mit ihnen zusammenzuarbeiten. Chinesische Krankenschwestern gelangen auch über Singapur an deutsche Krankenhäuser, wenn diese wie, das Katharinenhospital trotz 190 Millionen Euro Schulden anscheinend, gute Provisionen zahlen.
                Von 500 Millionen Überschuß, angeblich ohne Neuverschuldung als „schuldenfreie Stadt“, in dem Stadtsäckel 2018, kann sich Stuttgart dann nur 200 Millionen für das Nötigste am Flughafen als Investition leisten, neben „unnötiger“ Kultur und wenig für Umwelt.
                China ist so groß und keine isolierte Insel wie GB nach dem Brexit noch mehr und dann noch fremdenfeindlicher. In China ist das Lenken und Führen aus übergroßer Sorge, dass jemand „sein Gesicht verliert“ anfangs sehr ungewohnt.
                In China ist jeder auch sein eigener Arzt.
                Ein Glas warmes Wasser jeden Morgen hält gesund, wird geglaubt.

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    • Christian Bothe sagt

      Auf welchem Stern leben Sie eigentlich, kritischer Leser? Ihre Kommentierungen sind ja sehr unterhaltsam und von Science Fiction geprägt, haben aber mit der praktischen LW nichts zu tun.Bauer Willi hat das mit den Verboten genau richtig herausgearbeitet und jeder landwirtschaftlich gebildete Mensch wird das verstehen.

      3+
    • ottmarWelker sagt

      Der kritische Leser kennt den Zeitpunkt des ziemlich unerwartet erfolgreich zustande gekommenen Kyoto- Protokolls so sicher, als wäre er dabeigewesen.
      Im Juli und zum Jahresende 97 war ich in Tokio.
      Der 11.12. 97 stimmt so nicht absolut, weil jedes Land schon vorher selbst etwas tun konnte.
      Es war zum Abschluss der Verhandlungen im Frühjahr 97 eine Einigung der Teilnehmer erzielt worden, auch wenn es 2005 in Kraft trat( eigentlich nur einige erste konkrete Bestimmungen).
      In diesem Jahr 97 war ich noch bis Anfang Mai in Tokio, als meine Mutter in Deutschland krank wurde und ich zurück musste.
      Früher im Jahr besuchte ich einen Professor an der Agricultural University, der einen jungen Chinesen und mich zum Essen einlud. Dabei merkte ich an, dass China bei den Verhandlungen leider gar nicht dabei wäre.
      Ich verfolgte die Verhandlungen in der „Japan Times“von Tsukuba aus täglich genau.
      Dass eine bestimmte Anzahl der Klima Konvention der Vereinten Nationen beitreten muss, bevor sie in Kraft trat, ist mir bekannt, da ich die Artikel der Konvention der UN gegen die Wüstenbildung von Englisch in Deutsch übersetzte zum Bekanntmachen in Deutschland und mehrmals mit dem leitendenSekretär in Bonn, wo das Sekretariat der Konvention sich befindet, einem ehemaligen Botschafter der Kapverden, telefoniert hatte.
      Bei allen Konventionen ist es gleich.
      Vor der Nationalen Strategie zur Artenvielfalt, die 2007 im Bundestag verabschiedet wurde, fanden internationale Tagungen 1996 etwa in Leipzig statt, wobei ich dort etwas anderes zu erledigen hatte und vor der Kirche, in der Bach Thomaskantor war, deutsche Teilnehmer bei Umtrunk sitzen sah, während ich die Kirche dann innen anschaute.
      In Tsukuba gab es 1996/7 eine ähnliche Tagung für Asien, an der ich teilnahm und auch den Band zugeschickt bekam.
      Ein japanischer, älterer Herr erzählte mir, er ginge nie mehr nach Leipzig seit er einmal zu DDR Zeiten dort war und ein Paket nach Hause schicken wollte und das Postamt nicht selbst das erlauben konnte und er am Ende damit wieder zurückgekehrt war, nachdem er einen Tag sich bemüht hatte.
      Mir ging es 1973 in Stockholm so, wie jetzt beim kritischen Leser mit einem jungen Tschechen, der felsenfest behauptete, dass es in Deutschland keine französischen Garnisonssoldaten geben könne, da Frankreich aus der Nato ausgetreten wäre.
      Die Wirklichkeit sieht anders aus als die theoretischen Einlassungen aus Zweiter oder Dritter Hand.

      1+
  6. Friedrich sagt

    Wenn wir das alles oben geforderte machen , dann steht hier alles still und wir werden hungern. Was wir brauchen sind intelligente Lösungen. Zur Getreideversorgung habe ich gestern schon geschrieben. Der öffentliche Nahverkehr verbraucht per Kilometer und Fahrgast rd. 6 ltr. Diesel. Unsere Dieselfahrzeuge , z.B. Willis Touran , verbraucht auch nicht mehr Diesel und erhält uns auf dem Lande die Mobilität. Ein Urlaubsflug nach Mallorca verbraucht 0,8 Tonnen CO2 . Dafür müßte man zwei Jahre vegan leben, denn ein Jahr als Vegetarier bringt nur 0,4 Tonnen Co2 . Wenn wir also weniger Urlaubsflüge , weniger Schiffskreuzfahrten, weniger unnützes Autofahren , nur ein Grad weniger Heiztemperatur in der Wohnung, neuere Heiztechnik , mehr PV-Selbstverbrauch, mehr Fahrradfahren usw. machen würden , dann hätten wir schon längst unser Klimaziel erreicht. Dann würde aber unser Staat erheblich weniger Steuern einnehmen und das wird eine Regierung niemals wollen , denn dann würde das Geld fehlen um für die nächste Wahl mit Steuergeschenken die Stimmen zu kaufen. Mit andern Worten kann man das ein verlogene Politik nennen. Eine Politik die mit ständigen Gesetzen die Freiheit der Bürger und Unternehmen einschränkt ist zum Scheitern verurteilt. Als Beispiel sei die EU genannt , die in den letzten zwanzig Jahren über 40.000 Gesetze erlassen hat. Schon Churchil sagte , daß ein demokratischer Staat der 10.000 Gesetze erläßt, seine Legitimation verloren hat. Was würde der wohl über die EU sagen ?

    10+
    • Paulus sagt

      Hallo Friedrich,
      solange ein Flug nach Mallorca 0,8 Tonnen CO2 (unabhängig davon ob die Zahl nun stimmt oder nicht) verbraucht statt emittiert, sollten wir eigentlich ganz zufrieden sein und die Urlaubsfliegerei unterstützen. 🙂
      Ok, ist jetzt Korinthenkackerei und Klugscheißerei, der Vorwurf ist berechtigt!
      Ich möchte aber auf etwas anderes hinaus. So ein kleiner Fauxpas führt in heutiger Zeit sehr schnell dazu, dass es dir wie ein Mühlstein um den Hals gehängt wird.
      Ist übrigens auch etwas, was ich als Intoleranz bezeichne und somit kritisiere. Da nehme ich als politischer Gegner der Grünen selbst eine Frau Annalena Baerbock mit ihrer missverstandenen Theorie von wegen „speichern im Netz“ in Schutz. In den Kommentaren der Mediennutzer gab es viel Häme, aber nicht Einen der sich zum tatsächlichen nüchternen Sachverhalt geäußert hat. Das gab mir schon zu denken.

      Womit wir fast schon wieder bei den „Asozialen“ wären. Ich meine jetzt die, die von Bauer Willi als solche bezeichnet wurden. War ja auch nur ein kleiner Fauxpas.
      Das musste jetzt sein.

      3+
      • Bauer Willi sagt

        @Paulus
        Ist schon in Ordnung. Hab ja auch schon geschrieben, dass ich da etwas „unkontrolliert“ war und meinem Zorn freien Lauf gelassen habe. Kann aber wieder passieren, ich bin nun mal so.

        3+
  7. Obstbäuerin sagt

    Alle Forderungen sind aus irgendeiner Sicht verständlich, wenn man die Folgen ausklammert. Deshalb schlage ich vor, das WENN – DANN – SCHEMA einzuführen. Manchmal gibt es auf eine Forderung mehrere Möglichkeiten in der Praxis zu reagieren. Nehmen wir den Kirschanbau:
    WENN alle PSM für den konventionellen Anbau verboten werden DANN gibt es
    a. Nur noch Kirschen mit Maden
    b. Mit Folie und Plastenetzen eingetütete Bäume – dann keine Maden
    c. Bio-Anbau mit PSM, das in Afrika wertvolle Ackerfläche blokiert – wenig Maden
    WENN Glyphosat verboten wird DANN ….
    WENN 50% Bio per Gesetz durchgedrückt wird DANN …..
    WENN die Fördermittel zugunsten der Öko-Betriebe umverteilt werden DANN ….
    WENN das Abkommen Mercosur nicht verhindert wird DANN…
    usw. usw.
    Ich bin immer noch der Meinung, dass wir wieder eine eigene Partei zur Durchsetzung unserer Interessen brauchen. Mit dem, was uns zur Verfügung steht, wird das nichts.

    13+
    • brouss sagt

      Mit den paar % Bauern ist eine eigene Partei sinnlos und dann wählen die Konvis die selber nicht, wenn es zu Bio-betont wird und umgekehrt.
      Ich weiß nicht, ob nicht eine der neuen Parteien (LKR, Blau,..) sich zu einer Anti-Bio – Meinung motivieren ließe. Da könnte man dann die Konvis konzentrieren.

      Aber allgemein brauchen wir Wissen zu Ernährung. Mal eine bauernfinanzierte Ernährungsstudie durchführen und dann kommunizieren. Da gäbe es ein riesiges Potential. So im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit Ernährungsstudien machen. Themen hätte ich da viele.

      1+
      • Obstbäuerin sagt

        Bei den Kommunalwahlen in einigen Landkreisen in Brandenburg haben Bauernvereinigungen um die 10% erreicht.

        2+
  8. Und wenn es dann die nächsten Jahrzehnte immer kälter wird, wissen wir wenigstens, dass wir derart fortgeschrittenen Menschen alles richtig gemacht haben …

    0
  9. Mark sagt

    @Thomas Apfel
    Auch in Bezug auf unsere gestrige Diskussion: Richtig, es gibt z.Z. keine Alternative zum DBV. Ruckwied war bei Plasberg nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut. Richtig gut war Prinz zu Salm-Salm. So einen hätte ich gerne auch als Bauernvertreter.

    10+
    • Thomas Apfel sagt

      Da kann ich nur zustimmen. Wäre schön wenn sich unsere Lobby mal so emotional ins Zeug legen würde. Aber da ist Ruckwied sicher schon vom Typ her nicht so angelegt.

      4+
    • „Wir wollen unsern alten Freiherrn von Hermann wiederhaben“.
      Selbst seine Frau lehnte es ab Feministen -Ratschläge gegen ihn zu beherzigen, den alten Knacker mit viel Geld.
      Humor hatte er auch noch!

      0
  10. E-Mobilität … da fährt jemand gern Auto 😀
    Ich wäre ja eher für Ausbau des ÖPNV … aber in einer Welt, in der brandgefährlicher biozidgetränkter Wärmedämmsondermüll als Energieeffizienzmaßnahme verkauft wird, ist alles möglich …

    Dennoch mag hinter obigem Beitrag der Gedanke stecken: Zwei Schritt vor, einen Schritt zurück. In der Tat müssen wir uns bewegen. Aber vielleicht passiert erst was in unmittelbarer Lebensgefahr, die jeder Einzelne erst spüren muß. Nach dem Krieg war man ja auch solidarischer 🙁

    Forderung allein helfen nicht, wenn man diese nicht auch unterstützt und begleitet. Allerdings ist das Freiwilligkeitsprinzip auch oft nicht zielführend. Wer verbietet, muß Alternativen aufzeigen! Nur kontruktive Kritik hilft, denn lästern kann jeder.

    Und wer 100% Bio fordert, sollte sich mal mit den willkürlich festgelegten Bio-Standards beschäftigen, mit Konventionalisierung und Preisdruck, mit ergänzenden Alternativen wie Urban Farming auf Basis von Aquaponik (deutlich sparsamer, also mehr bio als bio) oder hybrider Landwirtschaft. Bio wirkt leider auch wie ein Selektionsmechanismus, der wirklich gute Ideen außen vor hält, weil diese nicht gefördert würden im gleichen Maße wie Bio.

    0
    • Liesel sagt

      Ausbau des ÖPNV ist so eine Frage. Aus städtischer Sicht sieht das einfach aus. Aber auf dem Land, vielleicht noch in irgendeinem Mittelgebirge ist es kaum jemanden zuzumuten, den Wocheneinkauf mit dem Bus zu erledigen. Bei einer vierköpfigen Familie kommen da schon 2-3 Klappboxen zusammen. Wie sollen die in den Bus und noch besser vom Bus dann zum Wohnhaus. Es wird auch bei einem super ausgebauten ÖPNV nicht gelingen, den Abstand zwischen Bushaltestelle und Wohnhaus auf unter einem Kilometer zu bringen. Dann ist nämlich der ÖPNV nicht mehr preiswerter. Was nützt es, wenn der Bus regelmäßig fährt, aber niemand drin sitzt.

      8+
      • OldMuppet sagt

        Nu, dat war früher auch kein Problem. (Und da hatten die Busse nicht mal Niederflur-Einstiege etc.).
        Stichwort: Hackenporsche… oder auch Sackkarre. Ein paar Spanngurte und vor allem ein wenig Planung…
        Kinderwagen tuns übrigens auch.

        Worauf ich hinauswill:
        Natürlich gibts einen Unterschied zwischen Stadt und Land etc.
        Aber: (ziemlich im Sinne dieses Artikels hier vielleicht?):

        _Wer will, findet Wege – wer nicht will, findet Gründe._

        (Zitat).

        0
  11. Atomausstieg:
    Ja warum nicht ist ja so einfach wen da nicht der Rotmilan wäre z.b oder noch einfacher wird ein Landschaftsschutzgebiet gemacht.
    Kohleausstieg:
    Wird ja langsam umgesetzt und wer bezahlt der einfach Familienhaushalt über höhere Strompreise.
    E-mobiltät:
    Hat unsere Autoindustrie voll verschlafen da die sich lieber um Diesel Manipulation gekümmert haben.
    Bio und keine Lebensmittel Importe:
    Kann das Ausland bestimmt besser da die günstigee Löhne haben und in verschiedenen Regionen der Welt reicht schon ein Streichholz um günstig an Agrarland zu kommen.
    Pflanzenschutz wird im Ausland großgeschrieben da gibt es wohl Wirkstoffe die bei uns seit Ewigkeiten verboten sind.

    1+
  12. Elisabeth Ertl sagt

    Der Schuhfabrikant Heini Staudinger: „Ich finde, dass es nicht besonders gut ausschaut, dass wir es schaffen, den Kapitalismus zu überwinden. Und trotzdem glaube ich, dass es keine sinnvollere Möglichkeit an Lebensbewältigung gibt, als daran zu arbeiten, dass dieser Kapitalismus verschwinden muss. Ich glaube, es schaut nicht gut aus. Aber ich finde es vernünftig, alles zu tun, als könnte es uns doch gelingen. Und zwar glaube ich, dass das die sinnvollste Methode ist, auch die eigene Würde zu pflegen. Und wenn man diese Würde nicht mehr pflegt, ist es so gefährlich, dass man in Zynismus verfällt.“ Und an anderer Stelle: „Ich hoffe, dass wir uns in 10 Jahren aus der Umgebung ernähren können, und nicht das Gemüse von Südspanien kommt und das Rindfleisch von Argentinien, sondern aus unmittelbarer Umgebung. Und dann hoffe, ich dass die Leute Schuhe aus unserer Gegend haben, und zwar nicht nur von meiner Firma, sondern in der Zwischenzeit wird es etliche Schuhfabriken wieder geben, die Schuhe machen, und wir freuen uns über die Schuhe aus der Region. Und dann möchte ich gern, dass auch wieder Schneiderinnen da sind und Textilfabriken, und dass die Mädchen am Abend flanieren und die Buben sagen: ´He, woher hast du das schöne Kleid?`, und das Mädel wird rot und sagt: ´Das hab ich mir selber gemacht.` Das ist eine Welt, die ich mir ersehne, und dass wir wieder Zeit haben für einander und auch für die Kinder und für die Alten. Wir sind nicht wegen dem Geld auf die Welt gekommen, sondern um das Geheimnis des Lebens wenigstens zu streifen. Mit dem blöden Konsum verpassen wir es auf jeden Fall.“

    3+
    • Inga sagt

      Und dann ist der Zentner Weizen so teuer wie ein paar gute rindslederne Schuhe, dann ist wieder alles anders geordnet. Haben wir dann mehr Zufriedenheit unter uns?
      Es ist jedenfalls ressourcenschonender, deswegen ökologischer.

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  13. Heiderose sagt

    Ist Herr Alt nicht Teil der „Scientists for Future“ ?
    Passt dann doch mit der Haltung.

    1+
  14. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin,auf die Sendung „Hart aber Fair“ gestern Abend, bin ich nur durch Zufall gestoßen.Der Starrsinn eines Herrn Alt hat mich doch etwas schockiert.
    Alt , der jahrelang das Politmagazin Report,hervorragend und auch kritisch moderiert hat,
    war in dieser Sendung nicht wieder zuerkennen. Null Kompromisbereitschaft, nur Forderungen, die oft sehr unreal waren, dass war sein Beitrag gestern Abend.

    6+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin bauerhans, das mag ja sein, aber muss man dann so fordernt weltfremd auftreten. Von Herrn Pöger war ich ebendfalls enttäucht. Von einem Diplommeteorologen kann man sicher mehr erwarten. Herr Kachelmann hätte in diese Sendung gehört, der sieht die Welt noch realistisch.

        1+
    • Thomas Apfel sagt

      Franz alt ist schon immer irgendwelchen unausgegorenen Ideen aufgesessen. Ein Beispiel, sein Buch „Schilfgras statt Atom“ von 1987 glaube ich.
      Ich staune auch über Herrn Plöger, wie er sich zum Prediger mausert. Anders kann man das was er da abgeliefert hat in Anbetracht der Uneinigkeit gerade der Meteorologen in Bezug auf „Wetter oder Klima“ kaum nennen.

      3+
  15. Ehemaliger Landwirt sagt

    Wo Herr Alt schon überall war, Nepal, Arktis wenn ich mich recht erinnere. Hoffentlich ist der mit dem Fahrrad oder zu Fuß dorthin gegangen, wegen dem CO2, 😉

    Herr Alt wohnt bekanntlich in Baden Baden, genauer gesagt in Ebersteinburg.
    Nach Aussage von Nachbarn mussten die dem Herrn erst die korrekte Mülltrennung beibringen.

    3+
  16. Liesel sagt

    Das fordern ist das eine. So etwas umsetzen geht nur in einer Diktatur.
    Anscheinend ist es das, was sich viele heute wünschen, einen großen „gutmeinenden“ Diktatur der diese ganzen sinnvollen und notwendigen Forderungen einfach umsetzt. Da kann man dann auch die ganzen Kritiker, Ewiggestrige, Widerständler etc. einfach übergehen.
    Dann muss man auch keine Kompromisse eingehen und kann alles 100%ig umsetzen. Demokratische Prozesse, Abstimmungen, Mehrheiten sind total schädlich, wenn es darum geht, dass „Richtige“ zu tun.

    5+
    • bauerhans sagt

      interessant ist ja,dass FORDERUNGEN immer nur gegen „Die Anderen“ gerichtet sind.

      4+
    • Mal davon abgesehen, daß viele Menschen das Vertrauen in die Regierung und mit ihr in die Demokratie als solches verloren haben und eine „starke Hand“ fordern, was ich sehr bedenklich finde, ist es insofern richtig, daß die Mehrheit selten Recht hat. Dafür sind Wirtschaft und Medien verantwortlich, die uns einreden, daß „bewußt einkaufen“ viel und billig heißt, nicht nachhaltig und fair.

      Doch mit Blick darauf, daß der Stadt mehr regulieren statt deregulieren sollte, also ein starker Staat statt wie zum Beispiel von der AfD oder FDP gefordert ein schlanker Rumpfstaat. wäre es in der Tat sinnvoll, das eine oder andere mit Zwang durchzusetzen. Zum Beispiel daß die Marge aus dem Lebensmittelhandel nach Risiko verteilt wird und der Löwenanteil beim Erzeuger ankäme statt beim Handel, der den Erzeuger aktuell auspreßt. Zölle wieder hoch, letztlich sind es Steuereinnahmen, die dem Staat fehlen, auf die er nur verzichtet hat, um günstiger an Rohstoffe zu kommen und das eigene Zeug zu verticken, weil die Kaufkraft überall runtergeht, der Zollaufschlag vom Produktpreis runtergehen soll (und dann teilweise oder ganz von Anlegern einkassiert wird … so meist das Ende vom Lied).

      Aber nur gut gemeint reicht nicht:
      Volksbegehren zum Artenschutz in Bayern -> Unsicherheit führte zum Fällen von Streuobstwiesen
      Grünes Gesetz in Niedersachsen -> Unsicherheit führte zu 25.000 ha Grünlandumbruch
      Baumschutzsatzung zeichnet sich ab -> vorher geht das große Fällen los
      usw.

      Es fehlt oft der ganzheitliche Blick auf ein Thema.

      2+
      • Elisabeth Ertl sagt

        Zum Einreden gehört immer jemand, der sich etwas einreden lässt. Das Internet stellt heute uferlose Informationsmöglichkeiten zur Verfügung, die heute praktisch jeder nutzen kann, wenn er will.
        Wie genau verteilen Sie die Marge, ohne in die Staatswirtschaft zurück zu fallen. Das wäre politisch wirklich interessant. Da sollten Sie einmal mit dem Handel sprechen.
        Wie kommen wir als rohstoffarmer Kontinent an Rohstoffe ohne Handelsabkommen?
        Wie kommt man weg von der Exportabhängigkeit der Wirtschaft, die im Gegenzug den Importdruck bei der Landwirtschaft macht? Die USA kommen mit 15% Exportquote aus, das ist einer der Grundsteine für ihre Weltherrschaft, man ist nicht verletzbar. Man hat reindustrialisiert nach den Jahren der Importabhängigkeit , um die eigenen Bevölkerung zu versorgen. Sie sollten auch einmal mit Volkswirtschaftlern sprechen.

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      • Ist doch klar, über alles was andern gehört wird verhandelt, was einem selbst gehört, besonders das Sozialisierte, steht zur allgemeinen Verfügung. Es wird von vielen verteidigt und genutzt von einigen Priviligierte.

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  17. Friedrich K. sagt

    Wenn Deutschland das umsetzt, würde das Putin sicherlich sehr gefallen. Und wer weiß, ob nicht die alten Verbindungsleute zu den Protestgruppen gegen den NATO-Doppelbeschluss wieder aktiv sind, z.B. um die FFF- und Hambibleibt-Aktivisten zu beraten?

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  18. Walter Parthon sagt

    Artikel Bauernverband SW
    Lebensberufe in Bedrängnis
    Es ist mehr als Respektlosigkeit: Polizisten werden täglich beleidigt, Sanitäter körperlich angegangen, Feuerwehren zugeparkt, Landwirte virtuell und real beschimpft. Dies alles trifft auf weitere Berufe zu, wie Lehrer, Krankenschwester, Altenpfleger, Kindergärtnerin. Allen gemeinsam ist auch, dass sie sich keine goldene Nase verdienen. Oft stehen sie sogar am unteren Ende der Einkommensskala. Dabei ist ihr Beruf nicht machbar ohne ein überdurchschnittliches Engagement. Den meisten ist ihr Beruf eher Berufung, sonst hätten sie längst den Job gewechselt.
    Was macht diese Berufe zu einem Objekt des Hasses? Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen: Es sind alles Berufe, die direkt mit unserem Leben zu tun haben. Sie schützen pflegen, retten, versorgen Leben. Ohne diese Berufe ist ein Leben nicht möglich. Sie sind direkt am Menschen dran. Es ist ein Warnsignal, dass gerade diese Berufe nicht nur vergleichsweise schlecht entlohnt, sondern zunehmend in den Dreck gezogen werden. Skandale in der Landwirtschaft? Seite 1 in den Zeitungen. Dies gilt ebenso für die anderen Berufe.
    Das Recht wandert dabei immer mehr auf die Seite der Skandaltreiber. Sei es, dass Anzeigen auf Beleidigungen oder Übergriffe wenig Erfolg haben oder dass Stalleinstiege gerechtfertigt werden. Das Recht scheint auf der Seite derer, die Kritik üben, aber nichts tun, damit es anders oder besser wird. Ebensolches gilt für Medien, die beispielsweise Filmmaterial von Stalleinsteigern kritiklos übernehmen, wohl wissend, dass diese Organisationen eine ganz eigene Agenda verfolgen. Das ist verantwortungslos.
    Was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Während das Auto oder die Küche, der Urlaub oder das Haus nicht gut genug sein können, sparen wir uns in den Lebensberufen im Wortsinn zu Tode. Wir wollen aber trotzdem super ernährt, klasse gepflegt, sicher geschützt und auf jeden Fall gerettet werden. Und wir meinen sogar, darauf einen immerwährenden Anspruch zu haben. Was sagt das über uns aus? Das ist eine Frage, die wir als Gesellschaft klären müssen. Dringend.
    Noch wichtiger aber: Was macht das mit denen, die in Lebensberufen arbeiten? Wie lange machen sie es noch mit? Wer wird in Zukunft in solche Berufe gehen oder sein Arbeitsleben dort aushalten, wenn es zu keiner Stimmungsänderung kommt? In all diesen Berufen nimmt die psychische Erschöpfung zu.
    Wie kommen wir zusammen?
    1. Wer schimpft, der soll den Job doch mal selber machen. Gern bieten Bauern ein Praktikum auf dem Betrieb an.
    2. Wer schimpft, kann alternativ auf die angebotene Dienstleistung verzichten und sehen, ob sein Leben dadurch besser wird.
    3. Wer schimpft, kann wahlweise mehr ausgeben und sich das kaufen, was er fordert. Gerade in der Landwirtschaft geht das hervorragend. Wir bieten etwas für jede Weltanschauung und jeden Geldbeutel.
    Daneben und zügig brauchen wir eine staatliche Meldestelle für Beleidigungen und Übergriffe auf Lebensberufe und einen besseren Schutz der Menschen in diesen Berufen.
    Wir alle machen derzeit etwas kaputt, was sich nicht so einfach reparieren lässt. Noch ist Zeit, diesen Trend umzukehren. Oder wollen wir in Zukunft alles selber machen: Retten, schützen, pflegen, ernähren? Fangt an, mit denen, die einen Lebensberuf ausüben, zu reden. Hört auf mit Verallgemeinerungen; sie treffen die Falschen. Hört zu, wenn Lebensberufler berichten. Sagt Danke für ihren aufopfernden Job. Sonst macht es irgendwann niemand mehr.

    29+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Eine Nachbarfeuerwehr musste auf die Autobahn, Eingeklemmte Person nach VU lautete der Einsatz. Ein LKW blockierte 100 Meter vor der Unfallstelle absichtlich die Fahrbahn, somit mussten die Einsatzkräfte die Gerätschaften hin tragen.
      Das einzig positive war, der Verunfallte hat dadurch keinen Schaden erlitten, er war schon vorher Tod.

      Ob solche Idioten noch in der Lage sind, dass sie selbst in diese Lage kommen könnten?

      5+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Was diese Dienstleistungen gemeinsam haben: Sie sind gratis oder sehr billig. Daher meint man, dass sie selbstverständlich sind und man einfach ein Recht darauf hat. Da verzeiht man nicht den geringsten, wenn auch vielleicht nur vermeintlichen Fehler. Man verhält sich wie ein Säugling, der jedes kleine Unwohlsein hemmungslos und unkontrolliert äußert, ist sich aber nicht bewusst, wie gefährlich man als Erwachsener damit geworden ist. Der Gipfel dieser Haltung ist die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen – als ob das vom Himmel fallen würde. Der Sozialstaat ist gescheitert.
      Das Kärntner Lesachtal wurde im Februar 2018 von einer Schneekatastrophe heimgesucht: 190 cm in 3 Tagen: von der Außenwelt abgeschnitten, Schneebrüche im Wald etc.; Bereits im Oktober kam die nächste Katastrophe: Sturm und Überflutungen, Windbrüche im Wald, wieder wochenlang auf sich selbst gestellt. Die schon länger im Gang befindliche Abwanderung in die Zentren verstärkte sich schlagartig. Die verbliebenen Bewohner entsinnen sich jetzt der alten Subsistenzwirtschaft, die sich dort bis in die 1960er Jahre gehalten hatte – erst dann setzte dort die Vergrünlandung ein. Man beginnt jetzt wieder Getreide und Kartoffeln zu bauen.
      Diese Leute sind ihrer Zeit voraus.

      2+
    • Nur kurz:

      Wer schimpft, soll den Job selber machen?
      Also darf ich nur gegen Krieg sein, wenn ich Soldat bin?
      Also darf ich mich nur einmischen, wenn ein Vater sein Kind schlagen sollte, wenn ich selbst Kinder hätte?

      Wer schimpft, soll halt was anders auswählen?
      Naja, wenn man die Möglichkeit hätte … fragen Sie mal diejenigen, die bei den Tafeln anstehen, die am Ende des Geldes noch Monat übrig haben. Und essen müssen wir, selbst wenn wir uns von Käfern und Ratten ernähren. Bei Lebensnotwendigem hat man keine faktische Wahlfreiheit, weil man nicht drauf verzichten kann. Die Wahl des Verzichts existiert dabei nicht.

      Man braucht auch kein Denunziationssystem a la AfD. Wer überwacht die Wächter?! Wieviele Frauen werden von ihren Männern geschlagen, trauen sich jedoch nicht, das Frauenhaus – ohnehin zu wenige Kapazitäten – aufzusuchen, oft aus Scham? Und im anonymen Internet läßt sich leicht beleidigen. Statt Konfrontation braucht es Dialog, der Klügere gibt nach, so hieß es mal, und vom Know-how her sind das die Landwirte, die es ja meist auch betrifft, was da gefordert wird.

      Auch Landwirte sparen oft, wo sie können. Bei vermeintlich gleichem oder besserem Ergebnis wählt man das Günstigere, das wurde uns allen so anerzogen, auch Landwirte sind Verbraucher. Wenn Sie Ihre Ausgehschuhe von Deichmann/der Stange haben statt vom Schuster, wissen Sie, was ich meine! Billigere Herbizide statt teures Pflügen, billige Ferkelkastration statt Ebermast, billiges Kükenschreddern statt Bruderhahn, billiges Wolfabknallen statt aufwendige Schutzmaßnahmen … es ist fast immer eine wirtschaftliche Frage für beide Seiten.

      Wo Sie Recht haben:
      Der Erzeuger hat sich – teilweise selbstverschuldet mit bequemer Abnahmegarantie und ähnlichem seinerzeit – vom Verbraucher entfernt. Supermärkte haben es für alle Seiten bequem gemacht. Jetzt sieht der Verbraucher nur noch großen Hof und teure Traktoren und denkt sich, ein Landwirt wäre reich. Von Landwirten in der Kreditnachbetreuung, Abzocke durch Verarbeiter und Handel (Unfair Trading Practices) und den Konsequenzen, die ökologische Forderungen haben, weiß er nichts. Aber ich erlebe da auch wenig Aufklärungsarbeit seitens des Bauernverbands, der auch wieder alle Verbraucher über einen Kamm schert, als hätten diese Schuld, daß Supermärkte billige Preise machen.

      Denn leider gibt es auch immer Landwirte, die sich billig machen. Und leider macht die Politik nichts gegen den Import billiger Lebensmittel, weil das Auto wichtiger ist, eine Politik, die jedoch von vielen Landwirten selbst gewählt wurde (CDU und FDP, wirtschaftsliberal, Freihandelsabkommen usw.).

      0
      • Elisabeth Ertl sagt

        Immerhin trauen Sie den Landwirten jetzt schon Fachkompetenz zu, danke!
        Was Sie noch nicht verstanden haben: Das teure Pflügen, die erfolglose Ebermast, der teure Bruderhahn helfen denen, die bei den Tafeln anstehen, genau nicht. Und wenn ich für meine kleine Herde zwei Herdenschutzhunde brauche, die mehr Fleisch fressen als meine Herde Fleisch liefert, dann ist das nicht eine Frage des Geldes, sondern der Sinnhaftigkeit von Landwirtschaft.
        Meine Frage nach Ihrem Beruf haben Sie noch immer nicht beantwortet.
        Nach dem Krieg war alles kaputt. Da war man dankbar, dass die Besatzer jeden Tag irgendeinen Eintopf zur Verfügung gestellt haben, da konnte man auch nicht wählen. Und dann hat man die Ärmel aufgekrempelt und improvisiert, ist irgendwie mit dem Vorhandenen zurecht gekommen, und nach und nach hat man diesen Wohlstand aufgebaut. Jeder kann etwas zu einer besseren Welt beitragen. Er muss nur ehrlich in sich hineinhören.

        11+
      • Thomas Apfel sagt

        Jetzt bleiben Sie aber mal auf dem Teppich Herr Suhr. Von den oben genannten Forderungen haben nur eineinhalb etwas mit Landwirtschaft zu tun. Atomausstieg, Kohleausstieg und E-Mobilität sind wohl keine originär landwirtschaftlichen Themen, das muss schon der Rest der Gesellschaft (die „übrigen 99 %) machen.
        Das ganze Öko-, Bruderhahn-, Ebermast- Geseihre scheitert am Freihandel auf unterer Ebene zu Gunsten von Protektionismus und Marktsteuerung zu Gunsten der Industrie. Und das geht in diesem System auch gar nicht anders, ansonsten sind die Steuermillionen aus den Exportgewinnen, auf die alle schielen, schneller verschwunden als Dtl. kucken kann. Ich verweise darauf, dass 50 % der Öko-Getreideernte Österreichs aus 2018 bis heute nicht verkauft sind. Mein Nachbar macht auf 8 ha Bio- Himbeeren, in 2018 konnte er davon gerade einmal 30 % als Bio-Ware absetzen. Die Leute kaufen den Öko-Müll kaum, weil weder in der Qualität der Waren noch in irgendeiner Wirkung auf die Umwelt (auf die produzierte Mengeneinheit bezogen) ein Vorteil zu erkennen ist. Herr Suhr, das Ganze ist eine Diskussion, die extrem von Glaubenssätzen und Framing geprägt ist und die LINKE Glaubensgemeinschaft scheint dafür noch anfälliger zu sein, als die GRÜNE Glaubensgemeinschaft, inquisitorische Wortwahl inbegriffen.

        15+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „Auch Landwirte sparen oft, wo sie können. Bei vermeintlich gleichem oder besserem Ergebnis wählt man das Günstigere, das wurde uns allen so anerzogen, auch Landwirte sind Verbraucher. Wenn Sie Ihre Ausgehschuhe von Deichmann/der Stange haben statt vom Schuster, wissen Sie, was ich meine! Billigere Herbizide statt teures Pflügen, billige Ferkelkastration statt Ebermast, billiges Kükenschreddern statt Bruderhahn, billiges Wolfabknallen statt aufwendige Schutzmaßnahmen … es ist fast immer eine wirtschaftliche Frage für beide Seiten.“

        Wo gibt es noch den Schuster, der die Schuhe herstellt?
        Wenn sie 2.000 Euronen übrig haben, in Baden-Baden gibt es einen.

        Warum soll der Bauer Diesel verbraten, wenn er mit Herbiziden einen Beitrag für die CO2 Reduzierung leisten kann.

        Soll der Bauer Ebermast betreiben, wenn der Handel diese Tiere nicht abkauft?

        Meinen sie der Hühnerhalter soll die Bruderhähne mästen und noch Geld mitbringen. Gehen sie Arbeiten und bringen dem Arbeitgeber noch eine Tüte Geld mit?

        In einem haben sie Recht, wer schimpft soll die Arbeit selber machen, mästen sie die Bruderhähne und retten denen zumindest eine Zeit lang ihr Leben.

        5+
      • Elisabeth Ertl sagt

        Über den Wolf sollten Sie sich auch dringend einmal anderswo informieren als in den Medien, Herr Suhr! Wenn es Sie interessiert, wer dieses Tier vor allem braucht, dann sehen Sie sich folgende Webseiten betuchter Jagdtouristen an:
        https://www.jagdreisen.de/beitrag/jagd-auf-wolfe
        https://www.chmelso.at/Wolfsjagd/ (hinunterscrollen)
        https://www.jagdreisen.at/tiere/wolfsjagd/
        Als Linker würde es mich interessieren, wer eigentlich die anonymen privaten Großspender sind, von denen der WWF hauptsächlich lebt, und welche diese Wolfs-PR-Kampagnen fahren.
        Euer oberster Wolfsschützer Wotschikowsky fährt ja auch gerne auf Jagdreisen, wie er im folgenden Interview schildert: https://www.jagdreisen.at/tiere/wolfsjagd/
        Zuerst muss es einmal mindestens 1500 erwachsene Wölfe, nach Möglichkeit noch deutlich mehr in D. geben, sagt er. (Damit man als Jagdtourist auch eine reelle Chance hat, einen zu erwischen? Das war jedenfalls der Hauptgrund, warum es zu viel Schalenwild gab.), und dann soll die EU die Trophäenjagd legalisieren. Wenn Sie es nicht glauben, dass es darum geht: https://www.youtube.com/watch?v=PtCHCXqT-Hg&t=1438s (ab Minute 20) Hirschgeweihe, Sauschädel und Rehkrickerl hängen ja schon genug in den eleganten Jagdzimmern.
        Was in Kamerun die BAKA-Pygmäen, das sind hier die traditionellen Schäfer.
        Der Wolf ist in einer Kulturlandschaft ökologisch so wichtig, wie der Ampfer auf meiner Magerwiese.
        Bevor Du jetzt Morddrohungen kriegst, lieber Willi, veröffentliche dieses Posting lieber nicht.

        1+
  19. Schmeckt gut sagt

    So ist es leider. Fordern ist das eine, bei den Uberlegungen zur Umsetzung kommen dann viele „aber“. In der LW führen diese (Industrie-) „abers“ zur Hofaufgabe in D. Im Moment setzen Importe aus Drittländern (Bosnien, Serbien, Türkei, Ukraine, Georgien…) den Markt für Sommerfrüchte mächtig unter Druck. Es wird in den nächsten Jahren extrem schwierig, die steigenden Kosten einzufahren,denn der LEH hat nichts besseres zu tun, als unsere Anstrengungen in der regionalen Vermarktung zu verhöhnen. Achtet zum Wochenende auf die Angebote. Wenn dort die (Misch-) Herkunft: Deutschland, Bosnien, Serbien oder Türkei ausgelobt wird, wisst ihr wo die Früchte herkommen. Mit Sicherheit nicht aus D.

    13+

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