Bauer Willi
Kommentare 68

Erreger-Tourismus

Darüber redet kaum einer: unsere Mobilität bringt auch neue Krankheiten nach Europa. Gelbrost war in den vergangenen zwei Jahren schon zunehmend zu beobachten und Schwarzrost bisher bei uns kaum bekannt. Ein lesenswerter Artikel, auch für Bürger und Konsumenten…

http://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/der-schwarzrost-bedroht-die-weizenernte-in-europa-was-ist-die-ursache-14912444.html

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68 Kommentare

  1. Bauer Claus sagt

    Wenn eine gesunde Getreidesorte angebaut wird, versuchen etliche Pilzkrankheiten die Resistenzen dieser Sorte zu knacken. Irgendwann haben Sie es geschafft. Viele Bauern möchten diese kranke Sorte nicht mehr anbauen. Nun wird sie vom Markt genommen, Sie wird aber nicht weggeschmissen. Züchterich wird mit Ihr im ganz kleinen Stiel weitergearbeitet. Inzwischen spezialisieren sich die Pilzkrankheiten auf andere Getreidesorten. Wenn die ” Alte” Sorte irgendwann wiederkommt (Züchterich weiterbearbeitet) haben die Pilzsporen ein Problem, Sie denken diese Krankheitsresistenzen hatten wir ja noch nie, die sind ja fast nicht zu Überwinden. Leider eben nur “fast nicht”.

  2. Friedrich sagt

    Man kann nicht alles haben. Es bringt eben nicht nur Vorteile mit sich , wenn wir Deutschen die ganze Welt bereisen. So berichtete eine Prof. von der Charitee in Berlin , daß Indienurlauber zu einem hohen Prozentsatz mit MRSA-Erregern nach Hause kommen. Aus alten Zehntbüchern wissen wir , daß hier früher fast gar kein Weizen angebaut wurde , weil der regelmäßig vom Weizensteinbrand befallen war . Die Abgaben wurden nur über Gerste und Roggen geleistet. Der Weizennabau ist erst mit dem Beginn der Getreidezüchtung im 19. Jahrhundert in den stärkeren Anbau gekommen. Die weltweit erste Getreidezüchtung im größeren Stil hat in Hadmersleben (Sachsen-Anhalt) begonnen. Von dort hat sich die gezielte Züchtung auf dem Erdball etabliert. Mit der Saatgutbeizung gegen ” Samenbürtige Erreger” ging die Krankheitsbekämpfung los . Ohne die Saatgutbeizung würde oft das Getreide garnicht keimen und auflaufen, weil Pilze und Bodenschädlinge das verhindern würden. Die Bekämpfung der oberirdischen Schädlinge und Pilze setzte erst richtig nach dem 2. Weltkrieg ein. Die Fungizidbehandlung der Ähren erst in den 1970 er Jahren.

  3. Stadtmensch sagt

    Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden ungefähr noch 1000 verschiedene Sorten Weizen in Deutschland angebaut. Jetzt vielleicht noch 30. Die meisten davon Hybride? Da kann man schon ein mulmiges Gefühl bekommen, wenn neue Schädlinge auftauchen.
    Viele alte Sorten sind von Natur aus robust. Sie haben sich über Jahrtausende ohne PSM an Schädlinge und Krankheiten angepasst. Außerdem wird behauptet, dass die alten Sorten teilweise viel gehaltvoller als “moderne” Weizensorten sind.
    Egal – wir vertrauen fest auf den Markt. Der regelt, dass ich weiter auf dem Sonnendeck liege und ihr einfach ein noch moderneres Mittel spritzt. WinWin!
    🙁

    • bauerhans sagt

      “Die meisten davon Hybride?”

      hybridweizen rechnet sich nicht,da saatgut zu teuer und ertrag nicht besser.
      bei gerste ebenso.
      roggen hat deutlichen ertragsvorteil.

    • Philip sagt

      Mein lieber Stadtmensch,
      ihr Beitrag strotzt wieder nur so vor Unwissen und Unwahrheiten. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, und wähle daher ihren einzigen “Beitrag” den Sie von sich aus mit einem Fragezeichen versehen haben, Hybridweizen.

      Den gibt es noch gar nicht so lange und hat lange keine Rolle gespielt, da er schwer zu züchten ist (Weizen befruchtet sich idR selbst). Auch heutzutage ist nur eine Minderheit Hybridweizen, das meiste sind Liniensorten.

      “Viele alte Sorten sind von Natur aus robust. Sie haben sich über Jahrtausende ohne PSM an Schädlinge und Krankheiten angepasst” – mit Verlaub, so ein Blödsinn.
      Aber, naja, zumindest wissen Sie jetzt, dass Hybride bei Weizen die Ausnahme sind. Benutzen Sie das “?” ruhig mal öfter.

      • Stadtmensch sagt

        >> mit Verlaub, so ein Blödsinn
        Können Sie das auch begründen? Sie scheinen ja vom Fach zu sein.
        Mit “sich angepasst ohne PSM” meine ich die Co-Evolution: Nutzpflanze+Mensch.
        Der Mensch kultiviert standortangepasste Sorten. Wenn eine Epidemie den Großteil eines Bestandes dahin rafft, bleibt noch ein kleiner Teil übrig, der (vielleicht) ein Resistenzgen hat. Der Mensch säht das wieder aus und wacht drüber, dass die Saat auch aufgeht. Dieses Prinzip wurde mit Einzug der chemieunterstützten Hochertragssorten durchbrochen (Ziel war: Ertrag pro Fläche steigern). Damit einher geht im Schnitt eine “Verarmung” des “in situ” kultivierten Genpools.
        Durch diese Praxis steigert man die globale “durchschlagende” Wirkung von Schädlingen. Viele Beispiel dafür in “Der Keim unserer Zivilisation” von Peter Thompson. Samenbanken allein sind kein ausreichender Ersatz (wird auch da erklärt).

        • Brötchen sagt

          Ja das ist richtig, ich persönlich bin auch ein Fan von alten Sorten. Ich baue auch jedes Jahr zum Spaß Rheinländer LandMais an. Und mahle auch selbst emmer und so. Theoretisch haben sie ja recht, bloss ist das was manche sich so wünschen unbezahlbar und wenn es gebraucht würde, dann würde es auch gemacht. Braucht nur keiner ausser ein paar Idealisten, wo ich mich auch zurechne. Man muss/ sollte das realistisch betrachten. Ansonsten fällt man auch als Idealist gewaltig auf die Nase. Der hybridmais überholt meinen im Wachstum locker, oft kippt der auch um, wenn ich den nicht per Hand anhäufle …. Na ja macht auch Spaß und so ist aber Spinnerei:)

          • Brötchen sagt

            Emmer hat z.b. Einen recht hohen ProteinGehalt, auch bei schlechter Düngung und Boden. Anbautechnisch weiß ich nicht, wird auch nicht so einfach sein. Kann aber mit den heutigen Sorten nicht mithalten ertragsmässig.

          • Stadtmensch sagt

            >>und wenn es gebraucht würde, dann würde es auch gemacht
            Nein – weg ist weg.
            Über lange Zeit aus Züchtung hervorgegangene Genkombinationen gehen verloren, wenn die Sorte nicht mehr angebaut wird und auch nur ein kleiner Teil in irgend einer Samenbank liegt.
            Es gibt auch schon einen Begriff dafür: “Generosion”
            https://genres.de/index.php?id=142
            Die Samen der Samenbank-Sorten müssen regelmäßig durch Anbau erneuert werden. Wenn das nicht im gesamten ehemaligen Verbreitungsgebiet und kontinuierlich (mit Selektionsdruck und ohne Gefahr von Einkreuzungen) erfolgt wird die Sorte auch unbrauchbar.

            • bauerhans sagt

              ich hab ne dissertation der uni halle/saale aus 1925 vorliegen,wo die landwirtschaftliche entwicklung der bauernschaften meiner heimat um 1900 bis 1915 beleuchtet wird.
              der ertrag getreide lag bei 25dt,die könner ernteten 35dt,kartoffeln mussten aus mcpomm importiert werden,schlachtschweine wurden regelmässig nach dortmund/bochum geliefert.

        • Martin Gork sagt

          Haben Sie sich mal mit der Zucht befasst, außer einseitig?
          Ist Ihnen bekannt, welche genetische Vielfalt die heutigen Sorten aufweisen?

          Mir scheint, Sie glauben neue Sorten entstehen irgendwie von Geisterhand, das Züchter aus alten Sorten gewünscht Eigenschaft in ihren Zuchtlinien mit einzüchten sollten Sie nicht vergessen.
          Schädlinge lassen sich meist mit den Ursprungskulturen beseitigen, mit dem Problem, dass der Mensch auch Fressfeind ist und die Pflanzen eine höhere Toxizität haben. Darauf kann man eigentlich gut verzichten.

        • Martin Gork sagt

          Vielleicht sollten Sie sich mal mit diesen “1000 Sorten” befassen, die Masse war damals ein und der selbe Weizen, der Genpool war wesentlich geringer als er heute beim Weizen in Deutschland zu finden ist.
          Diese Mär von den vielen “Landsorten” ist und bleibt Unfug.

          Und dann vergleichen Sie mal die Erträge, selbst wenn man heute keinen Pflanzenschutz betreiben würde, würde man mit den aktuellen Sorten mehr ernten als mit den “alten” Sorten.
          Glauben Sie, damals gab es keine Pilzkrankheiten, keine Schädlingsprobleme? Man konnte nur eben nicht viel oder gar nichts machen.

        • Philip sagt

          Immerhin beschreiben Sie ja jetzt was Sie eigentlich gemeint haben. Gut so, dann erkennen Sie die Falschheit selbst.

          Abgesehen vom Hybridweizen, machen Sie sich auch mal frei von der Vorstellung, dass PSM was modernes sind. Die gab es schon, seitdem Ackerbau betrieben wird. Die ersten waren Schwefel, Kalk oä. Später dann Schwefelverbindungen, Kupferverbindungen, auch Quecksilberverbindungen. Die sind zwar alle relativ giftig, aber besser als nix (zu essen).

          Diese Coevolution, wie sie schreiben, findet nach wie vor statt. Im Labor. Pilresistenz ist dort z.B. ein wichtiger Faktor und wird PSM unabhängig betrachtet. Sollten sie denken, dass die klassischen Zuchtprogramme auf PSM basierend laufen, liegen sie falsch. (Ausnahme ist die Herbizidtoleranz, aber das ist für Europa und Weizen generell irrelevant)

          Auch ihre Vorstellung über ein natürliches Resistenzgen, welches sozusagen alle Probleme löst. (Im englischen heisst diese Prinzip “silver bullet”)
          Vergessen Sie das, es wird nicht funktionieren. Stellen Sie sich vor sie hätten so ein neues Resistenzgen und bauen die neue Sorte an. Dadurch wird eine neue, riesige ökologische Nische generiert, die binnen kurzer Zeit wieder durch jeweils daran angepasste Pilze oder Insekten besetzt wird (die nächste schlimme Epidemie). Und jede Epidemie auf dem Feld, bedeutet natürlich auch Hungersnot. Der Fortschritt ist doch genau der aus diesem Zyklus auszubrechen und ihn ins Labor zu verlagern. Und sie wollen wieder zurück.

          Als letzte gebe ich ihnen noch mal was zu bedenken. Ihre Sorte, die durch Zufall auf dem Feld überlebt hat, tat dies weil sie zufällig gewisse wie auch immer geartete fungizide oder insektizide Eigenschaften hat.
          Sehr oft ist es so, dass diese Eigenschaften auch die Nutzbarkeit durch uns einschränken. Sei es im schlimmsten Fall durch Giftigkeit und im profansten Fall durch Geschmack. Sie können nicht einfach annehmen, die überlebenden Sorten sind die richtigen.

          • Stadtmensch sagt

            Danke. Ich habe geschrieben, dass die “hochgezüchteten” Getreide anfälliger für Krankheiten sind und somit der Einsatz von PSM nahezu unvermeidbar ist. Ich habe nicht geschrieben, dass eine Züchtung angepasst an PSM erfolgt. Auch wenn die Wirtschaft letzteres gerne hätte. Ich habe auch nicht geschrieben, dass ein Resistenzgen alle aktuellen und zu erwartenden neuen Probleme löst.
            Natürlich möchte auch ich nicht auf’s Labor verzichten. Wenn man sich bei der Suche nach Abwehrmechanismen für Schädlinge immer nur auf die Züchtung resistenter Wirtspflanzen focussiert, verzichtet man meiner Meinung nach auf viele andere Möglichkeiten. Ich würde mir eine unaufgeregte Diskussion über alternative Anbaumethoden wünschen, die eine “Angst” vor sich global ausbreitenden Krankheitserregern nicht im Vertrauen auf Chemie oder dem Hinterherhecheln mit Genschnipselei “abwürgt” sondern Synergien im gesamten Anbausystem erschließt.

            • Philip sagt

              “viele andere Möglichkeiten”
              An was denken Sie da so? Saatstärke, Fruchtwechsel usw?
              Klar, ist gut, wird gemacht, sollte jeder kennen und ausnutzen.

              Allerdings wirkt so etwas nur unterstützend, sobald die Bedingungen Krankheiten favorisieren, reicht das nicht mehr aus.
              Sonst wäre Landwirtschaft … leicht

            • Zenzi sagt

              Andere Möglichkeiten zur Bekämpfung von Pilzsporen wäre z.B. die Reihen nicht so eng zu säen. Es ist eine alte Hacke, dass dadurch die Pilzsporenanfälligkeit zunimmt.
              Ausserdem: Ist doch alles Klasse für Bayer und Co. *
              “Neuer” Pilz= neues Spritzmittel und wenns nur der Name ist.
              Gibt ja erst sowenig Mittel mit tollen Namen: Aviator, Input, Melody, Prosaro, Skyway, Talius, Luna Experience, Folicur, Infinito, Fenomenal … Amen
              *Achtung: Ironie

            • Philip sagt

              Jawohl, Saatstärke runter ist eine Möglichkeit.
              Allerdings muss man seine Sorte und Standort genau kennen, da das natürlich Auswirkungen auf Wachstum und damit Düngung und z.B. Wachstumsregler hat. Auch werden die Beikräuter schlechter unterdrückt, was auch ein wichtiger Faktor sein kann.

              Gibts noch mehr?

            • bauerhans sagt

              “*Achtung: Ironie”

              achtung,realität: weizen brachte hier mal 115dt,gerste 114dt,hafer 85dt.
              das kann man nur erreichen,wenn man entsprechende sorten nimmt,das wetter passt und chemie für die standfestigkeit und die pilzbekämpfung nutzt.

            • Martin Gork sagt

              Stadtmensch: “dass die „hochgezüchteten“ Getreide anfälliger für Krankheiten sind”

              Und das ist kompletter Unsinn.
              Für die Züchter sind gerade die Resistenzen eines der wichtigsten Merkmale, neben dem Ertrag.
              Man merkt, Sie haben sich im Leben noch nicht einmal mit der Suche nach einer geeigneten Sorte für “Ihre Verhältnisse” beschäftigt.
              Die alten Sorten hatten immer gravierende Mängel in einzelnen Bereichen.
              Eine “hochgezüchtete” Sorte von heute würde immer mehr Ertrag bringen ohne Pflanzenschutz wie jede alte Sorte, ob 50, 100 oder 200 Jahre alt und in der Regel würde diese sogar gesünder sein.

              Was haben Sie für Vorstellungen von der Zucht und von der Zulassung?
              Züchter könnten züchten was die wollen aber das Sortenschutzgesetz würde das schon nicht zulassen.
              Ihr Annahme ist wieder ein Annahme, die mit den Gegebenheiten nicht zusammenpasst, das hatte ich Ihnen nun schon mehrmals versucht zu erklären.
              Wenn Sie das alles nicht glauben, dann schauen Sie einfach mal in das Sortenschutzgesetz und nicht nur in irgendwelche Hysteriebücher…

    • Brötchen sagt

      In den samenbanken liegen genug Sorten, wenn was gebraucht wird, dann ist das kein Problem!

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Stadtmensch
      Hier die Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes.
      https://www.bundessortenamt.de/internet30/fileadmin/Files/PDF/bsl_getreide_2016.pdf
      Von Seite 92 bis 120 alleine nur die Winter-Weichweizensorten. Pro Seite 30 Sorten macht bei 28 Seiten 840 zugelassene Sorten. Sommerweizen und Hartweizen sind da noch nicht drin. Sie können sich ja mal die Mühe machen, die Hybridsorten auszuwerten. Die sind extra gekennzeichnet. Weiß nicht, ob das 5% sind, eher weniger.

      Im praktischen Anbau sind die nicht zu finden, weil sie für mich jedenfalls, keinen erkennbaren Fortschritt bringen und das Saatgut sehr teuer ist.
      Bauer Willi

      • Stadtmensch sagt

        Ich habe nicht behauptet, dass nur noch 30 Sorten zugelassen sind.
        Die Tatsache, dass nur noch wenige Sorten angebaut werden ändert auch nichts an meiner Behauptung, dass damit das Risiko eines weitreichenden Totalausfalls bei der Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten gegeben ist. Eure Verantwortung!
        Der Markt möchte eben “Einfalt statt Vielfalt” (Achtung Reizwort). Aber das ist ja ein Vorteil wie ich soeben gelernt habe, weil die “alten Sorten” giftig sind.
        Ich lass das einfach so stehen. Die Schwarzwaldziegen können sich ja leider nicht mehr drum kümmern.

        • Philip sagt

          Stimmt, sie haben behauptet, dass vielleicht noch 30 Sorten angebaut werden (die meisten davon Hybride).

          Darf ich fragen wie Sie auf sowas kommen?
          Ok, das mit den Hybriden wussten Sie wahrscheinlich nicht, aber 30? Denken Sie sich sowas aus?

            • Philip sagt

              Witzenhausen, he 🙂
              Wenigstens denken Sie sichs nicht aus 🙂 !

              Warum nicht mal wikipedia als Einstieg?
              Ist zwar wahrscheinlich auch falsch, aber vielleicht näher an der Wahrheit?

            • Philip sagt

              und das mir den Hybriden haben Sie einfach dazugedichtet, sie Schlingel! Das war selbst den Witzenhausenern zu viel…

            • Martin Gork sagt

              Mich würde der genetische Pool der aktuellen Weizensorten mal interessieren,
              immerhin ist es heute in Deutschland nicht unüblich Genetik aus fernen Ländern zu nutzen und im Anbau zu haben, die vor 100 Jahren noch undenkbar war.
              Der genetische Pool hat sich in den letzen 15 Jahren so dermaßen erweitert, wie vermutlich die letzen 200 Jahre nicht mehr.

              Wenn Sie als Stadtmensch diese Aussagen treffen, dann doch bitte mal mit Fakten, der Link ergibt da wenig.

              Und den Anbau weniger Sorten durch die Landwirte?
              Vor 40 Jahren konnten in vielen Gebieten Deutschland nicht mal Brotweizensorten angebaut werden, heute kann man auf Sand wirtschaftlich Brotweizen erzeugen, vor 100 Jahren hat man in Deutschland Weizen als Futtergetreide angebaut und Brotweizen importiert.

  4. Zenzi sagt

    Ich wäre gern Imker in der Zeit “vor Varroa” gewesen. Das ist auch so eine unrühmliche Geschichte. Durch das versenden von Völkern und Königinnen wurde ab 1977 der Schädling in Deutschland nachgewiesen. Nun ist nur noch Australien Varroafrei.

    • Martin Gork sagt

      Und auch in dieser Zeit gab es das Bienensterben, schriftlich erwähnt geht das bis 1000 Jahre zurück.

        • Schmeckt gut sagt

          Zenzi, danke für das ganz ungewöhnliche Lob von Ihnen (der Link 😉 ). Hätte ich so nicht erwartet – 10% Bienenverluste in Deutschland im letzten Jahr. Na, dann könnte sich die konventionelle Landwirtschaft ja zurücklehnen und sagen, alles wieder in Butter (10% sind keine schlechte Zahl). Machen wir aber nicht, weil es sich um Lebewesen handelt und der Trend auch schnell wieder in die andere Richtung gehen kann. Im letzten Winter hatten die Bienen allerdings einen schweren Stand. Durch den langen und warmen Herbst wurden viele Völker noch sehr spät angeregt, neue Brut zu setzen. Kurz vor dem Winter keine gute Idee. Durch die Schwächung (die Arbeiterinnen waren mit der Brutpflege beschäftigt) haben viele Völker nicht überlebt. Auch die Varroamilbe konnte sich stark vermehren. Wer nicht auf der Hut war, hat viele Völker verloren (bis über 50%). Wenn sie jetzt aber wieder uns Landwirten die Schuld zuschieben wollen, ist das unredlich. Woher ich das weiß? Wir arbeiten selbstverständlich eng mit unserem Imker zusammen. Er freut sich, wenn wir Bescheid sagen, nach der Entdeckung eines schwärmenden Volkes. Oder wenn er sein Auto während der Honigernte, völlig überladen, festfährt und wir im “retten”. Und wir freuen uns über die tolle Bestäubungsleistung der starken Bienenvölker. Großes Lob an unsere Imker. Diese Massen an Bienen bedürfen einer ausgeklügelten Pflege, wenn sie fit bleiben sollen.

          • Zenzi sagt

            Allerdings sollten Landwirte und Imker zusammenarbeiten und nicht der Eine über den Anderen die Nase hochziehen. Ob mähen oder spritzen ein Austausch wäre gut. 10 % Verlust für diesen Winter an Bienen ist natürlich keine Zahl zum zurücklehnen und es gab auch schon andere Winter. Die Verluste für Imker übertragen auf Rinder oder Hühner … da wäre Schicht im Schacht. @ Willi: Dass die Bienenprobleme “definitiv” nicht mit dem spritzen zusammenhängen sollen, halte ich für eine gewagte Behauptung und mag vielleicht für dich persönlich gelten. Es gibt fundierte Untersuchungen dass z.B. Insektizide in geringsten Dosen sehr schädlich für die Bienenbrut und das Volk sind. Wie gesagt, die Ursachen sind vielfältig und hängen auch mit der Landwirtschaft zusammen. Deshalb: Reden wir – am besten in gleicher Augenhöhe und respektieren das Gegenüber.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Das Problem ist, dass sich viele 2 bis3 Völker zulegen und von Bienenhaltung keine Ahnung haben.
              Wenn die Viecher verhungern, wird gleich der Lokalreporter vor Ort bestellt.

        • Bauer Willi sagt

          Wir haben seit vielen Jahren Bienenvölker von Gunther (unser Haus- und Hof-Imker) auf unserer Weide stehen. Und jedes Jahr höre ich von ihm seine Probleme. Das sind definitiv nicht die Pflanzenschutzmittel. Auch deshalb, weil wir uns mit ihm absprechen, falls wir mal Insektizide einsetzen müssen.
          Bauer Willi

          • Inga sagt

            Nicht Pflanzenschutzmittel, Willi?
            Was dann?

            Ich wunderte mich schon,

            denn seit Jahrzehnten wird nur abends nach dem Sonnenuntergang bienenschädlichen Pflanzenschutzmittel eingesetzt,

            wie könnte es nun nicht mehr ausreichend Bienen schützen???

            Es gibt ja immer mal wieder neue Erkenntnisse!

        • Martin Gork sagt

          Bienen sind vom Aussterben bedroht?
          Bienenvölker gibt es heute mehr als jemals zu vor, der Bestand hat sich in den letzen 25 Jahren mehr als verdreifacht.
          In Deutschland sieht das anders aus, Imkern wollen immer weniger.

  5. Da ich als Nebenerwerbslandwirt, einen Erstjob am Flughafen nachgehe…..Habe ich mir schon sehr oft Gedanken über diverse Gerüche die aus den Frachträumen strömen gemacht…..
    Auch der ein oder andere Erreger. für Lebewesen wird durch die Globalisierung schön verteilt…..

    • Inga sagt

      Ja,
      ich denke das liegt auch viel an Einfuhrbestimmungen vom Zoll.
      Der kann gegen diese Problem etwas unternehmen, denke ich!

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