Bauer Willi
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Erntedank 2016

Heute wird es eventuell kurz in den Nachrichten vorkommen: “Am ersten Sonntag im Oktober feiern die Landwirte wieder ihr traditionelles Erntedankfest.”

Ehrlich gesagt ist mir dieses Jahr nicht so richtig danach. Die Rapsernte war schlecht, die Getreideernte miserabel und die Preise sind im Keller. Warum soll ich da als Bauer Erntedank “feiern”? Und überhaupt, warum eigentlich nur die Bauern? Klar, wir haben es geerntet, aber bekommen tun es doch unsere Mitbürger. Wie schaut es eigentlich mit denen aus? Können die mit diesem Tag eigentlich noch was anfangen? Und ist denen Halloween nicht längst viel wichtiger geworden als so eine verstaubte Folklore?

Gut, die Kirchen machen an diesem Tag auch etwas Spektakel. Da wird Obst und Gemüse aufgefahren, oft von den Bauern gespendet. Noch eine Erntekrone dabei, ein paar Zierkürbisse und schon ergibt das Ganze ein buntes Bild rund um den Altar. Es kommen auch mehr Leute als sonst in die Kirche, vielleicht kann man ja etwas abstauben von den vielen Früchten, die gespendet wurden.

In der Predigt wird dann wieder mit inhaltsschwerer Stimme von der Bewahrung der Schöpfung gesprochen, dass der Mensch mit der Natur pfleglich umgehen solle und dass auch Tiere die Geschöpfe Gottes sind und dass man die nicht quälen darf. Dann kommt sicher noch was mit Nachhaltigkeit und dass man sich die Natur nicht untertan machen darf. Und meine Mitbürger nicken, schauen mich an und denken wohl: Na, hoffentlich haben das die Bauern das jetzt auch gehört und verinnerlicht. Wo die doch so viel im Feld spritzen und so einen großen Schweinestall haben.

Spätestens jetzt ist der Moment gekommen, wo ich vom Erntedank gehörig die Nase voll habe. Um Folklore zu machen, Obst und Gemüse zu spenden und mit dem geschmückten Trecker durch den Ort zu fahren bin ich gut genug. Mir dann aber im Gottesdienst die mehr oder weniger offene Kritik der Institution Kirche anzuhören, dazu habe ich keine Lust. Ich bin noch einer der wenigen, die noch in die Kirche gehen, die sich auch am kirchlichen Brauchtum beteiligen. Doch dann gehen kirchliche Organisationen wie “Brot für die Welt” und “Misereor” zusammen mit militanten Umwelt- und Tierschützern auf die Straße und klagen die “industrielle Landwirtschaft” an. Und gemeint sind alle Landwirte. Außer denen, die Bio-Bauern sind. Denn die gehören zu den Guten und kommen ganz automatisch in den Himmel.

Nein, Leute, ich mach mein eigenes Erntedank. Ich weiß, wem ich die Früchte des Feldes zu verdanken habe. Und um dem zu danken, muss ich keine Folklore machen, muss ich auch nicht in die Kirche gehen.

Wir haben ganz in der Nähe ein Wegekreuz mit einer Bank daneben. Da werde ich sitzen und mich mit dem unterhalten, der das alles wachsen und gedeihen ließ. Wir Bauern haben ihm nur etwas dabei geholfen.

Euer Bauer Willi

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60 Kommentare

  1. Schnitzler sagt

    Lieber Willi, ich finde es sehr gut wie du die Verbraucher und auch die Kirchen auf die Probleme in der Landwirtschaft aufmerksam machst. Leider haben viele Berufskollegen nicht die Zeit und Lust solche Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Mach weiter so. Vielen Dank für deine Arbeit.

  2. Josef sagt

    “Doch dann gehen kirchliche Organisationen wie „Brot für die Welt“ und „Misereor“ zusammen mit militanten Umwelt- und Tierschützern auf die Straße und klagen die „industrielle Landwirtschaft“ an. Und gemeint sind alle Landwirte. Außer denen, die Bio-Bauern sind.”
    Lieber Bauer Willi,
    du benutzt hier die abgegriffene Bauernverbandstaktik, Kritik an der Industriealisierung der Landwirtschaft auf alle Bauern umzulegen. Diese Masche führt dazu, dass anständige, rechtschaffene Bauern die Interessen von “Kollegen” wie Straathof oder Pohlmann vertreten und nicht bemerken, dass die eigentlich ihre Konkurrenten sind. Das ist so unsinnig, als würde sich der Betreiber eines Dorfladens mit Aldi solidarisieren, im Glauben, das sei sein Kollege. Und ich bin nicht der Meinung, Bio-Bauern seien hier besser gestellt, denn auch sie haben mit der Industriealisierung in der konventionellen und auch in der Bio-Landwirtschaft zu kämpfen.

    • Bauer Willi sagt

      Ich benutze überhaupt keine Taktik. Ich äußere meine persönliche Meinung und meine Empfindungen. Und die sind auch keine “Masche”. Das was ich oben beschrieben habe, habe ich erlebt. Persönlich erlebt. Und das geht unter die Haut.
      Bauer Willi

  3. rustikus sagt

    Auch eine schlechte Ernte, niedrige Erzeugerpreise und anhaltende Trockenheit werden mich nicht von Erntedank abhalten. Denn Erntedank ist für mich nicht der Dank für ein bestimmtes Wohlstandsniveau, das ich erreicht habe, oder die Wertschätzung anderer Leute für meine Arbeit, sondern der Dank für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens – und für das Leben selbst. Ich habe genug zu essen für meine Familie und mich, ein Dach über dem Kopf, muss im Winter nicht frieren, meine Kinder sind gesund und auf einem guten Weg … – welchen Grund hätte ich zu klagen und undankbar zu sein?
    Auch wenn ich für mein Erntedank keine Kirche, kein Kreuz und keinen Pfarrer brauche, habe ich doch den Erntedankgottesdienst besucht. Auf dem Altar waren als Erntegaben nur eine Schale Roggenkorn und ein Brot, nichts weiter. Und das war gut so.

    • Bauer Willi sagt

      Da kann ich mitgehen. Aber dennoch geht mir die Kritik manch einer kirchlichen Organisation schon sehr nahe. Ich war am vergangenen Sonntag im Erntedankgottesdienst…
      Bauer Willi

      • rustikus sagt

        Ich kann deinen Frust gut verstehen, auch wenn ich es hier im Havelland anders erlebe. Vielleicht liegt das u.a. daran, dass hier die ortsansässigen Bauern, allesamt aus Familienbetrieben stammend, in den kirchlichen Leitungsgremien auf Gemeinde- und Kreisebene überproportional im Vergleich zu anderen Berufsgruppen vertreten sind. Was wiederum dafür spräche, sich als Bauer, wo es nur geht, zu beteiligen und den landwirtschaftsfernen Leuten das ihnen oft fehlende Wissen über die bäuerliche Realität nahe zu bringen.

  4. Mir geht es ähnlich wie @Michael Reber.
    Meine Frau und ich waren gestern abend in der Erntedank- Vorabendmesse. Unter dem Gottesdienst habe ich zu meiner Frau getuschelt: “Bin gespannt, ob der Pfarrer wohl einen Satz über die Menschen verliert, die diese Nahrungsmittel erzeugt haben.”
    Ganz am Rande und oberflächlich wurden dann die “Landwirte” erwähnt, obwohl unser Ort eigentlich noch ein “Bauerndorf” ist, das weitestgehend von der Milcherzeugung lebt.
    Bezeichnend war für mich auch, dass die Milchkanne ganz im Hintergrund stand, und als Blumenvase diente.
    Für mich ist das schon ein gewisser Hinweis auf den Stellenwert der Landwirtschaft.
    Da müssen wir ansetzen und unser Image verbessern.

  5. Inga sagt

    > Wir haben ganz in der Nähe ein Wegekreuz mit einer Bank daneben. Da werde ich sitzen und mich mit dem unterhalten, der das alles wachsen und gedeihen ließ. Wir Bauern haben ihm nur etwas dabei geholfen.

    also sind wir Bauern näher an Gott und seiner Schöpfung!

    Ob die Städter uns deswegen beneiden?

    Und unsere Mühe nicht anerkennen wollen?

    • Andreas Schmid sagt

      Ich hatte eine Eiche. Die ‘hatte meine Ur-Ur-Oma aus Dank Gott gegenüber gepflanzt. Ganz wichtige Dinge hatte sie dort mit Gott besprochen. Jetzt wurde sie in der nähe als ‘Bücherregale neben mehreren Lesebänke ganz toll verarbeitet. Dort kann jeder hinsitzen und sich aus der “Bibelkiste” unter freiem Himmel auch mal eine Bibel raus nehmen und mit Gott reden.

  6. Georg Weber sagt

    Ziemlich mies mit der Ernte.
    Aber…
    Die Beihilfen sind doch beträchtlich. Das bringt den Ausgleich.
    Die Beihilfen wurden erhöht als der Getreidepreis bei 9,5€ /dt lag.
    In den Jahren danach lag er teilweise bei über 20 €. Die Beihilfen blieben.
    Da hat sich natürlich keiner beschwert.
    Da hat natürlich keiner “nein” gesagt, was auch menschlich ist.
    Würden mal diese Subventionen gerecht verteilt, wäre es um die bäuerliche Landwirtschaft besser bestellt.
    Es gibt Unmengen an Betrieben, die dieseBeihilfen absolut nicht benötigen.
    Diese Steuergelder werden dann oft in Sachwerte investiert, die das Privatvermögen der Betreffenden noch weiter steigen lassen.
    Absolut unkorrekt.

    • Bauer Willi sagt

      Mir wäre es lieber, wenn wir von den Subventionszahlungen ganz wegkommen würden. Nicht nur in Europa sondern weltweit. Und nicht nur bei Agrarprodukten sondern in allen Branchen. In meinem Buch “SAUEREI!” gehe ich da sehr ausführlich drauf ein.
      Bauer Willi

      • Josef sagt

        Die derzeitigen Flächensubventionen begünstigen am meisten die, die schon die günstigste Ausgangssituation haben. Sinnvoller und auch gesellschaftlich akzeptiert wäre es, die zu bevorzugen, die in von der Natur und von den Strukturen benachteiligten Regionen Landwirtschaft betreiben. Denen, die aufgrund von absolutem Grünland oder Hanglagen auf Viehhaltung angewiesen sind. Einem Betrieb, der mit minimalem Aufwand 70% Mais und 30% Getreide anbaut genauso zu fördern, wie einen der eine ordentliche Fruchtfolge betreibt, sein Grünland erhält und mit bodengebundener Viehhaltung seinen Lebensunterhalt verdient, verschärft die Situation zu ungunsten des Letzteren.

          • Josef sagt

            “Betriebe mit bis zu 10 Hektar Ackerland sind von dieser Verpflichtung freigestellt. Betriebe mit 10 bis 30 Hektar Ackerland müssen mindestens zwei Kulturen anbauen. Dabei darf der Flächenanteil der Hauptkultur 75 Prozent nicht überschreiten. Betriebe mit über 30 Hektar Ackerland müssen mindestens drei Kulturen anbauen, wobei der Flächenanteil der Hauptkultur nicht mehr als 75 Prozent und der Flächenanteil der ersten beiden Kulturen zusammen nicht mehr als 95 Prozent betragen darf.” Quelle: http://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Agrarpolitik/
            Demnach ist bis 30 Ha ist 70% Mais, 30% Getreide möglich, darüber wäre es mit 2 verschiedenen Getreidearten auch möglich. Es ging mir auch nicht darum, die Cross Complience Vorgaben zu diskutieren, sondern die Wettbewerbsverzerrung der Flächensubventionen. Das sollte dem Text eigentlich zu entnehmen sein.

        • Inga sagt

          Bekommen die Landwirte mit Grünland nicht mehr Subventionen?
          Auch die, die bergige und karge Ländereien haben?

          Was ist HEKUL?
          Falls es Bewirtschaftungsauflagen für diesen Schlag gibt, z. B. durch KULAP (Bayern), MEKA (Baden-Württemberg), HEKUL (Hessen),

          • Josef sagt

            Für Grünland gibt es nicht mehr, obwohl das wegen der Bedeutung in Bezug auf Klima und Erosion und auch wegen geringerer Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu Acker, notwendig wäre. Wirksamer und sinnvoller als alle bürokratischen Massnahmen zur Erhaltung des Grünlandes wäre es, den wirtschaftlichen Nachteil gegenüber Ackernutzung über die Förderung auszugleichen. Für bergige Flächen gibt es Ausgleich, aber nur pauschal, wenn der Betrieb in einem “benachteiligten Gebiet” liegt. Es wäre auch betriebsspezifisch möglich, da für das Erosionskataster die Hangneigung aller Flächen bekannt ist. Der Hauptnachteil der derzeitigen Flächensubventionen ist jedoch, dass die größten Betriebe 30 % der Gelder abkassieren, obwohl diese aufgrund ihrer Größe in der Lage sein sollten, ohne Subventionen auszukommen.

            • Inga sagt

              Danke für die Ausführungen.

              Also ein Bergbauer in den Alpen muß überleben und ist evemtuell günstiger als ein Rancher, der dann die Landschaft pflegen würde, weil die Bauern weggezogen sind.

              Die größeren Betriebe, ja eventuell brauchen die das nicht, obwohl sie teurere Maschinen und ein paar Mitarbeiter haben.

              Wenn ich mich nicht irre, war der Anfang der landw. Subventionen ja nur gezahlt, damit die Landmaschinenindustrie am Leben erhalten blieb, denn die haben ja auch viele Arbeitsplatze.

              Sonst hätten damals schon viele kleinere Familienbetriebe den Laden zu gemacht uns bräuchten keine Landmaschinen mehr!

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sehr geehrter Herr Georg Weber,

      viele male musste ich mich als Subventionsempfänger beschimpfen lassen, obwohl ich freiwillig darauf verzichtet hatte.

      Verzichten andere auf die Spendierfreudigkeit der Steuerzahler, etwa der Empfänger von Arbeitslosengeld II, oder verzichtet der Beamte im höheren Besoldungsbereich auf die Besoldungserhöhung?

      Habe auch nicht davon gehört, dass die unterstehenden sich beschweren,

      zb. der Bäcker für die 130.000 Euro für einen Bäckereiverkaufsraum

      oder der Eigentümer für die 95.000 Euro für die Wiederbelebung einer Ausflugsgaststätte,

      oder für die 60.000 Euro für 3 Wohnungsmodernisierungen in unserem Teilort.

      oder für den Umzug einer Metallbaufirma in unser Ort mit 200.000 Euro,

      oder für die 125.000 Euro für die Entwicklung einer Idee, aus alten Autoreifen Fußmatten herzustellen, alle aus unserem Ort,

      oder für die 200.000 Euro für die Renovierung einer Gewerbebranche, zum Zwecke eines privat betriebenes Zoos in einem Nachbarort.

      Alle Jubeln wegen des Geldsegens, keiner kritisiert diese Subventionen.

    • Werner Schwarz zum Landeserntedankfest:
      Nichts ist so wenig selbstverständlich wie das tägliche Brot!
      “Erntedank ist für uns Bauern eine Selbstverständlichkeit. Dieses Jahr war für uns witterungsbedingt ein schwieriges. Die Ernte fiel geringer aus, die Qualitäten lassen teilweise zu wünschen übrig. Ist da überhaupt Dankbarkeit angebracht? Ja, ich bin davon überzeugt, und dies nicht nur bei den Bauern. Landwirtschaft und damit Erntedank hat auch mit Ihrem Leben zu tun:
      – Bauern ernähren uns auf 11 Prozent der Erdoberfläche.
      – Sie erzeugen unsere Lebensmittel von den obersten 30 Zentimetern der Erdkruste.
      Und doch ist die Ernte nicht alles. Spreche ich mit jungen Bauern, dann spüre ich einen großen inneren Konflikt. Sie sollen den Spagat hinbekommen zwischen Markt und Meinung, zwischen Gegenwart und Zukunft. Diese Spannung ist für viele nur noch schwer auszuhalten. Ich will es offen sagen: Vor allem unseren jungen Bauern geht es dabei um Vertrauen und etwas Achtung für das, was sie tun.
      Wir sind seit Kindesbeinen mit Tieren und Pflanzen, Äckern und Wiesen vertraut. Ebenso mit den schon genannten 30 Zentimetern Bodenkrume, die unser aller Leben sichert. Neben dem Fachwissen haben wir ein erlerntes Grundgefühl für Tiere, Pflanzen, Wetter und ein besonderes Interesse an der eigenen Scholle. Wir tragen Verantwortung dafür, dass unsere Tiere Leistung erbringen und sich wohl fühlen. Dass die Pflanzen wachsen und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Dass unsere Betriebe auch in der nächsten Generation solide dastehen. Vertrauen Sie uns: Wir wissen was wir tun. Und wir wissen, für wen wir es tun.
      Erntedank ist der Moment im Jahr, an dem wir innezuhalten und dankbar zurückzublicken. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir hohe Getreide-, Milch- oder Fleischerträge erzielen. Die Ertragszuwächse auf dem Acker lagen Jahrzehntelang bei drei, vier Prozent im Jahr. Heute liegen sie weltweit bei einem Prozent, in Europa bei einem halben Prozent. Immer offenbarer wird, dass die Sicherung der Grundbedürfnisse – und damit meine ich Nahrung, Kleidung, Energie und Mobilität – nicht auf ewig garantiert sind. Wir leben in einem empfindlichen System.
      Zufrieden lebt aber nur, wer seine Grundbedürfnisse erfüllt weiß. Das ist die Basis für gesellschaftliche Stabilität. Landwirte handeln deshalb nicht nur mit Getreide, Fleisch oder Milch, sondern auch mit einem anderen, wichtigen Gut: Sicherheit. Was dieses Gut wert ist, erleben wir im Moment, teils hautnah. Es ist an der Zeit, dass wir im satten und wohlhabenden Europa über den eigenen Tellerrand blicken. Wir werden sehen, dass es noch vielmehr Teller gibt. Und viele davon sind leer. Die gesunde, sichere Ernährung ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Für Flüchtlinge ist sie ein Grund, ihre Heimat aufzugeben!
      Nichts ist so wenig selbstverständlich wie das tägliche Brot! Unser Erfolg – das sind ihre Lebensmittel. Gönnen Sie uns diesen Erfolg – auf 11 Prozent der Erdoberfläche, auf 30 Zentimetern der Erdkruste! Sie haben am meisten davon! Nehmen Sie sich zum Erntedank doch einmal die Zeit, auch unseren Bauern zu danken. Ich würde mich darüber freuen.”

  7. Inke Suhr sagt

    Moin Bauer Willi, genau so, wie Du es schreibst, ist es. Das kann ich nur bestätigen. Die Kirche hat sich leider schon so einige Fehltritte gegenüber der Landwirtschaft geleistet. Das macht mich sehr nachdenklich. Mit der Nächstenliebe nimmt man es hier offensichtlich nicht so genau. Ich finde, der Kirche steht es nicht zu, sich zu positionieren, sie sollte sich neutral verhalten.

    • Moritz sagt

      Die Amtskirche ist im Besitz riesiger Flächen die für die Produktion von Nahrung genutzt werden kann, also hat sie auch das Recht und die Pflicht sich zur Agrarwirtschaft zu positionieren. Sie hat die Aufgabe die Schöpfung zu erhalten und den Auftrag darauf zu achten das diese Flächen auch dazu dienen. Es steht nirgendwo geschrieben das diese Flächen bis zur Erschöpfung ausgebeutet werden sollen ohne Rücksicht auf die Umwelt, Natur, Wild-und Nutztiere und die Kulturlandschaft zu nehmen. Dieses geschieht leider in vielen Bereichen in denen die Intensivierung der Agrarwirtschaft keine Rücksicht mehr auf die Menschen vor Ort nimmt. Wenn sie sich nicht allmählich mal von den Agrarlobyisten (den langjährig immer gleich bekannten Lobbyisten mit ihren zahlreichen Funktionen, quasi den J. R.’s der Branche) trennt, wird sie aus dem derzeitigen Desaster nur schwerlich wieder herauskommen. Diese Herren sind für alle die der jetzigen Agrarwirtschaft aus vielen berechtigten Gründen negativ und kritisch gegenüberstehen öffentlich nicht mehr vertrauenswürdig.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        “Die Amtskirche ist im Besitz riesiger Flächen die für die Produktion von Nahrung genutzt werden kann, also hat sie auch das Recht und die Pflicht sich zur Agrarwirtschaft zu positionieren. Sie hat die Aufgabe die Schöpfung zu erhalten und den Auftrag darauf zu achten das diese Flächen auch dazu dienen.”

        Nach meinen Informationen, pflanzt die Kirche keine Blumenwiesen an, sondern versucht bei Pachtverhandlungen die höchste Pacht heraus zu holen.

        Kommunen handeln auch nicht anders.

  8. sehr gut Willi
    genau mein Worte ,ich habe schon einmal den Gottesdienst nach der Predigt
    aus Protest und zum erstaunen meiner Dorfmitchristen verlassen ,als der Pfarrer mal wieder
    über die(böse) Landwirtschaft loszog

  9. Ich habe vollstes Verständnis, für diese Gedanken weil ich auch oft genug so oder so ähnlich denke…..aber ein bisschen Folklore ist auch eine art Öffentlichkeitsarbeit….ODER

    Ich wünsche allen ein frohes Erntedankfest und das man auch mal darüber nachdenkt, wer es angebaut mit Herzblut gefelgt und geerntet hat..

    • Bauer Willi sagt

      Ja, Folklore ist auch Öffentlichkeitsarbeit. Aber ob uns die wirklich hilft?
      Bauer Willi

  10. Schweinebauer Piet sagt

    Moin Willi, das hört sich gut an, was Du vor hast! Trinke doch noch ein Korn mit Deiner Mutter.

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