Bauer Willi
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„Entlarvt“ – Der „Fall“ Herrmannsdorf

Inzwischen sind wir es gewohnt, daß Politmagazine von ARD/ZDF Tierhaltung anprangern. Gerupfte Hühner, Schlachtung tragender Rinder, totgeschlagene Ferkel, man stumpft ab, hakt es ab.

So wäre es auch mit der aktuellen Recherche passiert: Herrmannsdorfer. Wenn der nicht ein besonderer Betrieb wäre. Nach dem Verkauf seiner Herta-Wurstfabrik gründete Karl-Ludwig Schweisfurth einen Pionierbetrieb für ökologischen Landbau mit besonders tiergerechter Schweinehaltung.

Und jetzt haben sich die Tierrechtler der „SOKO Tierschutz“ ganz gezielt diesen Betrieb ausgesucht, wie üblich mit Hausfriedensbruch heimlich gefilmt und die Aufnahmen an ARD/Fakt weitergeleitet. Und weil ja Skandalbilder von einem Vorzeigebetrieb nicht alltäglich sind, machte der Fall rasch die Runde: Bild, Süddeutsche Zeitung u.a. berichteten. Grund genug hier zwei Bauern zu Wort kommen zu lassen, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

 

Standpunkt Bio

Andreas Fendt, Bergbauer, „Bio-Rebell“, 8 ha, 2 Kühe, 15 Ziegen

Zunächst hat der Betrieb weder gegen Gesetze noch Biorichtlinien verstoßen. Also fragt man sich, was wollen die „Tierschützer“ dann? Eigentlich wollen sie eine Diktatur des Veganismus! Dass sie keine Tierschützer sondern Tierschader sind steht für mich fest. Durch Bio-Bashing reagieren die oft eh schon verunsicherten Verbraucher reflexartig mit „Bio ist doch eh alles Betrug!“ „Wieso so viel mehr zahlen, wenn es genauso schlimm ist?“ Was machen Sie? Sie kaufen wieder beim Discounter konventionelles Billigfleisch. Dass sie die Bilder zum Anlass nehmen, morgen vegan zu werden ist doch Utopie. Was passiert also: die 1-2% lächerlicher Anteil an Biofleisch werden weniger und noch mehr Tiere werden konventionell = schlechter gehalten, also Tieren geschadet, statt Tiere geschützt.

Soll man sich mit deren Forderung und dem Veganismus befassen? Ja, unbedingt! Man wird sehen, dass die Industrie sie längst als zahlungskräftige Zielgruppe entdeckt hat: Rügenwalder, Wiesenhof, u.a.  bieten alle Veganes an. Dass konventioneller Pflanzenbau mit Artensterben und Insektiziden aber auch Tierleid verursacht, geben sie schon kleinlaut zu. Doch dass veganes Biogemüse auch tierischen Dünger braucht, lassen sie nicht gelten. Ihr Modell bioveganer Anbau hat nur einen Haken: es macht ihn keiner! Nur 1% der Veganer könnte sich von der Handvoll Höfe ernähren. Das sagt ja nicht aus, dass bioveganer Anbau nicht geht, und sicher ist da noch Forschungsbedarf angesagt, aber eine realistische, breit angewandte Alternative wird er in den nächsten Jahren kaum sein.

Als überzeugter Bio muss ich doch feststellen: aber Bio ist doch besser. Die Tiere haben Auslauf, mehr Platz, sind glücklich… oder doch nicht? Prof. Sundrum sagt dazu: Biotiere sind bei der Schlachtung nicht gesünder. Aber geht es nur darum? Geht es nicht um ein Anbausystem als Ganzes, ohne Pestizide, mit Artenvielfalt, regional, nachhaltig. Aber Sundrum hält auch „alle Ansätze Fleisch mit Labels zu versehen, um damit dem Verbraucher eine Differenzierung zu ermöglichen“, für gescheitert. Auch die „Initiative Tierwohl“ biete keine Lösungen“ Und da stimme ich zu. Wir brauchen eine umfassende Neubewertung der Nutztierhaltung, unter ethischen und ökologischen Aspekten, unabhängig von Bio oder Konventionell.

Was sind die Konsequenzen? Wer Bio-Schweine nur halten kann, wenn sie Antibiotika und Hormone bekommen müssen, mit und ohne Kastenstand sehr hohe Ferkelverluste haben und mit (oder wegen?) Auslauf und Stroheinstreu krank werden, dann…. kann ein ehrlicher Bio-Bauer eben gar keine Schweine halten! Es gibt KEINE Bioschweinehaltung. Und das macht Sinn, wenn man die globale Ethik dazu nimmt: Schweine sind Nahrungskonkurrenten des Menschen, sie brauchen die knappe globale Ackerfläche für ihr Futter und sind so im kalorischen Vergleich zu Menschennahrung deutlich ineffektiver.

Also doch alle vegan? Nein! Sicher mehr vegetarisch und dabei spielt die „eierlegende Wollmilchsau“ eine entscheidende Rolle, die wir längst haben: es ist die Zweinutzungskuh auf Dauergrünland unter Biobedingungen. Sie könnte Milch, Fleisch für viele bieten und zwar tiergerecht, umweltfreundlich, nachhaltig. Und dann wären wir wieder bei dem Bild, das wir nur noch von der Milchpackung kennen: die glückliche, behornte Kuh auf der Weide, wahlweise mit Alpen oder Deichen im Hintergrund. „Tierrechtler“ müssten dann nirgends einbrechen und würden auch nichts finden.

 

Standpunkt Konventionell

Michael Reber, Bauer, konventionelle Schweinemast (1200 Plätze), 140 ha Ackerbau, 20 ha Grünland, Biogas-Anlage http://innovativelandwirtschaft.de

„Bio ist nicht besser und gesünder als konventionell!“ Eine Super-Schlagzeile für uns „Konventionelle“. Könnte man meinen und kann man insbesondere in den Sozialen Medien jetzt häufig lesen. Mit Andreas Fendt liege ich bestimmt noch lange nicht auf einer Linie. Aber wir haben für uns einen kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden, wie wir miteinander klar kommen und wo wir einer Meinung sind. Darum möchte auch ich hier meinen Standpunkt darlegen:

Ich hatte Ende 2012 die Gelegenheit, gemeinsam mit meiner Frau, Gut Hermannsdorf zu besichtigen. Karl-Ludwig Schweisfurth und Dr. Günter Postler nahmen sich extra für uns beide über 3 Stunden Zeit! Es waren wahnsinnig inspirierende Stunden. Man hat insbesondere bei Herrn Schweisfurth gemerkt, dass es ihm eine Herzensangelegenheit war, uns das zu zeigen, insbesondere die von ihm gemeinsam mit Dr. Postler entwickelte symbiotische Weidehaltung. Und es hat mich als Konzept überzeugt, weil es eben alle Aspekte bis hin zur Schlachtung berücksichtigt.

Auf die Gefahr hin, von meinen „konventionellen“ Kollegen dafür gehasst zu werden: Ich nehme ihm seinen Lebenswandel ab! Gerade weil wir als Betrieb und ich auch persönlich uns seit rund 5 Jahren auch auf die Reise gemacht haben, den für uns passenden Weg zu finden. Und es ist wichtig, dass Leute wie er dann ihr Geld in die Erforschung von Alternativen stecken. Nur so kommen wir alle, egal ob Bio oder konventionell wirtschaftend, weiter! Er hätte es auch einfach verprassen oder sonst irgendwie anlegen können. Aber allein ihn als Mensch kennenlernen zu dürfen, einfach so auf Anfrage (!), das war schon beeindruckend.

Und nun bricht man dort ein, um scheinbar schlimme Zustände im Biobereich zu zeigen! Eine Sau bei der Geburt! Egal in welcher Haltung (oder freilaufend!) oder bei welchem Säugetier: es geht nicht ohne Blut und Nachgeburt. Dass die Sau hier zur Geburt fixiert war, finde ich als Konventioneller  – mit Stand heute – vollkommen in Ordnung. Es bedarf eben noch der Forschung, wie dies irgendwann in naher Zukunft hoffentlich auch mal ohne Fixierung UND ohne höhere Ferkelverluste gehen kann. Und das macht Hermannsdorf auf eigene Rechnung, weil eben der Staat nach wie vor nichts Praktikables vorweisen kann. Wir Bauern (insbesondere wir konventionellen) werden aber schon heute in Dinge wie Ebermast oder Kupierverzicht von Schwänzen gedrängt, ohne dass dies in unseren Ställen sicher funktioniert bzw. der Verbraucher das dann auch sehen und essen will!

Aber wir als konventionelle Landwirte sollten unsere Schadenfreude komplett vergessen! Spätestens jetzt sollte uns tierhaltenden Landwirten jedweder Produktionsrichtung klar sein, worum es diesen „Tierrechtlern“ bzw. „Tierschützern“ wirklich geht: das Ende der Tierhaltung! Deshalb müssen wir in Zukunft zusammenstehen, zusammen für unsere Anliegen kämpfen! Auch wenn diese im Falle von Andreas und mir scheinbar so weit auseinander liegen, dass es auf den ersten Blick überhaupt nicht möglich scheint, das unter einen Hut zu bringen. Wir sind alle mit großer Leidenschaft Bauern, das eint uns und dafür wollen wir kämpfen, dass wir das bleiben können und dürfen.

Aber ich sehe auch, genauso wie die Tierärztin vergangene Woche hier bei Bauer Willi, dass wir den Bogen in vielen Bereichen, auch in der Zucht, überspannt haben. Auch wir kämpfen doch auch, wie Hermannsdorf im vergangenen Jahr, mit riesigen Würfen. Nur die absoluten Spitzenbetriebe bekommen das noch gemanagt. Da könnte man ja einwerfen, dass die anderen einfach zu schlecht sind. So einfach würde ich es mir aber nicht machen. Viele Bauern kommen damit nicht mehr klar. Und wenn man seine Tiere wirklich mal in Ruhe beobachtet, fällt einem das auch auf. Es gibt dafür auch messbare Indikatoren. Unsere Teilnahme an der Initiative Tierwohl mit 10% mehr Platz als gesetzlich gefordert und 24h täglich Zugang zu Raufutter ist schon ein großer, auch messbarer, Fortschritt. Aber es ist auch nur der Anfang auf einem langen Weg. So sieht das übrigens auch meine Frau.

Wir, meine Frau und ich, stellen unser tägliches Tun regelmäßig in Frage und diskutieren das auch mit Besuchergruppen auf dem Hof und mit nicht-landwirtschaftlichen Freunden. Dort den Verbrauchern die wirtschaftlichen Sorgen und Nöte klar zu machen und die Konsequenzen des täglichen Einkaufs zu verdeutlichen, gibt immer einen „Hallo“-Effekt. Trotzdem wollen wir nicht mit dem Finger auf den Verbraucher zeigen und ihm sagen, dass er schuld an allem ist. Wenn wir aufmerksam zuhören und sachlich miteinander diskutieren, nehmen auch wir als Landwirte sehr viel mit, gerade um unsere Höfe für die Zukunft fit zu machen, weil wir dann auch mit Entscheidungen reagieren können, wenn wir wissen, was unser Kunde, der Verbraucher wirklich will. Und das ist, zumindest bei heutigem Stand, nicht immer Bio.

Und nun, liebe Leser, ist es an euch, diese beiden Standpunkte zu kommentieren. Eines zeigt dieser Beitrag auf jeden Fall: Dialog ist möglich!

Euer Bauer Willi

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93 Kommentare

  1. Stephan Becker sagt

    Die australischen Permakulturpioniere Geoff Lawton und Bill Mollison sind ausdrücklich für Tierhaltung. Die genaue Begründung dafür habe ich noch nicht gelesen, weil ich dafür noch keine Zeit hatte, aber ich konnte sie aus ein paar Bemerkungen von Geoff Lawton glaube ich herauslesen: Es geht ihnen um die Symbiose zwischen Mensch, Tier, Boden und Pflanzen und dass eben das Tier ein wichtiger Teil dieser Symbiose ist und nicht fehlen darf.
    Kühe helfen wohl u.a. mit Hilfe ihrer Hinterlassenschaften Leben in den Boden zu bringen (Wieso gibt es Dung- und Mistkäfer?). Aber auch Beweidung (= Mähen) ist eine Art Impuls für die Pflanzen: Ausstoßen einer Menge von Wurzelexsudaten beim Grasen oder Mähen in den Boden, um neues Pflanzenwachstum zu stimulieren.

    Noch ein Satz zu „uns“ Verbrauchern: Viele Menschen oder genauer viele Familienväter arbeiten ebenfalls 40 Stunden oder mehr pro Woche hart und können aber mit dem damit verdienten Geld trotzdem nicht ihre Familie ernähren! Sie müssen zum Jobcenter gehen und eine Aufstockung beantragen. Ich finde das eine absolute Riesensauerei, das es sowas in unserem reichen Land, mit einer sogenannten sozialen Marktwirtschaft, gibt. Es sind also längst nicht nur die Tafeln, die immer mehr werden, und die (Klein)Bauern, die immer weniger werden, die zeigen dass gewaltig etwas schief läuft in unserem Land.

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  2. Andreas sagt

    Sehr verehrter Bauer Willi, Sie sind der Chef hier und natürlich werde ich Ihrer Bitte nachkommen keine Hinweise auf Personen und Gruppen zu machen (Hier FdL „Frag den Landwirt“)

    Aber bitte erlauben Sie mir die Bemerkung noch, dass man mit so eingeschränkten Regeln nicht die Ursache findet, warum es in der landwirtschaftlichen Internetwelt so aggressiv zu geht. Es gibt zwei Seiten wo es sehr hart zur Sache geht. Zum einen ist das die Seite des Bauernverbandes Schleswig-Holstein und die Seite der FdL.
    Wir erleben eine Kultur dort des „Verklagens“, „Anzeigen und Entfernen von Personen durch die Polizei in Berlin“, „Klageandrohungen gegen Biobauern im „Antivegan-Forum“, u. v. m..

    Angesichts dieser aufgeheizten Stimmung ist es gut, dass oben zwei Bauern zu Wort kommen. Aber lieber Bauer Willi, das finden sehr viele nicht gut und diese auch von Ihnen beschriebene Intoleranz muss aufgedeckt werden. Und wenn eine Gruppe dafür verantwortlich ist, sollte man das sagen dürfen.
    Aber Sie sind der Chef hier und ich halte mich gern zurück.
    Gruß
    Andreas

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  3. Bauer Willi sagt

    Es ist 23:30 Uhr. Zu unserem heutigen Artikel gab es sehr viele sachlich fundierte Kommentare. Einige haben uns beglückwünscht, dass zwei verschiedene Autoren sich zu einem Thema kontrovers auseinandergesetzt haben. Ja, das Thema ist kontrovers und so war es auch angelegt.
    Was mich nach diesem Tag jedoch relativ erschüttert zurücklässt, ist die Intoleranz einiger Kommentatoren, die sich leider weniger mit der Sache, als vielmehr mit Personen beschäftigten. Und da fällt mir wieder Paul Watzlawik,, einem Psychotherapeuten und Soziologen ein:

    1. “Der Andersdenkende ist kein Idiot, er hat sich eben nur eine andere Wirklichkeit konstruiert.”
    2. “Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit ist.”
    3. “Der Glaube, es gebe nur eine Wirklichkeit, ist die gefährlichste Selbsttäuschung.”

    Dieses Forum ist einmal gestartet, um den Dialog zwischen Bauern und Mitbürgern zu fördern. Es war nicht das Ziel, hier Glaubenskriege zwischen Landwirten zu führen. Genau das sollte auch in diesem Artikel, in dem beide Autoren aufeinander zugegangen sind, demonstriert werden. Das hat aber offensichtlich nicht jeder verstanden.
    Bauer Willi

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    • Danke Willi! Genau so war es angelegt. Aber wenn ich heute unsere Lokalzeitung aufschlage, dann macht es unser Herr B. mit seiner grünen Wahlkampfveranstaltung und dem Frontalangriff auf den Bauernverband leider genauso. Es ist ein noch sehr, sehr weiter Weg…
      Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

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    • Gast sagt

      wenn wir ehrlich sind, haben wir nicht gewusst, welche Welle wir lostreten könnten mit dieser Premiere eines neuartigen Dialoges: zwei unterschiedliche Bauern zum selben Thema in einem Beitrag.

      Und das Ergebnis kann sich doch sehen lassen. Wir leben noch! Wenn 1000 Leute das gelesen haben und viele kommentieren und es bleiben am Ende nur 2, die sich nicht benehmen können, dann kann man das hinnehmen (es liegt natürlich an Willi, ob er Kommentare löscht, die wirklich gar nichts zur Sache beitragen und deren einziger Zweck ist, einen Mitdiskutanten persönlich zu verunglimpfen).

      Ein wenig unehrlich waren wir schon, denn mein „Kontrahent“ Michael Reber ist sicher nicht so polarisiernd in seinen Positionen wie ich, sondern von sich aus schon eher der Repräsentant der Mitte. Mit einem „Radikalen“ wäre es ja auch nicht möglich gewesen.

      Und die gibt es sehr wohl, besonders in dem sich „Antiveganer“ nennenden Umfeld. (Mal abgesehen davon, daß es schon pathologisch ist, wenn man meint eine gesellschaftliche Randgruppe von 1% der Bevölkerung und deren Ideologie bekämpfen zu müssen, wie wenn alle Veganer Terroristen wären)

      Und da darf man schon auch mal auf radikale Stimmen im Zusammenhang mit dem Fall Herrmannsdorfer schauen. Wenn da „Frag den Landwirt“ schreibt Zitat „Tiere die zwei AB Behandlungen brauchen, dürfen nicht als Bio vermarktet werden und gehen in die konventionelle Schiene. Um Mindererträge zu vermeiden, könnte es zu Tierschutzrelevanten Verstößen kommen.“ und somit Biobauern subtil unterstellt, sie würden aus wirtschaftlichen Gründen Tierqual hinnehmen. Das ist insofern krotesk, da legale Tierqual (Schwanzkupieren, Schnäbel abkneifen, Kälber enthornen) ja ein alltäglicher Vorgang in deren Landwirtschaft ist.

      In diesen Kreisen wird dann gerne Herr Keckl („Antifleischatlas“) zitiert, der schreibt zu Herrmannsdorfer Zitat „Dieser Betrieb sollte unter amtsärztliche Aufsicht gestellt werden und bei Unfähigkeit und Schwindel sollte ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen werden“ Und da erwarte ich von allen vernünftigen Landwirten (und das ist die allergrösste Mehrheit), daß man sich von solchen Hardlinern genauso distanziert, wie ich mich als Tierschützer deutlich zu den Pseudotierschützern „Soko Tierschutz“ geäussert habe.

      Ich danke Willi und besonders Michael für den Dialog, Andreas Fendt

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      • bauerhans sagt

        „…..Herr Keckl („Antifleischatlas“)…… von solchen Hardlinern….“

        keckl ist statistiker,der auch eine meinung haben darf,aber ansonsten mit zahlen „um die ecke kommt“.

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        • Gast sagt

          Ich habe Keckl zitiert, da spricht er sich für ein Tierhaltungsverbot für einen der besten schweinehaltenden Betriebe im Land aus. Ich stimme Dir zu, als Mathematiker hat er NULL Ahnung von Landwirtschaft, dann soll er aber bitte auch Zahlen liefern und deren Bewertung Fachleuten überlassen

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  4. Sandra Harms sagt

    Schau an, bio und konventionell in einem projekt !
    Ehemaliger landwirt, bauerhans, ich glaube diese beiden artikel, zeigen das es geht ! Zeigen das Andreas Fendt nicht meilenweit fern der konventionellen landwirtschaft ist, sondern die dinge realistisch betrachtet und grade raus sagt was er denkt.

    Andreas Fendt, ich hab ja schon immer gesagt das du ein netter kerl bist, und oft völlig verkannt wirst, dein teil des artikels gibt mir da einmal mehr wider recht. Ich stimme dir zu, tierrechtler sind extremisten, und ja, der veganismuss steh direkt dahinter mit seinen zum teil arg religiösen zügen… es geht nicht darum, tiere zu schützen oder irgendetwas für die tiere zu verbessern, es geht darum, denen die von und mit tierhaltung leben, dieses zu vermiesen wo es nur geht, existenzen sind dabei völlig egal, ganz egal ob es nun ein landwirt, ein schausteller, ein zirkus, oder sogar jemand ist der sich für den erhalt seltener tierarten einsetzt, jeder der irgendwie tiere hält kommt an diesen extremisten nicht dran vorbei. zb der Herzog von Croÿ der die seltenen Dülmer Pferde hält, muss sich, nur weil er diese hält oder besser erhält mit tierrechtlern auseinandersetzten… und das jahr für jahr, vor zirkussen werden menschen, vor allem kinder von tierrechtlern belästigt, verängstlicht usw usw… da fragt man sich, ticken die ganz richtig?
    schaut man sich einmal an, aus welchen kreisen tierrechtler stammen, oder in welchem umfeld sie sich bewegen, wird man feststellen, das der großteil politisch, ganz weit links einzuordnen ist, viel weiter links als es selbst „die linke“ ist…. wen wunderts da noch, wenn einbrüche, sachbeschädigungen, Verunglimpfungen von verstorbenen, verängstlichen von kindern, beschimpfungen aller art, Geschäftsschädigung als legitime mittel zum zweck angesehen werden, und unsere justitz sieht mit beiden augen weg…

    Michael Reber
    Ich habe vor ein paar jahren mal eine reportage über den herrn schweisfuhrt gesehen, da ging es zwar mehr darum, wie er „herta“ von einem familien betrieb zum großunternehmen gebracht hat, und nur am rande über das was er seitdem macht. ich halte den mann für autentisch. von daher ist das was du über ihn hier schilderst (3 std zeit… usw) für mich schon glaubwürdig.
    ich denke, das jetzt nach den bildern, auch die bio konsument merkt, das nicht alles immer so scheint wie man sich das vorstellt… zb neulich gewann ein bio landwirt aus dem harz einen preis für sein konzept um biologische rinderhaltung, jeder denkt doch jetzt das da ein paar kühe auf der weide stehen und sich des lebens freuen… aber weit gefehlt, dort stehen 250 kühe auf der wiese… also letzlich liegen vorstellung und wirklichkeit doch weit auseinander…

    trotzdem, an alle beide, toll geschrieben! gruss sandra

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      (Der Text wurde gelöscht, weil sie das Recht auf Privatsphäre verletzt. Angegeben wurden die Geo-Koordinaten eines Mitdiskutanten)

      Das musst Du in dein Navi eingeben, dann kannst Du vor deiner Heiligkeit niederknien.

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          • Gast sagt

            na denjenigen der jeden Anstand und jedes Benehmen missen lässt und meint er müsse hier die Koordinaten von meinem Wohnort reinschreiben. Das ist eine ungeheuere Unverschämtheit und zeigt welch geistig Kind da dahinter steckt.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wer die Anschrift von Bauer Willi zu einer Zeit im Netz veröffentlicht, wo seine Identität noch nicht bekannt war sollte anderen nicht gutes Benehmen und Anstand absprechen.

              Wer seinen Namen unter das Pseudonym Gast und Geissenhof setzt, gibt jedem die Möglichkeit bei Tante Google „Andreas Fendt Geissenhof „einzugeben und der Herr Fendt beklagt sich über Koordinaten.

              Mit ihrer gespielten Empörung wollen sie mich nur diskreditieren.

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            • Jochen Böhrer sagt

              Koordinaten sind natürlich ein absolutes nogo. Also ich hab ja nichts dagegen, dass jemand aufgrund meines Namens meine Adresse oder Telefonnummer rausbekommt. Aber KOORDINATEN.. das ist absolute Privatsphäre. Pöhhse Pöhhse.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ J. Böhrer

              Das hört sich direkt an, als wären sie ein Nachfahre von Till Eulenspiegel? 🙂

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      • Bauer Willi sagt

        Ehemaliger Landwirt
        finden Sie den Kommentar gut oder witzig? Ein wenig mehr Respekt vor der Meinung eines anderen hätte ich Ihnen schon zugetraut. 🙁
        Bauer Willi

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Werter Herr Bauer Willi,
          ja, ich finde mein Beitrag gut, witzig ist er nicht, das sollte er auch nicht sein. Ich finde die Anbiederung an Herrn Fendt merkwürdig, Frau Harms schrieb von einem lieben Kerl, ist das derjenige der seine konventionellen Kollegen als „dumm“ bezeichnet, oder diejenigen die beim Bodensee einen Stall für 1.000 Kühe bauen wollen, als Bekloppte bezeichnet?
          Da kann ich einigen nur empfehlen diesen Herrn als Berater einzustellen, als ersten Treff würde ich den Vogtsbauernhof in 77793 Gutach vorschlagen, dort gehört seine Wirtschaftsweise auch hin.
          ………………………………………………………………………………………………………………………
          Der Andersdenkende ist kein Idiot, er hat sich eben nur eine andere Wirklichkeit
          © Für diesen Satz Bauer Willi

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          • Sandra Harms sagt

            Ehemaliger landwirt
            warum zum teufel musst du immer alles so wörtlich nehmen? zb war richard von weizsäcker auch ein netter kerl,vielleicht könnte man sagen , das war noch ein typ. und genauso andreas fendt, der schwimmt nicht mit dem strom wie viel zu viele andere…da kann man sagen, das ist ein kerl…ein typ…. wenn ich sage er ist ein lieber kerl so hat das nix mit anbiedern zu tun. er hat nach meiner meinung eine ganze menge an positiven seiten, natürlich kann er auch anders, und schießt auch mal am ziel vorbeit. und mal erlig, man muss wirklich nicht rechnen können , wenn man jetzt in kühe investiert…

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Die Idee zu diesem Stall entstand im Frühjahr 2014, also zu einem Zeitpunkt wo der Milchpreis noch über 40 cent lag.

              http://www.badische-bauern-zeitung.de/was-es-mit-dem-1000-kuh-stall-auf-sich-hat

              Sind das „Bekloppte“ wie ein Herr Fendt meint?

              Der Bebauungsplan ist im Dezember 2014 genehmigt worden.
              Ich kenne den Stand der Dinge nicht, bei einem Baubeginn Anfang 2015 ist der Bau nur schwer zu stoppen.

              Noch meine persönliche Meinung, wenn dieser Stall von den 4 Familien verwirklicht wird, werden 16 Betriebe mit dem Milchvieh aufgeben müssen, wird der Stall nicht gebaut, werden es 20 sein.

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  5. Schweinebauer Piet sagt

    Es soll doch jede produzieren, wie er will! Schön ist es hier beide Seiten zusehen! !

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      • bauerhans sagt

        das ist doch unser problem,dass die ernährung mehr als sicher ist und jeder meint,er müsse uns bauern „den kopf waschen“.

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  6. thies sagt

    Der Graben zwischen zwei Lagern wird am schnellsten überwunden, wenn er von beiden Seiten zugeschüttet wird.
    Ich finde es erst mal super, dass hier beide in einem Artikel auftreten. Am jeweiligen Inhalt kann man sich je nach Einstellung reiben, aber über das Zustandekommen des Beitrages kann man sich nur freuen.
    Mehr davon.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Es sind keine zwei Lager, die hier auftreten. Wenn es denn die zwei Lager gibt, so hat einer der beiden Probanden die Gräben schon lange zugeschüttet und versucht, von beiden Seiten das Beste anzunehmen. Von anderer Seite wird in DEM Fall keinen Millimeter vom Dogma abgerückt.

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      • Bauer Willi sagt

        Sehr geehrter Herr Böhrer,
        würden Sie sich bitte zu den Inhalten und nicht zu Personen äußern! Wenn Sie einen solchen Groll gegen eine der beiden Personen hegen, tragen Sie dies bitte nicht auf dieser Seite aus! Wir lassen gerne die Meinung von jedermann zu, sofern sie sich auf die Sache bezieht! Überreizen Sie nicht unser Wohlwollen!
        Bauer Willi

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  7. Andreas sagt

    Gute Sache, wenn hier zwei Bauern zu Wort kommen. Auch wenn ich beide Betriebsausrichtungen für ethisch nicht vorzeigbar halte, so sollten man beiden mit Respekt entgegentreten und nicht wie unten dieser Jochen Bö. meint, einem, den Beruf abzuerkennen. Dies ist die schreckliche intellektuelle Schwäche der „Frag den Landwirt“ (FdL) Gruppe. Was diese Gruppe an Imageschäden anrichtet, wie hier durch Jochen B., wird uns noch lange beschäftigen.

    Zum erstgenannten Biolandwirt Andreas F. möchte ich sagen, dass ich „Gnadenhöfe für Tiere ablehne. Die Natur besteht nun mal aus fressen und gefressen werden. Deshalb muss aus ethischer Sicht auch jedes Tier das Lebensmittel tauglich ist auch verwertetet werden.
    Seine Aussage zur Bioschweinehaltung ist richtig. Schweine halten Bio nicht aus im Gegensatz zu Rindern oder Hühnern.

    Der zweitgenannte Landwirt ist auch Biolandwirt. Steht da doch:“BIOgasanlage“. So eine „Bio“gasanlage ist genau so eine Verbrauchertäuschung wie die Hermannsdorfer“. Alles ein großer Bioschwindel und eine „Bio“gasanlage ist so abzulehnen wie die Ressourcen – Verschwendung eines Gnadenhofes.

    Wir müssen in der Landwirtschaft aufpassen den „goldenen Mittelweg“ nicht zu verlieren. Wir Bauern haben eine lange Tradition. Die alten Bauernhäuser waren mit einem Wohntrakt an einem Ende und Viehstall am anderen Ende gebaut. Wir kommen aus einer Tradition heraus, wo wir mit Tieren unter einem Dach gewohnt haben. So eine traditionelle „Wohngemeinschaft“ schließt Tierquälerei eigentlich aus. Wahr ist, dass man 24 Stunden Bereitschaft hatte und heute noch hat (Familienbetrieb). Es wird immer gefragt was Agrarindustrie ist. Agrarindustrie ist ein fester Arbeitsplan täglich in großen Anlagen. Schicht oder Fließbandarbeit und hohe Fluktuation von Mitarbeitern.
    Diese Agrarindustrie versucht die FdL schön zu reden und kleine Bauern helfen noch dabei.

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    • Nachdem Sie sowohl Andreas als auch mir, ohne näheres zu kennen, das Recht einer vernünftigen Landwirtschaft aberkannt haben, würde mich der goldene Mittelweg doch sehr interessieren. Den erkenne ich immer noch nicht in Ihrem Kommentar.
      Biogasanlage ist nicht gleich Biogasanlage. Sie wissen doch gar nicht, womit wir die betreiben!

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      • Andreas sagt

        Woher wollen Sie wissen dass ich Ihre Anlage und die „Fütterung“ dieser Anlage nicht kenne? Steht doch bei der FDL. Sie betreiben die Anlage so gut oder so schlecht wie alle anderen 7000 in Deutschland. Die Politik hat einen Schlussstrich unter dem Irrtum „Bio“gas gezogen, und das ist gut so. Aus vorbei und weg damit nach Ablauf der Restlaufzeiten der Anlagen.

        Der „goldene Mittelweg“ ist in wenigen Sätzen nicht zu erklären. Ich finde das Leitbild des WLV Bauernverbandes ganz gut. Auch was der Bauernbund Brandenburg so erklärt, halte ich für zielführend. Der Familienbetrieb muss gezielt unterstützt werden. Wie unsere klugen Vorfahren das mit dem Vieheinheitenschlüssel gemacht haben. Außerdem könnten sich Juristen damit befassen, wie man die „Drittverwertung“ von Ställen und Biogasanlagen verhindert.

        Bauernland in Bauernhand …

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        • Also ist Biogas per se schlecht in Ihren Augen? Egal, wieviel Gülle und Mist verwertet wird, ob man Strom dann produziert, wenn er gebraucht wird, ob die Wärme komplett verwertet wird? Und ein Bericht bei FdL von vor 2 Jahren ist eben auch 2 Jahre alt…
          Hört sich eher so an, als ob hier jemand ein persönliches Problem mit einer Biogasanlage vor Ort hat. Das heißt aber (in meinen Augen) nicht dann pauschal, dass alle Biogasanlagen schlecht sind!
          Dann doch lieber Atomstrom? Versteh ich nicht, ist aber auch egal.
          Ich halte unser Konzept nach wie vor für gut. Außerdem ist die Biogasanlage nur eines von 3 Standbeinen, aber ein wichtiges im Betriebskreislauf!

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    • Jochen Böhrer sagt

      Lieber Bauer Willi,

      Entspricht dieser wirklich beleidigende und persönliche Beitrag des Herrn Andreas H. (auch wenn er zu feige ist, seinen ganzen Namen zu nennen, weiß man aufgrund vieler ähnlich gehässiger Beiträge, wer es ist) Deinen Spielregeln? Energiegewinnung aus Biomasse und kultivierten Pflanzen hat übrigens eine jahrtausende alte Tradition und gehört zur Landwirtschaft genauso wie die Nahrungsmittelgewinnung. Vor 100 Jahren war es 1/3 der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die dafür herhalten mußte. Wer die Betreiber solcher Anlage als Schwindler bezichtigt, sollte das Wort „Tradition“ nicht in solch pathetischer Form anwenden.

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    • Gast sagt

      Hallo Andreas,
      Sie werden es wohl nicht erwartet haben, aber ich stimme Ihnen zu: Die Tierhaltung auf einem Gnadenhof ist letztlich Resourcenverschwendung.

      Interessanterweise sehen Sie das bei Mastschweinen eher nicht so? Zur Erinnerung, sie nutzen Acker äusserst ineffektiv und nicht nur was der Mensch allgemein wegwirft, bei der Ausschlachtung entstehen Abfälle, besonders bei Knochen ist da viel knapper Phosphor drin.

      Und dann halte ich es eben mit Einstein und sage „alles ist relativ“. Früher waren Hunde zur Bewachung des Hofes da und bekamen meist für den Mensch ungenießbare Schlachtabfälle, Knochen usw.

      Heute leben sie wenig artgemäß in Einzelhaltung in Städten und eine ganze Tierfutterindustrie lebt von deren (teurer) Ernährung, ist das nicht Verschwendung?

      Und vergessen wir nicht die Pferdchen, die früher den Pflug ziehen mussten und heute nur zur Lustbefriedigung kleiner und kleingebliebener Mädchen dienen, sie fressen den Rindern das Grünland weg: ist das nicht Verschwendung?

      Wenn ich mir nun erlaube meine Tiere im Stall nicht als Nutztiere zu sehen, sondern als Haustiere (ja auf meinem Hof gibt es in der Bauernküche eine Türe, die führt direkt in den Stall) und diese möchte ich aus egoistischen Gründen (weil es mir seelisch wehtut) nicht schlachten, dann mag das Verschwendung sein, ich nehme sie hin.

      Aber im Gegensatz zu Veganern, die eben auch das ablehnen, nutze ich deren Mist für Düngung meines Getreides und des Folientunnels für Tomaten. Und gehe sogar, als Vegetarier, noch einen Schritt weiter: ich melke meine Ziegen und mache Käse davon. Und damit hält sich m.E. die Verschwendung sehr in Grenzen.

      Hinzu kommt, daß ich (auch wenn andere das behaupten) meine Wirtschaftsweise keineswegs als musterhaft oder vorbildlich hinstelle, sondern z.B. sehr offen für Bioweiderinder eintrete und deren einer Teil die Weideochsenmast stellt eben auch Fleisch für die Menschen zur Verfügung, die meinen, das zu brauchen. Und das ist mit Sicherheit, da sie nur auf Dauergrünland basiert, die resourcenschonenste Art überhaupt Fleisch zu erzeugen.

      Gruss von Andreas Fendt

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      • Andreas sagt

        Hallo Andreas, es ist richtig, die Knochen des Schlachttieres müsste man als hochwertiges Eiweiß und phosphathaltiges Hühner und Schweinefutter nutzen. Seit BSE gibt es Verbote und auflagen die wohl so schnell nicht gelockert werden.

        Mit Mittelweg meine ich auch unsere Ernährung. Sicher essen einige zu viel und andere zu wenig. Dies ist aber eine freie Entscheidung eines jeden einzelnen.
        Unsere Ärzte werden aber sicher von Parolen wie „Wir machen euch satt“ die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Wir Bauern müssen einfach professioneller auftreten damit man versteht wo bei Bauern der Schuh drückt und nicht provozieren.

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        • Gast sagt

          Würde man die Empfehlungen der DGE zu Fleischkonsum umsetzen, könnte man den Bedarf in Deutschland nahezu komplett vom Weiderind auf Grünlandbasis decken.

          Wenn ich anstatt vom Acker ein Schwein zu füttern und das (teilweise) zu essen eben direkt Getreide und Gemüse vom Acker esse, dann freut sich nicht nur mein Arzt (oder nicht, weil ich weniger krank werde) sondern auch die Umwelt, weil ich Resourcen schone.

          Sicher sollten Bauern den Menschen nicht vorschreiben wollen, wie sie sich zu ernähren haben, sondern einen Nachfragemarkt bedienen.

          Wenn wir aber ehrlich sind, haben wir bei Selbstversorgungsgraden von 120% bei Schweinefleisch und Milch diesen längst überholt und ich kenne kaum einen ehrlichen Bauern, der immer noch meint, im Export läge die Zukunft, das vertritt eigentlich nur noch der Bauernverband, der seinerseits eigentlich längst keine Bauern mehr vertritt, sondern Agroindustrielle.

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          • „Der Bauernverband“ ist aber nicht eine einzelne Meinung! Das trifft vielleicht für Nord-West und Ostdeutschland zu. Die BVler im Süden sehen das deutlich kritischer und das wird auch intern diskutiert, wo wir hinwollen. Aber trotzdem sollten wir nicht immer alles auf den Bauernverband schieben! Beratung (egal ob privat oder staatlich) als Folge von Politik und politischen Entscheidungen sowie die ganzen „Fachzeitschriften“ tragen in meinen Augen wesentlich mehr zu den aktuellen Entwicklungen bei! Und letztendlich entscheidet jeder Landwirt für sich, wohin er will. Dann soll er aber auch nicht jammern!
            Ich könnte das auch, aber ich weiß ganz genau, dass ich selbst schuld bin, nicht der Staat oder der Bauernverband. Ich habe mich im Schweinebereich z.B. von meiner Zuchtorganisation zu der modernen Schweinehaltung drängen lassen, obwohl die Pläne für einen tollen Strohstall in der Schublade lagen. Letztlich habe ich mich dann einfach nicht getraut, den eigenen Kopf durchzusetzen. Selber schuld.

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            • Gast sagt

              Michel, aus eigener Erfahrung: wenn der eigene Kopf ein Dickkopf ist, dann geht er eben nicht überall durch 🙂

              Ich meinte auch die ganz offziellen DBV Positionen die H. Rukwied so von sich gibt und solche, die ganz üble Folgen für alle Bauern haben werden, wie die Zustimmung zu TTIP

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          • Andreas sagt

            Andreas, ich möchte vorsichtig zustimmen, dass es in den letzten 10 Jahren eine Fehlentwicklung gegeben hat. Ich habe 2008 meinen ersten Leserbrief im Wochenblatt verfasst und an einem Beispiel erklärt wie sich an einem Praxisbeispiel die Erweiterung eines 4000 Mastplätze großen Mastbetriebes um 2000 Plätze auswirkt(die Kammer verliert). Ich habe damals die beratende Kammer gefragt, wie sich so eine Investition auf die Kammer auswirken würde. Wie gesagt, damals waren 6000 Plätze eine Sensation. Wenige Jahre später hat sich der Boom so hochgeschaukelt, dass man mit dem Bauantrag eines 1000ner Stalles ausgelacht wurde. Heute ist das Lachen vorbei. Pachtpreise astronomisch hoch und nervöse Banken teilweise. Gebaut wird kaum noch. Wer etwas in der Birne hat, muss diese Entwicklung als schlecht bezeichnen.
            Man kann jetzt nicht irgendetwas fordern um uns allen das Leben zusätzlich zu erschweren. Man muss nun in aller Ruhe und Besonnenheit versuchen zu retten was noch an Familienbetrieben zu retten ist. Die Politik muss so sein, dass diese Betriebe nach politischen Angriffen durch Biogasförderung und Großställe wieder Mut fassen. Hier sind besonders Grüne Minister gefordert. Und wir beide passen auf, dass die FdL nicht zu viel Blödsinn macht 😉

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            • Gast sagt

              „Gebaut wird kaum noch“
              hier am Bodensee entsteht zur Zeit ein 1000er Kuhstall Zur Auslastung der Agrargasanlage!) und bei Ellwangen auch… Die bauen die Bekloppten, gibt ja gerade zinsgünstige Kredite…

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    • Bauer Willi sagt

      Andreas
      bitte unterlassen Sie Hinweise auf Personen oder Gruppen (hier FdL). Sie tragen nicht zur Sache bei. Kritische Kommentare zu der einen oder anderen Sichtweise sind jedoch durchaus gewollt und bringen alle im Dialog weiter. Vielen Dank.
      Bauer Willi

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    • Stephan Becker sagt

      @Andreas
      „Wir Bauern haben eine lange Tradition. Die alten Bauernhäuser waren mit einem Wohntrakt an einem Ende und Viehstall am anderen Ende gebaut.“

      Diese schönen Bauernhäuser konnten aber die Massenauswanderung nicht aufhalten, auch wenn einige andere Faktoren zur Realteilung dazukammen (Flucht vor Kriegsdienst, schlechte klimatische Verhältnisse, Mono(sorten)kulturen wie in Irland etc.):

      Auf nach Amerika! Armutsflüchtlinge und Auswanderer im 19. Jahrhundert
      Dr. Kirsten Seelbach
      http://www.kilr.de/wp-content/uploads/kilr-Thema-Armutsfluechtlinge-gestern-und-heute-Seelbach.pdf

      Amerikaauswanderung im 19.Jahrhundert
      http://www.lwg.uni-hannover.de/wiki/Amerikaauswanderung_im_19.Jahrhundert

      Und das obwohl doch damals deutlich weniger Menschen pro Fläche in Deutschland wohnten als heute.

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      • bauerhans sagt

        in amerika konnte der clevere auch was werden!
        ich denke an den 98jährigen,der aus unserer gegend kam,um 1885 auswanderte,weil der 5ha hof durch krankheit des vaters verschuldet war,die mutter wieder heiratete und der neue ehemann die schulden bezahlte.
        der hätte,sagte er im gespräch 1965,nur als knecht arbeiten können und soldat hätte er auch werden müssen.
        so war er nach quincy,il. ausgewandert,in die herforder prärie.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Unsere Gemeinde hat um 1850 jedem Auswanderer nach Amerika die Schiffspassage ab Genua bezahlt.

        (Selbst nachgelesen in den Gemeinderatsprotokollen unserer Gemeinde)

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  8. Gepard sagt

    Ich verstehe ja, dass Menschen, deren Lebensgrundlage auf der Nutzung von anderen Lebenwesen fußt, kaum offen für Gedankenmodelle sind, die genau so eine Nutzung infrage stellen. Gerne wird den Veganern vorgehalten, nicht konsequent genug zu sein, nicht weit genug zu denken oder ihrem eigenen Idealismus nicht entsprechen zu können und sich damit quasi selbst als fehlbar entlarven.

    Ich kenne jetzt nicht viele Veganer, aber jedem davon ist das Dilemma bewusst, dass er z.B. bei Demetergemüse garantiert von zusätzlicher Tierhaltung ausgehen kann. Und jeder weiß, dass der vollständig vollzogene Idealsmus nicht erreichbar ist, da selbst der Selbstmord, der theoretisch am meisten Leid für den Planeten vermindert, immer noch eine Menge Leid mit sich bringen würde. Das Ideal ist eben eine Idee, die eine Richtung vorgibt. So wie die konsequent durchgezogene Nächstenliebe, die kein Mensch leben können wird, spätestens, wenn ihm andere Menschen schlimmes Leid zuführen. Dennoch hat sich die Nächstenliebe als gutes Ideal und Leitbild etabliert. Es gibt Orientierung, die ses bei uns sogar ins Grundgesetz geschafft hat.

    Wie bei jedem Idealbild, gibt es auch beim Veganismus schwarzweiß-denkende Fanatiker, die mit der Vielfalt der Denk- und Lebensweisen der Menschen nicht klarkommen und nur ihr Weltbild für richtig halten. Aber das hat nichts mit den Idealen zu tun, sondern mit den Personen. Überinterpretierten Idealismus gibt es überall, ob in der Musik, bei der Technik, der Wirtschaft oder der Politik.

    Ich finde es bemerkenswert, wie schnell Veganusmus salonfähig geworden ist und kann allen Beteiligten nur dazu gratulieren. Und längst kommen Hardcore-Veganer hervorgekrochen, die andere Mitläufer-Veganer verurteilen, weil sie vegane Produkte aus konventioneller Herstelllung mit Ausbeuterpalmöl bejubeln. Verständlich, wer kein Tierausbeutung will, sollte den Menschen nicht ausklammern.

    Ich komme aber vom Thema ab. Statt auf die Veganer zu zeigen und in Abwehrhaltung zu gehen, sollte man vielleicht auch mal schauen, ob man dem ganzen nicht sogar positive Aspekte abgewinnen kann. Ich selber bin zwar „nur“ Vegetarier, doch durch den Kontakt mit Veganern, habe ich schon viele erhellende Einblicke in Aspekte gewonnen, auf die ich nie gekommen wäre. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass in nahezu allen Zahnbürsten tierische Inhaltsstoffe stecken? Ob man das widerlich oder überflüssig findet, sei jedem selbst überlassen, aber dass uns das als Verbraucher vorenthalten wird, finde ich krass. Eine Volldeklaration ist sicherlich selten praktikabel (Platzmangel), aber interessierten Bürgern sollte es einfach gemacht werden, diese Information zu erhalten.

    Ein Verdienst der Veganer ist sicherlich, dass Unternehmen routinierter auf Produktanfragen reagieren und die nötigen Infos bereits parat haben. So kann ich schnell per Mail erfahren, welcher Kleber für Etiketten zum Einsatz kommt. Sinnvoller wäre meiner Ansicht nach aber eine Verpflichtung, alle im Produktionsprozesse involvierten Stoffe samt Herkunft auf der Herstellerwebsite erfahren zu können.

    Veganer wie Bauern irgendwie pauschal zu verurteilen hilft niemanden. Nur durch ein Miteinander und aufeinander Zugehen kann man was bewegen. Dabei muss jeder akzeptieren, dass die wenigsten gewillt und in der Lage sind, sich von heute auf Morgen umzukrempeln. Sei es, dass eine Bauer der ausbeuterischen Tierhaltung den Rücken kehrt oder der Veganer sich eingesteht, dass man sich nicht vom Tier isolieren kann und ein gemeinsames Auskommen durchaus tierische Produkte hervorbringen kann und darf.

    Es ist unangenehm, aber die „Extremisten“ zeigen lautstark auf die wunden Punkte unserer Gesellschaft. Ausbeutung ist da in meinen Augen das große Oberthema, egal ob Mensch, Tier oder Umwelt.

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    • Gast sagt

      Hallo Gepard,
      genau deshalb habe ich geschrieben, daß man die Anliegen der Veganer durchaus ernst nehmen muss. Aber auch deshalb habe ich jene Soko Tierschutz als Extremisten entlarvt, denen es letztlich nicht um mehr Tierwohl geht, sondern um das Durchsetzen ihrer Ideologie mit unlauteren Mitteln. Und dazu passt, dass wenn ich auf deren wunden Punkt zeige, ihre einzige Reaktion war, mich zu sperren und zu blockieren.
      Gruss Andreas Fendt

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      • Das mag ja sein. Gerade die Auseinandersetzung auf Grund von nicht öffentlich zugängigen Informationen geben jedem die Möglichkeit sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Erst wenn sich der Konsument bewusst ist, wie es wirklich reell im Leben abläuft, egal welche Sparte, kann dieser frei entscheiden: Will ich das oder will ich das nicht.

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  9. Jochen Böhrer sagt

    Dazu noch meine Sichtweise: JA.. es ist gut, dass kranke Tiere behandelt werden. JA, es ist gut, dass man bei den Hermannsdorfern hohe Erdrückungsverlsute durch Kastenstände vermieden hat. Das spricht FÜR eine gute Tierhaltung bei den Hermannsdorfern. ABER: Ihr marketing, das auf der Verunglimpfung der konventionellen und dem Glorifizieren einer schlechteren (aber wie man sieht nicht so schlecht praktiziert wie vorgetäuscht) Tierhaltung basierte wurde jetzt zum Bummerang.

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  10. Uli49 sagt

    Vielen Dank, Herr Reber, daß Sie hier so nachdenklich und ehrlich zu sich selbst argumentieren! Ich wünschte, die Bauern in meiner Nachbarschaft hätten ihr intellektuelles Niveau.
    Vielen Dank an Bauer Willi, daß er hier eine Plattform bietet, auf der die haltlosen Angriffe auf die Herrmannsdorfer Landwerkstätten fachlich kommentiert werden.
    Nützlich wäre auch ein Hinweis auf die Stellungnahme der Betroffenen:
    http://www.herrmannsdorfer.de/wp-content/uploads/2012/04/informationen-zu-berichterstattungen.pdf
    Grüße Uli

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  11. Altbauer Jochen sagt

    > Was wird dann aus dem ländlichen Raum und seinen Menschen<

    Eine Frage die tiefer geht als nur um Bio oder konventionell.
    Es kann, und ich glaube es wird beides seinen Platz auch in Zukunft haben.
    Wenn jemand mit biologischer Landwirtschaft, auch in kleinem Rahmen
    seine Erfüllung und sein Auskommen sieht, dann ist das doch völlig in Ordnung.
    Aber, jungen Landwirten(und nicht nur diesen)die, wie die allermeisten Menschen
    in anderen Berufen auch, mit Tüchtigkeit nach Erfolg streben ,muss ein Weg
    offenstehen um in konventioneller Landwirtschaft eine Existenz für ihre Familie
    zu finden.
    Arbeitswille und Erfolgsstreben darf nicht verteufelt werden.
    Selbstverständlich darf es nicht zur Maßlosigkeit führen , aber wo ist das rechte Maß ?
    Nur darauf zu schauen ob der Nachbar bald seine Stalltür zumacht um der erste zu sein
    beim Zugreifen, kann nicht der Weg in die Zukunft sein.
    (Ist schon verdammt spät dafür um diese Entwicklung zu stoppen)
    Wir sollten uns allen bewusst machen, wir leben in deutsch -LAND, nicht in deutsch -CITTY. Wenn es ,wie in meinem Heimatdorf statt 25 Bauern (1960) nur noch 2 gibt,
    dann ist der Einwohnerschwund auf dem Land nicht verwunderlich.
    Es ist doch bei jedem Generationswechsel auf dem Hof eine neue Familie mit
    Kindern die Folge. Re-Generation pur !

    2
  12. Jochen Böhrer sagt

    Wir haben hier einen Vollprofi, der sich aber nicht überheblich auf seinem Können ausruht, sondern begierig lernen und verbessern will und durchaus auch zu einer gesunden Selbstkritik fähig ist und die Dinge hinterfragt. Und pragmatisch genug ist, das Machbare vom Erträumten trennen zu können. Und dann haben wir einen selbstgefälligen Disneylandbetreiber, dessen Geschäftstätigkeit mehr auf der Vermarktung seiner Ideologie und der Verunglimpfung der anderen Landwirten beruht als auf Fachwissen und einer Wirtschaftsweise, mit der man ein Volk ernähren könnte. Und so gesehen könnten diese 2 Bauern durchaus viel unterschiedlicher sein. Wenn man ein extremes Beispiel auf der einen Seite bringt, gehört dem ein extremes Beispiel der anderen Seite entgegengestellt… weil die goldene Mitte wird von Herrn Reber schon in nahezu perfekter Form repräsentiert. Der unbedarfte Leser wird nach der Vorstellung dieser „gegensätzlichen“ Bauern eine Mitte zwischen diesen beiden suchen und diese zwangsläufig auf einer weltfremden Position finden, welche nicht dazu angetan ist, eine Lösung für die breite Landwirtschaft und allem was damit zusammenhängt, zu sein..

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    • Bauer Willi sagt

      Herr Böhrer
      ich möchte Sie im Sinne unserer Spielregeln bitten, auf persönliche Verleumdungen zu verzichten. Beide Landwirte sind mit dem Vorschlag, diesen Text zu schreiben, auf uns zugekommen und haben diesen untereinander abgestimmt. Ich meine, es gebietet die Fairness, nicht einen davon zu glorifizieren und den anderen in den Orkus zu schicken. Wie man an anderen Kommentaren sehen kann, scheint dieses Thema dazu angetan zu sein, die Konfrontation zwischen den beiden Wirtschaftsweisen sachlich aufzulösen.
      Bauer Willi

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      • Er könnte das etwas neutraler schreiben. Sachlich auflösen kann man das nicht, man kann sich respektieren. Ich persönlich denke beide Seiten brauchen sich! Denn nur so können sie sich abgrenzen und so ist das „Geschäftsmodell erklärbar“.

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      • Jochen Böhrer sagt

        Ich glaube, dass meine Worte noch sehr gelinde gewählt waren für einen hier als Repräsentanten der Landwirtschaft hingestellten Bergbauer, der dem hier geäußerten Anspruch, Konfrontationen aufzulösen, mit der Behauptung gerecht wird, ein ehrlicher Biobauer könne keine Schweine halten und dann noch draufsetzt, konventionelle Schweinehaltung wäre per se schlecht und es würde dort den Tieren geschadet statt sie zu beschützen. Was ist es anderes als Verunglimpfung, wenn man schweinehaltende Biobauern als unehrlich und schweinehaltende konventionelle als tierschädlich bezeichnet? Nein.. SOLCHE Menschen sehe ich weder als Kollege noch als Repräsentant und viel zu realitätsfern, um ihre Thesen auch nur im Entferntesten als Diskussionsbasis zu akzeptieren. Und ich denke, es hat nichts mit Unfairness zu tun, wenn man einem der beiden weitgehend zustimmt und den anderen völlig ablehnt. Soviel Freiheit gestehe ich mir zu und ich kann trotzdem in meinem obigen Beitrag weder etwas Verleumderisches noch etwas Beleidigendes erkennen.

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        • Bauer Willi sagt

          „um ihre Thesen auch im Entferntesten als Diskussionsbasis zu akzeptieren“ Ich persönlich finde diese Aussage nicht sonderlich dialogfördernd. Ist jetzt meine Meinung…
          Bauer Willi

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          • Jochen Böhrer sagt

            Stimmt. Ist es nicht. Bei einem Dialog zwischen unterschiedlichen Formen der Landwirtschaft darf man Extreme ruhig ausschließen. Diese tragen nichts zur Sachlichkeit bei. Eigentlich sollte oben noch als Dritter beispielsweise der Herr Pohlmann (bayerische Ei) schreiben, damit Herrn Rebers Mittenposition deutlicher würde. Mit Herrn Pohlmann fände ich auch keine Diskussionsbasis. Auch IHN erachte ich weder als Kollegen noch als Repräsentant der Landwirtschaft

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        • Gepard sagt

          Also ich finde Disneylandbetreiber schon arg despektierlich. Zumindest ist es absolut unsachlich. Ich sehe auch nicht, wo der Bergbauer als Repräsentant hingestellt wurde. Er ist eine Stimme aus vielen. Ich mag auch nicht, wie er seine Haltungsform als Ideal anpreist, aber dass er sinngemäß der konventionellen Nutztierhaltung vorhält, dass ihr der Nutzen wichtiger ist als das Tier, halte ich für legitim. Zumindest höre und lese ich immer was von Wirtschaftlichkeit oder gar Erfolg. Und damit meint der Unternehmer meist sich selbst. Ich verstehe nicht, warum jemand, der offensichtlich Tiere für sein Auskommen nutzt, nicht ganz selbstbewusst sagt: ja ich benutze die Tiere, damit ich und meine Familie leben kann.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            #aber dass er sinngemäß der konventionellen Nutztierhaltung vorhält, dass ihr der Nutzen wichtiger ist als das Tier, halte ich für legitim.#

            Wenn man aus der Tierhaltung einen Nutzen erzeugen will, dann ist das Tier und dessen Wohlbefinden wichtig, ein Tier was sich nicht wohlfühlt bringt auch keinen finanziellen Ertrag.

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            • Gast sagt

              Eine Milchkuh die gerade mal 1-3 Laktationen schafft, die aber mit > 10.000 Liter, fühlt sich sicher nicht wohl, war aber bisher rentabel.

              Das ist ja eine der häufig verbreiteten Binsen: „nur ein Tier, daß sich wohl fühlt, bringt gute Leistung“ denn dabei wird der Zeitaspekt ausgeblendet. Vermutlich wird sich ein Tier, welches annähernd das biologisch mögliche Lebensalter erreicht und dabei mittlere Leistungen bringt sich wohler fühlen.

              Allein anhand der Abgangsursachen (stehen in fast jedem MLP Bericht) kann man nun schliessen, daß ein grösserer Teil einer Milchviehherde permanent krank sind. Und daß ein Tier, welches krank ist, sich nicht wohlfühlt, darin sollte doch Konsens bestehen.

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            • Jochen Böhrer sagt

              Man kann aufgrund der Staffelbegrenzung nimmer direkt drunter antworten, aber ich habe den leisen Verdacht, dass es sich bei dem anonymen „Gast“, der hier über die Lebensdauer von Kühen schwadroniert, um einen Menschen handelt, der an diesem ganzen Diskussionsfaden nicht ganz unbeteiligt ist und namentlich erwähnt wird. Sollte ich mich täuschen, so bitte ich um Entschuldigung.. sollte ich allerdings RECHT haben, so frage ich mich, wo bei, „Gast“ noch ein Funken Seriösität vorhanden ist.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ A. F.
              Kann natürlich wie sie nicht in die Kühe hineinsehen, deshalb hab ich mal meine 4 Hühner gefragt, ob sie sich wohlfühlen, keine Antwort! 🙂
              Statt 4 Eier haben die heute nur 3 gelegt, die bereiten sich sicher auf ein langes Leben vor. 🙂

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            • Andreas Schmid sagt

              @ Gast
              Ich schreibe bei Kühen die als Alt gelten auch eine Krankheit oder der tatsächliche Grund in die MLP rein. Ich will auch bei alten Kühen wissen warum sie nicht noch älter wurde. Ich würde darauf nicht so viel geben. Das sagt nur eines aus: An welcher Schraube muss ich drehen, damit meine Kühe älter werden.

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        • Plabst christine sagt

          Ja leider finde ich diese Konfrontation völlig unnötig Meinung äußern aber denken dass Ihres das absolute richtige ist finde ich können sie nicht einschätzen…

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  13. sibylle sagt

    Veganismus ist eine Ideologie, wenn nicht die Herrschaft über die Köpfe möglich ist, dann die über die Teller. In der Sendung „Betrifft“ vom swr wurde vom „Fernsehkommissar“ dem Schauspieler Hoppe kleinere und größere Betriebe besucht, ein Huhn für 25 €, ein paar Eier für 0,50 € das Stück von einem Zweinutzungshuhn und Milch und Fleisch vom Hinterwälder und Fleisch vom Wollschwein mit ordentlichem Speckrand. Im ausgelassenen Speck wurde Fleisch in Gläsern kühl gestellt im Keller aufgehoben. Kein Gefrierschrank nötig. Alle diese Betriebe vermarkten selber oder liefern an einen Laden in der Umgebung.
    Mit den Multis der Milchverarbeitung gab es einen Markt für Milch und den Anreiz große Ställe und große Herden zu haben. Heute gibt es Nord- und Südfleisch, die gern genormtes in Gewicht, Fleisch- und Fettanteil haben. Läden in den Dörfern verschwanden, weil es Discounter gibt.
    Und als Krönung des Wahnsinns gibt es Veganer.
    Nie ist wirklich eine Kosten-, Nutzen-Rechnung aufgemacht worden – es gibt nur einen seit 37 (!) Jahren bestehenden Versuch in der Schweiz über die Folgen der einen und der anderen Wirtschaftsweise. Resultat unter dem Strich: die biologische ist arbeitsintensiver, aber humuserhaltend. Humus nimmt mehr Wasser auf, Humus hat mehr Bodenleben.
    Fläche kann vererbt werden, aber nur Humus macht den Ertrag.
    Und wetten irgendwann kommen die Veganer auf den Trichter: auch Pflanzen leben und haben Gefühle….auch weija

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  14. bauerhans sagt

    herr schweisfurth ist jahrelang durch die medien hofiert worden,weil er nach deren vorstellung,“die arme sau“ wieder zum schwein gemacht hätte.
    ich hatte damals schon in mancher runde darauf hingewiesen,dass man mit millionen im rücken natürlich einiges bewegen kann,ich aber nicht verstünde,warum man sich dafür die landwirtschaft aussucht.
    (übrigens hatte ich vor kurzem wieder jemanden getroffen,der seine firma für millionen verkauft hat und jetzt in die landwirtschaft investiert,weil er die zukunft in biomasse sieht,nicht mais,sondern „nachwachsenden gehölze“)
    dass die „soko tierschutz“ jetzt in hermannsdorf „spioniert“ hatte,liegt auf der hand,dem herrn mülln gehts um knete,der verkauft seine informationen an die medien,der kämpft doch nicht für tiere oder für veganismus.
    hermannsdorf kommt wirtschaftlich auch nur deshalb klar,weil die in der nähe von münchen angesiedelt sind und dort die potentielle kaufkraft sitzt.
    ich kann jedenfalls mit den pathetischen aussagen des herrn schweisfurth nix anfangen.

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  15. fred huber sagt

    hallo andreas. deinen schlusssatz interpretiere ich so, dass man nur alles richtig machen muss, dann hat man auch nichts zu befürchten. du ignorierst dabei den fackt, dass sich tierrechtler auf einer art kreuzzug sehen. und im krieg und in der liebe ist ja schließlich alles erlaubt…
    wenn diese leute bei dir etwas finden wollen würden, würden sie das tun. garantiert! und wenn es die tote ziege ist die sie im kofferraum mitgebracht haben…

    mfg

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    • Gast sagt

      Fred, das siehst Du wohl richtig. Tierrechtlern kann man es wohl nie Recht machen. Bekannterweise mache ich „gewaltfreie“ Landwirtschaft, d.h. schlachte keine Tiere, dennoch bin ich für die „Kollegen“ von Soko Tierschutz ein Tierausbeuter. Daher endet irgendwann auch mein Verständnis für deren Methoden und Argumente.

      Für mich ist Wichtig, dass jeder zunächst mit sich selbst im Reinen ist, was nicht heisst, dass man alles, was man tut, selber ideal finden muss. Das Leben besteht nun mal aus Kompromissen, die man immer wieder selbstkritisch hinterfragen sollte.

      Genau das macht Kollege Michael Reber, er bleibt (auch mit seinem Betrieb) nicht stehen, er denkt nach, er räumt Schwächen ein und das ist der Grund warum ich mit ihm viel besser kann, als mit der Soko Tierschutz, obwohl die mir inhaltlich sicher näher stehen als Schweinemast und Biogas.

      Gruss von Andreas Fendt

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  16. Hans Coenen sagt

    Die pauschale Schwarz-Weißmalerei führt leider nicht weiter. Wir sollten akzeptieren, das es sich um unterschiedliche Produktionsmethoden handelt, die man nicht einfach in richtig und falsch, in gut und schlecht, in moralisch und unmoralisch einteilen kann und darf. Leider versagen hier auch vielfach die menschlichen Vertreter der Kirchen, die einen sind die Sünder, die anderen die Moralapostel und Heiligen. – die schwierige Aufgabe der Kirchen ist es gerade, sich um die „Sünder“ zu kümmern und nicht, dem jeweiligen Zeitgeist folgend die „Heiligen“ zu hofieren – In beiden Gruppen gibt es Könner und Versager. Die Sensationsmedien (Presse, Funk und Fernsehen) verkauft uns leider die „Versager“ als den „Durchschnitt“, als den Normalfall. Das ist simple, manipulierte Demagogie.
    Sowohl der Ökobetrieb als auch der konventionelle Betrieb lebt von einer qualitativen und auch quantitativen Leistung der Tiere. Es ist müßig, einen qualitativen Unterschied der Produkte zu suchen. Die Wege dorthin sind aber unterschiedlich, aber beide leben von gesunden Tieren und gesunden Pflanzen und letztlich von einem ökologischen Gleichgewicht zwischen Nützling und Schädling. Nur gesunde Kühe geben gute Milch, nur gesunde Hühner legen ausreichend Eier und nur gesunde Schweine produzieren schmackhaftes Fleisch. Leider gibt es hier keine absoluten Maßstäbe. Tierwohl unterliegt dynamischen Prozessen und ist abhängig von Können, Wissen, Technik, Wohlstand und den Ängsten einer Gesellschaft. Nicht alle Gesellschaften können sich das gleiche Niveau an Umweltschutz und Ökologie leisten. Wasserschutz bedingt in den Niederlanden eine andere Denkweise als in Deutschland. Schächten ist für die einen moralisch und ethisch korrekt, für andere ist es einfache Tierquälerei.

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    • Ich glaube nicht das das von den Medien bewußt betriebene Demagogie ist. („denn sie wissen nicht, was sie tun“.) Meiner Meinung nach steht das in Zusammenhang mit der von mir zitierten „infantilisierten Gesellschaft“.
      Unwissen, Entwurzelung von der Natur, Verunsicherung in einer sich sehr stark verändernden Gesellschaft mit einer ungeheuren Dynamik. Da kommt der Mensch nicht mehr nach.
      Kann man im Prinzip auch jetzt gerade in Bezug auf die „Flüchtlingsproblematik“ sehr gut beobachten.

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  17. wolfgang leyk sagt

    Das ist eine gute Diskussion zwischen zwei verschiedenen Standpunkten. Meine Hoffnung wäre, dass auch verschiedene Parteien gemeinsame Themen finden, an denen sie arbeiten – ferkelkastration o.ä., so dass die Ideologie der Sacharbeit Platz macht (Ich arbeite als Theologe und Ethiker gerade an einer kirchlichen Orinetierung zum Thema Nutztierhaltund und wir merken, wie kompliziert das Thema ist, wir haben uns für langsame und sparsame, aber konkrete Schritte und gegen große moralische Reglen entschieden…).

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Herr Leyk
      war gestern zu einer Podiumsdiskussion beim Evangelischen Landforum in Goslar. Mit dabei ein Vertreter der Grünen. Auch beim Thema Ferkelkastration wurde deutlich, dass es keine einfachen Rezepte gibt. Eberfleisch will keiner essen, und da kommt dann auch der Konsument und der Einzelhandel mir in die Verantwortung. Was mit als (katholischer) Bauer gewaltig „auf den Senkel“ geht, ist die Tatsache, dass Misereor und Brot für die Welt sich auf die Seite der NGO´s schlägt und Front gegen die Landwirtschaft macht. Ein anderes Beispiel: am Erntedankfest wird von der Bewahrung der Schöpfung gepredigt, dass man keine „Massentierhaltung“ möchte und keine „Pestizide“. Und ich als Landwirt habe eben noch die Früchte des Feldes an den Altar gestellt, damit sich meine Mitbürger daran bedienen können….Unsere Mitbürger stellen hohe Ansprüche, kaufen dann, als Konsumenten, aber das Billigste beim Discounter. Von daher finde ich Ihren Ansatz, erst einmal auf große moralische Regeln zu verzichten, ehrlich.
      Bauer Willi

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      • Hallo Bauer Willi,

        Da hast Du vollkommen recht.
        Wenn ich mir die Diskussion der Letzten Jahre so betrachte lässt die Politik und der Handel die Verbraucher und die Landwirte schön diskutieren und machen weiter ihre Geschäfte. Jetzt machen die Kirchen auch noch mit – sehr schön.

        EDEKA ist in den letzten Jahren immer mehr gewachsen um Stückkosten zu senken.
        Das fordern sie dann auch von den Lieferanten und den viele Landwirte.

        Wir sollten mal darüber nachdenken wie das ist mit dem Masseneinkauf vom LEH zu Billigpreisen ist?
        Wenn Massentierhaltung so schlimm ist, dann sind auch wenige die den Handel bestimme für das Gleichgewicht im Markt nicht gut.

        Aus Andrew Ross Sorkin’s Buch und Verfilmung „Too Big to Fail“ scheint keiner gelernt zu haben. Das was auf der Wall Street passiert ist, kann doch niemals auf die Agrarindustrie überschwappen.
        Die Natur liebt Vielfalt.

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