Bauer Willi
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Eine kleine Dosis Zufriedenheit…

Wir Deutschen neigen zur Unzufriedenheit und betonen häufig das Negative. Am Tag der Deutschen Einheit hat Bundestagspräsident Lammert auch dazu eine bemerkenswerte Rede gehalten. Hier ein kleiner Auszug:

„Ein eigentümlicher Fehler der Deutschen ist, dass sie, was vor ihren Füßen liegt, in den Wolken suchen“. Wir leben in Verhältnissen, um die uns fast die ganze Welt beneidet. Und wir stehen – auch deshalb – vor Herausforderungen, die wir bewältigen müssen und können, wenn wir es wollen.“

„Das Paradies auf Erden ist hier nicht. Aber viele Menschen, die es verzweifelt suchen, vermuten es nirgendwo häufiger als in Deutschland”,

„Die Deutsche Einheit fordert uns alle, die Zufriedenen wie die Unzufriedenen, aber gerade am heutigen Tag dürfen wir uns außer der Wahrnehmung der Rückschläge, Hemmnisse und Zukunftsängste durchaus auch eine kleine Dosis Zufriedenheit erlauben, wenn nicht sogar ein Glücksgefühl.

Denn wir leben jetzt so zusammen, wie es ganze Generationen vor uns nur träumen konnten: In Einigkeit und Recht und Freiheit. Das sind gleich drei gute Gründe zum Feiern. Mindestens drei.“

Mich hat diese Rede, in der er auch auf andere, kritische Themen eingeht, sehr beeindruckt. Denn sie betont das Positive. Den vollen Wortlaut der Rede könnt ihr hier lesen. Es lohnt sich…

http://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2016/neuer-inhalt/446530

Euer Bauer Willi

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49 Kommentare

  1. rebecca sagt

    Ach ja, immer dieses Gemecker des Pöbels während die schwer arbeitende Politikelite nur die besten Absichten hat.

    Mist aber auch das sich der komplette Pöbel noch nicht von den Verblödungsmedien völlig das eigene Denken abgewöhnen lies.

    Was geht es uns gut.

    Wir liefern Waffen an steinzeitliche Verbrecherregieme wie Saudi Arabien und machen mit denen Geschäfte.
    Unser Wohlstand basiert zu einem großen Teil auf Ausbeutung und Umweltzerstörung in Afrika und Asien.

    Die EU ist zerrissen wie noch nie in ihrer Geschichte.
    Die Bundeswehr steht wieder an der russischen Westgrenze und in Afghanistan sterben deutsche Soldaten. Für was eigentlich? Für die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch, oder für eine Weltordnung nach US-Interessen?

    Im Land selber, steigende Kinderarmut, steigende Altersarmut, steigende Kriminalität, Geburtenraten so tief wie nie.

    Der Mittelstand stirb und verarmt. Handwerksbetriebe und Bauernhöfe werden massenhaft aufgegeben.
    Es merkelt überall.

    Aber es geht uns gut und wir sollten “dankbar” sein.

    • bauerhans sagt

      “Im Land selber, steigende Kinderarmut, steigende Altersarmut…….. ”

      es gibt weder kinder- noch altersarmut,aber ne menge leute,die aus nicht nachvollziehbaren gründen oder weil sie zu faul sind,nicht nach ihnen zustehenden hilfen fragen.

      • Stadtmensch sagt

        @bauerhans
        Du musst es ja wissen, wie sich in Zeiten verschwindender bezahlter Arbeit die Menschen über Wasser halten (alle faul, alle selbst schuld). Mir wird hier immer Überheblichkeit vorgeworfen, aber nachdem was hier einige “Agrarindustrielle” und Großgrundbesitzer von sich geben, muss das schon stark relativiert werden. Das ist das Problem in diesem Land, die Rechten, die Wertkonservativen, die selbsternannten Leistungsträger, treten “nach unten”. Sie nehmen Schwächere aufs Korn, sobald sich die eigenen Gewinnaussichten eintrüben.
        https://www.freitag.de/autoren/lukasz-szopa/steuerbetrug-und-verwandtes-in-zahlen

        • rebecca sagt

          Ist eben immer eine Frage der Perspektive.
          Die einen sind arm wenn sie nicht mehr wissen wie sie über den Monat kommen.
          “Agrarindustrielle”, Steuerberater, Zahnärzte sind von akuter Armut bedroht wenn sie ihre Bauherrenmodelle nicht mehr über die Steuern finanzieren können.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          @ Stadtmensch

          Arbeitskolleginnen meiner Frau klagen immer, dass sie jeden Cent 3 x umdrehen müssen. Ich Frage mich aber, warum sie mit Männern Kinder machten, die sich alle aus der Verantwortung stehlen und jetzt sind alle daran Schuld, dass sie selbst dazu beigetragen haben, kommt den wenigsten in Sinn.

          Einem Arbeitskollegen, dem seine Frau abhanden kam, meinte: Meine Frau und ich wären Doppelverdiener.

          Der Mann hat Recht, einmal der Lohn meiner Frau und meine landwirtschaftliche Rente in der Höhe von 385 Euro.

          Bei jedem Kontoauszug freue ich mich, dass ich nicht bei Siemens arbeitete.

          Bei Einhaltung der 35 Stundenwoche stünde ich vor dem selben Problem,
          385 Euro monatlich reichen halt nicht zum leben.

          Ehemaliger Landwirt und Großgrundbesitzer, dessen Frau immer als Arbeitnehmerin gearbeitet hat.

          • Stadtmensch sagt

            Ach Ehemaliger Landwirt, das ist wieder so ein Plauderthema, auf das ich nicht eingehen will. Ich stelle mir ihre Situation jedenfalls nicht “unbehaglich” vor: Eine Grundsicherung und ein Hobby?, das etwas einbringt. Kinder, die auf eigenen Füßen stehen…

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Nein,
              meine Situation ist nicht unbehaglich, als Landwirt hat man gelernt, nur nicht über eine Situation klagen, der Städter legt dies als Jammern aus.

              Wenn ein Rentner noch etwas dazu verdienen muss, kommt das große Heulen und Wehklagen, bei mir nennt dies ein Stadtmensch Hobby.

              Stadtmensch, ihre Beiträge nehmen so langsam den Status der Lächerlichkeit ein.

            • Stadtmensch sagt

              @Ehemaliger Landwirt
              Hab ich mir doch gedacht, dass es wieder mit einem Aufschrei endet. Da steht extra ein Fragezeichen hinter dem Hobby. Ich kenne einige Rentner, die sehr gerne im Garten arbeiten. Eltern, Schwiegereltern, der ehemalige LPG-Chef in der Verwandschaft…
              Der Steinbrück zum Beispiel: mit 69 zieht es ihn in ein Büro einer Bank. Wahrscheinlich es Geldes wegen..
              Ich weiß nicht wie sie sich fühlen, wenn sie edle Tropfen für Genießer (ihre Worte) produzieren. Das ist doch etwas ganz anderes als früh 4 Uhr Werbung auszutragen.

            • Robert Habeck (kommentiert)

              Auf dem Landesnaturschutztag hat Minister Habeck wesentliche Aussagen seines politischen Programmes dargestellt. Wir geben hier die wichtigsten Aussagen (kommentiert) wieder.

              – Bauern geht es ebenso schlecht wie der Natur. Es braucht eine grundsätzliche Änderung. Dabei müssen Landwirtschaft, Naturschutz und Energiewende zusammen gedacht werden.
              (Ein toller Ansatz, das fordern wir seit Jahrzehnten!)

              – Landwirtschaft prägt Natur und Umwelt, wir leben in einer „kulturell gebändigten Natur“. Knicks und mesophiles Grünland gäbe es ohne Landwirtschaft nicht.
              (Ohne Bauern würden wir in einem flächendeckenden Eichen-Buchenwald leben, Schleswig-Holzstein sozusagen. Wolf und Bär würden uns dann Gute Nacht sagen)

              – Landwirtschaft hat eine infrastrukturelle Bedeutung, Landwirte haben eine Heimat und Naturraum prägende Arbeit. Dies ist eine Leistung und sie muss geachtet und honoriert werden. (Gute Idee, aber wie denn?)

              – Vom Naturschutz profitiert der Mensch
              (Von der Landwirtschaft auch, wo bleibt der Schutz?)

              – Das „reichhaltige Naturerlebnis“ ist „gelebte Freiheit“ des Bürgers.
              (warum nutzt er das nur so selten? 84 % der Bürger finden Umweltschutz wichtig, aber die Hälfte der unter 30-Jährigen ist nie oder wenig in der Natur unterwegs)

              – Wir haben eine „industrielle Landwirtschaft“, in der der Bauer nicht mehr über Produkte, Preise und Perspektive entscheiden kann.
              (Hatten wir jemals etwas anderes? Wer will das? Wer gibt dem Bauern das Recht dazu, jedem anderen aber nicht?)

              – Die sich daraus ergebende Lösung des „Wachse oder Weiche“ ist bedrückend.
              (Finden wir auch. Aber geht es uns nicht wie Tante Emma? Alle wollten sie, aber das Portmonee sagte immer wieder nein?)

              – Die Lösung: Flächendeckender Naturschutz durch integrierten Naturschutz.
              (danke, das ist eine Idee des Bauernverbandes! Weitermachen! Aber reichen wir das nicht. Wir wollen unser Einkommen am Markt verdienen! Unser Vorschlag: Alle Grünen Wähler werden von Ihnen aufgefordert, nur noch Bio- und Tierwohlprodukte zu kaufen! Denn das tun sie bisher nicht, bei 5 % Bio).

              – Eine Verbreitung des integrierten Naturschutzes wird nur Gewinner kennen. (Eben! Wenn man es richtig macht)

              – Zwar müssen Mitte des Jahrhunderts 10 Mrd. Menschen ernährt werden. Dieses gegen den Naturschutz auszuspielen ist aber abwegig.
              (Warum? Nicht nur die Bioenergie, auch der Naturschutz „blockiert“ produktive Flächen. Es kommt drauf an, was man will)

              – Es gibt genug Lebensmittel, es geht um eine gerechte Verteilung und weniger Verschwendung.
              (Das ist eine gute Idee, hatten wir auch schon.)

              Maßnahmen:
              – Ein Programm zur Flächenentsiegelung.
              (Idee des Bauernverbandes, danke!)
              – Die „Preislosigkeit nicht gewollter Folgekosten“ der Landwirtschaft könne so nicht weiter gehen. Forderung: Abgabe auf PSM und Stickstoff.
              (Dänemark macht das und importiert seither Brotweizen aus Deutschland…)
              – EU-Mittel nur noch für Tier- und Umweltschutz. Für Landwirte müsse es sich lohnen, den integrierten Ansatz umzusetzen.
              (Sie drainieren uns damit aber eine wesentliche Einkommenssäule weg! Gewollt?)
              – Die EU-Mittel werden entweder für die Erzeugung öffentlicher Güter eingesetzt oder wir brauchen sie (ab 2020) nicht mehr.
              (Das fördert den Strukturwandel in einem unglaublichen Maß. Wenn Sie das wollen…)

              (Insgesamt eine tolle Rede, viele gute Ansätze. Danke! Aber wie die Bauern dabei wirtschaftlich überleben sollen, bleibt leider unklar.)

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @Stadtmensch

              Werbung trägt man nicht um 4 Uhr aus um diese Zeit trägt man die Tageszeitung aus.

              Da muss ich schon gestehen, bei Wind und Wetter ist das kein Zuckerschlecken.

              In den Obst und Weinbaubetrieben wird es so gehandhabt, dass nach Abgabe des Betriebes dem Übernehmer geholfen wird, damit das jetzige Betriebsleiterpaar überhaupt überleben kann.

              Für mich ist es tatsächlich schöner, den Unterhalt der Ökonomiegebäude mit dem Weinbau zu verdienen, als mit dem Einsammeln von Getränkedosen.

              Jetzt zufrieden?

            • bauerhans sagt

              “Der Steinbrück zum Beispiel: mit 69 zieht es ihn in ein Büro einer Bank. Wahrscheinlich es Geldes wegen..”

              sicherlich nicht des geldes wegen,sondern politiker können nicht anders,die müssen immer irgendwo mitreden……der altgediente genosse hier ist auch immer noch im rat.
              haben wollen ihn die eigenen genossen eigentlich nicht mehr.

      • rebecca sagt

        @bauerhans, dieser Kommentar zeigt das du keinen Plan von der Realität hast.

        Das Rentenniveau sackt immer mehr ab. Rentner können sich schon heute kaum vernünftige Wohnungen leisten und kämpfen. Trotz “Hilfen”
        Hinzu kommt gerade bei älteren Leuten die Scham und das Gefühl des versagens weshalb sie oft lange zögern Hilfen in Anspruch zu nehmen.

        Und was Kinderarmut betrifft, so lebt aktuell im Merkelland fast jedes fünfte Kind in einer armen Familie.
        Auch wenn sie zustehende Hilfen in Anspruch nehmen kommen die nicht darüber hinaus.
        Das was im Verblödungsfernsehen gezeigte ist nicht die Realität. Die Realität sind Familien mit ein, zwei oder mehr Kindern und vor allem Alleinstehende die trotz Mühen und Arbeit unter der Armutsgrenze leben. Und für die schon ein Rummelplatzbesuch oder ein Ausflug kaum bezahlbar ist.

        • bauerhans sagt

          rebecca,ein bekannter, ehemaliger lpg-vorsitzender, argumentiert auch so wie du und meint,dem sozialismus hätte man mehr zeit zum entwickeln geben müssen.

          • rebecca sagt

            Die heutige Realität hat nichts mit dem Sozialismus zu tun. Das sind auch keine Argumente, sondern Fakten.

            Guck dich doch um. Rentner, besonders Frauen die nach einem langen Arbeitsleben und Kindern 800 Euro Rente bekommen und Flaschen sammeln müssen um sich teure Medikamente zu leisten, oder für die Enkel ein Geschenk.
            Allein erziehende Mütter die mit zwei Jobs fast Vollzeit arbeiten , aber trotzdem noch aufstocken müssen und kein Geld haben.

            Das ist die Realität. Und es wird nicht besser im Merkelland

            Ich weis im übrigen nicht wie viel Potential die Idee des Sozialismus hatte, Aber der in der DDR hätte nicht mehr Zeit zum Entwickeln gebraucht, sondern ist an den Personen gescheitert die gehandelt haben wie es Merkel und die Politikerkaste jetzt tun. Letztendlich war es in der Ex DDR nur bischen krasser als jetzt. Und die Politikerkaste hat sich nicht ganz so unverschämt bedient wie es die jetzigen Politikfürsten tun.

            Aber unterm Strich war es ziemlich ähnlich. Wer ehrlich gearbeitet hat, Ziele und Visionen hatte die nicht mit denen des Sytems konform waren wurde ausgebremst und behindert.
            Ist heute nicht anders.

            • Der ökologische Zeitgeist

              „The zeitgeist“ [tsaitgaist] ist ein deutsches Sprichwort mit Weltkarriere. Sei es als Titel des englischsprachigen Filmes „Zeitgeist“ aus dem Jahr 2007, als gleichnamiges Album der Rockband „The Smashing Pumpkins“ oder gar als Name eines Comichelden – dieser Wortexport ist ein Erfolg.

              Ursprünglich beschreibt der Begriff die Denkweise und Gefühlslage einer Zeit. Gegenwärtig ist der Zeitgeist sicherlich im stetig steigenden Umweltbewusstsein zu suchen, dessen Ursprung man ebenfalls in seinem Heimatland suchen darf. „Le Waldsterben“ nannten die Franzosen in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Phänomen, das in Deutschland wurzelte, international aber wenig Beachtung fand. Doch aus der scheinbar kurzlebigen Modeerscheinung entwickelte sich eine stabile gesellschaftspolitische Strömung, die heute viele Lebensbereiche durchdringt.

              Auch wenn der Wald noch lebt: Das Bewusstsein für unsere Umwelt ist gewachsen. Nachhaltigkeit – auch so ein Karrierewort, diesmal aus der deutschen Forstwirtschaft – ist heute erste Bürgerpflicht. Und rein emotional klappt es schon ganz gut. Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) fragte jüngst 1.407 Bundesbürger, was besonders „in“ sei. 92 % der Befragten antworteten: Bioerzeugnisse. Seltsam nur, dass Bioprodukte zeitgleich nur 4,4 % des Lebensmittelumsatzes ausmachen.

              Es gibt eine zunehmende Diskrepanz zwischen dem „grünen“ Zeitgeist und dem Wissen über die Natur. 84 % finden, Umweltschutz sei „in“, deutlich vor dem „Flirten“. Allerdings bedeutet die Naturliebe nicht, dass die Befragten besonders viel über Wildtiere und -pflanzen wüssten oder Naturbildung für wichtig halten würden. Die Hälfte der unter 30-Jährigen ist nie oder wenig in der Natur unterwegs.

              Unser Problem: Weil ein solches Wissen fehlt, fallen viele Menschen auf einfachste Rechnungen herein: Wer auf ein Kilo Schweinefleisch verzichte, könne stattdessen 40 Tassen Kaffee trinken oder 20 km mit seinem Pkw fahren. Klimaschutz aber auch Tier- und Umweltschutz werden damit zum modernen Ablasshandel unserer Gesellschaft. Der Zeitgeist reitet auf dem Rücken der Natur. Grüner geht’s nicht.

              Aber: Man kann den Zeitgeist reiten oder von ihm geritten werden. Denn mit jeder Wendung, die dieser Geist nimmt, entstehen neue Chancen, die nur darauf warten, wahrgenommen zu werden. Am schnelllebigen Markt hat derjenige Erfolg, der das Ohr ganz dicht am Abnehmer hat. So hat Rügenwalder derzeit Erfolg mit veganer Wurst. Doch Vorsicht gehört ebenso dazu: Frosta wäre vor zehn Jahren beinahe pleite gegangen als es „auf Kundenwunsch“ auf Zusatzstoffe verzichtete. Der ökologische Zeitgeist verdünnisiert sich schnell, wenn der Preis steigt.

              Die Landwirtschaft muss sich in die Diskussion einschalten. Durchaus kritisch, aber konstruktiv. Denn hier liegt Geld auf der Straße. Es geht um „the knackwurst“ [nak worst]. In den USA kennt man diese Spezialität aus der „Holstein region“. Wir können etwas. Aber wir dürfen uns nicht (zeit-)geistlos darauf ausruhen.

            • Stadtmensch sagt

              >>Modeerscheinung
              Der Begriff Nachhaltigkeit prägt seit Ende des 18Jh. deutschen Geist (Carl von Carlowitz). Und es waren vor allem deutsche Auswanderer nach Nordamerika, die dort eine nachhaltige Landwirtschaft betrieben (Nachzulesen in Jürgen Osterhammel, “Die Verwandlung der Welt”).

              >>Die Landwirtschaft muss sich in die Diskussion >>einschalten. Durchaus kritisch, aber konstruktiv.
              Nur zu! 🙂

  2. Friedrich sagt

    Was Herr Lammert da gesagt hat, entspricht voll und ganz meinen Vorstellungen eines demokratischen Gemeinwesens. Aber eins verstehe ich bei der Medienberichterstattung nicht´, daß man sich bei der Einheitsfeier von 4000 Pegidaleuten beeinflussen läßt. Dagegen standen doch über 400.000 friedliche Besucher. Das ist doch nur eine minimale Antigruppe. Andersdenkende Leute muß meiner Meinung nach unsere Demokratie aushalten , auch wenn man nicht dieser Meinung ist. Medial wird da zuviel Panik geschürt. Wir haben doch die 68er Revolten , die Baader-Meinhoffleute und die Anfänge der “GRÜNEN” auch ausgehalten. Selbst unser ehem. Außenminister hat mal als GRÜNER auf die Polizei eingeschlagen und anderen Leuten Angst gemacht. Oder muß man vermuten , daß alles LINKE richtig und alles Rechte schlecht ist ? Da die CDU nach links gerückt ist , war es doch nur eine Frage der Zeit , daß sich rechts was neues entwickelt. In einer Demokratie muß die Meinungswaage immer ausgeglichen sein , sonst gibt eine Unwucht. Dies haben die großen Volksparteien nicht bedacht und wundern sich heute über die Entwicklung !! Schade nur bei aller Demokratie , das sich i.S. Umwelt-und Tierschutz eine Diktatur entwickelt hat. Das wird nachhaltig unserem Gemeinwesen schaden. Wir haben jetzt schon die hohen Stromkosten. Wenn die in die Erde verlegte SÜDLINK- Leitung gebaut ist, werden wir noch einmal kräftig draufzahlen . Ich gehe von 100 Euro/Jahr/Bürger höheren Stromkosten aus. Dann werden dann noch Speicher gebaut werden müßen und und . ??!! Alles bezahlt der Bürger und nicht die Großkonzerne. Die werden gehätschelt, aber wie lange noch !??

  3. Werner Schwarz: Vom Wert der heimischen Landwirtschaft

    “Brauchen wir heute noch eine heimische Landwirtschaft? Sicherlich sagt jeder von Ihnen mit Überzeugung „Ja“. Das ist doch offensichtlich! Aber ist es das wirklich? Seien wir doch ehrlich:
    – Die Erzeugung von Lebensmittel stört heute in vielen Dörfern. Erntelärm, verstopfte Straßen, der Gestank von Kühen und Schweinen – wollen Sie das wirklich?
    – Noch schlimmer die Bioenergie: Ganz Schleswig-Holstein ein Maislabyrinth! Pestizide auf dem Acker. Die Glyphosat-Diskussion ist nie weit entfernt.
    – Landschaftspflege? Ja, das wäre ein Argument. Aber welche Landschaft? Naturnah muss sie sein, aber nicht zugewachsen. Der Frosch soll eine Chance bekommen aber das Jakobskreuzkraut nicht!

    Was Bauern leisten, ist beachtlich und zugleich bedrohlich sensibel. Denn Bauern ernähren die Menschheit auf 11 Prozent der Erdoberfläche. Das ist erschreckend wenig. Und es wird täglich weniger. Wir erzeugen Lebensmittel von den obersten 30 Zentimetern der Erdkruste. Dies ist unser wertvollster Bodenschatz! Wir wissen, was das wert ist. Wissen Sie es noch?

    Unsere Arbeit wird von der Natur vorgegeben. Kein Bauer kann Tiere und Pflanzen zwingen, ihr Potenzial zu entfalten. Er kann sie lediglich unterstützen. Das lehrt Demut, zugleich aber den Mut, mit stets wechselnden Herausforderungen der Natur umzugehen. Unser Arbeitsplatz ist der Acker, nicht die Fabrik. Bauern bringen die Arbeit zum Rohstoff. Das ist einmalig in unserer Berufswelt. Und es macht unsere Arbeit völlig anders und oft genug unverständlich für Nichtlandwirte. Der Erntelärm in der Nacht erklärt sich ja nicht damit, dass wir gern bei Licht arbeiten. Es ist das reife Getreide und der Druck des nächsten Regengebietes, das auf uns zukommt.

    Trotz unseres Fachwissens haben wir längst nicht alles im Griff. Denn Natur hat man nicht im Griff! Es stimmt eben nicht, was uns viele Schützer-Organisationen uns vorgaukeln: Dass man Natur bis ins letzte Detail regeln kann. Der Storch hält sich leider nicht daran und steht dann nicht auf den stillgelegten Naturschutzflächen. Sondern er steht neben dem Schlepper, der die Wiese mäht. Weil er dort seine Nahrung findet. Wir wissen das und freuen uns daran. Bauern leben von der Natur und deshalb mit ihr. Natur ist nicht statisch, sondern lebt und verändert sich. Das müssen wir Bauern auch, wollen wir Erfolg haben. Deshalb gilt trotz elektronischem Kuh- und Sauenplaner oder einer datenbankgestützten Ackerschlagkartei bis heute: „Das Auge des Herrn mästet das Vieh.“ Nur nennen wir es heute anders: Der Erfolg eines Betriebes macht sich nicht an Größe, Ausrichtung oder Lage fest, sondern am Management.

    Auch wenn es uns immer wieder vorgeworfen wird: Wir streben nicht nach maximalem Gewinn. Bauern streben eher nach maximalem Nutzen. Sie persönlich nennen das Work-Life-Balance. Wir beziehen es auf die Familie, den Betrieb und nennen es „Generationendenken“. Das tun wir seit vielen Generationen und man sieht es unserem schönen Land an, denke ich.

    Wir müssen zurückkehren zu einer realistischen Betrachtung der Landwirtschaft. Und dazu gehört, dass Bauern Geld verdienen müssen. Doch heute wollen wir
    – die Eiderstedter Haubarge erhalten – aber ohne die Begründung für deren Bau: Das war nämlich die pure Wirtschaftlichkeit über eine damalige Großlandwirtschaft.
    – Wir wollen die 1.000-jährige Kultur der Wilstermarsch erhalten – jedoch ohne ihre Begründung, nämlich einer intensiven Nutzung des Grünlandes.
    – Wir wollen die Knicklandschaft Schleswig-Holsteins erhalten – jedoch ohne deren Begründung: Nämlich über die Sicherung des Eigentums die Erträge zu steigern.

    Ohne Wirtschaftlichkeit ist das alles nicht zu haben. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Aber Kosten und Erlöse bestimmen den Gewinn! Die Preise gleichen sich weltweit an – aber die Kosten nicht! 3.840 Rechtsakte und 325 Erlasse bestimmen unseren landwirtschaftlichen Alltag in Schleswig-Holstein. Wenn Sie den Wert der Landwirtschaft an der Masse der Rechtsakte festmachen, sind wir nahezu unbezahlbar! Und genau das erleben wir: Landwirtschaft wird unbezahlbar –für uns Bauern. Bei den Kosten und nicht bei den Preisen liegt unser eigentlicher Wettbewerbsnachteil. Gesetze werden routinemäßig auf ihre finanziellen Folgen für den Staat geprüft. Ich fordere eine Prüfung auf ihre ökonomischen Auswirkungen für uns!

    Schließen wir doch einen Zukunftspakt, den wir auch in der Vergangenheit schon hatten: Erhalten Sie uns die natürliche Freiheit im Umgang mit Tier und Pflanze – und dem Markt. Und wir versprechen: Wir werden in zehn Jahren noch viel mehr für Tiere, Natur und Umwelt und für die Menschen tun.

    Warum ist das so wichtig? Weil es nicht reicht, sich auf eine glorreiche Vergangenheit zu berufen. Die Eiderstedter Haubarge wurden nicht als Denkmal errichtet. Ziel war ein rentableres Wirtschaften. Damals war Eiderstedt eine Kornkammer und keine Weideregion. Erst als die Fleischerzeugung durch die Industrialisierung in Großbritannien ein höheres Einkommen versprach, schwenkten die Bauern auf Grünland um. Weil es sich rechnete. Der Exportschlager „Fettvieh“ bescherte der Halbinsel eine wirtschaftliche Blüte.

    Eiderstedt ist das, was es heute ist, weil die Landwirte es dazu gemacht haben. Sie haben es gemacht, weil es sich über viele Generationen hinweg gelohnt hat – ohne Blick in den Rückspiegel. Heute verlegt man sich mit großflächigen FFH- und Vogelschutzgebieten sowie dem Denkmalschutz auf das Konservieren der Gegenwart. Ein Umbrechen der Flächen in Ackerland, „nur“ weil es sich rechnet? Das wäre ein offener Affront. Aber ist es das wirklich?

    Ich bleibe dabei: Wer sich allein auf die glorreiche Vergangenheit konzentriert, der hat möglicherweise eine traurige Zukunft vor sich. Egal ob Ackerbauer oder Nutztierhalter, ob ökologisch oder klassisch, ob Haupt- oder Nebenerwerb: Unser Beruf hat mehr mit dem Leben der Menschen zu tun als man sich das im täglichen Leben klar macht. Wir sind ihr Lebensmittel. Punkt!”

    • Stadtmensch sagt

      Die Rede ist gut, aber sie zeigt wieder mal, dass die Bauernlobby ein falsches Verständnis von Agrarökologie hat. Ein intaktes Ökosystem erkennt man nicht daran, dass ein Storch neben dem Schlepper steht. Das ist die gleiche Sichtweise wie die der “Bambi-Fraktion”, die unter Naturschutz den Erhalt einer Population “schützenswerter” Säugetiere in einem Reservat verstehen. Meiner Meinung nach gehen wirtschaftliche Nutzung und Ökosystemerhalt zusammen. Das erfordert aber eine gehörige Portion Wissen. Dass es daran mangelt, sehen wir am fortgesetzten Biodiversitätsverlust. Wozu FFH-Gebiete mit künstlichen Kohlenstoffverbindungen benetzen? Wozu noch mehr produzieren? Energiepflanzen? Kraftfutter?

          • rebecca sagt

            Derzeit bezahlen andere den Preis für unser Schlaraffenland. Bleibt abzuwarten was Lammert und Co von sich geben wenn die die Rechnung präsentieren.

            • bauerhans sagt

              “Derzeit bezahlen andere den Preis für unser Schlaraffenland.”

              das ist überwiegend mit krediten finanziert!

          • Andreas Schmid sagt

            Wenn Ihnen hier eine kleine Dosis Zufriedenheit zuviel ist, dürfen sie von mir aus auch meckern. Für mich sind Zufriedenheit und Zuversicht zwei verschiedene Dinge.

            • Stadtmensch sagt

              Wie kann man ohne Zuversicht zufrieden sein? Solange mir hier “Wir machen euch satt” entgegen schallt, bin ich auch nicht zufrieden. Wir alle machen uns satt trifft es wohl eher.
              Von dem “Rest Landschaft” in diesem Land, dass ihr jetzt nach allgemein verordnetem Wachstumscredo auch noch unter den Pflug nehmen wollt, lebt z.B. schon die Tourismusbranche. Der müde, gestresste Städter braucht auch hin und wieder einen Refugium, in dem nicht das Getöse eines Verbrennungsmotors an sein Ohr dringt.
              Wie meinte neulich ein sympathischer BIOBauer hier im Blog: Nahrung erzeugen ja – aber nicht um jeden Preis.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Der müde, gestresste Städter lobt die schöne Schwarzwaldlandschaft und die 75 jährige Landwirtschaftsfamilie findet es merkwürdig, dass niemand feststellt, dass dies auch Arbeit macht. Die Kinder, falls noch welche auf dem Hof sind, die genießen nach 8 Stunden Arbeit als Arbeitnehmer die frische Landluft mittels Arbeit in der Landwirtschaft.

              Eigentlich hätte ich von der Tourismusbranche einen Aufschrei bei den Milchpreisen erwartet, wahrscheinlich gehen die davon aus, dass es immer noch genug “Deppen” gibt, die für ein Appel und ein Ei für eine schöne Landschaft sorgen.

              ” Nahrung erzeugen ja – aber nicht um jeden Preis.”

              Da haben sie Recht, manchmal wäre es besser, mit der Nahrungserzeugung aufzuhören.

            • Andreas Schmid sagt

              @Stadtmensch Zufriedenheit ist eine Grundhaltung des Lebens. Ich kann trotz schlechter Zukunftsaussichten zufrieden sein.

      • Bauer Willi sagt

        Wirtschaftlichkeit und Ökosystemerhalt gehen zusammen. ich würde Deiner Meinung so gerne folgen. Ich bilde mir auch ein, über einiges Wissen zu verfügen. Jetzt sage Du mir, was ich anders und besser machen soll! Und trotzdem Gewinn erwirtschafte. Bin ja lernbereit…
        Bauer Willi

        • Sabine sagt

          Ich denke, der Stadtmensch spielt u.a. auch auf die Bücher, Videos und Vorträge der Dakota-Farmer und der Dakota Lakes Research Farm. Letztere gehört den Landwirten, die sich in Süd-Dakota organisiert haben und kooperieren mit verschiedenen Universitäten und Fakultäten. Da liegt das Augenmerk schon sehr darauf Systeme zu entwickeln, die profitabel sind.
          Aber auch aus anderen Teilen der Welt kommen erfolgreiche Systeme, die oft gerade auch den Bio-Bauern böse Fragen stellen, gerade wenn es um mechanische Unkrautbekämpfung geht.
          Ich fände es wirklich mal spannend zu schauen, was es da an Gemeinsamkeiten schon gibt und was da vllt. noch an Ideen hier für unsere konventionelle Landwirtschaft noch interessant sein könnte. Ich mein, die Sache mit Zwischenfrucht und Schafherde ist ja nix neues, nur könnte da vllt. mehr rauszuholen sein, wenn neue Techniken verwendet würden.
          Ich mein, alleine was man schon mit google earth an Infos über seinen Standort bekommt, dafür musste man früher eine Horde Landvermesser beschäftigen und vllt. sogar Luftfotos in Auftrag geben.
          Die ganze Entwicklung von mobiler Einheiten z.B. Vor Jahrenzehnten hatte ein Nachbar von meinem Opa an der niederländischen Grenze einen mobilen Melkstand. Der wurde aufgegeben, weil er mehr Kühe brauchte, um mithalten zu können und die Kühe in den Laufstall kamen. Heute hat man Melk-Roboter, wenn die mobil wären, wäre das nicht fantastisch? Man setzt eine mobile Melkeinheit zu den Tieren in die grüne Wiese und holt nur noch die Milch ab, derweil sammelt die Maschine alle wichtigen Daten über Milch und Kuh und bereitet die Daten für den Landwirt auf, der die dann über w-lan direkt auf seinen Computer oder sein Smartphone gesendet bekommt.
          Ich denke, da bastelt bestimmt schon irgendwo eine Frima dran.

          • bauerhans sagt

            melk-roboter sind mobil!
            das problem ist aber,dass grosse kuhherden bei unserem mitteleuropäischen wetter eben nicht immer raus können,weil die hygiene dann nicht einzuhalten ist.
            ich beobachte das beim nachbarn,der für seine 60-70 kühe grosse weideflächen hat,aber diese nur begrenzt raus lassen kann.

            • Sabine sagt

              Oh, die, die ich gesehen habe, sahen alle nach recht aufwändigen Einbauten aus.
              Und klar, das mit dem Matsch ist bei uns echt ein Problem. Auf der anderen Seite sehe ich, dass die Pferdebauern hier ihre Pensionsgäste sehr lange auf der Weide stehen haben. Da sind die Kühe schon längst wieder im Stall. Sicher belasten Pferde und Kühe die Weiden anders, jedoch frag ich mich schon, warum die Pferde fast rund um das Jahr raus kommen. Kann ja nicht nur an den modischen Mäntelchen liegen, die das moderne Freizeitpferd gerade gegen die bunten Fliegenjäckchen eintauscht.

          • bauerhans sagt

            ” jedoch frag ich mich schon, warum die Pferde fast rund um das Jahr raus kommen. ”

            das liegt eindeutig an den “pferdetussen”!
            ich hatte vor jahren auch einstellerinnen und das konsequent aufgegeben.
            melkroboter sind insofern mobil,als man sie überall aufstellen kann.

            • Sabine sagt

              Ja, noch jemand, der auf keinen Fall möchte, dass das Leben ein Ponyhof ist.
              Da musste mir schon was mehr erzählen.
              Ich sehe auch, dass nicht alle Pferde besonders zufrieden mit dem ganzjährigen Weidegang sind. Es gibt auch Weiden, da möchte ich sogar die Spritze anschmeißen, alles tot spritzen und neu einsäen, weil es so überweidet und schlecht gepflegt ist, dass da eh nur noch Ampfer rumstehen und die Tiere stumpf in einer Ecke ausharren, bis sie wieder in den Stall dürfen. Aber es gibt halt auch das Luxushotel für Pferde direkt neben an. Wo man den Pferden die Wahl lässt und die sich wohl auch bei dem ussligen Wetter heute überwiegend für die Weide entschieden haben.
              Allerdings hat der Besitzer wohl auch unglaubliches Geld u.a. in die Wegbefestigungen gesteckt. Irgendein Super-Vlies was verhindert, dass nach drei Regentagen die Wege sich in eine Seenlandschaft verwandeln. Aber diese Vlies und auch die wohl gängigeren Plastikmatten, die zum einen die Gelenke und zum anderen die Wege schonen gibt es ja und als Stallmatten hab ich die auch schon bei Kühen gesehen. Ich hatte mir auch zwischendurch schon überlegt, ob die bei meinen Zwergen Sinn machen würden, so als Scharrschutz auf meinen Wegen. Aber der Preis war dann doch recht heftig, nur um mal auszuprobieren, ob es was bringt. Also bleibt es bei Holzhächselwegen gegen Matsch, die nach jedem Sommer wieder Instand gesetzt werden müssen.

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