Bauer Willi
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Eine Idee für die Zukunft…

Stellen Sie sich einmal vor, Sie werden gefragt, wie die deutsche Landwirtschaft in 20 Jahren aussehen wird, also 2039. Wie groß werden die Betriebe sein? Was werden sie produzieren? Wem werden diese Betriebe gehören? Wer wird dort arbeiten? Welche Nahrungsmittel werden dann verzehrt?

Haben wir Landwirte eine Idee von der Zukunft? Hat die Politik eine Idee von der Zukunft der Landwirtschaft? Welche Ideen für die Zukunft der Landwirtschaft haben die NGOs? Und wie stark werden diese Ideen die Politik bestimmen?

Wenn ich eine Prognose wagen sollte, so wird es in 20 Jahren in Deutschland weniger als 100.000 landwirtschaftliche Betriebe geben. Genau genommen meine ich wirtschaftende Einheiten, denn die steuerliche Betrachtung interessiert wenig, wenn es darum geht, von wem die Arbeit mit wem für wen erledigt wird. (Maschinenringe, Kooperationen, Lohnunternehmer)

Nach dieser rein statistischen Betrachtung wird es schon schwierig. Ob in 20 Jahren noch Zuckerrüben, Winterraps oder Kartoffeln angebaut wird, hängt stark davon ab, ob die Möglichkeit der Bekämpfung von Krankheiten und Schäden durch Sorten oder Pflanzenschutz möglich ist. Derzeit sieht es nicht danach aus. Durch den Druck der NGO auf die Politik wird sich diese veranlasst sehen, die Landwirtschaft weiter zu ökologisieren. Dies hat Auswirkungen auf die Märkte, so dass die derzeit noch lukrative Nische von Bio-Produkten immer weiter konventionalisiert und schließlich zum neuen Standard wird. Entsprechend niedrig sind dann auch die Erzeuger-Erlöse, die auch nicht durch höhere Subventionen aufgefangen werden können.

Somit verschwimmen die Grenzen zwischen traditionell und bio immer mehr. Auch und gerade Bio-Betriebe sind in Zukunft groß, hoch professionell und technisch auf dem neuesten Stand. Nur so können sie dem Kostendruck aus dem Ausland ausweichen.

Die Eigentumsverhältnisse werden sich in den nächsten 20 Jahren ebenfalls ändern. Nahrungsmittel- und Einzelhandelskonzerne werden immer mehr in den Bereich der Rohstoffproduktion investieren. Der typische Landwirt als Eigentümer  und Erzeuger von Lebensmitteln wird zunehmend zum Angestellten im eigenen Betrieb.

Die Ernährungsgewohnheiten werden sich ebenfalls ändern. Fleisch wird weiter verzehrt, es werden sich zwei Märkte entwickeln: a) billiges Massen“fleisch“ aus der Retorte, b) teure Edelstücke vom Tier. Daneben wird Protein aus pflanzlichen und anderen tierischen Quellen mit besserer Futterverwertung (Insekten) eine größere Rolle spielen. Der „Ekelfaktor“ spielt keine Rolle, wenn dieses Protein entweder an Tiere verfüttert oder als Pulver der menschlichen Nahrung zugesetzt wird.

Die verbleibenden Betriebe werden sich weiter spezialisieren. Spezialmärkte werden immer mehr nur noch von einigen Wenigen bedient werden, die sehr darauf achten, dass sie ihr Wissen für sich behalten.

Ob ich diese Entwicklung „gut“ finde? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendjemand interessiert. Es ist aber wichtig, dass sich jeder, der sich als Unternehmer versteht, heute einen Plan davon macht, wie es kommen könnte.

„Wer nicht weiß, wohin er will, muss sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“ (Mark Twain)

Bauer Willi

 

 

 

 

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235 Kommentare

  1. firedragon sagt

    Mir ist eines aufgefallen, was scheinbar in den Diskussionen um die LW nirgendwo berücksichtigt wird.

    Krankenkasse und Altersklasse

    Wir machen uns schon lange Zeit Gedanken zu diesem Thema.
    Das System wird nicht mehr lange durchzuschleifen sein.

    Die Zahl der Beitragszahler ist seit Jahren rückläufig und diese Zahl wird weiter sinken, dagegen steigt die Zahl der Empfänger.

    Frage :
    Wer finanziert die Landwirtschaftliche Sozialkasse zukünftig und wie sollen teure Leistungen erbracht werden?

    Wie stehen Politiker dazu und ist die Zeit nicht vielleicht gekommen, darüber nachzudenken, die LKK aufzugeben und an eine andere Kasse anzugliedern?

    Wenn über Zukunft nachzudenken ist, denke ich, dass dieser Bereich nicht ausser Acht gelassen werden darf.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      In Österreich ist gerade geplant, 21 Sozialversicherungsträger zu 5 zusammenzufassen. Es wird politisch gestritten, ob das finanziell etwas bringt, oder ob es sogar teurer wird. Jedenfalls werden die Bauernkasse und die Kasse der gewerblichen Wirtschaft zur Sozialversicherung der Selbstständigen zusammengefasst. Über einzelne spezielle Kassen wird hier nicht diskutiert. Was spricht dafür, das Thema im Bereich der LW speziell zu diskutieren?

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  2. Ferkelhebamme sagt

    Dieter, machen wir. Langschwänze tasten wir uns nach und nach ran, einfach dran lassen und zuschauen, wie die Schweine sich gegenseitig zerfleischen, mache ich nicht! Und jetzt kommen Sie mir ja nicht mit „Die brauchen nur mehr Platz!“, dann starte ich Bullshit-Bingo. Weniger Pharmazie? Dazu gehören auch Immunglobuline, die ich Neugeborenen bei Durchfall gebe, also krepieren lassen?Und Impfungen auch. Ist ja ganz natürlich, wenn dann einige auf der Strecke bleiben. Sau mit Mastitis? Armes Ding, muss dann wohl ohne Schmerzmittel dadurch. Antibiotika-Reduktion in der Landwirtschaft ist bereits sehr erfolgreich, der Auftrag angekommen. Können Sie googeln. Mehr Licht? Ist toll für den Betreuer, Schweine finden es doof. Mehr Luft? Die Luft ist in unseren Ställen durch ausgefeilte Technik spitze, Zugluft ist Mist. Ich denke Sie meinen Frischluft im Auslauf? Verbietet mir die TA-Luft. Mehr Platz? Müsste ich den Bestand abstocken, entspricht weniger Einkommen. Bezahlen Sie die Klassenfahrten meiner Kinder? Keine Sauerei mehr in Deutschland? Passiert gerade massiv mit einem extremen Strukturbruch. Verurteilter Tierquäler Straathoff rüstet gerade in Osteuropa auf, guten Appetit! Wo wurde ihr Schnitzel noch gleich geboren?

    6+
  3. Dieter sagt

    Die Kehrtwende im Stall: Der Schwanz bleibt dran. Die Schnabelspitze auch. Keine Amputationen mehr. Weniger Pharmazie im Stall, vor allem weniger Antibiotika. Stattdessen: mehr Platz, mehr Licht, mehr Luft. So soll die Zukunft von Schwein, Huhn und Rind in Deutschland aussehen.
    Also, Schluss mit der Sauerei. Ach ja, der Koch.

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    • bauerhans sagt

      Dieter,das kostet aber!
      jetzt kosten schweine schon fast 200€ und das gejammer der schlachter ist schon zu hören.

      2+
      • Dieter sagt

        Bauerhans, das Verbraucherverhalten unterscheidet sich häufig ganz deutlich von Verbraucherumfragen. „Bio“ wird zwar von vielen gewünscht. Tatsächlich gekauft wird dann aber Billigware beim Discounter. Leider.

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    • firedragon sagt

      Dieter,

      was hältst Du davon, Deine Zukunft nur mal für zwei Jahre ein bisschen zu ändern.

      Besorge Dir 10 – 20 Ferkel bei der Ferkelhebamme. Und ziehe sie, Deinen Vorstellungen entsprechend, groß.
      Dann suchst Du Dir einen Schlachter Deines Vertrauens und bringst die Tierchen auf den Teller.

      Eine Bedingung : alles was Du an Arbeit rein hängst wird berechnet, Stallkosten, Strom, Wasser, Futter, Einstreu zum Schluss die Schlachtkosten. (Tierarztkosten fallen ja bei Dir nicht an)

      In zwei Jahren sind wir hier alle auf Deinen Deckungsbeitrag gespannt.

      3+
      • Ferkelhebamme sagt

        Entsprechende Futterfläche nicht vergessen, gleich etwas größer für den Blühstreifen, bzw. Kosten für Vieheinheiten und Gülle-Mistentsorgung, der Bau der Lagerstätte für den Mist wird dein Budget wohl schon vorab sprengen. Stoffstrombilanz nicht vergessen. Und eine Zertifizierung muss her, sonst wirst du die nicht los. Die Kontrollen musst du zusätzlich zur Systemgebühr bezahlen. Als Koch arbeitest du wahrscheinlich viel, deshalb musst du evtl. noch eine Sekretärin einplanen für die Datenbank-Bestandsmeldungen, Behandlungsdokumentationen, eigene Bestandslisten (müssen Tagesaktuell sein), Antibiotikamonitoring (bei der Größe freiwillig, aber machst du natürlich) inkl. Abgleich mit Bundesanzeiger-Zahlen zweimal im Jahr, sonst gibt’s Mecker inkl. Strafzahlungen vom Vet-Amt, Salmonellenmonitoring, Futterproben, … Und eine Waage ist angebracht! Verkaufst du zu leicht oder zu schwer ist dein Gewinn dahin. Ich berate auch gerne dabei, scheint lukrativ zu sein, was man so vom BMU hört 😉

        5+
    • Dieter wo ist denn ihr Problem? Können sie nicht kaufen, was sie gerne hätten?
      Also hier in MV bekommen sie Rinder, die noch nie einen Stall gesehen haben. Wahlweise als „Weiderind“ oder Bio. Und sie nehmen doch sicher ganze Tiere, oder nicht?
      Viele ihrer Kollegen sehen das nämlich anders: Wollen nur das Filet, solche Rinder haben wir allerdings nicht.

      4+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Ach Dieter,
      wenn ich mir die Gastronomen beim Einkauf im Metro so anschaue,
      dann kaufen die kein Duroc, oder Iberico, sondern das ganz normale Schweinefleisch.
      Mache denen kein Vorwurf, das Schnitzel soll auch fast nix kosten.

      Ein kurzer Tipp:

      Mästen sie selber Schweine, dann können sie die Wohlfühloasen umsetzen.
      Wo? in Mittelbaden, das suchen die noch selbst Schlachtenden Metzger händeringend nach Schweinen aus der Region.
      Aber Achtung, einen neuen Stall bekommen sie nicht genehmigt, die Riechorganen sind sehr empfindlich in unserer Gegend, die schmecken den Gestank schon in 4 Km Entfernung, gegen den Wind.

      5+
      • Dieter sagt

        Sie haben recht. 80% der Gastronomen kaufen so ein, wie sie es beschreiben. Der Rest sind Gourmet- Restaurants und vereinzelt Landgasthöfe. Letztere haben ihre Quellen und kaufen regional und saisonal von gewissenhaften Erzeugern ein.
        Die Gastronomie und die Landwirtschaft stecken seit Langem in der Krise. Aber muß ich es immer wieder hinschreiben: Der Verbraucher muss erkennen, dass er nicht nur Opfer, sondern auch Täter ist. Mit seiner hartnäckigen Weigerung, für gute Qualität mehr Geld auszugeben, – wird sich so schnell nichts ändern.

        1+
        • Reinhard Seevers sagt

          Der Verbraucher ist Opfer wovon? Er ist auch kein Täter, er ist Teil eines kapitalistischen Systems, dass sich selbst erhält durch Wachstum. Da kommt man nicht so einfach raus, es sei denn man implementiert ein völlig anders System, ohne Anreiz zum Konsum und ohne monetäre Abhängigkeit zur Existenzsicherung…das wird wohl nicht passieren.

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        • Obstbäuerin sagt

          Der Verbraucher ist in der Regel weder Opfer noch Täter, sondern Kunde. Er wird, je nach Einkommen und Vorlieben, genau das kaufen, was er kann und möchte. Gerade in Deutschland hat er ein großes Angebot hochwertiger Erzeugnisse auf allen Preisebenen. Das gleiche gilt für Köche.

          4+
        • Paulus sagt

          Dieter, die Gastronomie ist größtenteils verkommen bis zum geht nicht mehr und alles andere als vertrauenswürdig. Die alten Dorfwirtschaften z.B., in denen Mutter noch ehrlich kochte gibt es nicht mehr. Viele höherpreisige Restaurants fallen durch schlechte Qualität und hundsmiserablen Service auf. Da nützt auch das ganze Chichi auf der Karte nichts. Nein, der Verbraucher ist weder Täter noch Verursacher der Misere. Fangt endlich mal bei euch selbst an, statt immer die gleiche Arie zu singen.
          Mehr Geld gebe ich gerne aus, für erstklassige Qualität, und dann kochen wir lieber selbst. Da kostet eine Flasche Wasser auch keine 6,50 €, das kommt bei uns in gleicher Qualität aus dem Kran.

          1+
      • fingerphilosoph sagt

        Gastronomen kaufen noch nicht mal das „normale Schweinefleisch“, die kaufen
        convenience food.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Im Frühjahr habe ich einem Koch bei einem Kochkurs über die Schulter geschaut. Auf die Frage, warum er keine Eier aus dem Tetrapack verwende, kam die Antwort, Qualität verlange frische Eier.
          Vor einer Woche waren wir mal wieder Gäste in diesem Lokal, jeder Platz war besetzt.

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    • Ja,wie billig kann der Koch noch kochen?

      Wie teuer müßten dann die landw. Produkte, bzw. Rohstoffe sein, die der Koch verarbeitet?

      Dann ist ja Essen gehen nur was für die oberen 10.000, oder?
      Die anderen müssen selbst kochen und diese Rohstoffe aus Feld und Stall zubereiten!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ist denn Essengehen ein Grundrecht? Nahrungsaufnahme kann auch zu Hause geschehen. Vielleicht ist diese heutige Form gesellschaftlichen Fressens ja auch eine der Ursachen der Probleme……ubiquitäre Nahrungsaufnahme unter dem Deckmantel kultureller Erfordernis?
        Früher hat man sich eine Stulle geschmiert und ist auf Reisen gegangen, heute muss an der Wegstrecke mindestens ein MC Doof stehen, um zu überleben…..

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        • bauerhans sagt

          ich bezweifel,dass jüngere wissen,was ne Stulle ist und auch nicht,wie man die schmiert.

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  4. Thomas Apfel sagt

    Die Agrarsubventionen sind der eigentliche Beschleuniger für die Überschüsse, die im LEH Albrechts, Schwarz und Andere reich gemacht haben. In Deutschland werden jährlich über 6 Mrd € an die Landwirte ausgezahlt. Das läuft in Deutschland und Europa seit Jahrzehnten so. Die Frage ist nur wo das Geld tatsächlich ankommt und akkumuliert wird. Einmal habe ich das dezidiert vom Chef der EDEKA Südwest bei einem Regionalitätsforum auf der Grünen Woche gehört. Auf die Frage eines Journalisten, ob man nicht mehr Umweltleistungen für die Agrarförderung verlangen könne, schließlich sei das ja ein Geschenk der Steuerzahler, antwortete er trocken: „Meine Herren, wir sind Kaufleute! Die Agrarsubventionen sind von uns selbstverständlich eingepreist!“
    Diese Gelder sind im Food-Bereich tatsächlich eine direkte Subventionierung des Handels. Mit denen haben sich die bekannten Ketten in den Zeiten, als sie noch vorrangig im Food-Bereich tätig waren, die Gelder gesichert um später im NonFood-Bereich zu expandieren und jetzt zunehmend auch in der Urproduktion selber zu investieren.
    Deshalb bring auch ein Umlenken dieser Gelder auf Umweltleistungen (ÖVF ect.) nichts, weil die gleichen Subventionierungssummen halt nur anders benannt sind und nach wie vor wesentlicher Einkommensbestandteil vor allem der großen reinen Marktfruchtbetriebe sind und so niedrige Einstandspreise für Agrarrohstoffe generieren.
    Wenn es zu gerechteren Preisen führen soll, müssen die Subventionen schlichtweg einfach gestrichen werden, für Bio wie für konventionell. Das wird aber zu großen Umbrüchen führen. Im Übrigen mehr im Osten, als im Westen Deutschlands.
    Wo die Tierbesätze, und damit die Möglichkeiten Futterkulturen effektiv in Geld umzuwandeln, niedrig sind, ist die Nettowertschöpfung/ha ohne Betriebsprämien teilweise kurz über Null oder sogar leicht negativ. Was besonders in den sandigen Gebieten Nordost-Mecklenburgs wie auch in Brandenburg schon wegen der geringeren Hektarerträge logisch ist. Die Produktionszweige, die hohe Nettowertschöpfung/ha generieren (Gartenbau und Viehhaltung) sind auf wenige der alten Bundesländer konzentriert (57 % der Schweine in NRW und NS; 67 % aller gehaltenen Rinder stehen in Bayern und Nordwestdeutschland; 54 % der deutschen Geflügelhaltung finden allein in Niedersachsen statt). Daher würde eine Einstellung der Subvention des Handels über die Einstellung der Subvention der Landwirtschaftseinkommen zu einem Zusammenbruch der flächenstarken Betriebe mit wenig Viehhaltung führen. Wie nach dem ersten Weltkrieg, nach dem Wegfall der kaiserlichen Subventionen, die „Rittergüter“ reihenweise in den Konkurs gingen, so ständen auf einmal wieder viele Betriebe im Osten zur Übernahme (Der geschichtliche Witz ist: „Es sind teils nicht nur die Gleichen, sondern die Selben (Eigentümer)). Nur dass diesmal die mit den Subventionen gemästeten LEH Riesen schon zur Übernahme bereitstehen und ganz sicher keine „Bäuerlichen Siedlungsprogramme“ das Problem lösen werden.

    13+
    • Arnold Krämer sagt

      Thomas Apfel: Eine außerordentlich kluge Problem- und Situationsbeschreibung.
      Glückwunsch

      4+
      • Reinhard Seevers sagt

        Ganz kann das ja nicht stimmen….die Milchmenge ist z.B. nach 1984 erheblich gesunken und die Förderung von Stallbauten dann erst gestartet…..

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        • Arnold Krämer sagt

          Herr Seevers, die einzelbetrieblichen Milchquoten in Westdeutschland ja ich soweitwurden 1984 auf der Grundlage der Milchanlieferung 1983 abzüglich maximal (bei großen Mengen) von 12 % (wenn ich mich recht erinnere) zugeteilt. Aufgrund der gleichzeitigen Härtefallregelung konnten jedoch viele Betriebe damals deutlich höhere Quoten erhalten, sodass letztlich die Mengenreduzierung nur verhältnismäßig gering ausfiel. Außerdem gab es dann in den Folgejahren permanente Überlieferungen die teilweise mit Strafzahlungen seitens der Landwirte bedacht wurden.

          Eine intensive Stahlbauförderung in Westdeutschland gab es schon in den sechziger und vor allem siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, das allerdings in einer Phase, in der sich der arbeitssparende technische Fortschritt (Vollspaltenboden, Flüssigfütterung, Mischfutterbezug etc.) erst nach und nach entwickelte, so dass die Dimensionen zunächst noch relativ niedrig ausfielen. Zum Beispiel hat man Anfang der siebziger Jahre für den Abferkelbereich der Sauen offiziell die längst verbotenene Anbindehaltung empfohlen auf Stroh.
          Allerdings waren die Viehbestände in Süd-Oldenburg bereits so stark, auch ohne öffentliche Förderung angestiegen, dass der damalige niedersächsische Landwirtschaftsminister Glup, der aus der Region selbst stammte, einen Gülleerlass (=Behördenbindung) herausgab, in dem geregelt war, das nicht mehr als drei Dungeinheiten (=z. B. 21 MS-Pätze ) pro Hektar genehmigungsfähig seien. Damals gab es in Süd-Oldenburg bereits eine Vielzahl von Betriebsteilungen und gewerblichen Tierhaltungen. Die Regionen im Umfeld wie z.B. das Emsland, das Münsterland, oder auch Diepholz und Nienburg waren hinsichtlich der Viehhaltung um ca. 10-15 Jahre zurück. Es gab damals intensive Diskussionen um den bäuerlichen Familienbetrieb und 1986/7 hat es einen niedersächsischen Entwurf zur Konzentration von Förderung und Anpassung des Rechtsrahmens für den bäuerlichen Familienbetrieb gegeben. Die Diskussionen wurden aber in den übrigen Bundesländern Westdeutschlands kaum verstanden und man hat bundesweit damals keinen Handlungsbedarf gesehen. Dann kam die Revolution, der Fall der Mauer und dann sind alle diese Diskussionen hinfällig gewesen. Und mit dem Abbau der Viehbestände in der ehemaligen DDR gab es auch einen erheblichen Bauboom (auch ohne öffentliche Förderung) nach 1990 in den alten Bundesländern. So viel zur Geschichte und Einordnung heutiger Strukturdiskussionen.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die Hochphase der Förderung von Milchviehställen war 1988 bis ca. 2000. Dadurch hat sich die Milchmenge in Deutschland nicht erhöht.
            Es haben sich lediglich Verschiebungen ergeben. Mastschweine wurden so gut wie gar nicht gefördert, nur Umstellung von Mast auf Sauen. Ich kann nicht erkennen, dass die Aussage, dass Subventionen grundsätzlich und absolut die Mengen erhöht hätten der Wahrheit entsprechen. Gerade Weser-Ems hat doch sowohl den Schweinebestand als auch den Geflügelteil aufgrund der guten Verknüpfung mit der vertikalen Produktion so stark ausgebaut. Und die Skrupellosigkeit mit der dort alle Verantwortlichen die Wachstumsbetriebe mit zugedrückten Augen haben machen lassen, ist sicher ein viel größerer Einflussfaktor, als Subventionen von denen sowieso 60% in die Kranken- und Sozialversicherung gehen und gegangen sind.

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            • Arnold Krämer sagt

              Subventionen im Agrarbereich (aus EU- und/oder Bundes-/Landes-Töpfen) sind in den zurückliegenden Jahrzehnten im Prinzip für alles und auch gegen alles gewährt worden. Es gab z.B. finanzielle Programme zur Aufgabe der Milchviehhaltung. Es gab gekoppelte Prämien zum Beispiel für die Bullenmast und für die Stärkekartoffelerzeugung. Landwirte wurden gefördert, wenn Sie Ihre Betriebe vorzeitig aufgaben. Gleichzeitig wurden und werden junge Landwirte gefördert, wenn sie Betriebe übernahmen bzw. übernehmen. Die Programme, sofern man sie nutzen konnte und wollte, haben einzelne Betriebe finanziell gestärkt. Diese haben mit dem Geld dann z.B. ihre Beleihungs-Basis bei den Banken verbessert, frei finanzierte Geflügelställe oder Schweineställe gebaut.
              Auch nach 2000 sind öffentliche Mittel in den Bau von Boxenlaufställen geflossen. In Niedersachsen waren dies meist mehr als jährlich 50 % der gesamten Fördermittel. Die Ställe, die dann zum Teil offiziell auch für das weibliche Jungvieh gebaut wurden, sind dann später ausschließlich mit Milchkühen belegt oder auch überbelegt worden. Warum ist die Milchmenge denn nach Abschaffung der Quote so schnell in die Höhe geschossen.

              Grundsätzlich ist die Aussage von Thomas Apfel, was den Zusammenhang von Subventionen und Produktionsüberschüssen betrifft, also korrekt.
              Die 6 Milliarden € jährlich, von denen Thomas Apfel spricht, sind die Gesamtsumme des deutschen Agrarhaushaltes 2018. Davon sind rund 4 Milliarden € (jährlich ziemlich konstante Beträge) als Zuschüsse des Bundes in die sozialen Sicherungssysteme für die Landwirtschaft (Alterskasse und Krankenkasse) geflossen. 1,5 Milliarden € haben nach dem Subventionsbericht des Bundes folgende Verwendungen gefunden: Zuschüsse zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung, steuerrechtliche Freibeträge, Gasölverbilligung, einzelbetriebliche Investitionsförderung, Ausgleichszulage, Ökolandbau, Forst, Tierzucht u.a.
              Der Rest von rund 0,5 Mrd € ist dem allgemeinen Politikbetrieb zuzuordnen.

              1+
              • Reinhard Seevers sagt

                Sie müssen mir nicht die GAK/AFP Kriterien erklären, ich war selbst 11 Jahre bei der Kammer insbesondere auch in der Förderung tätig….das ändert aber nichts an meiner Aussage, im Gegenteil.

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                • Arnold Krämer sagt

                  ….dann ist es ja gut. Ich schreibe aber nicht nur für Sie, sondern für alle, die hier mitlesen

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          • Stadtmensch sagt

            „Allerdings waren die Viehbestände in Süd-Oldenburg bereits so stark, auch ohne öffentliche Förderung angestiegen, dass“

            „und mit dem Abbau der Viehbestände in der ehemaligen DDR gab es auch einen erheblichen Bauboom (auch ohne öffentliche Förderung) nach 1990 in den alten Bundesländern. “

            Also stimmt es gar nicht, dass die Politik „schuld“ ist an der Konzentration der Tierhaltung in einigen Landesteilen, wie es hier hin und wieder betont wird?

            Zum Thema Einpreisung der 6 Milliarden Agrarförderung: Im Osten gibt es nicht so viele Verpächter?, so dass sich der Händler für Agrarrohstoffe bedienen kann, bis beim Landwirt fast nix über bleibt und im Westen wird es fast komplett an den Verpächter durchgereicht und dient quasi als „Rentenkasse“? Kann man das so sehen?

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            • „: Im Osten gibt es nicht so viele Verpächter?,“

              Das Fragezeichen Stadtmensch ist berechtigt. Es gibt im Osten wesentlich mehr Pachtland als im Westen. Die Anzahl der Verpächter ist vermutlich kleiner, aber darum geht es sicher nicht. Kann doch auch gar nicht anders sein, Genaue Zahlen können sicher die Profis liefern.

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              • bauerhans sagt

                die zahl der verpächter im osten ist sicherlich abnehmend,weil die jetzige generation das land verkauft.
                ein pächter klagte mir sein leid,dass er vom neuen eigentümer entweder ne pachterhöhung oder die kündigung bekäme.
                das ist markt.

                1+
                • Der Brandenburgbauer sagt

                  bauerhans, Deine Aussage kann ich als Ostlandwirt nur bestätigen. Die neue Generation hat keine Beziehung mehr zum Eigentum. Diese will Geld sehen und möglichtst sehr viel. Es wird sich immer öfter an den Preisen der BVVG orientiert und die haben es in sich.

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            • Arnold Krämer sagt

              @Stadtmensch
              „Also stimmt es gar nicht, dass die Politik „schuld“ ist an der Konzentration der Tierhaltung in einigen Landesteilen, wie es hier hin und wieder betont wird?
              Politik und Verwaltungen bestimmen den Rahmen, in dem sich landwirtschaftliche Unternehmen entwickeln können. Dieser Rahmen war viele Jahrzehnte sehr günstig, durch unterschiedliches Verwaltungshandeln in einzelnen Regionen aber auch mehr als in anderen.
              Im Laufe von Jahren (Jahrzehnten) entwickeln sich dann Agglomerationsvorteile durch das Vorhandensein von Firmen im Vorleistungsbereich (Tierärzte, Mischfutterhersteller, Stalleinrichter), im nachgelagerten Bereich und durch das spezifische Know-how im beratenden Umfeld.
              Schließlich kommt als ganz entscheidender Faktor die Vorbildwirkung innerhalb des Berufsstandes dazu, ganz nach dem Motto: „Was der kann, können wir auch (oder besser oder größer)“. Es konnte und kann ja durchaus auch Geld verdient werden mit der Tierhaltung und “Geld verdienen macht Spaß“. „Je mehr wir haben, desto mehr haben wir zuwenig“.
              Die verantwortlichen Politiker merken Fehlentwicklungen meist viel zu spät und das gilt nicht nur für die räumliche Konzentration der Viehhaltung. Außerdem machen sie immer häufiger Fehler in der Gesetzgebung und korrigieren diese oft viel zu spät (oder nie), auch weil Politiker in Deutschland ungern oder nie Fehler eingestehen.

              3+
              • Stadtmensch sagt

                „Agglomerationsvorteile durch das Vorhandensein von Firmen und durch das spezifische Know-how im beratenden Umfeld“

                Danke, leuchtet ein.

                “Geld verdienen macht Spaß“
                Würde ich nicht verallgemeinern. Sie hatten doch hier mal so eine schöne Übersicht über die verschiedenen Grundmotivationen\Handlungsmaximen eingestellt. Find ich leider nicht mehr.

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                • Arnold Krämer sagt

                  @Stadtmensch
                  Was treibt die Menschen an? Geld allein ist es sicherlich nicht. Da haben sie vollkommen recht. Aber bei Menschen die unternehmerisch tätig sind, spielt dieses Motiv schon eine sehr große Rolle. Allerdings ist es kein Grundmotiv menschlichen Handelns.
                  Zur Erklärung individuellen menschlichen Verhaltens eignet sich meines Erachtens am besten das Modell der 16 Lebensmotive des Amerikaners Steven Reiss.
                  Dieser hat in seinen jahrzehntelangen Forschungsarbeiten folgende Grundmotive, die bis auf zwei Ausnahmen auch im Tierbereich festzustellen sind, ausgemacht: Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Anerkennung, Ordnung, Sparen, Ehre, Idealismus, Beziehungen, Familie, Status, Rache, Eros, Essen, körperliche Aktivität, Ruhe.
                  Diese 16 Grundmotive sind allerdings individuell sehr, sehr unterschiedlich ausgeprägt und von höchstindividueller Bedeutung. So gibt es z.B. durchaus Menschen, die das Grundmotiv Rache für sich selbst als bedeutsam ansehen. Es erklärt auch, warum sich die Menschen in vergleichbaren Situationen so unterschiedlich verhalten und handeln.
                  Die höchst unterschiedlichen Motivprofile konnte ich bei entsprechenden Befragungen (Selbsteinschätzungen) mit angehenden Landwirtschaftsmeistern und anderen Seminarteilnehmern aus dem Agrarbereich über 20 Jahre lang auch herausarbeiten. Besonders stark ausgeprägt war allerdings bei fast allen, und das ist Voraussetzung für erfolgreiches Unternehmertum, das Streben nach Macht, Gestaltung, Einfluss sowie Neugier, Wissensdrang.

                  1+
                • fingerphilosoph sagt

                  In dieser Aufzählung fehlt der Wunsch/Wille, eine sichtbare Spur in der Welt zu hinterlassen, die das individuelle Dasein überdauert, sei es durch Kinder, Leistung, ein Unternehmen, Vermögen oder durch ein Kunstwerk.

                  Außerdem fehlt die Angst in all ihren Ausprägungen.

                  1+
                • Stadtmensch sagt

                  Hm…
                  In Chur auf dem Markt prangt in irgend einer Ecke der Spruch: „Du bringst nichts mit hinein du nimmst nichts mit hinaus, hinterlass eine goldene Spur im schönen Erdenhaus“
                  Naja, ich mach jetzt erstmal den Hühnerstall sauber. Die Huhns freuen sich immer wenn jemand ihnen vorturnt.

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Der Herr Stadtmensch hat eine Hühnerfarm?

                  Der Reichtum muss unermesslich sein. 😉

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                • Arnold Krämer sagt

                  @Fingerphilosoph
                  „In dieser Aufzählung fehlt der Wunsch/Wille, eine sichtbare Spur in der Welt zu hinterlassen, die das individuelle Dasein überdauert, sei es durch Kinder, Leistung, ein Unternehmen, Vermögen oder durch ein Kunstwerk. Außerdem fehlt die Angst in all ihren Ausprägungen“.

                  Die Grundmotive des Herrn Reiss decken alles das was ihnen fehlt durchaus ab.
                  Die Grundmotive haben individuell eine ganz unterschiedliche Bedeutung. Das reicht von „sehr wichtig“ bis „interessiert mich überhaupt nicht“. Manche, individuell wichtige Grundmotive konkurrieren auch untereinander, was sich immer dann deutlich bemerkbar macht, wenn wir bei wichtigen Entscheidungen innerliche Kämpfe auszutragen haben. Und Angst z. B. ist auch eine Ausprägung dieser Kämpfe.
                  Und noch ein zusätzlicher Gedanke: Aus den Grundmotiven heraus entstehen in gewisser Weise Sekundär-Motive wie Geld verdienen, gesund bleiben, gute soziale Kontakte unterhalten usw. und auch hier kommt es wiederum darauf an, in der uns zur Verfügung stehenden Zeit die richtige Balance zu finden zwischen (so habe ich es in meinen Vorträgen immer formuliert) vier „Aufgabenbereichen“ Leben, Lieben, Lernen (leisten), ein Vermächtnis hinterlassen.

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    • firedragon sagt

      Guten Abend Herr Apfel,

      an die Streichung der Subventionen hatten wir im kleinen Rahmen auch schon öfter diskutiert. Ist schwer absehbar, wie es laufen würde.
      Was denken Sie darüber, würde man Agrarprodukte zusätzlich nicht mehr an der Börse handeln dürfen ?

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  5. Brötchen sagt

    Paulus ich hatte mich vielleicht nicht richtig ausgedrückt….

    „Die sogen. Upperclass frisst keine denaturierte Chemiepampe, genauso wenig wie andere halbwegs gescheite Verbraucher.“

    Es geht nur um Status…….nicht um Essen…

    Früher wurde Status über Klassenzugehörigkeit definiert, heute über das was Du fährst, was du isst, was du anhast usw..
    Da bin ich mir ganz sicher, das ist heute schon so, oder wer kauft ein Becher Kaffee für 8 Euro ?

    2+
    • sonnenblume sagt

      Hallo Brötchen,
      die wirklich Reichen werden so weiter leben wie bisher und dabei recht unsichtbar bleiben. Wer sich den ständig wechselnden Trends anschließt, dass sind diejenigen, die “ meinen und nach außen präsentieren“ das sie zu den oberen Zehnt. gehören. Man ist bestrebt sich offiziel über den Durchschnitt der gemeinen Bevölkerung zu stellen. Das ist doch mit Bio genau so. Es gibt sicher viele, die überzeugte Bioeinkäufer, Vegetarier oder Veganer sind. Das sehen wir ja am Einkaufsverhalten. Aber der Prozentsatz, der die Umfragen in die Höhe treibt, das sind diejenigen, die allen Trends hinterherlaufen. Da muss dann auch schon mal der Euro rollen.

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      • Brötchen sagt

        Sonnenblume ich rede nicht über die Reiche , ich rede sagen wir gehobener Mittelstand bis mittelstand.

        Autofahren wird auch bald unerschwinglich werden siehe…hier.

        https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/mobilitaet/auto-boss-carlos-tavares-uebt-deutliche-kritik-an-elektromobilitaet/

        Wenn man der Logik der Klimajünger nachgeht, geht es nicht anders, als das man Mobilität zum Luxusgut macht.

        Fleisch essen werden sie verbieten bzw. erschweren.

        Das wird schleichend alles den gleichen Weg gehen.

        Ich hoffe es nicht, aber wenn das so weiter geht, wird es so werden.

        Klimawandel Leugner wird bald unter Strafe gestellt werden, Nazi darf man auch nicht mehr sein. Ja was hat man da noch vom Leben;)

        2+
        • Der Brandenburgbauer sagt

          Moin Brötchen, wo ist deine übliche positive Lebenseinstellung geblieben?
          Das klingt ja schon nach Depression, solche Aussagen bin ich von Dir überhaupt nicht gewohnt . Da gibt es sicher ein Problem mit dem du nicht klar kommst!

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    • Paulus sagt

      Brötchen, Status ist ein Begriff ohne Wert.
      Wenn meine Frau mit unserem alten Lada Niva und sehr leger, um nicht zu sagen ländlich gekleidet, auf der Kö in D‘-dorf parkt, kommen von den staunenden Gästen eines Schickimicki Straßencafés tatsächlich schon mal Sprüche wie „die Alte hat Geld.“
      Versuch das mal mit einem 7er BMW, da wirst du gar nicht wahrgenommen.

      2+
      • Brötchen sagt

        Ach komm du kokettierst doch mit Deinem Lada Paulus.

        Im Westen ist doch Status alles!

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        • Im Westen ist doch Status alles!“
          Brötchen, manche Dinge ändern sich eben nie, auch nicht in den nächsten 20 Jahren 😃 Auch bei euch Ossis ist das nicht anders , so ein paar Eigenschaften bleiben eben. Und das ist doch auch gut so. Gilt vermutlich auch in Nord/Süd-Richtung!
          Wenn ich auf der Kö einen Lada niva sehen würde, Paulus, würde ich sofort nach der Wildwanne gucken 😃 Der wird hier in MeckPomm gerne von Jägern verwendet. Dass da richtig Geld vorhanden ist, würde ich eher ausschließen. Außer deine Frau ließe sich von einem Chauffeur fahren. Das allerdings hätte dann richtig was 😂

          2+
          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Lady, was hast du gegen einen Lada Niva. Ich habe selbst einen.
            Auf der Motorhabe prangert ein Bild mit einem Bär, mit der Inschrift“ Die
            Taiga ruft“. Er hat mich noch nie im Stich gelassen und ist robuster wie viele hochgelobten Westmarken. Da ist auch kein großes Geld im Spiel wie du vemutest.

            2+
            • Ja gar nichts , Brandenburgbauer. Das war dann ein Missverständnis.
              Wie gesagt , hier wird er sehr gerne im Bekanntenkreis als Off-Roader verwendet. Insbesondere von Jägern. Im „Erstauto“ ist der Schweißgeruch des Wildes nicht so toll.

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              • firedragon sagt

                fingerphilosoph sei nicht so, auch ein Brandenburgbauer verfällt mal in eine Plauderei. ☺

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                • Paulus sagt

                  firedragon, auch eine zwanglose Plauderei, gerne mit gewissen Spitzen, sollte schon zulässig sein. Das macht diesen Blog doch sympathisch. Und ja, auch ein Philosoph kommt nur selten zum Schluss- eigentlich nie.

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                • firedragon sagt

                  Paulus, eigentlich hatte ich, indem ich fingerphilosoph „getadelt“ habe, den Brandenburgbauer auf die Schippe nehmen wollen, da er ganz gern eine zwanglose Plauderei, wie Du es nennst, hier im Blog eher nicht so gern hat.
                  Ich persönlich mag diese Art und ja, es macht diesen Blog sympathisch.
                  Man kann über Themen reden, gelegentlich auch heftig diskutieren, danach sollte es aber auch immer noch möglich sein, sich verbal auf ein Bier einzulassen 😉.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Leute, ich hab dem Brandenburgbauer nur haargenau dieselbe Frage gestellt wie er uns weiter unten. 🙂

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            • bauerhans sagt

              „… und ist robuster wie viele hochgelobten Westmarken.“

              ich hatte mal einen,oha!
              jetzt hab ich nen käfer aus 1957,das ist ein Auto!

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      • Ferkelhebamme sagt

        Also das lässt mich doch jetzt einfach nicht mehr los: wie sieht denn ländlich als Steigerung von sehr leger aus? Barbour und Dubarry oder Engelbert Strauss und Gummigaloschen?

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  6. Obstbäuerin sagt

    Wir schreiben das Jahr 2039 und ich blicke mal, inzwischen 83, zurück. Nachdem 2021 die Grünen die absolute Mehrheit bei der Bundestagswahl erhalten hatten, wurde der konventionellen Landwirtschaft mit neuen Vorschriften und Gesetzen das Wirtschaften so schwer gemacht, dass die eine Hälfte resigniert aufgab und die andere Hälfte auf Bio umstieg. Der gesamte Markt musste sich neu ordnen – es herrschte längere Zeit Chaos. Die Produktion ging aus verschiedenen, von den Bauern vorhergesagten Gründen immer mehr zurück, auch weil z.B. nicht genügend Bio-„Pestizide“ zur Verfügung standen und die afrikanischen Herkunftsländer ihre Flächen für die Versorgung der eigenen Bevölkerung mit Nahrungsmitteln benötigten. Gleichzeitig führten die vielen Blühstreifen, Blühwiesen und andere Maßnahmen zu einem enormen Insektenaufkommen, das wiederum riesige Vogelschwärme nach sich zog. Gemeinsam vernichteten sie einen erheblichen Teil der Ernte. Da nun die Unkrautbekämpfung nur noch maschinell erfolgen konnte, fuhren Tag und Nacht Maschinen über die Felder und durch die Anlagen, was zu einem hohen Verbrauch an Diesel führte und die CO² Emissionen stark erhöhte. Städter, die aufs Land gezogen waren, um Ruhe und Erholung zu finden, fühlten sich enorm beeinträchtigt und verklagten die Bauern. Einstweilige Verfügungen wurden verhängt und das Unkraut durfte in Ruhe wachsen, was zu einer weiteren Verringerung der Ernten führte……

    8+
  7. Christian Bothe sagt

    Eine sehr gute Frage und sicher nicht einfach zu beantworten.Aber als einer der die LW und NGW in der Vergangenheit(DDR) und Gegenwart(BRD) mitgestaltet hat und somit über 45 Jahre die enorme positive Entwicklung unserer LW verfolgen konnte,sehe ich das eigentlich ganz nüchtern. Zukunft hat,um ca. 10Milliarden Menschen ernähren zu können, nur die industrielle LW und industrielle Tierhaltung (mit Abstrichen) und das sogar bei BIO-Produkten. Ansätze dazu gibt es ja bereits heute. Der globale Handel wird sich weiter intensivieren und die Gentechnik in der Pflanzen-und Tierproduktion wird die Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung und Versorgung sein,allen Unkenrufen von den „grünen Pharisäern“und NGOs zum Trotz.Der Hype um CO2 und Klima und das Verursacherprinzip durch uns Landwirte wird sich erledigen,da die globale Erwärmung,wenn es erdgeschichtlich vorgesehen ist, so oder so kommt und der 3%anthropogene CO2-Anteil am Gesamt-CO2-Gehalt der Atmosphäre(97% sind natürlichen Ursprungs) physikalisch kaum für die Erderwärmung infrage kommen kann.
    Es werden immer weniger Farmer weltweit große Flächen bewirtschaften,insbesondere in solchen Staaten wie USA,Rußland,China,Südamerika,wo es durch eine intensive nachhaltige LW noch erhebliche Reserven zur Ertragssteigerung gibt.Die Digitalisierung wird weiter fortschreiten.Die LW wird mit alternativen Kraftstoffen die Nutzung von fossilen Energieträgern massiv verlängern und so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der E-Mobilität erreichen,zumal diese in Staaten wie USA,Kanada,Rußland etc.kaum einsetzbar und realistisch sein wird. Der LEH wird nach wie vor billige hochwertige Produkte einkaufen und vermarkten und die Primärproduktion wird sich darauf einstellen und das sowohl im konventionellen als auch bei der ökologischen Produktion. Kleinbetriebe und den typischen idyllischen Bauernhof von heute wird es in geringer Zahl noch geben und diese werden regional ihre Erzeugnisse vermarkten,wobei die Entwicklung in den Schwellenländern unterschiedlich sein kann. Auch der Veggie Hype wird sich erledigen,da die Leute eine ausgewogene Ernährung bevorzugen werden,denke ich und nicht weiter zum „Pflanzenfresser“ mutieren.
    Mal sehen wie wir es erleben werden…

    9+
    • fingerphilosoph sagt

      „3% anthropogener CO2-Anteil am Gesamt CO2-Gehalt der Atmosphäre …“

      Wenn der CO2-Anteil an der Atmosphäre heute über 400 ppm ausmacht, während er in vorindustrieller Zeit 280 ppm betrug, macht das 120 ppm, die man der Verbrennung der Fossilen anlastet, ergo als „menschengemacht“ gelten. Das sind nicht 3%, sondern seit Beginn des Industriezeitalters 30%.

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      • Christian Bothe sagt

        So ist es eben nicht, fingerphilosoph!Die anthropogenen
        CO2 Emissionen des Industriezeitalters sind im Fleisch+Blut von Mensch und Tier enthalten und ist nicht die Akkumulation von emittierten CO2 aus fossilen Energieträgern sondern die notwendige Erhöhung von Biomasseproduktion auf der Erde um 25% für Ernährung von Mensch und Tier.Das begründet dann auch den Anstieg von 280ppm auf 400ppm.

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        • fingerphilosoph sagt

          Außer Ihnen versteht aber unter „anthropogenen CO2 Emissionen des Industriezeitalters“ jedermann das CO2 aus der fossilen Verbrennung und nicht ein Plus an atmender und furzender Biomasse. Was ja auch Quatsch ist, denn wer hat schon je die Milliarden von Nutztieren gegen die inzwischen verschwundenen Milliarden von Wildtieren in Sachen CO2 gegeneinander aufgerechnet?

          1+
          • Christian Bothe sagt

            Da liegen Sie wiederum daneben.Sie sollten sich intensiver mit der Materie befassen, da hier einiges „wissenschaftlich fundiertes erdgeschichtliches Unwissen“ herumgeistert…

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            • fingerphilosoph sagt

              Jaja, das übliche argumentum ad hominem, wenn man nicht mehr weiter weiß. Was anderes haben Sie nicht zu bieten? 🙂

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      • 3% ist der anthropogene Anteil der JÄHRLICHEN Gesamt-CO2-Emissionen, 97% sind natürlichen Ursprungs. Die Klimawissenschaftler behaupten, das die 97% Teil des natürlichen CO2 Kreislaufes sind und damit nicht zur Erhöhung des CO2 Gehaltes der Atmosphäre beitragen, nur die 3% des Menschen tragen angeblich dazu bei, da dieses CO2 in der Atmosphäre akkumuliert wird. Gerade diese Annahme ist eine der zentralen Fehlhypothesen der „offiziellen Klimawissenschaft“.

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        • Stadtmensch sagt

          „3% ist der anthropogene Anteil der JÄHRLICHEN Gesamt-CO2-Emissionen“

          Kann sein, aber in den letzten 300 Jahren kam dabei eben doch ein hübscher Batzen zusammen. Also jedes Jahr im Schnitt 3% von 100 Gt C Gesamtumsatz.
          Es heißt, dass wir zur Zeit mehr in die Luft blasen, als die gesamte vulkanische Aktivität ausmacht. Warum begreift das niemand, dass das auf natürlichem Weg nicht ausreichend weggepuffert wird?

          „Durch die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Öl, Gas) und durch die veränderte Landnutzung wurden seit Beginn der industriellen Revolution (nach 1750) große Mengen CO2 (mehr als 300 Gt C) in die Atmosphäre abgegeben. Dies hat zu einem deutlichen Anstieg der atmosphärischen CO2 Konzentration (heute 380 ppm) geführt. Ein großer Teil des emittierten CO2 ist allerdings vom Ozean aufgenommen worden. Dies hat bereits zu einer messbaren Versauerung des Oberflächenozeans geführt.“

          http://gfzpublic.gfz-potsdam.de/pubman/item/escidoc:8314:1/component/escidoc:8312/VO%20Wolf_Gladrow%20Die%20Rolle%20des%20Ozeans.pdf

          Falls jemand den Film Melancolia gesehen hat…

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        • fingerphilosoph sagt

          Der jährliche Gesamt-CO2 Ausstoß, der in Gigatonnen gemessen wird, ist etwas anderes als der CO2-Gehalt in der Atmosphäre, der in ppm gemessen wird.
          Es gibt einen natürlichen CO2-Kreislauf, wonach Gigatonnen CO2 einerseits emittiert und andererseits wieder absorbiert werden.

          Das ist keine Fehlhypothese der Klimawissenschaftler, so doof, wie Du gerne glauben möchtest, sind die nun auch wieder nicht.

          Es gibt bessere Argumente, um den Klimawissenschaftlern ans Bein zu pinkeln, bspw:
          Dansgaard-Öschger-Ereignisse, von denen es in den letzten 100.000 Jahren ungefähr zwei Dutzend gab.
          der Beginn der Klimaaufzeichnungen ausgerechnet am Ende der Kleinen Eiszeit (1881), was eine Erwärmung von gerade mal einem Grad bis heute zu einem höchst erfreulichen Ereignis macht.
          Die doch erheblichen Temperaturschwankungen seit 1881, dahingehend, dass es zwischen 1960- 1991 um 0,5 K kälter (!) war als in der Hauptphase der Kleinen Eiszeit. Da seit 1800 in sich beschleunigendem Ausmaß Fossile verbrannt werden, das CO2 in der Atmosphäre also seit diesem Zeitpunkt kontinuierlich zunimmt, müsste die Temperatur ebenfalls kontinuierlich gestiegen sein, um die Korrelation zwischen CO2 und Temperatur zu bestätigen.
          Der Umstand, dass noch nicht mal 400 ppm ausreichen, um Pflanzen in Höchstform zu bringen. 280 ppm sind für Pflanzen das, was für uns eine Hungersnot ist.
          Eiszeiten, in denen der CO2-Anteil höher war als heute, im Ordovizium bspw. 10x (!) so hoch, also 4400 ppm.

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          • Stadtmensch sagt

            „..müsste die Temperatur ebenfalls kontinuierlich gestiegen sein, um die Korrelation zwischen CO2 und Temperatur zu bestätigen.“

            Nein. Erst erwärmt sich das oberflächennahe Wasser der Ozeane. Die Was auch geschieht, mit bekannten Folgen (Wetterkapriolen, Einfluss auf Jetstream usw.). Die Energie muss ja irgendwo herkommen. Lass dir mal von Paulus das Temperaturgleichgewicht strömender Luft und umgewälztem Wasser erklären.

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            • fingerphilosoph sagt

              … und die Kapriolen gehen dann soweit, dass bei kontinuierlich ansteigendem CO2-Gehalt in der Luft der Klimazyklus von 1960 bis 90 kälter wird als in der kältesten Phase der vorausgegangen Kaltzeit. 🙂

              Wow! Tolle Theorie, mit der man wirklich alles erklären kann. Wahrscheinlich auch, dass die Gletscher in vorauseilendem Gehorsam bereits um 1850 mit dem Schmelzen anfingen, als das CO2 aus fossiler Verbrennung noch gar keine Rolle spielte.

              2+
              • Stadtmensch sagt

                Man sieht, du hast lange gesucht, um die gängige Theorie zu „wiederlegen“. Deswegen sag ich ja auch „im Schnitt“ wurde soundsoviel seit Stichtdatum emittiert. Im 20 Jahrhundert wird es viel mehr gewesen sein, als zu Zeiten, wo sich langsam die Dampfmaschinen ausbreiteten. Die Leute messen die Änderung der globalen Durchschnittstemperatur und bringen das in einen Zusammenhang mit der Zunahme der CO2 Konzentration in der Atmosphäre. Wenn zwischen 1960 und 90 mal irgendein Industrieruß oder Vulkanausbruch eine temporäre Abkühlung verursacht hat, ist das auch ok.
                Aber ich hoffe echt, dass du recht hast und wir einfach noch das restliche fossile Wasser und die restliche Braunkohle ausbuddeln und dann mal sehen was noch so kommt.

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                • Der Brandenburgbauer sagt

                  Moin, Mark bis Stadtmensch , streite weiter um dieses Problem bis Ihr 3 selbst davon genug habt. Aber ich vermute, dass wird nicht passieren dazu seid ihr zu verbissen. Frage: Was bringt uns das zum Schluß????

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                • fingerphilosoph sagt

                  @ Stadtmensch

                  Ähnliche Diskussionen, wie wir sie hier gerade führen, gab es wahrscheinlich schon in der Bronzezeit.

                  Damals spielte die Verfügbarkeit von Zinn eine ähnliche Rolle wie heute die von Rohöl. Es gab dazuhin einen Klimawandel mit Trockenheiten und Dürren, die alles in allem mit Unterbrechungen 300 Jahre dauerte. Es gab eine übermäßige Abhängigkeit vom kapitalistischen Handel mit Abkommen wie Mercosur, bloß halt zwischen Hethitern und Ägyptern. Was heute für uns die Digitalisierung ist, war damals die Erfindung der Schrift. Und weil die Menschheit mit dem Untergang der alten Hochkulturen nicht ausgestorben ist, denke ich, dass sie es heute mit dem Untergang Europas und der westlichen Welt auch nicht tut. 🙂

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                • Stadtmensch sagt

                  @Brandenburgbauer: Damit du auch noch was hast davon:
                  „Klimawandel ist untrennbar mit unserem Wirtschaftssystem und verschiedenen Institutionen der sozialen Unterdrückung verbunden. Und solange das gesamte System von Profiten auf einer auf fossilen Treibstoffen basierten industriellen Wirtschaft beruht, kann der Klimawandel nur bekämpft werden, indem der Kapitalismus wie wir ihn kennen verändert wird“
                  S. 85 in „Klima – eine neue Perspektive“ von Charles Eisenstein.

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          • Lieber f..ph,
            „Es gibt einen natürlichen CO2-Kreislauf, wonach Gigatonnen CO2 einerseits emittiert und andererseits wieder absorbiert werden.“ Natürlich gibt es diesen Co2-Kreislauf. Aber es gibt keinen Beweis darüber, dass in diesem natürlichen CO2 Kreislauf immer exact die Menge (gemessen in Gigatonnen), die natürlicher Weise emittiert wird eben auf natürliche Weise auch wieder absorbiert wird (zu 100,00%). Genau deshalb kann es auch, wie in der Vergangenheit häufig geschehen, zu natürlichen Schwankungen des Co2- Gehaltes in der Atmosphäre kommen, gemessen in ppm. Genau deshalb ist die Aussage, der Anstieg des CO2-Gehalts(gemessen in ppm) ist zu 100% menschgemacht, Humbug und eine klassische Fehlhypothese. Gibt es eigentlich eine Messeinheit für Dummheit? Klimawissenschaftler würden ihren Höchstwert determinieren 🙂

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            • fingerphilosoph sagt

              Ja, klar: da hast Du natürlich Recht. Die Klimawissenschaftler gehen in Sachen Klima von einem erreichten Gleichgewichtszustand aus, der höchstens noch durch Vulkanausbrüche oder Meteoriteneinschläge oder eben halt den Menschen wieder durcheinandergebracht werden kann, und das ist dumm. Ebenso ist die Annahme, dass CO2 der einzige Faktor ist, der eine Erwärmung auslöst, die an sich unzulässige Reduktion eines ziemlich komplexen Geschehens. Der CO2 Kreislauf ist bloß ein drittklassiger Kreislauf. Aber sieh es mal so: den Klimawissenschaftlern werden die Gelder ja bloß nachgeschmissen, wenn sie eine Klimakatastrophe prognostizieren, ansonsten wäre das ein Forschungszweig auf ziemlich verlorenem Posten, für den sich niemand interessieren würde. So gesehen, sind sie eigentlich doch ganz schön schlau. 🙂

              Schockierend ist allerdings, dass die Gesellschaft a) eine Katastrophe offenbar herbeisehnt und b) eine Erwärmung von ein paar Grad schon für lebensbedrohend hält. Das erinnert an jene Prinzessin, die die Erbse nicht nur durch 20 Matratzen hindurch spürt, noch schlimmer, jetzt glaubt die Prinzessin sogar, dass sie an dieser Erbse ersticken wird.

              Wenn ein paar Grad plusreichen, um die Menschheit auszurotten oder in die Steinzeit zurückzubomben, dann haben wir definitiv was falsch gemacht und verdienen es nicht besser 🙂

              1+
              • Stadtmensch sagt

                „Ebenso ist die Annahme, dass CO2 der einzige Faktor ist, der eine Erwärmung auslöst“

                CO² und andere vom Menschen verursachte THG sind nur das Zünglein an der Waage. Der Haupttreiber ist der Wasserdampf in Folge der Erwärmung. Natürlich hatten wir schon einen viel höheren CO² Gehalt und der Planet war eisfrei mit 60m höherem Wasserstand, aber diese Veränderungen vollzogen sich über einen viel längeren Zeitraum und die globale Biomasse konnte es durch schieres Wachstum aufnehmen. Jetzt sind wir mitten in einer „Explosion“ mit Milliarden Menschen, die nicht einfach wegziehen können, wenn die Ernteerträge sinken.

                Was ihr hier betreibt ist nicht Dummheit, sondern Bosheit.
                Allein schon die Unterstellung die „Klimapriester“ würden hier eine globale Volksverdummung betreiben, um sich die Taschen zu füllen, ist einfach lächerlich. Dabei bin ich ebenfalls ein beinharter Misanthrop…
                Was solls, wir reden hier alle wie die Blinden von der Farbe.

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                • Karl Timme sagt

                  Stadtmensch „Jetzt sind wir mitten in einer „Explosion“ mit Milliarden Menschen“ Auch bei den Menschen handelt es sich um Biomasse. Eine fixierung von CO² über durchschnittlich 82 Jahre.

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                • Brötchen sagt

                  Denke auch die Diskussion ist müßig.
                  Man müßte eigentlich eher folgenden Gedankengang gehen
                  unabhängig, was nun Ursache ist.

                  1. ist der Klimawandel durch menschl. Einfluss beeinflussbar? und wenn ja in welchen Zeitfenstern und mit welchem Aufwand
                  2. ist es günstiger und sinnvoller sich lieber auf Gegenmaßnahmen vorzubereiten, als Pkt 1 weiter zu verfolgen

                  oder eine Kombi zwischen 1 und 2 bzw. einen klaren Entscheidungsbaum zu entwerfen

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                • Stadtmensch sagt

                  @Karl: Ja, sehr lustig. Ist leider völlig irrelevant, weil diese (ich schätze 40kg) Einheit gebundenen Kohlenstoffs global im Schnitt 5t freisetzt. Und zwar nur zu einem Bruchteil davon durch ihren Stoffwechsel.

                  @brötchen: Zu deinem Punkt 1 hat man sich auf einen Konsens geeinigt (CO2 Reduktionsziele usw.)
                  Leider wird es nicht umgesetzt, weil es nicht durchsetzbar ist. Wenn ich an die Propaganda der Chinesen im Zuge der Ein-Kind Politik denke, und an die dragonischen Sanktionsmaßnahmen, sind die paar Heulsusenartikel im Feuilleton doch allenfalls nette Unterhaltung mit Kaffee und Gebäck.
                  Oder hier eben „L’art pour l’art“, wie es fingerphilosoph ganz richtig feststellt.

                  Mal abgesehen vom Klimawandel, früher oder später müssen wir sowieso mit den Stoffkreisläufen wieder ins Reine kommen. Und wenn ich bedenke, wie lange es dauert bis sich so eine Erkenntnis durchsetzt…

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                • fingerphilosoph sagt

                  @ Stadtmensch
                  Dansgaard-Öschger-Ereignisse beginnen mit einem Anstieg der Temperatur auf der Nordhalbkugel um bis zu 12° innerhalb von 10 Jahren.
                  Hier:
                  https://www.scinexx.de/news/geowissen/loeste-sonne-klimakapriolen-der-letzten-eiszeit-aus/

                  Die Aussage, dass sich die Veränderungen über viel längere Zeiträume hinwegziehen, ist widerlegbar, nicht nur durch Dansgaard-Öschger-Ereignisse, sondern auch durch Untersuchungen von Insektenpopulationen in britischen Torfmooren, die rapide Klimawechsel innerhalb von 10 bis 20 Jahren bestätigen.

                  Und diese Aussage ist ja nicht die einzige, die entweder falsch ist oder bei der wichtige Informationen einfach unterschlagen werden, wie bspw. die, dass die Gletscherschmelze schon VOR
                  der menschengemachten CO2-Einbringung durch Verbrennen der Fossilen begonnen hat, nämlich um ca. 1850.

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                • Stadtmensch sagt

                  @fingerphilosoph, du kannst dir nicht vorstellen, dass auch ein Strömungsmuster im Atlantik „prellen“ kann?! Dansgaard-Oeschger oder Heinrich-Ereignisse sind längst gut erklärbar und bieten keinerlei Anlass, den anthropogenen THG-Rucksack als irrelevant abzutun. Im Gegenteil:

                  „Das Klimasystem ist ein sensibles System, das schon auf kleine Änderungen in der Energiebilanz empfindlich reagiert. Das Klima ist kein träges Faultier, sondern eher „ein wildes Biest“, wie der amerikanische Klimatologe Wallace Broecker formulierte. Wir sollten es nicht reizen.“
                  Quelle: netz

                  Wenn wir so weiter machen gibts was aufs Dach von Willi wegen OffTopic. Wart mal lieber ab, bis hier wieder ein Klimafass geöffnet wird 😉

                  Achso, viele lassen sich auch nicht beeindrucken und setzen auf das pralle Leben: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/wirtschaft-bmw-suv-101.html

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                • fingerphilosoph sagt

                  Klar sind Dansgaard-Öschger-Ereignisse erklärbar, aber eben nicht mit einem menschengemachten CO2-Anstieg in der Atmosphäre.

                  Der angebliche „Beweis“ dafür, dass die derzeitige Erwärmung im Wesentlichen auf den Einfluss des Menschen zurückgeht, lautet, dass eine Klimaerwärmung in der bisherigen Erdgeschichte immer viel langsamer vonstatten ging als heute. Und dieser angebliche Beweis ist eben widerlegbar.

                  Ich bin überzeugt davon, dass sich in der Welt nur was zum Besseren ändert, wenn alle Beteiligten gleichermaßen auf der Suche nach der Wahrheit sind. Ob man sie findet, ist gar nicht so wichtig. Wenn Menschen jedoch bewusst Erkenntnisse unterschlagen oder Halbwahrheiten verbreiten wie das in dieser Klimasache der Fall ist, nur um bei anderen Menschen Verhaltensänderungen zu erzwingen (wie notwendig solche Verhaltensänderungen auch tatsächlich immer sein mögen), dann wehre ich mich dagegen, so gut ich kann. Wenn man mit der Wahrheit bzw. der Suche danach nicht weiterkommt, dann kommt man überhaupt nicht weiter bzw. dann lohnt es sich nicht weiterzukommen.

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            • Karl Timme sagt

              Mark, die öffentlich Rechtlichen haben gerade eine Kampagne gestartet um beweisen, der Klimawandel ist Menschengemacht. So geschehen nach dem Wetterbericht durch den Meteorologen Herrn Schwanke, der an Hand von Kurven und verschiedener natürlicher Parameter dargelegt hat, der Temperaturanstieg ist rein Menschengemacht >durch CO² anstieg<,
              Gleiche Aussage bei Maischberger durch Herrn Rossmann, leider hat er sich verplappert und kundgetan, Methan sei noch schlimmer als CO².
              Fossile Brennstoffe, bei Beiden die Hauptursache, bestehen aus C; O; N; S und einigen anderen in geringeren Konzentrationen. S; Schwefel hatten wir ja schon, Stichwort Buschhaus, Waldsterben sauerer Regen. Nachrüsten von Filteranlagen, Entzug bei Treib und Brennstoffen. Ergebnis: Bei der Düngung muss heute im Gegensatz zu früher eine Schwefeldüngung erfolgen, der entzogene Schwefel wird wieder hinzugefügt damit wieder ein ausgewogenes Nährstoffangebot den Pflanzen zur Verfügung steht.
              Die Fossilenbrennstoffe sind Konservierte Pflanzen, bei denen die Nährstoffe in dem Verhältnis vorliegen
              wie sie diese von den Pflanzen zum Wachstum brauchen.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Die Diskussion geht doch dahin, dass das mehr an Co2 durch fossilen Brennstoffen eben nicht durch die Ökosysteme aufgenommen werden kann und dadurch ein Temperaturanstieg verursacht wird. Warum man das als Laie in Frage stellen muss und kann, vermag ich nicht zu deuten.

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          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin, Au Entschuldigung Christian du bist ja der 4 im Bunde.
            Dich hatte ich total übersehen.

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  8. fingerphilosoph sagt

    Die Vision für Landwirtschaft in 20 Jahren:

    Jeder Bauer, dessen Hof es in 20 Jahren noch gibt, ist zwischenzeitlich KLIMA-Bauer geworden. In allen Mainstream-Medien kommt jeden Tag mindestens ein, eher vier Artikel zum Thema, wie der KLIMA-Bauer das Weltklima rettet. Der LEH ist längst auf die Schiene aufgesprungen und verkauft in seinen Regalen nur noch klimaneutrale Lebensmittel.

    Es wird dann 20 bis 30 verschiedene KLIMA-Labels geben, die darauf hinweisen, dass die Nahrungsmittel mit dem entsprechenden Label klimaneutral, klimafreundlich, klimawohlig, klimarettend, klimaschützend, klimapositiv, klimastärkend, klimapflegend, klimaheilend … sind. Vielleicht wird auf den Verpackungen eine KLIMA-Ampel abgedruckt von A bis F, und wer A kauft, rettet das Klima am meisten, während F gerade mal noch klimaneutral ist.

    Da man für das Klima alles tun muss, auch Opfer bringen, sind Klimalebensmittel im Gegensatz zu BIO-Lebensmitteln nicht nur doppelt, sondern sechsmal so teuer. Natürlich gibt es staatlicherseits auch eine Menge KLIMA-Subventionen.

    Die Klimarettung steht über allem anderen. Egal ob der Hof groß oder klein, BIO oder KONVI, Weidevieh oder Stallhaltung, High-Tech oder nicht, darauf kommt es nicht mehr an, sondern darauf, welchen Beitrag der KLIMA-Hof zur Rettung des Weltklimas leistet. Landwirtschaft ist dann nicht mehr Landwirtschaft und weder Artenschutz noch Tierwohl, sondern KLIMA-Heilung.

    Wenn ihr zu den Gewinnern gehören wollt, stellt eure Höfe baldmöglichst auf Klimaheilung um.

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    • bauerhans sagt

      in 20 jahren wird uns weltweit wasserknappheit, eine grosse völkerwanderung,einschliesslich islamisierung (grossfamilien,clans) und die slumbildung in unseren städten beschäftigen.

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    • Christian Bothe sagt

      Da muss ich aber ziemlich schmunzeln…Aber es hat eben jeder so seine Ideen und diese wollen wir ja diskutieren…

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    • firedragon sagt

      fingerphilosoph, danke für die Comedy – Einlage.
      Das muss man laut mit richtiger Betonung einem Publikum vortragen… mein „Publikum“ hat sich gerade schlapp gelacht.
      Und mit einem Schmunzeln im Gesicht lassen wir den Abend ausklingen.

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  9. bauerhans sagt

    was machen wir uns eigentlich gedanken,in der NW von heute steht:

    Die Lebenserwartung steigt weiter,nur langsamer.

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    • Obstbäuerin sagt

      Trotzdem soll jeder 6. vor seinem 67. Lebensjahr sterben, bauerhans. Darum wohl Rente mit 67.

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  10. Ferkelhebamme sagt

    Ich befürchte, dass allen politischen und gesellschaftlichen Wünschen nach romantischer Familienbetriebsidylle zum Trotz die Strukturen immer größer werden und eine vertikale Integration stattfinden wird. Ställe, Futtermittelunternehmen, Schlachthäuser, Handel-alles in einer Hand. Bauern sind Angestellte, bzw. Anteilseigner mit festem Einkommen und geregelten Arbeitszeiten. Die Ställe sind topmodern und hoch technisiert, die Tiere gechipt und somit genauestens dokumentiert, höchste Effizienz. Zukunftsmusik? In Spanien längst Realität! Und die spanische Bevölkerung hat mit dem Begriff der industriellen Produktion (planta de production) bei den integrierten Betrieben interessanterweise überhaupt kein Problem.
    P.S. Aldi kauft gerade lustig große Agrarbetriebe ein…

    5+
      • Ferkelhebamme sagt

        Ich hoffe, das ist eine ironische Frage. Die Kreuze sind die Mahnung, dass genau das passieren wird, wenn Politik UND Verbraucher so weitermachen und die Landwirte in den Ruin treiben. Was meinen Sie, was diese Strukturen für eine Macht haben werden? Ich bin ganz gern mein eigener Herr, doch wenn das nur noch ein „irgendwie durchhalten“ bleibt, ist es das nicht wert.

        3+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Schon klar.
          Dieser Beitrag enthält aber nur jede Menge unerfreulicher Perspektiven, ich sehe nicht, was ihr stattdessen konkret vorschlagt. Was ist eure Wunschzukunft, mit welcher man in Verhandlungen mit NGOs und Regierung eintreten könnte? Und wie man hier sieht, müssten auch diese großen mächtigen Player (LEH) mit an den Tisch, die jetzt im nonverbalen Versteck munter ihre Interessen verfolgen können. Die müssten auch einmal gezwungen werden, ihre Pläne laut und deutlich öffentlich kundzutun.
          Ich hab eine Vision hier gepostet. Die Reaktion stellte mich als naiv hin. Na gut. Aber wenn man nicht von Konzernen übertölpelt werden will, wenn man nicht als naiv dastehen will, was will man dann?

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          • Karl Timme sagt

            Frau Ertl „was ihr stattdessen konkret vorschlagt“ es ist in vielen Reaktion auf den Grünen Kreuze die Frage gestellt worden. Aber genau das sollen diese doch nicht, ein Fertiggericht liefern an dem Mann sich dann abarbeiten kann.
            Gleiches war ja auch bei der Treckerdemo. Nein hier ist die Auffordeung, gemeinsam eine Vision, eine Wunschzukunft, zu entwickeln.

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            • Brötchen sagt

              Naja ihr müßt aber auch was anbieten. Nur irgendwas mit eigener Herr und so, kostet mich im Osten nur ein müdes Lächeln und den Grossstadtbewohner auch, der guckt deswegen nicht mal hoch.

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              • sonnenblume sagt

                Die Crux ist doch, dass sich die Politik an den Verbraucherumfragen und der Meinung der NGO`s orientiert, obwohl das alles im krassen Gegensatz zum Marktverhalten der Verbraucher steht. Der Verbraucher hat keine Beschimpfung von unserer Seite verdient. Er wird doch nur als Druckmittel von der Politik eingesetzt um die Landwirtschaft in Deutschland auf Bio zu trimmen. Wenn man sieht, welche Handelsabkommen geschlossen werden, dann muss man doch sagen, dass der gemeine Verbraucher dem Staat völlig gleichgültig ist. In D. soll möglichst nur noch Bio produziert werden. Auch in meiner Umgebung wo es nur klein strukturierte Flächen und Betriebe gibt, setzten die Behörden alles daran, die Landschaft von der Landwirtschaft zu befreien.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Ja, Brötchen, so ist es. Es reicht nicht zu sagen, was man für sich jetzt will, es braucht darüber hinaus auch Vorschläge, wie die Politik, die ja alle übrigen Anliegen zu berücksichtigen hat, dorthin kommen könnte.
                Sonst agiert man wie die NGOs: Ich will flächendeckenden Herdenschutz, woher das Geld kommen soll, geht mich nichts an.

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          • Brötchen sagt

            Elisabeth sehe ich im Grunde auch so wie Du!
            Ich sehe das mit den Großen Playern nur nicht so negativ, weil die Lehre ist ja, das große Strukturen nur bedingt bzw. nur mit einer ausgefeilten Organisation zu beherrschen sind. Da Tierhaltung und Reaktionen auf Wetter usw. eine sehr flexible Reaktionsfähigkeit bedingen , sonst ist das ganze wirtschaftlich nicht zu beherrschen. Daran ist ja der Betrieb in Thüringen auch „gescheitert“ und Aldi wird da auch scheitern, wenn die nicht substanziell ihr Management ändern.

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          • Ferkelhebamme sagt

            Frau Ertl, meine persönliche Wunschzukunft ist meine Betriebsgröße mit einem finanziellen Auskommen, das ein sorgenfreies Überleben inkl. Investitionen in geringerer Arbeitsbelastung, Tierwohl, Umweltschutz, Altersvorsorge etc. möglich macht und auch meinen Kindern eine Perspektive bieten würde, falls die denn möchten. Mehr nicht.
            Ich biete den von fingerphilosoph vorgeschlagenen Klima-Hof. Denn wir können CO2-Bindung, Insektenschutz, Tierwohl, gläserne Produktion, usw. Ach ja, Nahrungsmittel können wir auch.

            Und der LEH muss nicht gezwungen werden, seine Pläne kundzutun, das ist kein Geheimnis! Siehe hier z.B.:
            http://www.vet-consult.de/news/Rewe-Manager-erwartet-vertikale-Integration-bei-Schwein-und-Rind-3879519.html

            Wunsch und Wirklichkeit klaffen nunmal weit auseinander, darum ist es naiv an Träumen festzuhalten.

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        • Arnold Krämer sagt

          Die Landwirte müssen aufhören, Verbraucherbeschimpfung zu betreiben. Zwischen den meisten Landwirten und dem Endverbraucher gibt es oft mehrere Verarbeitungs- und Handelsstufen. Die wirtschaftlichen Probleme vieler Landwirte haben unterschiedliche Gründe. Und die Marktstrukturen und jeweiligen Gewinne in den Wertschöpfungsketten sind je nach Produktionsrichtung auch noch unterschiedlich zu beurteilen. Die Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen sind allerdings sehr kritisch zu hinterfragen, was aktuell mit den Grünen Kreuzen ja auch passiert.

          1+
          • Arnold Krämer sagt

            Von dem, was der Landwirt produziert, wird (meist in verarbeiteter Form) nur zu rund einem Drittel vom Endverbraucher selbst bei Rewe, Edeka etc. eingekauft. Ein Drittel wird mittlerweile über Großküchen, Catering etc. verkauft und 1 Drittel geht ins Ausland. Die Kaufmotive und Marktbedingungen in den 3 Bereichen sind entsprechend unterschiedlich. Also Schluss mit pauschaler Verbraucherbeschimpfung!

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      • Ferkelhebamme sagt

        Tönnies investiert auch groß in Russland und China, Adrian Straathoff hat in D Tierhaltungsverbot, ist jetzt auch offiziell wg. Tierquälerei verurteilt, und macht groß in Osteuropa weiter. Hier gibt es derweil den zweiten Wurst-Listerien Skandal. Schweinefleisch ist in D gerade knapp und teuer, die Wurst-Hersteller kommen aufgrund ihrer langfristigen Lieferverträge mit dem LEH mächtig in die Bredouill. Aber niemand hinterfragt die Herkunft dieses Fleisches?
        Ich wage auch zu behaupten, dass wir alles richtig machen, brav dokumentieren und vom Schnitzel über jeden Tierarztbesuch bis zur Saat des Futtergetreides rückverfolgbar sind und dabei ganz nebenbei Bienchen und die Welt durch CO2 Einsparung retten. Interessiert den hemmungslosen Konsumenten aber nicht.

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        • Brötchen sagt

          Ja der muss sehen, wie sein Geschäftsmodell weiter gehen kann, in D. bricht ihm das perspektivisch, so wie es jetzt ist, weg.
          Vielleicht muss er sich auch etwas umorientieren.
          Von Ihm habe ich gehört, das er schnell mal eine Idee hat und die auch schnell mal wieder verworfen wird.
          Da ist noch nichts in Stein gemeißelt.

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    • Paulus sagt

      Ferkelhebamme, ich komme jetzt als Letzter angekrochen und es liest auch wahrscheinlich keiner mehr.
      Es gab mal eine Vision in den USA, da wollte sich die ehemalige Monsanto mit John Deere verbandeln. Beide hatten auch noch hunderte von Start-ups von wg. Farming 4.0 im Schlepptau. Ich habe dieses Bestreben zwar nur in der amerikanischen Presse verfolgt, aber die Idee dahinter war, alle ackerbaulichen Aktivitäten incl. der Bereitstellung des Saatgutes, PSM und des Maschineneinsatzes etc. sozusagen als komplette Dienstleistung von A-Z zur Verfügung zu stellen. Im Grunde war das gar nicht so weit entfernt von dem Geschäftsprinzip eines Lohnunternehmers. Das Manko war u.a., dass das Ertragsrisiko bei den Farmern also den Land-zur-verfügung-stellern bleiben sollte. Das Risiko wollte man als dienstleistender Komplettbewirtschafter für sich ausschließen. Da bekamen nicht nur die Konservativen im Kongress kalte Füße und es wurde verhindert.
      Das Dumme ist nur, die Ideen und Gedanken sind und bleiben nun mal in der Welt …

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      • bauerhans sagt

        Bill Gates war doch richtig gross bei John Deere eingestiegen.
        ich hatte leider den einstieg verpasst.

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  11. Sabine sagt

    Ich denke, in den nächsten Jahren wird sich das Einkaufsverhalten nochmals drastisch ändern. Nach dem Non-Food-Einzelhandel wird sich der Food-Einzelhandel digitalisieren. Die Leute werden noch weniger selber kochen, es wird mehr Fast-Food und mehr Fertiggerichte geben, die nur in die Micro geschoben werden müssen und diese werden nicht mehr aus der Truhe beim Supermarkt kommen, sondern bestellt werden.
    Das Food-Abo wird kommen, wo man entweder aus einer Liste von Fertiggerichten auswählen kann oder -ähnlich wie jetzt schon bei HelloFresh- jede Woche eine Kiste mit allen Zutaten für einfache und schnelle Gerichte geliefert bekommen u.U. mit entsprechenden Gar-Geräten wie Termo-Mix oder Crockpot.

    Wir werden sehr viel weniger Küchen mehr kaufen, sondern uns mehr aufgerüstete Micros und Garer anschaffen. Stunden in der Küche stehen werden nur noch Hobby-Köche, die sich den Luxus an Zeit und die ganzen Küchen nebst Utensilien leisten können. Kochtöpfe und Herde werden demnächst ein Statussymbol wie der dicke Markengrill. Diese Gruppe wird u.U. auch zu Landwirten pilgern, die ihnen eine besondere Sau oder einen bestimmte Apfelsorte anbietet.
    Natürlich kann der nicht-kochende Genießer und Gesundheitsfanatiker sein Abo auf Bio, Veggi, Super-Food, LowCarb oder was auch immer upgraden und seine Lebensmittelallergien und geschmacklichen Abneigungen werden berücksichtigt.
    Dadurch wird der Lebensmittel-Markt noch stärker genormt und wer jetzt glaubt Aldi würde Preise drücken, der wird sich beim „Aldi-Food-Service“ erst recht umgucken. Wir werden uns vllt. bald nach einem Markt zurücksehnen wo noch eine Handvoll großen Lebensmittelhändlern beherrscht wird. Ich schätze am Ende werden max. zwei große Anbieter den Markt unter sich aufteilen.
    Alles andere wird eher eine Mini-Nische.
    Diese großen Anbieter werden sich mit Sicherheit auch die Ställe und Felder unter den Nagel reißen, um die gesamte Wertschöpfungskette im Konzern zu haben.
    Allerdings wird ihnen Deutschland mit Sicherheit als Produktionsstandort zu teuer sein.
    Die selbständigen Landwirte, die die nächsten 20 Jahre überleben, werden mehr anbieten als landwirtschaftliche Produkte und vllt. werden diese Höfe dann doch etwas mehr nach Bilderbuch ausschauen, wie heute. Vertragsnaturschutz, Kita oder Altenheim auf dem Hof, tier-gestützte Therapien und Wohngemeinschaften nicht nur für Behinderte, sondern auch für gestresste Städter oder überarbeiteten Manager, der dann mit den Schweinchen im Themen-Stall „Dicker Waldemar“ durchs Stroh toben oder im 2 Wochen Führungsseminar „Bruder Esel“ einen relexteren Umgang mit Mitarbeitern lernt.
    Irgendwie sowas.
    Ich hoffe, ich irre mich sehr.

    2+
      • Sabine sagt

        Du kennst vllt. die Strohkiste, die unsere Omas benutzt haben um Gas zu sparen. So dicke Kisten mit Stroh, wo vor allem Eintöpfe und Reisgerichte fertig gegart wurden. Der Crock-Pot oder Schongarer ist die technische Weiterentwicklung. Man schmeißt alle Zutaten morgens rein, wählt die Zeit und ein Gar-Programm aus und wenn man dann abends Heim kommt, ist das Essen fertig. Das Teil kann auch backen und braten, ersetzt also den Herd und ist für kleine Haushalte völlig ausreichend. Vom Preis her ist so ein Topf selbst vom Original-Hersteller nicht besonders teuer, mit 150 Euro bist Du dabei. Allerdings hat er nicht wie das Luxusgerät von Vorwerk auch gleich eine Wage und ein Rührwerk. Doch selbst der Thermomix ist nicht teuer, wenn man sich dafür bis auf die Kühlkombi die Küche spart und die Leute werden bald genau diese Rechnung machen. Selbst die billigste Papp-Küche kostet um die 5000 Euro, eine Kühlkombi und so ein Multikocher bleiben deutlich unter 2000 Euro. Schließt man das Teil zukünftig via App auch noch an Computer und Smartphone und verbindet das ganze mit einem Lebensmittel-Bring-Service, der einem ähnlich wie Amazon auch noch regelmäßig Rezepte vorschlägt, braucht es keinen stationären Einzelhandel mehr. Demnächst wird dein Handy mit dem Kühlschrank und der Küchenmaschine beschließen, wann was gekauft werden muss und Du kriegst noch eine Nachricht auf die App und einen Notiz die Gerichte zu bewerten. „Kunden die „Graupeneintop“ gekauft haben, haben auch „Linseneintopf“ gekauft.“ oder „Schau dir die Top-Gerichte dieser Woche an. Beste Kundenbewertung bekam „Ungarischer Gulasch“ oder „Diese Woche 20% auf alle Fischgerichte von EatSmart. Starte heute deine Nordic Experience mit 5 Seafood-Gerichten aus Norwegen zum Sonderpreis von… Wenn dann deine Küchenmaschine noch mit deiner Wage und deiner Gesundheit-Uhr redet, könnte Übergewicht bald echt eine digitale Haushaltskrise auslösen. „Computer sagt Nein“

        2+
        • bauerhans sagt

          „…die Leute werden bald genau diese Rechnung machen.“

          die meisten können und wollen nicht kochen,irgendwelche berechnungen können die schon gar nicht.

          1+
  12. Hans-Georg sagt

    Ich denke die Entwicklung wird zu noch größeren Einheiten gehen. wenn ich zurück schaue die letzten 50 Jahre und die Landwirtschaft von damals mit heute vergleiche war das eine gewaltige Entwicklung vom kleine bäuerlichen Familienbetrieb (teilweise am Rande der Subsisdenzwirtschaft) mit 20-30 Hektar zu heute mit 300-400 Hektar.

    So wie sich die Entwicklung in meinem näheren Umkreis zur Zeit darstellt werden wir am Ende bei einer Größe von 1000 ha und mehr landen mit mindestens 1 – 2 Fremd AK. Ob nun als spezialisierter Betrieb mit reinem Ackerbau oder auch Milchviehbetrieb sei dahin gestellt. „Öko“ oder „konventionell“ werden sich dann angleichen und die gleichen Problem mit den Erlösen bekommen.
    Wenn sich das anders entwickeln soll, werden die Lebensmittelpreise entweder noch stärker subventioniert werden müssen und/oder die verbliebenen Landwirte machen in Kulturlandpflege im Auftrag des Staates gegen Bezahlung. Ob das dann politisch durchsetzbar ist, sei dahingestellt.
    Wenn ich mir heute anschaue bei wie viele Betriebe auslaufen weil der Hofnachfolger/in fehlt oder keine Lust mehr auf eine 60 Stunden Woche für wenig Geld haben. Anderswo verdient sich das Geld leichter bei geregelter Arbeitszeit.
    Auch habe ich Zweifel ob es dann genug Junge Menschen geben wird die sich für den Job entscheiden. In meiner Lehrzeit reichte ein Landkreis um drei Klassen (1-3 Lehrjahr) in der Berufsschule zu beschicken, heute werden aus 3 oder 4 verschieden Landkreisen die Azubis zusammen gezogen um einen Klassenraum zu füllen.

    3+
    • firedragon sagt

      Sehe ich ähnlich Hans – Georg,
      wenn es die landschaftlichen Strukturen hergeben, wird der verbleibende Betrieb in dieser Region größer.
      Anders wird es in „verwinkelten“ und sehr kleinen Flächen werden. Ob solche Flächen dann noch landwirtschaftlich bewirtschaftet werden – eher nicht.
      Das wird allerdings nur so geschehen, wenn die Welt so bleibt, wie sie derzeit ist.

      2+
        • firedragon sagt

          Guten Morgen Frau Ertl,
          unsere Kreuze stehen als Mahnung, stehen für Gesprächsbereitschaft, stehen für ein Miteinander und als Protest gegen bürokratischen Irrsinn.
          Ich kann von unserem Betrieb behaupten eigentlich alles richtig zu machen, das ist kein Eigenlob, das wird uns von Berufskollegen gesagt. Wir sind nur nicht Bio.
          Meine „Vision“ – den Betrieb am Leben erhalten und versuchen nicht unterzugehen.

          5+
          • Elisabeth Ertl sagt

            Hatte ich so verstanden, aber warum liest man dann zu diesem Beitrag nur die gegenteiligen Zukunftsperspektiven? Wäre hier nicht der Platz, Wunschperspektiven zu formulieren?

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            • firedragon sagt

              Frau Ertl,
              angenommenen, ich würde mir wünschen, dass alle Betriebe so arbeiten wie wir oder wenigstens ähnlich, dann würden mir die Brandenburgbauern dieser Welt den „Vogel zeigen“.

              2+
              • Brötchen sagt

                Firedrogan das nicht unbedingt.
                Ich gucke nur konsterniert, wie man einen ganzen Landesteil so ausblenden kann. Was hier als Zukunftsvisionen beschrieben werden, sind hier schon seit langer Zeit Realität.
                Hier hat ein Familienbetrieb 2000 ha und ein Biobetrieb fast 1000 ha und ist auch mehr oder weniger ein Familienbetrieb.

                Ich sehe die reine Hektarzahl auch nicht unbedingt als das Kriterium an. Wichtig wäre für mich, wie zukunftsfähig ist ein Betrieb aufgestellt und das ist nicht nur reine Größe und auch nicht davon abhängig, ist das nun ein oder zwei oder drei Familienbetrieb.

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                • firedragon sagt

                  Brötchen,
                  ich blende niemanden aus.
                  Ich habe ja geschrieben „angenommen ich würde“. Das heißt nicht, dass ich das tue.
                  Jeder Landesteil hat seine ganz eigene Struktur und muss ganz individuell betrachtet werden. Jeder einzelne Betrieb hat seine ganz eigene Struktur, seine Stärken und Schwächen und jeder Betrieb muss individuell beurteilt werden.
                  Die Politik macht das nicht, weil sie nicht will oder nicht kann. Und Naturschützer können oder wollen das ebenfalls nicht sehen.
                  Per Gesetz Verbote auszusprechen, die für alle gleichermaßen gelten sollen ist nicht zielführend.
                  Wenn riesige Mastställe nicht mehr gewünscht werden, dann könnte die Politik einfach die Förderung hierfür einstellen, Punkt.
                  Wenn andere Stallformen gewünscht werden, muss die Politik hierfür die Förderung aufstocken, Punkt.
                  Das wünsche ich mir :
                  Die Politik kann sich ihre Verbote und Sanktionen an den Hut stecken.
                  Stattdessen ein Bonusprogramm entwickeln und über „Lob“ in die gewünschte Richtung dirigieren.
                  Diese Bonusprogramme müssen allerdings in die Praxis umsetzbar sein und den Fortbestand des einzelnen Betriebes dauerhaft sichern.
                  Fazit : mit Verboten kommt man nicht ans gewünschte Ziel. Es müssen attraktive Anreize geschaffen werden.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Die politischen Diskussionen in der und um die Landwirtschaft in D werden fast immer so geführt, als wenn es den Fall der Mauer vor 30 Jahren nicht gegeben hätte. Wir haben im Osten Grossbetriebsstrukturen, für deren Leiter die Diskussionen auch hier manchmal etwas weltfremd erscheinen müssen. ( sagt jemand, der die Entwicklung der Landwirtschaft im Nordwesten zu starken „bäuerlichen“ Familienholdings begleitet und beobachtet hat).

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                • Arnold Krämer sagt

                  Auch landwirtschaftliche Unternehmen sind selbstgebastelte Abenteuerspielplätze. Für den gesetzlichen Rahmen hat die Politik zu sorgen, oft aber nicht die allerbesten Ideen. Schon seit Jahren verrennt sie sich im ordnungspolitischen Klein-Klein und demotiviert damit die Akteure auf den Höfen.

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                • Brötchen sagt

                  Firedragon das bezieht sich nicht auf Dich, Du bist fast der einzige, der das realistisch sieht. Jedenfalls was ich aus der Ferne so beurteilen kann.

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                • Brötchen sagt

                  „Dass für den Kunden der Billigpreis entscheidend ist, öffnet dem Landgrabbing der Konzerne Tür und Tor.“

                  Zur Zeit boomt bei uns Edeka und Rewe.
                  Beim Edeka muss ich samstag mittag an der Kasse anstehen. Gegenüber ist ein großer Kaufland.
                  Aldi hat seine Geschäfte auch aufgepimpt, weil denen wohl die Kunden auch etwas abhanden kommen.

                  Es ist schon etwas differenzierter.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Ja, das ist eben das große Mentalitätsproblem der Bauern, dass man lieber schweigt, bevor einem jemand womöglich den Vogel zeigt. Dass man sich im Zweifel ins Zentrum des arrondierten Besitzes verkriecht, wo man bis auf weiteres seine Ruhe vor anderen Zeitgenossen hat.
                Ich wünsche mir auch nicht, dass die Landwirtschaft nur noch im Hobbybetrieb funktioniert so wie bei mir. Eine Perspektive setzt natürlich voraus, dass man auch die Anliegen der anderen Gesellschaftsgruppen kennt und berücksichtigt.
                Dass für den Kunden der Billigpreis entscheidend ist, öffnet dem Landgrabbing der Konzerne Tür und Tor. Gleichzeitig fordert WHES aber das genaue Gegenteil. Und jetzt gilt es zu sehen, dass beides gleichzeitig nicht kommen wird, weil unmöglich, und dass die Unzufriedenheit der Gesamtgesellschaft daher bleiben wird, wenn die Konzerne Billig-Bio im großen Maßstab produzieren.
                Die ostdeutschen Großbetriebe gelten im öffentlichen Bewusstsein Österreichs übrigens als abschreckendes Beispiel, weil die „verwinkelten“ kleinen heimischen Flächen da nie mithalten können, und weil da die Autarkie eines ganzen Landes auf dem Spiel steht. Wir müssen für eine EU-Landwirtschaftspolitik kämpfen, die in der Lage ist, alle sinnvoll und ökologisch verträglich zu bewirtschaftenden Flächen in Kultur zu halten. Und es muss uns gelingen, die Kulturlandschaft so optisch ansprechend zu gestalten, dass sie in der Lage ist, vielen Tieren ihre Habitate zu lassen, vor allem aber auch der gegenwärtigen unsäglichen Wildnis-Mode der Städter, welche die Versorgungssicherheit gefährdet, eine verlockende Alternative zu bieten. Und bei der Optik haben die Großbetriebe ein gewaltiges Defizit. Das alles kostet Geld, aber dieses Geld kann natürlich nicht vom Hartz IV – Empfänger kommen, sondern das muss den Familien Schwarz etc. entzogen werden können.

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                • firedragon sagt

                  Frau Ertl,
                  Sie haben doch gar keine Ahnung, wer ich bin.
                  Und mir ein Mentalitätsproblem anzuhängen ist, nun ja… nicht nett.
                  Vielleicht darf ich es Ihnen etwas bildlicher darstellen.
                  Der größte Schlag in unserer Gemarkung ist ca 9ha groß und da sind mehrere Verpächter drin.
                  In bspw Brandenburg ist das quasi ein Vorgarten. Ein Brötchen würde bei uns Platzangst bekommen, wir hingegen geraten ins „schwärmen“, wenn wir dortigen Flächen sehen, die kein Ende nehmen wollen.
                  Und nun verraten Sie mir bitte, wie hier ein Gesetz für alle greifen soll.

                  6+
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ja gut, dass Sie Ihre Situation schildern. In Österreich sind solche Verhältnisse ganz normal, und wenn man hier sich dafür geniert hätte, dann gäbe es bei uns gar keine LW mehr. Man hat in Österreich mit viel Werbeaufwand dafür gesorgt, dass die Bevölkerung die Qualität der ö. Produkte für besser hält als die deutschen – auch wenn das vielleicht unfair ist. Es gab früher Lösungen, das war leider vor dem EU – Beitritt. Da bekamen die Bergbauern Erschwerniszulagen in mehreren Abstufungen und die Flachlandbauern bekamen nichts.
                  Willi hat schon einmal gefordert, dass sich der EU – Markt von der Billigkonkurrenz aus dem Ausland viel besser abschotten muss. Dann muss man aber auch einmal der Tatsache ins Auge schauen, dass Lebensmittel mindestens das kosten, was der Großbetrieb im Flachland ohne Förderung verlangen muss. Und dass nur Betriebe in Ungunstlagen Förderungen verdienen. Und Großbetriebe, die an Ökoprogrammen arbeiten.

                  0
                • Brötchen sagt

                  Firedragon wir haben auch Splitterflächen die attraktiv sind.
                  Es hängt ja auch immer von der Landschaft ab.
                  Mein Vater hat schon zu Ostzeiten Gehölzstreifen in Größenordnungen angelegt und die hatten 3000 ha Gesamtfläche. Der war Naturschutzfan, wir hatten damals schon wieder die ersten Biber. Das war eine Sensation.
                  Großbetriebe können auch schnell Massnahmen umsetzen. Es gibt aber auch bei uns sehr differenzierte Landstriche wo es optisch attraktive Gegenden gibt und andere die nicht so ansprechend sind. das war aber schon vor 100 Jahren auch nicht anders.
                  Die Österreicher sind nach meiner Wahrnehmung auch manchmal etwas überheblich.
                  Ich erinnere mich an eine Sendung über Almen, wo dt. Städter aushelfen. Da war eine Mädel, die Rinderzucht zu Ostzeiten gelernt hatte, aber nicht mehr in dem Beruf arbeitet. Der Bauer mit seinen 6 Kühen hat ihr dann mal so auf den Zahn gefühlt, was sie denn so kann usw. und hat ihr dann so mäßige Kompetenz zugesprochen. Der hat sich gefühlt wie der große Könner, mit seinen 5 Kühen. Der war nie im Osten und hat da auch nie einen Stall gesehen.

                  2+
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Und dann bleiben vielleicht noch Förderungsgelder übrig, die man den bedürftigen als Lebensmittelzuschüsse gut schreiben kann.

                  0
  13. Der Brandenburgbauer sagt

    MoinWilli, entschuldige bitte. Ich wollte mit meiner spontanen Aussage was die Situatition in Thüringen betrifft , auf keinen Fall deinen Blog instrumentalisieren.
    Aber ich musste meinen tiefen Frust „ablassen“.

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    • „Welche Ideen für die Zukunft der Landwirtschaft haben die NGOs? Und wie stark werden diese Ideen die Politik bestimmen?“

      Möglicherweise bekommen die NGOs Probleme. Der im August veröffentlichte Sonderbericht des IPCC zum Thema Klimawandel und Landnutzung hat immerhin festgestellt, dass Increased Food Productivity , also mehr Output pro Input, ein dringendes Ziel sein muss. Nichts wäre fataler für das Klima als eine weitere Umwandlung natürlicher Flächen in Agrarflächen. Da werden sich die NGOs wohl entscheiden müssen, ob sie wirklich bei der Forcierung des BioLandbaus bleiben wollen…
      Nach meinen Eindruck wurde diese Passage übrigens nicht weiter groß thematisiert. Das passte wohl nicht in das mediale Bild.

      3+
      • Stadtmensch sagt

        Mehr Output pro Input kann aber auch das Verhältnis Energieinput zu Nahrungsenergieoutput bedeuten. Das könnte man z.B. auch durch mehr „ganze“ Landwirte erreichen. Also weniger räumliche Trennung von Tierhaltung und Ackerbau. Heißt weniger Energie für Transporte. Vor allem keine NaWaRos, die nur für die Biogasanlage erzeugt werden. Sonnenenergiegewinnung über Pflanzen ist ein Unding! Da ist PV Faktor fuffzich effektiver. Auch bei Kompostierungsverlusten gibts bestimmt noch viel Potential. Tierhaltung ließe sich weiter reduzieren, wenn wir den „Wirtschaftsdünger“, den die Konsumenten erzeugen, nicht einfach ins Meer verfrachten würden.
        Potential ohne Ende auch ohne Intensivierung also…

        1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Reine Acker, Obst und Weinbauern wird man nie mehr für eine zusätzliche Viehhaltung überzeugen können. Das wäre eine Illusion.

          2+
        • Thomas Apfel sagt

          Der theoretische PV Faktor liegt sogar bei 125 bei derzeitigem Stand der Technik. Das Problem ist die fehlende Grundlastfähigkeit, genau das kann BioGas. könnte Erdgas aber genauso. Im Grunde ist BioGas die durch die Stromkunden bezahlte Bereinigung des Marktes von landwirtschaftlichen Überschüssen. Vorher war das mit Stilllegungsquoten (10-15%) geregelt. Das Grundlastproblem ist aber sinnvoller durch Speicher für Sonnenenergie (Wasserstoff, Strom) zu lösen, nur ist das sehr viel teurer.

          1+
          • Karl Timme sagt

            Herr Apfel stimme Ihnen voll zu und möchte ergänzen. Bei der PV gibt es bei schlechten Wetter ein Grundrauschen , wenn die Sonnescheint ist der Bedarf in der Regel gering.
            Das Substrat der BG ist hier der Speicher der Sonnenenergie. Gut handhabbar, leicht zu lagern und vorhandene Technik ermöglicht den sofortigen Einstieg. Das waren die großen Vorteile beim Einstieg in die BG. Die Technik ist mit den Anlagen gewachsen, der Wirkungsgrad hat sich geringfügig verbessert. Aber der Wirkungsgrad der Elektrolyse, die Probleme der Lagerung, des Transtport und Handhabung sind geblieben.

            1+
  14. Oberländer sagt

    Aus „Der Landwirtschaft “ wird das was wir daraus machen.
    Sie ist nichts Totes , Sie ändert sich ständig und hat sich immer
    angepasst .
    Ganz ohne heilbringende Ideologie.
    Ob wir die Billigheimer des Kapitals oder unabhängige Bauern sind
    liegt an unserer Streitbarkeit und Unnachgiebigkeit.
    Wenn ich die seitenlangen Kommentare hier sehe ( lesen tue ich das nicht mehr alles ) sehe ich das wir uns wunderbar zerstreiten können.
    Damit machen wir uns zu Sklaven des Kapitals !!
    Wir müssen einig und unnachgiebig sein egal ob mit Kreuzen
    Bändern oder Traktoren !
    Nutzt Eure Energien dafür und vertut sie nicht für Seitenlanges
    Geplapper.

    5+
    • Obstbäuerin sagt

      Hallo Oberländer, klingt schön, was Du schreibst aber ich sehe das nicht. Uns ist tatsächlich die Akzeptanz in den entscheidenden Gremien verloren gegangen. Selbst Institutionen, Parteien oder Personen, die uns früher unterstützt haben, wenden sich gegen uns. Das ist im Großen so, wie im Kleinen. Noch vor 5 Jahren waren wir Obstbauern in unserer Kommune als regionale Produzenten angesehen und akzeptiert. Heute hat man kein Problem mehr damit, unsere Existenz durch sinnloses Ordnungsrecht aufs Spiel zu setzen. Da kann ich noch so streitbar sein, es wird mir nichts nützen.

      5+
  15. Friedrich sagt

    Zwischen Bauernhof und Bewirtschaftungseinheit gibt es eine große Spanne. Bei uns gibt es Maschinengemeinschaften als Vollkooperation und diese bewirtschaftet dann die einzelnen Flächen der Mitglieder. Also alle Maschinen gehören den zwei-drei-vier Bauern gemeinsam .
    Jeder einzelne bezahlt die erbrachte Arbeit, auch für seine eigene, verkauft aber die Erntefrüchte selbst und zahlt auch die Betriebsmittel (Pflanzenschutz, Düngemittel,usw.)auch selbst. Da ist dann eine Bewirtschaftungseinheit , aber mit mehreren selbständigen Bauern. Man kann sagen , daß es fast keinen Bauern in Deutschland gibt , der nicht in irgendeiner Form , verschiedene Maschinen in Gemeinschaft hat. Daraus läßt sich schlußfolgern , daß es , wenn es um Bewirtschaftungseinheiten geht , fast nur noch die Hälfte der Betriebe gibt. Alles das , ist der Wirtschaftlichkeit und dem fehlenden Einkommen geschuldet. Die Landwirtschaft wird durch die politischen Rahmenbedingungen regelrecht zerquescht. Jeden Tag hören in der EU 1000 Bauernhöfe auf . Im Jahr rd. 400.000 Höfe. Davon in Deutschland rd. 7000 Höfe/Jahr. Entweder müßen die politischen Kosten gesenkt , oder die Verkaufserlöse erhöht werden . Bisher haben die Sprüche der Politiker das Höfesterben nicht gestoppt.

    4+
  16. Elisabeth Ertl sagt

    Willi, hast Du Dich also schon von der Vorstellung einer selbstständigen Zukunft Deines Betriebes (in der Hand Deines Sohnes) verabschiedet? Weil es Deiner Ansicht nach niemanden mehr interessiert, ob Du die Entwicklung hin zu großen Einheiten gut findest oder nicht?

    0
  17. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, bei allen Wünschen und Spekulationen ,die wir heute in diesem Blog betreiben,
    überschatte die Meldung aus Thüringen, das viele CDU Verantwortliche fordern, die AFD bei der Diskussion über eine Regierungsbildung nicht zu vergessen, mein absolutes Unverständnis.
    In diesem Blog von Willi sind ???? eventuell 4%-5% Berufskollegen und Verbraucher aus dem Osten unserer Republik. In 3 Bundesländern, Brandenburg, Sachsen und Thüringen sind die Landtagswahlen gelaufen aber nicht Geschichte!
    So “ zwischen den Zeilen“ kann man lesen, das auch für die Wähler in anderen Bundesländer wo bald Wahlen an stehen, die AFD eine wählenswerte Partei darstellen könnte. Ich rate jedem, beschäftigt Euch einmal mit Björn Höcke aus Thüringen oder Andreas Kalbitz aus Brandenburg. Mein Fazit “ Das sind Nazis der aller ersten Sorte“.
    Kommentar Ende.

    1+
    • Stadtmensch sagt

      Heute ist der Deutsche „Glücksatlas 2019“ von der DHL erschienen. Danach sind wir alle superglücklich und zufrieden. Ich weiß auch nicht, warum viele es jetzt wieder mit Faschismus probieren wollen. Im Sportverein macht man sich neuerdings im „Hakenkreuzschritt“ warm und schießt den Puk (Eishokey) ins „Hakenkreuznetz“. Gruselig! Besorgte Eltern sollen sich an die Eltern der betreffenden Kinder wenden. Also an die Nazi-Eltern. Passt bloß auf, wenn die wieder die Macht ergreifen. Dagegen war der „DDR-Unrechtsstaat“ ein Kindergeburtstag. Und falls jetzt wieder wer mit Kommunismus und Stalin um die Ecke kommt: Man darf nicht vergessen, dass er der größte „Kommunistenschlächter“ war. Was ich eigentlich sagen wollte (wegen dem Themenbezug), Maschinenringe und Vollkooperation sind kein Zeichen von Armut, sondern eine zeitgemäße, ressourcenschonende Art des Wirtschaftens. Ich würde das Prinzip ausweiten.

      2+
  18. Wilfried Furchert sagt

    In 20 Jahren werden uns Ereignisse eingeholt haben, deren Existenz längst bekannt ist.
    Das sind die Bevölkerungsexplosion in Afrika und Südostasien sowie der zunehmende Wassermangel östloich der Anden und südlich des Himalaja. Manch einer wird sich wundern was dann wieder möglich ist.
    Was die deutsche Landwirtschaft anbelangt können wir davon ausgehen, dass sich die Eigentums- und Besitzverhältnisse verändern. Keinesfalls wird es aber wieder zu kleinbäuerlichen Verhältnissen kommen.

    5+
  19. Karl Timme sagt

    Bereits 1991 zur Eröffnung der Grünen Woche in Berlin hatte der Damalige Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle (er hatte als Landwirtschaftsmeister 10 Jahre den Elterlichen Betrieb geführt) schon die Vision: Der Familienbetrieb der Zukunft in Deutschland, wird nicht mehr so sein wie heute. Er wird in Form von Kapitalgesellschaften, mit Größen um 450 ha, 300 Kühen, 20000 Schweinemastplätze usw. daherkommen (Sinngemäß wiedergegeben).
    Betrachtet Mann nur Vollerwerbsbetriebe, befinden wir uns in diesen Größenordnung und darüber.
    Sicherlich kann die Politik hier Gleise verlegen und die Richtung damit vorgeben, wie am Beispiel Biogas. Das betrachte ich als größten Unsicherheitsfaktor, die Politischen Weichenstellungen und deren Nachhaltigkeit.

    0
  20. Altbauer Jochen sagt

    20 Jahre vorausschauen ?
    Voraussagen wie es vermutlich sein wird ?
    Ich wehre mich immer dagegen wenn Leute sagen
    es geht sowieso in diese (oder jene ) Richtung.
    Der „liebe Gott“ regelt nicht alles für uns.
    Es kommt so, wie es uns in den Sinn kommt und
    wie wir danach handeln bzw. nicht handeln.
    Bauern ,Politik und Gesellschaft ,alle zusammen,
    die Frage ist wer die Oberhand behält !

    6+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Genau! Es geht darum, über den eigenen Schatten zu springen und statt realistischen Einschätzungen der eigenen Sehnsucht zu folgen auf die Gefahr hin, dass es gewissermaßen das Leben kosten kann; es wenigstens im Geiste zu wagen, wo es ja materiell zunächst nicht wirklich gefährlich ist, sondern wo man ja jederzeit wieder aus seinen Träumen erwachen kann und in diese reale Welt zurückkehren, die einem als Realität, wenn auch als Scheiße vertraut ist.
      Und drum setz ich mich jetzt wieder einmal bewusst den kommerziellen Bauern aus, die mich als Hobbybäuerin in der Luft zerreißen werden:
      Ich wünsche mir solche Technik, die von einer Arbeit befreit, die dem Menschen schadet, z. B: von kräftraubenden Tätigkeiten, die den Bewegungsapparat schädigen bzw. ab einem gewissen Alter gar nicht mehr möglich sind, die lebensgefährlich sind etc. Ich begrüße z.B. Traktoren mit Stoßdämpfern und Klimaanlage. Und ich lehne eine Technik ab, die einzig der Kostenreduktion dienen soll und dem Menschen sinnstiftende Handarbeit wegnimmt. Wir haben zunehmend das Problem der Arbeitsintegration minderbegabter Menschen. Und es gibt durchaus das Bedürfnis, durch landwirtschaftliche Handarbeit in unmittelbaren Kontakt zur Natur zu treten bei bestimmten Formen der Unkrautentfernung, beim fachkundigen Obstbaumschnitt, bei manchen Erntearbeiten und bei der Betreuung von Tieren. Dieser Kontakt zur Natur macht ja einen großen Teil des Reizes dieses Berufsfeldes aus.
      Ich wünsche mir vor diesem Hintergrund wieder mehr in der Landwirtschaft beschäftigte Menschen. Auf diese Weise könnte die Kulturlandschaft wieder kleinere Strukturen erhalten, die von den meisten Menschen als ästhetisch erlebt werden, und die einer Vielfalt von Pflanzen und Tieren Lebensraum lassen. Es könnte sich lohnen, Flächen wieder in Kultur zu nehmen, die mangels maschineller Bearbeitbarkeit derzeit verwildern.
      Eine solche Zielsetzung könnte eventuell von der unseligen Diskussion Bio versus Konvi wegführen. Die Versorgungssicherheit hängt ja nicht so sehr von hässlichen Riesenstrukturen ab, die rein aus Gründen der Kostenreduktion entstanden sind, sondern vom optimalen Ertrag, der auf kleinen angepasst bewirtschafteten Flächen mit „schlampigen“ Rändern unter Umständen höher sein kann. Ich stelle mir vor: Wenn eine Landschaft schön aussieht und eine gewisse Biodiversität aufweist, dann wird Otto Normalverbraucher sich auch von der Notwendigkeit verantwortungsvoll angewendeten chemischen Pflanzenschutzes überzeugen lassen.
      Das Geld für eine solche Landwirtschaft wird vorhanden sein, sobald dem Geld wieder Fesseln angelegt werden und die weitgehend steuerfreien Kapitalsammelbecken in der Hand von Menschen, die nichts Nützliches produzieren, ausgetrocknet werden.
      Viele Menschen erkranken heute psychisch am fehlenden Sinn ihrer Bullshitjobs und flüchten abends an den Landwirtschaftssimulator. Gebt ihnen doch die reale Landwirtschaft zurück!
      Es stimmt zwar, dass hedonistische dekadente Freizeitgestaltung boomt. Das hat aber auch damit zu tun, dass die Leute ahnen, dass es bald nicht mehr möglich sein wird – also jetzt oder nie! Es ist die Flucht vor einer ungewissen Zukunft. Man sollte daher den Leuten ein zwar weniger luxuriöses aber dennoch lebenswertes Bild von Zukunft vermitteln, damit sie zum Verzicht bereit werden.

      0
      • firedragon sagt

        Frau Ertl,

        das ist wirklich ein Wunschdenken.
        Ich zerreiße Sie deswegen nicht in der Luft, aber was Sie beschreiben hatte der Arbeitsmarkt, ob das nun LW ist oder Nähereien u.a. Der Mensch hat sich wegrationalisiert.
        Für Menschen mit Minderbegabung ist in der hart umkämpften Marktwirtschaft kein Platz – im Sinne der Wirtschaftlichkeit.
        Ich beziehe mich nun auf die LW. Sicherlich gibt es Arbeitsfelder, die quasi „jedes Kind“ bewerkstelligen kann und somit natürlich auch Menschen mit Beeinträchtigungen, gar keine Frage.
        Was jetzt kommt klingt hart: diese Arbeitskraft ist den Mindestlohn nicht wert.
        Wenn ich jemanden einstelle, nur um bspw. den Hof zu kehren und aufzuräumen, so habe ich von dieser Person (ausser, dass es schön aussieht) keinen wirtschaftlichen Nutzen. Im Gengenteil, ich leiste mir diese Person und brauche eine zusätzliche Einnahmequelle, um diese Arbeitskraft zu finanzieren, da sie sich nicht selber finanziert.

        2+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Jetzt sind Sie also wieder auf dem Boden der Realität und der Scheiße, in der die Landwirtschaft sitzt, aufgeschlagen. Ja, der Mensch hat sich wegrationalisiert. Aber freut uns das? Wenn der Minderbegabte den Mindestlohn nicht wert ist, dann ist er die arbeitslose Sozialhilfe noch viel weniger wert. Dann ist er schon als Mensch nichts wert. Und dann sind wir früher oder später wieder dort, wo wir vor 85 Jahren waren. Wollen wir das?
          Ich behaupte ja nicht, dass die Landwirtschaft dieses Problem lösen soll, das ist eben die Aufgabe der Politik, und so verstehe ich Willis Denkanstoß.

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          • firedragon sagt

            Frau Ertl,

            das bezieht sich sich auf alle Wirtschaftszweige, nicht nur auf die LW !
            Ich habe nicht den Menschen bewertet – lediglich seine Arbeitskraft !

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Richtig, es bezieht sich auf alle Wirtschaftszweige. Deshalb ist es auch sinnvoll, zum Zweck der Entwicklung politischer Konzepte über den Tellerrand der Landwirtschaft hinaus zu blicken. Und es ist nun einmal so, dass die Sozialhilfe von arbeitenden Menschen aufgebracht werden muss, und dass es wachsende Tendenzen gibt, die „Sozialschmarotzer“ zu kriminalisieren, und das unterstelle ich natürlich jetzt nicht Ihnen!
              Wir haben uns das politische Wunschdenken abgewöhnt, und das ist gefährlich. Es gibt durchaus ein problematisches Wunschdenken: wenn jede gesellschaftliche Gruppe nur auf ihre eigenen Belange schaut.
              Aber die Kraft kommt von Visionen, gesamtgesellschaftlichen Visionen. Wir haben zu viel Angst vor politischen Weltbildern: weil der Kommunismus gescheitert ist. In der Demokratie kann man die Einseitigkeit von Weltbildern riskieren, weil es immer Korrektive gibt.

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          • fingerphilosoph sagt

            Ist es moralisch vertretbar, einen Menschen eine Arbeit tun zu lassen, die eine Maschine genausogut oder besser erledigen kann, wenn der Mensch diese Arbeit im Grunde nicht tun will?
            Schließlich haben wir die Maschinen ja erfunden, eben weil wir die Arbeit nicht tun wollen.
            Mit welchem Recht will man also Maschinen- wieder durch Menschenarbeit ersetzen?
            Ist eine solche Forderung, genau genommen, nicht sogar menschenverachtend?

            Wenn die Menschen so wild drauf wären, in der Landwirtschaft Hand anzulegen und Unkraut zu hacken, wer könnte sie dran hindern, das zu tun?

            1+
          • Reinhard Seevers sagt

            Genau das sind unsere zukünftigen Probleme. Lesen Sie 21 Lektionen des 22.Jahrhunderts von Hari…..

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        • Arnold Krämer sagt

          Feuerdrache: „Wenn ich jemanden einstelle, nur um bspw. den Hof zu kehren und aufzuräumen, so habe ich von dieser Person (ausser, dass es schön aussieht) keinen wirtschaftlichen Nutzen“.

          Ganz so einfach, wie Sie das darstellen, ist die Sache nicht. Eine aufgeräumte schöne Hofstelle kann dazu beitragen, dass sich Mitarbeiter stärker mit dem eigenen Unternehmen identifizieren und grundsätzlich motivierter arbeiten. Das positive Erscheinungsbild des Hofes kann sich positiv auf die Geschäftsbeziehungen auswirken (Wer den Hof so ordentlich aussehen lässt, arbeitet auch ordentlich im Stall und auf dem Acker, der geht ordentlich mit seinen Maschinen (Widerverkaufswert) und mit seinen Tieren um, der ist vertrauenswürdiger). Und wer sich im Einkommensbereich bewegt, an dem die höchsten Grenzsteuersätze zu zahlen sind, bekommt die „unproduktive“ Arbeitskraft dann auch noch etwa zur Hälfte durch Vater Staat bezahlt.

          3+
          • firedragon sagt

            Herr Krämer,

            soll ein LW-Betrieb, der sich für die empfangenen Subventionen rechtfertigen muss, nun auch noch anhören, er lässt sich seine AN durch den Staat teilsubventionieren ?

            Diese Betriebe gibt es in der LW, genauso, wie in anderen Bereichen der Wirtschaft.

            Natürlich könnte der Betrieb auf Kosten Vater Staat (Steuerzahler) von solchen AN profitieren. Der Betrieb wäre möglicherweise auch noch angesehen, da er ja was für das Sozialwesen tut und Menschen in die Arbeitswelt integriert.
            Es ist ein zweiseitiges Schwert, welches ich nicht anfassen möchte.

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            • Arnold Krämer sagt

              Ja, dann soll der Staat ruhig weiter immer höhere Steuern auch von gut wirtschaftenden Landwirten eintreiben und damit die „Sozial- und Umverteilungswirtschaft“ füttern. Leider füttert auch mit dem mühsam verdienten und dann abgeführten Steuergeld auch die Organisationen, die ihm dann im Klagewege dfas Leben schwer machen und der Realwirtschaft obendrein.

              1+
          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Herr Krämer, Ein Bauernhof, bei all den wirtschaftlichen Problemen die wir alle haben, sollte doch wiederspiegeln wie der Landwirt/ Bauer wirtschaftet.

            2+
      • Paulus sagt

        Elisabeth Ertl, was ist denn das schon wieder für ein wirres Zeug? Selbstverständlich dient der technische Fortschritt nicht nur der Arbeitserleichterung sondern auch der Kostenreduktion. Alles andere wäre doch absurd.

        2+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Kostenreduktion dient der Erhöhung des materiellen Wohlstands. Wenn wir aber schon auf zu großem Fuß leben, wenn wir den Planeten materiell zu sehr ausbeuten, dann könnte man diesen Aspekt auch einmal hinterfragen.

          0
          • Stadtmensch sagt

            Es ist ja ehrlich gesagt keine Kostenreduktion sondern eine Kostenexternalisierung. Der freigesetzte Arbeitnehmer hangelt sich je nach Alter auf der sozialen Sprossenleiter nach unten und verursacht nicht selten gesellschaftliche Folgekosten ohne Ende. Wir hoch war gleich nochmal der Haushalt für Soziales? 3 Millionen Kinder wachsen in einer Familie mit mindestens einem registriert drogensüchtigen Elternteil auf. Da haben noch die kommenden Generationen etwas von diesen Verwerfungen. Das kriegt man auch nicht mehr raus aus der Gesellschaft. Ist wie abgestorbenes Gewebe.
            Sagt einfach, wenn das zu viel Geschwafel ist. Für mich sind das die zentralen Themen, wenn es um Ideen für eine bessere Gesellschaft geht.

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    • Stadtmensch sagt

      „die Frage ist wer die Oberhand behält“
      https://de.wikiquote.org/wiki/Warren_Buffett

      Man muss nur genau beobachten wie es läuft. Das Kapital geht auf Einkaufstour und und so wird künftig jeder, der Waren und Dienstleistungen konsumiert, einen Teil als Tribut für den Eigentümer abführen, der mit diesem Geld die Welt nach seinen Vorstellungen „entwickelt“.
      Also bei jedem Zahnarztbesuch klingelt es künftig in der Kasse der Familie Jacobs (und vielleicht zum Teil beim fingerphilosophen, der als Shareholder sein Geld ganz schlau angelegt hat). Tributökonomie eben. (Ich meine natürlich nicht unseren fingerphilosoph, für ihn ist doch das Geld nix als Religion und ein elektronisch gespeicherter Wert auf einem Datenträger). Mir ist jedenfalls das System mit Steuern und weitestgehend demokratisch legitimiertem Ordnungsrecht lieber. Nur so ein Gefühl. Ich lasse mich aber auch gerne von den Vorzügen einer Ständegesellschaft, Mäzenatentum oder der „Revolution der gebenden Hand“ wie es dem alten weißen Mann Peter Sloterijk vorschwebt, überzeugen.

      0
  21. fingerphilosoph sagt

    Für die nächsten 10 bis 20 Jahre hängt viel davon ab,

    a) wie der Brexit ausgeht, ob er zustande kommt, auf den St. Nimmerleinstag verschoben, abgesagt, durchgezogen wird. Denn:

    Mit GB im Boot ist die EU in einer Patt-Situation, in der Nord- und Südländer sich gegenseitig mit 1/3-Mehrheit blockieren können. Mit dem Brexit verschiebt sich die Situation zugunsten der Südländer mit Frankreich an der Spitze, die in der Agrarpolitik protektionistischer sind als die Exportländer im Norden. Mit Austritt von GB verschieben sich die Machtverhältnisse in der EU. Die Südländer sind Agrarländer mit Industrie, die Nordländer Industrieländer mit Landwirtschaft. Das macht schon einen Unterschied und könnte sich u.U. für die deutsche LW positiv auswirken.

    b) wie die nächste Rezession ausfällt, deren erste Vorläufer sich am Horizont bemerkbar machen. Möglicherweise führt diese Rezession zum lange angekündigten Crash des bisherigen Wirtschafts- und Finanzsystems. Dann wird es für einige Jahre unangenehm. Oder dieser Crash wird wieder verhindert und das Wirtschafts- und Finanzsystem erneut mit Rettungsschirmen und ähnlichem gerettet werden. Das bedeutet dann steigende Negativzinsen, Einbehaltung von Vermögen über 100.000 Euroe etc. pp., weshalb man die Bürger dran hindern muss, ihr Geld von der Bank zu holen und unters Kopfkissen zu legen. Die Folge dürfte die Abschaffung des Bargeldes sein, was vermutlich aber auch nach einem Crash passieren wird, zumal das durchaus im Interesse einiger Big Players ist.

    c) von der Entwicklung des Klimas: Bei weiterer Erwärmung steht uns mit großer Wahrscheinlichkeit eine Öko-Diktatur bevor.

    d) von der Energiewirtschaft mit der Frage, ob ein Land gleichzeitig aus Kernenergie, Kohle und Öl aussteigen kann und ob die EE halten, was sie versprechen, oder ob es zum großen Blackout kommt.

    Wenn keiner dieser Faktoren stark genug für einen wirklichen Umbruch (Krise) ist und alles mehr oder weniger in der derzeitigen Erstarrung verbleibt, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es 2039 nur noch 100.000 Bauernhöfe in Deutschland gibt.
    Der bequemste und unkomplizierteste Weg dürfte in diesem Fall sein, fehlende Lebensmittel aus dem Ausland zu importieren, wo dann niemand nachfragt, unter welchen Bedingungen diese produziert werden.

    Insektenmehl und Kunstfleisch aus dem 3D-Drucker wird sich in den nächsten 20 Jahren noch nicht durchsetzen, aber langfristig wird die Landwirtschaft, wie wir sie heute kennen, verschwinden und Nahrungsmittel werden ähnlich wie Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel in Industrieanlagen und Labors erzeugt. Wenn es vorher zu Lebensmittelknappheit (Hungersnöte) kommt, werden die Reichen weiterhin essen, was ihnen schmeckt, während die Armen Insektenmehl oder gar nichts bekommen.

    5+
    • bauerhans sagt

      „eine Öko-Diktatur.“

      zumindest haben wir aktuell in der landwirtschaft planwirtschaft auf der erzeugerseite,die abnehmer feiern den markt,ihren markt.

      3+
    • Arnold Krämer sagt

      Sie haben das Thema Migration/Völkerwanderung vergessen. Das hängt sicherlich aber auch mit den Themen Klima, Wirtschaft zusammen. Ansonsten Zustimmung.

      2+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Die Frage ist: WORAUS werden Nahrungsmittel in Industrieanlagen und Labors erzeugt? Aus welchen Ausgangsmaterialien?

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    • firedragon sagt

      fingerphilosoph,

      Du hast Länder mit Potential und immens viel „Luft nach oben“ vergessen.
      Wirf mal einen Blick allein nur auf Russland.
      Unterschätzt die Russen nicht !

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    • fingerphilosoph sagt

      @ Arnold Krämer
      Migration ist ein weiterer Punkt, das stimmt. Da geht es ja auch noch um andere Fragen wie die Rolle der Türkei, das Pulverfass Naher Osten, die Islamierung Europas, Clankriminalität usw.

      @ Elisabeth Ertl
      Proteine bspw. bestehen aus Aminosäuren, diese aus einer Aminogruppe (NH2) und einer Carboxygruppe (COOH). Nahrungsmittel werden künftig wie Medikamente auf der Ebene der Atome zusammengeschraubt, als Ausgangsmaterial kann man dann alles nehmen: Plastik, Erdöl, Meerwasser, Staub, Exkremente. Das ist natürlich energieintensiv und erfordert eine schier unerschöpfliche Energiequelle, neben der die Fossilen wie Peanuts aussehen, aber diese Quelle haben wir ja. Die Sonne stellt jeden Tag doppelt soviel Energie zur Verfügung, wie die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht. Mit den Wüsten haben wir auch den Platz, um entsprechende Sonnenkraftwerke zu bauen, aber das ist kein Modell für eine Welt mit eigenmächtigen Nationalstaaten. Die Menschheit kann die Landwirtschaft erst aufgeben, wenn sich unter einer Weltregierung eine neue Energieversorgung etabliert hat und das dauert noch eine Weile.

      1+
      • Elisabeth Ertl sagt

        Und was bringt das dann, die Landwirtschaft aufzugeben? Dass die Leute wieder Ureinwohner spielen und sich mit der Machete durch irgendwelche Wildnis schlagen können als Freizeitbeschäftigung?

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        • firedragon sagt

          Warum nicht – Dschungelcamp vor der Haustür.
          Auch eine Art der Freizeitgestaltung.

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          • bauerhans sagt

            hofcafe des nachbarn reicht schon!
            immer freundlich sein,zuvorkommend,besonders am sonntagmorgen.
            die fluktuation der hilfskräfte ist auch ein thema.

            0
        • fingerphilosoph sagt

          Es ist der Wunsch des Menschen, nichts arbeiten zu müssen und im Schlaraffenland zu leben, wo ihm die gebratenen Tauben ins Maul fliegen. Diesen Traum realisiert er sich mit Hilfe von Technik.
          Tja, man sollte eben vorsichtig sein mit dem, was man sich wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen.
          Das ist das Problem, mit dem wir es zu tun haben. 🙂

          Dann gibt es noch den Wunsch des Menschen nach einer mit dem natürlich-biologischen Dasein unverträglichen klinisch-technischen Reinheit. Viren, Bazillen, Blut, Schleim, Exkremente, Gülle, Gären, Verdauen: das alles ist dem modernen Menschen suspekt. Die Zukunft gehört „clean food“, und das macht man am besten mittels High-Tech im Labor.

          Womit die Leute sich dann beschäftigen? Gender studies, augmented reality, Netflix, Mangas, Rettung des Juchtenkäfers, Schönheits-OPs, Darkweb – das, was sich heute abzeichnet, wird sich weiterentwickeln.

          2+
          • Elisabeth Ertl sagt

            Es ist der Wunsch des Menschen, nichts arbeiten zu müssen – so lange, bis ihm fad wird. Dann bastelt er an einer neuen Maschine, schlimmstenfalls einer, die kein Mensch braucht.
            Und wenn er die klinisch-technische Reinheit erreicht hat, dann engagiert er sich beim NABU.

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            • fingerphilosoph sagt

              Das ist ihm offensichtlich lieber, als sich bei einem Bauer zum Spargelstechen, Kartoffellesen oder Hofkehren zu melden. Tja, und dann?

              1+
    • brouss sagt

      An Lebensmittel aus der Industrie oder Labor glaube ich nicht. Viele werden es probieren, aber was 100%iges wird das nicht werden. Je näher die sich der 100%-Marke nähern wollen, desto teurer wird es werden.

      Entscheidend wird sein, was die Bauern lernen und was sie draus machen. Die Chancen sind riesig.

      0
  22. Georg Summerer sagt

    Aldi kauft weiteren landw. Großbetrieb! so lautet heute eine Schlagzeile. Auch wenn der Verbraucher behauptet er wolle den kuscheligen Kleinbetrieb so erzeugt sein Verhalten an der Kasse etwas ganz anderes. Ob die Regierungen eines Tages über die Zerschlagung von solchen Superhandelsketten nachdenken müssen? Vielleicht. Die Politik muss wohl gefragt werden warum sie die Landwirtschaft für alles mögliche mit Geld stützt wenn doch gleichzeitig die Handelsriesen den Bauern weltweit ordentliche Preise verweigert und die Besitzer von den Ketten immer reicher werden.
    Es wird immer irgendwie weitergehen, davon bin ich überzeugt und ich glaube auch dass unsere Betriebe demnächst deutlich größer werden. Vor 35 Jahren haben wir in der Landwirtschaftsschule einen 40 Kuhbetrieb angeschaut und jeder hat gesagt: „Boa wie soll das denn gehen“. Und jetzt?
    An Bio glaube ich nicht, zu teuer und zu unökologisch. Es ist doch die übermäßige Flächennutzung für Landwirtschaft und sonstige menschliche Aktivitäten das eigentliche Problem für die Natur. Wie können wir da hergehen und die Nahrungsmittelerzeugung für Bio zu extensivieren und dann noch viel mehr Fläche beanspruchen? Da wird es wohl bald einen Tag der Erkenntnis geben. Daß das Konsumverhalten in den Industrieländern vor ein paar Jahren zu massivem Hunger in armen Ländern geführt hat ist trotz der Flüchtlinge momentan vergessen. Wie lange noch?
    Auch die Tierhaltung wird es weiter geben. Über Tiere hat der Mensch die einzige Möglichkeit nicht zur menschlichen Ernährung geeignete Futtermittel und Reststoffe (Treber, Trester, Schrote und Getreideprodukte) zu verwerten, ganz abgesehen davon daß Tierhaltung die Nahrungsmittelmenge puffert. Daß derzeit eine heftige Diskusion über die Tierhaltung entbrannt ist ist für mich allein der Tatsache geschuldet daß die deutsche Bevölkerung überwiegend im Wohlstand lebt und aufgewachsen ist. Warum sollte ich annehmen daß das auf immer so bleiben wird? Erste Selbstzerstörungserscheinungen gibt es doch schon. Und die Ställe sind schließlich auch immer besser geworden.
    Insekten und Kunstfleisch als Massenphänomän? Wohl eher nicht so schnell und sehr anfällig für Schlamperei und Betrug.
    Ja die Technik. Wer hätte denn vor 30 Jahren an den Handyboom, Internet, Melkroboter, die hochkomplexe Traktorentechnik und autonomes Fahren geglaubt oder daß er all die Technik selbst benützt? So wird es auch mit den Feldrobotern kommen.
    Gefährlich wird den Betrieben allerdings wenn sie die hohen Kosten nicht in Gewinne umwandeln können. Das hat auch schon der Unternehmer Horsch festgestellt. Der Strukturwandel wird dann so richtig angeheizt.
    Ein weiteres Problem sehe ich auf die aufgegebenen Betriebe zukommen. Wie sollen sie ihr Eigentum, den Boden behalten können wenn bei der nächsten Übergabe nicht mehr an einen Wirtschaftenden sondern an einen Erbenden übergeben werden muss. Mit der Erbschaftsteuer rückt auch der Verkauf näher. Aber an wen?

    10+
  23. Obstbäuerin sagt

    Hallo Zukunft regional. Wir haben soeben mit der Post die neue Sondernutzungsordnung der Stadt zugeschickt bekommen. Darin steht, dass wir auf unserem Platz in der Stadt, wo wir seit fast 20 Jahren Erdbeeren und Kirschen verkauft haben, nicht mehr stehen dürfen. Uns fehlt das Geld aus den Äpfeln, die erfroren sind und dann keine Einnahmen aus der Direktvermarktung. Ich bin ratlos.

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  24. Walter Parthon sagt

    Eine wahrer, aktueller Bericht über Schlachttransporte, Öko, Bio, und Tierleid, oder -wohl, von Jemandem der versucht hat es dem Tier recht zu machen;
    Ich muss mich jetzt mal auskotzen!
    Ihr alle hier schimpft ständig auf Massentierhaltung, Schlachttransporte und den bösen Bauern… löst Proteste dagegen aus, und wenn gar nichts mehr hilft ist es halt der „Arsch von Verbraucher“ der nur im Supermarkt kauft….
    Leute – lest euch mal die Gesetze durch! Mit und mit sind spätestens mit der EU so viele geisteskranke Gesetze auf den Weg gekommen, dass es unmöglich ist eine wirklich gute Tierhaltung / Lebensmittelgewinnung zu gewährleisten….
    Nehmt mich als Beispiel; mein Traum war lange schon ein Hofladen mit Produkten von GLÜCKLICHEN Tieren! Nicht mit dem verlogenen „Bio- oder Öko-Siegel“, sondern tatsächlich geliebt und mit Spaß am Leben….
    Ich habe immer von Ziegen geträumt – als Katzenmensch sind das einfach „meine“ Viecher;-) – sensibel, eigenständig und mit Dickkopf, aber großem Herzen und schwer intelligent, das man als Mensch stolz drauf seien kann, die Position der Leitziege inne zu haben…
    Hier in der Eifel habe ich Platz gefunden mir eine Ziegenherde auf zu bauen – mein Ziel ist 4fach Nutzung… Die perfekte Ziege gibt Milch, hat / vererbt einen Fleischanteil, ist groß (für die Landschaftspflege) und sieht auch noch toll aus (bunt, oder hübsch im Fell)
    …Zucht auf reine Milchziegen, die in der Käserei dienen bringt jedes Jahr etwa 50 % MilchziegenBöcke – die sind quasi Abfall, ähnlich männlichen Kücken…. Ich will das nicht und kreuze Fleischziegen ein, die Böckchen werden kastriert und laufen ein Jahr mit in der Herde…. Auch dafür habe ich vorgesorgt und Lehrgang/Prüfung/Bescheinigung zum Schlachten gemacht, bestanden und eingetragen….
    Theoretisch ist Platz, Zeit, Liebe, etc… vorhanden Ziegen im Paradies zu halten und zu nutzen – NICHT AUS ZU NUTZEN!!!!….
    Meine Tiere haben Spaß am Leben, werden aber behandelt wenn sie krank sind, oder auch mit benötigten Futtermitteln versorgt, die nicht selbst angepflanzt sind (weshalb wir die Kriterien für „BIO“ nicht erfüllen.) Ohnehin lächerlich diese „Siegel“ – hat mit Tierwohl wenig zu tun!
    Verkaufen darf ich aber nicht!!!!
    Für den Käse müsste ich 2 Räume deckenhoch gefliest einrichten in unmittelbarer Umgebung von Dusche und Umkleide, mit Schleuse und 2 kontaktlosen Waschbecken und mit TÜV Pasteurisator, Kühlung etc…… dann dürfte ich die Milch verarbeiten und auch auch „weitergeben“. (die Nr. ist ein Witz an sich – Käse klappt niemals, wenn bei der Herstellung nicht auf peinlichste Hygiene geachtet wird… piepegal ab im Kupfertopf über offenem Feuer oder in EU zertifizierten Räumen mit high-tec Ausstattung…. Im Gegenteil! Ein Käse, der eben nicht industriell gefertigt wurde, ist der gültige Beweis für absolute Hygiene! Wenn man schon im Herstellungsprozess Konservierungsmittel zugibt und chemisch die Reifung beschleunigt, wird es immer was, und das darf dann in D. verkauft werden, weil es in einer Industrie am Fließband hergestellt wurde!!!!????
    Schlachten – ich habe jetzt (nach vielen Anfragen beim Vet Amt, über Dritte erfahren, dass ich mit meiner Ausbildung !3! Tiere im Jahr selbst schlachten darf… Dass ist doch ein Witz! Selbst ohne „Vermarktung“ würde ich ein Tier im Monat für mich selbst verarbeiten, und wäre stolz auf Schinken, Wurst, Steak, Hamburger und Braten… und vor allem darauf, dass ich NICHTS im Supermarkt gekauft habe! … Aber ich darf nicht mal mich selbst versorgen, muss obwohl ich Ziegen züchte und die Lizenz zum Schlachten habe weiter im Supermarkt einkaufen, gesetzlich vorgeschrieben! von den Tieren sät ich nicht mal meiner Mutter abgeben, da Hausschlachtung nur im eigenen Haushalt verwendet werden darf… meine Ma hat eine andere Adr…
    GENAU HIER liegt der Hund begraben! Und ich ich kann nicht genug essen wie ich kotzen möchte!!!! Es ist verboten Fleisch aus Hausschlachtung weiter zu geben! Jeder Hobbyhalter, oder Bauer ist dem Gesetzt nach verpflichtet, sein Tier auf Schlachttransporte zu geben, in ungewisse Zukunft zu verkaufen…. Sonnst machte er /sie sich strafbar!
    Ich habe jetzt für mich, die Möglichkeit nutzen können, dass ich einen Metzger nicht allzuweit entfernt finden konnte, der diese geisteskranke Lücke mitmacht, dass ich (vom Vet Amt genehmigt) selbst schießen und töten darf und binnen einer Stunde den Körper einem EU Schlachthof zum Ausnehmen und Zerlegen zuführen muss; dann darf ich verkaufen….
    Irrsinn! Aber ich lebe in der EU und muss froh und dankbar sein, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe – meine Böckchen wandern immerhin nicht auf einen Schlachttransport, und die Kosten bleiben im Rahmen… Impfungen, Kastration, Wurmkur nach Kotprobe, TB Test, dass macht etwa 70;- -aus dürfte ich auch hier zerlegen und verkaufen hätte ich die Böckchen guten Gewissens unter gebracht… Aber zum Verkauf muss ich noch 2 Touren über 20 km einrerchnen, mit den Preisen von dem EU Schlachthof…
    Armes Deutschland!!!!!

    10+
    • firedragon sagt

      Herr Parthon,
      wenn es Sie „beruhigt“ – Sie sind nicht allein!
      Mit einem Bein steht man immer im Gefängnis 😉 – tja, wie weit kann man mit Sinn gehen bis man sich dem Unsinn beugen muss?!

      3+
    • boss_marta sagt

      Walter Parthon . tiiiiiiief Luft holen, bis 20 zählen und an was Schönes denken.
      Man kommt gegen diesen Unsinn nicht an. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Verantwortlichen für den Bürokratenwahnsinn mal hinterfragen, was sie da teilweise veranstalten. Bei den Gurken haben sie es ja auch irgentwann geschnallt.

      3+
  25. Brötchen sagt

    Für Zuckerrüben wird eine selbstauflösende Folie schon erprobt.
    Schwarmroboter wird es auch bald geben, die Bildverarbeitung ist schon sehr weit.
    (Bodendruck und sehr flexibel, können auch Nachts arbeiten)
    Vielleicht kann dadurch die Landtechnik viel kleiner werden.
    Denkbar z.B. kleine elektrisch betriebene Apfelpflücker, die gezielt kleine Mengen ernten.

    Drohnen zur gezielten Schädlingsbekämpfung ( gegeninsektenausbringung)
    Drohnen zur Wolfsabwehr und Kontrolle.
    Kleine unabhängige und vernetzte Steuerungsmodule stehen auch erst am Anfang.
    Ich vermute in den nächsten 10 Jahren wird es einen unheimlichen Technologieschub geben.

    Ideen aus der Praxis sind gefragt!!! Die Ideen können mit praktischen Lösungen zusammengebracht werden.

    0
    • Obstbäuerin sagt

      Brötchen, aufgrund der schlechten Preise können wir uns nicht mal eine Maschine zur mechanischen Unkrautbekämpfung leisten. 20 Jahre sind eine kurze Zeit, die Entwicklung seit 2000 (vor allem die für kleine Betriebe bezahlbare) in unserer Branche hält sich in Grenzen.

      2+
      • Brötchen sagt

        Obstbäuerin kann ich mir vorstellen.
        Wir wursteln uns auch so durch.

        Der Clou bei der neuen Technik ist, das das rein vom Materialwert nicht allzu aufwendig ist. Die Entwicklung ist teuer.

        0
    • Reinhard Seevers sagt

      Frei nach der Parole: Durchhalten, Entsatz ist in Sicht!!
      Hoffen wir mal, das möglichst viele diese Zukunft erleben und nutzen werden, ansonsten lohnt sich die Entwicklung der neuen Technik nämlich auch nicht…..von wegen der Skalierung.

      1+
    • Bauer Willi sagt

      @Brötchen
      alles richtig und mag sich auch für Gemüse und höherwertige Kulturen lohnen. Beim derzeitigen Preisniveau für Zuckerrüben absolut undenkbar. Ein Hackroboter kostet so um die 80.000 € und trotzdem wird er die Handarbeit nicht ganz ersetzen.

      0
      • Brötchen sagt

        Ich hatte jetzt einen Einblick, wie weit sie mit dem „Maschinenlernen/deeplearning“ schon sind.
        Das wird bald schon sehr gut gehen. Das läuft auf einem ganz kleinem Rasberry Pi o.ä.
        Schwarmroboter sind nicht größer als ein Schuhkarton, letztendlich ist die Frage, was die schaffen und was das kostet.
        Der Antrieb ist simple elektrisch, könnte man gut mit Photovoltaik nutzen.
        Die reine Mechanik ist auch kein Weltwunder.

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        • Schmeckt gut sagt

          Sehe ich anders. Für die exakte Steuerung eines Schwarms ist 5G notwendig. Wann wird dies flächendeckend verfügbar sein? Großbetriebe/Konzerne arbeiten allerdings an der Installation von eigenen 5G-Netzen. Wer also wird durch Digitalisierung profitieren? Ja, genau, das Kapital. Pflückroboter haben einen Schritt nach vorne gemacht – bei Erdbeeren im geschützten Anbau. Wer kann es sich erlauben, im Millionenmaßstab zu investieren? Wer kann es sich erlauben, die extrem teure Entwicklung zu unterstützen? Bei Himbeeren/Brombeeren/Spargel auch Äpfeln sehe ich noch einen weiten Weg. Die Schnittstelle Software/Hardware oder allein die Erntetechnik ist noch sehr weit von einem wirtschaftlichen Einsatz entfernt. Im Gemüsebau sind die Entwicklungen ein paar Schritte weiter. Ohne ständige Überwachung besteht aber nach wie vor die Gefahr, das der Roboter das Ziel verfehlt und z.B. Unkraut mit Kulturpflanzen und umgekehrt verwechselt. Die Weiterentwicklung schreitet aber voran. Man kann gespannt sein.

          0
    • firedragon sagt

      Wenn denn noch jemand da ist und Z-Rüben anbaut.
      Bei den derzeitigen Auszahlungspreisen gehört diese Kultur bald der Vergangenheit an.

      2+
      • bauerhans sagt

        es ist erstaunlich,wer hier zuckerrüben anbaut,neuanbauer,die gleich 20ha machen.
        düngung über gülleabgabe mit zuzahlung oder kostenlos.
        saatgut und pflanzenschutz kosten.
        die erntearbeit macht der LU.
        die tendenz geht zum zweit-FENDT.

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  26. bauerhans sagt

    der grossbetriebsberater der lwk in owl hatte ende der 70er jahre einen vortrag gehalten,dass betriebe hier um das jahr 2000 ca. 200-300ha gross wären.
    ab 1990 hatten wir plötzlich statistisch eine durchschnittsgrösse von 700ha je bertrieb in D.
    die betriebsgemeinschaft hier hat aktuell um 400ha aus ca.20 betrieben,um 250 kühe incl. nachzucht und um 2500 schweine.

    0
    • Reinhard Seevers sagt

      ….und Folkhard Isermeyer hat bereits vor 20 Jahren gesagt, dass die Milcherzeugung sich in unseren Breiten nicht mehr lohnen wird und die Produktion gen Osten abwandern wird…..hätte man aus den Worten lernen können sollen?

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  27. Reinhard Seevers sagt

    Hier wird „Zukunft“ gestaltet: https://www.t-online.de/region/id_86663736/ozeanriese-norwegian-encore-erfolgreich-in-deutschland-gestartet.html

    So zeigt man den Menschen, wie man nachhaltig, interkulturell und preisgünstig Spaß haben kann. Hier wird nicht über Ressourcen, Umwelt, Tierschutz, Umweltschutz etc. lamentiert, erlaubt ist, was Spaß macht. Wer stellt sich öffentlich hin und brandmarkt diese Art von Dekadenz? Niemand, alternativ werden Bauern an den Pranger gestellt, als Alibi für selbst verschuldetes negatives Handeln. Wo ist die Politik mit der Forderung nach Einhalt, damit nur des Spaßes wegen die Umwelt versaut wird? Hier werden lediglich die Emissionen aus den Schornsteinen betrachtet. Weder die Herstellung des Unsinns, noch der Betrieb geben irgendeinen Anlass zum Protest. OK, die fff haben schon mal einen Anleger blockiert, aber nur wegen der Co2 – Emissionen, nicht wegen der Grundsätzlichkeit. Spaß kontra Nahrungserzeugung, wer wird gewinnen?

    7+
      • Reinhard Seevers sagt

        Mit Nico Paech bin ich schon persönlich aneinander geraten. Er ist ein großer Gegner der konventionellen Landwirtschaft. Seine Verzichtsdoktrin ist eine Möglichkeit, aber utopisch, weil nicht global denkbar.
        Wenn man Sendungen wie „die Höhle der Löwen“ anschaut, wird einem klar, dass es nur um Geldverdienen geht. Nur was sich skalieren lässt wird gefördert. Da sind neue Ernährungsformen ganz vorne und Sachen, die ausschließlich Spaß machen werden gehypt. Die Gesellschaft ist abhängig vom Wachstum, da kann man der Landwirtschaft noch so viele Vorwürfe machen, alle anderen tun es unvermindert. Die Mähr von der Überproduktion in der Landwirtschaft ist allein eine Diskussion um Verteilung, nicht um Erzeugung. Zu viel Spaß geht nicht, aber zu viel Nahrung? Was für ein Debakel gesellschaftlicher Fehlorientierung.

        2+
      • Stadtmensch sagt

        Aus dem Text:
        Die «Bild»-Zeitung fragte: «Ist das noch Umweltbewusstsein oder schon Öko-Diktatur?» Die Antwort lieferte die Zeitung gleich mit: «Professor will Öko-Stasi.» Über Paech zog ein Shitstorm.

        Tja, man kann die „Konsumopfer“ nicht zu ihrem Glück zwingen. Vor zwei Wochen hat mein 11 Jahre altes Mainboard den Geist aufgegeben. Bei ebay wird das zum Glück noch rege gehandelt, weil so ein gut funktionierendes Powermanagement hat. Nun habe ich für 39 Euro wieder einen funktionierenden sparsamen Rechner und kann damit sogar die Betriebssysteme aller Android basierten Telefone meiner Familie aktuell halten. Die werden nämlich vom Hersteller offiziell nicht mehr mit Updates versorgt und wir sollten eigentlich alles wegschmeißen und neu kaufen. So ist der Plan im System der wahnsinnigen Leistungsträger.
        Deswegen werden alle bei Strafe des eigenen Untergangs auf ihre Arbeitplätze gescheucht. Die Liste der Sinnlosigkeiten ist endlos. Habe wirklich lange drüber nachgedacht. Wer soll das ändern wenn nicht wir?
        Ständig redet uns jemand Angst vor konkurrierenden Wirtschaftsstandorten ein, aber Solidarität und informelle Netzwerke zu Gewährleistung einer ausreichenden Versorgung halten sich selbst unter schlimmsten Bedingungen (bis zu einem bestimmten Elendslevel jedenfalls) in den meisten Slums dieser Welt.

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          • Stadtmensch sagt

            Zu spät, schau wie lange es gedauert hat, bis das Internet sein Potential ansatzweise entfaltet hat. 40 Jahre, eigentlich 50. Und so ist es mit allen Großtechnologien mit Einfluss auf die Organisation einer Gesellschaft haben. Wir haben noch 10 o. 20 Jahre, bis alle Energie und Aufmerksamkeit in die Verhinderung von Chaos (das was überall außerhalb unserer Wohlstandsinsel schon stattfindet) geht.
            Zur Zeit müht sich die Politik, so etwas wie einen Aufstand der Gelbwesten zu vermeiden. Da geht es nämlich schon los. Sie ist getrieben von dem Biest, das sie selbst rangezüchtet hat mit ihrem Dogma von selbstzweckhafter Arbeit im Wettbewerb. Jeder siebte Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt vom Automobil ab. Stell dir vor wenn da Luft ran kommt…
            Deshalb war sie gestern in Zwickau und hat die nächste Runde in Brot und Spiele (Beschäftigungstherapie mit Ladesäulen und Verkehrswende) eingeläutet. Ein Elend…

            3+
            • Reinhard Seevers sagt

              Was ist die Lösung und was die Alternative? Diejenigen, die sich schon länger mit dem Thema auseinandergesetzt haben warten nur noch auf den Zeitpunkt, die Mehrheit der Menschen, die sich noch nie nur einen Deut damit beschäftigt haben, die stürzen in ein Loch und rufen die Anarchie aus. Ich bin pessimistisch, erkenne keine Lösung.

              1+
              • Stadtmensch sagt

                Merz, einen zentralen Lobbyisten für Blackrock soll ich wirtschaften lassen?
                Einen, der geholfen hat, den Steuerzahler um Milliarden zu prellen?
                Einen, der zu einer Institution gehört, die zielstrebig und erfolgreich an einem Tributsystem arbeitet?
                Macht mal – ich bin raus 😉

                2+
        • bauerhans sagt

          „Deswegen werden alle bei Strafe des eigenen Untergangs auf ihre Arbeitplätze gescheucht.“

          immerhin haben die bundesrichter gerade hartz4-beziehern verständnis entgegen gebracht.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ich glaube schon, dass es so komme wird, wie Nico Paech sagt, aber leider nicht als Ergebnis demokratischer Prozesse, sondern nach einem katastrophalen Zusammenbruch zwangsläufig.

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      • „Lesen Sie den Artikel in der NZZ über Herrn Paech, Ökonom aus Oldenburg.“

        Uff, Nico Paech nennt sich selbst Postwachstumsökonom. Das klingt harmlos, vielleicht sogar für einige erstrebenswert. Sein Überlegungen sind auch in sich stimmig: Wer etwa beim Ausstoß der Treibhausgase auf ein vorindustrielles Niveau – bei heutiger Technik- herunter möchte, bekommt auch sonst dieses „Niveau“. Das hieße nichts anderes als eine massive Deindustrialisierung, eine wirtschaftliche Schrumpfung gigantischen Ausmaßes. Das ist mit Sicherheit keine Lösung. Dagegen war das bisschen Rezession nach der Finanzkrise ein kleines Sommergewitter.
        Es ist auch kein Zufall, dass er bei seinen Analysen mittlerweile auf „Zahlen“ verzichtet. Da würde selbst jeder wirtschaftliche Laie einen Schreck bekommen.
        Die Idee, Deutschland auf das Niveau eines Entwicklungslandes runterzuwirtschaften, würde aus meiner Sicht auch kaum jemand mitmachen.
        Dass er ein damit auch ein Gegner der konventionellen Landwirtschaft sein muss, ist sicher einleuchtend. Zurück ins Mittelalter, will das jemand?

        1+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Meines Wissens begann die Übernutzung der Ressourcen nicht im 18. Jahrhundert, sondern in den 1960er Jahren. Wenn zurück, dann auf dieses Niveau. Damals ist es uns nicht mehr schlecht gegangen!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Schön wie sich hier der Widerspruch einer Spaßgesellschaft inkl. einer wirtschaftlichen Abhängigkeit gegen die Natur präsentiert. Aber es ist immer noch keine öffentliche Gängelung zu hören wie: Skifahrer zerstören die Umwelt. Stattdessen gibt es aber etliche Veröffentlichungen, die herausschreien: Fleischesser zerstören die Umwelt und forcieren Tierleid. Merkst was?
        Es wird moralisch unterschieden zwischen ubiquitär vorhandener Nahrung und Spaßhaben. Wer anderen den Spaß öffentlich verdirbt, der ist tot. Wer öffentlich sagt, Fleischessen macht Spaß ist aber ebenso tot, nicht aber wer sagt, dass er Spaß am Reisen hat. Es gibt merkwürdigerweise moralische Verwerfungen.

        8+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Immerhin werden schon Touristen angeprangert, die überall in der Natur ihren Müll fallen lassen, ohne zu fragen in Privatgärten picknicken mit entsprechenden Flurschäden, für riskante Einsätze der Bergrettung nicht zahlen wollen, Weidetiere mit Hunden hetzen etc. Die Schifahrer sind halt noch immer willkommene Cashcows, da hält man lieber den Mund.

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      • Paulus sagt

        Elisabeth Ertl, vor so ca. 12-15 Jahren waren wir der Meinung der Skitourismus
        am Alpen-Ballermann hätte seinen Höhepunkt erreicht und haben uns abgewandt.
        Wir lagen völlig daneben mit unserer Einschätzung. Jetzt sollen mal eben ein Bergrücken weggesprengt und nebenbei noch ein asphaltiertes Speicherbecken für die künstliche Beschneiung erstellt werden. Also geht dort noch was.
        Als die ersten Kreuzfahrtschiffe für 3- oder 4.000 Passagiere gebaut wurden, konnten wir uns nicht vorstellen auch nur einen Tag auf solch einem solchen Pott zu verbringen. Die neuesten schwimmenden Legebatterien sind für 9.500 armselige Menschen nebst 1.000 Mann Personal ausgelegt und ausgebucht.
        Und jetzt sage ich dir etwas, du bist auf deinem Bergbauernhof eine privelligierte Zicke, genauso wie wir auf unserem belgischen Gehöft, trotz relativ geringen Komforts zu Recht als privelligiert wahrgenommen werden und in der Tat unschätzbare Vorteile genießen.
        So ein grauer verregneter Novembertag kann dort ein Hochgenuss sein. Und nein, es kommt keine grüne Fichte in den Kamin. 🙂
        Unsere Hochlandrinder haben wir einem jungen Mann aus dem Dorf überlassen, der ist Metzger und Koch, und hat nun endlich das Geschäft seiner Eltern übernommen.
        Angeblich kann man auf den verbliebenen 1.200 m² zwei oder drei Ziegen halten. Ich habe leider keine Ahnung von den Viechern, aber interessieren würde es mich schon. Ja liebe Elisabeth, auf solche Gedanken kommt man als Bewohner eines städtischen Wohnblocks oder eines Reihenhäuschens nicht. Klagen wir doch bitte nicht auf höchstem Niveau, zumal wir wirtschaftlich unabhängig sind.

        Um zum eigentlichen Thema zurück zu kommen: Es wird immer erfolgreiche Erzeuger hochpreisiger LM geben, die sind weder an dem Kunden-Klientel irgendwelcher SB-Märkte noch an Biogedöns interessiert, sondern haben ganz andere Abnehmer und Vertriebswege. Es hat schon seinen Grund weshalb die sich bedeckt halten.

        2+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Ich bin privilegiert, keine Frage. Darf ich deshalb anderen Menschen nicht auch ein besseres Leben wünschen?

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  28. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, was in 20 Jahren sein wird kann keiner vorraussagen ! Da gibt es eine Menge Unsicherheitsfaktoren die nicht absehbar sind.
    Entscheiden wird sein, wie sich die politischen Machtverhältnisse entwickeln werden.
    Steht Wunschdenken an vorderster Stelle oder eine sachliche Politik des machbaren.
    Können neuste wissenschaftliche Erkenntnisse ohne Vorurteile und mit dem notwendigen Sachverstand umgesetzt werden, oder spielen Stimmungen der Bevölkerung eine noch stärkere Rolle.
    Was wird aus der EU???. Wie entwickelt sich die Flüchtlingssituation und viele andere Dinge. Also nur einige Faktoren die zu beachten sind.
    Eins sollten wir aber alle tun, uns Gedanken um die Zukunft machen, jetzt schon.

    8+
  29. Reinhard Seevers sagt

    Glaskugelleserei war noch nie Zielführend. Niemand konnte vor 20 Jahren die heutige Situation voraussehen und wird es auch zukünftig nicht. Hier mischt sich immer Gefühl mit Befürchtung und Wunschdenken. Sobald eine politische oder wirtschaftliche Verwerfung eintritt, dreht sich alles urplötzlich anders herum. Wichtig scheint mir, dass die Betroffenen eine Vorstellung für sich und ihren Betrieb haben und versuchen gemeinsam mit anderen die Hebel so zu setzen, dass wenigstens eine mittelfristige Planungssicherheit in Aussicht steht. Die Landwirtschaft muss sich positiv präsentieren und politischen Druck ausüben, beides gleichzeitig. Die Demos sind ein Anfang. Wir können die Welt nicht verändern, nur uns selbst.

    6+
    • bauerhans sagt

      „Wir können die Welt nicht verändern, nur uns selbst.“

      ich treffe nur leute,die genau wissen,dass „die anderen“ sich ändern müssen!

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Ich betrachte Willis Text nicht als Glaskugelleserei in dem Sinn, dass der Landwirt einen Riecher dafür haben sollte, wohin die Reise geht, um geschäftlich oben zu bleiben. Zu so einem Denken gehört ja immer ein Minimum an krimineller Energie, die fürs Geld alles zu tun bereit ist, und die Peter Rosegger schon vor 150 Jahren in seinem Roman „Jakob der Letzte“ angeprangert hat: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_der_Letzte#Inhalt#
      Es geht um die Frage, ob überhaupt jemand ein schlüssiges politisches Programm zum Thema Landwirtschaft der Zukunft hat, ein Programm, welches die ökologischen Forderungen der NGOs und der von ihnen beeinflussten Gesamtgesellschaft, deren Traum von klein strukturierter Landwirtschaft, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und das wirtschaftliche Überleben der Betriebe unter einen Hut bringt.

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  30. Sandra Harms sagt

    Willi, mit verlaub, Billigfleisch aus der Retorte kannst du dir selbst auf den Teller legen, mir kommt sowas nicht ins Haus, damit würd ich nicht mal meine Katze Füttern.
    Ich denke in 20 Jahren haben wir je nach Region zwischen 5 und 10 Betrieben pro Landkreis, die auf 50% der Fläche noch was anbauen (semi biologisch) und der Rest ist Brache und Blühflächen. Angebaut wird Hauptsächlich etwas für die Biogasanlagen, denn diese wird man Zwingend brauchen wenn die Energiewende gelingen soll.

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    • Brötchen sagt

      Sandra Retortenfleisch wird ein teurer Hype werden, für die Oberklasse, die verächtlich auf die wilden Fleischfresser herabschauen wird.

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    • Bauer Willi sagt

      Sandra, Du wirst nicht nur Retortenfleisch essen sondern auch Insekten. Das wird einfach so untergemischt, ohne dass Du das mitbekommst. Schau doch schon heute einfach mal auf ein Etikett…

      Übrigens schmecken Mehlwürmer ziemlich neutral. Habe die schon probiert…

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      • firedragon sagt

        Guten Morgen „Bauer Willi“,

        kleiner Einschub:
        DIE RHEINPFALZ NR. 255 Kreis Germersheim vom Montag 04.11.2019
        ein halbseitiger Bericht über grüne Kreuze.

        Die grünen Kreuze sind standfesst

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      • Sandra Harms sagt

        Willi, und wenn ich wie Obelix in den wald gehe und mir ein Wildschwein fange, sowas kommt mir nicht auf den Tisch. Die stadtleute können sich das gerne reinziehen bis es ihnen aus den ohren kommt. ich für meinen teil hab die möglichkeit tiere zu halten, und werde das notfals auf für den eigenbedarf tun. und wenn es so kommen sollte wie mit der prohibietion in den 20er jahren in den usa, dann erst recht, ihr werdet mich noch kennenlernen…

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        • Der Brandenburgbauer sagt

          Moin Sandra, wir stimmen einmal wieder mit unseren Meinungen überein.
          Als Landwirt und innovativer Bauer findet sich immer eine Lösung.
          Viele, wissen wie man Tiere halten kann und auch das es Möglichkeiten gibt
          diese für einenen köstlichenen Gaumenschmaus aufzubereiten.
          Packen wirs an.

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        • Lieschen Müller sagt

          Ich würde jetzt Insekten nicht schlimm finden. Ich denke aber auch nicht, dass das klappt. Vielleicht gibt es dann wieder irgendwelche Unverträglichkeiten, die die Menschen entwickeln. Oder Krankheiten, die die Insekten sterben lassen. Ich denke auch nicht, dass es künstliche „Fleisch“ geben wird, für die Massen. Was ist denn der Grundausgangsstoff dafür? Wieviele Schritte sind notwendig und unter welchen Bedingungen?
          Ich wünschte in 20 Jahren folgende Landwirtschaft: jeder Städter muss Mitglied einer Erzeugergemeinschaft sein. Dort werden Grundnahrungsmittel hergestellt (Mehl, Zucker, Öl, Eier, Kartoffeln, Fleisch, Äpfel). Für alles andere ist im Hausgarten zu sorgen.

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          • Brötchen sagt

            Lieschen Müller, das kann ich beantworten zur Zeit wird da intensiv geforscht, der erste Burger hatte einen Aufwand von 250 Tsd Euro

            Es werden Muskelstammzellen benötigt, die Kälbern entnommen werden. Gleichzeitig Serum auch von Kälbern, die das Nährmedium stellen.

            Die Zellen wachsen nur an Flächen. Genutzt wird dafür eine Art „Microplastik“, was hinterher wieder abfiltriert werden muss.
            Der Nächste Schritt ist, die Zellen brauchen Zug, um Fasern zu entwickeln. Dafür gibt es dann auch Vorrichtungen, glaube eine Art Gel wo sich die Fasern rumlegen und „Zug“ bekommen.
            Die Stammzellen vermehren sich nur bis zu einer bestimmten Grenze, man braucht immer neue Stammzellen. Das ist wohl irgendwann lösbar?!
            Das mit dem Serum wohl auch.
            Später ginge das wohl in großen Reaktoren.

            Ich hätte da auch Bedenken bezüglich Microplastik, Mikrobiologische Kontamination? und Energieaufwand.
            Aber gut, wird wohl irgendwann funktionieren.

            Wenn man bedenkt, ein Ei hat alles was es braucht incl. Verpackung und Verderbnisschutz. Hält sich ohne Kühlung mind. 3 Wochen und länger.
            Fleisch ist durch das Laktat der Fleischreifung auch erstmal vor Verderbnis gut geschützt.

            Die Rohfaser aus dem Reaktor hat keinen Schutz.

            Achso das Fett können sie auch aus Fettstammzellen wachsen lassen, es müssen aber alle Fettsäuren einzeln zugesetzt werden.
            Es gibt mind. 20 Fettsäuren incl. leichten Variationen.
            Diese Fettsäuren durchlaufen vorher auch einen Extraktionsprozess, der kontaminiert werden kann.

            Jedenfalls meiner Meinung nach ein komplizierter Prozess wo viel schiefgehen kann.

            Aber gut, wer gut sein will, muss eben damit leben. 😉

            Mahlzeit

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        • Paulus sagt

          Liebe Sandra Harms, vor meinem geistigen Auge sehe ich wie du dich mit der Hundemeute und dem Spieß in den tiefen Tann begibst. Nun ja, wenn dein Mann schon nicht dazu taugt, musst du es halt selbst übernehmen. Als Jäger sage ich dir, so ein wildes Schwein ist wehrhaft, also vergiss das grobe lederne Beinkleid nicht. Wenn die Meute den wilden Eber gestellt hat ist Mut angesagt. Dann muss man nah ran und der erste Stich mit der Saufeder muss sitzen …
          🙂
          Scherz beiseite: Dieser Retortenfraß zählt nicht gerade zu den Billigprodukten und wird kaum ein an lebenden Tieren gewachsenes Stück Fleisch ersetzen. Brötchen liegt mit seiner Auffassung daneben. Die sogen. Upperclass frisst keine denaturierte Chemiepampe, genauso wenig wie andere halbwegs gescheite Verbraucher.
          Das bedeutet nicht dass „alternative“ natürliche Nahrungsmittel abgelehnt werden. Mehlwürmer werden schließlich auch nicht im Reaktor einer Chemiefabrik erzeugt.

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