Bauer Willi
Kommentare 40

Ein wissenschaftliches Webinar – Ökologisierung der Landwirtschaft

Sind ganz interessante Redner dabei. Findet digital statt, kann also jeder teilnehmen. Anmeldung erforderlich. Kostenpflichtig.

https://www.agrarforschung.de/de/aktuelles/

Bevor jemand tief durchatmet: es wird durchaus auch darüber diskutiert, ob mit Bio die Welt ernährt werden kann.

Und hier das Programm: (Bin an dem Tag unterwegs zu einer Diskussionsrunde „Kirche und Landwirtschaft“ mit Kirchen-Oberen…man gönnt sich ja sonst nichts)

Klicke, um auf Flyer_DAF_2020.pdf zuzugreifen

(Aufrufe 1.350 gesamt, 1 heute)
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40 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt

    Also, das war in meinen Augen eine Offenbarung deutscher Agrarwissenschaften. Für mich war allein der Beitrag von Südekum dicht an der Realität. Aussagen, die allein auf Studienanalysen aus unterschiedlichsten Bereichen der Welt beruhen, sollen die Basis für eine Transformation der deutschen Landwirtschaft dienen…..unglaublich.
    Die intellektuelle Aufgabe der Vermittlung und Umsetzung einer Transformation ist nicht zu stemmen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Besonders erstaunlich finde ich wie die Protagonisten der Agrarwende aus nicht nachverfolgbaren Metastudien Aussagen generieren, die den objektiven Zahlen diametral gegenüberstehen. Dr. Wezel (ISARA) zum Beispiel konstatiert für „agrarökologisch“ wirtschaftende Betriebe in Europa rund 60 % mehr Gewinn, als vergleichbare konventionelle Betriebe. Grund, weniger Input und weniger Arbeit.
      Dr. Emely Poppenborg aus Wageningen konstatiert aus MetaStudien 60 % höhere Erträge bei mehr Biodiversität und eine doppelt so hohe Bodenfruchtbarkeit. Nicht klar wird, im Vergleich zu was oder wem eigentlich. Das sind die jungen verframten Öko-Sektierer „Wissenschaftlerinnen“, wie Jene die z. B. auch die Berkeley-Studie vor einigen Jahren generiert haben, die dem Öko-Anbau weltweit 125 % gegenüber Konvi attestierte.
      Was die können sind schöne bunte Bilder, deren Hintergrunddaten völlig im Nebel bleiben. Urs Niggli war da aus meiner Sicht nicht besser, allerdings war deutlich zu erkennen, dass er Angst um den fragilen Bio-Markt hat und daher nur 20 % Bio für sinnvoll hält. Mit allerhand rechnerischen Taschenspielertricks hält er sich aber die Möglichkeit offen zu sagen: na ja, wenn ihr alle artig seid, gehen vielleicht auch 50 %.
      Prof. Friedhelm Taube möchte alle Schleswig-Holsteiner Ackerbaubetriebe wieder mit Viehhaltung beglücken und die Moorgebiete dafür von Kühen befreien. Für ihn ist ganz SH rotes Gebiet, da die Ackerregionen zwar wenig Nitrat ins Grundwasser, aber „immer mehr“ übers Drainagewasser in die Oberflächengewässer einleiten.
      Zur Ehrenrettung der UNI Kiel hat Prof. Henning Kage das in seinem Vortrag revidiert.
      Er hat ähnlich wie Keckl den Gesamttrend gezeigt, und der zeig definitiv nach unten, bei Grundwasser und Oberflächengewässern. Insgesamt waren erschreckend viele Vorträge didaktisch schlecht aufbereitet, vor allem die der älteren Kollegen, dafür waren die aber inhaltlich fundierter. Dr. Lakner hält wie gewohnt gut strukturierte Vorträge mit Hintergrundzahlen. Man muß die Vorschläge zur GAP nicht gut finden, aber Absicht und Hintergrund sind klar und ehrlich erkennbar. Nur meine Anfrage nach dem geplanten Staus von zertifizierten Öko-Flächen (als ÖVF mit 1.350,- €/ha gesetzt ?) hat er entgegen seiner Ankündigung im Chat nicht im Vortrag beantwortet, sondern im Chat lediglich-„wir haben erstmal so kalkuliert“ – verlauten lassen. Es war insgesamt eine Veranstaltung, die sehr Agrarwende-Mainstream-lastig war. Aber vielleicht ist das auch nur die Sicht eines Landwirtes aus der Filterblase seiner täglichen Beobachtungen, Recherchen und Arbeit heraus. Trotzdem wird mir Angst bei soviel konstruiertem Wissen und einer solchen Praxisferne (Prof. Südekum mal ausgenommen).

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      • Thomas Apfel sagt

        Status und nicht „Staus“ der Öko-Flächen natürlich ! Da kannste den Mist dreimal durchlesen und hast dann doch was übersehen.

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      • Stadtmensch sagt

        Thomas, einige machen „Altes Wissen“ zu Geld, das in der „Modernen Landwirtschaft“ scheinbar nicht mehr vermittelt wird. Hier der Herr Reber mit sog. Regenerativer Landwirtschaft: https://innovativelandwirtschaft.de/regenerative-landwirtschaft/
        (s. letzter Absatz).
        Von da kommt man zu Leuten wie: Dr. Ingrid Hörner, Dietmar Näser, Friedrich Wenz, Dr. Christine Jones.
        Ist das jetzt die Heilpraktiker- bzw. Alternativmediziner-Szene der Landwirtschaft oder sind das vielversprechende Ansätze?

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        • fingerphilosoph sagt

          @ Stadtmensch

          Du bringst häufig „altes Wissen“ ins Spiel mit Links zu Bodenbearbeitung, Humusaufbau, Einzelfällen wie der Reber-Hof, als wäre es dem „modernen Wissen“ überlegen. Ich würde gerne wissen, von wann dieses „alte Wissen“ eigentlich datieren soll.

          Ich habe einige Statistiken gesammelt über Ernteerträge (dz oder dt/ha) durch die Jahrhunderte hindurch. Demnach haben sich die Erträge, beispielsweise für Weizen, seit 1800 bis 2010 mehr als versiebenfacht, seit 1900 bis 2010 mehr als verdreifacht, seit 1950 bis 2010 mehr als verdoppelt. Im Jahr 1900 brauchte ein Mensch zu seiner Versorgung 6.300 qm Land, 1950 waren es 2.900 qm, 2015 noch 2.100 qm. Zu bemerken dabei: weltweit haben die Ackerflächen seit 1900 nur unerheblich zugenommen.

          Diese Zahlen zeigen doch, dass wir uns keine LW leisten können, die auf dem „alten Wissen“ von 1800, 1900 oder 1950 basiert. Was meinst du also mit „altem Wissen“?

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          • Stadtmensch sagt

            „Diese Zahlen zeigen doch, dass wir uns keine LW leisten können, die auf dem „alten Wissen“ von 1800, 1900 oder 1950 basiert“

            Mir gehts nicht um Denkverbote, sondern um eine genaue Kenntnis der Zusammenhänge. Ich will am Ende sagen können, ja, wir degradieren unsere Böden zu reinen Substrathaltern, weil wir ein Maximum an NaWaRos für die Biogasanlage drauf anbauen wollen, weil wir keine Auhnung haben von den lächerlichen 5% Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Licht in Kohlenstoff durch Photosynthese.

            Mir als Laien ist es ziemlich einleuchtend, dass der Wirkstoffcocktail zeitgenössischer Pflanzenmedizin, der sicher zum Teil auch in den Boden eingetragen wird, viele seiner Funktionen stört.

            In der Humanmedizin wirst du doch einen Patienten, der an chronischen Stoffwechselstörungen leidet auch nicht ausschließlich mit Medikamenten zur Linderung der Symptome behandeln, sondern erstmal schauen, ob er nicht in einer ungesunden Umgebung lebt.

            Ich finde man kann das durchaus vergleichen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Zitat Stadtmensch: „Ich finde man kann das durchaus vergleichen.“

              Ich finde das nicht!

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            • fingerphilosoph sagt

              Um die Humanmedizin als Beispiel zu nehmen, wird den Menschen immer genauer vorgeschrieben, was sie zu sich nehmen sollten, wenn sie sich „gesund“ ernähren wollen.

              Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, wird in der Medizin doch als „Substrathalter“ behandelt, ähnlich wie die konventionelle LW den Boden als Substrathalter für die angebauten Pflanzen behandelt. In der Medizin findet es offenbar jeder gut, wenn Nahrung als Substrathalter gesehen wird, wo genau festgelegt ist, wie viele Vitamine, Mineralstoffe, Proteine etc. der Körper bekommt.

              Kein Mediziner wird dir raten, von den sogenannten Ballaststoffen einmal abgesehen, Nahrungsmittel zu dir zu nehmen, von denen der Körper keinen direkten Nutzen hat, und sogar die Ballaststoffe haben einen direkten Nutzen.

              In der Medizin gilt, dass die „ungesunde Umgebung“ eben eine ist, in der der Körper Nährstoffe etc. vorfindet, die er gar nicht braucht, bspw. Drogen, Zigaretten, Alkohol.

              Die Ertragssteigerung in der LW ist doch der beste Beweis dafür, dass die Pflanzen genau die Nährstoffe bekommen, die sie für ein „gesundes“ Wachstum brauchen. In der LW wird die Sichtweise genau umgedreht: ein Boden gilt als umso gesünder, je mehr Sachen drin sind, die die Pflanze direkt gar nicht braucht.

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              • Stadtmensch sagt

                Es ist aber der falsche Ansatz, sich nur auf die unmittelbare Ernährung der Nutzpflanzen zu konzentrieren. Ebenso könnte man fragen, wie man die bereits im Boden vorhandenen Nährstoffe pflanzenverfügbar macht, statt sie von außerhalb zuzuführen. Und das geht eben nur mit symbiontisch lebenden Mikroorgansimen, die man mit „durchfüttern“ muss.
                Unterm Strich kommt dabei sowas wie ein katalytischer Effekt zustande: ich aktiviere das Bodenleben und hab weniger Stress mit dem Wasserhaushalt und damit mit der Nähstoffverfügbarkeit. „Früher“ wusste man aus Erfahrung wie man das mit den vorhandenen Mitteln auf ein Optimum hochfahren kann, weil schlicht keine Trickserei (mit fatalen Nebenwirkungen wie wir heute wissen) möglich war.
                Du siehst, ich bin voll auf Linie und ein treuer Jünger der einer neuartigen Ökoreligion. Da lass ich gar keine Luft ran 😉

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                • fingerphilosoph sagt

                  Wieso ist es der falsche Ansatz, sich auf die unmittelbare Ernährung der Nutzpflanzen zu konzentrieren?

                  90% von dem, was du isst, dient deiner unmittelbaren Ernährung. Vielleicht nimmst du noch ein extra Mittelchen zur Aktivierung deiner Darmbakterien, aber das dürfte es dann auch sein. Mittelchen, um Herpes-Viren und den einen oder anderen Parasiten mit zu ernähren und zu aktivieren, nimmst du freiwillig garantiert nicht ein. Warum soll diese Methode für Nutzpflanzen also so wahnsinnig gut sein?

                  Pflanzen in Gewächshäusern bekommen nur noch Nährsubstrat und gedeihen dabei dummerweise so optimal, dass sich diese Methode doch mehr und mehr durchsetzt und den Anbau in natürlicher Erde verdrängt. Das heißt doch, die Pflanzen selber pfeifen auf das aktivierte Bodenleben.

                  „Früher“ waren 80% aller Menschen in der LW beschäftigt und mussten schwer schuften. „Früher“ gab es alle Naslang eine Hungersnot. „Früher“ sind die Leute im Schnitt mit 45 Jahren gestorben. „Früher“ gab es keine 83 Millionen Menschen in D und 8 Milliarden auf der Welt. Und überhaupt ist es mit dem „Wissen“ von „früher“ nicht so weit her, wie man vorgibt. Die wussten ja noch nicht mal, dass Mutterkorn giftig ist.

                  Was glaubst du eigentlich, warum die Menschen überhaupt angefangen haben, die Böden zu düngen, wenn es genügt, das Bodenleben zu aktivieren? Kannst du dir nicht vorstellen, dass unsere Hochleistungspflanzen einen speziellen Nährstoffcocktail brauchen, ähnlich wie ein Hochleistungssportler? Und kannst du dir nicht vorstellen, dass wir auf die Hochleistung der Pflanzen heute bei 8 Milliarden gar nicht mehr verzichten können?

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                • Thomas Apfel sagt

                  Ich denke, dass man (wer auch immer „man“ ist) schon ungefähr wusste, was man machen musste, damit der karge Sandboden auch in schlechten Jahren die Familie ernährte: z.B. Abplaggen der Allmendeflächen um damit zumindestens in der Nähe des Hofes mehr für die Familie zu haben. Ganze Landstriche sind so „verwüstet“ worden. Ich kann eine Freisetzung aus dem Boden heraus nur in Gang setzen, wenn etwas da ist. Die Hamburger auf den Marschböden im „Alten Land“ sagen, der „Kunstdünger ist doch nur erfunden worden, damit auf den Sandböden auch was wächst“.
                  Auch um „Bodenleben zu füttern“ muss gedüngt werden, wenn da irgendein Gehalt an Irgendwas steigen soll. Das entscheidende Kriterium für die Bodenfruchtbarkeit ist immer noch die Kombination aus Ton und Humusgehalt. Nährstoffe für entnehmbare Überschüsse kann ich bei Moor- und Lehm/Tonböden ne ganze Weile über Humusabbau generieren.
                  Genau das haben die Landwirte im Mittelalter gemacht und meistens war irgendwann Pumpe mit lohnenden Erträgen: Erst die von Thaer und Kollegen geforderte und durchgesetzte ganzjährige Stallhaltung (Anbindung) erzeugte zusätzlichen Dünger für den Acker. Das vergessen die heutigen Agrarwendestrategen auch gern, dass die Viecher auf der Extensivweide dem Acker einen Sch … nützen.

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                • Stadtmensch sagt

                  @fingerphilosoph: bei den Gewächshäusern hast du vollkommen recht. Da kann man sich voll auf die Nutzpflanzen konzentrieren und hat aufgrund des abgeschlossenen Systems alles im Griff. Keine Frage. Super Erträge.

                  Was ich meine ist, dass bei der Berücksichtigung des ganzen Systems (Nutzpflanze, Mykorrhiza, Bakterien, Ton-Humus-Komplex) schon heute nachweisen kann, wie eine optimierte Anbaustrategie Pflanzenschutzmittel spart. Also rein empirisch, weil man noch nicht genau weiß, was genau der Nutzpflanze in einer solchen Umgebung zur Verfügung steht, um schädliche Einflüsse abzuwehren zu können.
                  Und das ist auch genau der Ansatz in der Humanmedizin. Du musst runter auf die molekulare Ebene um rauszufinden, warum ein verdammtes Enzym nicht im ausreichender Menge in der Nutzpflanze wirksam werden konnte. Das ist doch interessant?! Ich finde hier kann man sich noch ordentlich austoben und es geht doch letzten Endes nur um das Beschäftigt sein. Nicht drum, dass wir satt sind und uns langweilen! Da kommt nur Blödsinn bei raus (Kreuzfahrschiffe, die wieder verschrottet werden…)

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                • Stadtmensch sagt

                  @Thomas
                  Die Gewinnung von Dünger über Extensivweide ist auch nur eine Art indirekte Plaggenwirtschaft.
                  Ohne geschlossene Nähstoffkreisläufe wird das alles nix, womit wir wieder bei der Mini-Biogasanlage für den Siedlungsbau sind. Man kann Bodenerhalt eben nicht isoliert betrachten..

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                • Ostbauer sagt

                  @Stadtmensch
                  Moin Stadtie,
                  Google mal nach der „Liebigschen Tonne“. Das ist das Grundprinzip der modernen Landwirtschaft. Jeder vernünftige Landwirt versucht diesem Prinzip gerecht zuwerden.
                  Enstanden in der guten alten Zeit „Früher“.
                  Hat aber nichts von seiner Aktualität verloren.
                  Wenn ich das in Ordnung habe, kann ich mich mit „Alternativmedizin“ beschäftigen.

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                • Schmeckt gut sagt

                  Ostbauer, tut mir leid, dass sagen zu müssen. Diese Gesetzmäßigkeiten wird „Stadtie“ nie kapieren – oder er weigert sich mit allen Mitteln. Auch die Schlauberger, die meinen, aus irgentwelchen Tiefen der Bodenmineralien ominöse, tonnenschwere Reserven herauslösen zu können, werden scheitern. Spätestens wenn die Erträge nicht mehr stimmen. Neue Erkenntnisse bringen immer wieder neue, wirkungsvolle Verfahren. Aber dat Jesetz von dat Liebigsche jilt 😉 Auch in tausend Jahren noch. Auch im bioveganen Anbau.

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        • „Ist das jetzt die Heilpraktiker- bzw. Alternativmediziner-Szene der Landwirtschaft oder sind das vielversprechende Ansätze? “
          Ersteres! Reber ist mit Vorsicht zu geniesen, seine Bestände sehen zum Teil jämmerlich aus, die seiner Jünger auch.

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        • bauerhans sagt

          „Dr. Ingrid Hörner, Dietmar Näser, Friedrich Wenz, Dr. Christine Jones.“

          sie sind die gurus der szene!

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        • Thomas Apfel sagt

          Ich bin seit den Anfängen Mitglied in der „Interessengemeinschaft Gesunder Boden“. Da haben sich inzwischen diese Guru´s alle versammelt. Trotzdem ist ja an den Grundsätzen z.B. der „Regenerativen Landwirtschaft“ (System Dauergrün mit starkem Focus aufs Bodenleben, wie es Heinrich Steggemann ja auch immer wieder einbringt), was dran. Witte, dessen grundsätzlichen Ansatz zum Dauerhumus ich nach wie vor höchst interessant finde, hat sich mit der IG meines Wissens auch verstritten. Es ist einfach allerseits dieser verfluchte Hang seine eigenen jeweiligen temporären Erkenntnisse als allein seeligmachend zu betrachten und dementsprechend in alle anderen Richtungen zu hacken.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich fand es wirklich bezeichnend, wie man versucht/beabsichtigt deutsche Landwirtschaft, die im globalen Vergleich bereits kleinräumig und abwechslungsreich ist, mit mehr Biodiversität durch weitere Kleinräumigkeit und stärkere Diversifizierung zu ökologisieren, während man mit keinem Wort auf die wirklich riesigen Flächen von USA, Kanada, Brasilien, Russland etc. eingegangen ist.
        Unser Anteil am Globalen und die extreme Flächenkonkurrenz in einem Industrieland steht eigentlich in keinem Verhältnis zu den wirklichen Problem“feldern“.
        Die Forschung ist, wie Thomas schrieb auf einem Agrarwende-mainstream unterwegs, eindeutig.
        Außerdem wurde wieder Tierwohl mit Klima und Biodiversität vermischt….immer die gleiche Layer.

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        • Brötchen sagt

          Reinhard, das ist von den Referenten nicht repräsentativ. Wenn man die Leute kennt, ist das klar, was kommen musste.

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          • Thomas Apfel sagt

            Interessant fand ich, dass Taube einen Wechsel von Bio und konventioneller Düngung für 2 von 5 Jahren ins Spiel gebracht hatte:
            2,5 Jahre Kleegras, dann Hafer (6 t/ha Ertrag), der den akkumulierten Stickstoff gut umsetzt als Bio, die weiteren beiden Jahre Weizen und Triticale mit konv. mineralischer Düngung und dann mit erneuter Bio-Anmeldung von vorn. So könnte der sonst übliche Ertragsabfall bei Öko vermieden werden, und trotzdem viel für Nährstoffbilanz und gegen Nährstoffausträge getan werden.
            So könnte vielleicht ein Schuh aus „Hybridlandwirtschaft“ werden. Schwierig wirds dann nur mit der Marktabgrenzung von BIO.
            Das ist das Gleiche wie bei unseren SOLAWI´s , Bio-vegan geht nachhaltig definitiv nicht, vegan hingegen mit Kompost UND Mineraldünger kombiniert wohl.
            Und aus ganz praktischen Gründen wird es in der Praxis wahrscheinlich tatsächlich auf ein Mischung aus Öko-Methoden und Konvi-Anbau geben. Die Präsentation am Markt wird dann spannend.

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            • Reinhard Seevers sagt

              …das endet im teutschen Verwaltungschaos = nicht umsetzbar! Es sei denn Vernunft wird der Maßstab….wer glaubt daran?

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            • firedragon sagt

              Ich konnte mir das webinar nicht anschauen.
              Zu dem Versuch mit dem Hafer – funktioniert alles nur, wenn acuh für den Hafer gute und zur richtigen Zeit Wetterbedingungen herrschen. Wir bauen schon ewig Hafer an, die Ernte 2020 war unter aller Kanone, da die Weterbedingungen im Aufwuchs alles andere als idal waren. Normalerweise hätten wir den Bestand umbrechen müssen.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Alle Theorie scheitert, sobald der Regen ausbleibt….bio wie konventionell, traditionell wie ideell, intergriert wie alternativ….ohne Wasser ist alles Gelaber nur Gelaber.

                Hier hat einer einen Teil seiner Kartoffeln beregnet. Jetzt ist die Menge so hoch und die Größen so groß, dass er sie nicht vermarktet bekommt….Wasser kann auch zu viel werden.:-)

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              • bauerhans sagt

                winterhafer hatte 7to gebracht,leider keinen abnehmer gefunden,der zumindest den gerstenpreis bezahlt.
                sommerhafer war dieses jahr schwach.
                bemerkenswert finde ich noch ,dass prof. Taube im NDR gesagt hatte,die landwirte hätten vor der DÜV den N grenzwert 20% höher angesetzt,um hinterher nachzugeben.

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                • firedragon sagt

                  Hafer, so unsere Erfahrung, kannste nur anbauen, wenn Du einen garantierten Abnehmer zu einem guten Festpreis an der Hand hast. Also quasi Direktvermarktung.
                  Deswegen ist es auch Kabbes etwas anzubauen, auf gut Glück, wenn keine Nachfrage besteht. Hafer ist schon super, wenn jetzt allerdings alle Hafer anbauen… Ist wie mit Dinkel, beobachte den mal in 2021…

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                • Ostbauer sagt

                  @ firedragon
                  Ja; ist schon frustierend, dass fast alles, was phytosanitäre und gute Vorfruchtwerte hat, kaum auf dem Markt nachgefragt wird. Sei es Sommergetreide, Eiweißpflanzen oder die klassischen Blattfrüchte(die macht man allerdings mit Gewalt kaputt- siehe Zuckerrübe).
                  Für Hafer in bester Qualität hab ich letztes Jahr 100 €/t bekommen. Kann man eigendlich nur noch direkt vermarkten, aber so viele Pferde und Hafermilchtrinker gibt es hier nicht. Also bau ich nur noch für unsere Pferde und Stammkunden an; 3ha sind allerdings auch nicht der Bringer.

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  2. Obstbäuerin sagt

    „Der Rückgang der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft ist so dramatisch, dass in Zukunft ernsthafte Folgen für die Funktionsfähigkeit der Agrarökosysteme und für das Wohlergehen des Menschen zu erwarten sind“, … Da wird wieder Angst aufgebaut, dass die konventionelle Landwirtschaft allem die Lebensgrundlagen entzieht und dann wird gleich der rettende Anker mitgeliefert …. Die GAP ist, folgern die Wissenschaftler, ein entscheidender Hebel, um die Struktur der Landwirtschaft zu verändern. Es bedürfe „dringend einer grundlegenden Reform“. Es scheint, als ob jetzt noch mal alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die Umschichtung der EU-Gelder in Richtung Öko-Landwirtschaft doch noch zu erreichen. Der Artikel im Spiegel und die Kommentare dazu haben es in sich.
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/artenvielfalt-in-deutschland-wissenschaftler-fordern-neue-agrarpolitik-a-0a8c2e7b-285d-467d-b071-dc651cd6d8c4

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    • Reinhard Seevers sagt

      Aus dem Text:“Keine Schuldzuschreibung
      Dabei vermeiden die Autoren Schuldzuschreibungen. Viele Gründe wirken zusammen, oft sind sie logische Folge von Prozessen, denen die Bauern derzeit ausgeliefert sind, wenn sie überleben wollen:

      größere Flächen,

      mehr Tiere in Ställen,

      monotone Kulturen,

      flächendeckende Pestizide und Kunstdünger.

      Alles, was Landwirtschaft eben effizienter und wettbewerbsfähiger macht.“

      Scheint ja, als wüssten die Verfasser gar nicht was Bauern für wen erzeugen….na dann, guten Hunger! 😎💀

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      • Thomas Apfel sagt

        – ergänzend: die Folie 12 ist die entscheidende. Dort ist für ÖVF (Ökologische Vorrangfläche) 1.350,- €/ha Prämie vorgesehen. Unsere direkte Nachfrage an Prof Oppermann, ob alle Bio-zertifizierten Produktionsflächen als ÖVF angesehen und gefördert werden sollen, kam ein klares „Ja das ist so vorgesehen“.

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  3. Reinhard Seevers sagt
  4. Christian Bothe sagt

    Schon die Überschrift ist für mich als einer der mit der konventionellen LW groß geworden ist, ein Grauen. Was soll so eine Veranstaltung denn bringen? Jeder vernünftige Bauer weiß doch, das es im Ökolandbau ohne Subventionen in Größenordnungen nicht funktioniert! Wie will man bei 50% der Erträge im Verhältnis zur konventionellen LW 10 Milliarden Menschen ernähren? Einfach mal bei http://www.Agrarfakten.de nachlesen, was dazu bereits an praktischen Ergebnissen vorhanden ist (Tagung in Bernburg usw.).Also ich werde mir so etwas nicht antun und vielleicht“ vom Glauben abfallen…“Freue mich aber schon auf die Meinungen meiner Blogger Kollegen nach dieser wissenschaftlichen Veranstaltung und derer von Bauer Willi.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat C.B.: „Wie will man bei 50% der Erträge im Verhältnis zur konventionellen LW 10 Milliarden Menschen ernähren?“

      Wir sind doch nicht „man“…..wir sind lediglich ein klitzekleiner Teil von „man“.
      Wir retten auch nicht die Welt…..und verzichten will sowieso keiner, so dass „man“ machen kann was „man“ will, es ändert die Welt nicht. Selbstüberschätzung in alle Richtungen ist unser Maßstab, wie es scheint,

      3+
      • Christian Bothe sagt

        R.S.Aber „man“ernährt die Welt, auch wir als deutsche Bauern nur ein kleiner Teil davon sind,ist es so wie von mir formuliert!

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  5. bauerhans sagt

    „Vollflächenprämie von 1.350,- €/ha für Ökobetriebe“

    dann stelle ich auch um!

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  6. Arnold Krämer sagt

    Es geht doch nichts über eine Präsenzveranstaltung. Die ganze Zeit vor einem PC- Bildschirm zu sitzen, ist selbst bei Regenwetter eine zusätzlich trübe Aussicht. Aber ich bin auch dabei. Ist doch ein billiges „Vergnügen“ ohne Fahrtkosten und Übernachtung.

    Ich empfehle in diesem Zusammenhang auch die ASG-Wintertagung am 4. und 5. November in Göttingen zum Thema Landwirtschaft und Klimakrise, sowohl als Präsenz-(ausgebucht) wie als Online-Veranstaltung geplant.
    https://www.asg-goe.de/pdf/ASG-Herbsttagung-2020.pdf

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    • Bauer Willi sagt

      Bitte berichten, wie es war.
      Und zur ASG-Tagung: Rehmer (BUND) und Taube (Uni Kiel). Da weiß ich, was dabei rauskommt.

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  7. Thomas Apfel sagt

    Bei der Rednerliste ist folgendes klar: Wenn am Ende weißer Rauch aufsteigt, ist man der Vollflächenprämie von 1.350,- €/ha für Ökobetriebe ein Stück näher.
    Da am Mittwoch voraussichtlich Regentag ist, werde ich mich mal anmelden. Mal sehen, wie lange ich das ertrage.

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