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Effektive Mikroorganismen

Bei meinem Besuch der Beta Expo in Tulln bei Wien habe ich einen Stand entdeckt, der für Effektive Mikroorganismen wirbt. Bisher hatte ich darüber nur am Rande gehört und so habe ich mich erkundigt, was es damit auf sich hat. Klingt ja schon irgendwie interessant, aber…

Was meint ihr? Kennt ihr die Produkte und habt ihr Erfahrungen damit? Geht ja nicht nur auf dem Acker sondern auch im Garten.

Euer Bauer Willi

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18 Kommentare

  1. bauerhans sagt

    EM in flachen güllekanälen beeinflussen die fliessfähigkeit,es kommt nicht zu verstopfungen,so meine erfahrung.
    allerdings ists ne teure variante,alle jahre mal absaugen und durchspülen ist preisgünstiger.

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  2. Hans-Günter Felser sagt

    Ich gebe zu, ich habe auch mal über „EM“ und den Hype darum gespottet. „Was soll das? – Wenn ich irgendwohin spucke, sind das auch EM“ und „Wenn ich ein Brot backe, egal ab Hefe- oder Sauerteig, ist das ein wahrer EM-Reaktor“ und „Ich habe noch nie was von in-effektiven Mikroorganismen gehört oder gelesen“. So und noch mehr habe ich die Leute belächelt, die in Flaschen gefüllten „Sauerkrautsaft“ (ja, ich bin schlimm) teuer bezahlen.
    Aber wenn man sich mehr mit dem Thema befasst, dann kommt man zu der Entdeckung, dass es durchaus vernünftig ist, die Entwicklung der kleinsten Organismen zu kennen und etwas zu steuern. EM-Kulturen werden inzwischen erfolgreich von den Gärtnern selbst vermehrt, anstatt üblicher Reinigungsmittel, als Körperpflegemittel, zum Start von Kulturen aller Art und zur Geruchsbeseitigung etc. angewendet. Da ist man dabei, zu lernen, anzuwenden und sich gegenseitig zu informieren und Erfahrungen auszutauschen.
    So macht es auch Sinn und dazu rate ich in diversen Foren, bei Anlegung eines neuen Komposthaufens einen Eimer halbreifen Kompost von einem gut „eingefahrenen“ Komposthaufen als Starthilfe mit dazu zu geben. Einen Komposthaufen (die Kleingärtner haben hier fast ausschließlich die anaerobe Kaltrotte) nicht ganz auszuräumen, sondern immer eine Breitseite des Destruentenpools, des Edaphons, stehen zu lassen. Dann geht die Umwesung wesentlich schneller vonstatten als frisch in einem Plastik-Komposter angesetzt.
    Allerdings bringt die Biomasse schon selber viele der Destruenten in sich mit.

    Was allerdings nicht gut ist, ist das Vorhandensein von Mikroorganismen mit gleichzeitiger Biozid-Gabe (Bio=Leben und Zid=Tod) – das schließt sich aus. Und die Pilze, die dazugehören, die mit den Pflanzen mittels einer Andockstation, dem Mykorrhiza, eine sehr gedeihliche Symbiose eingehen, werden auf Jahrzehnte schon durch eine Gabe Fungizide abgetötet. So verarmt also auch die Artenvielfalt des Bodens. Da muss auch wieder Vielfalt rein!
    Mein Brot wird auch nichts werden, wenn ich den Sauerteig (meine spezielle EM-Kultur) mit Herbiziden und Fungiziden besprühe und auch das sogenannte Anstellgut wird geschädigt sein.
    Das Starten/Impfen mit entsprechenden Kulturen ist aber auch keine neue Mode, sondern Erkenntnis seit 100 Jahren.
    Das (siehe Link) ist aus dem Notizbuch von Raoul Heinrich Francé, dem Entdecker des Edaphons mit seinem Mikrokosmos. Diese Notiz über Impf-Erde hat er 1932 gemacht. Er arbeitet hier an einer Bioreaktor-Starter-Zusammensetzung. Diese übertrifft mit Sicherheit die heutigen EM- Lösungen an Wirkung! Gescannt von Frau Dr. Aescht aus dem Biologiezentrum des Landesmuseums Linz. https://lh4.googleusercontent.com/-CvFicLYNnYk/UE4IhTXc7vI/AAAAAAAAFIQ/zZPs5Pm9GEE/s800/Impf-1-stoff-002.jpg

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  3. Hans-Günter Felser sagt

    Der menschliche Körper besteht zu ca. 3 kg aus Mikroorganismen. Sie gehören zu ihm, ohne sie könnte er nicht leben, weder Körperwärme erzeugen noch Nahrung richtig verdauen und vieles mehr. Diese Mikroorganismen finden sich in jedem tierischen Körper, aber auch in den Pflanzen, in den Wasserbehältern (See, Meer, Fluss, etc.), aber auch in den Böden wieder. Mit der vitalen Nahrung gelangen vitale – und eben die richtigen! – Mikroorganismen in die tierischen Körper, ebenso werden diese Kleinstorganismen (z.B. Mikrotiere, Mikropflanzen, Mikroalgen, Mikropilze) ebenfalls reproduziert, ernährt und kommen im optimalen Fall (man spricht von einer/m gesunden Menschen/Tier/Pflanze) in Balance vor. Die Landwirte konnten schon lange auf diese Erkenntnisse zugreifen, dieses äußerst wertvolle Buch „Das Leben im Ackerboden“ (Erstausgabe 1922) ist sogar noch im antiquarischen Handel zu haben, eine Neuauflage würde auch heute, nach fast 100 Jahren, noch zu wundersamem Staunen und zu vernünftigen Erkenntnissen führen. Gerade diejenigen, die mehr als andere vom Boden leben, sollten zumindest Kenntnis davon haben: http://stiftung-france.de/forum/viewtopic.php?f=43&t=307

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  4. Sabine sagt

    Ich kenn EMs eigentlich eher aus der Stallhygiene. Viele Tiefstreu-Freunde impfen ihren Stall mit EMs. Ich halte das für Geldverschwendung. Wenn man die Einstreu richtig betreut, stellt sich der gewünschte Effekt auch ohne vorheriges Impfen ein. Ich halte das Anpreisen von EMs gerade im Bereich der Hobbygärten für ähnlich übertrieben, wie den Kompost-Tee-Hype. In den meisten Hobby-Gärten leidet Obst- und Gemüse unter an zu wenig Dünger, sondern an zu viel und falscher Düngung, die dann auch oft zum falschen Zeitpunkt kommt. Das passiert in der Landwirtschaft eigentlich nicht. Auch wird man keinem Landwirt erzählen können, dass sich der Unkraut- und Schädlingsdruck in einer Kultur durch Düngergaben von alleine erledigt. Mein Naturbeton reagiert auf solche Methoden jedenfalls so gar nicht. Gute Ergebnisse hab ich eigentlich nur mit den Unmengen an alter Einstreu und Holzhackschnitzel bei mir anfallen. Wo wir dann wieder bei der Tierhaltung wären. Allerdings passiert da auch nichts von heute auf morgen, das dauert. Und ich denke, dass ist die eigentlich Attraktivität solcher Mittel, da erzählt man den Leuten sie könnten ganz schnell Ergebnisse erzielen ohne Chemikalien einzusetzen.

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  5. Friedrich sagt

    @Inga. Diese Fläche hat so gut wie nie eine Zwischfrucht gesehen. Auch die Bodenbearbeitung wurde nur sehr spärlich durchgeführt. Teilweise wurde der Stoppel gleich zur Folgefrucht umgedreht. Eine intensive Stoppelbearbeitung gab es nicht.Entsprechend ist die Bodengefügestabilität gering. Mit HTK , Kalk und intensiver Bodenbearbeitung ist nach zwei bis drei Jahren die Fläche wieder ok. Rechnet sich aber nur wenn es an einem vorhandenen Schlag dran liegt und man einen eigenen Schlag weniger hat.

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  6. Hans-Günter Felser sagt

    „EM“ – effektive Mikroorganismen. Ich bekenne mich dazu, dass ich gegenüber dem Hype, der darum getrieben wird, sehr versnobt reagiert habe und es teilweise auch tue. EM – effektive Mirkoorganismen…. – ich habe noch nie von in-aktiven oder in-effektiven Mikroorganismen gehört oder gelesen. Wenn ich irgendwo hin spucke, ist das eine Impfung mit EM und wenn ich mein Brot backe mit Hefe oder Sauerteig, dann ist das ein EM-Reaktor sondergleichen.
    Nun habe ich mich aber mit dem Thema näher befasst und warne davor, das Thema lächerlich zu machen.
    Ich sehe das auch so, dass es dieser Starthilfe, dieser Impfung bedarf, wo die Vielfalt der Destruenten abhanden gekommen ist. So empfehle ich jeden Garten-Beginner, den neuen Komposthaufen mit einer Gabe halbreifem Kompostes aus einem gut „eingefahrenen“ Kompost zu beimpfen und die Komposthaufen nicht ständig auszuräumen, sondern einen Teil aktivem Edaphons – möglichst in ganzer Breit-Seite, zu belassen. Der Umsatz in diesen Komposthaufen (beim Kleingärtner in anaerober Kaltrotte) ist um ein Vielfaches schneller – und effektiver – als es der völlig keimfreie Plastikkomposter vermag. Das sind dann die gewünschten und die richtigen EM. Es gehören noch Pilze, Algen und größere Organismen dazu, die einen lebendigen Boden ausmachen. Einen Großteil der Destruenten aus dem Mikrobereich bringen die Pflanzenteile allerdings auch mit ein – sofern keine Biozide diese abtöten. Vor allem muss es giftfrei bleiben.
    Denn eines müsste klar sein: Mikro-Organismen und Bio-zide (Lebens-Gifte) passen nicht gut zusammen.
    Mein Brot würde auch nichts werden, wenn ich in den Sauerteig Totalherbizide oder -fungizide mischen würde.

    Aber zurück zur Pragmatik, hier speziell den Ackerbau. Da gibt es schon seit weit über 100 Jahren Pioniere, die sich dem Bodenleben gewidmet haben und dies auch heute (noch?) wieder(!) tun.

    Böden zu impfen und biologische Prozesse zu starten, war auch schon vor 100 Jahren eine Frage.
    Das ist aus dem Notizbuch von Raoul Heinrich Francé, dem Entdecker des Edaphons mit seinem Mikrokosmos. Diese Notiz über Impf-Erde hat er 1932 gemacht. Er arbeitet hier an einer Bioreaktor-Starter-Zusammensetzung. Diese übertrifft mit Sicherheit die heutigen EM- Lösungen an Wirkung! Gescannt von Frau Dr. Aescht aus dem Biologiezentrum des Landesmuseums Linz.
    https://lh4.googleusercontent.com/-CvFicLYNnYk/UE4IhTXc7vI/AAAAAAAAFIQ/zZPs5Pm9GEE/s800/Impf-1-stoff-002.jpg

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      • Philipp sagt

        Ich meinte eigentlich Willi in seinem Blockbeitrag 🙂

        Aber das von Friedrich ist auch interessant.

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    • Inga sagt

      Ist er überhaupt gelernter oder studierter Landwirt?

      Oder denkt er nur
      das kann doch jeder?

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      • Hans-Günter Felser sagt

        an „Inga“: „Ist er überhaupt gelernter oder studierter Landwirt?“ Nein, ist er nicht.
        „Oder denkt er nur das kann doch jeder?“
        Herr, wirf Hirn vom Himmel! – Was für eine blöde Anmache im Jahre des Herrn 2018. Ist das dein geistiges Erbe, was von dir bleibt, wenn deine Knochen verbleichen?
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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Mann oh Mann,
          wie kann man sich selbst so ins Abseits stellen, eine Frau die mitten im Leben steht, als „dumme“ Kuh zu bezeichnen, in was für eine Richtung triften sie ab, oder waren sie schon immer da?

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          • Inga sagt

            Ich sehe das als Bestätigung für sein IQ, Ehemaliger Landwirt!

            Damit muß man leben, was will man sonst machen?

            Wir sind doch vom Dorfe, wir wissen wie man damit umgeht!

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  7. Friedrich sagt

    Wer viele Jahrzehnte keinen organischen Dünger auf seinen Ackerflächen eingesetzt hat , wird mit diesen Produkten vielleicht Erfolg haben, aber bei regelmäßigen Einsatz von Mist, Gülle, Gärsubstrat, Kompost usw. wird es nichts bringen. Das haben Versuche immer wieder bestätigt. Letzlich geht es um die biologische Aktivität des Bodens , oder auch Puffervermögen des Bodens durch Humusgehalt , Bodenlebewesen (Regenwürmer) usw..– Haben eine Ackerfläche an unsere Fläche rangetauscht.Diese Fläche hat seit Jahrzehnten keinen organischen Dünger gesehen. Auch der ph-Wert war zu niedrig. Der Humusgehalt war 1% geringer als bei unserer langjährig mit organ. Dünger gedüngten Fläche. Der Weizen reift hier auch schneller ab , weil das Wasserspeichervermögen eben geringer ist. Wer meint , daß wir ohne ldw. Tierhaltung nachhaltig ertragreichen Ackerbau betreiben können , der irrt. Tierhaltung und Pflanzenbau gehören zusammen.
    Auch wenn der organ. Dünger nicht aus der eigenen Tierhaltung kommt. Beim Weizen habe ich über Jahre einen Mehrertrag von 3 – 9 dt/ha gegenüber ohne organ. Dünger im Frühjahr ermittelt. Das sagt doch alles, oder ?

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    • Inga sagt

      ich dachte auch die effektivsten sind untergearbeiter Mist, Gülle und Planzenreste.

      Die auch für Bodenbakterien und Kleinlebewesen wie Regenwürmer nützlich sind.

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