Bauer Willi
Kommentare 40

Direkte Demokratie – und das EU-Renaturierungsgesetz

Diesen Brief hat mir Bauer Fritz aus Oberösterreich geschickt. Die Agrarministerin Österreichs hat ja bekanntermaßen mit ihrer Stimme dafür gesorgt, dass das Renaturierungsgesetz verabschiedet wurde.

DIREKTE DEMOKRATIE

Hallo Willi

Das Renaturierungsgesetz ist ja nun mit der zum Zünglein an der Waage hochstilisierten Zustimmung der österreichischen grünen Umweltministerin und Ex-Global 2000 Chefin beschlossen worden. Ohne auf österreichische Spezifika einzugehen rund um die Rechtmäßigkeit und Verfassungsmäßigkeit dieser Stimmabgabe, kommen mir doch noch so einige Gedanken, die vielleicht Ähnlichkeiten aufzeigen auch mit Deutschland.

Da wäre mal die Frage der Kosten. Die scheinen ja nun wirklich niemanden interessiert zu haben. In keinem Medium (TV oder Print) war davon in den diversen Diskussionssendungen auch nur einmal die Rede. Es ging eher immer nur darum, daß die Guten, die Progressiven – also wie immer die Grünen und die Linken – für das Gesetz sind, weil Umweltrettung sowieso jeden Tag angesagt ist. Wogegen die Bösen, die Konservativen – also wie immer die Rrrrächten – dagegen sind und dabei spezielle wieder mal die Bauern und Waldbesitzer, die ja Jahr und Tag ohnehin nichts anderes tun als die Umwelt zu zerstören.

Daß die Sache selbst nach vorsichtiger Schätzung der EU-Kommission doch die Kleinigkeit von mindestens 154 MILLIARDEN Euro kosten könnte, kein Thema. Über Geld redet man ja nicht, das hat man. Und wie man weiß, haben es gemäß Grünen und Linken ohnehin immer die Falschen.

Hierzulande wurde zeitgerecht EINE (in Zahlen: 1) Online-Umfrage des WWF mit 1000 Befragten (vermutlich sogar nur unter WWF-Unterstützer) durchgeführt. Die rhetorisch ausgefeilten 3 Fachfragen (im bekannten NGO-Stile: “Wollt ihr Freibier und Steuerfreiheit”) ergeben dabei – man mag es kaum vorher vermutet haben -, daß satte 82 % der Befragten sich für das Gesetz aussprächen. In Zeitungen und Fernsehen verkauft wurde diese Umfrage gleichsam wie eine Volksbefragung, bei der 82% der Bevölkerung dem Gesetz jubelnd zugestimmt hätten.

Auch die Themen von Grundinanspruchnahmen, von eventuellen möglichen Enteignungen, von Bewirtschaftungseinschränkungen, von Auflagen, von Bürokratie wurden und werden seither in den Diskussionssendungen von den üblichen Experten und Äußerungsabgebern nonchalant vom Tisch gewischt mit dem Verweis, die Bauern würden schon nicht zu kurz kommen und würden sicher ausreichend für wie immer geartetet Beeinträchtigungen entschädigt werden.

Nun brachte mich diese Nonchalance und diese plötzliche Geldzuwendungs-Großzügigkeit auf den Gedanken, einem möglichen – weil aus Erfahrung bekannten – Szenario entgegenzuwirken, das sich dann wohl wieder so abspielen wird, daß all jene, die nun frei von der Leber allen betroffenen  Bauern und Waldbesitzern jede in Art und Höhe nur erdenklich mögliche Entschädigung zusprechen, dann wenn es soweit ist, aber Gift und Galle spucken werden, wenn selbige diese Beträge wirklich einfordern oder gar zugesprochen bekommen sollten. Das Lied von den Bauern die ohnehin mit Geld zugesch…en werden, wird dann wieder rauf und runter gespielt werden. Es ist diese Leier-Platte, die ohnehin bei jedem Kommentar zum Thema Landwirtschaft  wo und wann und von wem auch immer aufgelegt wird – seit Jahren der ungekrönte Hit quasi.
Außerdem kennen wir das ja von anderen Befragungs-Lippenbekenntnissen, daß mindestens 150% der Bevölkerung Bio und Regional und beim Bauern vor Ort kaufen, in der Realität nach dem Supermarktdiskonteinkauf aber davon höchstens 1,5% übrig bleiben.

Es stellt sich zudem doch die Frage, ob es nicht besser wäre, von jenen dem Gesetz zustimmenden 20 Ländern mit ihren 66% der Bevölkerung (= 297 Mio. Menschen) einen “Renaturierungs-Solidaritätsfonds” für die nötigen 154 Milliarden Euro zu schaffen und somit je Kopf und Nase rund 520 Euro DIREKT und PERSÖNLICH einsammeln zu lassen. Bei Bedarf sollte auch auf eine Nachschußpflicht hingewiesen werden. Ich finde das würde den Realitätsbezug wieder dahingehend schärfen, daß man zwar schnell FÜR etwas sein kann, aber viel zu oft im Hinterkopf der Meinung ist, mich wird es ohnehin nicht betreffen und mich geht es ja sowieso nachher nichts mehr an.

Und da es ja dabei um die Umwelt und die Natur und die Bienchen und die Vögel und die Moore etc. geht, für die man sich ja täglich ausspricht, mag ja dieser mal nicht nur das Mundwerk sondern direkt die Brieftasche betreffende Obolus ohnehin noch reichlich gering sein. Ob man dann auch noch eine Staffelung von z.B. 1000 Euro für die Einkommensüberproportionalen (meist Grünwähler) gestaltet, bleibt der Phantasie der jeweiligen Länder gerne überlassen.

Ein wie ich finde mal andere Zugangsweise an den Begriff DIREKTE DEMOKRATIE.

Abstimmungsergebnis

EU 27 sind 448 Mio. Menschen

*) Dagegen waren 6 Staaten (in Summe 139,2 Mio. Menschen):

Italien (59 Mio.), Ungarn (9,6 Mio.), Niederlande (17,7 Mio.), Schweden (10,5 Mio.), Finnland (5,6 Mio.), Polen (36,8 Mio.)

*) Enthalten: Belgien (11,7 Mio.)

Somit gesamt 7 Staaten mit 150,9 Mio. = ca. 33,7% der Bevölkerung

*) Zustimmung demnach 20 Staaten (nötig 15) mit ca. 66,3% der Bevölkerung (nötig 65%)

(Aufrufe 1.914 gesamt, 1 heute)

40 Kommentare

  1. Thomas Wörle sagt

    Öko Soli so ein Schwachsinn erst nur auf Finanzprodukte später auf alles wie immer. Wir haben genug Einnahmen im Stastshaushalt wir verteilen es nur auf der ganzen Welt. Der Bio will soll die Kosten der Produktion an der Ladentheke zahlen.Wer Moore vernässen will dann fang mal mit Staats und Kirchen Flächen an .Des erste wär der Flughafen München steht komplett im Moor (Erdinger Moos)

    16
  2. evo.... sagt

    Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde ein Soli für den Aufbau des Ostens eingeführt. Insofern sehe ich einen Öko-Soli positiv .

    Die Prämien für Bio könnte man damit finanzieren.

    Um Geld aber wieder in produktive Kanäle zu lenken, sollte man den Öko-Soli nur auf Erträge aus Finanzprodukten erheben. Natürlich in ganz Europa. Einen erhöhten Soli würde ich auf Erträge aus nicht-europäischen Anlagen erheben, weil wer sein Geld anderen Mächten gibt fördert die Verknecht-/ Vermagdung Europas.

    3
    • Sonja Dengler sagt

      ich sehe, mein Post davor ist gar nicht veröffentlicht worden. Aber ich habe doch niemanden angegriffen oder beleidigt. Das obige ist nur die versprochene Ergänzung
      Macht nichts. Ich muss jetzt weg

  3. Sonja Dengler sagt

    Hochineressantes Thema heute.
    Ich komme nochmal zurück auf die von mir erwähnte Aqua-Anbauten:
    in Afrika https://uniiun.org wird das schon betrieben und in der Antarktis wird heftig geforscht und gleichzeitig daran niemand mehr die Antarktis betreten, der nicht zum Forschungsteam gehört (zu der Station habe ich aber kein link, vielleicht finde ich es noch.
    Aufhorchen ließ mich, nachdem ich den Aufbau von Union mit spendete, dass er kurz nach Erfolgreich-werden übernommen wurde von bis dahin völlig fremden. Das geschieht mit Sicherheit so, wie seit einigen Jahren diese “Übernahmen” geschehen. Ich habe seither nicht mehr gespendet, denn die ursprünglichen Aufbauer waren Studenten und mit Herz bei der Sache und plötzlich waren da ganz andere Leute.
    Aber wegen des Themas nochmal den link unten am Schluss. Ich schaue auch mal, ob es einen link gibt über die Antarktis und Aqua-Culture….
    Wenn DAS wirklich in der Welt grundsätzlich als Nahrungserzeugung gedacht ist, dann ist den Leuten, die künftig darüber bestimmen wollen, völlig egal, wie hoch die Kosten der Renaturierung sind und wieviele Bauernhöfe absterben.
    Was halten die Bauern als Experten davon? https://uniiun.org

  4. Ex-Baumschuler sagt

    In Holland (NL) sollten die Bauern wegen des Gewässerschutzes und noch sonstwas enteignet werden, aber immerhin gegen Entschädigung. Das hätte vielleicht ein Viertel der Bauern betroffen, und betraf schon viele. Daraufhin gab’s dort große Bauern-Demos mit Treckern (von denen hier gar nicht berichtet wurde) und wegen eines Skandals wurde MP Mark Rutte mitsamt Regierung gestürzt.
    Neuwahlen ergaben eine rechte Regierung mit MP Geert Wilders. In einer Regierungserklärung werden die Verschlimmerungen und vor allem Enteignungen der Bauern ausdrücklich zurückgenommen. Vielleicht verstößt das sogar gegen EU-Vorgaben.

    Was direkte Demokratie sowie EU-Demokratur angeht, habe ich beide aufgegeben. Wer da jeweils das Sagen bekommt, darüber können sich ja die Lobbyisten mit Spezial- oder einfach finanziellen Interessen streiten. Die allermeisten Leute begreifen noch nicht mal, dass wir jetzt die letzten Jahre der biblischen Endzeit erleben, und was soll man sonst noch anmerken? – Ein Apfelbäumchen pflanzen wie der Judenhasser Luther? Die Demokratie reformieren? Krieg abschaffen? – Selten so gelacht.

    9
  5. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Das hat man halt davon wenn grüne Ideologie über alles geht. Bleiben wir mal beim DBV:
    Der hat demnächst in Cottbus seinen Bauerntag, wo man sich unter anderem das Gerede von Özdemir antut, gegen den Herr Rukwied noch im Dezember zumindest medial mit äußerster Aggressivität in Erscheinung getreten ist. Wie wir wissen haben die Treckerdemos nichts aber auch gar nichts gebracht. Ich hätte ihn ausgeladen, das wäre ein Zeichen gewesen.
    Aber der DBV ist ja grün bis hinter die Ohren, man steht zu r Energiewende, Klimaschutz und Nachhaltigkeit will man “gemeinsam” mit der Regierung umsetzen. Blöd nur das man dann beim Bauerntag den Kabarettisten und Physiker Vince Ebert einlädt der offenbar viele Dinge rein wissenschaftlich völlig anders sieht:
    https://www.nzz.ch/international/da-irrt-herr-habeck-vince-ebert-ueber-die-deutsche-klimapolitik-ld.1703544
    Ruft mal beim DBV an und fragt danach, da weis keiner was zu sagen.

    11
  6. Arnold Krämer sagt

    Regelungsbreite und Regelungstiefe für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenleben der Menschen nehmen immer mehr zu, in der EU getrieben von einem „ grünen“, Kommissionsapparat, der das Vorschlagsrecht, im dreigestirnigen Machtgefüge (Kommission, Parlament, Rat) hat. Bei „Reibereien“ oder Meinungsverschiedenheiten werden dann entweder faule Kompromisse ausgehandelt ( faul, weil es in Detailfragen nur um richtig oder falsch, angemessen oder unangemessen gehen kann) oder den Mitgliedstaaten werden bei Umsetzungszwang gleichzeitig erhebliche Gestaltungsspielräume gewährt, von denen man weiß, wie sie insbesondere D genutzt werden. Letztlich geht alles auf Kosten von Freiheit und Selbstverantwortung, Sozialismus durch die Hintertür sozusagen. VV, viel Vergnügen! Wer oder was drückt die politische Reset-Taste? Zum „Ausprobieren“sollte man ein mehrjähriges Gesetzgebungsverbot beschließen.

    13
    • Inga sagt

      Bei jeder Entscheidung wegen Uneinigkeit müsste die Ökologie Priorität haben.

      Die Menschen können sich ruhig etwas dafür einschränken.

      1
    • Bauer Fritz sagt

      Vielleicht haben sie eine Erklärung. Mich wundert sehr, daß dieses Renaturierungsgesetz, seine Auswirkungen und Folgen nicht nur auf die LW oder seine Kosten irgendwie in den dt. Medien kein Thema sind. Nicht mal in den agrarischen.

      Ist es den dt. Land- und Forstwirten so egal oder ist es irgendwie “übersehen” worden ?

      7
      • Arnold Krämer sagt

        Der Berufstand ist müde. Es sind einfach viel zu viele „Brandherde“ gleichzeitig. Und die Komplexität der Themen überfordert Berater wie Fachmedien.

        15
        • Schmeckt gut sagt

          Ein paar Tage zum Runterkommen im Frühwinter reichen. Wir Bauern regenerieren schnell – kennen wir ja nicht anders. Wenn die Berufskrakele weiterhin nicht auf unsere berechtigten Anliegen eingehen, können sie sich in der kalten Jahreszeit schon mal warm anziehen. Das Faß ist nach den letzten Demos nicht nur übergelaufen, sondern geborsten und explodiert. Alle Versprechen wurden gebrochen und teils sogar zu unserem Nachteil ausgelegt.

          9
      • Ertl Elisabeth sagt

        Das Ganze ist letztendlich so kryptisch formuliert, dass selbst die “Wissenden” einmal von 80% der Gesamtfläche der EU sprechen, die geschädigt sei, und wovon 20% bis 2030 saniert werden müssen, andere wieder von 80% der Schutzgebiete, ohne sagen zu können, welcher Schutzgebiete. Häufig hört man auch, 10% der Fläche der EU muss komplett außer jede Nutzung gestellt werden, und weitere 20% müssen zu alten landwirtschaftlichen Nutzungsformen zurückkehren. Wieder andere sagen, das Natura 2000 – Programm muss bis 2030 vervollständigt sein.
        Wie viele Experten_innen-Posten genau geschaffen werden müssen, ist auch nicht klar formuliert.
        Man kann in diesen Text offenbar alles Mögliche hinein interpretieren.
        Kurzum: Es hat das große Warten begonnen, was jetzt an nationalen Programmen genau beschlossen bzw. diskutiert werden wird.
        Der ORF bringt natürlich jetzt viel zu diesem Thema.
        https://fb.watch/sR4M3qRO9s/

        4
        • Arnold Krämer sagt

          Vielleicht schafft es der Nehammer ja noch, die Sache mit einer einzigartigen Klage zu stoppen.

          3
          • Elisabeth Ertl sagt

            Das glaube ich nicht. Dieses ganze Theater ist doch vor allem Wahlkampfgetöse. Oder wie der Wiener sagt: “Leitln, die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst”
            Ich habe auch grundsätzlich nichts gegen ein solches Gesetz. Nur soll man gegenüber der Bevölkerung, die sich das gewünscht hat, Klartext reden: Das werden die Bauern allein nicht umsetzen. Das bedeutet – nein, keinen Hunger – aber teure rationierte Lebensmittel, weniger Geld für Luxus, daher Niedergang der Luxusindustrie, daher Umschichtung von Arbeitsplätzen in den primären Sektor: Neophyten ausgraben, Schafe hüten, Steilhänge mähen etc.

            4
    • Arnold Krämer sagt

      Faul ist es z. B., wenn aus 30 % Renaturierungsfläche ( ursprünglich so im Green Deal formuliert) jetzt 20% beschlossen werden.

      4
  7. Frank sagt

    Es bringt nichts, einschlägigen Umfragen plumpeste Täuschungen a la “vermutlich sogar nur unter WWF-Unterstützer” zu unterstellen.
    Diese Umfragen lassen sich von vorn (Fragen) bis hinten (Bewertung) so strukturieren, dass alles recht wissenschaftlich daherkommt und trotzdem das gewünsche Ergebnis liefert.
    Dazu noch der Befragungseffekt, dass die Befragten sich gern “gut” darstellen wollen und wissen was derzeit als “gut” angesagt ist.
    An Ende sind da wieder alle für Bio und kaufen doch billig. Dabei ist das im Vergleich zur Beurteilung eines Renaturierungsgesetzes ja noch eine simple Sache.

    Es wird allerdings nicht direkte Demokratie, nur weil das Geld für Beschlüsse derer da oben dann beim Bürger direkt gesammelt wird. Soll doch die Politik für solche Vorhaben das Geld bei den Willigen einsammeln (das wären dann tätige Ja-Stimmen). Dann klärt sich schon, wer wirklich will.

    12
  8. Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

    Bei Meinungsumfragen wird die Fragestellung oft so gewählt, dass das gewünschte Ergebnis herauskommt. Mit diesem Ergebnis soll die öffentliche Meinung beieinflußt, ja manipuliert werden. Wenn man fragt, wollen Sie guten Natur-und Umweltschutz, wird doch jeder die Frage mit ja beantworten. Fragt man, ob man Steuern abschaffen soll, würde jeder auch mit ja antworten .Würde man dei der Fragestellung auch die Kosten einer Massnahme einbauen, würde die Zustimmun abfallen. Also viele wollen zurück zum Urspung. Das kostet aber ganz schön was.Dabei hat die Menschheit seit Jahrtausenden gegen die Natür gekämpft, um sich einen Lebensraum zu verschaffen Wieder in Höhlen und von Blättern und Beeren im Wald leben ist halt auch der falsche Ansatz. Leider ist diese grüne Blasenminderheit so stark ideologisch ausgerichtet, dass man nicht vernünftig diskutieren kann und es bereits in Gesinnungsterror ausartet. Dabei ist das eine kleine Gruppe von vielleicht 10-12% der Bevölkerung. Diese Leute spalten die Gesellschaft.

    15
  9. Bauer Fritz sagt

    Kleine Berichtigung zur Einleitung von Willi:
    NICHT die österr. Agrarministerin hat zugestimmt, sondern die österr. Umweltministerin, da ja das Renaturierungsgesetz beim EU-Umweltminister (wider Erwarten) auf die Tagesordnung gesetzt wurde.
    Ihre Zustimmung ist deshalb nun Grund für eine Anzeige gegen die Ministerin wegen Amtsmißbrauch sowie (nach Vorliegen der EU-Beschlußunterlagen) wird auch eine Klage vor dem EU-Höchstgericht auf Aufhebung des Gesetzes eingereicht. Dies scheint aus Sicht von EU-Juristen gerechtfertigt, da 1.) die Umweltministerin nicht hätte zustimmen dürfen, da die dazu verpflichtende Einigung mit dem Landwirtschaftsministerium nicht vorliegt und 2.) auch eine von ALLEN Landeshauptleuten (entspricht Ministerpräsidenten) unterfertigte negative Stellungnahme vorliegt.
    Diese österreichischen Spezifika sind vielleicht zum Verständnis doch hilfreich.

    12
  10. Elisabeth Ertl sagt

    Für Österreich sind 120 Millionen jährlich vorgesehen. Da müssen zunächst einmal jene Expertenposten bezahlt werden, die der Politik erklären sollen, was genau zu geschehen hat.
    Es sind ja im Papier alle Ökosysteme aufgelistet, die in ihren ursprünglich (Referenzzeitpunkt??? Gut, das verraten uns ja dann die Experten) Zustand zurückversetzt werden müssen. In Österreich sind das 43 verschiedene Ökosysteme, die rechnerisch die Fläche der Steiermark umfassen. 10 Ökosysteme sind Ödland, der Rest Agrarland. Für jedes Ökosystem braucht man dann einen Experten, manche Experten können mehr als ein Ökosystem betreuen. Dazu kommen 24 Indikator-Vogelarten und viele Insekten. Da brauchen manche Arten mehr als einen Experten. Diese Experten müssen einmal ganz Österreich kartieren. Ich bin gespannt, wie viele der 120 Millionen schon dafür aufgehen. Aber ja, Posten, wo man anderen Vorschriften machen kann, sind nun einmal begehrter als solche, welche die Vorschriften dann ausführen müssen. Diese Ausführungs-Arbeiten sind schon aufgelistet:
    Entfernung unerwünschter Verbuschung oder nicht heimischer Pflanzen auf Grasland, in Feuchtgebieten, Wäldern und auf Flächen mit spärlicher Vegetation,
    Wiederherstellung von Trockenmauern,
    Entfernung und Bekämpfung invasiver gebietsfremder Arten, aber natürlich ohne Anwendung von Pestiziden, also mit Schaufel und Hacke,
    Verhinderung oder Minimierung der Einbringung neuer Arten, (wie tut man da?)
    Wiederbewirtschaftung steiler Bergmähder, die man früher händisch mit Steigeisen gemäht hat
    Behirtung auf Almen
    Verzicht auf Pestizide (zu Gunsten händischen Abklaubens von Schädlingen?)
    etc. etc.
    Nun, alles das haben wir das letzte Mal in den 1950er Jahren gemacht. Da haben noch 16% in der Landwirtschaft gearbeitet – viele noch für Kost und Logis. Heute sind es nicht einmal 3%.
    Jetzt kommt dazu, dass mit Wolfsabschüssen endgültig Schluss ist: Die Experten werden eine Frist setzen, bis wann die in den Alpen vorgesehenen 39 Rudel dort etabliert sein müssen. Die gab es in den 1950er Jahren aber noch nicht.
    Das Papier bestreitet gar nicht, dass man für diese Arbeiten mit dem vorgesehenen Budget nicht auskommen wird, sondern die Lebensmittel werden teurer werden.
    Gott sei Dank sind jetzt die Konsumenten endlich bereit, mehr zu zahlen, was hätten wir nur ohne dieses Gesetz gemacht.
    Wie hätten wir ohne dieses Gesetz alle Lebensmittelimporte aus dem EU- Ausland abgeschafft, wie es das Gesetz vorsieht.

    Der Mensch braucht pro Tag durchschnittlich 2500 Kalorien. Er kauft derzeit in der EU etwas über 3700 Kalorien. 7% davon kommen aus dem EU-Ausland, also stehen ohne Importe nur noch etwa 3500 zur Verfügung. Die Renaturierung wird Ertragseinbußen zwischen 10 und 20% bringen. Im Worst Case hat der Einzelne dann noch immer 2800 Kalorien zur Verfügung. Na, geht sich doch locker aus! Denn in Zukunft wird jeder ganz freiwillig nur noch 2800 Kalorien täglich aus dem Supermarkt heimtragen. Es wird keine Schlangen von Hamstern in der früh geben, sodass wer zu Mittag kommt, nichts mehr vorfindet.
    Und es geht auch niemand mehr zur Unzeit in den Wald, um Pilze, Wildobst und Wildkräuter zu sammeln. Denn dafür sind dann nur noch ganz enge Zeitfenster vorgesehen, weil die Wildtiere als erste fressen dürfen.
    Jetzt wissen wir, dass die Natur ein Museum zu sein hat. Ökosysteme dürfen sich niemals mittels neuer Arten weiterentwickeln. Es sei denn, es geht um Arten, die den Landwirten Probleme machen. Die brauchen dann natürlich schon Anwälte unter den Naturschützern, der Schakal zum Beispiel.

    10
    • Elisabeth Ertl sagt

      120 Millionen, das sind 2500 Arbeitsplätze. Wie viele davon sind Experten?

      • Lieschen Müller sagt

        Ein Industriearbeitsplatz wird inzwischen mit 1 Mio Euro bezuschusst. Siehe neue Chipfabriken……

        8
    • Elisabeth Ertl sagt

      Und wie lehrt man diese Museums-Arten, den seit den 1950er Jahren stattgefundenen Klimawandel zu ignorieren?

      1
      • Peter sagt

        Gar nicht…die existieren einfach weiter und passen sich wie immer an. Vielleicht tippen sich sich auch gepflegt an die Stirn (wenn vorhanden…) ob der Beklopptomanie der Menschheit.

        9
    • Lieschen Müller sagt

      An sich würden vielleicht viele Menschen mit anfassen. Die DAV-Maßnahmen (Deutscher Alpenverein) in den Alpen zu Wegebau und Schutzwald sind immer ausgebucht. Also die DAV Mitglieder kommen 2-3 Wochen in den Ferien zum Arbeiten. In der DDR wurde der Wohnungsmangel mit Plattenbauten behoben. Was viele vielleicht vergessen haben: um so eine Wohnung zu bekommen, musste man oft 800 Stunden Eigenleistung am Wochenende aufbringen. Das heißt, die Paare sind 2 Jahre lang jeden Samstag als Bauhelfer auf die Baustelle, um eine Wohnung mieten zu dürfen. In den 70ern. Ich glaube oft, der Leidensdruck ist einfach nicht da…..

      5
      • Christian Bothe sagt

        LM: Eigenleistungen für Wohnungen musste man bei den Wohnungsgenossenschaften leisten, um eine Neubauwohnung zu bekommen!Ansonsten bekam man eine Plattenbauwohnung ueber die staatlichen Gebäudewirtschaften und Betriebe (Wismut u.a.).

        3
        • Inga sagt

          Das ist auch gut so undist was wahres dran.
          Erstmal Mühe geben, dann weiß man die neue Wohnung zu schätzen
          und zu schonen.

          1
    • ReinerStoff sagt

      Wow, heute mal wieder eine sehr kritische Frau Ertl, aber heute gibt’s dafür einen 👍.

      Hab dazu die Tage ein Video vom Bergerhof Krakauebene des Christian Bachler auf Facebook gesehen und da er es wagt, Kritik an diesem Vorhaben auszusprechen wird er in den Kommentaren entsprechend angegangen…

      Die Landbewirtschafter bzw. Landbevölkerung stehen hier mittlerweile auf verlorenem Posten gegenüber der urbanen “Elite”.

      7
      • Elisabeth Ertl sagt

        https://fb.watch/sR4M3qRO9s/

        Das ist das Video.

        Ich möchte, dass die Grünen wieder in der nächsten Regierung sind. Ich gönne es ihnen nicht, genüsslich von der Oppositionsbank zu feixen, weil die Regierenden nur noch hilflos mit den Armen rudern können.

        1
  11. Rolf Sieling sagt

    In den Ländern, die zugestimmt haben, sind die grünen Umweltminister auch nur mit 14% gewählt worden.

    11
  12. Christian Bothe sagt

    Ein absoluter Schwachsinn! Erinnere hier noch einmal an diverse Gutachten von Dr.agr.Chudy u.a.zum Thema! Wieviel Milliarden haben wir in der DDR für Meliorationsmassnahmen ausgegeben, um LN zu gewinnen? Das alles mit Decarbonisierung u.a. in Zusammenhang zu bringen, ist reine Ideologie! Als gestandener Landwirt kann man nur den Kopf schütteln über solchen Unsinn, den wir als Mitglied der EU ertragen müssen und )wollen?)!

    9
    • Reinhard Seevers sagt

      In dem Zusammenhang eine kleine Anekdote. Wir waren gestern zufällig auf dem Markt in Nauen. (für Unbedarfte, Nauen liegt im für sein Obst berühmtes, Havelland, Herr Ribbeck undso…. 30km westlich der Hauptstadt)
      Nun, auf dem Markt waren ein Wildspezialitäten-Händler aus dem Jerichower Land, ein Fischhândler, ein Brathändel-Verkâufer, ein polnischer Blumenhändler, ein polnischer Spezialitäten-Anbieter und ein polnischer Obst- und Gemüsehändler. Beim Obst-und Gemüsehändler eine Schlange von Kunden, so dass man an andere Zeiten erinnert wurde. Der Händler hatte eine Riesenauswahl an Beerenobst, die Preise niedrig.
      Schnitt …..am Rande der Stadt entsteht derzeit ein EDEKA- Markt. 2500qm auf der grünen Wiese. Angeblich der modernste und nachhaltigste EDEKA der Republik.
      Frage: Was läuft falsch in diesem Land?

      6
      • Lieschen Müller sagt

        Das ist wirklich so sinnlos! Immer weitere Flächenversiegelung, als gäbe es unendlich viel davon.
        Aber zu den anderen Fragen hier: ja, ich würde meinen Anteil an 500 Euro einzahlen, wenn es dem Umweltschutz zugute käme. Für mich wäre das aber zuallererst ein Stopp an weiteren Straßen- und Gewerbegebietsbau. Bei uns gibt es innerstädtisch noch einige zu revitalisierende Bauflächen.

        3
        • zmp_nachfahre sagt

          Umwelt- und Naturschutz wäre außerdem der Verzicht auf weitere Windräder und PV-Flächen.
          A propos: würden die vielleicht auch “renaturiert”? Dann wäre ja immerhin ein bißchen Nutzen dabei.

          4
        • Peter sagt

          Die Gehirnwäsche scheint bestens zu funktionieren. Lieschen Müller und sicher auch Fritz Meier wollen freiwillig zusätzlich EUR 500,– für den Umweltschutz berappen. Derweil vergnügen sich die „Auserwählten“ in riesigen Villen, auf riesigen Grundstücken, auf allen Kontinenten. Für dieses Hopping muss man natürlich tolle Privat-Jets und Mega-Yachten nutzen. (R.S. meckert über immer Kreuzfahrtschiffe…bei dem Verhältnis von Fläche, Person und Antriebsleistung kann das eher als Umweltmaßnahme abgerechnet werden…😉). Gelegentlich gönnt „man“ sich einen Ausflug in`s All, sonst kann „man“ sein Eigentum auch kaum noch überblicken. Einige Paare verzichten wohl schon „wegen der Umwelt“ auf eigene Kinder. Dem freiwilligen Ableben aufgrund Umweltschutz steht bald nix mehr im Wege: „ Die Gesellschaft bedankt sich für ihren freiwilligen Rücktritt und stellt ihnen wahlweise den Revolver mit einer Kugel oder ein chemisches Präparat zur Verfügung…eine letzte Ruhestätte in Bio-Qualität ist inbegriffen.“ Schrecklich…Solange „man“ noch seine tägliche Umweltleistung erbringen kann sollte „man“ sein Einkommen daraus direkt an eine Umweltschutz-NGO abtreten und erhält im Gegenzug die benötigten Kalorien, einen Wohnschrank wie in Tokio, Kleidung nur, wenn sie wirklich gebraucht wird…https://www.ad-magazin.de/artikel/ikea-japan-10-quadratmeter-mini-wohnung-tiny-home

          9
  13. Thomas Bröcker sagt

    Der Otto-Normalo kommt doch mit dem ganzen Lügen und Halbwahrheiten-Geflecht um dieses Thema eh nicht mehr klar. Er wird ja auch vorrangig emotional mit den entsprechenden von Profi Agenturen ausgewählten Begleitbildern zugesch…en. Die wissen genau mit welchen Bildern die entsprechenden, von den Auftraggebern gewünschten Reaktionen der Zielgruppen, ausgelöst werden.
    Da ist bei Umfragen ein schnelles “Ja – bin dafür” auf emotionaler Entscheidungsebene fürs eigene Gewissen und die Erfüllung der (angeblichen) “Erwartungen der Gesellschaft” die naheliegenste Reaktion.
    Wie schnell Stimmung umschlagen kann, wenn es dann auf einmal in die eigene Brieftasche eingreift, haben unsere Politiker gerade in den letzten Jahren über Proteste und Protestwahlen erfahren.
    Das Hauptproblem ist und bleibt, dass ALLES statt mit Augenmaß zu handeln nur noch unter Begleitung maximal aufgebauschter Untergangsphantasien durchgepeitscht wird.

    21

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert