Nachdem die Ampel-Regierung es nicht geschafft hat, die Ausarbeitungen der Borchert- Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) auch nur im Ansatz umzusetzen, ist schon jetzt erkennbar, dass auch die jetzige Koalition die erforderlichen Mittel bei weitem nicht zusammenbringt. In der Summe von Borchert-Kommission und ZKL wären für den Umbau der Landwirtschaft grob 10 Milliarden € jedes Jahr notwendig. Der Bundeshaushalt 2025 bleibt im Wesentlichen unverändert und es ist nicht zu erwarten, dass sich dies im Haushalt 2026 und folgende grundlegend ändert. Anders sind die bisherigen Äußerungen von Minister Alois Rainer nicht zu verstehen.
Wenn man sich etwas wünscht, aber dafür kein Geld hat, dann kann der Wunsch nicht erfüllt werden. So einfach ist das.
Die Borchert-Kommission hat ihre Tätigkeit inzwischen eingestellt, weil der Namensgeber Borchert es für sinnlos gehalten hat, Papiere zu produzieren, die nicht umgesetzt werden. Es wird Zeit, dass sich auch die Zukunfts-Kommission Landwirtschaft auflöst. Neue Vorschläge sind ohnehin nicht zu erwarten. Die Mitglieder können sich natürlich weiter auf freiwilliger Basis zusammenfinden.
Wichtig wäre es jetzt, `der Gesellschaft“ und „den Medien“ klarzumachen, dass für die vielen Wünsche und Ansprüche an die Landwirtschaft kein Geld da ist und diese Wünsche und Ansprüche nicht erfüllt werden.
Die „Transformation der Landwirtschaft“ wird nicht stattfinden.
Wer als Verbraucher mehr Tierwohl haben will, muss dies aus seiner eigenen Tasche bezahlen. Wenn dies geschieht, werden wir Landwirte diese Nachfrage bedienen und unsere Ställe umbauen. Wer keine „Pestizide“ haben will, kann Bio kaufen. Wir Bauern können alles, es muss nur bezahlt werden.
An einer Kette muss man ziehen, sie zu schieben bringt nichts. Dies gilt auch für die Lebensmittel-Kette vom Erzeuger bis zum Verbraucher.
Gehen Sie in den Supermarkt und kaufen so, wie Sie es in Umfragen behaupten.


Berufsethos ist angesagt. Leute kommt, wer für das Gute brennt, der kann doch nicht einfach rückfällig werden. ( Achtung Satire)
oder eben doch;
https://www.br.de/nachrichten/bayern/weidepflicht-bio-landwirte-stellen-auf-konventionell-um,UxKrxsh
Richtig, das ist mittlerweile sogar in links-grün-gefärbten Medien angekommen: https://www.zeit.de/2025/25/landwirtschaft-kuehe-weideverordnung-tierschutz
Wir waren als Kinder oft auf Bauernhöfen im Urlaub. Ich erinnere mich an eine prägende Begebenheit in den 1970er Jahren in Österreich. (Da stellte übrigens die SPÖ den Landwirtschaftsminister).
Auf dem Hof läuft eine kleine Herde Schweine draußen herum und wühlt in der Erde.
Eines Tages kommt ein Berater vom Landwirtschaftsministerium und macht dem Junglandwirt klar, dass er so, wie er jetzt wirtschaftet, bald pleite gehen wird. Denn es gibt mittlerweile Bauern, die haben Ställe mit Spaltenböden und automatischer Entmistung und können billiger produzieren. Die Regierung wünscht eine Verbilligung der Lebensmittel, damit den Menschen mehr Geld bleibt, um Wohlstand aufzubauen. Daher werden solche modernen Schweineställe jetzt von der Regierung gefördert, und ihm wird geraten, diese Förderung in Anspruch zu nehmen.
Als der Berater weg ist, mahnt der Altbauer den Jungbauern, dem Berater ja nicht zu folgen, denn so, wie der es sich vorstellt, so geht man nicht mit Tieren um. Das gehört sich einfach nicht, sagt er. Der Jungbauer macht es trotzdem, damit er nicht pleite geht.
Man kann nicht als Nichtlandwirt arrogant verlangen, dass ein Bauer lieber pleite gehen soll als einen Spaltenstall bauen, und die Verantwortung für den Wandel muss man auch vor allem einmal der Regierung bzw. der Gesamtgesellschaft, die sie gewählt hat, zuschreiben.
Aber dass vielen Bauern damals Geld wichtiger war als Ethik, das stimmt halt trotzdem. Wobei die größte Schuld wieder diejenigen trifft, die die ersten solchen Ställe gebaut und der regierung dazu geraten haben. Bei den Hühnerkäfigen war es genauso.
Deshalb gab es bald darauf die Bewegung der Biobauern, die sich solchen Entwicklungen entgegen stellte.
https://www.youtube.com/watch?v=WekxCIaAXlw&t=216s
Bei uns wurden sie Ende der 1980er Jahre dann wiederum unter den ÖVP – Landwirtschaftsministern Riegler und Fischler auch staatlich gefördert. Der Wille zum Wandel war so groß, dass die Zahl der Biobetriebe von 560 im Jahr 18987 auf 20.000 im Jahr 1995 anstieg. Dann wurde die Entwicklung durch den Neoliberalismus, der jegliche Moral hinter sich ließ, gebremst und der Biolandbau steigt jetzt erst in den letzten Jahren wieder weiter an.
Man darf natürlich darüber diskutieren, ob das Konzept der q970er und 1980er Jahre noch zeitgemäß ist, wie das Urs Niggli tut.
Aber es ist halt so, dass der Gesellschaft in den letzten Jahren immer mehr klar wird, was dieser Billigwahn in der Landwirtschaft angerichtet hat. Und jetzt wollen sie wieder Schweine, die in der Erde wühlen dürfen und essen immer weniger Schweinefleisch.
Und weil es seit den 1980er Jahren Mutterkuhhaltung gibt, und man denen allenthalben auf Almen begegnet, steigt der Konsum von Rindfleisch an, obwohl Rindfleisch überproportional teurer geworden ist.
Ein Satz sagt viel zu der Problematik aus. „Die Regierung wünscht eine Verbilligung der Lebensmittel, damit den Menschen mehr Geld bleibt, um Wohlstand aufzubauen.“
Der Bauer hat sich der Politik unterworfen. Er hat dem Bürger Wohlstand ermöglicht und heute bekommt er vom übersättigten Bürger dafür die Prügel. Hier muss man nur mal schauen, wie sich die Preise von landwirtschaftlichen Produkten und Löhne auseinander entwickelt haben.
Zu den Prügeln: Schauen Sie einmal in die beiden Links hinein!
https://orf.at/stories/3405695/
https://orf.at/stories/3405711/
Etwas ist so lange wahr, bis es anfängt, wieder falsch zu werden.
Der Altbauer, also mein Vater hatte 1990 meinen Bruder auch gewarnt, dass es nicht gut gehen wird, Sauen strohlos zu halten. Als dann die doppelte Sauenzahl mit weniger Arbeit und mehr Ferkeln da war, da verstummte der Altbauer und sagte, dass man das ja schon früher hätte machen sollen.
Genauso war es mit der Direktvermarktung. Mein Bruder und mein Vater hatten sich richtig in den Haaren, weil er keine fremden Menschen ständig auf dem Hof haben wollte. Nach 20 Jahren hat er dann immer geschimpft, warum mein Bruder nicht ausreichend Ware nachlegt oder nicht am Sonntag-Mittag den Kunden Ware rausgibt…..Das Leben ist schon kurios oder?😎
Noch eine Überlegung zum Billigwahn. Was sagen wir den Menschen, die heut jeden Euro zweimal umdrehen und im Notfall, oder regelmäßig, die Tafel in Anspruch nehmen müssen? Moral alleine sättigt die Menschen nicht. Das sollten gerade Gutverdiener nicht vergessen.
In Österreuich sind es gerade einmal 6% der Vollerwerbstätigen, die mit dem Geld nicht auskommen. Und da müsste man noch schauen, wie mit dem geld umgegangen wird. Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt. Es kann keine Problem sein, dieses Problem durch Umverteilen zu lösen, wie das bis 1994 selbstverständlich war. Die Lebenmittel müssen nicht billiger werden.
Die meisten Viehbetriebe von heute kommen aus den 80 er Jahren von 20 Kühen Nachzucht plus 20 Sauen plus Schweinemast plus 50 Hühner plus 2 Hobbypferde plus Hofhund usw. , und haben sich spezialisiert auf irgendein Betriebszweig dieser Auflistung.
Und das ist auch richtig gewesen , sonst wären diese Betriebe arbeitswirtschaftlich und finanziell untergegangen .
Als Außenstehender war das natürlich Bullerbü in Reinform.
Herr Krämer kann das aus seinem Job,so glaub ich , bestätigen.
Ursprünglich wollte ich mit meiner Kritik lediglich auf ein Kommunikationsproblem hinweisen. Ich wollte darauf hinweisen, wie gewisse Aussagen von eurer Seite von der Gegenseite, den Nichtbauern wie mir, aufgenommen werden.
Mir ist aufgefallen, dass ihr selber so argumentiert, als wären alle Verbesserungen, die es in der Landwirtschaft und in der Tierhaltung zweifellos gegeben hat, nicht eure eigenen Ideen waren und auf eure Eigeninitiative hin realisiert wurden, sondern ausschließlich auf Druck von außen durch den Gesetzgeber, der wiederum negativ von NGOs beeinflusst wurde.
Ihr argumentiert so, dass ihr alles, was ihr (und eure Eltern, Großeltern) je gemacht haben, inklusive Käfighaltung bei Hühnern und was immer der Gesetzgeber jetzt nicht mehr durchgehen lässt, selber vollkommen normal und in Ordnung findet, und als wäre es eine „Sauerei“, dass sich da irgendjemand eingemischt hat und euch das verboten hat.
Die Diskussion ist dann zu meiner Überraschung vollkommen aus dem Ruder gelaufen, und indem ich auf das Berufsethos verwiesen habe, wollte ich eigentlich nur wissen, ob ihr solche Sachen wie Käfighaltung tatsächlich vollkommen in Ordnung findet und nicht selber auf die Idee gekommen seid, dass es Hühnern in Käfigen nicht wirklich gut geht. Da muss ich übrigens kein Landwirt sein, um zu erkennen, dass in der Landwirtschaft eben nicht alles immer „erstklassige Tierhaltung“ war. Ich denke schon, dass ihr euch gefallen lassen müsst, dass auch solche Fragen gestellt werden. Darauf könnte man ja aber auch ganz normal Antwort geben, statt die Diskussion derart zu eskalieren, wie das hier geschehen ist.
Wenn mich jemand nach meinem Berufsethos fragt, finde ich das weder beleidigend noch unverschämt. Meiner Ansicht nach ist das eine ganz normale Frage, die man jeder Berufsgruppe stellen kann. Was ist denn groß dabei, wenn jemand über sein Berufsethos berichtet? Nicht wenige geben da ausgesprochen gern Auskunft.
Diese übertriebene Reaktion von eurer Seite aus verstehe ich in dieser Hinsicht überhaupt nicht. Das ist ja gerade so, als hätte ich in ein Wespennest gestochen. Ich nehme aus dieser Runde nun den Eindruck mit, dass viele mit Kritik hier nicht wirklich umgehen können. Und auch das verstehe ich nicht. Mir selber ist eine berechtigte Kritik zehnmal lieber als der Austausch sinnentleerter Nettigkeiten.
Ja Marian, es wird jetzt bei jeder Argumentation wunschgemäß vorausgestellt: Wir haben in der Vergangenheit vieles falsch gemacht….aber nun ist es alles gut.
Bis dann der Nächste um die Ecke kommt und feststellt, dass das Tier eben nicht fünfmal täglich gestreichelt wurde und man das als ethisch verantwortlicher Tierhalter doch von sich aus merken müsse, dass das Tier täglich gestreichelt werden müsse…..muss denn der Gesetzgeber immer wieder bemüht werden den Tierhalter auf den richtigen Weg zu bringen? Tse, tse , tse….
P.S: Das mit dem Berufsethos finde ich nach wie vor eine merkwürdige Debatte.
Wo in der gesellschaftlichen Diskussion kommt diese Fragestellung eigentlich vor?
Nachfrage: Was ist eigentlich das Berufsethos der Mitarbeiter der Wegmann Gruppe, Thyssen-Krupp Wehrtechnik oder Rhein Metall? Die Herstellung perfekter Tötungsmaschinen? Frag nur für einen Freund.
Als Menschen reichern wir die meisten unserer Aktivitäten mittels Technologien mit ungeheueren Mengen an Fremdenergie an, Energie, die von fossilen Brennstoffen, Wind, Sonne, Wasserkraft, Atomkraft kommt. Die Fremdenergie macht uns sehr viel mächtiger, als das, wofür unsere Körper eigentlich ausgelegt sind.
Mittels unserer Technologien können wir die Erde in einer Weise umgestalten, als wären wir Titanen oder Götter. Einige von uns haben so viel Macht, dass sie mit einem Knopfdruck die Welt in einen nuklearen Winter stürzen können. Aber auch ein Landwirt hat dank seiner Maschinen eine Wirkmächtigkeit, die vielleicht der von 100 oder 200 Menschen ohne Maschinen entspricht. Außerdem sind wir mehr als acht Milliarden Menschen auf diesem Planeten, während es keine 300.000 Schimpansen mehr gibt.
Aus diesen beiden Gründen kann nicht jeder tun, was ihm gerade einfällt. Wir brauchen Ethik, um unsere menschliche Existenz hier auf diesem Planeten zu organisieren. Wenn es an Ethik mangelt und es mit der Eigenverantwortung nicht klappt, dann brauchen wir eben zwingend Gesetze und Kontrollen. So einfach ist das.
Ich würde Ethik sogar in Abhängigkeit der Energiemenge definieren, die der Einzelne umsetzt, wobei dies allerdings mein ganz persönlicher Ansatz ist. Sprich: ein Yanomami im Amazonasgebiet muss meiner Ansicht nach nicht so moralisch sein wie einer, der bei Rheinmetall Rüstungsgüter produziert, weil der Yanomami insgesamt viel weniger Schaden anrichten kann. Da der moderne Landwirt relativ viel Energie umsetzt und deutlich mehr Schaden anrichten kann als der Yanomami, muss er moralischer sein als dieser oder eben über Gesetze kontrolliert werden.
Es ist in Wirklichkeit nun allerdings nicht so, dass diejenigen, die viel bewerkstelligen, moralischer sind als jene, die wenig Fremdenergie nutzen. Ich bin aber der Ansicht, dass solche Debatten eigentlich notwendig wären. Ich könnte mir beispielsweise ein System vorstellen, in dem moralische Menschen deutlich mehr Zugang zu Fremdenergie bekommen als amoralische, weil man damit rechnen könnte, dass moralische Menschen diese Energie eher so einsetzen, dass die Mitmenschen davon mehr Nutzen und weniger Schaden haben.
Diese Gedanken zur Energieverwendung sind so wichtig, dass sie gesondert diskutiert werden müssen. Stichwort Ki, die politisch forciert aber überhaupt nicht nachhaltig sein kann. Jetzt sind aber die meisten Diskutanten, ich auch, erstmal müde.
Das ist sehr diplomatisch formuliert, Herr Krämer.
Ich bezweifele allerdings, dass die Gedanken von M.E.F. tatsächlich die Basis für eine Diskussion sein können.
„Da der moderne Landwirt relativ viel Energie umsetzt und deutlich mehr Schaden anrichten kann “ .
„in dem moralische Menschen deutlich mehr Zugang zu Fremdenergie bekommen als amoralische,“
Ganz ehrlich: Ganz sicher unterteilt hier nicht die M.E.F die Menschen in moralisch und amoralisch anhand sehr eigentümlicher persönlicher Maßstäbe. Ich finde das nicht lustig. Und hier total unpassend!
Die Yanonami können Ethik und Moral besser einhalten, weil sie in und mit der Natur leben.
Das ist für uns Industriemenschen viel zu rückständig, wir sind mächtiger durch die großen Maschinen, die Fremdenergie verbrauchen. Aber wir vergessen die Ökologie.
Ohne sie, die Fremdenergie wäre die Industrie nicht möglich, aber um damit erfolgreich zu sein, muss man dann unmoralisch sein.
Geld verdirbt den Charakter.
Nur so können wir die ganze Welt ausbeuten.
Die Moralinsaure Einstellung würde zusammenbrechen, wenn unendlich viel Energie zur Verfügung stände….was ja vielleicht irgendwann der Fall sein könnte. Dann geht es aber immer noch darum, wer mehr oder weniger vom Vielen haben darf, und wir stehen wieder am Anfang.✊
Marian, diese Ethos Frage kann nur jemand stellen, der kein Bezug zu dem Beruf Landwirt hat.
Meine Frage nochmal, was machst du beruflich , welchen Ausbildungsweg bist du gegangen,
Welchen Ethos gibt dir dein Breuf .
Welche positiven Veränderungen kannst du gegenüber deinen Vorfahren vorweisen.
Bist du stolz auf dein Erreichtes.
Hat sich dein Beruf positiv durch Gesetzgebng verändert.
Merkst selber, ziemlich dämliche Fragen, wo man schnell dicht macht. Brauchst nicht drauf antworten.
Ich habe beide Systeme, Bio und Konventionell, hinter mir. Ich behaupte, den Tieren im konventionellen Stall geht es besser. Ja auch auf Spalten und engen Buchten. Messbare Parameter wie Sterblichkeitsrate, Gesundheit, Seuchenausbrüche, Reproduktion, Mastleistung usw. sind besser. Der von der Natur entkoppelte Mensch, der unter seiner eigenen Situation im Leistungsprinzip und Großstadtwohnung nicht wohl fühlt, transformiert sein Unbehagen auf die Tierwelt und glaubt zu wissen wann es dem Tier gut geht.
Finger@: Dieses Ethos ist aber durch die Grabenkämpfe zwischen Bios und Konvis zerstört worden, weil die Bios ja gerade davon profitieren, dass den Konvis implizit unterstellt wird, dass deren Lebensmittel ungesund seien.
Die Kennzeichnung des Handels der Haltungsform für konventionelles Fleisch ist in vier Stufen unterteilt, die jeweils unterschiedliche Standards für die Haltung von Schweinen, Hähnchen und Puten definieren.
1. Die niedrigste Stufe der Kennzeichnung ist die Haltungsform 1 – Stallhaltung. Sie entspricht den gesetzlichen Mindestanforderungen in Deutschland
2. Die zweite Stufe, „Stallhaltung Plus“, geht über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus und bietet den Tieren verbesserte Lebensbedingungen
3. In der dritten Stufe „Außenklima“ erhalten die Tiere mindestens 40 % mehr Platz im Vergleich zur gesetzlichen Mindestanforderung.
4. Die neue Haltungsform 4 – Auslauf/Weide ersetzt künftig die bisherige Stufe „Premium“ für konventionell erzeugte Produkte. Diese Stufe steht für besonders tierwohlgerechte Bedingungen
Durch diese Differenzierung des Fleischangebotes will man den VerbraucherInnen die Möglichkeit geben, selbst nach ihren verschiedenen Ethischen Ansprüchen zu entscheiden. Seit der Einstellung der Staatlichen Intervention sind wir Bauern “gezwungen“ das zu produzieren, was Verarbeiter, Handel und im Endeffekt der Verbraucher kaufen will.
Wer böswillig ist, wird nun behaupten, dass die 2. Stufe nur die 1. Stufe, die 3. Stufe die 2 Stufe und die 4. Stufe die 3. Stufe schlecht machen will.
Ich habe ehrlich genug von Leuten von außerhalb der Landwirtschaft, die sich einen Spaß daraus machen , die Bauern immer wieder aufeinander zu hetzen.
Genau richtig,
Und was verdient der Handel und seine Werbestrategen daran???
Die freuen sich aber.
Konvis haben manches von Bio übernommen und damit klargestellt, dass sie vorher auf dem falschen Dampfer waren.
Sowas kommt vor, umgekehrt aber auch.
Wenn man auf biologischen Wege Dinge regeln kann , ist es immer der bessere Weg.
z.b. Humusaufbau incl. Bodenbiologie, Rohfaser optimierte Fütterung (Beta Glucane ),
an manchen Stellen kommt man aber mit Biologie nicht weiter.
z.b. Quecken, Verwurmung von Tieren,
Mycotoxingefahr im Getreide.
Damit können können die Konvis besser umgehen.
Ich glaube auch nicht, dass die Biobetriebe ohne die „normalen“ Milcherzeuger jemals in den Genuss eines Melkroboters gekommen wären.
Trotzdem gebietet der Anstand, dass man die Bios würdigt, indem man sagt: Copyright by Biolandwirtschaft.
Wow, ein neues „Elisabeth-Siegel“! Gilt das auch umgekehrt?🤡
Gerne auch umgekehrt.
„… Nachdem ihr mich hier alle nun so schön beschimpft habt, könnt ihr mir vielleicht ja auch noch sagen, worin euer Berufsethos denn nun tatsächlich besteht. Was ist denn das Gemeinsame, das ihr über all die verschiedenen Hof- und Haltungsformen hinweg gemeinsam gegenüber der Öffentlichkeit vertretet, auf das ihr alle gemeinsam stolz seid, das ihr als euren, nennen wir es ruhig „moralischen Schatz“ hütet und das euch über euer Eigeninteresse hinweg mit dem Verbraucher verbindet? …“
fingerphilosoph,
niemand hat Dich „schön beschimpft“.
Ich hatte mich aus dieser „Diskussion“ rausgehalten, weil ich es hasse meine Arbeit rechtfertigen zu müssen.
1. Jeder Mensch der arbeitet, tut dies aus Eigennutz, da er sein Leben finanzieren muss.
2. Diejenigen, die von „Moral“ leben, arbeiten eher nicht, die lassen sich finanzieren.
3. Du erwähnst den Hypokratischen Eid der Ärzteschaft, Dein Ernst?! Kein Arzt der Welt kann es sich leisten für umme zu arbeiten, auch der arbeitet im Eigennutz. Und kein Allgemeinmediziner (Hausarzt) kann sich schwerstkranke Menschen leisten – Moral hin oder her, das System bringt diesen Arzt sehr schnell an seine finanziellen Grenzen.
Und nun erzähle ich Dir aus meinem Alltag …
Wir bauten Kartoffeln an, nicht viel. Wir kochen auf Knien auf dem Acker rum, um die Neuen Kartoffeln zu ernten. Wir sortierten per Hand. 1€/kg. Wir belieferten privat in Haushalte. Dann würden die Größen der Kartoffeln moniert, dann der Preis.
Wir haben den kleinen Kartoffelanbau eingestellt.
Wir hatten Ferkel, zum Mästen. Wir hatten auch hin und wieder eine tragende Sau. Alles in Boxenlaufställen, auf Stroh (auch die Sau, gemeinsam mit ihren Ferkeln). Im Dorfkern. Wenn man mistet stinkt es. Wir wurden verklagt.
Wir haben die kleine Schweinehaltung eingestellt.
Komme mir bitte nie wieder mit „Moral“!
Richtig,
Die Bauernhöfe in die Aussenlage des Ortkern verbannen und dann doch die Idylle vermissen.
interessant ist, wenn man 2 Sauen mit ihren Ferkel in so einem größeren Stall auf Stroh liegen hatte, da haben sich die Ferkel sehr wohl gefühlt, aber zum Saugen gingen sie doch immer zu ihrer leiblichen Mutter.
Den Platz am Gesäuge wurde schon vorgeburtlich fest verankert.
Deswegen hat das 13. Ferkel oft keinen Platz daran.
Ich gebe der Kritik Marian Fingers recht, allerdings sehe ich diese Entwicklung, die seit 1994 stattgefunden hat, auch in anderen Wirtschaftsbranchen – und ja, natürlich auch bei der Kundschaft, nachdem man ihr mit „Geiz ist geil“ das Gehirn gewaschen hatte.
Konzerne haben zum Beispiel keine Skrupel, in Produkte Sollbruchstellen einzubauen, damit sie vor Ablauf der Garantie kaputt gehen. Absolut unmoralisch angesichts schwindender Ressourcen und der Notwendigkeit, Energie umweltfreundlich zu erzeugen, was nur in begrenztem Umfang möglich ist, ganz zu schweigen davon, dass das im Grund Betrug ist. Begründung: Der Rubel muss rollen, weil der Rubel wichtiger ist als Anstand. Jeder redet sich auf den anderen aus: Die Wirtschaft auf die Kundschaft, und die Kundschaft auf die Wirtschaft. Wir haben es alle gemeinsam verbockt.
Wir hatten vor 1994 ein Wirtschaftssystem, dem wir nie hätten den Rücken kehren dürfen. Damals gab es neben der Notwendigkeit, finanziell zu überleben, durchaus noch ein Berufsethos. Und wenn das Berufsethos eben von den Ausübenden der Berufe selber kommt, dann genügen ganz wenige Regeln, um die 90% Anständigen vor den 10% Gaunern zu schützen. Aber wenn es einmal kein Berufsethos mehr gibt, dann explodiert die Bürokratie.
Der Finanzkapitalismus, der nur jenen nützt, die bereits viel Geld haben, der ging vor gut 30 Jahren von den USA aus, das war der größte Sündenfall der Menschheit seit den Nazis. Und jetzt sehen wir, wohin er uns geführt hat: Was Trump macht, ist ja nur der Gipfelpunkt einer vorhersehbar gewesenen Perversion, und Europa, das vor 30 Jahren gemeint hat, dem Vorbild des großen Bruders blind folgen zu müssen, steht jetzt da wie der begossene Pudel und kommt langsam drauf, dass es längst weltweit sein einst so hohes Renommee eingebüßt hat mit seiner Doppelmoral, seiner Gleichgültigkeit und seiner Geldgier.
Ja, zwischen 1945 und 1994 verdankten wir den Amerikanern viel. Als die Amerikaner einsahen, dass sie in den Weltkrieg eintreten müssen, ging es nicht nur darum, einen monströsen Diktator zur Strecke zu bringen. Man hat auch verstanden, was den Diktator groß gemacht hatte: Dass man als USA in Versaille selber den Fehler mitgemacht und Deutschland mit sinnlosen Reparationen erdrückt hatte. Und drum hatte man gleich auch ein Konzept für nach dem Sieg. Demokratie lehren, aber auch den Marshall-Plan gewähren.
Heute können unsere Politiker nur noch zum Krieg hetzen, ohne Schuldeinsicht und ohne Plan, wie die Welt nach dem Krieg dann überhaupt aussehen soll.
Gorbatschow wollte mit uns freundschaftlich zusammenarbeiten im Haus Europa. Er ist gleich in Vorleistung gegangen, hat abgerüstet und den Ostblockstaaten die Freiheit gegeben, hat mit Glasnost und Perestroika erste Schritte Richtung Rechtsstaat, Demokratie und Privatwirtschaft gesetzt. Er war ein Fan des europäischen Wirtschaftsweges und hat gehofft, dass man ihn als Gegenleistung in diesem Sinn unterstützt – so wie einst die Amis uns mit dem Marshallplan unterstützt haben. Aber weit gefehlt! Die Amis wollten den Sieg über die Russen sadistisch auskosten und dem Gorbatschow mit ihren Joint ventures demütigend vorführen, wie wirtschaftlich unfähig sein ganzes Land ist. Und viele Europäer, die es hätten besser wissen müssen, fanden es chic, jegliches Ethos hinter sich zu lassen und sich in den Windschatten der Amis zu begeben.
Die Folge ist das, was wir jetzt haben: Krieg. Das ist keine Entschuldigung für den Verbrecher im Osten, aber es erklärt, warum ihm noch immer so viele Russen nachrennen. Der Einfluss des Westens nach 1989 war für die einfachen Leute ein schlimmes Trauma!
Und deshalb sollte es jetzt kein wichtigeres Thema geben politisch, als sich mit diesem Fehltritt damals zu beschäftigen, sich in Sack und Asche zu begeben und dann einen anderen Weg einzuschlagen. Man muss doch eine Vorstellung haben davon, warum ein russischer Staatsbürger nach dem Krieg Vertrauen in die westeuropäischen Staaten entwickeln soll! Denn wenn man davon eine Idee hätte, dann würde auch der Kampf gegen den Diktator endlich mit eindeutigerer Konsequenz geführt und nicht so halbherzig wie jetzt. Wo sehe ich irgendeinen Verantwortungsträger über so etwas nachdenken?
Die Wirtschaft, wie wir sie gewohnt waren, geht jetzt sowieso unaufhaltsam den Bach hinunter. Also kann man gleich drüber nachdenken, wie es nachher weiter gehen könnte.
Es passiert nichts Schlimmes in der realen Welt, wenn man sich einmal still hinsetzt und sich fragt: wie würde ich eigentlich umgehen mit meinem Boden, meinen Tieren, der Natur ringsum, wenn plötzlich Geld keine Rolle mehr spielen würde? Dann würde man vorstoßen zum Berufsethos.
Elisabeth, dein Bogen vom deutschen Nutztierhalter zur Weltpolitik ist Unsinn, finde ich. Die kausalen Zusammenhänge US-Amerikanischer Interessen und die Einordnung zu Russland sind richtig, aber lass den Zusammenhang zum Ethos des deutschen Bauern einfach weg.
Sonst wird es schwurbelig…..
Frau Ertl in verschiedenen Kommentaren verweisen sie auf Unterschiede zw. Österreich und Deutschland auch bezüglich Berufsethos und Kommunikation Landwirtschaft mit Verbrauchern.
aus unserem ersten Winterurlaub in Tirol Ende der 80er. Der Kutscher des Pferdeschlittens begrüsst uns freundlich und im Gespräch während der Fahrt sagt er folgendes: Früher haben wir die Kühe gemolken, heute melken wir die Touristen. Hart aber herzlich, ehrlich. Das war übrigens noch weit vor 1994 als das Wirtschaftssystems angeblich i.O war. Es gab noch sehr viele Kühe im Alpindorf auch im Sommer auf der Alm . Die Preise Übernachtung und Restaurant sowie Lift akzeptabel bezahlbar. Wir fahren seit Jahren dorthin und haben festgestellt Kühe werden weniger, im Tal haben Landwirte Wiesen für einen Golfplatz verkauft.
Hab mir mal die aktuelle Speisekarte des lokalen Traditionsrestaurant angeschaut der seit Jahrzehnten mit heimischer österreichischer Küche wirbt. Ausgelobt wird Wiener Schnitzel vom heimischen Schwein und Steak vom Angus, Herkunft Südamerika. Nix von Fleisch von heimischen glücklichen Mutterkühen von der Alm und wo die heimischen Schweine für das Wienerschnitzel (warum wirk kein Kalb genutzt?) leben sollen erschliesst sich mir nicht denn in den letzten Jahrzehnten habe ich keine Schweine in der Alpenregion wahrgenommen.
So schaut die Alpinidylle aus Sicht eines deutschen Gastes aus.
Davon ableiten lässt sich der Umgang mit Tieren, Boden, Natur und Gästen.
Ich bestreite nicht, dass auch an Österreich der Wandel 1994 keineswegs spurlos vorüber gegangen ist. Die Almbauern leiden mittlerweile neben der schwindenden Rentabiltät am Wolf und an den vielen Touristen mit ihren Hunden. Das ist momentan ein Riesenthema: Wie geht man um mit dieser Diskrepanz, dass man die Touristen wirtschaftlich braucht, und dass man diese Massen eigentlich gar nimmer aushält, weil die ihre Kinder auf Kälber setzen, zwischen den Mutterkühen picknicken und sich dann aufregen, wenn etwas passiert. Immer mehr Bauern werfen das Handtuch und ziehen sich von den Almen zurück, die sie manchmal seit Jahrzehnten eh nur noch aus Idealismus bewirtschaftet haben. Und weil die Almen ein Drittel der Futtergrundlage ausmachen, werden die Kühe auch im Tal weniger.
Was das Fleisch aus der Region betrifft, weiß ich von einem Gastwirt in unserer Nähe, dass der sich immer bemüht hat, Fleisch vom steirischen Almochsen zu verkochen, aber der Kunde hat es ihm oft nicht gezahlt. Das wird wohl auch in Tirol eine Rolle spielen. Es ist nur ein Teil, der auf so etwas wert legt, und dieser Teil sitzt nicht exklusiv im Wirtshaus. Also wird derzeitn eher über den LEH vermarktet:
https://fleischundco.at/handwerk-unternehmen/von-89-auf-1-000-das-ist-die-tiroler-almrind-erfolgsstory
Was das Kalbfleisch betrifft, gibt es eine Initiative des Landwirtschaftsministeriums:
https://www.bmluk.gv.at/themen/lebensmittel/regionale-lebensmittel-initiativen/regionale-kalbfleisch-produktion-unterstuetzen.html
Woraus ein Wienerschnitzel bestehen muss, das ist eine Art Glaubenskrieg:
https://www.diepresse.com/5527304/der-glaubenskrieg-ums-wiener-schnitzel
In den 1980er Jahren wurden auf den Almen mit Gastwirtschaft auch noch Schweine gefüttert, das ist später an den Auflagen gescheitert. Initiativen, die Schweine wieder ins Gebirge zu bringen, gibt es durchaus.
https://bergwelt.me/2025/08/21/das-alpenschwein-eine-robuste-rasse-fuer-die-berglandwirtschaft/
Die Nachfrage der Touristen decken, noch dazu zu einem annehmbaren Preis, wird aber da noch länger nicht möglich sein.
Die zunehmende Unvereinbarkeit von Almwirtschaft (seit Jahrzehnten oft nur noch aus Idealismus betrieben) und Tourismus ist momentan in Österreich ein Dauerbrenner in den Medien:
https://orf.at/stories/3404259/
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ging es erstmal darum auch dankt des fortschreitenden technischen Fortschritts die heimische Bevölkerung incl. der Flüchtlinge von der pro Einwohner kleiner gewordenen landwirtschaftlichen Fläche zu ernähren. Aufgrund des technischen Fortschritts gab es aber auch bis ca. 2010 in jeder Generation zu viele Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, so das sich immer ein Teil in anderen Wirtschaftsbereichen einen neuen Arbeitsplatz suchen konnte oder musste. Mittlerweile sollten wir als Gesellschaft um jede Arbeitskraft in der Landwirtschaft kämpfen.
Meine Sichtweise möchte ich nachfolgend in einer lockeren Aufführung begründen:
Beispiel Sauenhaltung mit groben Zahlen:
Arbeitszeitbedarf pro verkauftem Ferkel in den 70er Jahren ca. 2 Stunden.
Bis Anfang der 90er Jahre verringerte sich der Arbeitszeitbedarf schon leicht. Es gab noch ca. 100 000 Sauenhalter in Deutschland mit durchschnittlich 30 Sauen oft im Gemischtbetrieb oder auch im Nebenerwerb. Aufgrund starker Spezialisierung durch technischen Fortschritt und Zuchtfortschritt ging die Zahl der Sauenhalter bis 2020 auf ca. 7500 zurück bei durchschnittlich 220 Sauen. Die Gesamtzahl der jährlich in Deutschland aufgezogenen Ferkel blieb gleich. Die Arbeitszeit pro Ferkel sank auf ca. 20 Minuten. In diesen 30 Jahren blieb der Durchschnittspreis pro Ferkel bei sehr starken Schwankungen gleich. In der gleichen Zeit haben sich z.B. die Handwerkerlöhne berechtigterweise mehr als verdoppelt. Ab ca. 2020 geht die Arbeitszeit pro Ferkel wieder Richtung 25 Minuten, Mehrkosten können nicht mehr wegrationalisiert werden. Es werden ca. 20% weniger Ferkel pro Jahr in Deutschland aufgezogen. Die ca. 5000 verbliebenden Betriebe fangen den Rückgang nicht mehr auf. Es fehlen Arbeitskräfte und Perspektiven. Ebenso sind wir nicht mehr Inflationsbremse. Können Inflations- und Umbaumehrkosten nicht am Markt erwirtschaftet werden, sinkt die Gesamtproduktion weiter.
So ist bzw. war es. Anfang der 1980er Jahre haben wir mit 30 Stunden je Sau und Jahr gerechnet. Das ging runter bis auf 10 bis 12 Stunden, um dann wieder leicht anzusteigen. Gleichzeitig wurden aus 20 Ferkeln pro Sau und Jahr 30 bis 35. Beides hat zu deutlich sinkenden Stückkosten geführt. Seit einigen Jahren ist das Ende der Fahnenstange erreicht.
Da geht nichts mehr. Und so ist das in praktisch allen Bereichen der landw. Urproduktion.
Und dann kommt die Politik, treibt die Kosten in die Höhe, verringert die technischen Entwicklungsspielraeume und wundert sich über das, was sozioökonomisch und marktwirtschaftlich daraus folgt.
Marian , darf ich nach deinem Beruf fragen?
Nur , um deine Kommentare bezüglich Ethos , Empathie , und deiner sonstigen Sichtweisen auf die Landwirtschaft besser zu verstehen?
In der vergangenen Nacht habe ich nochmal über die Diskussion hier nachgedacht, und dabei ist mir klar geworden, was ich hier an dieser Stelle vermisst habe, und das ist etwas, was ich als „Berufsethos“ bezeichnen würde. Darunter verstehe ich eine Selbstverpflichtung, die über die Eigeninteressen hinausgeht. Das Berufsethos ist es, was den Produzenten und den Kunden miteinander verbindet.
Das ärztliche Berufsethos besteht darin, bei Krankheit den Menschen zu helfen und Schaden von ihnen fernzuhalten (cf. Hippokratischer Eid), und trotz aller berechtigten Kritik, die man am Gesundheitswesen üben kann, trägt dieses Ethos immer noch. Das Berufsethos bei Friseuren besteht darin, die Kunden zu verschönern, und der Kunde geht in der Erwartung zum Friseur, verschönert zu werden. Bei Autobauern ist das Ethos, die Autos immer sicherer zu machen, und egal, welches Auto man kauft, man kann sich darauf verlassen, dass es verkehrssicher ist. Um diesem Ethos zu genügen, beschäftigen die Autobauer kreative Ingenieure und geben eigene Studien in Auftrag. Was Landwirtschaft angeht, scheint Forschung lediglich an den Universitäten stattzufinden und vollständig vom Staat finanziert zu werden, nicht von einer interessierten Bauernschaft wie bei den Autobauern.
In dieser Diskussion habe ich nun den Eindruck gewonnen, dass in der Landwirtschaft an die Stelle dieser Selbstverpflichtung der Gesetzgeber getreten ist. Ständig wurde ich in diesem Thread auf den Gesetzgeber verwiesen. Es ist offenbar nicht der Landwirt, der dafür sorgt, dass die Tiere erstklassig versorgt sind, sondern der Gesetzgeber, an dessen Vorgaben sich der Landwirt gezwungenermaßen halten muss. Es erscheint mir logisch, dass bei einem Berufsstand, der nicht sein eigenes Ethos entwickelt, der Gesetzgeber verstärkt auf den Plan treten und alles kontrollieren muss.
Aus früheren Diskussionen habe ich mitgenommen, dass das Ethos der Landwirte einmal darin bestanden hat, die Bevölkerung mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Dieses Ethos ist aber durch die Grabenkämpfe zwischen Bios und Konvis zerstört worden, weil die Bios ja gerade davon profitieren, dass den Konvis implizit unterstellt wird, dass deren Lebensmittel ungesund seien. Auch in der Tierhaltung gibt es diese Grabenkämpfe, wo dem Verbraucher suggeriert wird, dass Bios ihre Tiere artgerechter halten als Konvis. Und durch die Kennzeichnung mit Haltungslabels gewinne ich nun den Eindruck, dass wiederum der Gesetzgeber dafür sorgen muss, dass Landwirte wenigstens die Mindestanforderungen einhalten. Was heißt: Der Landwirt stelllt sich hier selbst so dar, dass er bereit ist, jeden Druck von außen an die von ihm abhängigen Tiere weiterzugeben in Form von schlechteren Haltungsbedingungen, wenn nicht der Gesetzgeber dem ein Riegel vorschiebt. Eine bessere Methode, Vertrauen zu zerstören, gibt es wohl kaum.
Als Verbraucher gewinne ich nun also den Eindruck, dass es den Landwirten im Grunde nur noch darum geht, ihre Höfe zu erhalten und um der Produktion willen zu produzieren. Neue Weizensorten werden bspw. auf Ertrag, Resilienz und Backqualität hin erforscht, aber es scheint keinen Landwirt zu interessieren, ob dieser Weizen den Leuten, die ihn essen sollen, auch wirklich bekommt, denn. wie ich zu meinem großen Erstaunen festgestellt habe, gibt es offenbar keine Studien in dieser Hinsicht. Da fehlt eindeutig der Brückenschlag zum Verbraucher, der keine Gewissheit haben kann, dass der Bauer ihm etwas Gutes tun will. Deshalb kommt er auch nicht auf die Idee, dass Lebensmittel im Grunde etwas Wertvolles sind.
Auch das Berufsethos, eine ständig wachsende Weltbevölkerung satt zu machen, zieht nicht, weil jedem Menschen vom Säugling bis zum Greis pro Person 2.900 kcal täglich zur Verfügung stehen und der Hunger in der Welt nicht auf einen Mangel an Lebensmittel zurückzuführen ist, sondern auf Kriege, politische Verhältnisse usw. Es gibt heute mehr Kinder, die Übergewicht haben, als solche, die an Hunger leiden. Den Landwirten geht es aber immer noch um Produktionssteigerung, die, so gesehen, nur ihnen selber dient und nicht der Weltbevölkerung.
Ein Berufsstand, der nicht gemeinsam ein Berufsethos vertritt, kann nicht darauf rechnen, dass er von der Gesellschaft wertgeschätzt wird. Und ich frage mich nach dieser Diskussion nun tatsächlich, worin denn die Selbstverpflichtung der Landwirte der Gesellschaft gegenüber besteht?
Das Problem beginnt schon bei dem, was in Ihren ersten Absätzen beschrieben wird. Wer ist der Kunde der Landwirte? Wenn Sie den Frisör, den Arzt, den Autobauer beispielhaft heranziehen, dann liegen Sie für den Vergleich mit der Mehrzahl der Landwirte schon einmal daneben. Sie müssten dann z. B. auch nach dem Berufsethos eines Stahlwerkbetreibers fragen.
Aber das ist nur ein Aspekt.
Andere Aspekte sind in der historischen Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg, dem ungeheuren technischen Fortschritt, in der sozioökonomischen Struktur, in der Verbandspolitik zu suchen und zu finden.
Etliche Diskutanten haben auch zurecht beschrieben, welche gravierenden gesetzesstechnischen Fehler von der Politik gemacht wurden.
Sie werden mit Ihren Ausführungen dem Berufsstand nicht gerecht.
Marian ist einfach ausschlueßluch auf der theoretischen Schiene unterwegs. Informationen zu sammeln, und sie dann für sich so zurecht zustückeln, dass sie zur eigenen Einstellung passen, ist nicht genug.
Die Marktabgrenzung von Bio zu Konvi funktioniert nur durch Erzählungen. Die Haltungsformen sind derart ausdifferenziert, dass man dem Verbraucher nur die Wahl zwischen gut = Bio und schlecht = Konvi zumuten kann. Die seit Kurzem geschaffenen Unterschiede der Haltungsstufen ist ein Kompromiss für alle. Er wirkt aber nicht, weil der Mensch nunmal keinen Bock hat vor dem Kauf ein Seminar besuchen zu müssen, oder einen Beipackzettel zu lesen.
@Arnold Krämer
Bei Thyssenkrupp gibt es den Ausbildungsberuf des Werkstoffprüfers. Wo in der Landwirtschaft gibt es Vergleichbares?
@ Reinhard
Wo ein gemeinsames Berufsethos vorhanden ist, können die realen Ausgestaltungen, sprich die verschiedenen Betriebe, differenziert sein, wie sie wollen, das ist nicht der Punkt, auf den es ankommt.
Thyssen Krupp ist nicht mehr existent bzw. kurz davor
es gibt den Beruf des Landwirtes der siene Fachkompetenz nach weisen muss
zudem gibt es ne Menge Sachkundenachweise mit jährlichen Schulungen
wie Pflanzenschutz, Tiertransport, nottötung, Kastration usw.
dann Kontrollsystem unabhängig von den Veterinäreen
Selbstkontrolldokumention
kontrollen von der Förderung die alles von den Haltungsbedingungen prüfen
Futtermittelkontrollen
spezielle Kontrollen der Siegel z.b. bei öko und das konventionelle Siegel
Das gemeinsam Ethos ist die Versorgung der Menschen mit Grundnahrungsmitteln. Dieser Ethos steht aber in Frage, wenn ein Keil hinein getrieben wird durch z..B. der Sicht auf den guten Bauern ( siehe Demo whes), Alternativen wie Biogas, Agri-PV usw. Die unterschiedlichen Bedingungen und Voraussetzungen mit den medialen Erzählungen geben doch erst den Eindruck über einen angeblichen Verlust des Ethos. Und wenn die Ernährung nun noch global stattfindet, wo bitte soll da ein gemeinsamer Ethos herrühren.
P.S. Es gibt unzählige „Prüfer“ im Landw. Bereich, wollen wir die wirklich diskutieren?
Wasser – und Baubehörden.
Wasserbehörde hier im Landkreis die prüfen sehr hart Mist- und Güllelagerung
z.b. die Pferdehalter dürfen jetzt auch nicht mehr einfach so Haufen anlegen
ist ja nicht so wie in Frankreich wo in Bruchbuden produziert werden darf😛
QS ist mir nicht eingefallen. Beim suchen ist mir aufgefallen, Google KI bringt alles mögliche, nur eben von den Bedeutung her, keine wirklich gestaffelte Auflistung und behauptet es gäbe in der konventionellen Haltung kein Siegel.
https://q-s.de/
das hier gibt es schon ewig und wird wahrscheinlich deshalb als selbstverständlich wahrgenommen in der LW.
darauf setzen dann die Tierwohlhaltungsstufen auf.
QS ist eine Bündelung, teilbereiche werden nochmal extra geprüft.
wüsste nicht das Thyssen z.b. nur drei extra Kontrollebenen hat, die es in der LW gibt. jedenfalls in Dt.
jedenfalls Kontrollen und kontrolleure gibt es genug. die einen einzelnen Betrieb von aussen unter die Lupe nehmen.
@Brötchen
Siehst du, Brötchen, du bringst schon wieder staatliche Behörden als Kontrolleure ins Spiel. Das hat mit einem Berufsethos im Sinne einer Selbstverpflichtung nun aber überhaupt nichts zu tun.
@Reinhard
Die Prüfer im landwirtschaftlichen Bereich kommen nicht aus einer Landwirtschaft, die sich selbst kontrollieren will, sondern von Behörden, die die Landwirtschaft kontrollieren, weil sie sich selbst eben nicht kontrolliert. Der Staat agiert immer nach „teile und herrsche“, aber als Berufsstand muss man das ja nicht mitmachen. Ein Teil der Bauern hat aber mitgemacht und lebt von der Verunglimpfung seiner Kollegen. Und da Landwirte offenbar nichts dabei finden, mehr zu produzieren, als die (Welt)Bevölkerung braucht, haut das mit der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln als Ethos auch nur bedingt hin. Sonst müssten sie sich inzwischen selbst sagen, dass sie eigentlich genug produzieren und mit weiteren Ertragssteigerungen vorsichtig sein müssen.
@Arnold Krämer
Wenn Sie Landwirte lieber mit Stahlwerksbetreibern vergleichen wollen: Es gibt keinen Stahlwerksbetreiber, der sich direkt an die Endkäufer der Autos wendet, die aus seinem Stahl produziert werden, und ihm Schizophrenie in seinem Verhalten vorwirft, wie Bauer Willi das hier tut.
nein tue ich nicht, das System ist so aufgebaut, das du als Betrieb eine eigenkontroll und Dokumentationsebene hast.
diese wird zuerst kontrolliert von staatlichen und beauftragten Organisationen.
kannst du dir alles vor Ort mal zeigen und erklären lassen.
Zitat:
Wenn Sie Landwirte lieber mit Stahlwerksbetreibern vergleichen wollen: Es gibt keinen Stahlwerksbetreiber, der sich direkt an die Endkäufer der Autos wendet, die aus seinem Stahl produziert werden, und ihm Schizophrenie in seinem Verhalten vorwirft, wie Bauer Willi das hier tut
weil sie es können und dann eben woanders produzieren. Das kann der LW nicht.
deshalb können die auch schnell Mal grünen Stahl oder e. autos machen und dann April April sagen. das kann der Landwirt nicht.
QS und ITW z. B. sind Eigenkontrollsysteme der Vieh- und Fleischwirtschaft. Es reichte dem Staat aber nie. Er hat immer was drauf gepackt, so dass wir heute Parallelsysteme haben, die unnötig Arbeit und Kosten verursachen. Das Vertrauen der Verbraucher in die Landwirtschaft wurde nicht nur durch NGO’s sondern auch systematisch durch den Staat untergraben. Das ist das, was wütend aber auch mutlos macht.
Ist es nicht so, dass ITW erst 2015 gegründet wurde und letztendlich bloß eine Reaktion auf den massiven Druck von außen durch NGOs war? Das hat dann mit einem Berufsethos auch nichts zu tun.
du Marian wenn du der Überzeugung bist, die kann dir hier sowieso niemand nehmen.
QS ist im Zuge der BSE-Krise entstanden Anfang der 2000er Jahre und auch als Reaktion auf die 1. rot-grüne BR unter G. Schröder mit R. Künast im Schlepptau.
ITW ist entstanden zur Marktabgrenzung im konventionellen Bereich.
Alles hängt damit zusammen, dass die Landwirte zu fleißig sind, letztlich zuviel produzieren und damit teilweise Opfer ihres eigenen Erfolges geworden sind.
Über die anderen Aspekte auf der Nachfrageseite will ich jetzt nicht auch noch schreiben.
Es ist Sonntag ☀️
Journalisten hatten mal ein Berufsethos dahingehend, sorgfältig zu recherchieren und möglichst objektiv und wertfrei zu berichten. Der interessierte Bürger hat das belohnt, indem er eine oder zwei Zeitungen abonniert hat, feste Einnahmen, womit die Zeitung planen konnte.
Dieses Berufsethos ist zusammengebrochen. Journalisten schreiben bloß noch dpa-Meldungen um, Objektivität ist durch Meinungsmache ersetzt, mit dem Ergebnis, dass die Leute nicht bereit sind, für diese Art von Nachrichtendienst einen Haufen Geld zu zahlen. Abozahlen sind drastisch eingebrochen, Zeitungen müssen inzwischen vom Staat, Bill Gates oder sonst einem Investor Geld annehmen, um über die Runden zu kommen und vertreten entsprechend bereits vorgefertigte Meinungen bzw. machen in Sensationsgeheische, sprich die Qualität lässt weiter nach, was zu weiterem Desinteresse führt. Man wird ja fast schon gezwungen, sich auch bei ausländischen Quellen zu informieren.
vielleicht liegt es ja doch an den Kunden…. wäre jetzt meine logik
.. auch dort ein anderer Kundenkontakt, eine andere Kundenbeziehung und in der Zeit eines noch anzuerkennenden Berufsethos keine homogenen, austauschbaren Produkte.
Auch heute gibt es ein Berufsethos. Es ist ein anderes. Man muss sich nur den ÖRR in D anschauen.
Die veröffentlichte Meinung war in der Vergangenheit immer gesteuert von der Redaktion. Wenn heute in den sozialen Medien plötzlich Argumente und Meinungen auftauchen, die der Redaktion oder den Anstalten nicht genehm sind, dann zeigt das eher von nicht vorhanden. Demokratie. Ähnlich läuft es in den Verlagen, die in der Vergangenheit nur das verlegten, was ihnen gefiel. Heute kann jeder ein Buch schreiben und es im Selbstverlag veröffentlichen. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass unsere angebliche offene Gesellschaft immer eine gelenkte war.
fingerphilosoph, das QS System wurde im Nachgang zum BSE Skandal gegründet. Treibende Kraft war hier der Bauernverband.
Nachzulesen:
https://q-s.de/20-jahre-qs/teil-1-aufbruch-der-branche-in-sachen-vernetzung.html
Noch ausführlicher hier nachzulesen:
https://q-s.de/services/files/downloadcenter/10-publikationen/qualitas_Ausgabe_Winter_2021.pdf
Geht mal nach Spanien. Dort wird Milch und Schweinefleisch unter Bedingungen produziert, die katastrophal sind.
Bei uns hören immer mehr Bauetn auf, mir stellt sich nicht nur die Frage nach der Lebensmittelversorgung (kann man ja importieren), sondern auch, wer die Grenzertragsflächen bewirtschaftet. Die Weiden verbuschen und die Bauern wollen keine Waldwiesen – Sie kommen mit ihren Maschinen nich hin.
In Kanada kann man es überall sehen, zugewilderte Flächen, überall Wald. Dort geht das vielleicht, aber hier – bei der Bevölkerungsdichte???
naja den Berufsethos erlebt man nur vor Ort! ein bsp. was selten. vorkommt in den Medien ist Frau tabbert…zu hören im Podcast Hotel Matze
Korrektur heißt Tapphorn und hält gänse
https://open.spotify.com/episode/1andDu1TSNCZRlWGJ4bFla?si=iQVEFZI4RQOLP7fs1uVuIg
„Neue Weizensorten werden bspw. auf Ertrag, Resilienz und Backqualität hin erforscht, aber es scheint keinen Landwirt zu interessieren, ob dieser Weizen den Leuten, die ihn essen sollen, auch wirklich bekommt, denn. wie ich zu meinem großen Erstaunen festgestellt habe, gibt es offenbar keine Studien in dieser Hinsicht. Da fehlt eindeutig der Brückenschlag zum Verbraucher, der keine Gewissheit haben kann, dass der Bauer ihm etwas Gutes tun will.“
Wie soll ein Landwirt feststellen ob der Weizen dem Verbraucher bekommt und wie will er das kontrollieren. Landwirte sind bis auf sehr wenige Ausnahmen keine Bäcker und verkaufen das Endprodukt. Aus Backweizen entstehen unter Zugabe von einer Vielzahl anderer Zutaten diverse Backprodukte. Die Anforderungen an Backweizen werden von anderen definiert die den Weizen einkaufen. Will der Einkäufer eine spezielle Qualtität dann kann er die definieren und bei Landwirten anfragen ob sie diese zu den gewünschten Konditionen und Mengen bereitstellen können. Passen die Konditionen wird er liefern. Der Landwirt hat über sein Produktionssystem Einfluss auf die Produktion des Rohstoffes Weizen, mehr nicht.
Mal ein praktisches Bsp wie schwierig das mit dem Geschmack, Bekommen ist. Letzten Sonntag hatten wir überraschend Besuch zum Frühstück. Hab noch schnell Brötchen und Croissant geholt. Offen hatte nur eine der Backketten. Die Schnellback Brötchen und auch Croissant (feste Konsistenz, feucht im Geschmack) haben dem Besuch besser geschmeckt/bekommen als die sonst servierten Brötchen von unserem Bäcker der Brötchen und vor allem Croissant klassisch backt. Klassisch von unserem Bäcker ist der Standard der uns bekommt und schmeckt.
Marian, das ist es genau, was ich als Unterschied zwischen Deutschland und Österreich wahrnehme. Im folgenden Interview stellt unser Landwirtschaftsminister die Norwendigkeit der Renaturierung grundsätzlich überhaupt nicht in Frage. Er verweist aber darauf, dass österreichische Bauern schon jetzt und schon lange viel mehr dafür tun als wahrgenommen wird. Und er begrümdet seinen Widerstand gegen Frau Gewessler, die das Gesetz auf EU – Ebene gegen den Beschluss der Regierung durchgesetzt hat, damit, dass das Ganze ein Bürokratiemonster ist, das an der Realität vorbeigeht, und außerdem keine Finanzierung vereinbart ist.
https://www.youtube.com/watch?v=EhQ0aOnuOtA
Marina, warum überhöhen Sie die Verpflichtungen der Landwirte gegenüber der Nichtlandwirte so ?
Warum brauchen wir Landwirte ein Berufsethos, strenger als das der Kirche ?
So mit dem Kleinen, meinem ganz eigenen Ethos im Betrieb, dass alle Lebewesen, egal ob Pflanze, Tier oder Mensch so gut und gerecht wie irgend möglich behandelt werden kann ich ja mitgehen. Aber wie kann ich verlangen, dass alle Landwirte, dann auch gleich noch weltweit, selbstlos und ethisch gut wirtschaften ? Und nur weil ich das nicht garantieren kann, heisst es ja nicht, dass die anderen Landwirte schlechter arbeiten.
Nur weil immer neue, schärfere Haltungsvorschriften für Tiere entwickelt werden, heisst es nicht, dass Nutztierhalter ihre Schützlinge sonst mies halten würden. So wie im Strassenverkehr immer mehr 30-er Zonen oder generelle Fahrverbote entstehen oder Wärmepumpen vorgeschrieben werden, so wird halt auch die Tierhaltung modernisiert. Der einzelne Betrieb manchmal auch stranguliert.
Viele Milchviehhalter leisten sich eine Tierhaltung mit Weide, das ist nicht vorgeschrieben ! Das macht der einzelne Landwirt aus persönlichen Gründen, weil er es mag, wie die Herde genüsslich in der Herbstsonne liegt. Weil er sieht, wie schön die Jungtiere sich entwickeln und wie es auch der Landschaft gut bekommt.
Wenn ich dann lesen darf – von Ihnen, hoch geschätzte Marian, dass ich mich ja nur wegen den irgendwelcher Gesetze – um meine Tiere kümmere, dann tut das richtig weh ! Aber richtig! Und was war der Grund wegen Ihrer Aussage, auch dass wir kein Ethos hätten ?
Bauer Willi hat erklärt, dass die Käfighaltung verboten wurde und jetzt die Käfigeier aus dem Ausland kommen – und Sie machen daraus allen einen Strick. Danke für nichts.
Ich habe vier Kinder, zwei davon haben heute Sonntag mit mir von 8-11 Weiden gestellt, abgebaut, Rinder umgetrieben, Wasserfässer gefahren und die Heuraufen gefüllt. Zusammen gut 80 000 Schritte. Mein Mann hat derweil seit 7 Uhr (Sonntags schlafen wir aus, Wochentags um 6 Uhr) gemolken und gefüttert. Das ist unser Berufsethos, jeden Tag kümmern wir uns um die Tiere, etwa das „halbe Leben“ geht dafür drauf. Wir wollen das ja so, wir leben wunderschön, sind gesund und ich bin voll stolz auf meine Kids.
Nachtrag von meinem Mann: „wir haben alle einen anderen Beruf gelernt, aber wir machen dass ja, weil es uns Spass macht. Aber wenn uns halt von allen Seiten, oft Menschen, die ja eigentlich von uns leben, immer Prügel zwischen die Beine geworfen wird, dann verlieren wir die Lust daran. Hört man dann auch noch von den etwa 40 befreundeten Landwirten welche in den letzten 10 Jahren aufgehört haben, dass es ihnen jetzt viel besser geht, dann kommen wir schon ins Grübeln.
Unser gemeinsamer Ethos in der Landwirtschaft könnte sein : Bauer ist kein Beruf, es ist eine Berufung.“
Komme auch gerade (Sonntag Mittag) aus dem Stall, wo ich meinen „Werkstoff“ geprüft habe, während der Wohlstansbürger auf seinem nagelneuen E-Bike vorbeiradelt, um im Café über Massentierhaltung zu echauffieren. Bei einem selbstgemachten Kaffee denke ich jetzt über meinen Berufsethos nach, und wie ich den Winter überleben soll, weil der Chinese die Zölle auf Schwein erhöht hat und damit die Ferkelpreise im freien Fall und mal wieder unterm Selbstkostenpreis sind.
War gestern im Museum Hösseringen und dort im Haupthaus des Brümmerhofes von 1644. Die Leute reden über die schöne Zeit, in der die Tiere noch mit den Menschen zusammen lebten…heute sind die Tiere eingesperrt in großen Ställen.
Ich war drauf und dran denen ins Gesicht zu schreien, hab es aber gelassen, weil ich dachte, es hat keinen Sinn mehr. Die haben ihr Weltbild und sollen sie damit sterben, es nützt nichts mehr.
Man traf sich später wieder im „Shop“, wo man handgeschöpften Heidehonig kaufte.🙄
Der Tatort heute Abend wurde „nach ökologischen Standards produziert“
Ja, es hat keinen Sinn mehr.
Alles wird gut
Fahren die Kommisare/innen und Täter/innen jetzt mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß zum Tatort?
@Marian
Mein zweites Buch heißt: „Satt und unzufrieden“. Es passt auf fast alle Deine Kommentare.
Sorry, dass ich mein Empfinden so ehrlich äußere und Du Dich womöglich falsch verstanden fühltst. Ich fühle mich auch falsch verstanden. Ich empfinde die Behauptung vom fehlenden Berufsethos der Landwirte schlicht beleidigend. (eigentlich wollte ich „unverschämt“ schreiben).
Das ist meine Empfindung, daran kannst Du nichts ändern.
Nachdem ihr mich hier alle nun so schön beschimpft habt, könnt ihr mir vielleicht ja auch noch sagen, worin euer Berufsethos denn nun tatsächlich besteht. Was ist denn das Gemeinsame, das ihr über all die verschiedenen Hof- und Haltungsformen hinweg gemeinsam gegenüber der Öffentlichkeit vertretet, auf das ihr alle gemeinsam stolz seid, das ihr als euren, nennen wir es ruhig „moralischen Schatz“ hütet und das euch über euer Eigeninteresse hinweg mit dem Verbraucher verbindet?
Mein Vorschlag:
Wir Landwirte haben mit unserer Arbeit, unserem Fleiß, mit Unterstützung des vor- und nachgelagerten Sektors unter Nutzung des technischen Fortschritts den Menschen in D und der EU ermöglicht, sich gesund, vielseitig und extrem günstig wie nie zu ernähren, so dass viele früher ungeahnte Möglichkeiten des Konsums, des Reisens, der materiellen Erbauung möglich wurden.
Mein Vorschlag zum gemeinsamen Ethos wäre ,
Auf derart dämliche Fragen gibt es keine Antwort.
Sehe ich genauso Rathje. Die Provokation ist offensichtlich und eröffnet weitere unsinnige Diskussionen, die nicht notwendig sind. Ethos-Fragen sind in keiner ökonomischen Diskussion ein Thema. Marian möchte herausfordern, um den wenigen verbliebenen Bauern vor Augen zu führen, dass auch diese uberglüssig sind und er seine Nahrung bei Google bestellen kann.
Auch ein Berufsethos ist Teil eines individuellen Wertegerüsts.
Und wenn mir jemand signalisiert, dass er tief verletzt ist, trete ich nicht noch in die Magenkuhle.
Ich stimme euch zu: Wir haben jetzt genug M.E.F-Geschichten gehört.
Übrigens entscheidet nicht MEF über einen notwendigen (und vorhandenen, aber noch nicht bürokratisierten) Berufsethos. Dieser wird aber schon lange vom Einkaufsverhalten der LEH-Monopolisten bestimmt, die uns dann, wie zur Zeit in der Edeka-webung, eine wohlverdiente Arbeitspause unterm Apfelbaum gönnen. Wo ist in dieser Geschichte irgendein Ethos wiederzufinden? Sollten wir Bauern uns nicht besser fragen, warum wir diesen Mist noch mitmachen? Andere hängen sich konstruierte (Werbe)Feigenblätter um, und wir ersticken immer mehr in „Rechtfertigungs“bürokratie?
Wir sind eine der tragenden Säulen des deutschen Wohlstandes, wir sorgen für sichere, bezahlbare Lebensmittel, wir denken in Generationen und wirtschaften entsprechend. Wir sind hochausgebildete Fachleute, die wissen, was sie tun.
Mehr nicht 😊
Wir arbeiten doch nur für den Verbraucher.
Wir ernten für ihn in der Natur gewachsene Rohstoffe für Nahrungsmittel, die er organisch verwerten kann. Und gesund hält.
Deswegen auch oft wissenschaftlich und staatliche Kontrolle.
Und das ist sehr facettenreich, um es auf einen Nenner zu bringen. Eben viel Verantwortung.
Es ist halt kein 8 Stundentag mit anschließender Freizeit.
Die Landwirte erhalten und pflegen die Landschaft, sorgen für Nahrung, Holz… und lieben ihren Betrieb und ihre Tiere.
Viele Höfe sind seit Generationen in der Familie, das wird bei mir/uns auch hoffentlich noch in Zukunft so sein. Egal, was die Politik treibt, irgendwie kommen wir durch und kümmern uns. Seit Generationen.
Das hat auch eine Lebensqualität und Unabhängigkeit.
Wenn nur der Betrieb garantieren könnte, auch in Zukunft ein ausreichendes Familieneinkommen zu generieren .
Was Sie hier schreiben ist ganz einfach rotzfrech
Dieser Tonfall ist hier völlig unangemessen.
nicht nur in der Landwirtschaft findet eine Transformation statt auch die Gesellschaft verändert sich grundlegend. Es gibt Menschen in der Gesellschaft die es gut finden mit Unterstüzung von Handlagern irgendwo einzubrechen. Prahlen mit ihren Einbrüchen noch stolz und ungeniert in social media, goutiert von sogenannten followern. Heute wohl normal und eine Selbstverständlichkeit.
https://www.agrarheute.com/tier/rind/heimlich-stall-gefilmt-influencer-video-loest-empoerung-636659
Influencerin Louisa Dellert ist auch schon mit radikalen Tierrechtlern nachts in einen Sauenstall eingedrungen. Von kranken gequälten Tieren keine Spur. Wenn eine Nachgeburt dann zur Tierquälerei deklariert wird, weiß man, auf welch geistigem Niveau sich diese Menschen und ihre Follower bewegen
Das Schlimme ist, dass es keine Konsequenzen hat, denn die Betriebe werden sich hüten, Anzeige zu erstatten und damit aus der Deckung zu kommen und ihre Familien diesen selbstgerechten Idioten als Zielscheibe zu bieten
Im Podcast – 104, Schweinehaltung, Hofübergabe und Ernte mit Nele, kommt das Thema auch zur Sprache. Ab Min. 40 ca. Wie verlogen kann ein Mensch denn sein.
Die betroffene Familie wird das Erlebnis niemals verarbeiten.
Es ist sicherlich interessant, in solchen Runden zu diskutieren, bringt aber wider Erwarten nichts. Skeptiker der heutigen Landwirtschaft Diese zu erklären ist sinnlos.
Die sind auf einer anderen Umlaufbahn in ihrem Universum unterwegs.
Ich lass das hier lieber.
Das hatte ich gestern schon Mal an Ferkelhebamme adressiert:
„Als Landwirt oder Landwirtin ist man gewohnt, die Wirkungen eigenen Handelns oft schnell und unmittelbar als sinnvoll zu erleben. Gerade das macht auch den besonderen Reiz des Berufes aus.
Die ganze Diskutiererei in Blog’s oder anderswo dagegen ist teils mühsam und wenig ergiebig bis auf das, was Stadtmensch gerade beschrieben hat. Sie hilft, die eigenen Gedanken zu sortieren, zu ordnen, evtl. neu zu gewichten und in der Argumentation, die man an anderen Stellen vielleicht tatsächlich benötigt, immer besser zu werden.
Den Umfang und die Intensität eigener Beteiligung bestimmt jeder selbst. Oft reicht das Mitlesen, manchmal auch das Überfliegen, das völlige Ausblenden oder zeitweise Aussetzen.
Ihre Beiträge sind sehr fachbetont und helfen den Nicht-Sauenhaltern zumindest immer beim Verstehens dieses Betriebszweiges.
Deshalb: Bleiben Sie „Bauer Willi“ treu!“
@Rathje Clasen
Nein. Nicht aufgeben. Wenn der Klügere nachgibt, hat der Dümmere gewonnen.
Und jetzt das noch: Die Grünen bekommen schon kalte Füße. Da steht doch noch soviel Unerledigtes auf der Transformations-Agenda. Fehlt der ökonomische Sachverstand?
https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarpolitik/agrar_news_themen.php?SITEID=1140008702&Fu1=1758366183#aDivS_komm
Ich bin für die Wiedereinführung eines Reichs-Vollkornbrot-Tages und den Donnerstag als Suppentag. Kostenloses Schulessen nur in Bioqualität mit wenig Fleisch. Essenmarken können online bezogen werden oder direkt mit dem Smartphone gelöst werden. 😎
„Fehlt der ökonomische Sachverstand? “
Das ist sicher eine rhetorische Frage.
Die Grünen sind sich nicht sicher, wovor sie mehr Angst haben: Vor der Linkspartei, die ihnen die jungen Wähler abjagt , oder vor den Marktmechanismen, die sich boshaft den grünen Wunschträumen widersetzen.
Nachdem die Landwirtschaft bisher schon oft und auch von fast allen politischen Institutionen, gewendet wurde, soll nun eine Transformation greifen. Man ist also schon mal weg von den 180° Wendungen und gibt sich, zumindest dem Wortlaut nach, mit Veränderungen/Umformungen/Umgestaltungen u.ä. zufrieden. Verändert und an die bestehenden/abzusehenden Bedingungen angepasst, haben wir uns immer schon. Somit ist die Aussage im Titel schon widerlegt.
Wenn schon so allgemein: Die Landwirtschaft wendet sich nicht. Viele Landwirte wenden sich ab (mit Grausen) angesichts der Rahmenbedingungen (einerseits offener Markt, andererseits nationale planwirtschaftliche Klein-Rein-Regelungen, die Politik und Handel meinen, dem Sektor zumuten zu können).
@AK
Beachten Sie doch einfach meine Zeitform. Ich hatte die Wendungen in der Vergangenheit verortet. Heute wird nur noch verändert……….. . Oder wollen Sie das auch infrage stellen?
Wie lautet noch die Erkenntnis: Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.
@Kemetbauer, haben Sie schon wieder…
…ach, ich lass es. Ich will mich nicht wieder aufregen. Es nervt mich trotzdem..
Da ich hier nicht gegen die Nettiquette oder ethisch-moralische Regeln verstoße, sondern gelegentlich einfach nur eine andere Sicht auf die Dinge beschreibe, werden Sie mich wohl aushalten müssen. Andererseits wäre es fahrlässig, weiterhin gegen Ihre Gesundheit zu arbeiten. Da bleiben wohl nur zwei Möglichkeiten. 1. Sie überlesen meine Kommentare oder 2. ich ziehe mich hier kommentartechnisch zurück. Für Ihre Gesundheit, würde ich dieses große Opfer natürlich bringen.
@Kemetbauer
Ich habe so viel und so viele ausgehalten, ich halte auch Sie aus.
Ich habe heute eine Hitliste von Schweinemastbetrieben mit der Post bekommen. Haltungsstufe 1 und 2.
Tiergesundheit und Probleme kann man als Praktiker an den Zahlen erkennen.
Die Verluste liegen im Schnitt bei 2.61 % (65 Betriebe).
Hat jemand solche Zahlen für höhere Haltungsstufen 3 und 4 parat?
In Österreich haben wir eine hohe Inflation bei Lebensmitteln. Besonders stark gestiegen sind die Preise für tierische Produkte:
https://orf.at/stories/3405695/
Die Folge: Österreicher essen wieder MEHR tierische Produkte!!
https://orf.at/stories/3405711/
Ob die Begründungen im Artikel stimmen? Wenn ich mit Leuten rede, höre ich oft: naja, Tierwohlfleisch, das kann man wirklich ohne schlechtes Gewissen essen.
Und man weiß halt, dass Tierwohlprodukte teurer sind. Ich glaub schon, dass das eine Rolle spielt. Wenn es nur Tierwohlfleisch zu kaufen gäbe, wäre man bereit, dafür auch tiefer in die Tasche zu greifen. Durch den Alpinurlaub-Boom sehen jetzt alle die Mutterkuhherden auf den Almweiden, und man weiß, dass Käfigeier längest verboten sind. Nur die Schweinehaltung hat bei uns auch immer noch einen schlechten Ruf, weil der Umbau der Spaltbodenställe wieder hinausgezögert wurde.
Schweinefleischkonsum geht leicht zurück, Kalb- und Rindfleisch sowie Milch nimmt zu.
Natürlich kann man auch darüber diskutieren, ob die Leute bezüglich Tierwohl immer korrekt informiert sind, aber das ist ein anderes Thema.
@Elisabeth
mir sagen auch viele Leute, dass man Tierwohlfleisch mit gutem Gewissen essen kann. Sie kaufen dann aber Stufe 1 oder 2….
Kann man jetzt kognitive Dissonanz, soziale Schizophrenie oder sonst wie nennen. Auf einen Nenner gebracht: wir belügen uns selbst
Und wir Bauern müssen uns danach richten…
Aber es ist doch interessant an diesen Berichten, dass jetzt, wo die Preise bei Milch und Fleisch stärker gestiegen sind als bei anderen Produkten, ausgerechnet mehr Milch und Fleisch gekauft wird. Das widerspricht doch diesen bisherigen Erfahrungen, die du ansprichst. Ich denke, die Leute glauben, Fleisch und Milch sind teurer geworden, weil die Tierwohlstandards gestiegen sind, auch wenn das nur teilweise stimmt. Und also kaufen sie es.
Ich meine: Wenn billig und teuer nebeneinander liegt, dann sieht der Schweinehund über die Überzeugung. Aber wenn alles teuer ist, dann glaubt der Konsument, es ist wegen dem Tierwohl, das er auf der Alm gesehen hat, und kauft mehr. Das finde ich interessant.
siegt, wollte ich schreiben
Alles eine Frage der Werbung und des Marketings des LEH. Auf einem Vortrag hat Westfleisch stolz erklärt, dass beim MKS-Ausbruch in D keine Schweinestau entstanden ist, weil in Absprache mit dem Handel Schweinefleisch stark beworben wurde.
Im Sommer und auch momentan fällt extrem auf, dass Schweinefleisch so gut wie gar nicht beworben wird. Die Stückzahlen in D sind gering, Angebot und Nachfrage passen zusammen, die Schlachter halten den Preis niedrig mit der Begründung, dass die Abnahme so gering ist.
Alles gezielt gesteuert, Kunden sind sehr einfach beeinflussbar
„Schweinehaltung hat bei uns auch immer noch einen schlechten Ruf, weil der Umbau der Spaltbodenställe wieder hinausgezögert wurde.“
Warum ist Spaltenboden schlecht? Wie soll laut Alpin-Urlauber denn die Schweinehaltung aussehen?
Das gefällt ihnen zum Beispiel:
https://www.bergerhof-krakauebene.at/die-schweine/
Der Verbraucher wird vor Freude stahlen, dass er das 3 kg Mischpaket für 111 Euro bekommt, teurer ist nur Lidl mit 16,68 für 3 KG Schweinenacken. 😂
Man muss es auch mögen… Wollschwein hat extrem viel Fett, das Fleisch ist dunkel und sehr geschmacksintensiv, bis tranig. Garantiert nichts für den Durchschnittskäufer. Lustig anzusehen sind sie, aber es hat auch einen Grund, warum sie auch in Gourmet-Küchen kaum zu finden sind. Da werden eher Iberico und Duroc verarbeitet.
Wenn es nur gäbe… würde man.
Mangels Alternative wären die Leute dann gut, oder würden sich das Fleisch wegen des Preises auch mal sparen. Von sowas träumen Volkserzieher.
Aber dann müssten auch alle Bauer ….
Ich bezweifle sehr, dass die Leute mehr Fleisch essen, weil insbesondere Fleisch teurer geworden ist und sie deshalb glauben, dass es besser geworden ist.
Man kann sich solche unbelegten Zusammenhänge schön selbst konstruieren.
Elisabeth lebt in einer ganz besonderen Blase. Sie sollte einmal nach Duisburg-Marxloh, Bremen -Osterholz- Tenever, Berlin – Marzahn, Köln- Chorweiler oder oder, gehen und ihre Thesen vorstellen.
@Marian: deine Provokationen (egal, ob ehrlich gemeint oder bewusst gewählt, um hier Diskussionen anzuregen) hier heute sind für mich persönlich ein Schlag ins Gesicht und bestätigen, dass die hier und anderswo online verbrachte Zeit offensichtlich verschwendet war.
Die Zeit ist nicht verschwendet, wage ich zu behaupten. Im Grunde wissen wir doch alle, mit welchem bunten Strauß an Interessenslagen wir es zu tun haben. Will nicht Probleme sagen.
Zumindest ist die Platform hier eine Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Kann auch als Übung und Anreiz dienen, die eigenen Argumente so „zu optimieren“, dass sie vielleicht in einem ähnlichen Umfeld (Familienfeier) präzise Wirkung entfalten und bei “ Gegnern“ im günstigsten Fall ein Nachdenken auslösen. Ganz normale Streitkultur an der Basis. Ist eben anstrengend, weil man immer recherchieren muss, ob’s stimmt, was geschätzte Foristen so einstellen hier.
Hatte ja unten schon erwähnt, dass man das Thema Transformation der Landwirtschaft nicht notwendigerweise auf Stallumbauten, aufgrund gestiegener Haltungsanforderungen reduzieren muss.
Als ehemaliger Ossi hab ich erlebt, wie quasi über Nacht bei meiner Elterngeneration alle Gewissheit en verloren gingen und Perspektiven erloschen. „Jammerossis“ hieß es lapidar. Diese typisch deutsche Reaktion will ich mir nicht zu eigen machen und wenigstens im Bereich Landwirtschaft eine Art konstruktives Mitgefühl entwickeln. Ich bin mir fast schon sicher, dass auch @Marian hier nicht aus niederen Motiven abhängt
Stadtmensch Mitgefühl ist nicht notwendig, will kein Landwirt.
wir wollen nur unsere Arbeit machen.
denke Dt. hat ein Fehler gemacht, weiss jetzt nicht warum das so ist.
ich kenne Schweden ein wenig, die haben sich auf einen bestimmten Kompromiss Standard in Haltungsbedingungen geeinigt und der steht glaube für längere Zeit.
z.b. feste liegeflächen beim Schwein und minimal Einstreu. und nicht übermässig Platz.
Bei uns wurde ständig kritisiert usw. Gut Schweden ist rel. abgeschottet geografisch und hat keine so große Tierhaltung.
zudem muss man sich vor Augen halten, die sogenannten Tierwohlhaltungssysteme sind stark von der Bewirtschaftungsqualität abhängig. kann so sein das so ein System eine schlechter tierwohlqualität hat, als ein vollspaltenmaststall.
stadtmensch die Diskussionen wären sicher ergiebiger vor Ort, am Ort des Geschehens, besser noch mal eine Woche beim Scheisse kratzen o.ä. oder in den Staubfahnen aufm Acker bei 45 Grad.
Als Landwirt oder Landwirtin ist man gewohnt, die Wirkungen eigenen Handelns oft schnell und unmittelbar als sinnvoll zu erleben. Gerade das macht auch den besonderen Reiz des Berufes aus.
Die ganze Diskutiererei in Blog’s oder anderswo dagegen ist teils mühsam und wenig ergiebig bis auf das, was Stadtmensch gerade beschrieben hat. Sie hilft, die eigenen Gedanken zu sortieren, zu ordnen, evtl. neu zu gewichten und in der Argumentation, die man an anderen Stellen vielleicht tatsächlich benötigt, immer besser zu werden.
Den Umfang und die Intensität eigener Beteiligung bestimmt jeder selbst. Oft reicht das Mitlesen, manchmal auch das Überfliegen, das völlige Ausblenden oder zeitweise Aussetzen.
Ihre Beiträge sind sehr fachbetont und helfen den Nicht-Sauenhaltern zumindest immer beim Verstehens dieses Betriebszweiges.
Deshalb: Bleiben Sie „Bauer Willi“ treu!
Die Qualität meiner niedrigeren und höheren Motive sei mal dahingestellt . Es wirkt auf jeden Fall wie ein rotes Tuch auf mich, wenn Bauer Willi wie schon so oft den Verbraucher für das Tierwohl verantwortlich macht. Damit erweist er meiner Meinung nach den Tierhaltern unter den Landwirten einen Bärendienst.
Überlegt bloß mal, wie diese Aussage oben „wer als Verbraucher mehr Tierwohl haben will, muss dies aus der eigenen Tasche bezahlen“ auf jemand wirken muss, der nicht aus der Landwirtschaft stammt und nicht sonderlich mit dem Thema vertraut ist. Ein solcher Mensch muss automatisch den Schluss ziehen, dass den Landwirten das Tierwohl am Allerwertesten vorbeigeht, wenn sie damit keinen Reibach machen. Der muss den Schluss ziehen, dass den Landwirten die Tiere egal sind und bis dato nicht angemessen gehalten werden. Und er lässt überdies den Landwirt als geldgierigen Knicksack dastehen. Das sind die Konnotationen, die man mit einem solchen Satz verbindet und macht Landwirte zu einer total unsympathischen Spezies. Und deshalb regt mich das auf, dass dieser Satz immer und immer wieder kommt.
Auf etwas philosophischerer Ebene kommt hinzu, dass mit einem solchen Satz Grenzen eingerissen werden, die meiner Ansicht nach bestehen sollten. Als Gesellschaft sind wir so etwas wie ein Organismus mit verschiedenen Organen, wobei jedes Organ seine spezielle Aufgabe hat. Die Leber ist für die Entgiftung zuständig, das Herz für den Blutkreislauf, und mit solchen Verbraucher-Sätzen macht Bauer Willi im übertragenen Sinn das Herz für die Entgiftung verantwortlich, weil die beiden Organe über den Blutkreislauf miteinander zusammenhängen. Da stimmt in der Argumentation eben irgendwas nicht.
Über die teilweise heftigen Reaktionen hier bin ich verblüfft, aber das gehört meiner Ansicht nach zu einem offenen Diskurs dazu.
marian der LW ist den gesetzlichen Regelungen und seiner Fachkompetenz verpflichtet und zusätzlich eigenen Ansprüchen.
nur die gesetzlichen Regelungen sind manchmal extrem allgemein und Auslegungssache.
Alles andere regelt der Markt über Angebot und Nachfrage und damit mit Geld.
hier wird vieles durcheinander gebracht usw.
bsp. ein LW kann nicht einfach alle paar Jahre sein Haltungssystem umschmeissen. selbst wenn er will.
der LW hat zumeist gar keine direkte Verbindung mehr zum Endverbraucher, dazwischen liegen zwei oder drei Stufen. und dann prasselt noch von allen Seiten auf ihn ein Medien, Veterinäre, staatl. Kontrolleure usw.
der leh aber z.b. wirbt mit allem möglichen.
Marian ,Willi hat recht.
Wenn du ein neues Auto kaufen möchtest ,
ist das Grundmodell doch auch billiger , wie das Premiummodell, oder nicht ?
Sind die Autobauer deshalb gierig?
Du entscheidest die gewünschte Austattung , dann wird das Auto so gebaut , du bezahlst , und gut. Und jeder Neuwagenkunde hat andere Bedürfnisse.
So sieht es bei den verschiedenen Haltungsstufen für z.b. Schweine auch aus.
Rathje, das ist eben ein Irrtum. Ein normaler Mensch sieht zwischen den Haltungsbedingungen für ein Lebewesen und einer Grund- oder Premium-Ausstattung eines Autos einen grundlegenden Unterschied. Ein normaler Mensch wird stutzig, wenn ein lebendes Schwein mit einem Auto verglichen wird. Ein normaler Mensch von der Straße wird dir sogar schon diesen Vergleich und einen Mangel an Empathie vorwerfen.
Normale Menschen vergleichen Haltungsbedingungen für Tiere eher mit der Zwei-Klassen-Medizin Kassen- vs-Privatpatienten. Und jetzt stell dir mal einen x-beliebigen Professor vor, der sich hinstellt und frei heraus verkündet: „Wenn die Patienten eine bessere Medizin wollen, sollen sie gefälligst dafür blechen. Es liegt in der Verantwortung der Patienten, ob sie in einem düsteren 4-Bett-Zimmer in einem zugigen Altbau oder in einem hellen freundlichen Einbettzimmer im Neubau untergebracht werden. Mit mir als Professor oder dem Medizinapparat im Allgemeinen hat das überhaupt nichts zu tun. Es kommt bloß drauf an, was der Patient will. Und da die meisten Patienten nicht bereit sind, mehr Geld auszugeben, ist es doch klar, dass sie lieber in einem düsteren 4-Bett-Zimmer liegen wollen.“
Was meinst du, was dieser Professor sich mit solchen Äußerungen für Freunde im Volk macht?
Was für ein Vergleich !!
Gibt es genauso .
Kassenpatienten /Privatpatienten, oder mit privater Zusatzversicherung.
Empathie kann man auch für Tiere haben , wenn sie nicht Haltungsstufe 4 besitzen.
Und das würde ich auch Jedem auf der Straße und jedem Professor entsprechend erklären wollen und können.
Schau dir unterschiedliche Beriebe an , mein Tip.
Es gibt in der Tat Kassen- und Privatpatienten, aber wenn man den Kassenpatienten sagt, dass sie mit dem Preis, den sie zu zahlen bereit sind, schon das 4-Bett-Zimmer gewählt haben und deshalb gar nicht in ein Einzelzimmer wollen, dann fühlen sich diese Leute verhohnepipelt und das mit Recht. Genauso fühlen sie sich verhohnepipelt, wenn man ihnen sagt, dass sie dafür verantwortlich sind, dass Tiere nicht erstklassig versorgt werden, weil sie nicht dafür zu zahlen bereit sind.
Schon vergessen, dass rund 50% der Deutschen keine Ersparnisse auf dem Konto haben? Schon vergessen, dass mitten in dieser Wirtschaftskrise der Wohlstand rapide sinkt? Schon vergessen, dass die Tafeln gerade überlaufen werden?
Unter den derzeitigen gesetzlichen Mindestanforderungen WERDEN die Tiere erstklassig versorgt. Die Tierwohl-Forderungen sind Luxus-Forderungen, quasi Wellness. Kann man machen, wer die Musik bestellt, muss sie aber auch bezahlen.
Erstmal, die Tiere werden in jeder Haltungsform erstklassig versorgt, schon aus Eigeninteresse.
Weiter, das immer mehr Menschen mit dem Geld nicht hinkommen, ist wohl jedem klar , hat aber nichts mit diesem Thema zu tun.
Wir können nur die Haltungsstufe produzieren ,die auch unter Vollkosten bezahlt werden. Und wie du selber schreibst , werden sich nicht viele Menschen Haltungsstufe 4 /Bio in den Einkaufswagen legen, weil das Geld fehlt.
Das müsste jeder Normalbürger verstehen, auch du Marian.
Dass Eigeninteresse und Tierwohl automatisch überein stimmen, das sehe ich nicht.
In der Subsistenzlandwirtschaft war das Interesse an gesunden Tieren und am Verhindern von Ausfällen sicherlich extrem hoch, überlebensnotwendig!
Trotzdem gab es eine Kultur, die darüber hinaus ging.
In unserer Gegend war der Patrizitag am 17. März ein Tag, wo man die Arbeitstiere nicht einspannen durfte, auch dann nicht, wenn sie die Leistung locker hätten erbringen können. Man aß an diesem Tag kein Fleisch und kochte ohne Schmalz, um sich bewusst zu machen, dass Nutztiere eine Würde haben über ihr Leistungsvermögen hinaus. Dann ging man Wallfahren zu einem Patriziusaltar. Weil man die Tiere nicht alle in die Kirche mirnehmen konnte, hatte man kleine Wachsfiguren, die man mitnahm und auf den Altar stellte, um sie segnen zu lassen. Der Pfarrer sprach in seiner Predigt von der Heiligkeit der Geschöpfe Gottes und leitete davon den rechten Umgang mit ihnen ab.
Diesen Brauch geb es bis in die 1950er Jahre, im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft ging er dann verloren. Und genau diese Kultur fordert der Konsument jetzt wieder ein, mit Recht.
„. Und genau diese Kultur fordert der Konsument jetzt wieder ein, mit Recht.“
Sieh an sieh an…..er fordert mit Recht ein. Fordern, fordern…..ich nenne das Wohlstandsverwahrlosung und Hang zum Größenwahn.
Reicht für den Single das 30m2 Wohnklo, mit allem, was er braucht, oder muss es das Appartement mi Balkon und Pool sein? Er soll sich ja wohl fühlen
@Marian, ein sehr passender Vergleich. Wenn der Patient einen sofortigen Termin haben will, soll er gefälligst dafür blechen.
Wenn der Patient lieber in einem Zweibett-Zimmer liegen will, soll er gefälligst dafür blechen.
Wobei das eben nicht vergleichbar ist, da es hier um eine Ungerechtigkeit des Systems handelt, die es eigentlich nicht geben sollte.
.
Der Verbraucher hat die Wahl, billig und damit Stufe 1 und 2 zu kaufen oder Premium Stufe 3 und 4. und „gefälligst dafür zu blechen“. Was nur ganz wenige tatsächlich tun. Satt und unzufriede. Und sie belügen sich selbst, weil sie die kognitive Dissonanz zwischen Äußerung und Handeln anders nicht aushalten können. Soziale Schizophrenie eben.
Der Vergleich funktioniert nur mit einem „Schlachtwagen“ …beste Haltungsform, dann sind noch ein paar Teile zu verkaufen. 😉
Schlechtes Beispiel, weil deutsche Autobauer bekanntlich auch beim gleichen Modell im Inland tatsächlich gieriger zulangen.
Das Problem ist ja schon die Defintion von Tierwohl, die Meinung von Fachleuten (Bauern!) wird gekonnt ignoriert, die Meinungshoheit haben Tierrechts-Verbände und emotionale Großstädter. Bestes Beispiel: Haltung auf Stroh.
Der Verbraucher will das unbedingt, die Tierwohl-Programme der Einzelhändler schreiben es somit zwingend vor, für die Tiere ist es gesundheitlich und für den Bauern arbeitswirtschaftlich eine Katastrophe. Meine Lösung wäre Minimal-Stroh zur Beschäftigung und zusätzlichen Rohfaser Versorgung, Liegebereich und Schweinetoilette den Schweine-Anforderungen entsprechend gestaltet. Dafür gibts aber kein Programm/Label und somit keine Abnahme mit Mehrkostenaufschlag
Also muss der Verbraucher den Schwachsinn, den er verlangt halt bezahlen, ansonsten müssen wir uns gezwungenermaßen an den Mindeststandards und Effizienz orientieren, um mit den Importen konkurrieren zu können. Tier-Luxus-Investitionen sind da einfach nicht drin.
Bio gilt als artgerecht, macht aber nur 1% des Marktes aus. Warum? Spoiler: am fehlenden Angebot liegt es nicht
Es ist alles eingetreten, wovor ich seit Jahren gewarnt habe, wir werden bald ein immenses Ferkeldefizit haben, was auch der Verbraucher merken wird. Schuld ist tatsächlich die Gesetzgebung und die Wohlstandsgesellschaft, die sich ihre Luxus-Wünsche schon lange nicht mehr leisten kann, aber erwartet, dass andere sie auf eigene Kosten umsetzen. Dass ich jetzt neben Umwetltverschmutzer, Brunnenvergifter, Tierquäler, etc auch noch geldgieriger Knicksack bin lässt mich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: die eigenen Belange, nicht mehr die gesellschaftlichen
Noch ein Beispiel für behördlichen Schwachsinn: das Gruppensäugen entspricht jetz nicht mehr den Anforderungen der TierschutznutztierhaltungVO.
Die, die es gewagt haben, in dieser Form in Tierwohl zu investieren, dürfen jetzt nochmal umbauen.
Noch Fragen?
Die Urform des Säugens verstößt gegen Verordnungen?
Völlig abgespacet
Noch ein Beispiel? https://www.topagrar.com/schwein/news/freie-bewegung-im-deckzentrum-gesetzgeber-gefahrdet-das-tierwohl-b-20018032.html
Deutsches Behörden-Tierwohl bedeutet Beckenbrüche, Querschnittslähmungen, Beckenbandabrisse, Tod. Weil man dem Tier nicht zumuten kann, 5 Tage in einer Einzelbucht zu verbringen. Was für eine Logik
Ferkelhebamme, ich war vor Kurzem in Deutschland und habe Verwandte und Freunde mit den verschiedensten Berufen und Bildungsniveau getroffen. Ausnahmslos alle haben brav den Narrativ der NGOs heruntergebetet: Massentierhaltung, Tierleid, schreckliche Haltungsbedingungen und so weiter. Massentierhaltung, Tierleid und Bio-Bauernhof ist heute Lernstoff in der Grundschule.
Wenn Bauer Willi denen jetzt noch sagt: „Fürs Tierwohl soll gefälligst der Verbraucher blechen“, gießt er damit Öl in deren Feuer. Versucht halt mal, euch in die Lage der Gegenseite zu versetzen.
Ferkelhebamme, ich will Dir nicht zu nahe treten, aber hast Du Dir schon mal überlegt, dass der Bedarf an Schweinefleisch in Deutschland in den nächsten Jahren rapide sinken wird, zum einen a) wegen des demografischen Wandels: alte Leute essen deutlich weniger und leichtere Kost und b) weil immer mehr Menschen muslimischen Glaubens in Deutschland wohnen werden und die essen kein Schweinefleisch. Da wird es mit dem Ferkeldefizit vielleicht gar nicht so schlimm werden.
Marian , die Entwicklung ist auf den Höfen angekommen . 30 % weniger Schweine in Deutschland in den letzten ca . 5 Jahren.
Und da sitzen die nächsten 20 % auf gepackten Koffern.
Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wir werden sehen.
Gewiss ist, ein Zurück gibt es dann nicht. Aufgegebene Tierhaltungen sind endgültig
Was mich an der Sache ärgert ist die Sichtweise auf uns Produzenten. Hier wird alles kritisiert, auf den höchten Standart getrieben und beim Import drückt man beide Augen fest zu! Wird Importware nur geringfügig verarbeitet, bekommt sie den Aufdruck – Deutschland – und keiner fragt mehr nach Haltungsstufen usw. Ich glaube nicht an einen Mangel in der Versorgung. Es stehen genug Anbieter bereit. Und wenn es tatsächlich mal knapp werden sollte, dann fragt ganz sicher niemand mehr woher das Schnitzel kommt und wie die Haltungsbedingungen waren.
„Wenn Bauer Willi denen jetzt noch sagt: „Fürs Tierwohl soll gefälligst der Verbraucher blechen“, gießt er damit Öl in deren Feuer. Versucht halt mal, euch in die Lage der Gegenseite zu versetzen. “
Welche Gegenseite denn? Wer gestreicheltes Schwein haben will, der kann es doch nachfragen, ihm wird geholfen werden. Es ist aber doch wohl kompletter Unsinn und Anmaßung, dass eine Mehrheit dies wollen will. DAS ist nur eine Vortäuschung, man würde für eine Mehrheit sprechen, um ALLE Tierhalter zu etwas zwingen zu können und zu können. Im Namen von Ethik und Moral. Das finde ich, mit Verlaub als Frechheit.
Und das richtige Maß der Haltung ist gesetzlich festgelegt, WEIL es eben die Vereinbarung der an der Schaffung der Gesetze Beteiligten ist.
Natürlich kann man das ändern, genauso kann ich aber argumentieren, wenn es um die Streichung des Tierschutzes aus dem GG geht.
Wenn man einmal die Mehrheit als Argument nutzen will, dann gilt das auch in die andere Richtung.
„Ausnahmslos alle haben brav den Narrativ der NGOs heruntergebetet: Massentierhaltung, Tierleid, schreckliche Haltungsbedingungen und so weiter.“ Und? Was hatten die im Kühlschrank?
Wie viele Verbraucher können sich denn tatsächlich ein Urteil erlauben, sprich, haben sich schon einmal selbst einen Stall angesehen und mit dem Bauern gesprochen?
Wer glaubt, eine Kuh sei lila und für Milch bräuchte man keine Kälber (ein Kollege von mir, sogar promoviert), der wird auch von Haltungsbedingungen keine Ahnung haben, dem kann man alles erzählen.
Natürlich muss der Verbraucher für teurere Ställe, die im Sinne von Tierwohl teurer gebaut wurden, dann wird darin das erzeugte Fleisch teurer, ist doch logisch, bezahlen. oder.
Und wenn der Verbraucher noch Stroheinstreu fordert, dann noch teurer.
Edeka bietet ja auch Fleisch vom Strohschwein und das ist teurer.
Wer bezahlt denn die Strohbergung vom Acker und wer bezahlt die tägliche Arbeitszeit des Einstreuens.
Das misten ist auch teurer, als Spaltenböden und Gülle, denke ich.
Kein Schweinefleisch zu essen und dafür Rind muss man sich auch erst mal leisten können. Wenn jetzt bald einmal den Leuten weniger Einkommen zur Verfügung steht und die Preise für Rindfleisch (wegen Mangel, Wolf…) auch nochmal steigen, dann wird das günstigere Fleisch wieder attraktiv. Wenn dann noch die Geflügelproduktion wegen Krankheiten und zu hohen Futterkosten sinkt. Auch Stalleinsteiger (die formieren sich gerade – das wird noch krass. Die suchen tatsächlich auf Stellenanzeigen Angestellte, die diese Arbeit im Lohn für sie erledigen. Damit verhindern sie erfolgreich, dass der Selbstversorgungsgrad für Eier und Geflügelfleisch steigt.
Die Kinder aus der Türkei konsumierten vor 40 Jahren noch keine Würste mit Schweinefleisch, heute sehen viele das nicht mehr so eng.
Ich hab einen muslimischen Koch in der Kundschaft, der sagt meine frische Duroc Bratwurst sei eine Sünde wert 😉
@Marian, wieder einmal eine unerlaubte Verkürzung. Langsam werde ich sauer. Ich sage nicht, dass die Verbraucher für Tierwohl „blechen“ sollen, sondern dass sie, wenn sie mehr Tierwohl wollen (wer immer auch das Recht hat, das zu beurteilen) dafür mehr ausgeben müssen. Und das sage ich schon so seit 10 Jahren genau so und nicht anders. Also bitte keine weiteren Unterstellungen sondern wortgenau Zitate.
Vermutlich hast Du die Narrative Deiner deutschen Verwandtschaft entkräftet und die Bauern verteidigt. Alles andere würde mich enttäuschen… 🙂
„Der Verbraucher“ will unbedingt Haltung auf Stroh.
Das ist pauschalierender Unsinn, die Mehrheit der Verbraucher will allenfalls günstig einkaufen, ob da Stroh oder sonst was im Stall liegt, juckt außer bei Umfragen kaum wen.
Die Mehrheit der Verbraucher will den Bauern bevormunden, weil sie sonst nichts zu sagen haben und noch nicht wissen, wie die Lebensmittel hergestellt werden,
bevor man sich die Mühe macht und schlau macht,
lieber die Erzeuger bevormunden.
Ist bequemer und er kann seine Hirnmasse in warm Wasser schaukeln, wie ein berühmter Psychiater meint.
So sind auch unsere Politiker.
@Peter Schubert
„In Umfragen wird soziale Schizophrenie empirisch abgebildet“. Der Spruch stammt von einem Sozial-Ökonomen.
Dazu gibt es auch eine Studie der Uni Osnabrück. 85% der Verbraucher kaufen anders ein, als sie es noch vor dem Supermarkt ins Mikrofon sagen.
Das hört niemand gerne…
Marian, die jüngsten Erfahrungen in Österrteich geben Ihnen vollkommen recht. Hab dazu einen Beitrag oben geschrieben, der noch in Moderation ist.
Ich habe vollstes Verständnis für den finanziellen Druck, der auf Tierhaltern lastet und ihnen nicht erlaubt, optimal zu produzieren. Aber dieses ausdrückliche Verteidigen des Status quo mit der Begründung „Der Konsument zahlt nicht“, das geht mir auch gewaltig gegen den Strich, und das kenne ich aus Österreich so auch nicht.
Aber dieses ausdrückliche Verteidigen des Status quo mit der Begründung “ Der Kosument zahlt nicht“, ist eine reine Feststellung von Tatsachen. Entweder ich bekomme einen Preis der den Erhalt des Hofes trägt, oder man schließt die Pforten.
Oder wie sollen wir hochwertig produzierte Waren für den Konsumenten unter Erstehungskosten anbieten und gleichzeitig überleben?
Es ist ein großer Unterschied, ob ich sage: „Ich würde gerne anders arbeiten, aber der finanzielle Druck vom Konsumenten her erlaubt es mir nicht“, oder ob ich sage: „Ich kann alles, wenn ihr es bezahlt.“ Letzters heißt, dass ich den Wünschen der Konsumenten schon inhaltlich keinen Wert beimesse.
Ja wie geil…..der Sinn wird mit etwas Moralin angereichert und schon springt der Taler in die Geldbörse? Wie infantil soll es noch werden.
Wer die Realität nur mit Weichspüler wahrnimmt, der ist schon verloren.
Genau mit dieser Haltung wirst du die Konsumenten NIE erreichen.
Ich muss niemanden erreichen und die deutsche Landwirtschaft wird es auch nicht, weil Verbraucher und Produzent in 90% keine Berührung haben. Direktvermarkter und Hofläden profitieren vom direkten Kontakt….,aber nur so lange, bis auch die wenigen Kunden ihre Prioritäten anders setzen. Und das sehe ich bereits am Horizont aufziehen.
Aber bestimmt die, die echte Lebensmittel am besten vo Bauer kaufen.
Diese Leute machen sich auch Gedanken darum, wie und wo die Lebensmittel produziert werden und daß sie ein Stück Natur sind.
Elisabeth, Österreich ist nicht Deutschland. Sowohl was die Gesetzeslage, als auch was den Nationalstolz betrifft. Regional zieht in Österreich extrem, hier nicht so. Der Konsument tickt in Österreich ganz anders und zahlt, deshalb kennst du das nicht. Gesetzlich dürfen wir nicht einmal die Stalltüren offen lassen, Bundesimmisionsschutzgesetz. Ist das in Ö auch so?
Übrigens, der gesetzliche Status Quo ist in der Sauenhaltung Deutschlands höher als in Österreich. Nur mal so…
„Übrigens, der gesetzliche Status Quo ist in der Sauenhaltung Deutschlands höher als in Österreich. Nur mal so…“
da beide Länder in der EU sind würde es bedeuten wir haben heute einen höheren Standard als den EU Standard falls es einen einheitlichen EU Mindeststandard überhaupt gibt. Ob Österreich den EU Standard falls es den gibt erreicht kann Fr Ertl wohl beantworten.
Das ist Status Quo interesanter wäre wo soll die Reise hingehen? Einheitlich Regeln oder gibt es Länderspezifische Wege und einem deutschen Sonderweg. Falls ja erfordert der höher Investitionen als in anderen Ländern.
Deutschland schließt über die EU-Standards hinaus. Hier auch schon zig mal beschrieben…
schiesst
Wenn einer das AMA (Agrarmarkt Austria) – Gütesiegel haben will, muss er auch – ein bisschen – besser sein als der EU – Standard. Aber man wird nicht gezwingen, der AMA beizutreten:
https://media.hendriks.amainfo.at/662a439a30545b7f0ef90dc3/AMA-Guetesiegel-Richtlinie_Schweinehaltung.pdf
Kann sein, dass in D. ALLE mehr tun müssen, als die EU verlangt.
Die Schweinehalter bei uns haben eh im eigenen Land einen schlechten Ruf – außer halt die wenigen, die neue Wege versuchen. Die Leute machen bei uns jetzt im Sommer alle Urlaub in den Bergen (und machen den Rinderhaltern mit ihren Hunden das Leben schwer), aber dort sehen sie die Mutterkühe, und das gefällt ihnen.
In den letzten Monaten ist bei uns der Konsum von Rindfleisch und Milch gestiegen, der von Schweinefleisch gesunken.
Obwohl der Preis von Milch und Rindfleisch stärker gestiegen ist als bei anderen Lebensmitteln!
Aber WARUM tickt er anders? Weil auch von Bauernseite her mehr Commitment herrscht. Und drum darf ich das HIER schreiben. Es ist egal, von welcher Seite man beginnt, wer anfängt, macht den Unterschied. Es war in den letzten Jahren gut, die Bevölkerung einmal über Landwirtschaft aufzuklären, weil die Bauern die Entwicklung übersehen und die Bedeutung der Kommunikation und die Macht der NGOs unterschätzt hatten, bei uns auch. Aber irgendwann, wenn man feststellt, dass es nicht funktioniert, muss man anfangen, auch wieder die andere Seite zu hören.
Ein Immissionsschutzgesetz gibt es hier auch. Unser Stallbau 2013 (für 10 Mutterschafe, also Hobby!) wurde in diesem Sinn streng kommissioniert. Die Abstände zu Wohngebäuden wurden ermittelt. Wir sind Gott sei Dank weit weg. Zuwanderer aus Deutschland stellen oft überrascht fest, dass Gesetze bei uns noch strenger sind als in D., nur werden sie dann manchmal mit mehr Augenmaß und weniger gnadenlos gehandhabt.
Der folgende Podcast ist durchaus auch konsumentenkritisch, aber in einer viel weniger aggressiven Weise, als ich es in Deutschland feststelle.
https://www.youtube.com/watch?v=wXz8dXkUQm4&t=4023s
Ein Land so groß wie das Bundesland Bayern (annähernd) und der Einwohnerzahl Niedersachsens (annähernd) , mit der ganzen Bundesrepublik zu vergleichen, bleibt Unsinn.
Immer wieder….
Danke für die Blumen
Es geht nicht um dich, es geht um den Vergleich.
Was hat die Art der Kommunikation zwischen Bauern und Konsumenten mit der Größe eines Landes zu tun, noch dazu in einem Weltmarkt?
Nirgends werden die Bauern so beschimpft, verunglimpft und schwerer Straftaten bezichtigt wie in D, oder? Wie man in den Wald hineinruft. Dazu Regelungswut und Behörden-Irrsinn. Ich allein könnte Bücher schreiben.
Das Maß ist einfach voll
Das ist das Problem Elisabeth. Du verstehst nicht die urbanen Räume und deren Wirkmacht. 50% Österreichs wohnen allein in Berlin.
„Wie man in den Wald hineinruft“ gilt aber für beide Seiten, oder?
Behördenirrsinn kommt hauptsächlich von der EU, nervt bei uns genauso.
Frau Ertl,
alle Bauern sind auch Konsumenten aber nicht alle Konsumenten sind auch Bauern.
Möglicherweise leidet die Arr der Kommunikation unter diesem Ungleichgewicht ihrer „Vertreter“, zumal Politik und Medien tatkräftig in dieser „Kommunikation“ mitmischen.
„Nirgends werden die Bauern so beschimpft, verunglimpft und schwerer Straftaten bezichtigt wie in D, oder? “
Ich weiß es nicht, aber vermutlich ist das so.
Auf der anderen Seite gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Produkten, so dass jeder, wirklich jeder Verbraucher , genau das exakt zu seinen Wünschen passende Nahrungsmittel findet. In einer solchen Situation den Produzenten anzuzählen , ist schon schizophren.
Und das liegt ganz sicher nicht an der Kommunikation.
Nun dem Verbraucher mit irgendwelchen Belehrungen noch auf die Nerven zu gehen, wäre aus meiner Sicht allerdings total falsch.
Genauso wie der Produzent ganz sicher keine Ratschläge von Menschen haben möchte, die nie in ihrem Leben mal unternehmerisch tätig gewesen sind. Meistens haben sie noch nicht mal den eigenen Mantel geteilt, sondern lediglich das Geld anderer Leute ausgegeben.
Ich finde die aktuelle Diskussion hier wirklich etwas skurril.
@Lady,
ich hatte schon den Eindruck, dass es in den letzten Jahren ein ausgeprägteres Interesse von KonsumentInnen an landwirtschaftlichen Themen gab. Aber diese Phase ist jetzt wieder vorbei, weil man nicht erwarten kann, dass jemand, der die meiste Zeit etwas anderes zu tun hat, sich dauerhaft ausgerechnet für Landwirtschaft interessiert. Jetzt sind halt wieder andere Themen in den Vordergrund gerückt: Inflation, Zuwanderung, Rüstung etc.
@Marian
Schon wieder eine unerlaubte Verkürzung. Ich mache nicht den Verbraucher für irgendetwas verantwortlich. Was mich nur auf den Keks geht: das Reden passt nicht zum Handeln. Wir Landwirte produzieren so, wie wir es immer getan haben. Jetzt kommt jemand und sagt, dass es mehr Tierwohl sein soll. Das können wir, aber nicht zum Nulltarif. Das hat nichts damit zu tun, dass wir es nicht wollen. Es kostet halt mehr. Und das bezahlt uns der Kunde nicht. Das ist kein Vorwurf, wir Menschen sind so. Wir belügen uns selbst.
Ein Landwirt wird nicht in eine höhere Tierwohlstufe investieren, wenn er dafür keine Kunden hat. Volkswagen baut ja auch keine Autos, von denen die Marktforschung sagt, dass es unverkäuflich ist.
na doch: https://www.wirtschaft-in-sachsen.de/de/rund-100-000-e-autos-stehen-in-deutschland-auf-halde/
„Wir Menschen sind so. Wir belügen uns selbst.“ Da hast Du vollkommen Recht, Bauer Willi, da stimme ich Dir zu. Von Kindesbeinen an werden wir darauf getrimmt, nett zu anderen zu sein, und dazu gehört, so scheint es, dass man nicht sagt, was man denkt, und nicht tut, was man sagt. Die Leute sagen halt meistens das, von dem sie denken, dass der andere es hören will, weil sie eben nett sind. Und Du siehst ja, was passiert, wenn man mal nicht nett ist, wie ich jetzt in diesem Thread. 🙂
Es stimmt meiner Ansicht nach aber nicht, wenn Du sagst, es wäre kein Vorwurf an die Leute. Genauso kommt es beim Leser Deiner diesbezüglichen Artikel und Deiner Bücher an: als massiver Vorwurf.
Es stimmt auch nicht, dass „wir Landwirte immer so produzieren, wie wir es getan haben“. Nach dem, was ich mir angelesen habe, gab es doch tatsächlich gewaltige Verbesserungen in der Landwirtschaft und heute wird eben nicht mehr so produziert wie vor 50 Jahren, sondern auf einem qualitativ viel höheren Niveau. Diese Verbesserungen gab es auch eben teilweise aufgrund der massiven Proteste bspw. gegen Käfighaltung von Hühnern. Du selber machst ja auch in Humusaufbau, weil Du dazu gelernt hast, oder?
Es gab ja durchaus Dinge in der LW, gegen die zu Recht protestiert wurde. In dem Dorf, wo ich als Kind aufgewachsen bin, war bspw. das Trinkwasser regelmäßig mit Gülle verseucht und dann durfte man zwei Tage nicht aus der Leitung trinken und solche Sachen. Das alles hat euch Landwirten in der Öffentlichkeit ein denkbar schlechtes Image eingebracht, und ihr schafft es nicht, eure Fortschritte angemessen zu kommunizieren, zum Teil auch deshalb, weil ihr nicht zu euren Fehlern in der Vergangenheit oder zu den Fehlern eurer Eltern steht. Das ist das Problem.
Marian, der Normalbürger hat sein Fehlverhalten der letzten 50 Jahre selbstredend eingesehen und kauft deshalb auch ein E-Auto und fliegt nur zertifiziert nach Malle.
@Marian, ich mache Humusaufbau aus Eigennutz. Das habe ich nicht „dazugelernt“, das ist für mich normal. Die Käfighaltung wurde verboten, die Käfigeier kommen jetzt aus dem Ausland. Das Kükentöten wurde in Deutschland verboten, die Küken kommen jetzt aus dem Ausland. Wir müssen den Schweinen mehr Platz anbieten, weil „die Gesellschaf“ es so will. Die Schweineställe werden jetzt in Spanien gebaut.
So ziemlich alle „Verbesserungen“ haben dazu geführt, dass immer mehr Landwirte aufhören. Sie haben keinen Bock mehr und das lässt sich auch mit noch so viel Geld nicht mehr ändern. Siehe Förderungen der „Tierwohl-Ställe“ die nicht abgerufen werden. Ohne langfristige Perspektiven macht ein Investment keinen Sinn, bzw. ist das Risiko zu groß.
Wer vor 5 Jahren einen Stall mit 6 qm pro Sau gebaut hat, müsste heute wieder umbauen, weil jetzt 6,5 qm gefordert werden. Der Kredit für den Stall ist aber noch nicht abbezahlt.
Das sind die „kleinen Hürden“, die wir Landwirte zu überwinden haben. Trotzdem danke für Deine Ratschläge….
Marian schrieb:“ ….weil ihr nicht zu euren Fehlern in der Vergangenheit oder zu den Fehlern eurer Eltern steht. Das ist das Problem.“
Der nicht erfolgte Wunsch nach „mehr“ Heiteitei soll als Fehler anerkannt werden? Ich glaube jetzt ist der völlige Irrsinn ausgebrochen.
So ganz unrecht hat M.E.F. nicht. Der Agrarsektor war massiv angreifbar. Da wurden massive Fehler gemacht in der Produktionstechnik und in der Betriebsentwicklung, dort aber auch begünstigt durch handwerkliche politische Fehler. Vieles ist längst korrigiert. Der Protest hat sich aber verselbständigt, ist zum Selbstzweck verkommen. Und in D kennt man kein Maß. Politik und Gesellschaft neigen immer zur Übertreibung. Das ist uns schon einmal zum Verhängnis geworden. Geschichte wiederholt sich.
@ Bauer Willi
Dein Kommentar klingt in meinen Ohren so, als fändest du es vollkommen in Ordnung, dass Hühner in Käfigen gehalten, Küken getötet und Schweine auf engem Raum gehalten werden und als wären euch Landwirten all diese Änderungen wider euren Willen vom Gesetzgeber aufgezwungen worden.
Wenn das so ist, dann habe ich mir wohl ein falsches Bild von der Landwirtschaft gemacht. Ich habe bislang geglaubt, ihr Landwirte wärt stolz darauf, dass ihr euren Tieren mehr Lebensqualität bietet als eure Eltern und Großeltern dies konnten. Ich habe doch tatsächlich geglaubt, dass es euch selber lieber ist, wenn die Hühner nicht in Käfigen hocken, die Kühe in Offenställen mit Elektrobürste hausen und die Schweine aufgrund von mehr Platz und adäquateren Fütterungsmethoden gesünder sind als früher. Dann ist das alles also gar nicht aus eurer eigenen Initiative erwachsen, sondern bloß auf Druck von außen passiert? Jetzt hast du mich aber echt verblüfft.
Bauer Willi kritisiert zurecht die nationalen Sonderwege (gesetzlich verordnet), begründet mit hoher und höchster Moral und mit der Vorbildwirkung für andere Nationen, die dann aber nicht eintritt. Alles zu Genüge bekannt. Das Ergebnis ist Deindustrialisierung und Verarmung.
Den Deutschen fehlt Maß und Mitte.
Es geht mir jetzt im Moment nicht um nationale Sonderwege, sondern darum, ob die deutschen Bauern stolz auf ihre Höfe sind oder nur widerwillig irgendwelche Verordnungen befolgen. Wenn sie nämlich nur widerwillig irgendwelche Verordnungen befolgen, können sie nicht wirklich stolz auf ihre Leistung sein. Dann sind sie keine freien Unternehmer, die selber etwas aufbauen, was so gut wie jeder Bauer, den ich getroffen habe, von sich behauptet, sondern bloß Spielball irgendwelcher politischen und sonstigen Machenschaften und darauf kann man wahrhaftig nicht stolz sein. Wenn das so sein sollte, dann sind die Bauern in meinen Augen geradeso schizophren wie der Verbraucher in Willis Augen. Da dreh ich doch dann die Hand nicht um.
Ich habe mir ziemlich viele Filme über Tierhaltung angeguckt, Vorträge angehört, Bücher gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es vor allem den Rindern heute ziemlich gut geht und die Bauern zu Recht stolz auf ihre Höfe sein können. Ich bin auch zu dem Schluss gekommen, dass das, was in Deutschland unter Massentierhaltung läuft, in Wirklichkeit nicht schlecht für die Tiere ist. Was Schweine angeht, bin ich mir nicht ganz so sicher. Ich kann mir aber vorstellen, dass das mit dem Stroh tatsächlich eine Verschlimmbesserung ist, wegen Überhitzung, Parasiten und unzumutbaren Mehrarbeiten für den Landwirt, und dass man durchaus über Spaltenböden diskutieren kann. Was Hühnerhaltung angeht, habe ich mir bislang keine Meinung gebildet. Ich habe versucht, diesen meinen guten Eindruck von der Landwirtschaft zu vertiefen und weiterzugeben. Allerdings in dem Glauben, dass den Landwirten selber dran liegt, dass die Tiere so gehalten werden. Und jetzt erfahre ich also nach etlichen Jahren naiver Gutgläubigkeit, dass die Bauern nicht selber hinter dem stehen, was sie tun, sondern vom Gesetzgeber dazu gezwungen werden. Tut mir leid, das ist nicht das, was ich unter einem „mündigen Bürger“ verstehe.
Auch der mündige Bürger muss Gesetze befolgen auch wenn sie noch so „dämlich“ sind. Natürlich erzwingt der Gesetzgeber Dinge, die fachlich falsch sind und deshalb nicht freudig sondern widerwillig umgesetzt werden oder mit dem Schließen der Hoftore beantwortet werden. Ganz einfach!
Die heute noch aktiven Landwirte sind doch keine Romantiker.
Und in der übrigen Wirtschaft passiert doch das Gleiche, oder?
Der mündige Bürger handelt aus Eigenverantwortung und befolgt Gesetze nicht, weil er muss, sondern aus Einsicht, vorausgesetzt die Gesetze sind vernünftig. Die Käfighaltung abzuschaffen, halte ich durchaus für ein vernünftiges Gesetz.
Auch dass Küken nicht sinnlos getötet und weggeworfen werden, halte ich für vernünftig und nicht für „dämlich“.
Im Unterschied zur übrigen Wirtschaft sind die „Produkte“ der Landwirtschaft Lebewesen. Wenn der Bauer den Unterschied zwischen einem Schwein und einem Auto nicht kennt und beides vom Gesetz gleich behandelt haben will, dann weine ich ihm aber so was von keine Träne nach, wenn er seine Hoftore schließt. Ganz einfach.
„……vorausgesetzt, die Gesetze sind vernünftig.“
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Stroh ist Staubbelastung hoch und Brandgefahr im stall, kann auch bei starker Verschmutzung zu höheren Emissionen führen.
zudem kann Pilzbelastungen im Stroh vorhanden sein, je nach Wetterlage.
Marian, die Küken wurden doch nicht weggeworfen! Die Aufzucht von Bruderhähnen ist total ineffizient, alles andere als resourcenschonend, für die ausgewachsenen gibt es keinen Markt, oder liegt in eurem Supermarkt die Truhe voll? Ein paar Brütereien in D haben sich die teure Technik zur Geschlechtsbestimmung im Ei zugelegt, viele andere haben aufgegeben. Denn die Hennen dürfen aus dem Ausland kommen, mit Kükentöten, genau wie die Futterküken jetzt aus dem Ausland kommen. Oder Küken ins Ausland verkauft werden, um dann als Futterküken wieder hierher gekarrt zu werden.
So geht ganz schlechte Gesetzgebung.
Unser Ideal-Stall liegt gerade beim Architekten, eben diese unglaublich unsachliche Gesetzgebung verhindert aber ganz viel von unseren Ideal-Vorstellungen, außerdem wurden die Fördergelder gerade gestrichen. Die Händler bieten höchstens 5-Jahres-Abnahmeverträge an, wenn man überhaupt in deren festvorgeschriebene Programme passt, die genauso unfachlich sind, wie unsere Gesetze. Da steht eine Millionen-Investition an, gibst du uns eine Bürgschaft? Hinter diesem Projekt stehe ich hundertprozentig und wäre sehr stolz darauf.
So verweilen wir im erzwungenen Ist-Zustand, den gesetzlichen Bestimmungen hinterherhechelnd, ohne zu wissen, wo wir in 5, 10, 15 Jahren sind, und müssen uns von allen Seiten sagen lassen, wie Scheisse das doch ist, was wir machen. Wie soll man da stolz drauf sein?
Wenn jemand Umweltfrevel betrieben hat, dann hat der auch einen Namen , und wird in diesem Land zur Rechenschaft gezogen. In deinem /einem Dorf läßt sich sowas ganz schnell eingrenzen.
Das Problem ist ist , das davon — die Landwirte — gemacht wird , und einer ganzen Berufsgruppe Umweltvergehen übergestülpt wird.
Da bin ich ziemlich allergisch veranlagt.
Marian, es gibt nicht die Landwirte ,
Natürlich verantwortet jeder Tierhalter den Umgang mit seinen Tieren selbst , und zwar 24/7, 365 Tage im Jahr . Außerdem macht fast jeder Landwirt Öffentlichkeitsarbeit, wo es nur geht. Sowas geht auch außerhalb von Internet und. Co. .
Und trotzdem darf man ja wohl als Landwirt auf politische Fehlentscheidungen im Agrarbereich hinweisen , weil viele dieser Gesetze , Verordnungen und Erlasse nicht zu den Investitionszyklen im Agrarbereich passen
Sowas schafft bei Vielen Unverständnis , Unzufriedenheit , bis hin zur Betriebsaufgabe .
Das Wahlverhalten wird bei einigen Kollegen da auch von beeinflusst.
Kurzum, wenn Lebensmittel aus Deutschland wichtig bleiben sollen , muss man mit den Landwirten reden , und nicht über Landwirte reden.
Unsere Landespolitiker machen das .
Unsere Bundes und EU Politiker nicht.
Die von manchen gewünschte Entwicklung der Landwirtschaft (Transformation) ist ein frommer Wunsch, gerichtet an immer noch Zigtausende von Unternehmer (-Familien) in D. Diese haben aber noch die Freiheit, „Nein“ zu sagen. Und das tun sie, wenn die Ökonomie nicht stimmt.
Entweder kommt das Geld für kostenträchtige (gesetzlich verordnete) Vorschriften vom Staat (Planwirtschaft) oder vom Kunden (Marktwirtschaft). Eine „dünne“ Mischung von beidem hat in D und der EU zwar eine gewisse Tradition, ist aber immer schwieriger zu realisieren, da immer mehr (auch vermeintliche) gesellschaftliche Wünsche an den Staatshaushalt gerichtet werden, die in einer schrumpfenden Wirtschaft vorübergehend auch nur noch mit Schulden zu bezahlen sind.
Es wird Zeit, sich ehrlich zu machen, und dass die gewählten Volksvertreter dies klar zum Ausdruck bringen. Wenn sie es nicht wollen oder können (Ich kann nicht, heißt in letzter Konsequenz immer:Ich will nicht!) müssen sie in einer Demokratie abgewählt werden.
Da der Verbraucher weiter einkauft wie gehabt und sich zu vermeidbaren Mehrausgaben auch nicht von Bauer Willi animieren lässt, wird diese Transformation der LW a la Borchert eben nicht stattfinden, gleichwohl wird die LW weiter transformiert.
Ihr seid echt Transformierungsobjekte und staunt noch nicht mal dabei.
Jeder ist Transformationsobjekt. Früher hieß das Teil der Entwicklung oder des Wandels….aber Transformation klinkt einfach innovativer.✊😎
„Eigene Scholle, eigener Herr!“
So bin ich auf dem Anwesen meiner Vorfahren aufgewachsen, mit glücklichen Kühen übrigens. – Stattdessen kommt da inzwischen eine postdemokratische EU-Kommission mitsamt ihrer deutschen Vasallen an und maßt sich an, über anderer Leut’s Eigentum zu verfügen. – Wann man den Acker mähen darf, ob man in der Fruchtfolge Kleie nach Zitronengras behördlich anmelden muss, wie man seine Kühe zu stapeln hat, was man für die Kontrolle und noch fürs Klima zu zahlen hat und ob die Kiddies einen Staudamm bauen dürfen, um Stichlinge zu fangen. Und ist der Hofhund friedfertig oder knurrt und bellt er? Dann muss er weg.
Das alles geht andere Leute gar nichts an. Da vorne steht ein Schild „Privatbesitz“, und jetzt verzieh dich.
Das würde ich so machen und auch politisch umsetzen.
Na ja…die meisten besitzen wahrscheinlich schon nichts mehr, verwechseln das mit Eigentum und sind glücklich.🦄
Immer wieder lustig zu sehen. Irgendeiner wirft ein Stöckchen und die werten Berufskollegen beginnen sich auseinander zu definieren. Beruhigend ist nur, dass diese Elemente auf beiden Seiten aktiv sind.
Da träumen einige von großen Demos und vergessen, dass die Einigkeit nur von 12 bis Mittag hält. Die Bildung von Grüppchen bestätigt nur, dass auch unter den Unzufriedenen z.T. sehr verschiedene Ansichten über die notwendigen Veränderungen bestehen. Da können sich unsere „Gegner“ ganz zufrieden zurücklehnen. Von den Bauern jedenfalls ist kein Druck zu erwarten.
Die Transformation der Landwirtschaft findet statt!
Ich komme gerade von einem landw. Familienbetrieb der Region. Der hat in den zurückliegenden Jahren mit rund 200 Sauen und Mast der Ferkel im eigenen Unternehmen ordentlich Geld verdient und auch ordentlich Einkommensteuer gezahlt ohne Frage. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung Schwein zwingt ihn jetzt (Ordnungsrecht), Teile seiner Sauenställe umzubauen. Das Umbau- und teilweise Neubaukonzept des Architekten sieht vor, Platz für ca. 290 Sauen nach den jetzt geltenden gesetzlichen Vorschriften (tierwohlgerecht????, ausreichend für längere Zeit????) zu schaffen. Die Baukosten unter Nutzung vorhandener Gebäudesubstanz werden auf ca. 2,8 Millionen Euro geschätzt. Wenn öffentl. Förderung aus der Bauern-Milliarde noch bis zum Frühjahr 2026 bewilligt wird, bleiben ca. 1,7 Millionen Euro aus der zukünftigen Sauenhaltung zu erwirtschaften.
Vor einer grundsätzlich vergleichbaren Entscheidungssituation befinden sich aktuell fast alle Sauenhalter. Wie schätzen sie
– die Aussicht auf Bau-Genehmigung,
– auf Förderung,
– auf die Marktentwicklung ein.
Was trauen sich die Menschen angesichts dieser, in Familienbetrieben bisher weitgehend unbekannten Investionssummen selbst zu? Was müssen sie befürchten angesichts der nicht nachlassenden NGO-Aktivitäten (die die meisten Landwirte garnicht wahrnehmen, weil sie mit ihrer Arbeit beschäftigt sind).
Ich gehe davon aus, dass am Ende des Jahrzehnts höchstens 1 Drittel vielleicht auch nur 20% der Betriebe im bereits heute stark geschrumpften Sektor der Ferkelerzeugung übrig sein wird. Und das werden nicht unbedingt die Großbetriebe mit Tausend Sauen und mehr sein, die schon heute riesige Probleme haben, die Arbeit mit Fremd-AK erledigt zu bekommen.
Das nenne ich Transformation. Sie sieht aber anders aus, als sich das „Politik- und Wortakrobaten“ vorstellen.
Transformation bedeutet im eigentlichen Wortsinn „Schrumpfung“ oder neudeutsch „degrowth“.
Kann man sich in der Industrie doch auch täglich anschauen.
Leider gibt es keine wirkliche Idee von einer Gesellschaft, die eben nicht mehr mit preiswerter Energie oder Rohstoffen arbeiten kann. Abgesehen von den zukünftig fehlenden qualifizierten Arbeitnehmern. Die Zukunft ist düster.
„Wenn öffentl. Förderung aus der Bauern-Milliarde noch bis zum Frühjahr 2026 bewilligt wird,…“
Er erhöht seinen Tierbestand und ist damit nicht förderfähig. Oder hab ich das Falsch auf dem Schirm?
Der Mastschweinebestand wird reduziert, weil ein Stall umgenutzt wird.
Was ist mit der Normenkontrollgeschichte? Hier hat es immer noch keine Entscheidung gegeben. Könnten hier rückwirkend gravierende Änderungen verlangt werden, oder hätte dieser Betrieb Bestandsschutz nach den aktuellen Vorgaben? Das sich innerhalb kurzer Zeit die Vorgaben ändern, dass kennt man doch zu Genüge.
Tja, ein Damoklesschwert! Man sieht und hört nichts. Der Bericht erstattende Richter beim Bundesverfassungsgericht versucht sich vielleicht wegen der Unmöglichkeit der Aufgabe in die Pension zu retten?
Noch eine Frage. Würde die Entscheidung beim Bundesverfassungsgericht eine „endgültige“ und detaillierte Regelung bringen?
Die Frage kann ich nicht beantworten.
„Ich gehe davon aus, dass am Ende des Jahrzehnts höchstens 1 Drittel vielleicht auch nur 20% der Betriebe im bereits heute stark geschrumpften Sektor der Ferkelerzeugung übrig sein wird….“
trifft es zu das nur noch 20 bis 30% der Ferkelerzeuung in D übrig bleibt haben diese eine gute Position im 5D Segment (Geburt bis Schlachtung in D) sofern mind 30% der Kunden/Verbraucher solche Ware präferieren, schlussendlich wahrscheinlich mit Aufpreis kaufen und damit den Einsatz honorieren. Falls nicht dann wird es auch für die eng werden gegen den Wettbewerb aus dem Ausland.
Letzendlich bei den genannten Investitionssummen keine einfach Entscheidung für die Ferkelerzeuger und ihre Familienbin froh diese nicht treffen zu müßen.
Herr Krämer, ist die Nachrüstung des Abluftfilters un den Mastställen schon in der Summe enthalten? Oder werden hier weitere große Ausgaben ohne Mehrwert für die Landwirtsfamilie fällig?
Das weiß ich nicht ganz genau. Nur soviel: Der Landwirt bewegt sich noch im Baurecht. Eine Genehmigung nach BImSchG (mit Luftfiltern) innerhalb von wenigen Monaten wie angestrebt und fördertechnisch erforderlich, ist völlig illusorisch.
Ob illusorisch oder nicht, wir haben den Zeitplan auf den Tisch! Mehrere 100.000 ausgeben nur damit man weiter produzieren kann und ohne Mehrwert. In meinen Augen hat Europa jegliches massiv verloren. Der Rechtsdruck kommt nicht von ungefähr.
Dann macht das doch mit Rechts.
@Marian
Was soll denn diese permanente Unterstellung, tierhaltende Landwirte wüssten nicht, wie man artgerecht Tiere halt?
Natürlich weiß ich, wenn es meinen Tieren nicht gut geht. Oder was für Bedürfnisse sie haben. Besser als manch anderer, denn ich bin im Stall aufgewachsen.
Der Rest der Bevölkerung glaubt nur zu Wissen, was für Tiere wichtig ist. Aber oftmals haben sie keine Ahnung.
Thats the Problem.
Und Mordskadoffel hat doch bestimmt eine landwirtschaftliche Ausbildung oder Studium hinter sich, oder?
Was bringt Laien dazu diese zu hinterfragen,
besonders, wenn die auch eine eigene Berufausbidung hinter sich haben.
Oder machen das nur unausgebildete oder
praktisch bildbare?
Mal schön langsam: Bauern, die außerhalb ihres Faches auch bloß Laien sind, hinterfragen doch auch, was anderes gelernte und studierte Leute als Erkenntnis bzw. Ergebnis ihrer Arbeit verkünden. Auch hier, zu mindestens jedem dritten Thema. Was bringt die dazu?
„, denn ich bin im Stall aufgewachsen.“ … das ist das Problem…Romulus und Remus hatten einfach mehr Platz😉
Das bezweifle ich Peter. Schon Mal Schwanzfütterung des 18.Jahrhunderts gesehen?
Sorry, ich habe den Landwirten nicht unterstellt, dass sie nicht wüssten, wie man Tiere artgerecht hält. Ich habe ihnen unterstellt, dass sie sich mit diesem ihrem Wissen null in der Öffentlichkeit bemerkbar machen, sondern stattdessen ständig auf Dritte verweisen, auf die Gesetzgebung, die Politik, die NGOs, den LEH, die Verbraucher.
Irgendwie kommt es so rüber, dass all diese an der desolaten Situation der Landwirte schuld sind, während die Landwirte zwar „alles können“, aber keinerlei Verantwortung für ihre eigene Situation tragen. Wenn sie denn überhaupt so desolat ist, was ich auch nicht allen abnehme. Ich glaube schon, dass es auch ganz schön wohlhabende Landwirte gibt, die beispielsweise Bildungsreisen nach Brasilien oder Namibia unternehmen.
Marian, das Problem ist auf allen Seiten die Pauschalisierung….bei den Tierschützern, wie bei den Landwirten und allen anderen.
https://www.bmleh.de/DE/themen/heimat/foerderung-land-heimat-innovativ.html
Ich stelle diesen Link mal ein, besonders für Herrn Finger 😏, ne Quatsch, für alle.
Man schaue sich bitte die möglichen Themenfelder an, die das bmleH angibt. Früher war das mal das Bundesministerium für Landwirtschaft 🤔
Jetzt soll Heimat gefördert werden, ich bin mir nicht sicher, ob das alles noch was mit Landwirtschaft zu tun hat …
@firedragon
Früher war das Thema Heimat beim Innenministerium angesiedelt. Jetzt hat es Ravioli-Rainer an der Backe, also muss er da auch ein paar Euro spendieren.
Warum sind denn ZKL und Borchert-Kommision gegründet worden? Erinnern wir uns an das Treffen bei Frau Merkel im Kanzleramt. Die Politik wollte die Landwirtschaft mit ihren Protesten vor der Tür weg haben und uns ruhig stellen.
Das die Ergebnisse aus den Verhandlungen niemals finanziert werden können war doch damals schon klar. Dazu muss man auch den Verbraucher nicht ins Gebet nehmen. Er handelt ganz klar und natürlich zum eigenen Vorteil, genau so wie der Handel auch.
Die Probleme liegen in der Meinungsmache von NGO`s. Sie suggerieren angebliche Wünsche der Verbraucher, unterstützt durch gezielte Umfragen und die Politik läuft ihnen hinterher. Eigentlich sollten unsere Politiker so viel von Wirtschaft verstehen, dass sie sehen, dass der Markt, EU- und Weltmarkt, so nicht funktioniert. Und ganz wichtig dabei, man kann den Euro nur einmal ausgeben. Viele Menschen könnten sicher an anderer Stelle sparen und mehr für Lebensmittel ausgeben, aber eine große Gruppe eben auch nicht.
Ist der Standart unserer Produktion denn wirklich so schlecht, oder wird er nur schlecht geredet? Wer profitiert denn am meisten von der ganzen Diskussion?
@Sonnenblume
Gute Analyse. Und genau deshalb muss die ZKL aufgelöst werden. Noch wichtiger: unseren Mitmenschen muss klar gemacht werden, dass die Vorstellungen und Wünsche nicht finanziert werden. Und wenn es nicht finanziert wird, wird ein vernünftiger Unternehmer die Finger davon lassen.
Wer sagt denn, dass die Lobby- und NGO-Wünsche die Wünsche der Mitmenschen sind?
Das schiebt die Themen, mit denem die Bauern und ihre Verbände, ihre Lobby nicht klarkommen, schon wieder nur zu den Verbrauchern Egal wie oft man das versucht, die werden es den Bauern aber nicht lösen.
Ist es nicht einfach nur Ratlosigkeit?
Wir sitzen doch schlicht und ergreifend zwischen den Stühlen. Die Antworten bei den Umfragen, die Ansprüche der NGO`s und Handelsketten werden bestehen bleiben, vielleicht auch noch drastischer eingefordert, aber die tatsächliche Nachfrage wird sich nicht ändern.
Was also tun?? Kommen wir den Mitmenschen mit Aufklärung entgegen, kann das für den Einzelnen auch böse ausgehen. Ich erinnere hier an die junge Frau mit dem Strohstall. Name??? Sie wurde trotz guter Haltung angefeindet.
Ist es nicht einfach nur Ratlosigkeit?
Als Landwirte sitzen wir doch schlicht und ergreifend zwischen den Stühlen. Die Antworten bei den Umfragen, die Ansprüche der NGO`s und Handelsketten werden bestehen bleiben, vielleicht auch noch drastischer eingefordert, aber die tatsächliche Nachfrage im Supermarkt wird sich nicht ändern.
Was also tun?? Kommen wir den Mitmenschen mit Aufklärung entgegen, kann das für den Einzelnen auch böse ausgehen. Ich erinnere hier an die junge Frau mit dem Strohstall. Name??? Sie wurde trotz guter Haltung angefeindet.
Entschuldigung, das Doppel sollte nicht sein.
Wenn die Bauern alles könnten, dann könnten sie auch supertolles Tierwohl zu Billigstpreisen. Also können Bauern nicht alles, und das sollten sie dann auch zugeben, statt die Verantwortung dem Verbraucher in die Schuhe zu schieben.
Verbraucher sind wir nämlich alle, und wenn alle verantwortlich sind, heißt das, dass niemand verantwortlich ist. Und das heißt, dass man im Grunde gar keine Veränderung, sondern immer bloß weiterjammern will. Dann macht halt immer weiter so, lasst euch von irgendwelchen Investoren in die Zange nehmen und werdet dabei immer weniger.
Ja, ich weiß, ich bin mal wieder polemisch drauf, aber irgendwie geht mir dieses ewig gleiche Gejammer auf den Senkel. Mit den grünen Kreuzen von Bauer Willi habt ihr so eine tolle Chance gehabt, was auf die Beine zu stellen und euch Gehör zu verschaffen, aber statt euch gemeinsam hinter den grünen Kreuzen zu versammeln, habt ihr lieber mit euren Grabenkämpfen weitergemacht und LsVs und so weiter gegründet. Und so habt ihr es halt eben versiebt. Mir doch egal.
https://www.lwk-rlp.de/markt-statistik/marktbericht/marktbericht/schlachtrinder
Herr Finger,
auch Fleischpreise orientieren sich an der Börse.
marian. meine Meinung ist, das unser System sowieso schwer zu retten ist, weil wir sowieso nur noch ein zusammengewürfelter motivationsloser Haufen sind, wo jeder irgendwie guckt, wie er mit dem A. an die Wand kommt.
da ist die LW noch rel. gut dran.
Sorry Marian, aber der erste Satz ist unter ihrem Niveau.
„Supertolles Tierwohl zu Billigstpreisen“ ist in etwa so wie zu fordern „deutschen Stahl ohne Energiekosten“ oder „Mehrarbeit ohne Entgelt“ oder „Schnee im Hochsommer“.
Auf solche faktischen Unmöglichkeiten eine Argumentation zu führen, kann man, muß man aber nicht wirklich.
es ist alles relativ.
die Frage ist immer was man am stärksten wichtet und was den größten Effekt hat.
vieles wird ja nur aus menschl. Sicht bewertet und muss nicht unbedingt den größten Effekt haben.
das ist ja überall das Problem es werden Forderungen aufgestellt, die nur kostenrelevant sind und eher den Aufwand noch erhöhen und keinen qualitativen Effekt haben.
Er hat es doch nicht gefordert, er wollte nur einen Spiegel vorhalten.
Wenn die Bauern auf die Wünsche der Verbraucher eingehen und behaupten, sie könnten alles, dann stimmt das auch,
aber dieses Alles muss auch bezahlt werden,
oder sollen die Bauern sich deiner Meinung nach ausnutzen lassen, Marian?
Der nötige hohe Preis ändert sofort den vorher wegen „Jeder will ein Guter sein“-Attitüde postulierten oder auch nur von Medien oder sonst wem behaupteten Verbraucherwunsch und dann steht der Bauer gleich wieder blöd da.
@Marian
Unerlaubte Verkürzung. Bitte richtig zitieren.
„Wir Bauern können alles, es muss nur von jemand bezahlt werden“.
Was das Thema „versiebt“ angeht, gebe ich Dir recht. Wir hatten eine Riesenchance und haben nichts draus gemacht. Und ich weiß auch, warum….
„Wir Bauern können alles, es muss nur von jemand bezahlt werden.“
Ohne eure landwirtschaftlichen Maschinen wärt ihr Bauern nichts und die stellt ihr nicht selber her. Ihr könnt euch auch nicht gegen Übergriffe von Politik und NGOs wehren. Ihr könnt noch nicht mal gemeinsam an einem Strick ziehen und eure eigenen Interessen durchsetzen. Ich finde den Satz unredlich.
Herr Finger,
bitte googeln Sie die Geschichte von einigen Maschinenherstellern und Sie werden feststellen, daß das Know-how ursprünglich von Landwirten oder aus deren Familien stammt.
Desweiteren leben wir in einer arbeitsteiligen Welt, es nicht einer alles machen.
Richtig, wir leben in einer arbeitsteiligen Welt, deshalb ist so ein Spruch, dass einer alles kann, unredlich.
So war aber Willis Satz nicht gemeint, wenn man ehrlich ist.
… es kann nicht … ‚kann‘ fehlt 🙄
Herr Finger, wo haben sie den ihr Nichtwissen her ?
Wenn die Bauern gegen lange Transportwege wären, müssten sie auch gegen den Import von Soja aus Brasilien und USA sein. Nach Auskunft der Bayerischen Staatsregierung müssten dann 60 % der Schweine hierzulande verhungern. Wie hoch wären die Erträge der Konvi- Landwirtschaft ohne Kunstdünger und Pflanzenspritzmittel. Beides wird bekanntlich mit einem riesigen Aufwand an Erdgas, Rohöl und Elektrischer Energie erzeugt. Eigentlich ist es doch völlig egal, ob wir die Energie oder gleich die Lebensmittel importieren. Die Abhängigkeit ist die gleiche.
Genau Andreas…..das gilt aber für alle hier hergestellten Güter….bis auf Bürokratie, die können wir selber.🤗
Andreas, bist Du blöd ??
Tiertransporte = lebenden Tiere, dagegen ist die LW.
Futtermittel sind Futtermittel und haben während eines langen Transports keine Bedürfnisse.
Doch, die haben das Bedürfnis mit jedem Kilometer teurer zu werden.
Naja, das Argentinische Steak kommt hier nicht auf vier Beinen an, oder?
Sie wollen nicht wirklich eine Antwort von mir, Herr Seevers … ich esse kein Steak aus Argentinien und trinke auch keinen Wein aus Italien.
Es geht doch nicht um Sie, es geht um die Masse….🥴
Der ist Teil der Masse (genau wie bei allem, was als Durchschnitt bezeichnet wird (ob gewollt oder nicht … )) … ach so, ein Steak von einem Rind aus Ruta Nacional 143 könnte soooo lecker sein… irgendwie muss ich mein Spielgeld neu sortieren…😁
ich hab Mal gehört, die bekommen eine Kreuzfahrt spendiert!
Andreas, im Schweinefutter sind 5 bis 10 % Sojaschrot enthalten, je nach Sorte .
Somit würden ohne Importe garantiert keine 60 % der deutschen Schweine verhungern . Frage Fachleute um dein Wissen aufzupolieren , und nicht irgendwelche Drehstuhlpiloten , die noch nie ein Schwein gesehen haben.
ohne Soja verhungert kein Schwein, wird eben alles nur unbezahlbar teuer.
bedarfsgerechte Fütterung und Leistung Futterverwertung usw.
füttere ich ein Schwein ewig lange und nicht bedarfsgerecht wie vor dem 1. wk kann ich mit der gleichen Futtermenge die bedarfsgerecht wäre zwei bis drei Schweine füttern, für die gleiche Menge Fleisch.
@Brötchen
Was heißt denn „unbezahlbar“? Für mich ist ein Auto, das 50 Tsd.€ kosten soll, unbezahlbar. Deshalb kaufe ich es mir nicht. Wo liegt denn der real zu fordernde Preis für Lebensmittelrohstoffe? In den 60er Jahren wurde für Lebensmittel noch 40% des Einkommens aufgewendet. In den 70er Jahren waren es noch 25%. Heute sind wir bei weniger als 10% bis 16% und die Leute jammern. Für mich ist das unverständlich. Wenn wir aus dem Berufsstand heraus natürlich schon von „unbezahlbar“ schwadronieren, dann werden uns der Verbraucher und der LEH wohl kaum bessere Preise gewähren.
sieht man doch jetzt das alle die Backen aufblasen und die ganzen Veggiprojekte Pleite gehen.
Kemetbauer was du ansprichst ist ja das Dilemma.
es gibt ja jeweils für jedes Produkt Faustzahlen wie es mal hieß für gute fachliche Praxis.
das wäre der Standard und dafür habe ich die biologischen Leistungen und alle Kostenfaktoren sind bekannt.
bei doppelten Futterpreise z.b. bei Bio, höherem Arbeitsaufwand und weniger einsatzbaren Hilfsmitteln die die Produktion erleichtern muss eben der Preis für das Produkt bei mind. dem Doppelten liegen. noch wohlwollend kalkuliert. ist die Leistung dann nur noch halb so hoch, bist Du schnell beim dreifachen und höher.
wenn alles bei den Preisen liegt ist eben die Folge das bei uns hier im Osten selbst wohl in den Markt eingeführte Biobetriebe Probleme bekommen.
wenn man den Verbraucher fragt, sagt der eben….es darf ein bisschen mehr kosten …..das bisschen ist eben das doppelte mindestens.
deine obigen Anführungen sind heute schon deshalb unmöglich, da ja heute z.b. selbst für Müll, Wasser, Strom und Telekommunikation wesentlich mehr bezahlt werden muss. deshalb muss das Lebensmittel weniger kosten. klar habe ich etwas übertrieben und überall ist Luft.
ie hoch wären die Erträge der Konvi- Landwirtschaft ohne Kunstdünger und Pflanzenspritzmittel. Beides wird bekanntlich mit einem riesigen Aufwand an Erdgas, Rohöl und Elektrischer Energie erzeugt.
Wie hoch wären die Erträge der Bio-Landwirtschaft, wenn sie keine konventionelle Ware verwenden dürften?
Hier hat Bio-Milcherzeuger nur Grünland und Kleegrass. Zum Einstreuen kauft er Konvi-Stroh und den Kompost verkauft er teilweise an andere Bio-Bauern.
Wie er den Eiweißüberschuß ausgleicht weiß ich nicht, vermute aber mit Konvi – Mais und Getreide.
Milcherzeugung ist mit geringen Leistungen rel. unproblematisch. wir hatten zu ostzeiten glaube die Faustzahl 3500 kg aus Grundfutter.
wird eben nur unbezahlbar teuer weil ich die dreifache kuhanzahl brauche. für die gleiche Menge Milch.
ist mehr Methan pro kg Milch „Gesamtgesellschaftlich“ gewünscht? eher nein
https://www.dialog-rindundschwein.de/rinderfakten/steigt-die-effizienz-in-der-milcherzeugung-sinken.html#:~:text=Steigt%20die%20Effizienz%20in%20der%20Milcherzeugung%20sinken%20die%20Methanemissionen%20je,fast%20ein%20Viertel%20der%20K%C3%BChe.
Ich halte die Verknüpfung diverser Attribute in Verbindung mit der Erzeugung von Agrarrohstoffen für fatal. Ob Tierwohl, Umweltschutz, Kultur, Ökonomie, Co2-Emissionen, Methan-Emissionen, Artenschutz usw. alles für 1 Liter Milch, welche der menschlichen Ernährung direkt zukommen kann. Wenn so viel Verknüpfungen für eine Beautycreme oder ein Computerspiel aufgewendet würde, dann wäre die Welt eine bessere. Wird es aber nicht, weil es keine Sau interessiert, und man nicht gegen den Strom schwimmt als Konsument.
„Ich halte die Verknüpfung diverser Attribute in Verbindung mit der Erzeugung von Agrarrohstoffen für fatal.“
Entscheidend ist wie dies der Zeitgeist sieht und der verknüpft vieles miteinander um daraus einen Mehrwert, wirtschaftlich oder für was auch immer, zu generieren. Es gibt Organisationen die leben und gedeihen vorzüglich von diesen Verknüpfungen. Die Methan Geschichte gehört dazu. Wahrscheinlich werden diese Organisationen irgendwann mal gegen die Besitzer der low performer und Methan Pupser und Rülpser Kühe vor Gericht ziehen weil das mit dem Pupsen und Rülpsen so aus Sicht der Gesamtgesellschaft nicht weitergehen kann.
Vorsorglich kaufe ich u.a aus diesem Grund bereits so weit erkenntlich ausschl. Milchprodukte von High performer Kühen, will ja nicht das meine Enkel später sagen ich hätte doch etwas tun können. Und das ist ja einfach und ohne Mehraufwand/Kosten umsetzbar. Evtl spar ich sogar noch Geld beim Einkauf von Lebensmitteln.
Wenn ich dann aber nur ein Drittel Nutzungsdauer habe, relativiert sich das wieder. Das Optimum liegt wohl irgendwo dazwischen.
alle Landwirte egal welcher Produktionsform sind abhängig von Importen denn sie nutzen Dieselmotoren und der Anteil von Biodiesel liegt zwar bei ca 7% der Rest sind fossile Stoffe. Manche fahren etwas häufiger über die Flächen und verbrauchen mehr als andere. Selbst der Biodiesel wird mit Hilfe von fossilen Stoffen erzeugt und kommt nicht zur Gänze aus D wie allgemein bekannt.
Also wie hoch wären die landwirtschaftlichen Erträge ohne Importe u.a auch z.B ohne Einsatz von fossilen Stoffen? Genau nahe 0 egal bei welcher Produktionsweise.
Eine Lösung wäre zurück ins Jahr 1850 da wurde noch mit Pferden und Muskelkraft gearbeitet.
Irgendwie ist schon was Wahres dran an diesem Kämpfen gegeneinander und sich nicht einig sein; gibt es in vielen Branchen. In der Landwirtschaft hat das Miteinander, denke ich, auch sehr abgenommen und ja, ich finde, auch hier wird gejammert. Ob zu recht oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Jammern wir nicht alle, über schlechte Jobs, schlechte Politik, schlechte Wirtschaft …?! Oder Jammern über einander, weil’s dem einen besser geht wie dem anderen?! Was tun??
Es braucht immer jemanden, der hinter der Sache und hinter dem Menschen steht! Sonst funktioniert nichts.
Solidarität entsteht über viel Kapital oder über die Not…..viel Kapital hatten wir z.B. in den 70ern, wo die Grundlagen für den heutigen „Anspruchsstaat“ gelegt wurden. Nun muss sich diese Gesellschaft unter negativen Vorzeichen wirklich bewehren. Schaun mer Mal.
„bewehren“ macht Sinn mit e und ä😎
naja mir kam schon die Idee wenn es hier mal richtig zur Sache geht, bürgerkriegsähnliche zustände. man den Wladimir um Hilfe bittet. wo wir bei dem e wären.
Jawohl, das stimmt,
Die alten erfahrenen Leute meinten damals, das kann nicht lange gut gehen.
40 Jahre vielleicht???
Welcher Gesellschaft wollen sie das klarmachen? Wahlbeteiligung in NRW irgendwo 65%, also die Hälfte der Bevölkerung ist politisch uninteressiert und von dem Rest auch noch welche. Das Thema wird resigniert ausgeblendet. Bei den Medien müssen sie mit dem Erklären selbst bei Top Agrar anfangen. Aber sei’s drum, all das kann nur heißen: weg mit selbstzerstörerischen Auflagen wie zum Beispiel den Umbauauflagen in der Sauenhaltung !
Ja,
genau.
Ich sehe gerade in ARTE:
Essen mach Geschichte
Auch Werbung hat ihren Platz
https://www.arte.tv/de/videos/118615-000-A/essen-macht-geschichte/
Die Transformation findet statt!
Die Landwirte produzieren eingeklemmt zwischen nationalem Ordnungsrecht und nationaler Nachfrage bei offenen Grenzen in der EU und teilweise darüber hinaus.
Das Ergebnis ist Verlust an heimischer Produktion, Verarmung weiterer (nicht nur ostdeutscher) ländlicher Räume.
Das Ausmaß der Transformation hängt u.a. ab
– von der demografischen Entwicklung (Schweinhalter werden stärker betroffen sein als Gefügelhalter)
– von dem politischen Bestreben, die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnungen für alle Tierarten so detailliert und restriktiv wie für die Schweine zu formulieren
– der Nachfragenentwicklung in D aufgrund der Einkommens- und Vermögensentwicklung breiter Bevölkerungsschichten
@AK
Völlig richtig, die Transformation wird stattfinden. Wenn nicht aufgrund von Förderung und marktwirtschaftlicher Anreize, dann per Administration. Die Politik ist den Verbrauchern gegenüber im Wort und keiner möchte seine Wähler verprellen.
Nee, die Transformation findet nicht statt! Außer man zählt Betrieb aufgeben auch zur Transformation.
Eine Transformation der LW findet täglich statt, so oder so.
Ihr redet hier doch täglich drüber. OK, es ist nicht die a la Borchert, aber transformiert wird … seit Jahr und Tag und immer weiter.
Bauern können Alles, es muss nur bezahlt werden. Was für jedes andere Produkt ebenso gilt, darf der Landwirt nicht fordern ?
Leider geht es aber schon längst nicht mehr um etwas mehr Tierwohl oder nicht, sondern es geht um „ist Nutztierhaltung noch zu erlauben oder nicht“. Egal, wie weit und hoch sich der Tierhalter zum Himmel streckt, es reicht nicht. Nur ein toter Stall ist ein guter Stall in den Augen der Tierrechtsaktivisten. Und weil die meisten Menschen sich immer mehr von der Landwirtschaft entfremden, haben solche Organisationen freie Fahrt. Werden ja sogar noch von der Politik gepampert.
Guten Morgen
Nimmt man die Bibel und ließt die erste Geschichte von Mord und Totschlag, muss man sich nicht wundern.
Kleine Anmerkung: Abel war Tierhalter.
Wünsche allen einen schönen Tag und Wochenende.
Wenn das Produkt trotz des Forderns nicht bezahlt wird, dann gilt für Bauern das Gleiche wie für andere Produzenten. Umstellen oder weichen.
Wir verfügen ca. 16,5 Mio. Hektar LN hier in Deutschland – etwa 20 Prozent hiervon befinden sich noch in Bauernhand.
Zu den restlichen mehr als 13 Mio. Hektaren geht eine stattfindende Transformation hin. Warum dringt genau das ins Bewusstsein sehr vieler Bewirtschafter nicht endlich vor, mit all den überbordend ausufernden Konsequenzen, für die sich vornehmlich selbige in die Verantwortung nehmen lassen!? – Wozu, wofür, mit welchem Ergebnis!?
Es gibt heute schon Sektoren, denen ein Makel der Unverkäuflichkeit von Flächen anhaftet, geschweige denn, dass dieselben jemand noch zu pachten gedenkt; ein grandioses Problemchen für den jeweiligen Eigentümer… Nur der Anfang eines solchen Dominospielchens, das bereits im Gange ist.
Augenscheinlich kann dauerhaft doch nicht gewährleistet werden, dass die Bewirtschafter für umme ackern bzw. vom Drauflegen überhaupt noch existieren können. Eine Bauernzukunft lässt sich hierauf jedenfalls nicht aufbauen.
„In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten.“ – Albert Einstein
Einen Katalog von umsetzbaren Verbesserungen konnte weder die Borchert-Kommission noch die ZKL zusammenstellen; ganz im Gegenteil, hierzulande geht es gegenwärtig in Reihen der LW rasant bergab.
Unser Intellekt stellt Forderungen, installiert Verbote und Restriktionen, die keiner finanziell stützen kann und will. Warum fordert man dahingehend gerade vom kleinen Bäuerlein eine Quadratur des Kreises!?
Unendliches umfasst das administrativ verwaltete Wunschdenken – der Praxis gewährt demgegenüber das eng geschnürte Leben allenfalls Endliches!
BAUERN KÖNNEN ALLES – ES MUSS NUR BEZAHLT WERDEN !! 🙏👍
… supet Satz !!! das würd ich mal gern in den TV Nachrichten hören oder in den Zeitungen lesen !!!
…. aber anstatt, dass wir froh sind, dass es bei dem enormen Bauernsterben das seit Jahren von Politik und Bevölkerung empathielos hingenommen wird,
überhaupt noch ein paar workoholics gibt, die sich Landwirtschaft antun, wird die Bauernvernichtung mit immer neuen Bürokratierauflagen und schwachsinnigen Raubtierzucht-Tierqual-Projekten weiter vorangetrieben .
Allen, die hier gscheit von Tierwohl reden, sei im facebook die Seite AKTUELLE RISSE von Peda Aschaber empfohlen. Peda dokumentiert seit Jahren die gotteslästerliche, frevelhafte, von sämtlichen Raubtier-Experten den Landwirten aufgezwungene Tierqual-Politik in Europa. Dort können alle das sehen, was in den Nachrichten nicht gezeigt wird:
tausende Schafe, Ziegen, Pferde, Kühe, Kälber, Rehe, Schutzhunde,…. – von Wolf, Bär, Schakal, Geier und Co. endiglich qualvoll bei lebendigen Leib zu Tode massakriert – A, D, CH, F, IT,…. jede Nacht geht das Morden friedlicher unschuldiger Tiere durch Wolf und Bär in den Bergen, in den Wäldern, auf den Deichen, auf den Almen,…. Europas weiter 😢😢🙈🙈- und niemand schert sich drum !
…. soviel zum Thema Tierwohl 😢😢🙈🙈
Dazu ist zu sagen, dass in Österreich die Kärntner Bauern samt ihrer Vertretung den Mut hatten, die Tiere abzuknallen und dafür einen Rüffel der EU und EU-weites NGO-Gezeter zu riskieren. Ergebnis:
https://www.kleinezeitung.at/kaernten/18017827/zahl-der-wolfsrisse-in-kaernten-deutlich-gesunken.
Dass der Schutzstatus gesenkt wurde, das ist zu großen Teilen das Verdienst der Österreicher.
Und was habt ihr gemacht außer EU-obrigkeitshörig gejammert?
Bei allem Verständnis für die (aktuell verfahrene) Situation der Landwirtschaft finde ich es nicht in Ordnung, wenn der Landwirt die Verantwortung, die er selber für die Tiere hat, auf den Verbraucher abwälzt und sich auf die Position versteift: ich produziere, was der Verbraucher will, so als hätte er als Landwirt überhaupt keine Verantwortung für das, was er tut, sondern wäre er bloß ein Automat, dessen Knöpfe der Verbraucher drückt.
Eigentlich müsste es doch genau umgekehrt sein, nämlich, dass der Landwirt sagt, um seine Tiere angemessen zu halten, muss er pro Kilo Fleisch mindestens soundsoviel Euro verlangen. Wenn sich die Landwirte einig wären, könnten sie das auch durchsetzen. Wenn sie sich aber auf Kosten der Tiere darauf einlassen, immer billiger zu produzieren, liegt die Verantwortung bei den Bauern, nicht beim Verbraucher, der überhaupt keinen Einblick in die Haltungsbedingungen hat. Für den Verbraucher ist „Tierwohl“ doch bloß eines unter 100 Labeln.
Das eigentliche Problem ist, dass ihr Bauern euch nicht einig seid, sondern euch gegenseitig bekämpft, vorzugsweise in dem Bio gegen Konvi- Spiel, aber auch sonst.
Wenn ihr euch einig wärt, wie viel ein Kilo Fleisch unter für das Tier angemessenen Haltungsbedingungen mindestens kosten muss, könntet ihr gemeinsam auch was gegen die Billig-Importe aus dem Ausland unternehmen und da gemeinsam Front machen. Tut ihr aber nicht, weil ihr ja so beschäftigt damit seid, euch gegenseitig zu bekämpfen.
Mit den angemessenen Haltungsbedingungen meine ich jetzt nicht Bullerbü & Co und deren verlogene Idylle, sondern solche, in denen Praxis und Wissenschaft zusammenwirken.
Die Landwirtschaft ist nun mal keine Schraubenfabrik. Ihre Produkte sind im Gegensatz zu Schrauben und mal lebendig, und Lebewesen kann man nicht wie Schrauben behandeln und deshalb immer billiger produzieren.
„Mit den angemessenen Haltungsbedingungen meine ich jetzt nicht Bullerbü & Co und deren verlogene Idylle, sondern solche, in denen Praxis und Wissenschaft zusammenwirken.“
dem steht diese Aussage gegenüber:
„Bei allem Verständnis für die (aktuell verfahrene) Situation der Landwirtschaft finde ich es nicht in Ordnung, wenn der Landwirt die Verantwortung, die er selber für die Tiere hat, auf den Verbraucher abwälzt und sich auf die Position versteift: ich produziere, was der Verbraucher will, so als hätte er als Landwirt überhaupt keine Verantwortung für das, was er tut, sondern wäre er bloß ein Automat, dessen Knöpfe der Verbraucher drückt.“
Die zwischen Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und produzierender Landwirtschaft vereinbarte Standards sind die gesetzlichen Haltungsvorschriften. Alle darüber hinausgehende Wünsche sind Wünsche, die bezahlt werden müssen.
Das framing finde ich ganz schlimm Marian.
Marian E. Finger, theorethisch haben Sie vielleicht Recht, die Bauern sind sich uneinig – weil es ja eben kein richtig oder falsch gibt – es gibt nur Lösungen, die im Moment passen. Was morgen ist, weiss sowiso keiner mehr, nur die ungefähre Richtung (wenn man die Vergangenheit ansieht). Wer schon seit Jahren unter Druck ist, hoffungslos überfordert ist… wird auch bestimmt nicht ruhiger und besonnener in der Wahl von Worten und Taten.
Was sind das denn jetzt für Landwirte, die noch nicht aufgegeben haben ? Solche, die von der Existenz leben, Tag für Tag zuschauen können, wie der Wolf, die Tierschützer, die Behörden und Medien den „Hof“ und damit „das Leben der Familie“ angreifen. Es sind Kämpfer, oft traurig, manchmal verbittert, wütend. Die ganz normalen, jungen Landwirte gehen nicht auf die Strasse. Die in sich ruhenden auch eher nicht, das ist nicht ihre Welt. Ein schöner Traktorkorso, ein Mahnfeuer ja… aber der Rest… dann lieber den Hof zu zu schließen.
Wie soll man die Grenzen gegen Importfleisch abriegeln ? Brennende Strassen, Verletzte… wie weit „sollen wir gehen“ ? Die Stafen, die auf die demonstrierenden Landwirte zurollen, können ebenso die Existenz kosten ! Die Strafen sind auch bei Sperren von Verteilzentren etc. brutal. Und dies wahrscheinlich für nichts. Ausser Spesen nix gewesen. So wie die letzten Jahre auch immer.
Wenn ihr Bauern untereinander einig wärt, hättet ihr einen Bauernverband, der eure Interessen mit Nachdruck vertreten und für euch beim Bund und EU einstehen und in den Medien mit seiner Botschaft präsent sein würde. Wenn ihr untereinander einig wärt, hätte auch der LEH nicht so viel Macht über euch, dass er euch die Bedingungen diktiert statt umgekehrt.
Brennende Straßen sind die letzte Option der Ohnmächtigen und das ist im Spiel der Mächtigen bereits einkalkuliert als Ventil, um Druck abzulassen, ohne dass sich irgendwas wirklich ändern muss. Das ist vergeudete Energie.
Marian, zum wiederholten Mal: es gibt nicht „den Bauern“. Ich habe einen Kunden in MC Pom, bei dem ich einen Stall für 27 Bio-Sauen plane, gleichzeitig einen Betrieb in NRW, wo wir 1100 Sauen umplanen. Wie denkst du sollen diese beiden gleich vertreten werden können? Und diese Diskrepanz zieht sich durch alle Bereiche der Landwirtschaft. Es gibt nicht „den Bauern“, das ist eine Fatamogana der veröffentlichten Sicht.
Na gut, wenn es unmöglich ist, dass die Bauern gemeinsam an einem Strang ziehen, dann geht die Landwirtschaft eben noch vollends den Bach runter und der Verbraucher kauft künftig halt Importzeug.
Ein gemeinsames Interesse „der“ Bauern kann nur in der Forderung nach einfachem klaren Ordnungsrecht (EU-weit) bestehen und in der Abschaffung sämtlicher Subventionen.
Dazu fehlt verbandspolitisch der Mut und die Kraft, bei gleichzeitig andauerndem „Abwehrkampf“ gegen NGO’s und behauptete gesellschaftliche Wünsche.
Die Macht des LEH und der vorgelagerten Ernährungsindustrie besteht in der Tatsache, dass man Agrarrohstoffe weltweit einkaufen und beschaffen kann und die Möglichkeiten datzu politisch sogar immer mehr ausgeweitet werden.
Das einfache klare Ordnungsrecht bei Abschaffung aller Subventionen wäre doch aber dann ein Ansatzpunkt für eine Änderung im Sinne der Landwirte.
Was kann der Verbraucher dafür, wenn den Landwirten der Mut und die Kraft fehlt, mit dieser Forderung gemeinsam aufzutreten?
Warum gibt es seitens der Landwirtschaft keine Kampagne, die die wahren Kosten für die Umwelt aufzeigt, wenn Agrarrohstoffe aus fernen Ländern importiert werden? Warum gibt es keine Kampagne seitens des Bauernverbands gegen die Dreckschleudern von Transportschiffen und die enorme Verschwendung von Ressourcen? Warum macht der Bauernverband nicht offensiv Druck, dass die Energiewende nur gelingen kann, wenn heimisch produziert wird? Wie sollen die Agrarrohstoffe transportiert werden, wenn das Öl ausgeht? Ihr hättet schon Argumente, ihr macht bloß keinen Gebrauch davon !!
Marktwirtschaftliches und freiheitliches Denken ist im Berufsstand nicht unbedingt Konsens.
Kampagnen kosten Geld, viel Geld. Das bei Landwirten einzutreiben ist schon einmal gescheitert. Stichwort CMA, Gemeinschaftsmarketing
Gegenfrage: Wenn der Verbraucher, Bürger oder wie wir ihn auch nennen wollen, doch so aufgeklärt und wissend ist, warum steht er nicht auf und demonstriert gegen diese Missstände? Genau, weil es ihm am Allwertesten vorbeigeht.
Wir drehen uns im Kreis Marian.
ich Frage mich was soll der Landwirt nachmittags so machen.😁🫣
abseits strategische Gedanken.
die dt. Industrie wird mehr oder weniger über die Wupper gehen.
unbezahlbare sozial und Gesundheitskosten.
Umstellung auf Rüstungswirtschaft als „Rettung“
früher hieß es, die LW. Importe sind Gefallen gegenüber der dt. exportorientierten Industrie.
was folgt jetzt darauf !?
Energiewende Marian, es ischt over vorbei, unbezahlbar. es geht hier jetzt ums wirtschaftliche Überleben!
„Energiewende Marian, es ischt over vorbei, unbezahlbar. es geht hier jetzt ums wirtschaftliche Überleben!“
Genau Brötchen! DAS wird aber immer noch nicht erkannt oder von linker Seite sogar noch befördert.
Ja, richtig, weil es ihm am Allerwertesten vorbeigeht. Mir kann es im Prinzip auch egal sein, ob die Landwirtschaft den Bach runtergeht. Es ist nun mal so, dass jeder sich für seine eigenen Interessen stark macht. Und deshalb ist es Quatsch, wenn Landwirte erwarten, dass der Verbraucher die Probleme der Landwirtschaft löst. Die Landwirte müssen sich selber helfen, oder sie gehen halt den Bach runter.
Ich sehe den Bezug eher zur Gesamtwirtschaft….Landwirtschaft wird in Krisenzeiten vielleicht eher profitieren.
marian, Landwirtschaft wird es immer geben, ist nur die Frage in welcher Form!
wenn man den strategischen faden weiter spinnt, wird wohl dt. autarker werden wollen und müssen.
welche Konsequenzen das hat, kann man sich überlegen.
Reinhard sehe ich ähnlich LW. wird profitieren bzw. wichtiger werden.
hängt auch davon ab, was mit der Ukraine wird, was China so treibt usw.
ich denke die Landwirte die effektiv wirtschaften können, werden gefragt sein. also schnörkellose qualitativ gute Produkte zu guten Preisen.
wofür gibt es das
Umweltministerium
sitzen da lauter studierte Sesselpupser die von Bauern, trotz ihres 60 std/Woche noch angestupst werden wollen?
Sie enttäuschen mich. Was ist das wieder für ein sinnbefreiter Unsinn „wenn ihr Bauern euch einig wärt“. Wir haben es doch schon bis zur Verg….g besprochen wie gross der einfluss der Bauern auf dem Markt ist. Auch der Bauernverband wenn er europaweit tätig wäre hat darauf kaum Einfluss. Entscheidend ist was der Verbraucher bereit ist zu bezahlen. Das war immer so und wird in der nahen Zukunft erst recht gelten. Wenn wir zu teuer produzieren fallen wir aus dem Markt raus. Dann wird die Ware von irgendwo her gekarrt und wenn dann ein paar Arme in den armen Ländern verhungern dann wird um Hungerhilfe gebettelt und damit von einer NGO zuerst der eigene Geldbeutel gefüllt und vom Rest das Gewissen des Spenders beruhigt. So ist es doch. Und deshalb ist auch die gewollte oder eigentlich gewünschte Transformation zum Scheitern verurteilt und klammheimlich findet eine Transformation des Landwirtseigentums richtung Investoren statt. Wie die 20000ha Ackerland die irgendein Geldkotzinvestor in Ostdeutschland zusammengekauft hat. Deutschland ist wenn es so weitergeht der nächste Pleitestaat und dafür können wir uns bei den Rotgrüninnen bedanken. Da ist kein Geld für so belanglose Dinge wie Landwirtschaft übrig. Schon überhaupt nicht wenn die nur 1 bis 2 % der Bevölkerung ausmachen.
„Wie die 20000ha Ackerland die irgendein Geldkotzinvestor in Ostdeutschland zusammengekauft hat. “
Dass das möglich ist, ist bestimmt nicht auf rotgrünem Mist gewachsen. Das ist ganz normaler Götzendienst am „Sachzwang“, Studierte Ökonomen sehen nur Vorteile in der Kapitalkonzentration, in der Transformation zu vertikaler Integration in allen Bereichen. Und diese Transformation wird niemand aufhalten! Am Ende spielen sich dann ein paar High Networth Potentials die Bälle zu mit einem der Ihren als Präsident. Es lebe die Willkür des Kapitals in der besten Demokratie aller Zeiten! Spoiler: gerade zu beobachten in unserer Vorbild-Demokratie. Die mit „Unserer Freiheit“, die wir bewehren müssen…
Mal ehrlich, die fehlende Solidarität unter Bauern hat aber andere Wurzeln als unterschiedliche fachliche Ansichten. Man hat sich schon vor Jahrzehnten in diesen Wachse-oder-weiche-Irrsinn hineinmanövrieren lassen, wo der Nachbar dann kein Kollege mehr ist, sondern immer ein potentieller Prädator.
Natürlich ist die Situation mittlerweile so verfahren, dass es mich auch ratlos macht, wie man da wieder heraus kommt.
Marian mit nicht einig meinst Du, die gesamte EU bzw fast die gesamte Welt.
wenn es nach Deinen Vorstellungen ginge ,bmüsste dem gesamten französischen Weinbau ein import nach Dt. untersagt werden, weil die mit Heizöl ihre Weinberge bewirtschaften. das ist ein bsp. des Dilemmas.
Und ich finde es ganz schlimm, wenn sich der Landwirt selber so darstellt, als hätte er überhaupt keine Verantwortung für seine Tiere, sondern als würde diese ausschließlich bei den Gesetzgebung, der Gesellschaft oder dem Verbraucher liegen. Damit liefert der Landwirt Peta & Co. die notwendige Munition, mit der Peta & Co. dann gegen die Landwirtschaft schießt. Die müssen ja nur die Argumentation solcher Landwirte aufgreifen.
Wenn sich die Landwirte selber als vom Verbraucher, der Gesellschaft, der Politik vollständig entmündigte Unternehmer darstellen, brauchen sie sich nicht zu wundern, dass alle ihnen in ihr Geschäft dreinreden und alles angeblich besser wissen. Das ist dann die logische Folge.
Warum immer der Verweis auf die Gesetzgebung und den Verbraucher? Warum stellt sich der Landwirt nicht hin und sagt: „Ich stehe mit meiner Person und meinem Besitz dafür ein, dass meine Tiere ein gutes Leben haben!“? Warum machen sich die Landwirte immer selber so klein und verweisen auf andere? Das finde ich ganz schlimm !!!! Dieses Getue um den Verbraucher, der an allem schuld sein soll, wirkt so jämmerlich und widerspricht meiner Vorstellung von einem Landwirt, der stolz auf seine Arbeit und seinen Hof ist.
Marian, du uberhöhst eine moralische Haltung tierhaltender Landwirte indem du ihnen die Verantwortung für das Verhalten der Verbraucher überträgst.
Sind die Verbraucher, die kein E-Auto kaufen wollen oder können dann auch befreit und die Schuld liegt bei den Herstellern?
Jaja, und wenn „der Verbraucher“ Heroin oder Fentanyl kauft, dann ist es völlig in Ordnung, dass Drogenbosse und Pharmafirmen das Zeug produzieren und auf den Markt werfen, oder was? Wenn „der Verbraucher“ das will, dann produziert man das eben, oder wie?
Was das E-Auto betrifft: Tatsächlich hat der Verbrenner langfristig ja überhaupt keine Chance, nicht wegen dem Klimawandel, sondern weil das Öl über kurz oder lang ausgehen wird. Da könnte man schon eine Diskussion drüber führen, ob man das der Menschheit noch verbleibende Öl besser genutzt werden kann, als es durch die Heizung oder den Auspuff zu jagen. Wären sich die Hersteller einig, dass man das verbleibende Öl besser für Medikamente verwendet, gäbe es halt nur noch E-Autos auf dem Markt. Stattdessen treten die Hersteller von Verbrennern in Deutschland so auf, als würde Öl aus unerschöpflichen Quellen fließen.
In Frankreich sind Wärmepumpen und E-Autos übrigens überhaupt kein Problem. Man kann förmlich zusehen, wie Heizungen und Verbrenner nach und nach, aber doch recht zügig durch Wärmepumpen und E-Autos ersetzt wird. Und das geht alles völlig unaufgeregt vor sich.
Frankreich produziert Atomstrom
Was nicht heißt, dass der Strom für den Endverbraucher sonderlich billig ist. Wir zahlen hier 29 Cent/kWh.
sehr guter Preis und was ist mit den zusätzlichen Kosten Netzentgelte und Grundpreise die sind in D nicht unerheblich.
Die Transformation hat ihren Preis aber offensichtlich gibt es unterschiedliche Weg diesen Weg zu gehen.
„Die Transformation hat ihren Preis“.
Das stimmt wohl: https://www.bne-online.de/analyse-zeigt-verteilnetzbetreiber-erzielen-zweistellige-renditen-auf-kosten-der-stromkunden
Gibt genügend Menschen, die an leistungslosen Einkommen interessiert sind. Diese Anspruchsmentalität ist aber legitim, heißt es in den Konzernmedien.
„Wenn „der Verbraucher“ das will, dann produziert man das eben, oder wie?“
Falsche Folgerung. Es muss heißen:“ Wenn der Verbraucher es nicht will, wird es nicht produziert.“
Wenn der Verbraucher es nicht will, wird ihm mit Werbung so lange das Gehirn gewaschen, bis er nicht mehr weiß, ob er nun Männlein oder Weiblein ist. Die Werbung kommt übrigens vom Hersteller. Und im Falle von Drogen werden eben schon die Kids auf dem Schulhof angefixt.
ach der arme Verbraucher, Deine Hypothese kann man auch umdrehen, das der Verbraucher bezüglich Tierwohl und umwelt Gehirn gewaschen wird, ich sag jetzt nicht von wem.
es ist ja immer köstlich war gestern in einer grossen Stadt hier ne Straßenumfrage was sich denn die Bürger vom neuen Bürgermeister wünschen….Antwort bezahlbare Mieten….möchte nicht wissen was die Befragten alles vorher so gefordert haben.
ist doch wie mit der Gastronomie, die fordern auch günstigere Kühlprodukte zum Auftauen😜
mit Tierwohl muss sich da keiner abgeben.
„Jaja, und wenn „der Verbraucher“ Heroin oder Fentanyl kauft, dann ist es völlig in Ordnung, dass Drogenbosse und Pharmafirmen das Zeug produzieren und auf den Markt werfen, oder was? Wenn „der Verbraucher“ das will, dann produziert man das eben, oder wie?“
Nun wird’s aber arg polemisch.
Natürlich funktionieren auch die illegalen Märkte so, die so heißen, weil sie abseits von geltenden Ordnungen und Gesetzen stattfinden. Und mit der Transformation der Landwirtschaft, ob sattfindend oder nicht, haben die nichts zu tun.
Alle übrigen geäußerten Thesen zum vielleicht wünschenswerten Verhalten der Landwirte könnten möglicherweise funktionieren, wenn wir hier auf der Insel Deutschland säßen, ohne internationale Verflechtungen in bald allen Bereichen. Solange Arbeit in diesem Land so teuer ist wie kaum irgendwo sonst, bei gleichzeitig freiem, grenzüberschreitendem Handel in Verbindung mit wohlwollenden Kartellbehörden, können Landwirte sich so einig sein, wie sie wollen, sie werden kaum etwas Grundsätzliches ausrichten können. Das ist leider so traurig wie wahr.
Marian E Finger, Sie haben gut reden. Haben ja auch kein Stalldach, auf dem Tierschützer Bengalos abfeuern. Es gibt Tierrechtsorgas, die sammeln – und das sehr erfolgreich – öffentlich Gelder, um gegen Nutztierhalter zu kämpfen.
Ich habe die Homepage zugemacht, man muss solche Leute ja nicht noch einladen.
Da ein paar brennende Ballen auf dem Feld, ein aufgeschnittener Zaun, regelmässige Anzeigen wegen Gülle fahren… das Leben könnte so schön sein.
Der Bauer hat schon Verantwortung für seine Tierhaltung. Das liegt in seinem Gewissen und Verantwortungsbereich.
Wenn es schlimm wird kommt das Veterinäramt.
Vom Verbraucher wird nur verlangt, wenn er mehr Tierschutz in Form von Stallplatz oder gar mit Stroheinstreu will, soll er auch bezahlen.
Er kann nur nicht auch noch Ansprüche stellen, wenn er die Tierprodukte sehr billig kaufen will, als seien sie nichts wert.
Dann kann er sich selber eine Kuh oder Schwein in die Garage stellen, dann weiß er wieviel Mühe und Arbeit das macht.
Aber diese auf andere schieben, ohne was dafür zu bezahlen, das gilt nicht.
In der Vergangenheit gab es aber auch keine Verweigerung „der Bauern“, z.B. Billigfleisch unter teilweise unschönen Bedingungen produzieren. Ich würde mich da nicht so aufs hohe Ross schwingen, mit Gewissen und Verantwortung der Gesamtheit.
Ja, Marian
wenn der Verbraucher Forderungen stellt und ihm die subventionierten billigen Nahrungsmittel nicht gut genug sind, soll er zahlen.
Die Transformation findet statt!
Die Landwirte produzieren eingeklemmt zwischen nationalem Ordnungsrecht und nationaler Nachfrage bei offenen Grenzen in der EU und teilweise darüber hinaus.
Das Ergebnis ist Verlust an heimischer Produktion, Verarmung weiterer (nicht nur ostdeutscher) ländlicher Räume.
Das Ausmaß der Transformation hängt u.a. ab
– von der demografischen Entwicklung (Schweinhalter werden stärker betroffen sein als Gefügelhalter)
– von dem politischen Bestreben, die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnungen für alle Tierarten so detailliert und restriktiv wie für die Schweine zu formulieren
– der Nachfragenentwicklung in D aufgrund der Einkommens- und Vermögensentwicklung breiter Bevölkerungsschichten
“ wenn der Landwirt die Verantwortung, die er selber für die Tiere hat, auf den Verbraucher abwälzt “
Die Verantwortung für seine Tiere kann man nicht abwälzen. Mich wundert, dass du für diese Aussage nicht wesentlich mehr Gegenwind bekommen hast, ME.F.
Und die Haltungsbedingungen genügen überwiegend höchsten Anforderungen. Gerade in dem von dir beschriebenen Sinn. Kein Vergleich mit vergangenen Zeiten. Gerade der Landwirt ist sich doch bewusst, dass Fleisch etwas sehr wertvolles ist. Beim Verbraucher habe ich da manchmal nicht den Eindruck.
Richtig ist sicher, dass Bauern nicht alles können. Wichtiger erscheint mir aber, dass sie auch nicht alles können wollen. Sondern schlicht mehr Freiraum für unternehmerisches Entscheidungen brauchen.
Vor allen Dingen brauchen/ wollen/müssen wir Landwirte uns nicht am Nasenring durch die Manege ziehen lassen.
Jeder Verbraucher kann jederzeit ,das was er möchte , in diesem Land einkaufen.
Ob Konvi ,Bio, Vegan, Vegetarisch, auf Chemiebasis, oder was auch immer.
Die Auswahl hat nicht jeder Mensch auf diesen Planeten.
Und trotzdem wird genörgelt und gemotzt über die Landwirtschaft wie noch nie. Alternative wäre , Selbstversorger werden .
Nur mal so zum Nachdenken
Manchmal kann fehölendes Geld auch ein Segen sein…..
Die mit öffentlichen Mitteln geförderten NGO´s werden
ihre Hetz-Aktionen gegen die Landwirtschaft ohne jegliche
Scham weiterführen.
Nabu , BUND , Peta ,Tierschutzbund usw . leben ja vom
Spendengelder sammeln und da ist Bauernhetze bisher
immer lohnend gewesen .
Herr Knödler, ein guter Denkanstoss. Diese Ungleichbehandlung zu benennen ist wichtiger als jede Demonstration.
Der Text scheint mir etwas negativ . Im Bereich der Milchviehaltung steht genügend HF3 Produkte zur Verfügung. Es ist eher so, dass die Zuschläge schon jetzt in Frage gestellt werden, und bald wird eingeschmolzen werden. Was in den letzten Jahren begonnen wurde, ist bald wieder Standard.
Es werden zukünftig wohl ganz viele „Wünsche“ zur Transformation wie Seifenblasen zerplatzen. Die Naivitât von Gesellschaft und Politik scheitert unweigerlich am fehlenden Kapital.
Es wird ruppig werden.
Reinhard bloß gut, es ist schon genug Unheil angerichtet
@Rößle Rudolf
Was sind HF3-Produkte?
Meine Botschaft lautet: Wenn das Geld fehlt, muss die Öffentlichkeit darüber aufgeklärt werden, dass die Anforderungen nicht erfüllt werden. Sonst bleiben die Erwartungen hoch und es entsteht der -falsche- Eindruck, dass wir Bauern diese nicht erfüllen wollen.
Nochmal: wir können alles, es muss nur jemand bezahlen. Und da scheitert es. Wieder einmal.