Weil heute Samstag ist und samstags erfahrungsgemäß der Blog wenig frequentiert wird, hier ein Podcast mit Daniel Stelter, der überschrieben ist mit „Realität statt Alarmismus“. Eswerden viele Beispiele genannt, warum die Welt besser ist, als es uns durch unsere Medien vorgespielt wird und wir es daher auch so wahrnehmen. Wenn Sie also zum sonnigen Wochenende auch noch ein paar gute Nachrichten hören wollen, nehmen Sie sich die Zeit für den Podcast.
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Mir bleibt rätselhaft, warum es positive Nachrichten so schwer haben. Und ich bezweifele, dass unternehmerischer Erfolg sich mit einer solchen pessimistischen Grundeinstellung vereinbaren lässt.
Ich finde das Gespräch zwischen Axel Bojanowski, auf dessen „Lichtblicke“ auch hier im Blog bereits hingewiesen worden ist, und Daniel Stelter sehr anregend. Es war tatsächlich der perfekte Auftakt zu diesem schönen Spätsommertag. Stelter ist auch eher Pessimist, aber wohl eher, weil er die nicht ergriffenen Chancen, die es weiterhin gibt, sieht. Und mit einer falschen Weichenstellung wird es einfach schwer, zumindest schwerer.
Ich bin auch nicht sicher, ob ich der nächsten Generation wirklich zumuten möchte, erneut hier den Karren zu ziehen. Sich einzubringen in die Gesellschaft , weil starke Schultern tragen müssen und auch können. Die Alternative wäre, alles zu verkaufen und zukünftig bescheuerte Lieder auf Sylt zu singen. Mit Sicherheit geht diese Alternative auch so manchem Landwirt durch den Kopf.
Und nach meinem Eindruck begreifen mittlerweile etliche Menschen hier im Land, dass wir das ernst meinen. Und dann? Ich hoffe also sehr , dass Axel Bojanowski recht hat: Die heutigen Teenager haben nicht vor, die Degrowthphantasien ihrer Großeltern erleben müssen.
Es gibt aus meiner Sicht wenig, was für einen optimistischen Blick in die Zukunft spricht.
Woher kommt günstige Energie, wer bezahlt die gewünschten sozialen Leistungen für eine wachsende Anzahl von angeblich Bedürftigen, wer rettet die Bildung und damit den notwendigen gut ausgebildeten Nachwuchs, wer reduziert den Bürokratieberg, welche Produkte soll Deutschland zukünftig auf dem Weltmarkt verkaufen können, wer bezahlt die Schuldzinsen, wer repariert die Infrastruktur, wie finanzieren wir die Rente, wie organisieren und bezahlen wir die Gesundheitsfürsorge, ???????…u.v.m.
Die Bürokratie soll und kann, entgegen allen Bekundungen, gar nicht abgebaut werden. Wo sollen all die durch Rezession , KI und Politikversagen freigesetzten Arbeitskräfte hin?
https://report24.news/deutschlands-buerokratie-frisst-die-wirtschaft-auf/
Wenn sich positive Nachrichten vom individuellen Erleben und Empfinden unterscheiden, dann haben sie es schwer.
Beispiel Inflation, wenn nur der tägliche Bedarf teuer wird, kann der statistische Warenkorb positive Signale aussenden wie er will, die Leute sehen täglich die Teuerung beim Einkauf.
Worüber sprechen wir bei Subventionen? Darüber was mein Verpächter als bodenrendite bekommt oder das extensives Grünland im Naturschutz überhaupt noch bewirtschaftet wird?
Die eigentliche soziale Subventionierung ist doch anders herum. Mit einer einzigen Facharbeiter Stunde netto ist ein Mensch in der Lage 100 kg super Weizen beim Landwirt zu bezahlen. Ich bezweifle ob man es überhaupt schafft 1kg Mehl in 3,5 Tagen aufzufuttern. Es reicht 1 Stunde Arbeit für ein Jahr Sättigung. In 2025 soll die Feinunze Gold um 40% gestiegen sein. Nun gibt es aber auch bestimmt nicht mehr türkische Hochzeiten als vorher. Das Großkapital sucht sicheren Hafen.
100 kg Weizen werden zu 75 kg Mehl und da der Bauer eben nicht die Nahrung macht, sondern deren Grundstoffe, muessen noch ein paar andere Berufsgruppen sich betätigen, bevor er sich sättigen kann.
Zudem kann der Mann am Fließband nichts dafür, wie die Gesellschaft, der Markt seine Wertschoepfung im Vergleich zu der des Bauern bezahlt.
Soll jetzt der Verbraucher auch das on top ausgleichen?
Im Zweifelsfall kauft man dann lieber billigeren ukrainischen Weizen.
Da es heute üblich ist, ausschließlich Vollkornbrot zu essen, entfällt die Unterscheidung zwischen Mehl und Kleie. Und da Kleie im Handel nur ein Fünftel des Preises von Weißmehl kostet und Brot bis zu 30–40 % Kleie enthält, sollte es deutlich günstiger sein. Tatsächlich kostet es jedoch deutlich mehr als Weißbrot. Das nennt man Schummeln, und Ernährungswissenschaftler sind daran mitschuldig.
Manchmal macht der Bauer auch die Lebensmittel. Und zwar nicht nur im Hofladen. Bin am Freitag durch Hohenlohe gefahren und habe in einer Bäckerei eingekauft mit dem Namen „Bäckerei in Bauernhand“. Die Backwaren sind hervorragend. Neugierig geworden, hab ich gegoogelt. Es ist die Bäckereikette einer Bauerngenossenschaft mit 34 Verkaufsstellen. Diese Bäckereien gibt es schon seit 1923 und die Genossenschaft seit 1913. Außerdem betreibt die Bauerngenossenschaft selbst drei große Edekamärkte. Den Hohenloher Bauern schein es zumindest ein kleines bisschen gelungen zu sein, die Machtverhältnisse im Markt zu ihren Gunsten zu drehen.
https://www.hohenloherbauerngenossenschaft.de/ueber-uns/
Die Kritik im Podcast über Eingriffe und Subventionen sind mir etwas zu pauschal. Logischerweise könnte man dann auch Mindestlohn, Kündigungsschutz, Sozialversicherungspflicht in Frage stellen. Bitte nicht vom derzeitigen Extrem in ein anderes verfallen. Aber in der Landwirtschaft wäre mir weniger subventionierte Ideologie und mehr Marktwirtschaft auch lieber. Nur hatte bisher noch keiner den Stein des Weisen gefunden, wie wir unterschiedliche Produktionsvoraussetzungen ohne flächendeckenden Verlust der Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaft ausgleichen wenn dies nicht der Verbraucher an der Ladenkasse macht. 🤷🏼♂️
Welcher Verbraucher hat eigentlich früher den Aufwand für die Formung einer bestimmten Kulturlandschaft ausgeglichen, oder ist die Idee nur Ausdruck heutiger Ideen?
Wenn die Kulturlandschaft sich, meinetwegen mangels Pflege oder durch irgendwelche Maßnahmen ändert, dann entsteht eine andere Landschaft. Das ist der Lauf der Welt.
1 gute Stunde podcast ohne timeline für Stoff, den man in 10 Minuten lesen könnte, wenn das Transkriptlesen nicht so nervig wär. . … so lanweilig ist mir nichtmal am Samstag. Auch wenn es so verlockend anfängt „Beyond the obvious, featured by Handelsblatt“
Ach so, es ist alles besser als gedacht: https://www.youtube.com/shorts/As8i6uobBHY
Der Alarm soll vor möglicherweise entstehenden unangenehmen Realitäten warnen. Schon deshalb ist die Gegenüberstellung dieser beiden Begriffe schwerlich zu begründen.
@R.S.
Ich liebe Ihren Zynismus. Vermutlich haben Sie den Podcast aber noch nicht gehört. Jedenfalls kann man so jedes Argument lächerlich machen.
Wen meinen Sie mit Brokern? Herr Stelter jedenfalls ist Ökonom.
https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Stelter_(%C3%96konom)
Danke für den link. Dieser Herr ist dann aber auch nur jemand, der mit Krisen Einkommen generiert.🤔
Ich verstehe ja, dass es in schlechten Zeiten auch immer Leute gibt und geben muss, die Hoffnung durch Aufzählen von Gutem verbreiten wollen.
Das ist menschlich. Wir stehen aber gerade VOR sehr negativen Zeiten, deren Zeichen weithin sichtbar sind. Da finde ich es eher zynisch, das Gute zu postulieren…..aber wie gesagt es ist menschlich.
Gegendarstellung: Herr Stelzer ist kein Broker, er ist Ökomom. ☝️
stelter hat Podcast mit poschard MEGA make Economy great again
nicht schlecht.
Ist doch schön, wenn alles gar nicht so schlecht ist, wie es der Einzelne wahrnimmt. Muss man sich nur immer wieder sagen….und den Millionen Menschen in den Krisenregionen dieser Welt. Und sagt es den Menschen, die in Booten übers Mittelmeer kommen, dann drehen sie sofort wieder um.
Durchhalteparolen von Brokern trete ich ich mit Skepsis gegenüber…..die führen etwas im Schilde, glaube ich. 🤔