Bauer Willi
Kommentare 76

Die Stimme eines Bürgers

Diesen Beitrag habe ich aus einem Kommentar auf unserer Facebook-Seite kopiert. Wie ist eure Meinung?

Da muss man allerdings auch Teilen der Bauernschaft mal klarmachen, dass sie vielleicht dieses ewige Bio-Bashing sein lassen sollten.

Viele Bio-Käufer (nicht alle!) sind ja gerade die Verbraucher, die sich tatsächlich etwas mehr Gedanken machen und vor allem auch die Bereitschaft haben, höhere Preise zu bezahlen – und ausgerechnet die werden teils massiv beleidigt und angegriffen. Das kann es echt nicht sein! Zumal ja auch ein massives Campaigning gegen den Biosektor gefahren wird und sich einige konventionelle Landwirte leider dazu hinreissen lassen, dieses zu unterstützen und zu verbreiten.

Faktisch ist es doch so, dass gerade die Landwirte, die sich so schützend vor industrielle / Konzerninteressen stellen und die mitunter sehr aggressive „Money, Money, Money!-„Politik gut heißen, letztendlich die sind, die die Versprechen der Industrie einlösen müssen: „Nur mit Pestiziden und GVO sind Lebensmittel billig!“ ist so ein Versprechen. Und da dem Verbraucher ständig eingeredet wird „Pestizide = Billige Lebensmittel“ ist es schwer ihm dann Gegenteiliges zu vermitteln und eine Bereitschaft für höhere Preise abzuverlangen. „Ihr verteidigt Eure Pestizide? Gut, dann wollen wir die versprochenen, billigen Preise.“

Schaut man sich jetzt Diskussionen an, werden auch viele Menschen beschimpft, die sich den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen wünschen. „Alles städische Landromantiker mit Null Ahnung, total verblendet!“ Ist das so? Ich denke nicht. Allerdings bin ich auch der Ansicht, dass gerade die Bauernverbände sich massiv für industrielle Interessen stark machen – und so gerade den kleineren Betriebe extremen Schaden zufügen. Aber ich denke, auch das ist durchaus so gewollt.

Jeder Landwirt, der auf kleinbäuerliche Strukturen pfeift und der Meinung ist, nur Masse sei Zukunft, darf sich nicht wundern, wenn der, der noch mehr als er selbst produziert, ihm die Preise – und in Folge auch die Existenz kaputt macht.

Deutlich abzulesen ist das an den Preisen für Agragland. Die Entwicklung der vergangenen Jahre sind doch ein eindeutiges Indiz! Welcher kleine Landwirt kann es sich denn noch leisten, neue Flächen zu erwerben? Bis da mal der Break-even Point erreicht ist, vergeht viel Zeit. Die Großen juckt das weniger. Erstmal. Bis auch sie kaputt gehen.

Um mal beim Beispiel der Kartoffeln zu bleiben: Ich zahle für meine 80 Cent / Kilo. Direkt beim Bauern, ab Hof. Konventionell. Aber ich bin auch so ein „böser Bube“ in den Augen mancher Landwirte, der sich Gedanken darum macht. Es ist klar, dass gerade die großen Betriebe, die sich zum Büttel der Konzerne und der Discounter machen, für die wenigen Cent / Kilo (und 1 Cent/Kilo ist ja echt mal… Uff!) Wegraine und Feldränder bis zum erbrechen ausnutzen müssen. Alleine wenn man bei dem Rechenbeispiel bedenkt: Der „Großbauer“, der an die Industrie und Handel liefert, muss 80x soviel liefern, um auf dasselbe Ergebnis zu kommen, wie mein „kleiner“ Bauer. Der Wahnsinn. Und dann wundert man sich?

Aber genau hier sehe ich eine gefährliche Spirale: Die, die auf Größe setzen, müssen immer mehr produzieren, um überhaupt was zu verdienen. Dafür brauchen sie Land – sind also darauf angewiesen, dass die kleineren Betriebe kaputt gehen, um dieses Land übernehmen zu können. Nur ist ein Teil der großen Bauern eben auch davon betroffen, denn die, die noch größer sind, brauchen eben auch Land – und sind darauf angewiesen, dass die nächst kleineren kaputt gehen – spätestens dann, wenn sie Kredite für noch größere/effizientere/moderne Technik, Flächen, Neubauten, Personal, Saatgut, Agrochemie, etc nicht mehr bezahlen können.

Die Industrie freut es sicher – anders sind Übernahmeangebote in der Höhe, wie Bayer bereit ist für Monsanto zu bezahlen, auch nicht zu erklären. Aber auch die paar Großkonzerne im Lebensmittelsegment freut es: Wenn ich schon „fertige Bratkartoffeln“ oder gar „geschälte Kartoffeln im Glas“ sehe, dreht sich mir der Magen um. Und, sorry: „Keine Zeit zum Kartoffel schälen und/oder die dann in Scheiben zu schneiden“ ist kein Argument für derartige Produkte. Aber in Zeiten, wo man sogar fertig geschälte Bananen bekommt… Oh man.

Ich denke: Ja, der Verbraucher sollte sich dessen bewusst sein, was auch er mit seinem Einkaufsverhalten anrichtet. Und daher eben auch keine großen Forderungen stellen sollte/kann, wenn er dieses System unterstützt. Unterschreibe ich sofort!

Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass auch Teile der Landwirte ihren Teil dazu beitragen, denn die Bereitschaft sich in eine neue Form der Leibeigenschaft zu bringen, scheint immens zu sein. Nur: Wenn man sich den Konzernen so bereitwillig ausliefert und deren Versprechen glaubt – dafür aber den Verbraucher attackiert, darf man sich auch nicht wundern, wenn dieser sich abwendet und eine „Mit doch egal“-Position einnimmt. Die Bauernverbände leisten dem eben auch noch Vorschub, denn Großindustrielle Interessen (mehr Geld!) sind eben wichtiger, als kleinbäuerliche Betriebe (weniger Geld). Daher empfinde ich – gerade in einer globalisierten Welt, diesen Weg als Brandgefährlich, denn letztendlich sind es Industrie und, ironischerweise, auch die Bauernverbände, die eine akute Gefahr für die deutsche Landwirtschaft darstellen. Wohin bewegen wir uns? Wenige Großbetriebe, hinter denen dann Investoren – gerne auch aus dem Ausland – stehen, deren einziges Ziel nur Rendite, Rendite, Rendite ist. Auf Kosten der Verbraucher, unserer Umwelt und vor allem unserer Landwirte, die dieses absurde Spiel auch noch mitspielen und bereitwillig die so wirtschaftlich und kulturell wichtige Landwirtschaft Deutschlands voll gegen die Wand fahren.

Aber: So lange gerade die oft lautesten Landwirte keinerlei Kritik zulassen, egal wie berechtigt sie auch sein mag und sich schützend wie ein Schirm vor die Interessen von Industrie, Banken und Investoren stellen, sehe ich schwarz.

Ich denke: Einige Landwirte müssen sich endlich mal bewusst werden, dass die, die von ihnen geschützt werden, nur ihren Aktionären gegenüber verantwortlich sind. Da zählt nur die Dividende – nicht der Bauer aus Deutschland, der seinen Teils sogar Jahrhunderte alten Familienbetrieb aufgeben muss, weil ihm die Puste ausgeht. Der Industrie macht das nichts aus – die verkaufen ihre Produkte dann halt an den, der die Flächen übernimmt und deren Rubel rollt.

Eine sehr, sehr traurige Entwicklung.

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76 Kommentare

  1. Ehemaliger Landwirt sagt

    Mit dem Bild komme ich nicht klar, warum zeigt uns der Bürger eine Straße mit Linksverkehr?

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  2. Ehemaliger Landwirt sagt

    „Schaut man sich jetzt Diskussionen an, werden auch viele Menschen beschimpft, die sich den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen wünschen. „Alles städische Landromantiker mit Null Ahnung, total verblendet!“ Ist das so? Ich denke nicht.

    Mein lieber Bürger, es ist ja schön, dass sie sich Gedanken über die deutsche Landwirtschaft machen, aber der Gedanke an die kleinbäuerliche Struktur ist ein Illusion, was wir derzeit sehen, sind die Reste der bäuerlichen Landwirtschaft.

    Der politische Wille ist, die Bevölkerung mit ausreichend Nahrung zu versorgen, dies wird mit Milliarden von Euros garantiert und nicht das wohlergehen der Bauernfamilie.

    Vor ein paar Tagen kam im Südwestrundfunk ein Bericht, wie man die Landwirtschaft erhalten kann,

    Das Betriebsleiterehepaar steht um 3 Uhr auf und backt Brot, danach werden die Kühe und Ziegen versorgt, nach dem Frühstück fährt die Frau das Brot und die selbst hergestellten Nudeln aus, der Ehemann geht außerlandwirtschaftlich dem Beruf des Elektromeisters nach. Die Frauen des Hofes widmen sich Tagsüber der Herstellung von Käse und anderen Milchprodukten. Der Ehemann versorgt nach 8 Stunden Tätigkeit wiederum die Tiere.

    So sieht der Tag des bäuerlichen Familienbetrieb aus.

    Halleluja, preiset den Herrn, der denen die Kraft gegeben hat.

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  3. Christian Krupp sagt

    Es ist erstaunlich wieviele Berufskollegen diesen Beitrag absolut bestätigen! Bio-Bashing auf höchstem Niveau findet man genauso wie die Verbraucherschelte…..
    Einen Punkt möchte ich daraus aufgreifen: CO2 Ausstoß Bio versus konventionell….. es ist logisch das bezogen auf die Erntemenge Bio schlechter abschneiden wird, aber was sagt das denn aus? Meiner Meinung nach ist das nur eine von vielen populistischen statistischen Spielereien, die keinen weiterbringen!
    Ich mache jetzt mal eine kleine Rechnung dazu auf: Weizen hat ein durschnittliches TKG von 50g dh. 1kg Weizen sind 20000 Körner. Ein kg konventioneller Weizen erlöst bestenfalls 20cent. Denken wir uns eine Klimagas Abgabe von 1cent pro kg Weizen. Bio-Weizen erlöst 40cent/kg ich gebe gerne ein Kilmaabgabe von 2 cent, dann bleibt für mich immer noch ein fast doppelt so hoher Deckungsbeitrag pro ha übrig als bei den konventionellen Kollegen und meine Kilmaabgabe ist entsprechend der tollen Statistik auch angemessen doppelt so hoch!

    Worum geht es eigentlich hier? Korrekt um Zahlenspiele! Die selten irgendjemanden weiterbringen und nur einseitige Perspektiven zu lassen!
    Was ist aber unserer eigentliches Ziel?:
    1. Von unsrer Arbeit eine Familie ernähren!
    2. Hochwertige Nahrungsmittel produzieren!

    Wir können beides und haben ein nasses aber ganz normales Ertragsjahr hinter uns! Ich lade alle „Bio-Basher“ ein mal über den Tellerrand zu schauen! Meine Hoftür steht offen!

    Viele Grüße Biobauer Christian

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  4. Marko sagt

    Überschrift:
    Diesen Beitrag habe ich aus einem Kommentar auf unserer Facebook-Seite kopiert. Wie ist eure Meinung?

    Dazu müsste man die vorhergehenden Kommentare kennen. Ansonsten läuft man in Gefahr, einen Beitrag zu beurteilen, der (eventuell) vollkommen aus dem Kontext gerissen wurde.

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  5. Josef sagt

    Es ist der Wahn vom ewigen Wachstum, der aus der Wirtschaft auf die Landwirtschaft übertragen wurde. Solange wir unser Heil im Wachstum sehen, werden wir nicht aufhören uns gegenseitig zu bekämpfen. Wir beklagen immer die vermeintlichen Angriffe von „bauernfeindlichen“ Gruppierungen ausserhalb der Landwirtschaft und bemerken nicht, dass wir uns in unserem Wachstumsglauben selber gegenseitig aufreiben.

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    • QuakQuak sagt

      Die Landwirtschaft ist auch Wirtschaft. Warum sollen Wirtschaftsentwicklungen, die global überall anzutreffen sind, nicht auch in der Landwirtschaft stattfinden dürfen? Ist die Branche eine heilige Kuh? Im übrigen ernährt ein Landwirt heute 140 Personen, ohne dass die vielzitierte Apokalypse eingetreten wäre. Auch die immer wieder beschworenen Monokulturen gibt es nicht, wenn man sich die nackten Zahlen anguckt. Und wenn ich alleine an das in jeder Hinsicht unwissenschaftlich aufgeführte Schmierentheater um Glyphosat denke. Was wollen die Leute? Die Landwirtschaft von Anno dazumal? Mit all ihren Ernteausfällen, Lebensmittelknappheiten etc.?

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      • Josef sagt

        Das ewige Wachstum hat seine Grenzen in allen Branchen. Insofern ist die Landwirtschaft keine heilige Kuh, aber Landwirte sollten das aufgrund ihrer Verbindung zur Natur als erste erkennen.
        Ein Landwirt ernährt 140 Menschen, aber 140 Menschen errnähren keinen Landwirt, wirklich eine Erfolgsbilanz.

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        • QuakQuak sagt

          Bis jetzt habe ich nicht den Eindruck, dass die Natur kaputt ist und die Landwirte dies nicht erkennen. Wäre sie es bzw. wären beispielsweise die Böden ausgelaugt, würden die Landwirte nicht die Erträge erwirtschaften, die sie nun mal einfahren. Klar, ich weiß, es wird immer wieder berichtet, die moderne Landwirtschaft vernichte Flora und Fauna.

          Aber ist diese Weltuntergangsstimmung berechtigt? Zum einen beobachte ich in der massenmedialen Berichterstattung zum Thema Landwirtschaft einen recht ausgeprägten Trend zur schlechten Recherche, zu Halbfakten und zur Voreingenommenheit. Irgendwann ist es mir aufgefallen, dann habe ich genauer hingesehen und mittlerweile habe ich einen recht guten Überblick. Mit den sozialen Medien kann man sich sehr gut breit informieren. Daher weiß ich auch, dass jeden Tag etwa 70 Hektar Ackerland draufgeht für das öffentliche Wohl, für Autobahnen, Gewerbeflächen, Siedlungen etc. DAS Thema ist nur den Fachmedien regelmäßig eine Erwähnung wert, obwohl sich Umwidmung bzw. Versiegelung stark auf die Pflanzen- und Tierwelt auswirken.

          Wie ist das denn jetzt mit der Natur? Geht nichts mehr? Oder geht dank Precision Farming doch noch einiges? Ich will dem Wachstum gar nicht das Wort reden. Ich will es aber auch nicht pauschal in den Boden stampfen. Sollte nicht jeder für sich selbst entscheiden, was geht und was nicht?

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            • Robbie sagt

              Der Wohlstand der Industriebevölkerung, allein in den letzten 100, beruht auf der totalen Ausbeutung sämtlicher Erdreserven, die in hunderten von Millionen von Jahren entstanden sind: Öl, Kohle, Fische, Meer, Grundwasser, Holz, Regenwald, Gold, seltene Erden…und diese Ausbeutung geschieht auf Kosten der Gesundheit von Tieren, Umwelt und Menschen in der 1., 2. und 3. Welt.

              Wenn wir so weitermachen, ist in 30 Jahren Schluss, denn aufgeklärte Bürger wissen schon, wodurch der Klimawandel entsteht und die Unwetter, die Flüchtlinge… und wie unser Konsum, nicht nur in Afrika, Indien und Südamerika, die Natur und die Existenz von tausenden Kleinbauern zerstört.
              Interessierte Medienkonsumenten wissen auch, wie mit unseren Wohlstandsabfällen, egal ob Atommüll oder Plastik, die wir in unsere Gewässer schütten, die Meere und Fische vergiftet werden.
              Informierte Menschen wissen auch, dass mit unseren EU subventionierten Hühnchen, Milch und Agrarprodukten, die wir nach Afrika schicken, genauso wie unseren Elektroschrott, lokale Märkte und Familienbetriebe zerstört werden – obwohl auch in Deutschland jedes Jahr 4 Mio Tonnen Gemüse, Früchte und Weizenprodukte weggeworfen.
              Dafür bekommen wir dann von den Kinderarbeitern aus Afrika unsere Schokolade mit der Lila Kuh, und die seltenen Erden für unsere Handys und von Kinderarbeitern deren Familien Millionen Hektar Regenwald in Indonesien roden, um billiges Palmöl für unser teures Nutella anzubauen… Ich bin noch zu jung, um mir das weiterhin tatenlos anzuschauen, denn wir müssen jetzt GEMEINSAM die Wende schaffen, egal ob bei der Energiegewinnung, also auch beim Konsum und bei unseren Lebensmitteln, hin zur Nachhaltigkeit bei der die Menschen, die Tiere und das Ökosystem gewinnen, und nicht ein paar multinationale Milliardenschwere Konzerne, die uns auf billigen und schnellen Konsum getrimmt haben, damit ihre Aktionäre befriedigt werden

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            • bauerhans sagt

              „wir müssen jetzt GEMEINSAM die Wende schaffen“

              aber nicht dadurch,dass man der landwirtschaft alles anlastet und den bauern formen der bewirtschaftung aufzwingt,die nicht wirtschaftlich sind.

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            • Josef sagt

              Da wir nur eine Erde haben, sind alle Resourcen begrenzt, und auch die Aufnahmefähigkeit für Rückstände und Belastungen ist begrenzt. Jeder Wohlstand, den wir uns aneignen, fehlt an anderer Stelle. Es ist total unmöglich, dass alle Menschen der Erde einen Lebensstandard anstreben, wie wir ihn für notwendig halten. Mit welchem Recht beanspruchen wir dann einen solchen ? Wie können wir uns auch noch etwas darauf einbilden ? Sind wir die Besseren und der große Rest Untermenschen?

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        • Stadtmensch sagt

          @Josef:
          gib dir keine Mühe – Sie verstehen es nicht!
          Es ist wie im Mittelalter. Wenn du was gegen ihren Gott\Fetisch\was auch immer sagst, bist du ein Ketzer 😉
          Ich überlege immer noch, ob das eine Spielart der Evolution ist, um überhaupt komplexe Gesellschaftsstrukturen stabil zu halten (also das Prinzip, „ganz wenige wissen Bescheid und die Masse ist so leicht zu spielen wie eine Kinderflöte“

          https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/aus-fremdzwang-wird-selbstzwang
          https://oxiblog.de/wirtschaftswachstum-die-unglaubliche-karriere/

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          • Bauer Willi sagt

            Wenn meinst Du damit „die verstehen es nicht“? Ist mir noch unklar…
            Bauer Willi

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            • Stadtmensch sagt

              Ich meine alle, die ohne Zweifel sind. Die, die sich hinstellen und sagen: „das ist Hausverstand“ oder „das weiß doch jeder“. Die, die sich mal kurz in den „sozialen Medien“ informieren. Oder das andere Extrem: die, die ihr gesamtes Weltbild auf persönlicher Lebenserfahrung-\Interpretation gründen.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Wichtig ist doch, dass wenigstes (außer dem Josef) die Menschen was von Landwirtschaft verstehen, die noch nicht einmal die Fähigkeit haben, einen Salatstock zur Erntereife zu bringen.

            Trotz angedichteter Dummheit, bin ich noch in der Lage, Grenzen des Wachstums zu erkennen, man muss auch erkennen wo die Wirtschaftlichkeit aufhört und gerade diese Art von Landwirtschaft wird derzeit von großen Teilen der Bevölkerung gefordert.

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            • Stadtmensch sagt

              >>die noch nicht einmal die Fähigkeit haben, einen Salatstock >>zur Erntereife zu bringen

              Für Kritik an der konventionellen Landwirtschaft reicht es, lesen zu können:
              http://www.topagrar.com/archiv/Fruchtfolge-immer-locker-bleiben-560794.html?ModPagespeed=noscript

              Wo ein Wille ist, Böden, Klima, Landschaftsbild und Biodiversität zu schonen, ist auch eine Weg. Verantwortlich sind Politik und Produzenten. Der Verbraucher hat keine Ahnung und wird sie auch nie im nötigen Maß bekommen, da wir in einer arbeitsteiligen Gesellschaft leben und ihm schlicht die Zeit und der Zugang zu den benötigten Informationen fehlt. Außerdem besteht ein wichtiges Marktprinzip in Verbrauchertäuschung.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ein Wechsel der Frucht ist nichts neues, das weiß der Landwirt und braucht nicht einen Link eines Stadtmenschen.

              In meiner Branche, zb. Erdbeeren muss ständig der Acker gewechselt werden, selbst im Hausgarten sollte zb. bei Bohnen 3 Jahre gewartet werden, bis zu nächster Anpflanzung.

              Wenn ich die mickrigen Bohnen in Hausgärten sehe, ist es mit der Fachkenntnis nicht weit her, obwohl die Gartenbesitzer keine Landwirte sind.

              Selbstverständlich sollte man bei Kartoffeln das Saatgut kaufen und keine Kartoffeln vom Supermarkt nehmen, die können mit einem Herbizid behandelt sein. ( Dies ist erlaubt)

              Mais konnte man jahrelang auf dem selben Acker anpflanzen, bis uns der globale Handel den Maiswurzelbohrer bescherte.

              Wenn die Medien, statt Panikmache den Verbraucher aufklären würde, dann wäre schon viel gewonnen.

              Jeder Automobilkäufer weiß bis in jedes Detail was in seinem Traumauto verbaut ist, was er täglich zu sich nimmt
              an Inhaltsstoffen interessiert ihn nicht.

              Wer zb. weiß dass die Rauchwurst nicht unbedingt Im Räucherofen war, sondern nur mit Flüssigrauch behandelt wurde?

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          • Josef sagt

            @ Stadtmensch: Ich dachte eigentlich, das sei ein Forum, das sich von den anderen abhebt. Lagsam muss ich leider erkennen, dass auch hier nur die Kalauer der letzten Jahrzehnte widergekäut werden.

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        • Andreas Schmid sagt

          Das ewige Wachstum hat da sein Ende, wo es sich nicht mehr lohnt weiter zu wachsen. Diese Grenze muss eigentlich jeder für sich festlegen.

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          • Josef sagt

            Die Grenze liegt dort, wo andere, die nachfolgenden Generationen oder deren Lebensgrundlagen geschädigt werden.

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    • bauerhans sagt

      in der ddr gabs mangel infolge der planwirtschaft und nicht nur null-wachstum,sondern substanzverlust auf breiter front.

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      • Josef sagt

        Grundsätzlich ist es sinnvoll, seine Tätigkeiten geplant anzugehen. Ich sehe keinen Beitrag, der die DDR Planwirtschaft gut heissen würde. Unabhängig davon lag das Problem der DDR Planwirtschaft nicht darin, dass geplant wurde, sonder darin dass nicht auf Basis von Fakten, sondern auf Basis von politischen Ideologien geplant wurde.

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  6. Robbie sagt

    Wow, ein klasse Artikel, der die düstere Entwicklung und Krux in der gegenwärtigen Landwirtschaft aufzeigt, die vor allem durch den langjährigen Preisdruck der Discounter und den Einfluss der milliardenschweren Chemiekonzerne, die in den Verbänden und Vereinen ihre Macht politisch, medial und intern ausspielen.

    Ein weiterer Aspekt, der ebenfalls in dem Artikel angedeutet wird, ist, dass bereits seit 2008 massiv Ackerland als Investitionsgut von ausländischen und inländischen Investoren – u.a. mit EU Subventionen von bis zu 300€ pro Hektar – aufgekauft wird – einfach mal nach “Investoren kaufen Ackerland” suchen. Dieses sogenannte „Land Grabbing“ wird u.a. von artfremden Unternehmen wie die Schweizer Bank Credit Suisse, der deutschen Allianz Versicherung, oder dem QVT Fund LP getätigt, weil sie wissen, dass die Preise steigen, weil bewirtschaftbare Landfläche, inklusive Grundwasser, ein endliches Gut ist, worunter nicht nur kleine Bauernhöfe langfristig zu leiden haben.

    Kurz: Sowohl bei den Chemiekonzernen als auch bei den Investoren geht es um die steigende Rendite der Aktionäre, und nicht um den Landwirt, unsere Umwelt, Tiere, Biodiversität oder gesunde Lebensmittel.

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    • Josef sagt

      Ja, wirklich ein klasse Artikel. An den Beiträgen der hier vertretenen Landwirte sieht man leider, dass sie nicht auf die Argumente eingehen, sondern sich in Verteidigungshaltung gegen ausserlandwirtschaftliche Angriffe und Beleidigungen verteidigen. Sie bemerken leider auch nicht, dass nicht die Kritik an der Landwirtschaft bauernfeindlich ist, sondern dass die derzeitigen Entwicklungen wirklich bauernfeindlich sind und für die meisten Bauern keine Daseinsberechtigung vorsehen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        “ ausserlandwirtschaftliche Angriffe und Beleidigungen “

        Ausserlandwirtschaftliche Angriffe und Beleidigungen sind halt Angriffe und Beleidigungen und keine Kritik. Mit Argumenten kann man denen kaum beikommen.

        Das angebliche BIO BASHING kann ich nicht erkennen, in diesem Block jedoch ein BASHING gegen konventionell wirtschaftende Landwirte.

        Ich erinnere mich noch an einen BIO Bauern, der entgegen fachmännischer Erkenntniss immer behauptete, die konv. Maiserzeuger sind an den Überschwemmungen dieses Jahres schuld, später nahm er diese Anschuldigungen etwas zurück und behauptete nur der Mais ist Schuld an dem Schlamm.

        Ein anderer BIO Bauer behauptete, die konv. Landwirte vergiften den Verbraucher, nein, er ging soweit indem er uns geistige Verwirrung durch die PSM unterstellte.

        Wenn ich dann noch höre, dass BIO Bauern keine Pestizide anwenden, dann sehe ich es als wichtig an, dem Verbraucher mitzuteilen, dass Schwefel und Kupfer auch Pestizide sind.

        Ich lade gerne die BIO Bauern zur Besichtigung eines Weinberges ein, in dem Versuche getätigt wurden.

        Da nur die erlaubte Kupfermenge von 3 Kg angewendet wurden, fiel die Bilanz sehr bescheiden aus, Verlust 100%.

        Bei der Anwendung von 4 x Phosphonaten, Verlust 95%, Phosphonate sind im BIO Weinbau nicht erlaubt, die Zulassung wird mit Nachdruck gefordert.

        Dann kommen wir zum VERBRAUCHER BASHING.

        Jeder Verbraucher hat die Möglichkeit BIO Lebensmittel zu kaufen, tut er das nicht, bestätigt er die Wirtschaftsweise der konventionellen Erzeuger.
        Und diesen Verbrauchern darf man auch ans Herz legen, dass sie das bestimmen.

        Ich kenne Menschen, darunter auch ein Heilpraktiker die sich mit BIO Lebensmittel gesund ernähren wollen und gleichzeitig Raucher sind, ich verzichte auf das Rauchen, dann kann ich mir die BIO Lebensmittel sparen. 🙂

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „Ich erinnere mich noch an einen BIO Bauern, der entgegen fachmännischer Erkenntniss immer behauptete, die konv. Maiserzeuger sind an den Überschwemmungen dieses Jahres schuld, später nahm er diese Anschuldigungen etwas zurück und behauptete nur der Mais ist Schuld an dem Schlamm.“

          In den Badischen Neuesten Nachrichten ist heute zu lesen, dass die Waldbauern von Braunsbach sich beklagen, sie bekommen kein Geld für die Schäden im Wald.

          Es seien ganze Wälder weg geschwemmt worden.

          Was denn nu?

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          • Josef sagt

            Auch mit Winterreifen komme ich nicht jeden Berg hinauf. Trotzdem fahre ich im Winter nicht mit Sommerreifen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt
              • Josef sagt

                Du hast mich wohl nicht richtig verstanden, ich meinte mit dem beispiel von den Winterreifen, dass es auch ohne Maisanbau Überschwemmungen mit entsprechenden Folgen geben würde. Es wäre aber trotzdem sinnvoll zu überlegen, ob es in manchen Lagen nicht sinnvoller wäre, keinen Mais anzubauen oder überhaupt auf Ackerniutzung zu verzichten.

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            • bauerhans sagt

              „Es wäre aber trotzdem sinnvoll zu überlegen, ob es in manchen Lagen nicht sinnvoller wäre, keinen Mais anzubauen oder überhaupt auf Ackerniutzung zu verzichten.“

              klar wäre das manchmal sinnvoll,aber wieviel oder besser,wie wenig ausgleich wird dafür bezahlt!
              das denken sich leute aus,die sich zigfach besser bezahlen als andere!

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              „Du hast mich wohl nicht richtig verstanden, ich meinte mit dem beispiel von den Winterreifen, dass es auch ohne Maisanbau Überschwemmungen mit entsprechenden Folgen geben würde. Es wäre aber trotzdem sinnvoll zu überlegen, ob es in manchen Lagen nicht sinnvoller wäre, keinen Mais anzubauen oder überhaupt auf Ackerniutzung zu verzichten.“

              Es ist sicherlich sinnvoll zu überlegen, ob die Hangneigung einen Ackerbau zulässt. Um Entscheidungen zu treffen, darf man nicht die sintflutartigen Regenmengen eines Unwetters zum Anlass nehmen, sondern die Häufigkeit von Abschwemmungen und die Häufigkeit der starken Niederschlagsmengen.

              Das Unwetter bei uns vor 2 Jahren ( 150 Liter je qm. innerhalb einer Stunde) hat Millionenschäden an Gebäuden, Straßen und Bächen verursacht, aber keine Schäden am Weinbau. Durch die hohen Niederschläge im Sommer sind wir in der Lage, eine Mulchwirtschaft zu betreiben, unter den Rebstöcken wird ein 40 bis 50 cm breites Herbizidband gespritzt.
              Würde eine Herbizidbehandlung verboten, müsste man eine mechanische Unkrautbehandlung vornehmen, das die Gefahr einer Abschwemmung mit sich bringt.

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        • Robbie sagt

          „Ich erinnere mich noch an einen BIO Bauern, der entgegen fachmännischer Erkenntniss immer behauptete, die konv. Maiserzeuger sind an den Überschwemmungen dieses Jahres schuld.”

          Studien vom Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde oder des Julius Kühn-Instituts haben mehrfach belegt, dass die Wasserinfiltration von Bio-Ackerfläche bis zu 100% höher ist im Vergleich zu der konventionellen Landwirtschaft. Und daher ist die industrielle Landwirtschaft sehr wohl für einen Teil der Hochwasser mitverantwortlich, da die Regenmassen nicht mehr versickern können.

          „die konv. Landwirte vergiften den Verbraucher,“
          Ja, es gibt über 150 verschiedene Landwirtschaftliche Pestizidrückstände in unseren Gewässern und im Trinkwasser und kein Landwirt, kein Chemiker, kein Arzt kann genau vorhersagen, was diese Chemiecocktails mit unserer Gesundheit (Hormone, Allergien, Krebs…) und unserem Ökosystem anstellen.
          Und wer die Studien der MIT Wissenschaftlerin Dr. Stephanie Seneff kennt, kennt auch die Verbindung von Glyphosat und dem Auftreten von Autismus.

          „Schwefel und Kupfer” sind keine synthetisch hergestellten chemische Pestizide, denn es geht es hier in der Diskussion um synthetisch hergestellte Pestizide und Herbizde, wenn über Glyphosat, Dicamba oder Atrazin gesprochen wird.

          Für jeden Bio Winzer, der mit 3 Kg Kupfer pro Hektar und Jahr seine gesamte Ernte verloren hat, zeigen ich ihnen 5 Winzer, die mit Glyphosat ihre Anbaufläche und ihre Rebstöcke zerstört haben.

          Dazu können sie auch gerne mal mit dem Weinhändler und studierten Chemiker Martin Kössler reden oder sich seinen Blog Weinhalle.de anschauen, denn der hat weltweit mit Winzern gesprochen und sich deren Rebstöcke und Böden angeschaut, die mehrere Jahre mit RoundUp behandelt wurden – mit katastrophalen Folgen.

          Denn nach ihrer Theorie dürfte es entweder gar kein Demeter Bio Wein geben oder alle Demeter Bauern würden gegen die eigene EG Bio-Verordnung verstoßen. Aber vielleicht sind sie da ja einer große Sache auf der Spur – ich bin gespannt.

          Wie sie vielleicht wissen, ist Glyphosat auch in Tampons, in OP Tupfern in Babynahrung, in Weizenprodukten, Trinkwasser, Honig und und und… gefunden worden und daher auch in 75% aller 2000 freiwilligen Urinproben.
          Selbst bei der reinen Bio Ernährung konsumieren wir oder kommen in Kontakt mit Glyphosat.
          Niemand, weder Ärzte, noch Wissenschaftler, noch Landwirte, noch Mütter wissen wie viel Glyphosat bereits in uns steckt oder wie viel Glyphosat wir täglich aufnehmen und welche Langzeitfolgen, also jenseits der in Studien geforderten 28 oder 90 Tage, Glyposat für Schwangere, Kinder, Kranke… hat.

          Und Heilpraktiker und Bio Lebensmittel Konsumenten sind weder Götter noch immun gegen Süchte, und dieser Vergleich hat nichts mit Glyphosat zu tun, außer:
          Was jedoch vergleichbar ist, dass das Rauchen in öffentlichen Räumen verboten wurde, denn Passivrauchen ist genauso schlimm und es war bis in die 2000er fast unmöglich sich als Nichtraucher in Wartezimmern, in Büroräumen, Bussen, in Zügen und Kneipen dagegen zu schützen – egal ob man Schwanger war, Asthma hatte oder einfach gesund bleiben und nicht stinken wollte.

          Denn auch Glyphosat und andere Pestiziden bekommen Bio-Konsumenten ab sondern auch die Nachbar-Bauern bleiben meistens auf ihren Kosten für die Pestizid Abdrift sitzen, die ihre Bio-Ernte kontaminiert haben und zerstört werden müssen.

          Die Landwirte können gerne Glyphosat weiterverwenden, wenn die Behörden sagen, dass es dann als Zusatzmittel auf den Lebensmitteln deklariert werden muss.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Die Wasseraufnahmefähigkeit wird vom Humusgehalt bestimmt und nicht nach der Wirtschaftsweise.

            Die Niederschläge der Straßen, Autobahnen und deren riesige Parkplätze und die Hohenloher Ebene werden durch kleine Bäche wie in Braunsbach abgeleitet. Selbst die Einwohner von Braunsbach sehen die extremen Niederschläge als die Ursache und nicht in der Landwirtschaft.

            Durch die heutigen Analysen ist fast jeder Stoff im Grundwasser nachweisbar, zb. auch Diclofenac und Hormone wie 17-alpha-Ethinylestradiol. Das würde auch erklären, warum die Brüste der jungen Kerle größer sind, als die der Mädchen.

            Zu allem gibt es Studien, was darin steht bestimmt derjenige, der bezahlt. Das gilt für beide Seiten.

            Bei uns gab es mal einen Arzt, wenn der mit seinem Latein am Ende war, dann gab er den Pflanzenschutzmittel die Schuld. Dann war der Patient wieder zufrieden.

            Bio Betriebe erklären immer, sie würden keine Pestizide anwenden und das ist gelogen. Richtig ist schon, das sie keine synthetisch hergestellten Pestizide anwenden dürfen, jetzt wird wieder über die Zulassung von Phosphonate gerungen, das wird synthetisch hergestellt.

            Atrazin ist seit 1999 verboten, warum wollen sie jetzt über ein nicht erlaubtes Mittel diskutieren?

            Rebstöcke werden durch Glyphosat nicht geschädigt, es sei denn, Triebe werden von Glyphosat getroffen. Dass man dies vermeiden muss, gehört zur Grundkenntnis eines jeden Winzers.

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          • bauerhans sagt

            wenn man auf gummiabrieb von autoreifen beproben würde,dann gäbs grosse überraschungen.

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  7. Josef sagt

    Da setzt sich ein Verbraucher kritisch mit dem Bio Bashing und Verbraucherr´Bashind vieler Bauern auseinander, und damit, dass sie und der Bauernverband eigentlich die Interessen der Industrie vertreten. Und was kommt als Antwort: BIO BASHING und VERBRAUCHER BASHING. Immer die gleiche Leier und das schon seit Jahrzehnten.

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    • bauerhans sagt

      „Da setzt sich ein Verbraucher kritisch mit dem Bio Bashing und Verbraucherr´Bashind vieler Bauern auseinander…“

      das ist eine aneinanderreihung von emotionalen behauptungen.
      wer austeilt,muss auch einstecken.

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  8. w.leyk sagt

    Ich gebe dem Autor insofern Recht, als ihm aufgefallen ist, dass Landwirte genau die Gruppe abqualifizieren, die bereit ist angemessene Preise zu zahlen und die nicht nur Arbeit, sondern auch bäuerliches leben wertschätzt.

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  9. Irgend Einbauer sagt

    Schon in den ersten paar Zeilen der „Stimme des Bürgers“ zeigt sich, dass dieser so inkompetent ist, dass er sich selbst wieder für kompetent hält.
    Er ist ein klassisches Opfer der in WHES gebündelten Verbrauchertäuschungs- und Betrügerorganisationen.
    Er schreibt ja, dass sich gerade Bürger, die sich „etwas mehr Gedanken machen“ vermehrt zu Bio greifen, fragt sich aber nicht, warum niemand, aber wirklich auch niemand, der auch über das Hintergrundwissen verfügt, zu Bio greift.
    Es ist nicht so, dass wegen dem bisschen Bio das Klima kippt, die Böden verseucht und ausgemergelt, die Konsumenten vergiftet werden, und auch nicht bei jedem Bio verecken die Tiere wie bei Schweisfurth, aber letztlich gibt es keinen einzigen Grund, der dazu herangezogen werden kann, dass die Biobranche sich ausdehnen sollte.
    Bio hat seine Berechtigung, dem sich elitär fühlenden Strohkopf etwas vom lockeren Geld aus der Tasche zu ziehen, und ihm damit vorzugaukeln, ein besserer Gutmensch zu sein, der sich gut fühlen darf und kann, und deshalb die nächste Kreuzfahrt beispielsweise mit dem Verzicht auf 100 Gramm Fleisch rechtfertigt.
    Solche Leute fühlen sich elitär, überlegen und schlau. Dass sie nur Opfer von Bioland, Naturland, demeter und Co sind, und durch ihr Verhalten mindestens den 10fachen Klimafußabdruck hinterlassen, wissen sie nicht, und interessiert sie auch nicht.
    Einen Aufschlag über die Marktpreise hinaus kann man nur von solchen Leuten erwarten.
    Ich erinnere mich an meine Kinder, die schon vor einigen Jahren von der Schulrektorin eine „Erkenntnis“nach Hause gebracht hatten.
    Sie rechtfertigt es, mit ihrem 2-Tonnen BMW-SUV am Biolandladen vorbei nochmal 10 Kilometer weiter zum demeter zu fahren, um den noch ökologischeren Salat zu ergattern.
    Was wäre es schlimm, wenn ein Salat einen ähnlichen Fußabdruck hinterlassen würde, wie wenn sie den Zündschlüssel (ohne zu Starten) in ihre Kiste für Biofrauen in der Nachfruchtbarkeitsphase steckt?
    Ganz selbstverständlich predigt sie auch Fleischverzicht. Dass sie sich für ihre hundert Gramm eingeflogenen Spargel aus Peru auch 5 Schweinehälften in die Truhe legen könnte, scheint sie so wenig zu stören, wie andere bildungselitäre Strohköpfe, die Kinder an Schulen mit ihrem Halbwissen indoktrinieren, und zu besseren Gutmenschen züchtigen wollen.

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    • Stadtmensch sagt

      >> aber letztlich gibt es keinen einzigen Grund, der dazu herangezogen >>werden kann, dass die Biobranche sich ausdehnen sollte

      Ökologische Landwirtschaft verursacht etwa 15 bis 20 Prozent weniger Treibhausgase als der konventionelle Anbau. Nachhaltig bewirtschafteter Boden speichert pro Hektar rund 3,5 Tonnen mehr Kohlenstoff als herkömmliche Landwirtschaft. Von den für Biolandbau typischen Fruchtfolgen und den Verzicht von Pflanzenschutzmitteln profitiert auch der Artenreichtum.
      http://www.nature.com/nclimate/journal/v4/n5/full/nclimate2196.html

      Nochwas:
      40 Prozent der Agrar-Direktzahlungen landen als leistungsloses Einkommen bei den Verpächtern (das schlecht!)

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        • Stadtmensch sagt

          Ja – danke. Die „agrarfakten“ sind genau so einseitig und polemisch wie viele populärwissenschaftliche Infoseiten der sog. „Gegner moderner Lanwirtschaft“.
          Kein Wort von Ton-Humus-Komplex, Lebendverbau, Dauerhumus…
          Und das in einem Land, wo es von wissenschaftlichen Instituten zur Bodenkunde nur so wimmelt.
          Statt dessen: den Leuten gehts zu gut – und doof sind sie auch noch…
          So kommen wir nicht weiter. Der Herr Morgenstern hatte es gut auf den Punkt gebracht: „Die zur Wahrheit wandern, wandern allein“

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      • Irgend Einbauer sagt

        Das ist natürlich Bullshit. Schon allein der CO2-Ausstoß in der Produktion liegt bei Bio bei jedem Getreidekorn mehr als doppelt so hoch (Kannste nachrechnen). Bio bewirtschafteter Boden verliert an Humus bis sich die Bodenfruchtbarkeit und somit die Ertragslage mehr als halbiert hat (Logik). Teilweise verlieren Bioböden soviel an Fruchtbarkeit, dass sie vom Aushub eines Tiefbahnhofs nicht mehr zu unterscheiden sind.
        Der Ertragsunterschied allein reicht um ein Mehrfaches, um sich energetisch selbst zu versorgen. Bio kommt weder ohne fossile Energie, noch ohne die konventionellen Bauern als Rohstofflieferanten aus.
        Bio ist im kleinen Maß vetretbar, sollte aber meiner Meinung nach bei 5% gedeckelt werden. Der einzige Grund, der gegen eine Deckelung spricht ist, dass bei gedeckeltem Bio die forschreitende Verblödung der Geesellschaft nicht mehr abgeleitet werden kann.

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        • Sabine sagt

          Erstens: Umgucken, es gibt mehr als nur Bio als Alternativen.
          Also, es gibt Anbaumethoden, die als Grundlage die Anreicherung von organischem Material im Boden haben. Die laufen normalerweise auch unter Bio bzw. Organic. Da wird nicht gepflügt, kaum Kunstdünger benutzt und seltenst gespritzt. Braucht aber ein recht ausgeklügeltes System was Fruchtfolgen und Weidemanagment angeht. Da wird versucht so viel wie möglich auf der Input-Seite bei der Produktion zu einzusparen, also auch bei den Bodenbearbeitung, Maschinen und Kraftstoffen.
          One-Straw-Revolution, verschiedene Perma-Kultur-Systeme oder eben auch Carbon-Farming oder Soil-Health nutzen natürliche Synergie- und Symbiose-Effekte aus. Das ist für viele konventionelle Farmer in USA und Australien, die auf – für unsere Verhältnisse- extremen Standorten arbeiten oft der einzige Weg aus der Schuldenfalle und der Abhängigkeit von den großen Handelsketten.
          Es nutzt nichts ein System, was für einen nicht funktioniert, noch mehr auszuweiten. Eine Maschine mit Konstruktionsfehlern wird nicht besser, nur weil ich sie drei Nummern größer baue.
          Also, so wie wir bisher wirtschaften taugt es vielen Landwirten nicht, die Betriebe einfach größer machen, wird das Grundproblem nicht lösen, sondern nur zuspitzen.
          Zweitens:
          Also einfach mal den Leuten zu hören, die sagen, ich hab was gefunden, was für meinen Betrieb funktioniert und was für mich wirtschaftlich ist.
          Dass, was für einen selber möglich ist, übernehmen und weiterentwickeln, dass es auf den eigenen Betrieb passt.
          Drittens:
          Der Kunde ist ein Drecksack, bleibt ein Drecksack und wird immer ein Drecksack sein, weil er ein Mensch ist.
          Ob man, das was man am Ende macht, dann Bio oder angepasste Landwirtschaft oder Schnepfen-Rettungs-Aktion nennt, kann einem doch egal sein, wenn die Kasse endlich wieder vernünftig klingelt und wie schlau oder wie doof der Durchsschnittskäufer ist, doch auch.
          Himmel, Heerscharen von Vertrieblern verkloppen Dinge, die kein Mensch braucht oder deren Qualität niemand wirklich selber beurteilen kann, aber die schütteln das Geld trotzdem aus den Leuten. Das machen die nie im Leben mit Sachargumenten, die verkaufen sich, ihre Marke, das gute Gefühl dazu zu gehören, oder was immer. Einfach mal nen Verkaufstrainer aus dem Netz runterladen und staunen, was man aus heißer Luft alles machen kann.
          Son bisschen, nur ein klitzekleines bisschen Kunden umarmen, das kann doch nicht so schwer sein, oder?
          Wer Scheiße schüppen kann, kann auch mal Drecksäcke umarmen.

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          • Stadtmensch sagt

            >>wird immer ein Drecksack sein
            Genau! Dekadente Weicheier! Völlig neben der Spur 😉
            Das kommt aber davon, dass ihnen das Denken bei der ganzen Dienstleisterei abgenommen wurde. Außerdem bekommen die Bauern sowieso immer nur die hoffnungslosen Fälle zu sehen: Pferdetussen, SUV-fahrende Demeterkundensnobs, Stadtflüchter mit (Alp)Traumhaus und Magnolie statt Quitte. Der Rest wird über die Määhdien vermittelt (DSDS, Lifesyle Dokusoaps). Ich kann den Frust durchaus nachvollziehen…
            Der uninzenierte Städter ist aber genau so abgestumpft, abgehetzt, illusionslos und müde wie alle, die korrekt nach der Pfeife des ökonomischen Sachzwangs tanzen. Was er braucht ist Ablenkung, Zerstreuung, Spaß, Erlebnis-Einkaufen. Da er immerzu sitzt muss er (wenn er will, dass er ab 70 noch wie der rüstiger Rentner aus der Werbung daher kommt) einen Teil seiner „Freizeit“ mit *ing verbraten.

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            • Sabine sagt

              Weisse, Stadtmensch, ich versteh einfach nicht, wie man sich ernsthaft über Kundschaft aufregen kann.
              Frag mal jemanden bei den Finanzen. Da kommen Leute rein, die wollen max. zehn Jahre 50 Euro im Monat anlegen, aber danach mindesten 50TEuro ausgezahlt bekommen. Oder traben mit 0 Euro beim Autohändler an, wollen genau die 0 Euro ausgeben, aber ne Jahreswagen.
              Würden alle Verkäufer und Vertriebler Kunden mit völlig verqueren Vorstellungen wegschicken, läge der Handel am Boden.

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          • bauerhans sagt

            „Wer Scheiße schüppen kann, kann auch mal Drecksäcke umarmen. “

            neenee,scheisse schüppen befreit die bronchien,drecksäcke umarmen bedeuted das genaue gegenteil!

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  10. Rolf Bauer MV sagt

    Ich möchte mich den Worten von Bauer Klaus anschließen. Beim Verfasser spüre ich geballte Wut und Frust, die leider ebenfalls zu plakatieven und allgemeinen Beurteilungen des Bauernstandes führen. Als Landwirt in MV auf einem Familienbetrieb der konventionellen Produktion habe ich auch die stetige Diffamierung und das Schubladendenken der Kritiker, NGO-s usw. als sehr verletzend und unbegründet empfunden. Trotzdem habe ich nie das Bedürfniss gehabt, mit entsprechenden Worten zurück zu kontern.
    Groß – Klein , Bio -Konventionell Nord – Süd oder Ost – West u,s.w. sind für mich keine Spannungsfelder, über die die Beziehung von Bauer zu Bauer und Bauer zum Verbraucher zerbrechen sollten.
    Niemals stellen ich und meine Kollegen uns blauäugig oder unreflektiert vor die Industrie , Banken oder Lobbyisten der Industrie und der Bauern.
    Aber wir kaufen auch da ein, wo unswere Produktionsmittel günstig sind.
    Das Wachstum und die Ausrichtung des eigenen Betriebes wird nur – wirklich nur – von den Entscheidungen des Inhabers in eigener Verantwortung für sich und seine Familie getroffen. Der Bauernverband oder andereb beratenden Verbände haben nie meine Verträge oder Anbaupläne oder Stallbauaufträge unterschrieben.
    Für meine Entscheidungen bin ich völlig selber verantwortlich.
    So geht es auch dem Käufer von Heizdecken und Schundartikeln auf der Kaffefahrt oder anderen “ Überredeten “ bei QVC usw. .
    Meine Arbeit mit Urlaubern und Schulklassen und jedem Interessierten Verbraucher zeigt , das das Verhältnis von Auge zu Auge nicht gestört ist. In den anonymen Medien
    bin ich allerdings sehr beunruhigt – am Shitstorm des o.g. Kommentators und vielen Komentaren bei Willi zu erkennen.

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  11. bauerhans sagt

    ein merkwürdiger kommentar!
    tatsächlich kauft die mehrheit der verbraucher in D billige lebensmittel bei discountern,bio spielt nur eine kleine rolle(siehe statistik)
    wachsen oder weichen ist das credo des bauernverbandes,das stimmt,aber totale abhängigkeit von der grossindustrie,ist graue theorie.

    bauern produzieren unflexible güter,bedingt durch sehr langfristige investitonen,womit sich vieles erklären lässt.

    der produktionsfortschritt der letzten jahre ist immens und hat zu übervollen märkten geführt.

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  12. Bauer Klaus sagt

    Meiner Meinung nach geht der Verfasser von einer falschen Grundannahme aus. Letztlich kaufen die Bürger Lebensmittel nach ihren ureigenen individuellen Bedürfnissen ein. Dabei spielen die individuellen Qualitätsansprüche und der Preis die wichtigste Rolle. Standardqualität (die mag jeder für sich als gut oder weniger gut einstufen) in allen Lebensmittelregalen, auch im Discount, erfüllt diese Ansprüche. Und wenn sie zum günstigen Preis aus heimischer Herkunft nicht zu finden ist – na dann eben aus anderen Ländern. Daran orientieren sich die meisten Bauern richtigerweise und erzeugen das was der Markt echt nachfragt und nicht was idealerweise wünschenswert wäre, aber nicht in großem Umfang tatsächlich eingekauft wird. Ich halte viel mehr davon, die Verbraucher so zu akzeptieren wie sie sind und die verschiedenen Prioritäten mit einem guten Angebot zu bedienen. Mit Toleranz auf allen Seiten sollte es möglich sein, die jeweiligen Bedürfnisse von Verbrauchern und die Entscheidung der Erzeuger für die eine oder andere Produktionsweise mit Respekt anzuerkennen und zu achten. Mir gefällt vor allem die Besserwisserei von einigen aus der Szene der Ökos und Grünen samt deren NGO´s überhaupt nicht. Nur zu verständlich, dass permanent an den Pranger gestellte herkömmlich produzierende Erzeuger irgendwann auch zu einer radikaleren Wortwahl greifen. Auch verständlich, dass der Verfasser in die allgemeine Verunglimpfung des Bauernverbandes einstimmt (wegen seiner falschen Grundannahme). Der Sache der Bauern dient er damit überhaupt nicht.

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    • Stadtmensch sagt

      >> und nicht was idealerweise wünschenswert wäre

      Das ist doch der Grundkonflikt: Die einen wollen Markt und Bedürfnisbefriedigung und die anderen haben Ideale bzw. Vorstellungen
      von Regularien, um „das System“ nicht kippen zu lassen. Ich vergleiche „das System“ immer mit einer riesigen Menschenmenge:
      irgendwer fängt an zu schieben und zu drängeln, der Nachbar will dem Druck ausweichen und schiebt auch bissel. Am Ende wird so ein
      riesen Druck aufgebaut, dass viele überrannt oder erdrückt werden. Deshalb gibt’s „Besserwisser“, die bauen an der richtigen Stelle
      Vereinzelungsanlagen und Notausgänge und viele andere Regularien ein, damit Katastrophen vermieden werden können.
      In einer komplexen Gesellschaft kann man nicht von jedem „Wirtschaftssubjekt“ erwarten, dass es die Konsequenzen seines Tuns
      überblickt.

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      • Irgend Einbauer sagt

        Diese durch selbst aufgebauten Druck entstandenen Notausgänge sind die Krebsgeschwüre einer wohlstandsdekadenten Gesellschaftsschicht, und nennen sich Bio. Wobei die Bauern lediglich einen Markt bedienen, das Karzinogen selbst sind die Verbände, die ihre Kunden durch Verleumdung der konventionellen Bauern binden, und ihre Helfer in der Presse.

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