Bauer Willi
Kommentare 73

Die Sehnsucht nach dem Land…

Neulich war ich auf dem Kölner Hauptbahnhof, hatte noch etwas Zeit und habe dieses Foto gemacht. 25 (fünfundzwanzig!) Zeitschriften habe ich gezählt, die irgendwie den Begriff „Land“ oder ähnliches im Titel führen. Und die werden alle verkauft!

Die positive Nachricht: es muss viele, sehr viele Menschen geben, die sich ein Leben auf dem Lande wünschen und deshalb zu diesen Zeitschriften greifen. Allerdings: mit dem, wie es heute wirklich auf dem Land zugeht, haben die alle nicht viel am Hut. Es werden Bilder aus wunderschönen Bauerngärten gezeigt, es gibt Rezepte, wie man Grünkohl richtig zubereitet („so macht es die Bäuerin!“) oder wie man alte Milchkannen bunt anmalt.

Und jetzt höre ich schon wieder die Kommentare: „So ein Scheiß, da wird doch das vollkommen falsche Bild produziert“, oder „ja, und Bauer sucht Frau ist auch so ein Schwachsinn, da werden wir Bauern auch nur veräppelt“ oder „Landlust ist der falsche Begriff, es müsste eigentlich Land“frust“ heißen“ und „der Verlag, der auch die topagrar rausgibt, macht sich mit der LANDlust die Taschen voll“. Alles richtig und doch wieder nicht.

Denn: wenn so viele Menschen nicht mehr wissen, wie heute Landwirtschaft läuft, wenn gleichzeitig so viele Menschen ein Interesse daran haben, dann ist das für uns Bauern eine RIESENCHANCE. Denn wir können es ihnen zeigen, wir können es ihnen erzählen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger und „Faktencheck“, sondern ganz persönlich, von Mensch zu Mensch. Mit einfachen Worten: „Ich erzähle Dir mal, wie wir das machen und Du erzählst mir mal, wie Du es Dir wünschst“. Eben Dialog: zuhören, fragen, wieder zuhören, wieder fragen. Und eben nicht mit unserem geballten Wissen losfeuern, warum es ohne das ein oder andere nicht gehen kann. Dann klappt der Mitbürger die Ohren zu oder schaltet auf Durchzug.

Den Dialog nicht gewinnen wollen, sondern ernsthaftes Interesse an der Meinung des Gegenübers haben. So könnte es gehen. Und wenn das viele machen…nicht auszudenken…

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 1.216 gesamt, 1 heute)
0

73 Kommentare

  1. Hartmut Keller sagt

    Ich habe vor ca. einem Jahr einen Vortrag von Dr. Schulze Pals ( Top Agrar-Chefredakteur ) gehört. Dabei meinte er, dass solche Zeitschriften die romantische Vorstellung der Verbraucher über die gewünschte Landwirtschaft erheblich verstärken. Ich fragte ihn darauf hin, ob man in der Landlust nicht wenigsten eine Seite über die heutige Landwirtschaft bringen könnte, daß müsste mit den landw. Fachleuten des Verlags doch zu machen sein. Schließlich ist das Verlagshaus für mich auch etwas mit in der Verantwortung. Das lehnte Herr Schulze Pals aber sofort ab, da schon bei der kleinsten Berichterstattung über moderne Landwirtschaft in der Landlust die Verkaufszahlen zurück gehen würden.
    Das war schon sehr ernüchternd.

    0
  2. Paulus sagt

    Ja, eine gewisse Sehnsucht nach „dem Land“ scheint zweifelsfrei vorhanden zu sein.
    Wir haben des Öfteren Gäste auf unserem ostbelgischen ländlichen Refugium. Wenn die Wiesen schön bunt sind und das Gemüse sprießt und die Sonne scheint kommen alle gerne und finden es ganz toll. Und wenn ihnen eines unserer Hochlandrinder eine Möhre aus der Hand frisst stehe ich in höchster Alarmbereitschaft daneben; die haben nämlich verdammt lange Hörner und bewegen schon mal den Kopf. Spätestens wenn ich mit der Forke etwas von dem Komposthaufen aufnehme und unsere nützlichen Helfer zum Vorschein kommen, höre ich von den verwöhnten Blagen aber zum ersten Mal „Iiiihh.“ Nachdem die letzten Tomaten abgeerntet sind und wir alles verteilt bzw. verschenkt haben, besteht an dem ach so schönen Landleben dann schlagartig kein Interesse mehr. Auf mein Angebot, man könne sich an dem Ganzen ja gerne auch aktiv oder auch finanziell beteiligen, entsinnt man sich dann doch lieber auf das angenehme urbane Leben in Köln-Lindenthal. Von unserem Gemüse, was nun garantiert Bio ist, wird übrigens alles mit kleinsten optischen Beeinträchtigungen verschämt irgendwie wieder zurückgelegt. Und einen Rotkohl brauchst du erst gar nicht anbieten; den klein zu schneiden könnte ja die Finger rot machen.
    So viel zur Sehnsucht nach dem Land!
    Wenn du, lieber Bauer Willi, diese Menschen zum Dialog auf deinen Hof einlädst, werden sie aus Höflichkeit auf deine Argumente eingehen. Ob du damit etwas erreichen kannst glaube ich eher nicht. Aber wie du schon ausführtest; für die Verlage scheinen derartige Magazine wohl rentabel zu sein, sonst gäbe es sie nicht.
    Ich spreche hier selbstverständlich nicht für „die Bauern“ sondern habe nur das Thema Zeitschriften aufgegriffen.

    +2
    • Sabine sagt

      Lindenthal, da hast dann auch wirklich die Perlen auf den Hof geholt. Hoffentlich hast Du keinen Ganter, der dem Jan-Torben-Hendrik den Grünkernkeks streitig macht. Sonst bekommt das arme Tier ne Nachschulung in gewaltfreier Kommunikation. Mit mir reden solch Leute gar nicht. Die sind total Multi-Kulti, solange die Migranten brav in Kalk und Müllem bleiben und sind total Bio, solange es nicht stinkt.

      0
      • Paulus sagt

        Dein Beitrag ist aber nun wirklich totaaal „Politically Incorrect.“
        Ich sage dies ganz langsam, mit einem verklärten Blick und übe dabei leichte Tanzbewegungen aus. Du verstehst mich schon.

        0
  3. Frank Tietjen sagt

    Solche Zeitschriften sind daran schuld, dass wir in der Landwirtschaft immer mehr ärger mit Nachbarn und Behörden bekommen. Da wird von Idylle, Ruhe und guter Luft geschwärmt bis die Städter sich ein Haus im Dorf kaufen und dann merken, dass Kühe auch nachts muhen und Hähne krähen und der Bauer auch Sonntags arbeitet und dabei ständig durch das Dorf muss. Wenn dann vielleicht noch die silage riecht ist es ganz aus. Weil man ja sein leben lang auf das Haus im grünen gespart hat und das miteinander in der Stadt verlernt hat, werden Rechtsanwälte und Behörden eingeschaltet um dem Ärgernis Landwirtschaft ein ende zu setzen.

    +1
    • Andreas Schmid sagt

      Meinem Senior ist wegen so einem „Neubürger“ der Kragen geplatzt. Er ist mit einem 40er Schlepper mit ca. 28 Km/h an ihm vorbeigefahren. Er meinte er solle doch gefälligst langsamer fahren. Seine Frau ist der gleichen Meinung, sie sagte mir aber einmal, dass sie regelmäßig Strafzettel wegen zu schnellem fahren bekommt. Sie kauft aber nur Milch von Kühen, wo die Kälber bei der Mutter bleiben dürfen. Der Transport spielt keine Rolle.

      0
    • bauerhans sagt

      „Solche Zeitschriften sind daran schuld, dass wir in der Landwirtschaft immer mehr ärger mit Nachbarn und Behörden bekommen.“

      das stimmt nun überhaupt gar nicht!!
      ich wohne in einem sehr dicht besiedelten gebiet und da kann man immer ein bisschen rücksicht nehmen,kostet auch nix.
      aber auch hier gibts einen,der immer nachts neben der siedlung krach machen muss,der am freitag unbedingt mist streuen muss,nie die strassen säubert und sonntags unbedingt grubbern oder pflügen muss.

      +1
  4. Stadtmensch 2 sagt

    ….Besser als nichts wenn „Selbsternannte Umweltschützer“ den großen Verlust benennen?

    Nee da ist „nichts“ sicher besser, denn die Energie die dazu aufgewandt wird um Dir das „warum“ zu erklären kostet die Erde viel mehr. Einfach mal die Klappe halten und selbst was tun.

    Und vielleicht auch gleich mal lernen was der Unterschied zwischen Äpfel und Birnen ist – denn das Beispiel mit der Sklavenhaltergesellschaft ist so weit hergeholt da kann man auch gleich alles in Frage stellen.

    Der beste Umweltschutz ist sicher eine Erde ohne Menschen. Bin mir auch ganz sicher, wenn wir das Land wie vor 2000 Jahren bewirtschaften wird das schnell erreicht werden. Denn dann wird der Stärkere den Schwächeren einfach erschlagen.

    0
    • Stadtmensch sagt

      Wers nicht mit einfachen Worten erklären kann, hats auch nicht verstanden. Wundert mich aber nicht, dass gewisse Enfaltspinsel (issobasta-Fraktion), die selbst mit der kleinsten dialektischen Fingerübung überfordert sind, jetzt mit Äpfeln und Birnen und Klappe halten rumfuchteln…

      0
    • Bauer Willi sagt

      Worauf bezieht sich dieser Kommentar? Was haben Landzeitungen mit „Sklavenhaltergesellschaft“ zu tun? Und wer soll wozu seine „Klappe halten“? Bitte um Aufklärung!
      Bauer Willi

      0
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Bauer Willi,
        wenn es um „Sklavenhaltergesellschaft“, musst du de Stadtmensch fragen, der hat es in einem Beitrag erwähnt.

        Dann kommen wir noch zum „Enfaltspinsel“, ich gehe mal davon aus, das Einfaltspinsel gemeint ist, da ist „Einfach mal die Klappe halten und selbst was tun“ meines Erachtens“ eine harmlose Aussage.

        0
        • Stadtmensch sagt

          Ja, so weit kommt es leider, wenn man sich dazu hinreißen lässt, auf eine (nicht zum Thema passende: „selbsternannte Naturschützer“) Polemik vom Ehemaligen Landwirt einzugehen.
          Außerdem tue ich was. Habe mir selbst gerade Unterlagen für 4 Apfelbäume besorgt, auf denen ich nun versuche, die Sorte Rebella zu „kopieren“.
          Die Sklavenhaltergesellschaft können wir später noch erörtern…

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Sie wollen Edelreiser auf eine Unterlage Pfropfen?

            Wie macht der Städter das, in Spalt. Geißfuß oder in die Rinde?

            Und welche Unterlage nimmt der Städter?

            Rebella ist nicht schlecht, was Schorf und Mehltau angeht.

            0
            • Stadtmensch sagt

              Der Städter weiß es noch nicht so genau. Vielleicht schickt der Willi ja auch die email Adresse eines hier im Forum sehr aktiven ehemaligen Obstbauern einem gewissen Städter, welcher dann wiederum im Bedarfsfall wohlanständig um ein paar Tipps bitten könnte.

              0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Herr Stadtmensch,

              ich darf mich staatlich geprüfter Baumwart nennen, ohne Ärger mit dem Staatsanwalt zu bekommen.

              Habe das Veredeln gelernt, aber meistens nur Kirschen veredelt.

              Selbstverständlich würde ich ihnen die leckere Sorte aufpfropfen, mache sie darauf aufmerksam, ich verlange den selben Stundenlohn wie mein Heizungsmonteur, plus Anfahrt. Habe schließlich noch einen Betrieb zum aufbessern meiner Rente, da kann ich diesen Stundenlohn verlangen. Säge, Okuliermesser, Bast und Baumwachs werden extra gerechnet.

              Einen Tipp von mir, kaufen sie ihre Äpfel in einem Hofladen, dort sind sie billiger. 🙂

              0
            • fred huber sagt

              also, wäre ich staatlich geprüfter baumwart, würde ich einem stadtmenschen schon ein paar tipps kostenlos geben. schließlich gehts ja nicht ums geld. der gute wille zählt. und das ist jetzt nicht sarkastisch gemeint.

              wir leisten uns, in unserer 6000-seelen-gemeinde, eine „baumbeauftragte“. irgendwie lustig. nur so am rande….

              0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Fred

              War 45 Jahre aktiver Feuerwehrmann, aller Dienst umsonst das reicht ja wohl, na ja in der Jahreshauptversammlung gab es Schnitzel mit Brot, dafür musste ich nicht einmal Einkommensteuer bezahlen und jetzt soll ich noch in eine Stadt fahren um umsonst Tipps zu geben?

              Ein Tipp hätte ich schon, der Stadtmensch soll seine Bäume in einer Baumschule kaufen, so mache ich das auch.

              Frage:

              Wie alt ist die Baumbeaftragte und sieht die besser aus als Alce Schwarzer?

              Beim Kopulationsschnitt wäre ich noch lernfähig.;)

              0
            • fred huber sagt

              über den kopulationsschnitt kann ich nichts sagen, sie ist meine schwägerin…
              alice schwarzer steht nicht zur debatte. bitte bleiben sie sachlich! 🙂

              0
            • fred huber sagt

              @alois: es gibt hier wohl … , oder bugs mit satzzeichen..?
              mfg

              ps: dreifachpunkte werden nicht angezeigt

              0
  5. Altbauer Jochen sagt

    Das Landleben ,dargestellt in schönen Bildern der Zeitschriften
    ist natürlich nicht die Realität der Landwirtschaft.
    Aber das Leben auf dem Lande ,auf dem Hof, inmitten der Natur
    umgeben von dem wofür man arbeitet, ist ein Privileg das in
    so manchem vielleicht Sehnsucht nach einer heilen Welt weckt.
    Der Anschein ist da,das aber auch harte Arbeit dahintersteckt
    und oft genug Überlebenskampf ist dabei nicht immer erkenntlich

    +1
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die harte Arbeit, die dahinter steckt, interessiert doch niemand, die Gesellschaft verlangt, dass Bauern für eine schönen Landschaft sorgen, dass man am Wochenende , beim Sparziergang schöne Blümchen anschauen kann. Wenn dann das Hofcafé dann noch das Schnitzel mit Pommes für 4,99 anbietet ist alles perfekt.

      0
  6. Stadtmensch sagt

    Ok, ihr wollt wissen, wie der extremistische Flügel der interssierten „Verbraucher“ denkt? Landlust und Co. sind wie Abreißkalender. Jedes Jahr der gleiche sedierende Scheiß. Wer hat denn Zeit und Muße, die ganzen Trockenblumengestecke und Vogelhäuschen zu bauen? Aus ökologischer Sicht eine Katastrophe (rendundante Informationen auf Hochglanz zur Bedürfnisweckung zwecks Intensivierung des Konsums). Dass das fast niemand so (als Problem) sieht und dass es hier quasi (des lieben Friedens willen) schön geredet wird ist meine völlig unbedeutende Meinung. So und jetzt noch etwas Gegenpropaganda:
    „Niemand ist glücklich mit diesem System. Fast niemand“
    http://www.klimaretter.info/meinungen/rezension/22558-landwirtschaft-in-absurden-spaehren

    +1
    • bauerhans sagt

      „Landlust und Co. sind……“

      geschäftsideen,um geld zu verdienen.
      die botschaft dahinter spricht die emotionen an.
      solche gärten finden alle toll,will aber keiner haben,wegen der arbeit damit!

      +1
  7. Interessantes Phänomen. Wikipedia schreibt zur „Landlust“, die ich auch schon mal als Abo verschenkt habe (es ist ja nicht falsch, das Geschenk nach dem mutmaßlichen Geschmack der Empfängerin auszurichten):

    „Die Zeitschrift spricht die gutsituierte und kaufkräftige, „naturverbundene, wertkonservative Leserschaft“[4] mit hoher Marken- und Qualitätsorientierung an.[5] Die Leser des Magazins sind überwiegend aus der Altersgruppe zwischen 40 und 60 Jahren, zu 72 % Frauen und wohnen zu 85 % in Orten mit weniger als 100.000 Einwohnern (rund doppelt so häufig wie die Gesamtbevölkerung), 70 % wohnen im Eigenheim, 83 % besitzen einen Garten.“

    Es spricht also wenig für ein allgemeines Missverständnis der Leserschaft über die Verhältnisse auf dem Land. Geht wohl eher um Einrichtungs-, Deko- und Gartenideen.

    0
    • Bauer Willi sagt

      Die sich aber mit dem Zusatz „Land“ einfach besser vermarkten…Ist doch auch eine Erkenntnis.
      Bauer Willi

      0
      • Ja, und für Stadtlust gibt es zahlreiche Reiseführer.
        Viele werden bei Landlust sicher auch an Rosamunde-Pilcher-Landschaften denken, Männer eher an Land Rover, also vornehme Britishness, von denen ja auch einige denken, diese in ganz England vorzufingen.

        0
  8. Thea S sagt

    Die Zeitschriften vermitteln ein Lebensgefühl, nicht die Realität, so wie „Bio“ das auch macht (s. den von Willi zitierten WDR Markt Beitrag). Oder halt die „alternativen Fakten“. Jedem das Seine, so lange es glücklich macht.

    0
  9. Sandra Harms sagt

    tja, ein paar gute seiten muss man diesen zeitschriften schon mal zu gestehen, wenn dort vermittelt wird was man so in seinem garten machen muss damit die blumen und sträucher alle gut wachsen, aber wenns dann an die landküche geht, hörts dann wohl bei grünkohl auf… wenn man reelle landküche abbilden würde, würde sich so mancher städter schütteln, da gibt es zb pfötchen,sauerfleisch,sülze,bregenwurst um nur einige dinge zu nennen die wohl die allerwenigsten leute ausserhalb der dörfer noch kennen und auch essen…
    leider ist es aber so, das die zeitungen nur die hälfte vom dorfleben zeigen, da brummt mal der mähdrescher bis nachts um 3, da poltern die zuckerrüben rund um die uhr auf die lkw wenn sie verladen werden, und genau so stinkt es dann mal wenn gülle gefahren wird oder mist gestreut wird…. mit sicherheit findet man dort auch nichts darüber, das ganze dorfgemeinschaften dann auch mal das dorf gemeinsam sauber machen, beispielsweise im herbst das laub weg machen….
    mein fazid, die grund idee ist ja nicht schlecht, aber man macht es bei der presse wie so oft an anderen stellen nicht zu ende,zeigt nur einen kleinen ausschnitt fürs wohlbfinden…. ich finds ein wenig traurig das das so ist, aber mit der realität lässt sich wohl keine kohle verdienen, und wenn dann städter in die dörfer ziehen, erleben die etwas ganz anderes als sie dachten…. man sollt vll mal an die redaktionen der zeitschriften freundlich herantreten und denen mal im gespräch aufzeigen, das es mehr gibt wie grünkohl a´la bäuerin…

    0
  10. Herbert Moritz sagt

    Das ist doch quasi ein Beweis dafür, und müsste doch noch allen aktiven Landwirten zeigen, das ein großer Teil der Bevölkerung sehr wohl großes Interesse an einer Natur- und Kulturlandschaft erhaltenden Agrarwirtschaft haben. Die schönen Fotos in den Zeitschriften stimmen jedoch keinesfalls mit den tatsächlichen Beobachtungen in der Kulturlandschaft in den Hochburgen der intensiven Nutztierhaltung überein die man dort zu sehen bekommt. Und das ist ein Problem dem sich die gesamte Agrarwirtschaft stellen muss. Den Dialog mit der Gesellschaft wieder hinzubekommen wird jedoch keinesfalls mit solchen Hardlinern und deren negativer Rhetorik funktionieren wie sie der aktuelle DBV Präsident von sich gibt, erst kürzlich noch im Nachbarkreis Steinfurt.

    +2
    • Berthold Lauer sagt

      Fazit? Soll jetzt die Landwirtschaft wieder zu den schönen Bildern passen oder sollen neue Bilder gemacht werden?

      +2
      • Bauer Willi sagt

        Klare Antwort: Den Mitbürgern unsere Landwirtschaft so zeigen und vermitteln wie sie wirklich ist. Die schönen Bilder sind halt schöne Bilder…
        Für Landwirte mag eine 27-m-Spritze mit einem 800er Fendt ein schönes Bild sein, aber halt nicht für jeden.
        Wir müssen neue Bilder vermitteln, die Realität unseres Alltages. Und mehr erzählen als nur „Fakten“. Lasst die Leute mal Trecker fahren, danach sind sie meist begeistert. Hab ich selbst auf unserem Hof schon mehrfach erlebt. Kaum zu glauben, aber wahr!
        Bauer Willi

        +2
      • Gephard sagt

        Ich denke mit Schwarzweißdenken kommt man hier nicht weiter. Mit Fangfragen sowieso nicht.

        Wenn es eine so krasse Diskrepanz bei den Bildern gibt, zeigen sie auch, dass die Entwicklung vielleicht zu weit ging. Man muss nicht umkehren, man kann auch etwas zurückrudern.

        Zur Frage: Noch entstammen die Bilder nicht wie im Ikea-Katalog aus dem Computer. Es gibt diese Orte also wirklich. Man kann also auch beides zeigen.

        Es gibt sicher auch einen tieferen Grund, warum die meisten solche Bilder schön finden. Den sollte man bei aller Nüchternheit und Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen. Die Werbung macht das ja mit Bravour. Warum wohl sieht man auf Apfelsaftpackungen meißt nur vereinzelte Bäume, wenn überhaupt.

        0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Es ist richtig, die gezeigten Fotos stimmen nicht mit der Realität überein, die Bauernfamilie hat schlicht um einfach keine Zeit um für den Städter das Paradies zu gestalten.

      Habe es an anderer Stelle schon beschrieben, wenn der selbsternannte Naturschützer nur bereit ist, für das Kilo Äpfel aus dem Streuobstbau 7 Cent zu bezahlen, braucht er sich nicht wundern, wenn der Streuobstbau aufgegeben wird.

      Es ist einfacher vor dem PC Forderungen zu stellen, als draußen in der Natur umzusetzen. Sinnvolle Aktivitäten von selbsternannten Naturschützern finden schnell ein Ende, wenn sie ein Gerät namens Sense in der Hand haben, da merken die, dass die Arbeit im Büro angenehmer ist.

      Das aus dem Staube machen wird immer damit begründet, man hat keine Leute mehr, die das körperlich machen können.

      Dann haut man auf die Bauern, die sollen das für die Bevölkerung das machen, was die Gesellschaft für sich selbst unzumutbar hält.

      +5
      • Stadtmensch sagt

        Es ist aber besser als Nichts, wenn der selbsternannte Umweltschützer den großen Verlust, den wir (bewusst oder unbewusst) durch das Verschwinden von Feldgehölzhecken, Streuobstwiesen, extensiven Heidelandschaften und Mooren zu verzeichnen haben, benennt und ein großes Lamento darüber anstimmt. Von den Bauern kann man so etwas nicht erwarten. Von da heißt es immer nur: es ist ein Fortschritt, wenn BASF Agrarökologie definiert, durch die „Entwicklung“ von Saatgut für Blühstreifen und GPS gesteuerte Dotierung der Schläge mit „Feldlerchenfenstern“. Wie müssen uns nur dran gewöhnen. An die Impertinenz von Automobilen haben wir uns auch ganz gut gewöhnt.

        0
        • Thea S sagt

          Alles in unserer Kulturlandschaft ist eine Gewöhnungssache. Auch „Feldgehölzhecken, Streuobstwiesen, extensive Heidelandschaften“ sind das Resultat von bäuerlichen Aktivitäten, an die wir uns gewöhnt haben. „Natürlich“ sind hier meist Wälder.

          0
          • Stadtmensch sagt

            Es geht aber in Zeiten, wo wir (homo sapiens) alle Nischen besetzen (nutzen) nicht darum, woran wir uns in unserer ganzen naturwüchsigen Beschränktheit (Pragmatiker: Tunnelblick) gewöhnen können (da hätten wir auch mit Sklavenhaltergesellschaft weiter machen können), sondern darum, was noch so an Alternativen denkbar ist und dass wir ein paar Leute „durchfüttern“, die unabhängig vom Verwertungszwang (im Kapitalismus leider nur NGO und Spende) das Verschwinden einiger Exponenten von Ökosystemen untersuchen und wie es um die Resilienz bestellt ist, wenn permanent das Maximum rausgeholt wird.

            0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Fortschritt ist das was Geld bringt, das sollte etwas mehr sein, als was der Lebensunterhalt eines HarzIV Empfängers kostet.

          Oder ist das für die 75 Stundenwoche zu hoch angesetzt?

          0
          • Stadtmensch sagt

            Fortschritt wäre, wenn die Landlustklientel ihre Moneten nicht in den Erwerb von Distinktionsmerkmalen (vornehme britishness, vintage look, oder ähnliche Pseudooriginalität) stecken würde, sondern in ihre geistige Weiterentwicklung. Dann würde es ihnen wie Schuppen aus den Haaren fallen, dass der Fortschritt, mit dem sie ihr Geld „gemacht“ haben, einfach immer nur mehr vom Gleichen ist.

            0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „Es ist aber besser als Nichts, wenn der selbsternannte Umweltschützer den großen Verlust, den wir (bewusst oder unbewusst) durch das Verschwinden von Feldgehölzhecken, Streuobstwiesen, extensiven Heidelandschaften und Mooren zu verzeichnen haben, benennt und ein großes Lamento darüber anstimmt. Von den Bauern kann man so etwas nicht erwarten.“

          Wie ich schon mal geschrieben habe, gibt es bei mir über 200 junge Apfelbäume (Unterlage M25), für Saft oder Brennzwecke.

          Intensiver Mostobstanbau nennt man das.

          Es wäre auch möglich gewesen, Hochstämme zu pflanzen. Längstens nach 2 Jahren würde in diesem Fall die Naturschützer auf der Matte stehen und diese Fläche als schützenswertes Biotop ausweisen.

          Ab diesem Zeitpunkt wäre ich nicht der Obstbauer, der ein Biotop erschaffen hat, sondern der böse Bauer, der das Biotop vernichten will, deshalb muss man dieses Biotop strafbewehrt unter Schutz stellen.

          +4

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.