Bauer Willi
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Die Kuh als Umweltsau?

Ein spannendes Interview von Thomas Wengenroth von “Der Hoftierarzt” mit Prof. Windisch. Wer es noch nicht kennt, unbedingt lesen, weil es viele interessante Fakten rund um die Nutztierhaltung liefert. Kluge Fragen und kluge Antworte!

Mehr von Thomas Wengenroth auch hier: https://www.stallbesuch.de/

Die Kuh als Umweltsau? Welternährung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit

 

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67 Kommentare

    • sonnenblume sagt

      Ein sehr gutes Beispiel wie die Reporter ihre Zuschauer einschätzen. Dumm und Einfälltig, jedem Mist zugänglich. Man muß es nur schön und wissenschaftlich verpacken.

      • Inga sagt

        Glaubst du das nicht?
        Ich habe das schon mal vor übee 30 Jahren gesehen.
        Damals waren die Pollen im Heu die Verursacher, die sich im Staub des Bauernhofes befinden.
        Wenn nun auch damals schon keine Unkräüter mehr auf den Wiesen blüten, dann war aber noch alter Staub voller Blütenpollen von Unkrautblüten in altem Heu, oder gar in den Ritzen der Backsteinwände auf dem Hof.
        So auch in diesem Bericht, je mehr die Kuh Gras im Freien oder Heu gefressen hat, desto mehr von dem Stoff ist in der Milch.
        Haben denn die Wiesen von den Biomilchbauern noch die Unkrautblumen?

        • sonnenblume sagt

          Grundsätzlich hat dieser Bericht die Thematik gut dargestellt. Was mich an diesen Kuhpillen stört ist die Aussage, dass sie ein Nahrungsergänzungsmittel sein sollen. Damit schickt man den Zuschauer doch in die falsche Richtung. Es suggeriert, dass er damit die ” industrielle ” Milch aufwerten kann. Zudem denke ich, dass der Kunde sich zu viel verspricht. Wenn ich mich dauerhaft, oder doch für längere Zeit in diesem Klima bewege, hat es eine ganz andere Wirkung. Als Vergleich vielleicht einem längeren Kuraufenthalt im Seeklima, oder in den Bergen. Das kann man m.E. mit den Kuhpillen nicht erreichen. Hier fehlt doch noch sehr viel Forschung, auch was die Verträglichkeit oder Nebenwirkungen angeht.

        • sonnenblume sagt

          Man muss das Lebensumfeld der Bauernkinder ganzheitlich betrachten. Das kann man nicht nur auf den Kuhstall reduzieren. Die Denkansätze sind gut, aber die Wirkung wird wohl nicht so ausfallen wie der Kunde das erwarten würde.

    • Thomas Apfel sagt

      Ich kann da gar nicht so “brüllen” (maximal über die Bio – Konvi – Unterscheidung).
      Die Königshäuser und Adelsfamilien im Mittelalter schickten ihre kleinen Kinder aufs Land, damit sie widerstandsfähiger gegen die alltäglichen Bedrohungen durch Infektionen und Krankheiten wurden. Daher finde ich die Idee mit der Kuh-Pille nicht so abwegig. Aber, Reinhard, Du bist der Experte, klär mal auf.

      • Seevers Reinhard sagt

        Also habt ihr nicht genau hingehört?
        Bei stark verarbeiteter Milch aus industriellen Betrieben sind gar keine Lipidoide nachweisbar…. Die haben nicht nur die angeblichen Bäuerlichen Betriebe präferiert, sondern auch die Verarbeitung allein den Industriellen Betrieben zugeordnet. Und am Ende musste noch Bio als allerbeste Form herhalten. Dabei haben die Damen gar keine derartige Vergleichsuntersuchungen gemacht, sie haben lediglich den Staub aus einigen Milchviehbetrieb genommen. Dann können sie auch noch spekulieren, dass die Proteine bis zu 300m um den Betrieb erfassbar sind. Das ist auch kein Wunder, weil es die Transmissionsstrecke für Stäube aus der Milchviehaltung ist. Die Proteine sind nämlich an Staub gebunden, sonst könnten sie nicht transportiert werden. Ich finde den Beitrag grundsätzlich gut, aber die Korrelationen zur Haltungsform ist Hahnebüchen und verwirrend.

  1. Smarti sagt

    Auf den Punkt gebracht: Wenn die Zahl der Einwohner von Deutschland genau der Fläche von Landwirtschaftlichem Nutzland entspricht, die jeder Erdenbewohner zur Verfügung hat… dann wird jede importierte Kalorie einem anderen Erdenbewohner vom Teller gestohlen. Zumal in unserer Breiten beste Klimabedingungen herrschen, um so gut wie alle benötigten Lebensmittel anzubauen.
    Veganer möchten sämtliche Tiere”retten”, weil sie ja sooo empathisch sind und gleiche Rechte für Tier und Mensch fordern. Was für Rechte haben bei Veganern hungernde Menschen ?

    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Smarti: “Zumal in unserer Breiten beste Klimabedingungen herrschen, um so gut wie alle benötigten Lebensmittel anzubauen.”

      Das ist definitiv falsch! Von der Banane über den Reis zum Kaffee ist hier eben nicht alles anbaubar.
      Ich frage mich aber auch schon immer, was in diesem Land alternativ zu den derzeit angebauten Früchten in Kombination mit der geforderten Fruchtfolge und den Boden und Klimabedingungen anderes angebaut werden soll und muss, damit auch der letzte Mensch mit heimischen Produkten inkl. weniger Fleisch versorgt werden könnte.
      Mehr Brot können wir kaum essen, mehr Bier und Schnaps nicht trinken und mehr Fleisch sollen wir nicht essen….nur noch Kohl, Zwiebeln, Porree, Mohrrüben und Kartoffeln? Kann mal jemand eine Frucht- und Ernährungsfolge aufzeichnen?

      • Smarti sagt

        wer erfolgreich Kunstfleisch an den Mann bringen kann, verkauft doch locker auch Kunstbananenmus ( Glucose, Tapetenkleister, Bananenaroma ). Statt Kakao in die Milch den selber gemachten Erdbeersirup – super lecker. Kaffee, Tee und Schokolade sind Genussmittel und bringen – anständig bezahlt – Devisen ins Land.

        • Inga sagt

          natürlich sind da die gesunden Stoffe nicht drin wie im echten Feisch!

          Wir können ide Natur nch tnachmachen!

          Warum hat denn noch keiner eine Pille für die Kuh efunden, die Trächtigkeit vortäuscht, damit sie die Laktationsperiode ekinstellt?

    • Inga sagt

      Bei uns auf guten Böden wächst mehr pro ha, als in den Wüstenstaaten oder wo anders in der Welt.

      Die norddeutschen mästen für die Alpenbewohner auch Schweine.

      Ob aber die Alpenmilch reicht, um die Norddeutschen zu beliefern, ach, da gibt es ja auch wieder genügend Milchbetriebe.

  2. Ludwig sagt

    Diese realistischen und sachlichen Texte hat es schon zu hauf in den letzten Jahren gegeben. Erstaunlich ist immer wieder , daß unsere Linksgrünen immer mit den selben verlogenen Argumenten gegen die Wiederkäuer kommen. Die müßen ein Brett vor dem Kopf haben und Beratungsresistent sein, abgekürzt auch Ideologen . Eine Lüge wird deshalb nicht besser , auch wenn man sie immer wiederholt. Für wie Dumm halten die denn eigentlich die Bürger.

    • sonnenblume sagt

      Durch das ständige Wiederholen dieser einfachen und eingängigen Aussagen, verankern sie sich aber so tief in den Köpfen der Bevölkerung, dass sie zum Dogma werden.

    • Stadtmensch sagt

      Müssen ja nicht “Linksgrüne” sein, die der Kuh das Leben schwer machen. Denkbar sind auch Lobbyinteressen bei der Erschließung neuer Wachstumsmärkte: Hochverarbeite Nahrungsmittel auf pflanzlicher Basis. Wie bilden einfach das, was im Pansen der Kuh ganz natürlich abläuft, auf einen kontrollierten biochemischen Prozess in einer riesen Anlage ab.
      Die Mikroorganismen dafür “bauen” wir uns. Herrliche Beschäftigungstherapie für die Überstudierten. Und darum gehts ja – wir brauchen Beschäftigung und die Gewissheit, etwas Sinnvolles zu tun.
      Mit dem ganzen Scheiß fahren wir dann so viele Verluste ein, die auf natürlichem Weg nie passiert wären. Das fällt aber nicht auf, weil wir dafür dann auch später indirekt auch Holz verdauen können. Ganz zu schweigen vom Gesundheitssystem und dem nachgelagerten Bereich zur Diagnose der Folgeschäden von Soylent-Nahrung. So viel Beschäftigung und so interessant…

      • sonnenblume sagt

        Der Anfang ist doch schon gemacht. Mehrere Unternehmen melden erste Ergebnisse. Eine neue Branche entsteht und wird von starken Geldgebern unterstützt.

        • Inga sagt

          Man kann mit allen landw. Rohstoffen gut vrdienen!

          Hauptsache es funktioniert!
          Der Verbraucher ist egal!

  3. Obstbäuerin sagt

    “Es gibt keine einheitliche Lösung, einheitliche Lösungen sind immer Verschwendung.” Und darauf läuft die Einigung der Zukunftskommission hinaus. Es wird so getan, als ob in Deutschland überall die gleichen Voraussetzungen gegeben sind und die ABL tut auch alles dafür, dass das geglaubt wird. Das Interview zeigt auf, wie es theoretisch sein müsste aber wie sich das betriebswirtschaftlich in einem grenzenlosen Wirtschaftsraum mit unterschiedlichen Löhnen und sonstigen Bedingungen (Pflanzenschutz, Tierwohl, Naturschutz, Auflagen aller Art, Kontrollen usw.) auswirken wird, bleibt außen vor. Die Umsetzung mit ihren in diesem System unlösbaren Problemen wird uns Landwirten übergeholfen und wer glaubt, dass es sinnvolle Hilfen gibt, hat schon verloren.

    • Stadtmensch sagt

      Es ging ja erstmal nur darum, wie sich mit möglichst wenig Transformationsschritten möglichst viel für den Menschen geeignete Nähstoffe aus der nachwachsenden Biomasse extrahieren lassen. Dabei möglichst viel regenerative Energie nutzen und wenig Spurenelemente im Kreislauf halten. Das ist die Sicht der Wissenschaft. Alles was danach kommt ist “Ökonomie”. Da gibt es Soziologen, die ihr Fachgebiet zur Steuerung von Angebot und Nachfrage zu Wissenschaft aufblasen. Die generalisieren eben gerne, weil sie dann Zahlen haben, mit denen sie rechnen können.

      Ok, das kann Naturwissenschaften auch passieren. Wenn ich schon Thomas Unnerstall “Faktencheck Nachhaltigkeit” lese…Ein Graus…Physiker ist eben kein Geologe usw…

      • Brötchen sagt

        Stadtmensch das ist reine Theorie…..in Praxi hast du noch viel mehr Einflussfaktoren, sodass letztendlich die vermeintliche Effektivität in Verschwendung kippt.

        Wir haben es ja in der lw. Mit mehreren verzahnten biologischen Systemen zu tun.

        Das mit den Physikern ist so ähnlich wie mit den Tierärzten……

          • Reinhard Seevers sagt

            Wie ich schrieb Brötchen:

            “Höhere Lebensmittelpreise beeinträchtigen die Lebensqualität der Deutschen nicht unmittelbar, schon weil die Menschen hier im Schnitt nur rund 15 Prozent ihrer Konsumausgaben für den Kauf von Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken aufwenden müssen. In ärmeren Ländern beträgt dieser Anteil oft 50 Prozent oder mehr. Eine Teuerung bei Lebensmitteln führt deshalb schnell zu Einschränkungen in anderen Bereichen.

            Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen warnte gar in der vergangenen Woche vor Engpässen bei Nahrung für Millionen von Menschen. Die Organisation geht von 270 Millionen Personen aus, die akut an Hunger leiden oder stark gefährdet sind – ein Anstieg um 40 Prozent binnen eines Jahres. Extrem seien die Preisanstiege derzeit beispielsweise in Syrien und im von einer schweren Wirtschaftskrise heimgesuchten Libanon, sagte WFP-Chefökonom Arif Husain. Aber auch in Simbabwe, Mosambik und anderen Teilen Afrikas stiegen die Preise für Nahrung derzeit stark und gefährdeten die Versorgung der Menschen.”

            War so, ist so, wird so bleiben….

            • Smarti sagt

              Und diejenigen, die wissen wie man Nahrung herstellt und das auch Jahrzentelang mit Stolz getan hatten werden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vergrault.
              Es interessiert praktisch niemanden mehr.
              Landwirt lernt man nicht in vier Jahren – und der einmal geschlossene Betrieb wird nicht wieder aufgemacht ( ausser vielleicht für Vollerwerb-Hühnerbauern mit 30 Hennen und regelmässigen Spendenaufrufen).

  4. Jürgen Donhauser sagt

    @Günther:“ Was mich hier immer wieder erstaunt, wieviel studierte Menschen es gibt die sich mit der Landwirtschaft auskennen, aber aufgrund ihrer Biographie nie etwas praktisches mit der Landwirtschaft zu tun hatten.“
    In der LW nennen wir sie „Schreibtischtäter“. Mußten sich in der Praxis nie beweisen, wissen aber immer alles besser. Eigentlich würde es hierfür das Praktikernetzwerk geben als „kleines Korrektiv“ – aber offensichtlich werden diese nicht gehört. Willi, sag mal was dazu. Du bist doch Mitglied!

    • Bauer Willi sagt

      Das Praktikernetzwerk bemüht sich, den Verwaltungsbeamten einige wenige Grundzüge der praktischen Landwirtschaft zu vermitteln und so das Schlimmste zu verhindern. Beispiel?

      Wir sollen weniger düngen und den Humusanteil im Boden erhöhen. Wir lernen in der Landwirtschaftsschule in der 1. Klasse, dass das nicht geht…
      Aber bekomme das mal in die Köpfe!

  5. Stadtmensch sagt

    Sehr guter Text. Danke fürs Raussuchen. So muss man Landwirtschaft erklären.

    Eine Frage vielleicht zum Text:

    “Quantitative Verluste können z. B. bei schlechter Konservierung auftreten, etwa wenn ich nur Heu mache und dabei viel mehr verliere, als bei der Grassilage.”

    Was geht denn verloren bei Heu außer Wasser (und Energie zum Trocknen evtl.)?
    Ist die Futterverwertung bei Silage besser?

    • Mark sagt

      “Was geht denn verloren bei Heu außer Wasser (und Energie zum Trocknen evtl.)?” Bröckelverluste (besonders der wertvolle Blattanteil) bei Bodentrocknung.

    • Brötchen sagt

      Du musst den optimalen Schnittzeitpunkt erwischen, wo Energie Gehalt und Proteingehalt am besten ist. Silage wird ja nur angewelkt, ist vom Wetter nicht so abhängig.
      Durch das ständige wenden kann auch noch was verloren gehen…..also es muss ideal trocken sein und möglichst schnell trocknen.
      Der Artikel vereinfacht sehr stark,so einfach wie der Kollege das darstellt, ist das nicht.

      • Meckerotto sagt

        Muahaha und Bauern verstehen was von Landwirtschaft, wie? Bauern verstehen schon 80 Jahre nichts mehr von Landwirtschaft. Wer weiss denn überhaupt noch dass Kreuzhefen von Blüte zu Blüte von den Bestäuberinsekten übertragen werden, und diese Kreuzhefen das Lignin im Gras verdaulicher machen. Ach ja, die Blühkräuter wurden ja wegberaten, und Silage, nach der der Hofnachfolger stinkt (egal wie oft er duscht) wenn er auf Brautschau ist, ist ja das Maass aller Dinge, nur nicht des guten Käses…. Die Landwirtschaft schafft sich selbst ab

        • Bauer Willi sagt

          Ich denke, Ihr Name spricht für sich. 🙂
          Wenn man den ganzen Tag im Büro sitzt und rumtrollt, stinkt man natürlich nicht.

        • Reinhard Seevers sagt

          Otto Mecker, gibt es neuere Infos dazu? Die letzte Info, die mir vorliegt ist eine Diplomarbeit aus dem Jahr 1996 von Herrn Gerhard Sporer, Uni Witzenhausen

          Er schreibt in der Zusammenfassung:

          “…Untersuchungen im Zusammenhang mit der Rolle von Metschnikowia reukaufii (Kreuzhefen) für die Wiederkäuerverdauung wurden fast ausschließlich von Prof. Klein und Mitarbeiteren in den dreißiger und vierziger Jahren dieses Jahrhundert durchgeführt.
          Bei diesen Untersuchungen ging es jedoch in erster Linie um die Verwertung von Nicht-Protein-Stockstoff-Verbindungen durch Wiederkäuer. Bei den entsprechenden Versuchen wurden zumeist Hammel mit Rationen aus überwiegend Stroh, Melasse und Stärke gefüttert, wobei zusätzlich geringe mengen von M. reukaufii – kulturen verabreicht wurden. Die Versuchsergebnisse bringen keine Klärung der Rolle von M. reukaufii für die Wiederkäuerverdauung. Problematisch bei Kleins Untersuchungen ist vor allem die Tatsache, dass diesbezüglich der Hefegaben nie mit Kontrollgruppen gearbeitet wurde. Aus den Annahmen Kleins ergeben sich Hinweise auf mögliche Wirkungen von M. reukuafii. Hier ist vor allem die Beeinflussung der Pansenflora und- fauna sowie die Bereitstellung von Vitaminen zu nennen. Neuere Ergebnisse über die Wirkungen pilzlicher Probiotika in der Tierfütterung unterstreichen die grundsätzliche Möglichkeit positiver Wirkungen von Nektarhefen bei der Verdauung der Wiederkäuer und evtl. anderer Tiere.”
          Zitat Ende.

          • Gurkenhobel sagt

            Ich bin absolut auf Landwirtsseite, ich arbeite seit 25 Jahren in der Pflanzenzüchtung. Zwar nicht Dr., aber Dipl. Ing. Ich finde es erbärmlich, wie mitunter über Leute aus dem Agrar Bereich abgezogen wird, die Nicht Bauer sind, liebe Inga… Wenn ihr den vor- und nachgelagerten Bereich auch noch vergrätzt, seid ihr bald endlich unter euch und habt die letzten leidenschaftlichen Fürsprecher eures (unseres) Berufsstand los…

            • Inga sagt

              Die Frage nach dem Dr. agr. war doch an den Meckerotto gestellt, Gurkenhobel!

              So wie der die Bauern beschreibt, war das doch die richitge Antwort, oder?

              Die Frage nach
              ” Kreuzhefen von Blüte zu Blüte”
              kann ja nur aus der Wissenschaft, bzw. dem Versuchswesen stammen, oder?

              Vieleicht arbeitet der Meckerotto auch in der Agrarwissenschaft.

              Jedenfalls kann man an diesem Wissen nicht das Wissen der Bauern über Landwirtschaft festmachen.

            • Inga sagt

              also wann und wo habe ich über diese Leute abgezogen?
              Ich habe doch selber genügend Versuche nach https://www.amazon.de/Anlage-Auswertung-Feldversuchen-Jost-Lochow/dp/B0000BL728
              angelegt,
              woraus wahrscheinlich dann die Software PIAF entwickelt wurde.

              Über Leute die damit arbeiten lästere ich nie
              und auch nicht über Wissenschaftler!
              Ich habe hier immer deutlich gemacht, dass die Politik und die NGOs sich mehr an die Wissenschaftler halten müßten.

              Ich habe überhaupt erst hier erfahren, dass die das nicht tun!

              Und ich weiß, was ein moderner Bauernhof ohne die Wissenschaft wäre!
              Ich komme auch aus dem Versuchswesen!
              Von klein auf weiß ich was ein Herdbuch für den Kuhstall ist !
              Und wie die Schweine auf Fettfrei und mehr Muskelmasse gezüchtet wurden.
              Und natürlich wie die Nutzpflanzen auf Ertrag und Resistenz gezüchtet werden.
              Habe ich sogar von Prof. W. Schuster gelernt, deswegen besitze ich auch sein Buch, dass er in den 50igern mit Lochow geschrieben hat!

              • Gurkenhobel sagt

                Den Schuster Lochow benutze ich immer noch für den Lta-Unterricht, das ist meine Bibel :o)

                • Inga sagt

                  Bei uns in der Uni Gießen hieß das nur Schusterbuch, warum:

                  Walter Schuster

                  Walter Heinrich Schuster war ein deutscher Agrarwissenschaftler auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung.

                  Prof. Dr. Walter H. SCHUSTER, geb. am 7.11.1918
                  Studium der Agrarwissenschaften an der Universität in Gießen, 1951 Promotion zum Dr. agr., 1965 Habilitation für das Fach Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung. Tätigkeiten als wissenschaftlicher Sachbearbeiter beim Bundessortenamt und als wissenschaftlicher Saatzuchtleiter am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seit 1964/65 Dozent für Pflanzenzüchtung und Speziellen Pflanzenbau in Forschung und Lehre. 1967 Wissenschaftlicher Rat und Professor; 1971 Professor an einer Universität. In zwei Amtsperioden Geschäftsführender Direktor des Institutes für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung in Gießen. 1973/74 Dekan des Fachbereiches “Angewandte Biologie und Umweltsicherung”. Seit 1985 im Ruhestand, jedoch noch “weiter am Institut” tätig.

    • firedragon sagt

      Stadtmensch,
      bei Deiner Frage geht es um die Menge an Futter.
      Um Heu herzustellen braucht man mehrere Tage bestes Wetter zur Trocknung auf den Wiesen.
      Grassilage dagegen haste in zwei Tagen eingefahren, ausserdem besteht die Möglichkeit, mehrere Schnitte vom Grünland einzuholen, wenn ein Betrieb Grassilage verfüttert. Bei Heu hat man meist nur einen Schnitt, eventuell noch einen zweiten, der ist aber nicht jedes Jahr sicher.
      Beantwortet das Deine Frage?

      • Stadtmensch sagt

        Ja. Aber wie steh ich denn jetzt da mit meiner regionalen Heumilch? 😉
        Brauche ein besseres Moralmanagement.

        • Schmeckt gut sagt

          Das Heu für Heumilch wird oft auch nachgetrocknet. Ist ja logisch, weil es die wertvolle Futtergrundlage ist. Hierfür lohnt es sich dann auch, in eine Trocknungshalle für viele 100 Tsd. Euro zu investieren. Durch diese Nachtrocknung können Bröckelverluste sehr minimiert werden und man wird unabhängiger vom Wetter. Funktioniert auch mit der Sonne, aber Brenner werden sicherheitshalber auch installiert. In den Alpen arbeiten sehr viele Betriebe so und erzeugen Heu für eine sehr hohe Grundfutterleistung (mit vielen Kräutern 😉 ).

          • Inga sagt

            Also dann gilt für den Slogan “Heumilch” eigentlich nur Heu mit wertvollen Kräutern, die oft Unkraut sind, aber viele Vitamine und Spurenelemente haben und dadurch auch verantwortlich für die Omega Fettsäuren in der Milch sind, drin, oder?

            Oder was soll Heumilch mehr können als normale Milch?
            Heu soll das frische Gras, das die Kühe im Sommer nicht von der Weide bekommen ausgleichen?
            Auch wen der Bauer das mit dem Ladewagen holt und auf dem Futtertisch verbreiten?
            Soll eventuell die wichtigen Omega3 oder 6 Fettsäuren in der Milch fördern oder ersetzen? Wenigstens suggerieren?

        • firedragon sagt

          So kann nur ein “Stadtmensch” denken …
          Ich sag Dir was meine besch… Moral ist – ich muss meine Viehcher mit möglichst bestem und ausreichenden Futter durch den Winter bringen. Weil ich nicht weiß, wie die nächste Ernte sein wird.

        • Smarti sagt

          Tja, Moralmanagement – ein schönes Wort. Heumilch wird zumeist von kleineren Betrieben auf Bergbauernhöfen produziert, die sich die Kuhhaltung noch so knapp leisten können, weil sie zusätzlich zum Biozuschlag noch 5-6 Cent pro Liter mehr “dazuverdienen”. Ohne “Heumilch” hätten diese Landwirte keine Kühe mehr im Stall. Sobald der Landwirt auch Ackerflächen zu Verfügung hat, macht er eher keine Heumilch mehr ? (Weil die Zwischenfrüchte Klee und Luzerne nur mit grossen Verlusten eingefahren werden könnten und weil Mais siliert wird).
          In der Schweiz gab es vor 20 bis 30 Jahren solche Heumilchbetriebe in meiner Gegend noch oft, der zweite und dritte Schnitt wurde auf Lastwagen verladen und grün mit Diesel getrocknet. Eine ökologische Katastrophe…aber die Graswürfel konnten das Getreide als Kraftfutter ersetzen. Und weil Landwirte in der Schweiz hoch subventioniert wurden und das Getreide als Lebensmittel gebraucht wurde, rechnete es sich doch. Diese Grastrocknungsanlagen werden heute mit Holz und pilzigem Stroh betrieben oder sind zu.
          Ich befürchte, dieses Jahr ist auch futtertechnisch nicht gut für unsere Heumilcherzeuger (weil es dauernd regnet), aber im Schnitt der Jahre gibt es ja immer mehr trockene Sommer. Bioheu zukaufen ( wenn es denn gäbe ) ist bestimmt ein Minusgeschäft. Diesel und Strom ( für die Brenner ) werden auch immer teurer.

  6. Mark sagt

    ” Und von dieser kleinen Fläche müssen im Jahr 2050 fünf Menschen ein Jahr ernährt werden! Nach dem Klimawandel ist das die zweite große Herausforderung, der wir uns stellen müssen.” Nein das ist nicht die zweite große Herausforderung, sondern die erste reale Herausforderung!! Die populistisch megaaufgeblähten Themen Klimaschutz und Artenschutz verdecken dieser reale Herausforderung komplett und verschärfen diese sogar noch erheblich. Die Nutzung der landw. Nutzfläche (LN) ist die Existenzgrundlage der Menschen auf diesem Planeten, und nicht die CO2-Zertifikate oder Biodiversitätsmaximierung! Der Umgang mit LN in Deutschland ist schizophrän. Wird LN vernichtet z.B. durch Ausweisung von Indutriegebieten oder den Bau von “Schnellradwegen”, so wird durch die schwachsinnige Ausgleichsflächenregelung noch einmal soviel LN vernichtet für die Erstellung von irgendwelchen, meist fehlgeplanten und sinnlosen Biotopen. Dies umgehend zu ändern, dafür müsste FFF eigentlich hüpfen1 Ich bin mir sicher, dass wir uns den Ökoluxus von Blühflächen und Biolandwirtschaft auf Dauer nicht leisten können!

    • Stadtmensch sagt

      Wo gibts denn Radwege außer auf ehemaligen Kleinbahntrassen? Straßen werden immer noch massig neu gebaut. Und dagegen hüpfen sie eben – obwohl die Klimakiddies mehrheitlich im Eigenheim auf dem Acker wohnen.

      • Reinhard Seevers sagt

        Also im Norden gibt es Radwege satt…im Süden und Osten aus unterschiedlichsten Gründen weniger.

      • sonnenblume sagt

        Das Radwegenetz wird auf dem Land aber beständig erweitert. Es soll den Tourismus fördern und Einheimische animieren mit dem Rad zur Arbeit zufahren. Nahverkehr gibt es ja kaum.

        • Reinhard Seevers sagt

          Das Problem der Radwege ist der enorme Unterhaltungsaufwand für ein paar Radfahrer, die bei schönem Wetter in den Monaten ohne “r” sich auf diesen verlustigen. Man sollte mal eine Nachhaltigkeitsrechnung aufmachen. Radfahren ist wie E-Auto, ist am nachhaltigsten in urbanen Räumen.

          • sonnenblume sagt

            Ist aber so. Hier wurde ein Weg gebaut und man hat schon Glück, irgendwann mal einen Radfahrer zu sehen. Aber es muss sein, weil es einen Zuschuß vom Land gibt. Der Witz dabei, man hat dafür eine gute Straße mit Seitenstreifen zurück gebaut und damit die Zufahrt für ein Industriegebiet erschwert.

            • Reinhard Seevers sagt

              Ich weiß, dass es so ist. Deshalb ist es nicht weniger schizophren. Landgemeinden glauben an den Tourismusseffekt und die Weltretter in den Gemeindegremien haben beim Thema Radfahren häufig alle hinter sich, weil das ja was “Gutes” ist.
              Die Folgekosten sind dann erstmal egal, weil der Glaube stärker ist, als die Realität.
              Das Land Niedersachsen fördert das ganze erheblich, das macht es für alle leichter, darauf anzuspringen. Wir haben hier dann häufig Schilder an den Radwegen: Fahrbahnschäden, Benutzung auf eigene Gefahr!
              Schneeräumen ist ein großes Problem, E-biker und Quervekehr ebenfalls….aber wir reden es wieder kaputt, werden andere sagen….bis zu dem Tag, da ganze Streckenabschnitte geschlossen werden müssen, weil einfach die Knete fehlt.

      • Paulus sagt

        @Stadtmensch, es gab mal eine Bahn zwischen Aachen, Belgien und Luxemburg, die sogen. Vennbahn, früher überwiegend zum Gütertransport bestimmt. An der Reaktivierung hätten sich Belgien und Luxemburg gern beteiligt, weil es dort große Pendlerströme gibt. Die Luxemburger waren daran besonders interessiert, die können immerhin schon einen kostenlosen ÖPNV anbieten. In D gab es aber nur Mittel für den Ausbau als Radweg, obwohl bei vielen Anliegern der dringende Wunsch nach einer Bahnverbindung bestand.
        Jetzt fahren die Kölner mit dem Auto nebst Fahrrädern in die Eifel um bei schönem Wetter mal 10 km hin- und wieder zurück zu fahren. Mit dem ÖPNV gibt es leider kein Zurück zum Ausgangspunkt und im im Winter ist der Radweg eh nicht nutzbar.
        Immerhin leben ein paar mobile Pommesbuden und Eisverkäufer ganz gut davon.
        Eine Armada von Pendlern quält sich mangels ÖPNV alltäglich über die Straßen.
        Soviel zur Verkehrspolitik in D.
        Und jetzt versuch mit bitte nicht zu erzählen von Monschau nach Luxemburg oder Aachen könne man auch mit dem Fahrrad fahren. Das schaffen nur die mit dem Bayerkreuz auf dem Oberarm.

        • sonnenblume sagt

          Flexibilität. Das bringt unsere Behörden ins Schwitzen. Preußisch korrekt nach Paragraph, sonst läuft nix. Und selber denken schon gar nicht.

        • Stadtmensch sagt

          Hab gerade mal nachgeschaut. Sieht ganz gut aus die Verbindung Monchau – Luxemburg mit dem Rad. Vennbahnweg bzw L48 RV4 (so heißen die Fahrradmagistralen dazu). 134 km ist doch ein Witz. Ist eine ordentliche Tagestour fürs beladene Trekking-Bike. Rennrad-fuzzies brauchen natürlich mehr Kilometer.

          Warten wir ab, was bei 200 Euro pro Tonne CO2 alles mit Podbike geht. Dafür mach ich hier immer kostenlos Werbung 😉

          Hier ein paar Hintergründe zum Wechsel von Schiene zu Idividualverkehr und wie es dazu kam: https://www.arte.tv/de/videos/091146-004-A/mit-offenen-karten/

          • Paulus sagt

            Einen Knallkopp der 134 km mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt um sich dann vor dem Heimweg zu erholen würde ich entlassen – aber umgehend!

    • Reinhard Seevers sagt

      Sehe ich auch so Mark. Was mich wieder wundert ist, dass es einmal heißt, wir können die Welt nicht ernähren und dann wird postuliert, dass die Welt ernährt werden muss. Wenn man es rein mathematisch betrachtet, Können wir gerne 70% unseres Fleischkonsums reduzieren, wenn 2,5 Milliarden Inder und Chinesen ihren Konsum um 2kg erhöhen ist das bereits egalisiert….wer zwingt nun die Welt sich zurückzunehmen?
      Und was hinzukommt ist, dass die Komplexität aller Zusammenhänge von Artenschutz über Ernährung, soziale Komponenten, Wohlstand, Ressourcenschutz, etc. nicht zusammengedacht werden oder werden können. Sektorales Denken führt bei uns zuerst zur Abschaffung reslienter regionaler Landwirtschaft, bevor sich die Bevölkerung von ihren Spaß- und Konsumgewohnheiten trennt.
      Unser Anspruch an Leben in der Gesellschaft ist auf so hohem Niveau, das ich nicht erkennen kann, wo wer sich zurücknehmen wird.

      • Günter sagt

        Was mich wieder wundert ist, dass es einmal heißt, wir können die Welt nicht ernähren und dann wird postuliert, dass die Welt ernährt werden muss.
        Deutschland bzw. Europa wird die Welt nie
        ernähren können, die Lebensmittel sind trotz billigsten Erzeugerpreise noch viel zu
        hoch für die meisten Hungerländer.
        Was mich hier immer wieder erstaunt, wieviel studierte Menschen es gibt die sich mit der Landwirtschaft auskennen, aber aufgrund ihrer Biographie nie etwas praktisches mit der Landwirtschaft zu tun hatten

      • Lieschen Müller sagt

        Zynismus pur: die Landwirtschaft ist schuld, dass wir überhaupt erst so viele Menschen geworden sind! Wären wir nicht so viele Menschen, würden wir die Erde nicht vernichten.

        • Reinhard Seevers sagt

          Die Schuld der Landwirtschaft haben wir ja hinreichend herausgearbeitet…die Lösung ist: Weniger erzeugen, damit weniger überleben….ist doch ganz simpel.
          Man wird den Armen nicht erlauben, uns die Lebensmittel wegzuessen…vorher kaufen wir sie ihnen weg. Wohlstand erzeugt immer auch irgendwo Armut. Also, wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, müssen eben andere leiden, so einfach ist das!
          Bauern weg, Urlaub beibehalten…einer gewinnt, einer verliert….das ist der Preis des Kapitalismus.😎…läuft!

          • Smarti sagt

            Herr Seeverst, was Sie da so locker-flockig auf den Punkt bringen ist eine Riesensch…. aber leider wahr. In so wenigen Worten alles gesagt, Kompliment.
            Erschütternd ist, dass wir auch noch genau in diese Staaten unsere Waffen liefern.

    • Lieschen Müller sagt

      Gestern kam auf dem Deutschlandfunk ein langer Beitrag zur Bodenvernichtung durch Versiegelung. Genau, schizophrän. Auch unter dem Radweg ist der Boden verloren. Und auch unter der Bahntrasse. Es wird ständig neu gebaut, obwohl es wohl 2 Millionen leer stehende Gebäude gibt. In dem Beitrag wurde auch gesagt, dass die Bedingungen für die Entstehung von Boden nicht wiederkommen werden. Was weg ist, ist weg.

      • Reinhard Seevers sagt

        Zitat: ” Es wird ständig neu gebaut, obwohl es wohl 2 Millionen leer stehende Gebäude gibt.”

        Jaaa, das ist ein gutes Argument für die Diskussion mit Herrn Suhr, über die gleichmäßige Verteilung von Stickstoff. Hatte ich ihm ja bereits vorgeschlagen, anstatt Mietpreisbremse und Neubau von Sozialwohnungen könnte man auch Menschen aus Berlin nach Hintertupfingen schicken, weil dort Wohnraum frei ist….wollte er nicht so wirklich drauf anspringen…aber Tiere übers Land verteilen, das ist kein Problem.😁

        • sonnenblume sagt

          Da kommt aber das nächste Problem. Gestern noch eine Demo in Niedersachsen gegen den Wolf. Gerade die Nutzung von schwierigem Gelände soll doch durch Rindvieh erfolgen. Wer stellt dann noch eine Kuhherde nach draußen? Für mich käme das nicht in Frage.

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