Bauer Willi
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Die Fahne

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mir einen Shitstorm einhandele. Ich sag trotzdem meine Meinung.

Eigentlich geht es mich nichts an. Ich bin nicht bei LSV, aber ich bekomme mit, was dort diskutiert wird. Mit Maike Schulz-Broers und Dirk Andresen stehe ich in lockerer Verbindung. (Schade, dass es bei LsV jetzt zwei Gruppierungen gibt.)

In den letzten Monaten ist viel demonstriert worden. Der November 2019 in Berlin war wohl der Höhepunkt, der vielen für immer in Erinnerung bleiben wird. So viel Solidarität, so viel Aufbruchstimmung, so viel mediale Aufmerksamkeit und so viele Mut machende Berichte. Das tut gut.

Danach gab es noch eine Reihe regionale Veranstaltungen, die meisten wurden aber in den überregionalen Medien nicht mehr erwähnt.

Was bei der ein oder anderen Veranstaltung und auf dem ein oder anderen Trecker mitgeführt wurde, war eine schwarze Fahne mit Pflug und Schwert. Es ist viel über die Bedeutung dieser Fahne, die Hintergründe, die Historie geschrieben worden. Ich möchte das nicht alles wiederholen, sondern nur feststellen, dass sich viele Bauern an diesem Symbol reiben, weil es vollkommen unnötige, und ausschließlich interne Diskussionen darum gibt. Von den überregionalen Medien wird diese Fahne nahezu ausnahmslos negativ kommentiert. So wird diese Fahne und der National-Sozialismus in einem Atemzug genannt. Die Teilnehmer der Demos werden in die rechte Ecke geschoben, jegliche Argumente der Landwirte bleiben ausgeblendet bzw. werden entwertet. Es ist kontraproduktiv, auf diese Fahne als Symbol zu setzen. Damit begibt man sich unnötigerweise auf einem Nebenkriegsschauplatz und spielt dadurch unseren Kritikern in die Hände.

Ich persönlich bin der Meinung, dass die Nutzung dieser Fahne eine weitere Spaltung unter den Landwirten herbeiführt und dem Ansehen der Landwirtschaft schadet. Wenn ich darauf angesprochen werde, antworte ich, dass mir das Verständnis dafür fehlt, warum man als Bauer ein so rückwärtsgewandtes Symbol nutzt, dass die Menschen abschreckt und in meinen Augen extrem unsympathisch und provokativ rüberkommt. Wir können es besser! Sympathischer und kreativer!

Wie oben schon gesagt: es geht mich ja nichts an, aber ich würde mir wünschen, dass diese Fahne demnächst nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen ist. Und wünschen darf man sich ja was.

Übrigens: die 5G-Milchkanne steht jetzt bei Frau Merkel. Überreicht hab ich ihr die jedenfalls… 🙂

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77 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt
  2. Paulus sagt

    Die französischen Bauern konnten sich zumindest seit dem WK2 immer auf den Rückhalt der Bevölkerung verlassen. Es wird sogar goutiert wenn sie mal Tanklaster mit spanischem Wein auslaufen lassen. Das nehmen selbst die Flics relativ gelassen, indem sie nicht einschreiten, sondern ganz einfach, von Alkoholdunst umnebelt den Verkehr regeln. Die Dummköpfe, die alles alles kurz und klein schlagen oder Autoreifen abbrennen machen genau das zunichte. Krawall und Gewalt erzeugt Angst und somit Ablehnung. Ist doch ein uralter Hut.

    Jetzt kommen wir mal zu den bäuerlichen Familienbetrieben. Ich kenne Familienbetriebe die bauen hier auf 1.000 ha Möhren an , verfügen über eine eigene Lkw-Flotte und was so alles dazugehört. Es gibt auch bäuerliche Familienbetriebe die bauen Spargel und Erdbeeren an. Diese bäuerlichen Familienbetriebe sind nur leider auf 50 rumänische Erntehelfer angewiesen. Und dann gibt es da noch meinen ehem. Klassenkameraden, der hat erfolgreich den 11. Putenstall in Betrieb genommen. Ist selbstverständlich auch ein bäuerlicher Familienbetrieb.
    Schließlich kenne ich noch einen bäuerlichen Familienbetrieb in der Warburger Börde. Der ist auch etwas größer und betreibt auch noch Getreidehandel und so. Der macht einen auf Öko, wobei ich nicht weiß ob er mit öko nun Ökologie oder Ökonomie meint.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese bäuerlichen Familienbetriebe auf der Abschussliste stehen.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn die französischen Winzer einen Tankzug von spanischer Wein öffnen und in den Gulli laufen lassen, sucht die Polizei so lange bis sie nichts findet.

      In Deutschland würde die Polizei so lange suchen, bis sie die Täter findet, denn den Fusel darf man dem deutschen Verbraucher nicht vorenthalten.

      Was ist ein Familienbetrieb, da kann man darüber streiten, wie, was ist eine Massentierhaltung.

      • firedragon sagt

        -Nur mal so zum Nachdenken –
        Familienbetriebe und Massentierhaltung sind beides nur bildhafte Begriffe im Kopf des Einzelnen, es gibt zu diesen keine Definition, wie auch?
        Wann soll denn ein (landwirtschaftlicher) Familienbetrieb keiner mehr sein?
        (Größe/Umsatz/Gewinn/AN/Familienmitglieder)

        • Paulus sagt

          @firedragon, wenn es keine Definition gibt verstehe ich nicht aus welchem Grund der Begriff “Bäuerlicher Familienbetrieb” von den Bauern inflationär angewendet wird.
          Korrekt wäre doch “Familiengeführter landwirtschaftlicher Betrieb.” Das ist allerdings schon eine andere Kategorie, und den meidet ihr wohl nicht ohne Grund wie der Teufel das Weihwasser. Die Story mit der bäuerlichen Familie
          hört sich irgendwie niedlicher an. Nur mal so zum Nachdenken. 🙂

          • Arnold Krämer sagt

            Mitte der 1980er Jahren , also vor der Wende, war man in Niedersachsen einmal relativ nah an einer Definition des bäuerlichen Familienbetriebs, dessen Hauptmerkmal die Erledigung der Arbeit überwiegend durch Familienmitglieder ist. Zumindest wollte man die Förderung und rechtliche Besserstellung von Betrieben mit einem theoretischen Arbeitskräftebedarf von rund 3 Arbeitskräften erreichen. Da Familien aber unterschiedlich groß sein können, auch damals schon viele Spezialbetriebe im Obst- und Gemüsebau mit Bedarf an vielen oft saisonalen Arbeitskräften existierten, und auch manche klassische Familienbetriebe im obigen Sinne den angedachten Rahmen vor allem in Südoldenburg und in den großen Ackerbauregionen Westdeutschlands überschritten hatten, gab es viel Widerstand auch im organisierten Berufsstand. Und die süddeutschen Länder haben garnicht verstanden, in welche Richtung sich die Landwirtschaft schon damals in Nordwestdeutschland entwickelte.
            Und dann kam der Regierungswechsel in Hannover von Albrecht zu Schröder, von Ritz zu Funke und dann fehlte die politische Unterstützung im Ministerium und kurze Zeit später kam die Wende und das Thema war erledigt.
            Heute reitet die Politik mit der Verwendung des Begriffs ein “totes Pferd” und betreibt Augenwischerei.
            Das in aller Kürze von einem der damals “dabei” war.

            • Karl Timme sagt

              Herr Krämer,
              volle Zustimmung!
              Mit Herrn Funke hatte ich Gelegenheit über dieses Thema zu sprechen, das was Herr Kichle 1990 von sich gegeben hat: der Familienbetrieb der Zukunft ….Angaben über Größe usw……
              und hier wichtig : ” nicht die Gesellschaftsform wie wir sie heute kennen”
              Ein Bayer der dieses auf der Eröffnung der Grünen Woche in Berlin verkündet hat.

              War in Niedersachsen ( SHW auch) schon vor der Grenzöffnung Thema.

              Aber eine Definition gibt es bis heute nicht. Der Zeitgeist definiert.

          • firedragon sagt

            Paulus,
            ich habe nichts gegen Deinen Begriff. Du hast ja selber aufgeführt, wie Familienbetriebe aufgestellt sein können. Keine Ahnung, ob die Betriebe sich selber “Bäuerlicher Familienbetrieb” nennen. Ich höre es nur dauernd von unseren Politikern. Und jeder Mensch stellt sich was anderes drunter vor.
            Und “die Story mit der bäuerlichen Familie” finde ich nicht wirklich niedlich (seit wann ist Familie “niedlich”?) kannste bei uns eh knicken, chaotischer Haufen trifft’s eventuell eher ;-).

            • firedragon sagt

              Paulus,
              im TV kommt gerade (21 Uhr)
              7 Tage – Rückkehr auf meinen Bauernhof
              SWR RP
              Da kannst Du ganz viel Familie gucken.

  3. Marko sagt

    Ganz gleich um welches Thema (auch außerhalb der Landwirtschaft) es auch geht, so wie fundierte Proteste entstehen und die Gegenseite keine Argumente mehr hat, reicht ein kleiner über-25-Ecken-Bezug auf die NS-Zeit aus, um heutige berechtigte Hinweise über Mißstände im Keim zu ersticken.
    Und diesem Stilmittel bedienen sich alle Parteien.

    Ist nicht böse gemeint, aber manchmal habe ich das Gefühl, als beherrscht der olle Hitler uns noch immer.
    Nur auf einer anderen Ebene.

    Und wo wir schon mal bei nicht verwendungswürdigen NS-Symbolen sind:
    Wann reißen wir endlich diese sogenannten Autobahnen ab?
    Sind nur künstlich erschaffene Wetterscheiden, welches den Regen zu unseren ,,bekloppten,, Nachbarn lenkt, der von Landwirtschaft sowieso keine Ahnung hat und den Schlepper mit der falschen Farbe fährt. 😉

    • Bauherr sagt

      Nicht ganz, der NABU darf seine Verbrüderung mit Hitler als Vogelschutzbund feiern in einem Jubiläum 2019, und es stört keinem….
      Bauern sind verschieden und LsV vereint alle, außer Bauer Willi, der sich distanziert.
      Befassen wir uns mit wichtigen Dingen wie heute ….

    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Marko: ”
      Ist nicht böse gemeint, aber manchmal habe ich das Gefühl, als beherrscht der olle Hitler uns noch immer.
      Nur auf einer anderen Ebene.”

      Es ist die Last der Schuld, bewusst oder unbewusst, jedenfalls ständig präsent und die Gegenwart bestimmend.
      Deshalb sind ja alle so wachsam, empfindlich oder übereifrig, je nach Empfinden.

      https://www.deutschlandfunk.de/die-lust-an-der-schuld-von-der-macht-der-vergangenheit.700.de.html?dram:article_id=80322

        • Stadtmensch sagt

          …die nächste “Singularität” wartet vermutlich mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%. Entweder weil Fahnen geschwenkt werden oder weil keine Fahnen geschwenkt werden. Das müssen wir dann mal sehen.

          • Reinhard Seevers sagt

            Ich habe das Gefühl, du gehörst zu denen, die nicht zulassen, dass ein Diskurs möglich wird, der eben nicht ohne Bezug zur historischen Schuld möglich wird.
            Ist irgendwie vergleichbar wie das Verhältnis zwischen Hannah Ahrendt und Heidegger scheint mir, nur auf niedrigster Stufe.

    • bauerhans sagt

      die “richtigen” na.is sind jetzt aber weggestorben,auch die hatte ich jahrelang an der backe.
      die paar glatzen,die rumlaufen,nehme ich nicht für voll.
      die rechten attentäter haben alle einen “schaden”,da gabs wohl keine fürsorgliche familie im hintergrund.

  4. FDB sagt

    Die Gegner der Bauern versuchen uns in eine rechte Ecke zu stecken, um damit unsere Argumente in der Öffentlichkeit nicht ankommen zu lassen und in uns den Spaltpilz zu säen. Wir sollten dieses Spiel nicht mitmache!
    Wenn wir schon provozieren wollen, dann mit guten Forderungen – z.B. Preise für unsere Produkte, die uns folgendes garantieren:
    – Mindestlohn für Landwirte
    – 40 Stundenwoche
    – 30 Tage Urlaub pro Jahr
    – Wochenend und Weihnachten frei
    Außerdem sollte die Sendung “Bauer sucht Frau” verboten werden.

  5. Ostbauer sagt

    “Unsere Fahne flattert uns voran…” Ohne gehts bei uns Deutschen anscheinend nicht.?
    Mal davon abgesehen, dass man die Landvolkbewegung in den historischen Kontext stellen muss; brauchen wir solche Nebenschauplätze? Symbolik gut und schön, dann aber pointierte und zukunftsorientierte.
    Viel wichtiger ist doch der Zusammenhalt der Landwirte in den so vielschichtigen Facetten der Landwirtschaft. Solang einzelne Verbände der Meinung sind, sich besser zu stellen, indem sie anderen etwas wegnehmen, wird das nix.
    Der Präsident des LBV Brandenburg bewirtschaftet selber einen Biobetrieb und vertritt also beide Produktiosweisen. Nur so kommen wir voran. Irgendwie sind doch die Probleme in den Betrieben ähnlich gelagert. Sicher sind immer welche der Meinung, sie können es noch besser. Ist ja auch legitim, schwächt uns aber!
    Also; mich stört die Fahne des Landvolkes persönlich nicht, aber tausende,die sich nicht intensiv damit beschäftigt haben, glauben das was in der Zeitung steht.

    • Bauer Willi sagt

      Ganz ehrlich? Mir ist die Fahne völlig egal. Mir geht es um die Innen- und Aussenwirkung. Und die ist nicht gut. Weil wir uns mit solchen Dingen beschäftigen wo es doch Wichtigeres gibt. Das habe ich kundgetan.

  6. Obstbäuerin sagt

    Ein Symbol, dass die Inhalte der Proteste der Bauern widerspiegelt und gleichzeitig die positive Rolle der modernen Landwirtschaft hervorhebt, muss noch gefunden werden. Das ist schon wie die Quadratur des Kreises. Aber schwarz finde ich, unabhängig vom historischen Bezug, nicht als geeignet für ein Bewegung, die so viele gute Ansätze und zukunftsweisende Ideen in sich vereint. Wir sind die 90% der 2% Landwirte auf die sich alle verlassen können, wenn es um die Nahrungsversorgung geht.

    • Reinhard Seevers sagt

      “Wir sind die 90% der 2% Landwirte auf die sich alle verlassen können, wenn es um die Nahrungsversorgung geht.”

      Tja, wenn die öffentliche Wahrnehmung eine andere ist, dann wird es schwierig, das oben Gesagte zu vermitteln.

      • Obstbäuerin sagt

        Es geht doch um die Richtigstellung z.B., dass wir Landwirte nicht gegen Umweltschutz sind, sondern für eine vernünftige Balance zwischen Umwelterhaltung und landwirtschaftlicher Produktion.

  7. Paulus sagt

    Nach meiner Auffassung kommt der Brandenburgbauer der Sache schon recht nahe. Für Außenstehende ist es nur schwer nachvollziehbar wofür die Bauern eigentlich stehen.
    Die einen stellen grüne Kreuze auf, die anderen beteiligen sich gemeinsam mit zweifelhaften Gruppierungen an Whes, andere an Wmes; dann gibt es noch einen LsV mit unterschiedlichen Strömungen und jetzt kommen noch irgendwelche Bauern mit schwarzen Fahnen daher. Bio vs. Konvi kommt noch hinzu. Bei all diesem Gequake tritt der DBV so gut wie gar nicht in Erscheinung und wird überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Ich vermute mal, das sich die erfolgreichen und gesunden Bauern schön aus diesem ganzen Gedöns heraushalten und schlicht ihren eigenen Stiefel machen.
    Ich war etliche Jahre in zwei Verbänden der Wirtschaft aktiv und bin es bis heute noch, in einem Verband. Dort kommt man auch bei unterschiedlichen Interessen immer zu einem abgestimmten Ergebnis. Daraus wird, Verbände rauf und runter, eine weitgehend einheitliche Strategie entwickelt und von Schwergewichten vorgetragen und vertreten.
    Von dieser effizienten Vorgehensweise scheinen mir die Bauern um Lichtjahre entfernt zu sein.

    • Arnold Krämer sagt

      Sehr gut beobachtet und richtig vermutet, was die erfolgreichen Landwirte angeht. Aber spätestens mit der Düngeverordnung 2017 und 2020 beginnend sowie der Tierschutz- Nutztierhaltungs- Verordnung jetzt ganz aktuell wird es auch für diese so eng, dass es mit dem Raushalten zukünftig nicht funktioniert.

    • Willy Toft sagt

      Zumindest scheint es so rüber zu kommen! Aber die „Bewegung“ hat den Zusammenhalt befördert, und das bei all den verschiedenen Ansichten! Wir dürfen uns nicht beirren lassen, und erst recht nicht Spalten lassen! An den Zusammenhalt muss jeden Tag gearbeitet werden! Da hilft die Fahne ehrlich gesagt nicht!

  8. Altbauer Jochen sagt

    Es würde zu weit führen hier geschichtliche
    Zusammenhänge aus den end zwanziger Jahren
    in Dithmarschen und Eiderstedt aufzuführen.
    Fakt ist das die Bauern hier in S-H um ihre
    Existenz ringen mussten, das ähnelt der aktuellen
    Situation. Die Fahne war ein Symbol des Protestes.
    Die spätere politische Hinwendung war die Hoffnung auf
    einen Rettungsanker. Es ist wohl müßig den Bauern
    vorzuwerfen sie hätten die Entwicklung voraussehen müssen.
    -Das haben andere auch nicht !!!
    Ob es klug ist ein Symbol der Vergangenheit hervorzuholen
    darf man bezweifeln und auch kritisieren.
    Merkwürdig ist aber das es Anlässe genug gibt bei
    denen Rote Fahnen geschwenkt werden ohne das
    sich auch nur einer aufregt.
    Versteh´s wer will.

  9. Werner Locher sagt

    Leider sind viele Medien nicht mehr im Stand die Probleme die uns beschäftigen zu erkennen und zu verstehen. Das hat diverse Gründe. Umso einfacher ist es für sie über Randerscheinungen zu berichten. Schade.

  10. Arnold Krämer sagt

    Interessenpolitik für Landwirtschaft in Deutschland im Jahr 2020: die Fahne und die Symbolik sind das Unwichtigste in diesem Zusammenhang überhaupt. In erster Linie wäre es notwendig, die Inhalte der Interessenvertretung neu zu definieren und auch nach innen wie nach außen offen und ehrlich zu kommunizieren. Landwirtschaft im Jahr 2020 ist nicht mehr Landwirtschaft 1960. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Landwirte ist extrem stark ausdifferenziert, die gesellschaftlichen und politischen Forderungen nach Transformation treffen die Betriebe in unterschiedlichen Ausmaß, weil große Teile der Öffentlichkeit die Vielfalt, Komplexität und volkswirtschaftliche Bedeutung des Sektors Agrarwirtschaft nicht wahrnehmen können oder wollen.
    Der Ruf nach dem Staat kann heute nur lauten: Lasst die Landwirte in Ruhe arbeiten, macht einfache und verständliche Gesetze, korrigiert nicht zu leugnende Fehlentwicklungen mit Außenmaß und zielgenau, versucht nicht Dinge zu regeln, die der Vielfalt der Standorte, Strukturen, Betriebszweige, ja sogar des Klimas (Ostsee, Allgäu) nicht gerecht werden können, schafft überflüssige Bürokratie ab (solche, die nur Scheinsicherheit im doppelten Sinne des Wortes bedeutet), sorgt für Steuergerechtigkeit, belasst den Menschen das verdiente Geld und verteilt nicht immer mehr (auch landwirtschaftliche) Steuergelder an Organisationen, die der Landwirtschaft das Leben schwer machen. Auch die Umverteilung von Steuergeldern über Brüssel ist ineffizient, überflüssig und entwürdigend.
    Landwirtschaft in D und der EU ist mit der Wiedervereinigung und mit der Osterweiterung noch vielfältiger, leistungsfähiger und besser geworden als sie ohnehin schon war. Das gilt es anzuerkennen und nicht mit immer mehr Bürokratie, detaillierteren Vorschriften, widersprüchlichen Zielen aufgrund auch falscher Bestandsaufnahmen zu gefährden.

    • Mark sagt

      “Landwirtschaft in D und der EU ist mit der Wiedervereinigung und mit der Osterweiterung noch vielfältiger, leistungsfähiger und besser geworden als sie ohnehin schon war.” Genau dies scheint ihr jetzt zu Verhängnis zu werden.

      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Mark, die Sache mit der Wiedervereinigung was die Landwirdschaft betrifft sehe ich etwas anders als Du. Bei aller Freundschaft zwischen Landwirten West und Ost, es gibt einen gravierenden Unterschied. Unter dem Strich sind wir in der Mehrzahl der Betriebe doch Konkurenten !!!! Im Westen der hochgeliebte Famielien- Betrieb den “Alle so wollen und lieben”.
        Auf der anderen Seite, in Ostdeutschland , die verhassten Landwirtschaftliche Großbetrieb”, den angeblich ein Großteil der Bevölkerung masssiv ablehnt.
        Wer am Ende überlebt regelt die Politik???
        Ich bin mir sicher, die Ökonomie wenn diese eine Chanse bekommt sollte das regeln.
        Es gibt ja den bekannten Satz, es ist ökonomisch unklug was wir da gerade beschließen, aber politisch gewollt.

        • firedragon sagt

          Guten Abend Brandenburgbauer,
          Du hast ein verquertes Denken – “den alle so lieben und wollen”, ich lache mich gerade kaputt. Du hast keine Ahnung, was bei uns los ist – von wegen lieben und wollen!

          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin firedragon, kläre mich auf. Warum habe”ich ein verquertes Denken , und warum habe ich keine Ahnung, was bei euch los ist???
            Ich bin offen für jede Meinung.

            • firedragon sagt

              Du schimpfst öfter über den Westen und bist der Meinung, die im Westen arbeitenden Landwirte sind irgendwie privilegierter oder gewünschter.
              Ich habe keine Ahnung, wie die Bevölkerung bei Euch zu Eurer Landwirtschaft steht.
              Eins kann ich Dir allerdings versichern – die LW, wie sie angeblich gewünscht wird, sind wir (hatte ich aber schon geschrieben) und diese ist im Dorf definitiv nicht gewünscht.
              Ich hatte Dich ja schon einmal gefragt, was uns trennt, hatte ich von Dir keine Antwort bekommen. Ich bin nämlich der Meinung, uns trennt nichts – wir reißen uns alle den Arsch auf für nichts.

              • Ostbauer sagt

                Nabend Drachen,
                ich denke nach 30 Jahren trennt uns nicht mehr all zu viel. Es gibt genau so viele Unterschiede zwischen Ost und West wie zwischen Nord und Süd. Der Keil wird durch bestimmte Gruppierungen gesetzt um ihr eignes Süppchen zu kochen. Und die Politik bedient sich dessen manchmal; wenn es ihr in den Kram passt.
                Mit den “Dörflern”hier ist es wie überall. Hast du eine gesunde gewachsene Dorfstruktur gibt es kaum Probleme.
                Bei 2/3 Zuzug aus der Stadt, sieht das schon anders aus. Also wie überall in old good Germany 🙂

                • firedragon sagt

                  Hm… ist so.
                  Euch ‘nen angenehmen Abend 😴

  11. Bauherr sagt

    Die Leute die mit der Fahne rumlaufen sagen:“Uns geht es jetzt so dreckig wie 1920“.
    „Wir müssen aufpassen, dass es sich nicht so wie damals entwickelt…“.
    Nein, die Fahne spaltet nicht. Es gibt verschiedene Temperamente unter Bauern und das ist gut so. Die Gefahr der Eskalation darf weder unterdrückt noch verschwiegen werden, sondern alle sollen wissen was passiert, wenn eine Berufsgruppe demütigt und ruiniert.

  12. Reinhard Seevers sagt

    Tja Stadtmensch, schon die 68er haben es nicht verstanden, das “dumme” Volk mitzunehmen in ihre kryptischen Gehirnwendungen. Heute ist es ähnlich, nur dass die Mehrheitsverteilung beim Intellekt nicht ganz so Grenzscharf verläuft….alles so diffus hier.

    • Stadtmensch sagt

      Die 68er waren bei uns kein Thema und die Totalitarimus-Dosis hab ich auch nicht mehr abbekommen. Bin also relativ wenig vorbelastet was Ideologie angeht. Wehe jemand lacht!

  13. Paul W. sagt

    Danke Willi, das spricht mir aus der Seele. Man rennt heute nicht mehr hinter einer Fahne her. Ein freundliches aber klares, bestimmtes Auftreten erweckt mehr Sympathie und mehr Wiedererkennungseffekt. Fahnen wollen immer ein schmales Denken hervorrufen. Mir sind denkende Landwirte, die ihre Interessen in Diskussionen oder in Wort und Sprache bekunden lieber, als folgsame Mitläufer hinter einer Fahne. Wer um überkommende Fahnensymbole streitet macht sich in der Bevölkerung irgendwie lächerlich.

  14. Friedrich Meyer-Hamme sagt

    Wenn jemandem die Einstellung eines anderen nicht passt, dann wir aus Reflex eine Verbindung zu “Nazis” gesucht. Das ist an dieser Stelle wieder geschehen. Bei den grünen Kreuzen hat man es nicht geschafft, es hagelte aber auch dort einiges an Kritik. (Christliche Symbolik, Todessymbolik, Martialisch…..)
    Wer stellt diese Verbindung her, wer sind die Kritiker, muss man an dieser Stelle doch fragen.
    “Von den Richtigen kritisiert ist besser als von den Falschen gelobt” sagt ein Sprichwort und es lässt sich selbstredend umkehren.
    Lassen wir uns nicht allzuleicht spalten, wenn wir jetzt der Kritik aus so windiger Richtung nachgeben und in Richtung der eigenen Leute ausholen?
    Ich bin für ein “Jetzt erst recht”! Medial habe die jungsten Bauernproteste eh keinen, oder sogar einen gegenteiligen Effekt gehabt. “Bauern protestieren wieder gegen höhere Umweltauflagen”.

    • Bauer Willi sagt

      Ich habe es oben geschrieben: wir können es besser, sympathischer und kreativer. Ein “jetzt erst recht” finde ich nicht sonderlich prickelnd….

      Aber ich habe meine Meinung gesagt, andere Meinungen sind auch in Ordnung.

      • Paulus sagt

        Wie man sympathisch rüberkommen kann hatte ich hier am Beispiel französischer Bauern schon mal geschildert. Blockade, nichts ging mehr! Und dann wurden wir mit durchaus erlesenen Häppchen und Getränken versorgt, sogar die Kinder wurden betreut, und die Freunde der Technik kamen angesichts der Schlepper auch nicht zu kurz. Meine Frau durfte so ein richtig großes Ding sogar so ca. 100m weit geradeaus fahren. Da wurde ganz entspannt palavert und an Anzeichen von Aggressivität kann ich mich nicht erinnern. Hört sich vielleicht lächerlich an, war aber garantiert nachhaltiger als das was die Bauern hier so veranstalten. Vor allem hatten die Franzosen es verstanden den Wert ihrer Produkte in den Vordergrund zu rücken.

        • Reinhard Seevers sagt

          Na dann geh Mal auf Youtube und Gib: französische Bauern, Protest, Gülle ein, dann siehst du wie friedlich die Kollegen agieren.
          Das würde bei uns wohl ein großes Entsetzen auslösen.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          War mal bei einer europaweiten landwirtschaftlichen Demo in Straßburg.
          Wir die deutschen waren ganz vorne, die Franzosen waren die letzten.
          Bei der hälfte des Demozuges haben uns die Franzosen bereits überholt, was die veranstalteten war seht Grenzwürdig. Die haben nicht nur Eier an die Häuser geschmissen, nein die sind auf jedes Hinweisschild und jede Straßenlaterne geklettert und haben die Schwingungen gebracht, bis sie umknickten.

          Demos, auch für eine gute Sache, sollten ohne Sachbeschädigung gehen.

          • Paulus sagt

            @Reinhard Seevers und @Ehemaliger, ich kenne die unschönen Bilder die von den Medien transportiert wurden, daran lässt sich ja auch nichts rütteln. Trotzdem haben wir es völlig anders erlebt, und zwar nicht im Märchenland sondern real in der Normandie. Selbstverständlich waren die Bauern erzürnt, das brachten sie auch deutlich und konsequent zum Ausdruck. Aber sie brachten ebenso auf sehr geschickte Art und Weise mit ihrer Aktion noch etwas anderes rüber. Das war so eine Mischung aus Fürsorge, Vorführung bzw. Erklärung der Technik und nicht zuletzt machten sie deutlich was sie wirklich bedrückte. Das wirkte tatsächlich nachhaltig und viel besser als bloßer Krawall.
            Einen Wermutstropfen musste ich schlucken, der Bursche mit dem Monster von Schlepper kam bei meiner Gattin wohl ganz gut an. Das kann ich unmöglich toppen. 🙂

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wenn ich deinen letzten Abschnitt lese,
              na ja, da sag ich mal nix dazu. 😒

        • Andi sagt

          Und Paulus, habe die französischen Bauern etwas erreicht?
          Genauso wenig wie wir!
          Man muss so ehrlich sein, und sich eingestehen, dass der bäuerliche Familienbetrieb auf der Abschußliste steht.

  15. bauerhans sagt

    Die Landwirtschaft ist bei uns immer noch der DBV.
    der hat aber gar kein interesse daran,Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben,ausser über die probleme der bauern in der jeweiligen jahreszeit zu informieren.
    die LSV demos wurde als jammern auf hohem niveau eingeordnet.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Der Bauernverband, bei uns der BLHV macht viel Öffentlichkeitsarbeit, aber für die Medien ist das nicht immer die Schlagzeile die gesucht wird.

      Bauer Willi hat vor kurzem auf den Tag des Bauern hingewiesen, das es keine Sau interessiert. Ich habe es auch nicht gelesen, wenn jedoch der Tag der Männersocken da ist, steht das in jedem Blatt.

  16. BauerMitHeimat sagt

    Hallo Willi, leider versteh ich nicht, warum Deine Symbolik “Grünes Kreuz” toll, eine Fahne mit urdemokratischer Tradition des bäuerlichen Widerstandes aber schlecht für den Bauernprotest sein soll ? Du schreibst, die Fahne würde weiter spalten, es sei schade daß es zwei LsVs gäbe … Aber Du hast doch darum gebeten, die Grünen Kreuze nicht auf LsV- oder anderen Demos zu zeigen. Auch das sieht nach Spaltung aus. Ich finde es schade, daß jeder sein eigenes Symbol für sich in Anspruch nehmen will und jeder dem anderem “empfiehlt” (=verbietet ?), seine Symbolik nicht zu nutzen. Und übrigens, wenn wir alles sein lassen, was uns die mainstraem-Medien und die political-corectness der Grünen vorschreiben wollen, dann gibt es bald keinen Bauernprotest, keine Bauern und keine Meinungsfreiheit mehr !

    • Bauer Willi sagt

      Es sind nicht “meine” Grünen Kreuze, ich war nur der Erste und hatte die Idee. Als bekannt wurde, dass man daraus einen “Grünen Kreuzzug” machen wollte, habe ich mich zu Wort gemeldet. Ein Kreuzzug ist etwas militantes, das grüne Kreuz stand und steht für stillen Protest.

      Ich schreibe bewusst, das ich mir wünschen würde, das die Fahne nicht mehr genutzt wird. Also bitte nichts hineininterpretieren, was nicht so ist.

    • Stadtmensch sagt

      “mainstraem-Medien und die political-corectness der Grünen”

      Stöhn!

      Diese Volk ist nicht fähig zu pluralistischem Dialog in einer offenen Gesellschaft
      https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/proteste-bundesstrasse-zittau-oderwitz-ebersbach-neugersdorf-100.html

      Immer muss es einen Kaiser (oder wenigstens eine Föhrer) geben und “klare Verhältnisse”:
      Oben und Unten. Man will einfach ganz schnell (ohne zu denken) sagen können was gut und was schlecht ist. Gerade dann, wenn es in der Wohlstandsgesellschaft vermeintliche Probleme gibt.

      Hätte nicht gedacht, dass ich als Linksextremist mich hier gegen identitätsstiftende Symbolik positionieren muss, aber ich hab so ein “Bauchgefühl” bei der Landvolk. Laut Wiki waren nahe bei den Freikorpslern und recht schnell mit Handgranaten zu Gange.
      Dann dieser Hang zur Monarchie: Erbliche Führungsrolle ist sowas von Anti-Meritokratie, das kann nicht gut gehen!

      • Mark sagt

        “Laut Wiki waren nahe bei den Freikorpslern und recht schnell mit Handgranaten zu Gange.” Stöhn!!

      • Bauer Fritz sagt

        @Stadtmensch
        Zum Anlaß ihres “Stöhn” bzgl. Mainstream-Medien und Political Correctness, sei auf einen gerade heute erschienen Beitrag in der NZZ verwiesen:
        Der brutale Kannibalismus der Gutmenschen – hysterische Political Correctness kann jeden treffen (https://www.nzz.ch/meinung/pc-kann-jeden-treffen-der-brutale-kannibalismus-der-gutmenschen-ld.1567162)
        Zitate: “Wir diskutieren nicht erst seit gestern über Political Correctness und Identitätspolitik, den Lochfrass für die Freiheit. ……. Im Kern steckt darin eine Privatisierung des Debattenraums durch einige wenige im Dienst einer selbst proklamierten höheren Moral– oder eben «der richtigen Seite». ……
        So einige Journalisten glauben immer noch, sie seien ihren Lesern intellektuell meilenweit überlegen und diese warteten nur darauf, von ihnen belehrt zu werden. Mit welchem Recht?” (oder moderner: How dare you ?)
        “Partisanenjournalismus ist eine Form von Korrumpiertheit, ein Betrug am Leser, ein Bärendienst an der eigenen Profession und eine Versündigung an der Wahrheit.”

        Es sind also doch eher der Großteil und die Vielfalt der Leser von Medien die “Stöhn” machen dürfen angesichts dessen, was sie vielleicht nicht so treffend ausdrücken können wie die NZZ, aber doch durch eigene Erfahrungen genauso mitbekommen.

        • Stadtmensch sagt

          @Bauer Fritz:
          Aha, das private Medium NZZ diagnsotiziert eine “Privatisierung des Debattenraums” und drückt sich treffend aus mit: “Lochfraß der Freiheit, Partisanenjournalismus, Versündigung, Bärendienst, proklamierte höhere Moral, brutaler Kannibalismus”?

          Nix als Worthülsengeklimper im Brackwasser der Beliebigkeit!

          Der Text wird nicht besser, wenn man die Stärke der Wörter höher dreht oder alles groß schreibt.

          Von den Schweizern lass ich nur SRF4 bis zu meinen empfindlichen Synapsen durch, für ein Peer-Review der hiesigen Verkündungsorgane.

          • brouss sagt

            Na vielleicht sind Deine Synapsen so empfindlich, dass sie sich weigern Dir den Sinn des Artikels erfassen zu lassen.
            Ich kriege dauernd vegane Rezepte von Utopia aufs Handy. Die sind eine versteckte SPD- Organisation. Auch “Ökotest”gehört zum SPD-Presseimperium.

            Da wird doch wohl niemand mehr von der SPD neutrale Umwelt- und Landwirtschaftspolitik erwarten. Die SPD lobt sich immer als die älteste demokratische Partei Deutschlands. Seit deren Bestehen hatten wir aber auch schon 2 maximale Katastrophen. Ich denke wir sind auf dem Weg in die 3.

            • Stadtmensch sagt

              @brouss:
              Niemand hat sich gegen die Bauern verschworen! Der Mensch sagt DIES und macht DAS.

              Der DBV gibt die “Landlust” heraus für eine Leserschaft, die von “Moderner Landwirtschaft” sicher nicht so viel hält.

              Die Ayn Rand Gesellschaft hasst alles was mit Staat zu tun hat, Steuergeld nimmt sie trotzdem.

              Die SPD hat uns schon immer verraten 😉

              Dass es so etwas wie die Ökotest gibt bedeutet nur, dass der Kapitalismus ein Produkt gefunden hat für alle, die dem staatlich organisierten Verbraucherschutz misstrauen.

              Rating Agenturen sind privat geführte Unternehmen, die gegen entsprechende Zahlungen “AAA” für “Finanzprodukte” rausgeben. Nichtmal Deutschlands klügster Professor (Herr Sinn) hätte gedacht, dass das möglich ist.

              Nur die kleine Greta ist noch “unverdorben”:
              https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/greta-thunberg-will-preisgeld-von-einer-million-euro-spenden-16870194.html

              Folge dem Geld und du kannst dir fast alles erklären. Ob du in diesem Wirtschaftssystem mit einer Fahne wedelst, oder dich zum Reichsbürger erklärst, lockt keine Katze hinter dem Ofen hervor. Da muss schon was Schlimmeres passieren: Klopapier alle oder so…

              • Obstbäuerin sagt

                Auch in Bezug auf die Ausrichtung der Landwirtschaft sind Kräfte unterwegs, die die Geldströme in eine bestimmte Richtung lenken wollen. Sie haben sich unter dem Deckmantel des Klimawandels verkrochen, lassen nicht nur die Arten medial sterben und verbreiten einen Dunstschleier aus Angst. Und genau diejenigen, die sich für ein Leben in Menschenmassen entschieden haben, sehen in ihren Lebensmittelproduzenten schon fast Verbrecher, weil sie eine nicht genau bestimmte Zahl (Massen) an Tieren halten.

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Die MW Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund bauen riesige Kreuzfahrtschiffe für den chinesischen Markt. Die gerade im Dock liegenden Riesen „Global 1“ und „Global 2“ können fast 10.000 Kreuzfahrer aufnehmen – jeweils. „Global 1“ ist schon weit fortgeschritten und „Global 2“ wurde begonnen.

                  Man stelle sich mal vor, man würde in dieser Enge 10.000 Schweine halten?

        • Reinhard Seevers sagt

          “Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig. “….
          schrieb u.a. Kurt Tucholsky in seiner Kritik des Buches” Bauern, Bonzen und Bomben” von Hans Fallada. Eine erhellende Analyse der damaligen Situation eines Volkes, deren Reflexhaftigkeit der heutigen sehr ähnelt.

      • brouss sagt

        Stadtmensch, es ist doch in Wirklichkeit so, dass die Bauern, die sich früher aus finanziellen Gründen den Braunen zugewandt haben, heut auf Grünbio setzen.
        Man braucht sich doch nur die Vitas der Braunen ansehen, mit den Vitas der Grünen vergleichen, ein bisschen Logik und bisschen Psycho und dann merkt man, dass auf brauner Erde grüne Pflanzen wachsen.
        Der Hass auf die Juden wurde nur durch Hass auf Monsanto, Glyphosat,…. ersetzt.
        So schlimm die Taten der Braunen auch waren, aber wenn Hindenburg damals einen Roten zum Kanzler gemacht hätte, stünden wir heute schlechter da.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Sehnsucht nach Kohl?
        Weißkohl oder Rotkohl?
        Wenn man sich die Zeit vor 10 Jahren zurückwünscht,
        dann wäre es wieder Frau Merkel.

        Außerdem, jeder in diesem Land darf Demonstrieren, auch mit der Reichskriegsflagge.
        Beifall bekommt natürlich die Flagge mit Hammer und Sichel, oder der Flagge der Volksrepublik China.

    • Martin Büchsenschütz sagt

      Die Fahne mit Pflug und Schwert ist historisch belastet, eben weil sich damals teilweise mit den Nazis verbrüdert wurde. Wobei die Widerstandsbewegung der Bauern nach 33 verschwand, so war einer der Mitbegründer Mitglied in der NSDAP. In dem Sinne ist die Fahne gerade heute sehr contraproduktiv, weil sie diesen Zusammenhang bietet und jeder noch so kleine Grashalm Richtung Nazi-Deutschland medial ausgeschlachtet wird.
      Die grünen Kreuze wollte Willi nicht auf den Demos sehen, weil er mit der Art und Weise von LSV nicht einverstanden war. Die Bewegung ist allen voran laut, bringt aber sehr wenig Inhalt in Relation zur Lautstärke mit. Da die Kreuze als stiller Protest gedacht waren passen sie halt nicht zu LSV.

  17. Mark sagt

    Auch bei der Verwendung der “Grünen Kreutze” hatten wir die Diskussion, ob ein solches Symbol verwendet werden soll. Wer richtg recherchiert stellt fest, dass die “Schwarze Fahne” nichts mit der NS-Zeit zu tun hat, aber seis drum. Viel wichtiger wäre es, den LSV zusammen zu halten und nicht zu spalten, sich auf die inhaltliche Arbeit und den Aufbau funktionierender Verbandstrukturen zu konzentrieren, um künftig eine gute Arbeit leisten zu können. Nur zu demonstrieren ist auf Dauer zu wenig.

    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin, Mark ich kann dir beim zweiten Teil deines Beitrages nur voll zustimmen.
      Die Spaltung unseres Berufsstandes ansich, ist ja immer wieder eine Ursache warum wir nicht so zum Zuge kommen wie es notwendig wäre.
      Aber, Solidarität untereinander was vieles leichter machen könnte , ist ja in unserer Branche nicht so in.

  18. Reinhard Seevers sagt

    Anscheinend hat es DIE Landwirtschaft ja nicht geschafft eine gemeinsame Symbolik zu kreiren, die eine Gemeinschaft, ein Zusammenhalt fühlen lässt. Wenn man sich dann historischer Vorbilder bedienen muss, dann ist das schade, aber auch nicht unbedingt schlimm. Man kann es zu einer politischen Dimension hochstilisieren und es negativ besetzen…..man könnte es aber auch einfach ignorieren oder die Fahne mit einem grünen anstatt einem schwarzen Hintergrund unterlegen? Dann ist alles gut oder? 🙂

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