Bauer Willi
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Deutschland wie es isst

Seit etwa 10 Jahren gibt das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Ernährungsreport heraus, der im Wesentlichen auf Umfragen beruht.

https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2025.html

Dort finden sich Sätze wie

  • Dass es schnell geht, wird wichtiger: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) findet es sehr wichtig oder wichtig, dass sich das Essen einfach und schnell zubereiten lässt (vgl. 2015: 45 Prozent).
    Auch der Preis wird beim Einkaufen wieder mehr beachtet (2015: 58 Prozent, 2020: 46 Prozent, 2025: 59 Prozent).
  • Beim Einkauf achten 79 Prozent darauf, dass Gemüse und Obst saisonal sind. 77 Prozent geben an, es treffe voll und ganz oder eher zu, dass sie darauf achten, wie das Tier gehalten wurde, von dem das Lebensmittel stammt. Dass die Produkte aus ihrer Region kommen, darauf achten viele Befragte beim Lebensmitteleinkauf. 77 Pro­zent geben an, dass dies voll und ganz oder eher auf sie zutrifft.
  • Die Erwartungen an einen landwirtschaftlichen Betrieb sind vielfältig: Im Vordergrund stehen für die Befragten eine „artgerechte Haltung der Tiere“ (59 Prozent), eine „faire Entlohnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ (56 Prozent) sowie die „Qualität der Produkte“ (52 Prozent).

Zusammengefasst kaufen die Verbraucher folglich: saisonal, regional, bio und vor allen Dingen Obst und Gemüse. Und wenn Fleisch, dann nur mit Tierwohl.

In den Supermärkten wird allerdings anders eingekauft als in Umfragen gesagt wird. Das nennt man citizen-consumer-gap. https://de.wikipedia.org/wiki/Consumer-Citizen-Gap

Ein anderer Name aber im Prinzip das Gleiche ist der attitude-behavior-gap. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1374926/umfrage/attitude-behavior-gap-nachhaltiger-konsum/

Für diejenigen, die nicht wissen, wie unser Agrar-Minister heißt und wie er aussieht, hier das Video von der Präsentation des Ernährungsreports.

https://www.bmleh.de/SharedDocs/Videos/DE/Presse/pk-ernaehrungsreport-2025.html

 

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35 Kommentare

  1. Sonja Dengler sagt

    „Der Ernährungsreport fusst im Wesentlichen auf Umfragen“ – ICH glaube keine Sekunde, dass auch nur eine dieser Umfragen seriös zustande gekommen ist.
    Was provoziert wird ist: „der Bauer“ und „der Verbraucher“ werden als Gegenspieler positioniert – DAS ist völlig meschugge. Jeder Bauer ist auch Verbraucher z.B.
    Der Ernährungsreport ist meiner Meinung nach genauso lächerlich wie die Kretschmers Preisverleihung an Merkel wegen „ihrer hervorragenden Haltung in der Coronazeit – Absurdistan lässt grüßen.

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  2. Thomas Bröcker sagt

    Im Grunde sind die Beteiligten hier und insgesamt von der Diskussion über die Jahre ermüdet. „der Verbraucher “ ist ob des Bashings angepisst, „der Bauer“ auf der anderen Seite auch … wegen des medialen Bashings .. das von den Medien als „Wille der Gesellschaft“ aufgetischt wird.
    Es hat sich nichts geändert und wird es auch nicht. Einen Außenschutz wird es nicht geben, weder jetzt noch in Zukunft. Die Nationalstaaten werden mit ihrem ganzen teuren Parlaments – und Verwaltungssalat weiter bestehen und jeder wird auch weiter versuchen auf Kosten seines Nachbarn wirtschaftliche Vorteile zu generieren. Die EU Kasperle spielen weiter „Union“ an an den übervollen „Fleischtöpfen Babylons“ und wenn man nicht mehr weiterweiss, treffen sich die „Kriegstäubchen“ a´la Claudia Major, Pistorius, Kiesewetter, Strack Flinten-Agnes nebst denen aus den anderen „Nationen“ am runden Tisch von Kaiserin von der Leyens´ „Tafelrunde“ um ihre zunehmende internationale Bedeutungslosigkeit mit Kriegsgeschrei zu übertünchen. Verbraucher-Bashing bringt nichts, weil Jeder „wirtschaftlich denkt“ wenn es um die eigene Kostenrechnung geht.
    Fazit: man muss zusehen, wie man in dieser Gemengelage persönlich und wirtschaftlich zurechtkommt. Das wegpurzeln von Arbeitsplätzchen (es werden keine mehr gebacken) und von Selbständigen Existenzen geht ungebremst weiter. Bislang noch sozial abgefedert … aber das wird sich in Sichtweite ändern.
    Alles was medial über Jahre gehypt wird, setzt sich irgendwann auch durch. Im März ist wieder DVL Tagung … Thema wieder „die neue GAP“ … Redner wieder Lakner und Co..
    Die setzen ihr Vorhaben der Umlenkung der Mittel aus der Flächenförderung in Förderung „ökologischer Vorrangflächen“ um. Man kann sich da anpassen und mitnehmen, was der betrieblichen Situation förderlich ist. Verhindern muss/sollte man die Anerkennung und Förderung von Öko-Produktionsflächen als per se „Biodiversitäts-Vorrangflächen“. Alle Produktionsflächen raus aus der Förderung und alle GAP Mittel abgeschafft oder konsequent nur noch in die Landschaftsstruktur außerhalb der Produktionsflächen.
    Das wird Verwerfungen geben … Neuseeland hats durchgezogen (komplette Abschaffung der Direktzahlungen) … im Endeffekt hielten sich die Verwerfungen in Grenzen und viel Bürokratie wurde überflüssig. Das Problem ist nur, dass bei uns in der „EU der Nationen“ die Bürokratie“ mit ihren gewerkschaftlich geschützten Arbeitsplätzen, im Sinne des Peter-Prinzips, als „frei schwebende Gipfel“ erhalten bleiben werden.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Gut aufgelistet, warum dieses System trotz Widersprüche bis zum Exzess weiter betrieben wird:
      1. Die Frösche legen nicht ihren eigenen Sumpf trocken (Arbeitsplatzsicherung).
      2. Ohne finanzielle Abhängigkeit der Landwirte von Subventionen, könnten die plötzlich auf die Idee kommen, so zu wirtschaften wie es ihnen gefällt.
      3. Mit diesem System kann man Nahrungsmittel billig halten.

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      • Richard sagt

        Es ist ja letztendlich nichts anderes als das System DDR. Dort waren die Nahrungsmittel billig, zu billig. Deshalb hat man dann am Jahresende die staatlich verordneten Verluste der LPGs aus dem Staatssäckel aufgefüllt. Bei uns ist das etwas marktwirtschaftlich verpackt: Man zahlt pro ha einen pauschalen Zuschuss, für etwas mehr Gemeinleistung noch was drauf und der Betrieb kann dann nach eigenem Ermessen innerhalb der Rahmenbedingungen wirtschaften. Leider sehen die dummen Landwirte nur die Arbeit und den zugehörigen Umsatz und sind am lästern, weil dieser nicht die Kosten deckt, oder grade so die Kosten deckt und keinerlei Arbeitslohn rüberkommt. Der wird dann an Weihnachten in einem Rutsch vom Staat auf das Konto gebucht. Die Bauern waren die Leibeigenen der Oberen und sind es genaugenommen heute auch noch. Damit das nicht abreisst, ködert man den jungen Nachwuchs mit Förderungen, Zuschüssen und Beihilfen für den Kapitaldienst und schreibt ihnen ins Kleingedruckte, dass mind. 12 Jahre weiter auf Gedeih und Verderb malocht werden muss oder der Gerichstvollzieher kommt das Leben zu pfänden.
        Mir tut jeder leid, der sich zum Knecht der Banken und LEHs macht weil er sich von den Berufsschulen und Standesvertretern zum Deppen machen lässt. Denn wer Eigenkaptial investiert, wird von der Förderung ausgeschlossen.
        Es gibt Millionen von Eigenheimen in Deutschland. Diese Familien können sich auf ihrem Rasen dort zwei Geißen halten und haben so täglich frisch und regional ihre eigene Milch. Ab und an gibt es dann auch noch Lammfleisch. Der Rasen ist ohne Klimawirkung kurz gehalten und man könnte dem Umweltschädling Landwirt so richtig eins auswischen und im zeigen, wo der Bartl den Most holt. Zusätzlich bieten sich noch die städtischen Erholungsflächen für diese Art der Nutzung an.
        Die Landwirte können ihre Felder zu Wiesen machen, den ersten Schnitt an die städtischen Pferdenärrinen verkaufen und den Rest wachsen lassen. Ohne Chemie, ohne Kunstdünger wird dann alles gut in Deutschland. Zur Not kann man aus dem zweiten Schnitt dann noch Protein zum Unterrühren in den Latte im Straßencafe der Fußgängerzone produzieren. Vegane Alternative. Bleibt die Frage, darf man diese Konsumenten dann Rindvieher nennen?

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  3. Jürgen Donhauser sagt

    Dann lasst mich doch endlich auch so produzieren, wie die Verbraucher tatsächlich einkaufen – nämlich billig. Aber mit diesen Auflagen und Produktionsvorschriften in Sachen Umwelt und Tierwohl in Deutschland kann ich nicht billig produzieren, zumindest nicht so billig wie die Konkurrenz im Ausland die diese Vorschriften nicht berücksichtigen müssen. Also Politik, macht euch ehrlich und hört mit dieser Schizophrenie auf!

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  4. Bernd L. sagt

    Schockierender Befund: Die Leute kaufen das, was für sie am besten ist. Und verhalten sich damit völlig normal. Sie kaufen gute Qualität zum möglichst günstigen Preis. Und nicht zum Höchstpreis, wie es Handel und Erzeuger gerne hätten.

    Sie machen es doch nicht selbst nicht anders. Wie viele von Ihnen (den Bauern) kaufen Fair-Trade-Kaffee? Sie erwarten, dass Endkunden freiwillig mehr bezahlen, damit es den Erzeugern zugute kommt? Machen Sie das selbst? Sicher die wenigsten.

    Regional: Das ist eine reine Marketingstrategie, bei der sich LEH und LW ausnahmsweise mal einig sind. Dem Verbraucher soll durch dessen Hang zur Heimatverbundenheit mehr Geld entlockt werden. Er selbst hat davon nichts.

    Bio: Hochpreisnische für den elitären Lifestyle und Bessermenschen. Einen realen Wert in Form besserer Produkte gibt es nicht.

    Ich spitze das absichtlich zu, weil Sie hier nach meinem Eindruck nicht zur Kenntnis nehmen, dass sich die Verbraucher völlig rational verhalten – *aus ihrer eigenen Sicht.* Aus wessen denn sonst?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Uns ist allen klar, dass sich der Verbraucher rational verhält….was seine Kaufentscheidung angeht. Wo der Bruch entsteht ist in den Verlautbarungen, den Lügen, die die Menschen, egal ob in Interviews oder politischen Statements, in NGO-Forderungen oder wie auch immer offenbaren. Man würde mehr für die Produkte zahlen, wenn man wüsste, dass………
      DAS ist der Grund für unsere Aufregung: die Heuchelei allenthalben.
      Der Erzeuger kennt die kognitive Dissonanz des Verbrauchers, der Weltenretter will sie nicht wahrhaben, sondern hat nur das Ziel die Welt retten zu wollen; und wenn es durch Umerziehung ist.

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      • Bernd L. sagt

        Mir ist das bisher nicht deutlich geworden, dass Ihnen „allen klar“ ist, das sich Verbraucher rational verhalten. Aber gut zu lesen.

        Was den Zwiespalt zwischen Sagen und Tun angeht, stimme ich Ihnen ja zu. Wie das kommt, steht ja in den oben verlinkten Aussagen: „soziale Akzeptanz“. Die ganzen Aussagen von Konsumenten kommen ja in der Regel durch telefonische Umfragen zustande. – „Ist Ihnen Tierwohl beim Einkauf wichtig?“ Wird da jemand antworten: „Nee, ist mir egal?“ Natürlich nicht. Aber wenn die Bratwürste aus besserer Haltung zwei Euro mehr kosten …

        Ich verstehem, dass den Landwirten die ständigen Vorwürfe durch NGOs, linksgrüne Politiker etc. zusetzen. Aber zumindest nach meinem Eindruck hat die ganze große Mehrheit der Verbraucher damit nichts zu tun, weil sie sich für Landwirtschaft einfach nicht interessieren.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Komisch, wenn der Gesetzgeber Vorschriften erlässt, die die Bürger angeblich fördern und die hiesige Produktion verteuert, der LEH Werbung schaltet für Produkte, die seine Kunden angeblich nachfragen und Kunden Dinge kaufen, die sie nach eigenem Bekunden gar nicht wollen, wie kommt es dann zu den Folgen für die deutschen Erzeuger? Ist ja wirklich ein Mirakel.🥳

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    • Nicolai Asmussen sagt

      Moin vom Fjord
      „Schockierender Befund: Die Leute kaufen das, was für sie am besten ist.“

      Die DGE bestimmt was am besten für die Leute ist.
      Nur 1 Ei pro Woche.
      Sind Sie qualifizierter Essensberater oder Eu-Doktor oder Brigitte-Diätmanager?

      Die DGE legt fest was für uns gut ist.
      Und wer sich nicht daran hält, hat zumindest ein richtig schlechtes Gewissen zu haben.
      Mann, voll echt ey.

      Grüße
      Nicolai

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  5. Das ist doch, auch hier, oft genug durchgekaut worden, dass der Mensch oft anders redet als er dann handelt.
    Dass es mit dem Futter schnell gehen soll und die Jüngeren überwiegend keinen Bock auf kochen haben bzw. es gar nicht können (auch wenn sie das anders sehen) ist auch nicht ganz neu.
    Nicht ganz so ernsthafte Belege zu letzterer Aussage auf youtube unter „Jugend kann nicht kochen“

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    • Reinhard Seevers sagt

      Schlagzeilen wie: „Immer mehr vegane Restaurants in Deutschland…..Die Firmen bieten zunehmend Jobräder an….., deutsche Haushalte kochen wieder mehr selbst,……Regionalität und Saisonalität nehmen immer mehr“ zu,…..usw. usw. Diese Schlagzeile haben in den letzten Jahren besonders nach Corona die Medien bestimmt. Nun sind zunehmend vegane Restaurants am Ende, die Jobräder- Leasingfirmen machen Miese, Kochshows gehen viral obwohl eben nicht mehr zu Hause kochen, Regionalität und Saisonalität sind dem LEH egal (siehe Rosenkohl). Ich glaube selber denken hilft in den meisten Fällen weiter, als solche Reporte oder Berichte. Die Lenkung des „Volkskörpers“ ist diesem Staat immanent habe ich oft das Gefühl.🙄

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      • zmp_nachfahre sagt

        Ja, und der LEH macht fleißig mit (vermutlich hilft das der Marge). Wenn ich mir ansehe, wie groß die Regalfläche für vegan etc in unserem Rewe ist, sollten das wohl ganz viele kaufen. Wenn ich dann aber im Vergleich dazu die Statista-Zahlen lese….

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        • Nicolai Asmussen sagt

          Moin
          Wieso?
          BMLEH
          Bundesministerum für LebensmittelEinzelHandel.
          Ist doch alles klar.
          Grüße
          Nicolai

        • Richard sagt

          Ja, der LEH macht mit. Allein wenn ich mir die Preisgestaltung bei Biomilch und konventioneller Milch ansehe, dann komme ich immer ins Grübeln. Zwischen Erzeugerpreis und Verkaufspreis muß ich sagen, sehe ich keine Chance einer Gewinnspanne beim Einzelhändler. Ich habe schon lange die Vermutung, dass hier von den Molkereien bis zum Einzelhändler eine Quersubventionierung betrieben wird. Oder sie erhalten aus anderen Quellen einen Anreiz, auf direkte Marge zu verzichten, um es mal so auszudrücken.

    • Bernd L. sagt

      >> Das ist doch, auch hier, oft genug durchgekaut worden, dass der Mensch oft anders redet als er dann handelt.

      Ja. Aber das hat für mich meist so einen Anklang, als wäre gemeint: „Die Leute sagen das Richtige und tun das Falsche.“ Ich höre da immer so eine Anklage heraus.

      Ich setze da den Akzent jetzt anders: „Viele sagen zwar, sie würde für Bio, Regional, Tierwohl und Tralala mehr zahlen, aber am Ende folgen sie doch der wirtschaftlichen Vernunft.“ Das ist auch nicht verkehrt, oder?

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  6. ja,
    dann müssen die Landwirte nur schnellzubereitende Früchte anbauen, oder?

    Die Hochzeitsmudeln werden ja in Bruchsal hergestellt, wenn ich mich nicht irre,

    die sond ja schnell uubeteitet.

    Welche Weizenart brauchen die?

    • Nicolai Asmussen sagt

      Hi @Inga
      „Welche Weizenart brauchen die?“

      Na die, welche bei uns nicht wächst.
      Grüße
      Nicolai

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      • Limes sagt

        Moin,
        diese Weizenart fühlt sich nicht wohl am Fjord deshalb wächst sie da auch nicht. Insgesamt ist der Anbau von Hartweizen/Durum in D leicht ansteigend. 2024 bei fast 50.000 ha. Sollte reichen für Hochszeitsnudeln

    • Egal, wichtig die Bauern sind, oder sich dafür halten, die Schnellzubereitbarkeit der lw Produkte wird doch eher durch die Verarbeitung in der Nahrungsmittelindustrie erreicht.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Naja, Kartoffeln oder Eier kann auch die Industrie nicht schneller zubereiten….😁🦄

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        • Nicolai Asmussen sagt

          Moin
          „Naja, Kartoffeln oder Eier kann auch die Industrie nicht schneller zubereiten….😁🦄“

          Naja, Goulasch schmeckt auch mit Nudeln.
          Und Nudeln muß man nicht schälen.
          Also schieres Rinderbratengulasch kaufen, Maggietüte dazu, und schon ist die halbe Stunde gewonnen, um den anderen Kunden im Weg zu stehen.
          Nicolai

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        • „Kartoffeln und Eier kann auch die Industrie nicht schneller zubereiten“
          Echt oder wiedermal Widerspruch aus Prinzip?
          Die Industrie bietet jedenfalls auch da genug an, um die Sachen in der Küche zu beschleunigen.
          Fertigkartoffelpürree geht sehr wohl schneller zu machen als selbstgekochtes. Es gibt auch fast fertige Bratkartoffeln, Fertigklöße, Kartoffelpuffer und sogar gekochte Kartoffeln. Alles davon steht schneller auf dem Tisch, als wenn man das vom Rohprodukt aus selbst macht.
          Das Hotelfrühstücksrührei ist auch öfter als man glaubt nicht mehr einfach so aus frischen Eiern, obwohl das nicht unbedingt mit Tempofragen, als eher Handlingpunkten begründet wird. Wobei so ein Liter Vollei aus dem Tetrapack vermutlich doch wieder schneller zu Rührei wird, als die 15-20 Eier in der handaufgeschlagenen Variante.

          „In der Zeit, in der du Nudeln hergestellt hast, sind die Kartoffeln schon gar.“
          Nudeln muss man aber nicht selbermachen (Kartoffeln selbermachen dauert übrigens auch), auch wenn es einfach ist und sich geschmacklich lohnt.
          Bei jüngeren und bequemen Verbrauchern dürften Nudel aka Pasta weit vor Kartoffeln liegen.

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          • zmp_nachfahre sagt

            Ich fürchte ja, daß viele unter „schnell zuzubereiten“ verstehen, daß man eine Fertigpackung (Deckel öffnen nicht vergessen) in die Mikrowelle kippt und auf den Knopf drückt.
            Die genannten Halbfertigprodukte brauchen aber zur Fertigstellung auch nicht viel länger, und selbst dann, wenn man rohe Kartoffeln oder Nudeln nimmt – man muß dem Topf ja nicht beim Kochen zusehen.

            Die Mikrowelle ist im übrigen sehr gut für Gemüse! Mit wenig Wasser im Gefäß (Folie drauf oder Deckel zu) wird es praktisch im Dampf gegart. Viel besser als auf dem Herd!
            Unbedingt probieren: Blumenkohl gut waschen, den Strunk soweit herausschneiden, daß der Rest noch zusammenhält, nach Belieben etwas salzen und in mindestens zwei Lagen transparente Küchenfolie fest einwickeln. In der Mikrowelle 10 Minuten bei guter Leistung garen (600W oder etwas mehr). Das beim Waschen verbliebene Wasser reicht aus und es verkocht nichts. Geht auch mit Brokkoli – der ist nachher grüner als frisch.

          • Richard sagt

            Um beim Tetrapack Vollei in der Gartoküche zu bleiben: Ob die regional von glücklichen Hühnern erzeugt wurde? Oder aus dem Ausland von Käfigkeiern stammt? Da spielt es plötzlich anscheinend keine Rolle mehr. Oder die Eier aus dem IBC-Container?

  7. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Das mit dem regional ist ja hier im Beitrag mit dem Zucker schon mal geklärt worden. Ansonsten danke für die Präsentation des Agrarministers, bevor der noch völlig in Vergessenheit gerät. Marie Hoffmann hat ein Interview mit ihm gemacht:
    https://youtu.be/fm_M7MIsBBY?si=Z1khyT4qVRUtM5lz
    Nicht sehr vertrauenerweckend!
    Er wird mit dieser Regierung untergehen.

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  8. Reinhard Seevers sagt

    Der Ernährungsreport des BMLEH ist in meinen Augen eine Erhebung, die der Agrarbranche politische Rückendeckung geben soll. Die soll anscheinend den Widerspruch aufdecken, der durch den Ernährungsreport der DGE erzeugt wird. Die DGE „erforscht“ das ungesunde Verhalten der Bürger, gibt Ratschläge, die die Politik aufgreift, und woraus diese dann erzieherische Forderungen ableitet. Dann kommt der Ernâhrungsreport daher und zeigt auf, dass die Kunden das politisch Gewünschte gerne nachfragen…..es aber nicht tun, diese Lügenbolde.
    witziger Auszug:
    „Außerdem kochen die meisten gern, 43 Prozent so gut wie jeden Tag….“
    Die meisten sind irgendwie plemplem.🥳

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  9. Werner Knödler sagt

    Bei Umfragen politisch korrekt
    beim Einkauf ökonomisch korrekt .
    Wissen wir schon lange .
    Also wir Bauern wissen das , bei Politikern ,
    die bislang in Regierungsverantwortung
    standen habe ich da sehr oft Zweifel.

    Als Landwirt muss ich mir darüber im klaren
    das ich langfristig zum Discountpreis produzieren
    können muss.

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  10. Frikadellen piet 47 sagt

    guten Morgen das heißt ja so viel wir produzieren am besten so wie wir es am besten können! wir achten also nicht auf Umfragen oder anderes da der Verbraucher eh das macht was für ihn am günstigsten! schönen Tag

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    • wir müssen auf unsere natürlichen Gegebenheiten achten, auf

      Boden, Wasser, Klima, Umwelt

      und wenn die industrieverwöhnten Herrschaften
      das nicht wollen, müssen sie hungern oder halt aus dem Ausland holen.

      was unserer Ökologie nicht 100% entspricht.

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      • Wenn die Leute lieber die von Industrie, Handel und Werbung hübsch platzierten Importe kaufen, kann der Bauer mit so Sprüchen von Hunger und der Ökologie lange schimpfend aufstampfen. Das erlebt man doch immerzu (war doch gerade der Rosenkohlbauer hier verlinkt) und klopft trotzdem immer wieder solche Sprüche.

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