Bauer Willi
Kommentare 15

Deutschland ist zu grün (Video)

Das klingt erst einmal absurd. Prof. Kunz, Heinrich-Heine-Universität, erläutert aber sehr anschaulich in einem Vortrag vor der Deutschen Wildtier-Stiftung, (Video unten) warum viele Arten bei uns verloren gegangen sind. In den „unordentlichen“ Landschaften in z.B.: Rumänien oder Ungarn finden sie jedoch nach wie vor günstige Habitate vor.  Ordnung und Sauberkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Hier mal eine kleine Auswahl aus seinem Vortrag:

„Nicht alles was uns gefällt, gefällt auch den Arten“.

„Naturschutz ist nicht das selbe wie Artenschutz“

„Die karge Landschaft von früher wird wohl nur durch technische Eingriffe wiederhergestellt werden können“

Prof. Kunz negiert nicht die Auswirkungen von Landwirtschaft und Klimawandel, sondern fügt neue, kaum diskutierte Ursachen hinzu. Wer mehr dazu lesen will, findet weitere Vorträge hier: http://www.kunz.hhu.de/vortraege.html   Aus meiner Sicht besonders empfehlenswert der Vortrag vor der Landesdelegiertenversammlung des NABU vom 20.10.2018 in Lebach/Saarland

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15 Kommentare

  1. Hans-Georg Meyer sagt

    So, was da der Professor dort erzählte, hat uns auf der Technikerschule 89 schon einer Dozent erzählt, die Problematik der deutschen Gründlichkeit und Ordnungsliebe die damit eher die Biotope am Ende zerstörten anstatt zu verbessern. Das ist halt kein Vorgarten
    Er berichtet auch von einem Renaturierungsprokekt wo der gesamte Oberboden entfernt wurde um wieder Magerrasen- und Heidebiotope zu schaffen. Die Akzeptanz der Maßnahme in der Bevölkerung war gering trotz der Erfolge.

    Thema Weide, in meiner Kindheit war es auf den Weiden kein Problem für unseren SPD-Hund durchzulaufen ohne zu Stolpern, auch die Hasen hatten kein Problem wegzulaufen. Heute verheddern die sich im hohen und starken Gras, kein Dackel schafft es mehr ohne Hilfe.
    Der Ertrag an Heu war etwa die Hälfte von Heute,einmal mähen zweimal Weiden oder dreimal Weiden, nur mit Glück war eine vierte Nutzung möglich, selbst ein Biobetrieb holt heute mehr Gras von der Fläche, Vier Nutzungen sind auch dort Standard.
    Ein Grund ist meiner Meinung der Zuchterfolg bei den Gräsern, die zur Neuansaat von Flächen verwendet werden, diese sind deutlich Konkurrenzstärker als die alten Gräser und diese verbreiten sich über Pollen während der Blüte weiter, Grasanbau zur Samengewinnung.

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  2. Friedrich sagt

    Nicht die Bauern , sondern die deutsche Gründlichkeit vernichtet die Tiere. Dieser Vortrag vernichtet argumentativ die Argumente der GRÜNEN. Was wurden in den letzten zwanzig Jahren ohne Ende Bäume und Büsche angepflanzt und von jeder Pflanze war ein Bild mit den grünen Pflanzern zu sehen. Danach war totentanz , denn zum Pflegen hat sich dann keiner mehr sehen lassen. Das hat man dann den Bauern überlassen. Es geht unseren grünen Weltenrettern nur um Angst vor dem Weltuntergang zu schüren und natürlich um Wählerstimmen zu bekommen. Auch das EEG hat den kleinen Leuten und Betrieben nur das Geld aus der Tasche gezogen. Auch ein selbstbestimmtes Leben der Bürger will man mit Vorgaben und Verboten eingrenzen. Kleine Gruppen sind immer die Bösen , aber nie die große masse Mensch , weil man ja deren Wählerstimmen haben will.
    Die Zielgruppe der Grünen sind die ideologischen , nicht hinterfragenden Wähler , die von einer Traumwelt träumen. Diese Welt werden werden wir aber nie erreichen. Die Grünen denken auch nicht ökonomisch, denn mit Zahlen können die nichts anfangen. Das EEG sollte lt. dem grünen Umweltminister für den Bürger nur ein Eis im Monat kosten. Inzwischen sind es über 500 Mrd. bzw. über 25 Mrd.Euro/Jahr. – Dieser Vortrag
    passt auch gut zu Willis Insektenrecherchen im Rheinland. Wenn man ein totes Biotop erstellt , wie fast überall , dann wird das nichts mit mehr Biodiversität. Mit unter tut es schon ein Sand- oder Steinhaufen um den Tieren eine Heimat zu bieten.

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  3. bauerhans sagt

    MONITOR,heute 21.45 ARD
    so grün ist bei uns doch nicht!
    gülle,massentierhaltung,FEINSTAUB, 50000 TOTE.

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    • Thomas Apfel sagt

      Das ist wie mit den Dieseltoten. Jetzt passt es ganz gut: WHS-Demo, Grüne Woche.
      Danach heißt es dann, :
      „Na ja, die Berechnung war vielleicht nicht ganz richtig. Aber ein Zusammenhang besteht schon, mit den bösen Massentierhaltern. “
      Und genau das bleibt hängen und der nächste Fake-Frame ist gesetzt. Es ist einfach nur noch widerlich. Ich habe mit Studenten aus Berlin zu tun, die sehen sich Übermorgen gemeinsam „More then Honey“ an und glauben noch ganz fest ans Sterben der Haustierbienen, was ja längst als Unsinn bewiesen ist.
      So wie die Medienleute derzeit gepolt sind, wird nur noch Müll mit ideeologischem Ziel in die Welt gesetzt.
      Vorgestern lief eine kritische Sendung zu Homöopathie. Super aufgebaut, nüchterne Analyse. So etwas bräuchten wir mal zur Landwirtschaft, zumal die Zielgruppe ja die selbe wäre.

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  4. Piet van Veghel sagt

    Rückgang Insekten- und Vogelrückgang

    Claude Andre schrieb ein schönen Beitrag woran ich noch einiges zugefügt haben: Einfach um Spenden einzutreiben, Stimmung gegen gerade die Minderheit zu machen, die die Bevölkerung vergessen läßt, daß hier vor 50 Jahren noch Leute hungern mußten, ist perfide ! Klar und einfach, statt nachzudenken, schwerer dagegen, die Vielfalt der Ursachen des Insekten – einhergehend mit dem Vogelrückgang genauer gehend zu untersuchen.
    Nachweislich hat der Säuregrad in der Atmosphäre den Stand des vorindustriellen Zeitalters erreicht – ein Sieg des Umweltschutzes. Zu hinterfragen ist aber , welchen Einfluß hatte Dieser auf Flora und Fauna, denn deutlich zu sehen, mehr Algen-Flechten-Pilzwachstum, umgelegt auf den Mikrobereich, im Zusammenhang mit milden Wintern, bedeutet es nämlich, Verpilzung der oberirdisch überwinternden Insektenlarven, Puppen und Gelege in Pflanzenteilen.
    In den Vorjahren deutlich an Schmetterlingen, wie Kohlweißlingen und erkennbar, geringe Größe der adulten Tiere – daraus läßt sich schließen- vorzeitiger Schlupf, nicht vollständig ausgereifte Insekten mit verkümmerten Geschlechtsorganen. Warum wird dieser Ansatz nicht verfolgt ?

    Weiter – Anhand der sichtbar zunehmenden Anzahl der für Freßfeinde giftigen Maiwürmer- (aber Abwesenheit anderer typischer Käferarten) und deren Gelege, ist ersichtlich, daß auch dort ein Ansatzpunkt zu finden sein muß. Zu beobachten deutlich, daß sich mit der explosionsartigen Zunahme der „spanischen Wegschnecke“ und deren Ausbreitung von den Siedlungen in immer weiter entfernte Hecken- Wälder, die Zahl der bodenbewohnenden Insekten, ja auch der Regenwürmer und Gehäuseschnecken in den betroffenen Gebieten drastisch verringert hat. Die Sinne dieser Schneckenart sind dermaßen fein ausgeprägt, so daß sie aus über 20 m jegliches tierische Eiweiß, egal, ob auf, im oder bis 2m über dem Boden ausmachen können. So machen diese Tiere weder vor den Bauten von Erdhummeln, noch den der Ameisen, in Rasenflächen Halt, wobei diese ja noch wehrhaft sind. Vergleich dazu das Vorjahr, in dem durch die Witterung die Anzahl der spanischen Wegschnecken gering war- und schlagartig z.B. mehr Spinnen in Bodennähe bzw, guter Schlupferfolg bei Erdbienen, zu sehen waren. Warum wird dies nicht untersucht ?

    Noch ein Ansatzpunkt: Durch innergesellschaftliche Veränderungen , zunehmenden Ordnungswahn, ästhetischem Empfinden werden in Größenordnungen Straßenbegleitgrün, kommunale Flächen, Betriebsflächen, und besonders im ausgeweitetem Privatbereich, verhindert, daß sich pflanzenlebende Insekten weder vermehren, noch ausreichend entwickeln können, wenn in immer kürzeren Abständen die Flächen raspelkurz gemäht oder gemulcht werden. Somit fallen auch nicht gerade unerhebliche Flächen für Vogelarten weg, die sich auf Sämereien und Körner spezialisiert haben. Im allgemeinen ist die Gebäude- und versiegelte Freifläche um 21 % und die Verkehrsfläche um 10,1 % seit 1992 gewachsen ! Meist zu Lasten der Landwirtschaft. Die reine Gewässerfläche ist im Zeitraum von 2000 – 2015 um 467 km² gewachsen. Zur Verdeutlichung: Die Großstadt Köln 405 km²
    Neuer Punkt – die gestiegene Anzahl von Fahrzeugen, Windrädern, verglasten Flächen, Lichtquellen bei Nacht haben auch Einfluß auf die Menge der Insekten, die sich noch fortpflanzen können. – Unesco Bioshärenreservat Berchtesgadener Land 467 km²
    Noch ein Aspekt: Die Konkurrenz der insektenfressenden Vögel um Nahrung hat in der Hauptaufzuchtszeit großen Zuwachs durch die enorm angewachsenen Schwärme (wiederum gesellschaftliche Veränderung innerhalb ganz Europas in den letzten 50 Jahren zu zyklischen Massenvermehrungen von Staren oder auch Rabenvögeln (ehemalige offene Deponien ) bekommen, die alle zusätzlich ernährt werden müssen .

    Zur Landwirtschaft und dörfliche Bereiche: gesellschaftliche Entwicklungen haben die Abschaffung von Weidetierbeständen, Kleintierhaltungen (z.B. Kaninchen, Hühner, Wassergeflügel) befördert, die durch spezielle Art der Futtergewinnung, aber auch Nahrungsgrundlage Kot, eine Vielzahl von Insektenarten begünstigte. Durch gewollte Auflagen zum Emissionsschutz, aber auch aus seuchenhygenischen Aspekten fallen bei Stallhaltung potentielle Brutgebiete für Fliegen, Schwebfliegenarten uvm. weg.

    Weiterhin noch gar nicht- bis ungenügend erforscht, der Einfluß der elektromagnetischen Wellen, deren Einsatz gerade im den letzten Jahrzehnt massiv zugenommen hat. In Laborversuchen, zumindest bei Essigfliegen, waren Veränderungen nachzuweisen. Heute, wo immer und überall WLAN- Empfang, GPS -Daten übermittelt werden können soll ausgerechnet dies ohne ökologische Folgen sein ?

    Wenn der Einsatz von Pflanzenschützmitteln (umgerechnet auf Getreideeinheiten ) um mindestens 14 % gesunken ist, bedeutet dies nicht zwingend nur durch Ertragssteigerung, sondern Nachhaltigkeit. Insgesamt beträgt der insektenwirksame Anteil (Insektizide) an PSM 10 % und dieser ist wiederum in den letzten Jahren um 10% gesunken. Immer mehr Flächen werden der reinen Landwirtschaft entzogen, aber, da als reversibel eingestuft, trotzdem noch als Ackerfläche geführt. Deshalb sind diese Zahlentricksereien, deren sich auch das BMUB bedient, um Horrorszenarien aufzubauen, um so verwerflicher.

    Vorerst letzter Punkt : Einfluß der Beutegreifer auf die Vogelpopulationen. Zu Kiebitz und Brachvogel sind die Ergebnisse der Langzeitstudie NSG Dümmer erst kürzlich von Dr. Holy auf einer Fachtagung in NRW vorgestellt worden. Hauptverursacher des gravierenden Rückganges in intakten Lebensräume ist die Prädation ! Daraus läßt schließen, das selbst in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten der Einfluss von Beutegreifern nicht unerheblich ist. Bei Feldlerchen deutlich auch für den Laien zu sehen, wenn die in den letzten Jahrzehnten gestiegene Anzahl von Greifen, systematisch Fahrgassen und Fehlstellen im Bestand absuchen, beim Braunkehlchen u.a. der Einfluss von Elstern- die sich nun, nach Rückgang kleinerer Vogelarten, gegenseitig die Nester plündern. Im Rückblick läßt sich sagen, daß durch gesellschaftlichen Wertewandel die Zahl der einheimischen Prädatoren enorm gestiegen ist (auch die der gefiederten Beutegreifer ) und zusätzlich die Neozoen Waschbär, Mink , Marderhund erheblichen Druck auf die heimische Vogelwelt ausüben. Denn, wie kann es sein, daß in immer größeren Nationalparks, Naturparks, Reservaten, Stiftungsgebieten , Totalschutzflächen usw. ( wo jahrzehntelang Insektizide überhaupt nicht eingesetzt werden ) sich der Brutvogelbestand nicht erholt – oder wenn, dann einseitig, nur wenige Arten ?
    Wo oben angeführt- es ist eine Vielzahl von Faktoren (es fehlen immer noch Einige), die auf die Insekten einwirkt, und schlußendlich auf die Vogelwelt. Einseitige Schuldzuweisungen (wo bleiben zur realen Vergleichsmöglichkeit die Erkenntnisse aus nicht landwirtschaftlich intensiv genützen Regionen ???? ) – nützen Niemandem etwas, sondern sind für Forschung und Erkenntnisgewinn ein großes Hemmnis. Besser wäre es, mit einer besonneren Verteilung der Forschungsmittel, komplexe Zusammenhänge deutlicher erkennbar zu machen und interdisziplinär an zukunftsweisenden, wissenschaftlich basierten ! Strategien zu arbeiten. Sonst sitzen wir eines Tages in einer „grünen “ Umwelt- ohne PSM, keiner Landwirtschaft, und haben trotzdem keine Artenvielfalt mehr. Ideologie darf nie reale Naturwissenschaft ersetzen.
    Mit Verlaub- nach dem Pflügen, Grubbern, eggen steht auch nichts mehr auf der zu bearbeitenden Fläche- oder kleingeistig umschrieben im Garten, nach dem Umgraben, Hacken, Harken- das ist doch Sinn und Zweck der Unkrautbekämpfung.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ergänzung:
      Gegen die von Gegnern des chemischen Pflanzenschutzes vertretene Theorie der „Ackergifte“ als Hauptursache des vermuteten Insektensterbens spricht auch Folgendes:
      Die Mitarbeiter der staatlichen Pflanzenschutzberatung erfassen seit über 40 Jahren das jährliche Auftreten von Schadinsekten und deren Gegnern (der sogenannten Nützlinge).
      Das Ganze geschieht Deutschlandweit. Keine einzige der beobachteten Käfer-, Läuse-, Fliegen-, Wickler-, Spanner-, Eulen- Arten usw. die seit Jahren bekämpft werden, ist verschwunden. Sie bewegen sich in ihrer Populationsentwicklung hingegen ständig auf und ab wie in der „freien Natur“ auch, obwohl sie, wenn man dem Ansatz der NGO´s folgt,längst weg sein müssten. Sie werden aber, wie sogenannte „Nichtzielarten“ auch, in ihrer Populationsentwicklung zu Gunsten der Nutzpflanzen lediglich eingeschränkt.
      Warum das bei allen anderen Arten in den Pflanzenbeständen anders sein soll, entzieht sich meinem Verständnis.
      Habitatverlust durch größere Felder als Ursache ist da schon eher nachvollziehbar.

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  5. Obstbäuerin sagt

    Wie wenig der Verlust der Schmetterlinge mit der Produktionsweise in der Landwirtschaft zu tun hat, kam zwar nur am Rande aber unsere Habitate zeigen sehr deutlich, dass es nicht an der konventionellen Landwirtschaft liegt. Ganz wichtig, dass er den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft – Artenvielfalt und Hungersnot in der Hochzeit der Biodiversität aufgezeigt hat. Landwirtschaft muss Nahrungsmittel produzieren und nicht Insekten und Vögel mit Kräutern füttern. Diese NGO getriebene Naturschutzpolitik wird sich in der Zukunft mit vielen negativen Problemen (siehe Wolf und Weidetiere) beschäftigen müssen, für die es dann wieder sehr viel Geld für die Lösung gebraucht wird.
    Übrigens gibt es einige von den im Vortrag genannten nicht mehr vorhandenen Schmetterlingen bei uns noch zahlreich (z.B. Schwalbenschwanz, Perlmuttfalter, Bläulinge).

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  6. Mark sagt

    Interessanter Vortrag mit nicht mainstream geleiteten Aussagen auf dem Boden der Realität. Immer wieder mache ich die Erfahrung, dass Wissenschaftler, welche nicht mehr auf karrieredienlichen Populismus angewiesen sind, die bessere Arbeit machen.

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  7. bauerhans sagt

    seit ich vor jahren den typischen schrotthaufen auf einer lpg in brandenburg gesehen hatte,hab ich auch einen auf meinem hof und auch holzhaufen,die zu hackschnitzeln verarbeitet werden.
    es gibt jede menge tiere,hasen,fasane,eichhörnchen und auch rehe,die alle in den garten kommen.
    natürlich gibts auch „kritische“ stimmen: „beim opa war alles ordentlich!“(nur das grundbuch nicht!)
    und eine nachbarin an meinem wald forderte mich sogar auf,die unordentlichen äste endlich beiseite zu räumen,weil sie den blick nicht mehr ertragen könne.
    typisch deutsch!!

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    • Mark sagt

      Wenn Du den Film aufmerksam anschaust, wirst Du feststellen, dass Du die Äste ausräumen must und das Laub auch….

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        • Sabine sagt

          Laub und Äste sind ein super Langzeitdünger, daher wird das ja auch gerne in Hügel,- Schicht oder Hochbeeten verwendet. Einmal anlegen, jahrelang gärntern ohne großartig zu düngen.
          Viele der derzeit angepriesenen Easy-Gardening-Systeme beruhen auf dem Prinzip den Boden mit Kohlenstoff zu bombardieren. Egal, ob das jetzt System jetzt Back to Eden, Woodchip-Garden, Strohballen-Beet oder eben die schon etwas in die Jahre gekommene Hügelkultur ist. Da wird nicht umgegraben und wenn überhaupt nur ganz oberflächlich bearbeitet und darauf gewartet, dass die Recycler unter den Bodenlebewesen durchgehend Party machen und da hinein pflanzt man dann. Das ist in der Tat sehr viel einfacher, als einen Komposthaufen zu machen, der ja eine sehr warme Rotte macht, zu warten bis der durch-recyclet ist und den Kompost dann in die Beete einzuarbeiten. Man hat mit diesen Methoden sehr schnell einen lockeres und trotzdem stabiles Substrat, dass aber -gemessen an dem was viele Rote-Liste-Kandidaten brauchen- viel zu nährstoffreiche ist und Wasser über lange Zeiträume speichert.

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  8. Farming04 sagt

    Hallo sehr interessanter Beitrag vorallem zum Schluss das Maar bei Daun in der Eifel hat mir vor Augengeführt wie stark der Wandel ausgefallen ist.
    Ich gebe dem Herrn Kunz recht das soll jetzt nicht heißen das die Landwirtschaft nichts mehr tun sollte aber Sie kann den Wettlauf vor allem gegen die Zeit nicht alleine gewinnen.

    Wie wäre es z. B. Wenn wir festmist in Zukunft wieder auf Äckern lagern zumindest Zeitweise für insekten sicherlich nicht schlecht.

    Die Damen und Herren in Berlin sollten auf jedenfall mal mit Herrn Kunz sprechen.

    4+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In dem Fall würden sie bei uns einen blauen Brief vom Landratsamt erhalten, wegen umweltschädigender Lagerung von Stallmist.

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  9. Thomas Apfel sagt

    Georg Keckl hatte vor zwei – drei Jahren einen ähnlichen Vortrag von Prof. Kunz verlinkt.
    Ich habe Aussagen aus diesem Vortrag in einen Vortrag eingebaut, den ich vor zwei Jahren auf eine öffentlichen Veranstaltung des hiesigen NABU-Regionalverbandes zum Thema Wildbienen halten durfte. Auf Grund heftiger Streitgespräche zum Thema Pflanzenschutz im Rahmen der nachfolgenden Diskussionen wurde dann ein Wildbienen-Monitoring vereinbart. Seitdem kann ich mit dem NABU hier vor Ort und den Spezialisten recht gut zusammenarbeiten. Von daher bleibe ich bei meiner Auffassung, dass für jede Landschaft in Deutschland Maßnahmen des Artenschutzes an die speziellen Gegebenheiten angepasst werden müssen. Wir haben hier noch die hungrigen Sandecken die nicht genutzt werden, und Heckenstrukturen die wir allerdings in den letzten 40 Jahren auch gezielt angelegt haben.
    Die Freude an der Arbeit vor Ort verlässt einen angesichts der Propagandafeldzüge in den Medien allerdings recht schnell. Aber da muss man an sich halten und im Gespräch bleiben. Ich glaube, die derzeitige Gefühlslage in der Gesellschaft lässt sich nur langsam von unten her umkehren.

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