Bauer Willi
Kommentare 157

Der Masterplan!

Der Bürger möchte mehr Tierwohl, weniger „Pestizide“, weniger Nitrat, mehr Biodiversität usw: Der Verbraucher wünscht sich sichere und preiswerte Lebensmittel, dem Bauer liegt viel an der gesellschaftlichen Akzeptanz und einem stabiles Einkommen. Das müsste doch zu machen sein! Hier der Masterplan:

Der Wunsch des Bürgers

In einer Selbstverpflichtungs-Erklärung haben sich die Bauern auf folgende Maßnahmen geeinigt:

Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel und Dünger wird limitiert. Aber nicht durch Steuern sondern durch festgelegte Höchstmengen. Lässt sich einfach erfassen und kontrollieren. Thema „Pestizide“ erledigt.

Für die Tierhaltung gibt es eine Höchstgrenze pro Hektar (z.B. 2 Großvieheinheiten = GV pro Hektar, Großvieheinheiten kann man googeln), die Tiere müssen auf Stroh gehalten werden, Kühe dürfen nicht angebunden sein und es ist allen Tieren Auslauf ins Freie zu garantieren. Eingriffe am Tier sind verboten. Thema Tierwohl erledigt!

Weil es mit 2 GV/ha keine Probleme mit den Nährstoffmenge gibt und die Tier auf Stroh gehalten werden (es fällt keine Gülle an), ist das Thema Nitrat und Dünger auch erledigt.

Jetzt müssen noch 5% der Flächen eines jeden Betriebes für Hecken, Grünstreifen, kleine Gehölze und Brachflächen bereitgestellt werden. Thema Biodiversität bestens gelöst.

Der Wunsch des Bauern

Weil der Bauer dem Wunsch des Bürgers nachgekommen ist, sind alle zufrieden und loben den Bauern, dass er so einsichtig ist.  Alle haben ihn wieder lieb, die Akzeptanz ist da. Thema erledigt. Weil die Wünsche des Bürgers aber Geld kosten, gibt es genau zwei Möglichkeiten um ein stabiles Einkommen abzusichern: mehr Subventionen oder höhere Preise. Thema Stabiles Einkommen auch erledigt. Zumindest vom Prinzip her.

Der Wunsch des Verbrauchers

Weil ja jetzt weniger „Pestizide“ und weniger Dünger eingesetzt werden und die Tiere mehr Platz haben sind die Lebensmittel noch sicherer geworden. Gut, da sehe ich noch einige Probleme, z.B. mit der Verhinderung von Seuchen bei Freilandhaltung, aber das interessiert ja den Bürger und Verbraucher nicht wirklich. Das ist ja das Problem der Bauern. Thema Sichere Lebensmittel also im Prinzip abgehakt.

Preiswerte Lebensmittel: Tja, da wird es schon etwas schwieriger. Weil mit weniger „Pestiziden“ und weniger Dünger auch weniger geerntet wird. Weniger Ertrag heißt weniger Geld. Die neuen Ställe, die Stroheinstreu und der Auslauf ins Freie kosten mehr Geld. Mehr Investitionen in Gebäude und Maschinen (Miststreuer statt Güllefass) und mehr Personal kosten auch mehr Geld.  Und dann besteht der Bauer  auch noch darauf, dass er für die Biodiversitätsfläche auch noch Geld haben möchte, weil er da nichts erntet. Ja, gehts noch?

Folglich müssen die Lebensmittel teurer werden. Um mal eine Zahl zu nennen,  statt bisher 11% vielleicht etwa 20 % des verfügbaren Einkommens, also knapp das Doppelte. Genau ausgerechnet habe ich das nicht. Blöd ist das für die, die nicht viel verdienen und heute schon über 40% ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Die müssen nämlich  heute schon zum Discounter gehen und nach Schnäppchen schauen, damit sie über die Runden kommen. Gut, dann erhöhen wir einfach die Hartz-IV-Sätze und zahlen Lohnzuschläge. Das geht aber nur mit Steuergeldern und die fallen nicht vom Himmel. Und so eine Steuererhöhung ist generell irgendwie blöd, weil die ja alle trifft. Und ein Steuererhöhung wegen der Bauern?…geht schon gar nicht. Also keine gute Idee und da ist es schon einfacher, wenn sich die Preise für Lebensmittel nicht erhöhen.

Jetzt ist aber jedem klar, dass die Wünsche der Bürger und Verbraucher trotzdem irgendwie finanziert werden müssen. Höhere Preise will keiner und es gäbe möglicherweise auch soziale Unruhen bei Niedriglohnempfängern. Also doch Subventionen. Aber Mist, auch die müssen ja von irgendwem bezahlt werden. Und wie man es dreht und wendet, auch das geht nur über Steuern. Höhere Steuern. Vermutlich sehr viel höhere Steuern. Aber die will ja keiner.

Verdammt noch mal, ich hatte mir den Masterplan so schön zurecht gelegt. Aber irgendwas ist da noch nicht ganz rund. Woran das wohl liegt? Habt ihr eine Idee? Ich werde die Sondierung erst einmal vertagen… 😉

Euer Bauer Willi

 

(Aufrufe 1.338 gesamt, 1 heute)

157 Kommentare

  1. Höhere Preise , auch Kurse anbieten damit alle die über wenig Einkommen verfügen sich das notwendige Gemüse selbst anbauen können, Hydroponik. Das Leben ist eben ein Kampf.

    0
  2. Astrid sagt

    Kein Gift auf dem Acker.
    Keine Ausbeutung von anderen Tieren.
    Tierseuchen haben sich damit erledigt, die Gülle auch.
    Für die Lebensmittel wird das bezahlt, was es tatsächlich kostet.
    Da wir ein Drittel bis die Hälfte der Lebensmittel wegwerfen, lassen wir das mal sein, dann haben wir genug.
    Steuern sparen wir da, wo sie zum Fenster rausgeschmissen werden. also lassen wir das auch.
    Die Bauern scheinen zu übersehen, dass auch sie Verbraucherinnen sind.

    1+
  3. Martina Gellner sagt

    Deutschlands Zukunft?????????????

    Die Landwirtschaft ist zunehmend zu einer Agrar-Wirtschaft geworden. Die Agrar-Wirtschaft umfaßt eine Vielzahl landwirtschaftlicher Unternehmen und Strukturen – von kleinen Familienbetrieben bis zu riesigen Zusammenschlüssen oder multinationalen Unternehmen, die große Ländereien besitzen oder die von den Landwirten verwendeten Waren und Materialien herstellen. Diese landwirtschaftlichen Unternehmen, die manchmal im Besitz von Aktionären sind, benutzen mehr Maschinen und weit weniger landwirtschaftliche Arbeitskräfte. 1940 gab es 6 Millionen landwirtschaftliche Betriebe mit durchschnittlich je 67 Hektar. Ende der neunziger Jahre gab es nur noch rund 2,2 Millionen landwirtschaftliche Betriebe von durchschnittlich 190 Hektar. In dieser Zeit nahm die Beschäftigung in der Landwirtschaft dramatisch ab – von 12,5 Millionen 1930 auf 1,2 Millionen in den neunziger Jahren.

    Während sich die Produktion in den vergangenen fünfzig Jahren verdoppelt hat, ist die Anzahl der Unternehmen um mehr als zwei Drittel gesunken. Heute produzieren 150 000 amerikanische landwirtschaftliche Unternehmer den größten Teil der Nahrung und Rohstoffe. Obwohl sie zu den in der weltweit wettbewerbsstärksten Unternehmen gehören, sind sie nur einen Teil der amerikanischen Landwirtschaft. Das Landwitschaftsministerium (United States Department of Agriculture) verzeichnet weitere 2 Millionen Bauern, die dem Kriterium entsprechen, daß sie jährlich Produkte im Umfang von 1 000 Dollar verkaufen. Viele von diesen Produzenten haben andere Berufe, schätzen aber die ländliche Lebensweise.

    0
    • Aufklärer sagt

      Warum soll für die Landwirtschaft verboten sein, was für die Medizinprodukte oder Autobau und in jeder anderen Industrie überlebenswichtig ist?

      Warum Subsistenzwirtschaft für Millionen – haben wir übrigens in Afrika und das ist einer der Gründe wieso es dort an vielen Ecken Hunger gibt, obwohl oft genug Land bewirtschaftet wird – die Erträge reichen nicht und die Landwirtschaft findet manuell statt.

      Realität an Ökos, Realität an Ökos !!! Wir sollten uns mal treffen … :-p

      0
  4. Martina Gellner sagt

    Hallo Alexander
    Frau „moderne Verbraucherin“ entscheidet sich nach ihrem Büroalltag wohl für die schick eingepackten arbeitsfreien Pommes mit denen sie auch ihr Kind mal wieder hinter dem Ofen(ach je falsches Jahrhundert) hinter dem Smartphone vor locken kann. Und der Fernsehabend kann pünktlich mit Chips aus der Tüte beginnen😈

    0
  5. Tja Willi, man ist mit solchen Plänen ganz schnell in einer Protektionismus-Debatte – und das ist auch gut so! Warum wehren sich die Parteien eigentlich so dagegen?
    Mit Rezepten á la Trump hat das nicht das Geringste zu tun, denn die USA haben doch ein ganz anderes Problem in Gestalt ihrer Außenhandelsbilanz.

    0
  6. Martina Gellner sagt

    Ich sehe als Verbraucherin eine düstere Zukunft für die Landwirtschaft. Großinvestoren,Banken und Konzerne werden sich das Land aneignen. Was sie damit machen? Vielleicht Megaställe, in denen die Bauern wenn sie Glück haben arbeiten dürfen, mit Anwälten die jede MedienDiskussion im Keim ersticken(Geld regiert die Welt). Dann hört der Bürger nichts mehr und ists zufrieden. Und die Herren Politiker brauchen sich mit diesen leidigen Themen auch nicht mehr befassen. The Show must go on.

    1+
    • Andreas sagt

      Nicht die Agrar Industrie ist böse, der Nahrungsmittel Industrie war der Zucker aus Zuckerrüben zu teuer dann wird von der EU Isoglukose erlaubt der aus Mais gewonnen wird, und die Bauern sind die bösen weil sie nur Mais Anbauen.

      1+
  7. Alexander Borchert sagt

    Ach Bauer Willi,
    Du willst einfach mit aller Gewalt alles bisherige verteidigen. Dabei haben diese niedrigen Preise nur ein Ergebnis:
    Das Hirn und der Verstand beginnnen zu verkümmern.

    Viele von uns Bauern bringen in viehstarken Regionen viel zu viel Gülle- und Mineraldünger aus. Der erste Schnitt erhält 2-3 Güllegaben. ( Herbst+Frühjahr) Über die Nährstoffkreisläufe in vielen Biogasanlagen will ich lieber gar nicht schreiben.
    Wir spritzen oftmals aus Angst vor einem marginalen Ertragsverlust ein Insektizid einfach mit. Wir missachten oftmals die Regeln einer vernünftigen Fruchtfolge. Dadurch wird der Herbizid- und Fungizideinsatz höher. Althergebrachte Saatzeitpunkte werden missachtet und wir wundern uns , wenn der Ackerfuchsschwanz in Wellen aufläuft. Das Insektizid gegen die Zikaden ist damit unverzichtbar………
    Es gibt kaum mehr Heuwiesen mit nur 2-3 maliger Schnittnutzung. Dieses Heu wäre Gift für die Kuh, weil es zu wenig Nährstoffdichte hat. Ausserdem hat das Grünland 500- 700 € /ha Pacht gekostet, welcher wieder erwirtschaftet werden muss……..
    In vielen Ställen herrscht eine gewisse Überbelegung (Jungviehseite, Mastställe). Dabei beweisen Praxisversuche (keine Studie), dass bei vernünftiger Belegdichte die gleichen Geamterträge erzielt werden können. Weniger Futterverbrauch, weniger Gülleanfall, weniger Tierverluste……..

    Und dieses Gejammere um den Verbraucher ist lachhaft. Unsere billigen Produkte fördern das Wachstum des Bauchumfangs. Und gleichzeitig mindern diese Produkte die Anforderungen an das Gehirn. Denn der Verrbaucher könnte ausweichen. 1 Topf Kartoffeln kostet soviel wie eine Packung PommesFrites. Dieser Topf reicht für 3-4 Mahlzeiten und ist gesünder……………..
    Ein kleineres Schnitzel könnte man in 30 kleinere Bröckchen schneiden und man hätte trotzdem immer noch 30-mal Schnitzelgenuss……….

    Das beweist : Niedrige Preise führen zu einer mangelhaften Anforderung an Hirn und Verstand.

    4+
      • Alexander Borchert sagt

        Servus Andi,

        ich hätte schon eine Idee, wie die Auswüchse der letzten Jahre schrittweise in ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden könnten. Aber diese Gedanken sind erst 3 Wochen alt und ich will das noch nicht öffentlich diskutieren.
        Ich bin aber über facebook auch direkt ansprechbar.

        0
    • Bauer Willi sagt

      Ich weiß noch nicht recht, worauf Sie hinaus wollen? Jetzt hab ich schon ein Reduktionsprogramm vorgeschlagen, aber reicht das noch nicht? Gut, kann man weiter verschärfen.
      Auf den Verbraucher braucht man nicht hoffen. Der kauft das was ihm schmeckt und bezahlbar ist. Ja, er könnte, müsste, würde, hätte. Alles ohne Bedeutung. Bin ja einverstanden mit höheren Preisen, habe aber auch ausgeführt, dass das zu sozialen Spannungen führt. Wollen Sie die?
      Bauer Willi

      0
      • Bauer Willi, meine Frage war an Herrn Borchert gerichtet. Er greift zwar einige Punkte auf, die nicht in Ordnung sind, aber die lösen das Problem nicht. Warum z. B. dürfen wir den Verbraucher nicht dafür kritisieren, dass er zwar viel fordert, aber wenig hinterfragt und keine Folgen abschätzt.
        Im Grunde genommen sind wir Bauern uns doch einig. Wir sind zu Veränderungen bereit, aber basierend auf Fakten und nicht nach Bauchgefühl.
        Und dann noch Verlässlichkeit, dann wäre uns doch schon viel geholfen.

        0
      • Alexander Borchert sagt

        Warum willst Du Bauer Willi nicht auf den Verbraucher hoffen?
        Diese Menschen sind meine und Ihre Kunden. Ihr Zucker und meine Braugerste wird von diesen Menschen konsumiert. Ich vertraue jeden Tag bzw. jedes Jahr darauf, dass diese Menschen konsumieren. Sonst bräuchte ich ja nichts anbauen. Ohne Verbraucher wäre meine ganzes Tun für die Katze.
        Ich will auch keine sozialen Spannungen. Ich wollte doch nur zeigen, dass man sich im Notfall eben günstiger ernähren kann. Wegen höherer Lebensmittelpreise muss nicht gleich jemand verhungern.
        Ich wollte uns Bauern zum Nachdenken anregen. Unsere Aufgabe ist die Lebensmittelerzeugung. Aber müssen wir das um jeden Preis tun?
        Haben wir eigentlich für die Bauern, die noch aktiv sind, Lebensqualität gewonnen?
        Vielleicht fahren viele einen SUV und haben das Wohnhaus auf den neuesten Stand gebracht, doch der Druck ist finanziell und vor allem psychisch sehr gewachsen.
        Ist dieser Druck nicht zum Teil hausgemacht??

        0
        • Herr Borchert, klar brauchen wir den Verbraucher. Aber ich wünsche mir auch einen verantwortungsbewussten Verbraucher, der nicht nur ständig fordert (Tierwohl ect.), dann aber großteils doch nur wieder gut und billig einkauft. Ich werfe ihm das nicht vor, aber nur mit Lippenbekenntnissen, dass er natürlich mehr bezahlen würde, wenn… lassen sich noch höhere Standards leider nicht umsetzen.

          0
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Den Beitrag von Herrn Borchert finde ich erst einmal gut. Er beschreibt die Praxis, die viele von uns nicht mehr wahrhaben wollen. Wie aus diesem Dilemma etwas positives machen,ich habe damit auch meine Probleme. Der Ansatz von Borchert regt jedenfalls zum nachdenken an.

      0
      • Nein, der Beitrag von Borchert ist definitv nicht gut. Weil er mögliches Fehlverhalten einzelner projiziert auf „viele von uns“ und damit den gesamten Berufstand an den Pranger stellt. So blöd ist sonst niemand. Ein Beispiel: Es gibt in Deutschland 234632 Anwälte, darunter eben auch scchwarze Schafe. AdT würde nie auf die Idee kommen und verzapfen, viele von uns jagen ihre Mandanten in aussichtslose Prozesse, betrügen Rechtschutzversicherungen und zocken bei Beratungsgesprächen an Gebühren ab, dass Wucher weit untertrieben ist. Das würde AdT nie machen, deswegen gehts seinem Berufstand auch glänzend. Bauern machen es eben wie Borchert.

        2+
        • Astrid sagt

          Hallo Mark, welche ’schwarzen Menschen‘ meist Du denn? Ich nehme jetzt mal nur die weißen:
          ‚Nutztierhaltung‘ bedeutet Ausbeutung, Misshandlung, Tötung, Gewalt: Kühen die Kälber wegnehmen, den Kälbern die Mütter und die Babymilch nehmen, betäubungslos kastrieren, Schwänze und Schnäbel abschneiden, die Hörner wegätzen, verstümmeln, nach Möglichkeit betäubungslos, weils billiger ist, einsperren, auch in Ketten, zwischen Eisenstangen, in Eisenkäfigen, in ihren eigenen Exkrementen, abschlachten, vergasen, schreddern … Diese ständige Verleugnen der grausigen Realität ist komplett ignorant und auch eine Form von Gewalt.

          0
          • Astrid, ich habe heute einer schwangeren Kuh geholfen, ihr Baby zu bekommen, dann haben wir es gemeinsam getrocknet, anschliessend habe ich ihrem Baby das Fläschen gegeben (Milch von der Mama). Jetzt schlafen beide gut. Astrid, was hast Du heute gutes getan?

            4+
          • Alexander Borchert sagt

            Liebe Astrid,
            ich verstehe Deine Haltung. Doch vor dem Einsatz von Diesel haben wir die Tiere noch mehr gequält. Kein Ochse, keine Kuh, kein Pferd wollte freiwillig den Mistkarren oder den Heuwagen ziehen. Das war purer Zwang.
            Heute haben wir im Tierschutz wahnsinnig viel erreicht.
            Ich kenne noch Ställe aus meiner Kindheit, da gab es nur 2-mal täglich Wasser. Es gab teilweise noch keine Selbsttränken. Die Kälber wurden hinter der Kuh auf dem Gang angebunden. Usw.
            Doch es gibt einfach Praktiken, die erst dann aufhören, wenn wir die letzte Kuh, das letzte Schwein geschlachtet haben. Nur mit mehr Raum- und Platzangebot ist das nicht zu lösen. Beobachten Sie mal eine Herde von freilaufenden Stuten. Die beißen und treten den ganzen Tag. Manchmal fühle ich mich dabei sehr an zweibeinige Wesen erinnert. Scheinbar liegen diese Kämpfe in der Natur. Und deshalb müssen wir so lange wie Tiere halten, manche Kampfsituationen entschärfen.

            0
            • Astrid, glaubst Du das, was A.B. Dir hier erzählt? Bei dem Beitrag, der mit „Ach Bauer Willi“ beginnt, hat er noch was ganz anderes gesagt.

              0
        • Alle Anwälte lieben ihre Mandanten. Wenn es dem Mandanten nicht gut geht, geht es dem Anwalt auch nicht gut. Leid rechnet sich nicht. Würde der Geldbeutel des Mandanten nicht vom Anwalt gekürzt, würden die Mandanten sich ihn untereinander kürzen. Zu viel Heu bekommt dem Mandanten nicht gut. Der Mandant kann ja so schon nicht genug Recht. Also produziert der Anwalt es. Das macht er so effizient, dass er es auch exportieren kann. Würde er das nicht tun, gäbe es noch mehr Unrecht auf der Welt, die Weltbevölkerung wächst nicht umsonst, und in Düsseldorf würden nur noch so komische Ingenieure rumlaufen, die sich schlechter kleiden als sie verdienen, während es bei Anwälten genau umgekehrt ist.

          0
        • Alexander Borchert sagt

          Hallo Mark,

          im Gegansatz zum Anwalt wirtschaften wir in der Natur und gehen dabei mit öffentlichen Gütern um. Der Anwalt wirkt nie in dieser Dimension wie wir es als Bauern tun. Unser Ergebnis landet auf den Tischen von 83. Mio Verbrauchern. Unser Tun greift mehr in den Boden ein,……..

          0
    • Aufklärer sagt

      Wieso mal bei Ihrem Sammelsurium an Ratschlägen und Hinweisen, die ich nicht verifizieren kann, sind Pommes = frittierte Kartoffelstifte, die übrigens durch das Frittieren Giftärmer sind, wieso sind diese schlechter als Kartoffeln gekocht oder gestampft, gebacken? Und wäre hier nicht als erstes das beliebte Kartoffelgratin mit Sahnecreme und Käse überbacken zu nennen?
      Pommes gibts ab 80 Cent 800 Gramm. Diese werden aus der geernteten Kartoffel vorgefertigt, oft vorgebacken, dann Schockgefroren und oft gelagert bis sie über den Produzenten > Großhandel > Einzelhandel ausgeliefert und am Ende beim Kunden ankommen.

      Da ist eine ganz andere Dienstleistung hinter der Pommes als bei der Kartoffel, die völlig zu Recht einiges weniger kostet.
      Und der Gesundheitsaspekt bei Ofenpommes, die am ehesten heute im Haushalt hergestellt werden, sind mit kaum 6% Fett + Wurst oder Frikadelle nicht schlechter vom Nährwert. Wahrscheinlich in vielen Fällen sogar weniger fett als Kartoffeln mit klassischer! Bratensoße und Bratenfleisch.

      Wer mit diesen halbgaren „Brigitte-Ernährungs-Ratschlag-Niveau“-Klamauk seine Beiträge verziert, der verliert seine Glaubwürdigkeit für ernsthaftere Beiträge.

      Selbst fette Pommes sind völlig zu Recht lecker und werden gerne gegessen. Sie liefern Energie wie jedes andere Nahrungsmittel auch.

      Das was Sie meinen ist der Konsum über den individuellen Energiebedarf hinaus. Wahrscheinlich haben daran auch Kartoffeln in Streifenform einen Anteil. Trotzdem ist es noch immer der Konsument, der über seinen Energiebedarf hinaus ißt. Warum auch immer. Nicht die Kartoffelstäbchen sind Schuld, auch wenn sowas gerne daherfantasiert wird.

      Also ist das wichtig?

      Jain. Wichtig ist es, die Diskussionen auf ein sachlich fachlich richtiges Niveau zu heben. Das scheint mir auch Ihr Anliegen. Dann tun Sie das auch.

      Wer allerdings auf Frauenzeitschriftenniveau argumentiert, Hörensagen und unverstandene Esskultur beleidigt oder gar Essen als Distinktionsinstrument bzw. -Argument benutzt um sozial rassistische Thesen nebenher abzusondern, auf dessen Meinung in Landwirtschaftsfragen ist dann auch nicht weiter von Gülle zu unterscheiden. Die Nährwerte solcher Beiträge gehen dann in solcher quasi-braunen Suppe unter.

      1+
      • Bauer Willi sagt

        @Aufklärer
        Vielen Dank für Ihre Belehrungen, wie gefälligst hier die Artikel auszusehen haben.

        Oder war ich etwa nicht gemeint? Ich kann das bei der Vielzahl der Kommentare leider nicht mehr richtig zuordnen und entschuldige mich.
        Bauer Willi

        0
        • Kann nicht für den Aufklärer sprechen, aber ich glaube, er wollte nur Pommes loben. Pommes erlauben dem Veganer ein gesellschaftliches Leben auf dem Dorf, während die Ofenkartoffel so ein Naturbelassenheitsding ist, aber immerhin ihrem Hauptnährwert, der völlig zu Unrecht in Verruf geratenen Kartoffelstärke, die Stellung hält. Für die Besorgten und die Volksgesundheit sind Pommes dank der EU-Acrylamid-Richtlinie jetzt noch schadstoffärmer. Schon das BfR riet ja: Vergolden, nicht verkohlen. Kartoffelstärke ist wie auch Getreide- und Leguminosenstärke KEINE einfachen Kohlenhydrate. Es sind Polysaccharide, komplexe Kohlenhydrate, Brennstoff, und ohne Bratwurst und Majo sind doppelt Pommes von der Bilanz her auch gut für de Tierä!!

          0
    • sonnenblume sagt

      @Alexander Borchert Sie beschreiben viele “ Probleme „, die man sehr schnell lösen kann. Gülle kann man abgeben und wenn Gülle da ist, wozu dann noch Mineraldünger? Marginaler Ertragsverlust wird durch Einsparung von Spritzmitteln und Überfahrten ausgeglichen. Fruchtfolge und der richtige Saatzeitpunkt sind doch ein Muss! Eine vernünftige Belegdichte im Stall sichert auf jeden Fall die Tiergesundheit und die Grundlagen für den Erfolg.

      0
    • bauerhans sagt

      „wenn der Ackerfuchsschwanz in Wellen aufläuft.“

      das ist das problemunkraut,weil resistenzen zunehmen,auch bei den bios.
      kann man aber über die fruchtfolge in den griff kriegen oder auch durch vernünftiges pflügen.
      der herbizideinsatz wird nicht höher,sondern durch gezielte glyphosatspritzung günstiger.

      0
  8. Eckehard Niemann sagt

    Niedersächsische AbL in einer früheren Pressemitteilung : … ein flächendeckend- verbindlicher Tierschutzplan ist angesagt!

    Der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) konstatiert das offensichtliche Scheitern der Pläne von Bundesagrarminister Schmidt, mit einem „Tierwohllabel light“ von der dringend angesagten Umsetzung eines umfassenden und verbindlichen Tierschutzplans abzulenken. Ein solcher Tierschutzplan, den die EU-Kommission längst gegenüber allen EU-Staaten einfordere, müsse die von der EU geforderten Mindeststandards nun auch in Deutschland umsetzen – so wie bisher schon in Schweden, Finnland, in baltischen Staaten, Österreich oder auch in Norwegen und der Schweiz. Der Wissenschaftliche Beirat des Agrarministeriums habe in seinem Gutachten zur Zukunft der Nutztierhaltung hierzu ein trilateral abgestimmtes Vorgehen der Haupterzeugungsländer Deutschland, Niederlande und Dänemark angemahnt, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

    Der niedersächsische Tierschutzplan, der von der früheren CDU-FDP-Landesregierung auf Druck der EU erarbeitet worden sei und nun von der rotgrünen Landes-Koalition umgesetzt werde, biete hierfür eine gute Vorlage: zum Beispiel mit einem Verbot des Kürzens von Schweine-Ringelschwänzen und dem Gebot eines Zugangs der Tiere zu Stroh. Das führe in der ganzen Branche zur Umsetzung umfassend artgerechterer Haltungsbedingungen mit mehr Platz, Stroh und Außenklima. Auch die Nutztierhalter selbst drängten längst auf klare und verlässliche Ansagen der Politik in diesen Fragen, ebenso bei der Umstellung der Kastenstandhaltung von Sauen auf eine Gruppenhaltung mit freier Bewegung der Tiere. Die AbL fordert erneut ein nationales Umbauprogramm und Übergangsfristen, die allerdings weit unter den von der Agrarindustrie derzeit noch geforderten Zeiträumen liegen müssten.

    Der AbL-Landesvorsitzende Ottmar Ilchmann betont die gravierenden Vorteile von so gesetzten ordnungsrechtlichen Mindeststandards: Anders als bei allen Tierwohllabeln würden so flächendeckend und zwingend akzeptable Tierwohl-Vorschriften geschaffen, so dass es keine konkurrierenden Billigangeboten zu niedrigeren Standards mehr geben könne. Zum anderen sei mit diesen flächendeckend wirksamen Tierwohl-Vorgaben ein deutlicher Rückgang auch der erzeugerpreis-drückenden Überschuss-Erzeugung verbunden, so dass die Umstellung begleitend auch durch überproportionale Erzeugerpreis-steigerungen abgesichert sei. Anders als Agrarfabriken könnten gerade mittelständisch-bäuerliche Betriebe mit Flächenbindung und eigener Strohwerbung diese Tierwohlvorgaben gut umsetzen.

    2+
    • sonnenblume sagt

      Kleine und mittlere Betriebe die dieses Programm nicht umsetzen können oder wollen werden aufgeben und große mittelständisch-bäuerliche Betriebe werden die freien Flächen aufnehmen und wachsen. Es wird eine Bereinigung des Sektors von unten nach oben geben, aber keine von oben nach unten.

      2+
  9. Thea S sagt

    Und zum Masterplan gehört auch Grenzen für Lebensmittelimporte dichtmachen, bzw. hohe Zölle. „Make Germany Great Again“, oder besser „Macht Deutschland wieder stark“?

    0
    • Bauer Willi sagt

      @Thea
      ist das als Frage zu verstehen oder als Feststellung? Die Grenzen dicht zu machen hält selbst Frau Künast für unrealistisch. Ich habe sie nämlich gefragt….
      Bauer Willi

      0
  10. Lieschen Müller sagt

    Ich glaube, der „normale“ Bürger könnte sich mit Protektionismus in der Landwirtschaft abfinden. Viele würden dann eben keine Avocados oder Pomelos kaufen. Wer wollte denn die Globalisierung? Wer wollte denn die Umwandlung Chinas in eine riesige, versmogte Müllkippe? Wer wollte denn die Umwandlung Spaniens in ein großes Gewächshaus? Wer wollte eigentlich die Autobahnen mit dem ununterbrochenem LKW-Verkehr?

    0
  11. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Wir produzieren so, wie Ihr wollt, aber die Grenzen müssen für Importe von Lebensmitteln und Agrarrohstoffen geschlossen werden. Dann regelt sich alles über den Preis, ohne Umverteilungs- und Subventionsbürokratie.
    Eine vernünftige Agrar- und Umweltpolitik darf nicht durch Importe von Billignahrung unterlaufen werden. Das Ganze bitte EU-weit, denn wir sind ja keine Nationalisten. Alles andere ist scheinheilig.

    3+
    • Bauer Willi sagt

      So könnte es gehen. Siehe auch unseren Artikel „Weg mit den Subventionen“. Hab ich mal bei einer Podiumsdiskussion mit allen Parteien vorgeschlagen. Einhellige Meinung: „das geht nicht“.
      Bauer Willi

      0
  12. Friedrich sagt

    Wenn wir das aus der Sicht der Landwirtschaft alles umsetzen würden, dann wäre die Landwirtschaft mit Tierhaltung Tod. Auch müßten wir aus der EU austreten und einen abgeschotteten Markt schaffen. Etwa so wie die Schweiz mit Quoten und hohen Garantiepreisen. Für meinen kleinen Schweinebetrieb mit Sauen und Mastschweinen hieße das, daß ich meine ohne Stroh bewirtschafteten Ställe alle stillegen könnte. auch der Ackerbau, den haben wir auf Mulchen maschinell umgestellt. Um den Betrieb auf die „Neue Linie “ umzustellen wäre bei mir über eine Million Euro fällig. Damit wäre alles gemachte der letzten 40 Jahre vergebens gewesen. Nicht nur ich würde den Betrieb dichtmachen , sondern auch die meisten anderen Bauern. Das ganze wäre eine riesige Kapitalvernichtung. — Als ich heute Morgen um drei Uhr das Jamaikagescheitere gelesen habe , war ich beim Schlachtschweineverladen fröhlich bei der Sache. Nach so vielen Vorgesprächen war mir klar , daß so eine Sache garnicht klappen kann. Das nahm ja überhaupt kein Ende. Jetzt sind wir erst einmal die Grünen los. Für die Bauern sind diese ideologischen Träumer das „Allerletzte“. Gut das die FDP den Mut hatte , diesem Treiben einen Termin und dann ein Ende zu setzten.

    3+
    • sonnenblume sagt

      Hallo Friedrich, unsere Betriebe haben ein identisches Modell. Die Sorge um die Zukunft treibt uns schon lange Zeit um, denn die Veränderungen in der Tierhaltung würde bei uns schon beim Bauamt scheitern, von der Finanzierung ganz abgesehen. Solange einer gut geführten konventionellen Landwirtschaft nicht ausdrücklich auch eine Daseinsberechtigung zugestanden wird, ist die Zukunft unserer Betriebe mehr als gefährdet. Gleich welche politischen Konstellationen wir in Zukunft haben, es muss in absehbarer Zeit eine grundsätzliche Aussage aller Parteien zu dem Thema geben. Dann können wir entscheiden wie es für uns weiter geht.

      2+
      • Bauer Klaus sagt

        Genau! Schluss mit der Verwirrung und Verunsicherung unserer Tierhalter! Das haben die GRÜNEN erreicht: Totale Verunsicherung über Zukunftsfähigkeit und damit Lähmung unter den Tierhaltern.

        2+
    • bauerhans sagt

      „Als ich heute Morgen um drei Uhr…. , war ich beim Schlachtschweineverladen fröhlich bei der Sache.“

      meine schweine schlafen um 3 uhr noch……!

      1+
  13. Ottmar Ilchmann sagt

    Tja, Willi, die von dir beschriebene Quadratur des Kreises wäre. wenn überhaupt, nur in einem parteiübergreifenden gesellschaftlichen und politischen Konsens möglich gewesen, wie ihn die Jamaika-Koalition dargestellt hätte. Es gab ja bereits eine Einigung zur Landwirtschaft. Dazu ein Zitat der Kanzlerin:

    Wir haben interessanterweise die erste Einigung über die Landwirtschaftspolitik erzielt, das wäre und ist, weil es bleibt, ja auch ein interessanter Bestandteil, was vielleicht auch versöhnend auf unsere Gesellschaft hätte wirken können, und jetzt müssen wir trotzdem mit den Tatsachen umgehen.

    Die Einigung ist leider an einer Partei gescheitert, die früher nicht gerade für Prinzipientreue bekannt war. Für die Zukunft der Landwirtschaft ist eine Chance verspielt worden. Aber genau das hast du dir ja gewünscht, oder?

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Ach Ottmar,
      ich habe mir überhaupt nichts gewünscht sondern vor vier Wochen (kann ich beweisen!) prognostiziert, dass diese Koalition nicht zustande kommt. Eben weil alle Parteien ihre roten Linien haben, über die sie nicht gehen konnten und wollten. Das ist doch erst einmal gut. Ob allerdings die Obergrenze oder der Verbrennungsmotor oder der Soli und was weiß ich noch dazu Anlass genug waren, kann man ja durchaus diskutieren. Wenn alle Parteien sich in der Landwirtschaftspolitik geeinigt haben (so ist ja Deine Aussage) dann wäre ja diese Einigung ja jetzt nicht vom Tisch, nur weil die Verhandlungen beendet sind. Oder sehe ich da was falsch und die Einigung wurde nur unter dem Druck der Verhandlungen erzielt? Und sind jetzt nicht mehr so gemeint? Dann wäre es ja ein fauler Kompromiss gewesen, oder?
      Ne, lieber Ottmar, über das Stöckchen springe ich nicht….
      Bauer Willi

      3+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Dass die Einigung nicht vom Tisch ist, nur weil die Gespräche gescheitert sind, sagt die Kanzlerin ja selbst in dem von mir angeführten Zitat. Die Frage ist nur, wer soll das jetzt umsetzen?

        0
      • Ich würde als Bundespräsident den Bundestag NICHT auflösen – vor dem Hintergrund dass keine anderen Machtverhältnisse durch Neuwahl zu erwarten sind. Die SPD könnte allenfalls sagen: o.k, nach Neuwahlen machen wir doch eine große Koalition. Das könnte sie aber auch jetzt sagen angesichts der neuen Sachlage, des Abbruchs der Sondierung/Koalitionsverhandlungen.

        Nach Art. 63 Abs. 4 GG kann der Bundespräsident – nachdem Merkel die absolute Mehrheit verfehlt und sodann mit den Stimmen der Union die einfache erreicht hat – wählen, ob er Merkel zur Bundeskanzlerin ernennt oder den Bundetag auflöst.

        Wenn es also zu einer Minderheitenregierung kommen muss, weil Steinmeier den Bundestag nicht auflöst, kann das bislang zur Landwirtschaft besprochene umgesetzt werden; die FDP müsste sich bei einer Schwarz-grünen Minderheitsregierung daran festhalten lassen. Es könnte aber auch mit den Stimmen der SPD beschlossen werden.

        Bei Projekten der Sozial- und Klimapolitik könnte Schwarz-Grün ebenfalls auf die Stimmen der SPD zählen.

        Ergebnis: Der Sozialstaat wird weiter ausgedehnt, Steuern werden erhöht oder nicht spürbar gesenkt. Der Ausstieg der FDP wäre also ein Bärendienst für ihre Wähler.

        0
        • Ottmar Ilchmann sagt

          Eine Minderheitsregierung hätte auch den Charme, dass es einen Zwang zu mehr Konsensfindung gäbe. Wer von Fall zu Fall wechselnde Mehrheiten suchen muss, kann nicht mehr mit ein paar Stimmen mehr „durchregieren“. Ebenso können OppositionspolitikerInnen gute, konstruktive Vorschläge nicht einfach aus Parteiräson ablehnen, nur weil sie aus der falschen Richtung kommen. Im Idealfall käme es zu eine Verringerung des Gewichts der Parteien, der einzelne Volksvertreter müsste wieder mehr selbst nach seiner Überzeugung und im Sinne des Gemeinwohl entscheiden. Wäre auch in Niedersachsen für rot/grün ein interessanter Ansatz gewesen.

          3+
          • Eine Minderheitsregierung wäre eine interessante – erstmalige – Erfahrung im Bund. Die Reaktionen der Oppositionsparteien könnten nicht mehr reflexartig und schematisch sein. Das könnte Politik für viele lebendiger und pragmatischer erscheinen lassen. Interessant auch, wie sich die AfD verhalten würde. Eine prinzipielle Fundamental- und Obstruktionspolitik würde so viel deutlicher zutage treten und konservative Bürger zur Union umkehren lassen.

            Steinmeier würde in die Geschichte eingehen als der Präsident, der die Minderheitsregierung ermöglichte. Selbst wenn es nicht gut läuft, könnte er als mutig und pragmatisch gelten. Außerdem besteht dann ja immer noch die Möglichkeit des Misstrauensvotum und der Vertrauensfrage. Der Ball läge bei den Mitgliedern des Deutschen Bundestages.

            2+
            • Ottmar Ilchmann sagt

              In anderen Ländern läuft sowas ja durchaus. Vielleicht fehlt den Deutschen die Phantasie oder der Mut, auch mal unklare Verhältnisse auszuhalten.

              1+
  14. bauerhans sagt

    kannste jetzt eh vergessen,wo herr lindner und seine fdp nicht mehr mitspielen!
    auch bin ich mir sicher,dass die mehrheit der verbraucher mit „gut und billig“ sehr zufrieden ist.

    2+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.