Bauer Willi
Kommentare 20

Der Erdbeer-Skandal

Diesen Gastbeitrag hat mir Christian geschickt.

“Hallo Bauer Willi,

ich bin vor einigen Tagen auf euren alarmierenden Beitrag mit dem Cyanidin in Erdbeeren gestoßen (über einen Gin, der sich bei Kontakt mit Tonic oder Zitrone von Blau zu pink verfärbt zu Rotkohl und von da zu Cyanidin).

Da ja in den Kommentaren die Frage gestellt wurde, wie viel Dihydrogenmonoxid sich in Erdbeeren befindet, diese Frage jedoch seit der Erstellung des Artikels nicht beantwortet wurde, habe ich eine Versuchsreihe gestartet. Untersucht wurden je 2 kg der Sorten Korona, Mieze Schindler und Senga Sengana, aufgeteilt in Proben zu je 500g.

Das erschreckende Resultat vorab: In 100% der Proben wurden große Mengen an Dihydrogenmonoxid festgestellt. Eine exaktere Angabe der Konzentration ist nicht möglich, da auch weitere flüchtige Bestandteile, die im Universallösungsmittel DHMO gelöst sind, bei dem Untersuchungsverfahren mit entfernt wurden.

Der mittlere Gehalt an DHMO lag bei der Senga Sengana bei 87,4%; bei der Korona bei 89,1% und bei der Mieze Schindler bei 84,9%.

Zum Versuchsaufbau:

Die Proben wurden erntefrisch abgespült, abtropfen lassen, die Kelchblätter entfernt und die Früchte gewogen. Anschließend wurden sie mechanisch grob zerkleinert (in Scheiben geschnitten) und einer speziellen Apparatur einer thermischen Exposition (12 Stunden bei 45°C) ausgesetzt.

Fehlerbetrachtung:

Eventuelle Tropfverluste beim Überführen in den Trockenapparat wurden nicht separat erfasst und wurden auf den gesamten Masseverlust angerechnet. Ggf. enthaltenes Kristallwasser wurde aufgrund der niedrigen Temperatur nicht mit erfasst und könnte den DHMO-Gehalt noch weiter erhöhen.

Anschließend wurde erneut die Masse des Trockenrückstands bestimmt (Mehrfachbestimmung).

Oder kurz und knapp, ich habe mir Erdbeeren aus dem Garten ohne Zuckerzusatz für den Winter getrocknet und aus Langeweile den Trockenrückstand bestimmt.”

Lieber Christian, vielen Dank für deine Forschungsergebnisse, auf die die Welt so lange warten musste. Wenn Du als Experte wieder eine Studie veröffentlichen möchtest, dieser Blog ist die richtige Stelle.

 

(Aufrufe 2.101 gesamt, 1 heute)

20 Kommentare

  1. Paulus sagt

    Also, in den Erdbeeren die ich zuletzt bei Rewe gekauft habe befand sich eindeutig zuviel Dihydrogendioxid. Anders kann ich mir die fast reinweißen Färbungen nicht vorstellen.
    Der etwas strenge Geschmack und der Biss ließen auch darauf schließen.
    Anders als DH-monoxid wirkt DH-dioxid immerhin stark fungizid und oxidiert nebenbei noch gründlich den Verdauungstrakt.

    Merkwürdigerweise bekomme ich bei den Erzeugern immer nur rote Früchte, während bei der Fa. Rewe eher der antibakterielle und fungizide Aspekt im Vordergrund zu stehen scheint.

  2. sonnenblume sagt

    Gestern in der TAZ, ” Wenn waschen nicht reicht! ” War ja auch schon lange ruhig.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Hilfe,
      wir werden alle sterben, wenn wir alles glauben was in der TAZ steht, wesentlich früher.

      Gertrud Winkler, Professorin im Bereich Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, gibt zunächst einmal vorsichtig Entwarnung: Für eine Studie, die sie an der Hochschule durchführen wollte, sei es schwierig gewesen, überhaupt stark belastete Ware zu finden. Tatsächlich zeigt beispielsweise auch der Pestizidreport des Landes NRW etwa bei Erdbeeren, einer Obstsorte, die tendenziell stark belastet ist: Höchstmengenüberschreitungen sind selten. Seit 2019 wurden 389 Proben von Erdbeeren aus konventionellem Anbau genommen. Nur eine davon überschritt die zugelassene Höchstmenge.

      • sonnenblume sagt

        Kann man sich denn die Zeit der Obsternte ohne solche Kommentare vorstellen? Es würde doch was fehlen.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Vor Jahren hat sich Greenpeace unsere Obstgenossenschaft vorgenommen. Ein Giftcocktail soll man in Johannesbeeren festgestellt haben.
          Tatsache war, dass alle Grenzwerte eingehalten wurden, aber Greenpeace meinte, ihrer Meinung nach, seien die Grenzwerte zu hoch.
          Der Absatz brach vollkommen ein, für die Obsterzeuger ein beträchtlicher Schaden.

          • Inga sagt

            Wie die Tratschweiber im Dorf, die brauchen eben action…
            weil sie beruflich wohl nicht ausgelastet sind!

            Brauchen das Greenpeace und Co. auch?

      • wolfgang nellen sagt

        wenn die keine stark belasteten Erdbeeren finden, dann müssen sie halt suchen! Faules Wissenschaftler-Pack! Irgendwo muss es doch wohl vergiftete Erdbeeren geben, verdammt! Werden nicht in Tschernobyl Erdbeeren angepflanzt? Oder in der Atacama-Wüste? Die wären dann mit Lithium kontaminiert und das wäre schon ein hübscher Skandal!

  3. Meyer sagt

    Ein Politiker würde jetzt gleich nach dem Grenzwert fragen und fordern.Ist in der Vergangenheit auch schon passiert und läst Rückschlüsse auf deren Wissensstand schließen.
    Alle eben nur 5. Fähigkeitsstufe, denn die Fähigen sind wo anders tätig.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es wäre mal interessant, so eine Demo zu veranstalten, ich denke mal, dass 99,5 % mit der chemisch korrekte Bezeichnung von Wasser nichts anfangen können und sich so manipulieren lassen.

        Für die stillen Mitleser dieses Blockes:

        Dihydrogenmonoxid (Abkürzung DHMO) ist eine zwar chemisch korrekte, aber ausschließlich ironisch als wissenschaftlicher Witz benutzte Bezeichnung für Wasser (H2O). Die fachsprachlich-abstrakte Bezeichnung für einen alltäglichen, lebenswichtigen Stoff suggeriert eine gefährliche Substanz und wurde mit der Absicht geprägt, die verbreitete Angst vor der chemischen Industrie zu karikieren und zu verdeutlichen, wie leicht sich Menschen durch einseitige Information manipulieren lassen.
        Quelle: Wikipedia

  4. Ehemaliger Landwirt sagt

    Bin erschüttert,
    das Zeugs habe ich unter anderem auf meine Apfelbäume gesprüht und zum entsetzen, ist dieses Zeugs nicht in der Positivliste der PSM zu finden.
    Was soll ich jetzt machen, die Äpfel vernichten, kann ich die runter Mulchen, oder muss ich die als Sondermüll entsorgen.
    Zurück bleibt ein ratloser EL.😉

    • Christian sagt

      Am besten du schredderst deine Äpfel und maischst sie ein. Aus dem DHMO und dem Zucker in den Äpfeln kannst du dann Hydroxyethan in wässriger, 2-Hydroxybutan-1,4-disäure-haltiger Lösung herstellen.
      Soll besonders in Hessen unter dem Namen “Äppelwoi” recht beliebt sein… 😁

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.