Bauer Willi
Kommentare 81

Den Mangel verwalten…

Vergangene Woche war ich auf einer Veranstaltung, auf der über die Maßnahmen im kommenden Frühjahr gesprochen wurde. Irgendwie erinnerte mich das an den Februar 1990, als ich auf einer Veranstaltung in Ostdeutschland war, als sich diese noch DDR nannte. Jetzt allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Meine Berufskollegen freuten sich 1990 darauf, jetzt endlich wirksame Betriebsmittel zur Verfügung zu haben. Bei der Veranstaltung jetzt, im Februar 2020, war es genau umgekehrt. Der Tag bestand eigentlich nur daraus, von Seiten der Kammerberater meinen Berufskollegen und mir klarzumachen, welche Wirkstoffe ab 2020 und welche ab 2021 nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Auf die Frage, wie denn der Kartoffelkäfer demnächst kontrolliert werden soll, wusste der Kammerberater auch keine Antwort. „Absammeln“ war dann die zynische Bemerkung eines Bauern.

Ähnliche Verhältnisse bei Zuckerrüben: Es stehen nur noch sehr wenige Wirkstoffe zur Bekämpfung von tierischen Schädlingen zur Verfügung. Nach dem Verbot der insektiziden Beizen muss wieder breitflächig gespritzt werden, was uns Bauern gewaltig gegen den Strich geht. Die noch vorhandenen Wirkstoffe sind oft weniger wirksam, was die Resistenzentwicklung fördert. Die Blattläuse leben zu lassen geht nicht, weil diese Viren in sich tragen, die den Ertrag dramatisch einbrechen lassen. Ich weiß das noch aus meiner Kindheit. Herbizde stehen noch zur Verfügung, aber auch hier wird die Palette der Möglichkeiten weiter eingeschränkt. Und die Mitbürger per Befehl auf die Felder zwingen, ging in der DDR. Heute ist es unmöglich.

Auch beim Raps überlegen wir, wie lange wir diese Kultur noch anbauen werden. Biologischer Rapsanbau ist nicht möglich, zu riskant ist ein Totalausfall. Das sagen mir selbst eingefleischte Bio-Bauern. Ich habe im vergangenen Herbst zwei Felder mit Raps aufgegeben, weil die tierischen Schädlinge den Bestand so dezimiert haben, dass es nicht lohnte, ihn bis zur Ernte zu bringen. Jetzt wächst dort Weizen. Aber jedes Jahr kann ich mir einen solchen Ausfall nicht leisten und ohne wirksamen Pflanzenschutz geht es eben nicht.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr frustrierend, weil die anwesenden Bauern (und z.T. auch die Berater) den Eindruck haben, dass dieser Mangel bewusst vom BMU und UBA provoziert wird.  Zulassungen werden mit voller Absicht verzögert, die Anwendungsbestimmungen werden bewusst verschärft, ohne dass es dafür einen erkennbaren Grund gibt oder auch irgendeinen Sinn macht. Jedenfalls keiner, der sich mir erschließt.

Was mich persönlich wütend macht: ich bin Mitglied des Praktikernetzwerkes und habe Frau Klöckner schon vor einem Jahr auf die Situation aufmerksam gemacht. Die Veröffentlichung der Ackerbaustrategie, in der einer breiten Fruchtfolge das Wort geredet wird, empfinde ich da schon als zynisch. Wenn drei große Blattfrüchte, also Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln, in ihrem Anbau immer weiter zurückgedrängt werden, wird sich der Anbau auf diejenigen Kulturen konzentrieren, die einfach anzubauen sind. Ich habe noch nie in meinem Leben Mais angebaut. Jetzt überlege ich, es zu tun. Nicht, weil ich das gut finde, sondern weil mir die Politik die Möglichkeiten nimmt, die von mir favorisiert breite Fruchtfolge zu realisieren.

 

(Aufrufe 6.309 gesamt, 1 heute)
47

81 Kommentare

  1. Bauer Willi sagt

    Nur mal so wegen Zensurschleife: Bin seit gestern Mittag unterwegs und war heute in einem interessanten Podium. Mit Leuten, die sich für wichtig halten. Da kann ich nicht jede Stunde nach den Kommentaren schauen. O.k.?

    10
  2. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Ein extrem kostengünstiges, höchst efffizientes, dabei natürlich sehr hinterhältiges „Agrarprogramm“, unsere Abfallproduktionen zügig in den Griff zu bekommen. – Die Blondinen Klöckner und Schulze gar nicht so blond, dabei aber äußerst „giftig“ und beileibe nicht mehr zulassungsfähig; diese „Aufbrauchfrist“ ist wirklich abgelaufen!

    Was machen diese beiden Blondinen übrigens am Computer, wenn’s bei uns Bauern brennt?

    Sie drücken auf Löschen…

    Ja, lieber Herr Niemann, ich gelobe Besserung, aber das musste jetzt einfach sein!

    7
  3. Ein Privatier sagt

    „(…) Und die Mitbürger per Befehl auf die Felder zwingen, ging in der DDR. Heute ist es unmöglich.(…)“

    Ihr Wort in der Genossen Ohren!

    Die Genossin Sandra Lust, die vor einigen Tagen auf der „Strategiekonferenz“ der Partei „Die Linke“ zur Erschießung von Reichen aufgerufen hatte, ist Mitglied in den linken Vereinigungen „LAG Betrieb und Gewerkschaft & BAG Klimagerechtigkeit“, welche sich auch mit Landwirtschaft im Allgemeinen und im Besonderen beschäftigen.

    Bernd Riexinger (Die Linke) hat die Erschießungsphantasien umgehend mit dem Hinweis abgemildert, dass man „die Reichen“ zu nützlicher Arbeit heranziehen werde, was zur allgemeinen Erheiterung der Genossen*Innen beitrug.

    Vielleicht gilt zukünftig:
    Kulaken aufgepasst!
    Auf, marsch, marsch zur Kartoffelkäferernte!

    2
    • firedragon sagt

      Privatier,
      ich dachte erst Du beliebst zu scherzen.
      Aber es gibt ja tatsächlich eine Dame mit Namen „Lust“ und die hat das tatsächlich gesagt…
      Na, wenn diese Äußerung auf einer Parteikonferenz (!) nicht 100% menschenverachtend ist (Herr Niemann!), dann weiß ich auch nicht. Da tun sich ja Abgründe auf …

      3
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Rechtsradikale bei den Linken?

          Nur gut dass ich als Altersgeldempfänger nicht in ein Arbeitslager muss. 🙂

          1
          • Ein Privatier sagt

            Waren Lenin, Stalin, Mao oder Hitler der National-Sozialist Links- oder Rechtsradikale?

            1
            • Stadtmensch sagt

              Man kann auch mit „bürgerlichen Werten“ morden. Angenommen man ist Privatier und legt sein Geld da an, wo es die höchsten Renditen erzielt. Im Allgemeinen ist es doch dann so, dass entweder Umwelt- oder Sozialstandarts auf ein Minimum und drunter gedrückt werden. Aber heh – wir sind Kaufleute und keine Samariter.

              Und nochwas, die Rechten reden nicht nur wirres Zeug vom Erschießen, sie tun es auch (169 seit 1990). Wen kümmen Fakten?!

              1
              • Ein Privatier sagt

                Mit Ihren stromlinienförmigen Massenmeinungen sind Sie wirklich kein Unikum, Genosse „Stadtmensch“.

                4
                • Stadtmensch sagt

                  Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig.

                  Kurt Tucholsky

                  Wenn man auf Krampf querdenkt und sich dabei von Twitter „inspirieren“ lässt, ist dass nur peinlich…

                  0
              • Ein Privatier sagt

                „Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig.

                Kurt Tucholsky“

                Das ist exakt die Haltung vieler Politiker, die den Populus als Pöbel, Plebs und Plebejer verachten.
                „Das Volk“ hat gemäß Peter Panter, Kaspar Hauser, Teobald Tiger und Inaz Wrobel kein Hirn zum Denken, dafür aber ein untrüglich Bauchgefühl, von dem es sich tierisch instinktiv meistens richtig leiten lässt.
                Und was richtig ist, entscheidet der pathetische Selbstmörder und Literaturkasper Tucholsky, der immer genau dann völlig ungenießbar ist, wenn er politisch wird.
                (Ich habe fast alles von ihm gelesen.)

                Noch Fragen, Genosse?

                1
                • Stadtmensch sagt

                  „Ich habe fast alles von ihm gelesen.“

                  Glückwunsch! Ich nur das, was ein gewisser Herr Hosfeld über ihn geschrieben hat. Das andere heb ich mir für meine Privatierszeit auf…

                  Aber um zum Thema zurück zu kommen: Was hilft gebeiztes Saatgut gegen einen liberalisierten Zuckermarkt? Ein Kommentar von mir dazu hängt leider in der Zensurschleife…

                  0
                • Thomas Apfel sagt

                  „Alles von Tucholsky gelesen“… mag sein, aber verstanden mit Sicherheit nix.

                  0
              • Paulus sagt

                Lieber Stadtmensch, solltest du auch noch etwas anderes lesen als die taz, dürfte dir nicht entgangen sein, dass ausgerechnet die vermeintlich übelsten aller Kapitalisten wie z.B. BlackRock und Konsorten eindringliche Empfehlungen (sprich Warnhinweise!) an diverse Konzerne gegeben haben, ihre Aktivitäten vermehrt unter ökologischen und humanitären Gesichtspunkten auszurichten. Ausgerechnet die haben begriffen, dass ein Weiter so von ihren Anlegern zunehmend weniger goutiert wird. Die Finanzwirtschaft ist das schon viel weiter als du es glauben magst. Ein Joe Kaeser hat doch nicht umsonst Kreide gefressen und Frau Luisa Neubauer bestimmt nicht aus Jux und Dollerei eingeladen. Da ist so manches im Umbruch ohne dass es in der allgemeinen Wahrnehmung erscheint.

                0
              • Ein Privatier sagt

                „Stadtmensch

                4. März 2020

                „Ich habe fast alles von ihm gelesen.“

                Glückwunsch! Ich nur das, was ein gewisser Herr Hosfeld über ihn geschrieben hat. Das andere heb ich mir für meine Privatierszeit auf…

                (…)“
                —-

                Das wundert mich nicht. Selbständiges Denken, welches sich nicht an Göttern des Bolschewismus-Sozialismus-Kommunismus wie Marx, Lenin, Trotzki, Pol Pot, Mao, Stalin oder Hitler orientiert, war bei den Genossen und Kameraden schon immer unerwünscht und nicht selten tödlich.

                Im Kapitalismus kann man mit Kapitalismuskritik reich werden.

                Und was passiert(e) mit einem/einer linken Naivling*In, der im Kommunismus bzw. Sozialismus Kritik an der Herrschaftsform übt?

                Kennen Sie die Antwort, Genosse Sekundärliteraturleser und Stadtmensch?

                0
                • Stadtmensch sagt

                  „Sekundärliteraturleser“

                  Autsch! Ich bin Techniker verdammt. Ich brauch jemanden, der mir Kontext gibt. 😉

                  Ansonsten mag ich auch nicht, wenn in China unangenehme Journalisten „verschwinden“
                  (oder auf Malta oder Umweltschützer in Russland oder Brasilien). Wenn das „stromlinienförmige Massenmeinung sein soll, fände ich das gut und Ausdruck genug für eine offene Gesellschaft, die den Diskurs der tumben Gewalt vorzieht.

                  4
              • EIn Privatier sagt

                „(…) Ansonsten mag ich auch nicht, wenn in China unangenehme Journalisten „verschwinden“
                (oder auf Malta oder Umweltschützer in Russland oder Brasilien). Wenn das „stromlinienförmige Massenmeinung sein soll, fände ich das gut und Ausdruck genug für eine offene Gesellschaft, die den Diskurs der tumben Gewalt vorzieht.“

                Wenn Sie ein exzellentes Werk zum Thema der „offenen Gesellschaft“ lesen wollen, dann sollten Sie sich die Mühe machen und Karl Poppers Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ durcharbeiten. Der Mann war sozusagen ein „Techniker“ im Denken. Seine Ideen werden seit einigen Jahren von George Soros missbraucht und entstellt.

                0
                • Stadtmensch sagt

                  Karl Popper, hab ich schon. Damit wird man als erstes konfrontiert, wenn man sich gelegentlich im linksgrünversifften Millieu aufhält.

                  Wenn sie mal was über das „stahlharte Gehäuse des Kapitalismus“ lernen wollen: Max Weber, „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus.“

                  Schöne Analyse über diese bornierte Neurose, irgendwas über Bedarf anhäufen zu müssen (wegen schön reich werden sogar mit Kapitalismuskritik).

                  Es manifestiert sich in diesem Monster an Sachzwang, mit dem wir es zu tun haben: Der Mensch ist für die Wirtschaft da…usw.

                  Ich vergleiche es mit einer Massenpanik. Wenn jeder nur ein bisschen schiebt, wird alles zerdrückt, wenn da ein unverrückbarer Wiederstand ist (also die Begrenzheit der Biokapazität dieser Erde)

                  0
              • Ein Privatier sagt

                „(…) Wenn sie mal was über das „stahlharte Gehäuse des Kapitalismus“ lernen wollen: Max Weber, „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus.“

                Schöne Analyse über diese bornierte Neurose, irgendwas über Bedarf anhäufen zu müssen (wegen schön reich werden sogar mit Kapitalismuskritik).

                Es manifestiert sich in diesem Monster an Sachzwang, mit dem wir es zu tun haben: Der Mensch ist für die Wirtschaft da…usw.

                Ich vergleiche es mit einer Massenpanik. Wenn jeder nur ein bisschen schiebt, wird alles zerdrückt, wenn da ein unverrückbarer Wiederstand ist (also die Begrenzheit der Biokapazität dieser Erde)“


                Sie werden’s glauben, aber ich habe zusätzlich auch große Teile von Webers „Wirtschaft und Gesellschaft“ und einiges von Marx‘ großem Langweiler „Das Kapital“ betrachtet und auch das „Kommunistische Manifest“ bestaunt …
                Interessant ist, dass Sie das Wort „Neurose“ verwenden und irgendwann, vermutlich ohne es zu wissen, vom Club of Rome spätinfiziert wurden und angstgebeutelt auf „die Begrenzheit der Biokapazität dieser Erde“ hinweisen.

                Auf keinen Fall verpassen:
                In zwei Tagen wird wieder sozialistisch gegen den von Kapitalisten verursachten Weltuntergang gehüpft.
                Wir alle sollten uns merkelig kollektiv auf die angekündigten gigantischen Transformationen freuen!

                0
  4. Friedrich sagt

    Leider muß ich da wieder darauf hinweisen, daß das Verbieten, oder Nichtgenehmigen, Verzögern ,Ärgern , oder mit Ordnungsrecht uns fertig zu machen , die Strategie der linksgrünen Politik ist. Realität und Sachverstand werden hier ausgeschaltet. Ich weis , es will ja keiner glauben , deshalb seien hier zwei Bücher zum Selberlesen empfohlen :
    1. „Die belogene Generation“ von Roland Baader
    2. „Das Märchen vom reichen Land“ von Daniel Stelter
    Habe inzwischen zu diesen Themen unserer Politik und Volkswirtschaft über 3000 Seiten verschiedener Bücher gelesen . Diese beiden Bücher bringen das Ergebnis auf den Punkt.
    Auch die sogenannte Energiewende wird uns in den Blackout führen . Deshalb sei allen , die sensible Bereiche haben und immer auf Strom angewiesen sind, angeraten , sich mit Notstromtechnik auszustatten. Drei fast Blackouts im Juni 2019 sollten Warnzeichen genug sein.

    8
    • Stadtmensch sagt

      Zitat aus Rezension in der FAZ:

      „Baaders geistiger Rahmen ist der entschiedene Liberalismus Friedrich August von Hayeks und Ludwig Mises.“

      Zu Hayek:
      „Es wäre also naheliegend, wenn die freiheitsliebenden Beamten sich unternehmerisch betätigen würden, anstatt in den universitären Wärmestuben Fett anzusetzen. Betrachtet man aber diese Seite http://www.hayek.de wird man bei der Personalausstattung der Freiheitskämpfer feststellen, dass Freiheit besonders gut kommt, wenn man vom Staat, also vom Steuerzahler, gut versorgt wird und sich versorgen lässt, das heißt, die Risiken der Freiheit auf den Steuerzahler abwälzt.

      Aus: http://www.economics-reloaded.de/5_Ordoliberalismus/Friedrich_Hayek/5_1_Friedrich_August_Hayek.htm

      Wäre doch mal gut, wenn diese Leute ein Jahr Schicht- Zeit- oder sonstwelche prekäre Maloche in der Dienstleistungsgesellschaft erleben würden.

      Achso wegen linksgrün: könnt ihr nochmal nachschauen, wer den Zuckermarkt liberalisiert hat und wer das (Land)Wirtschafts-Ministerium leitet? Welche Leute begleiten die Kanzlerin bei Wirtschaftsdelegationen in die Soja- und Palmöl Regionen? Linksgrüne?

      1
  5. Reinhard Seevers sagt

    Inga: „Kann man sie für das Geld nicht nach Afrika verschiffen.?“
    Ich habe seit Jahren einen Cartoon auf meinem Schreibtisch liegen.:Ehepaar, wohlsituiert sitzt im Restaurant und erhält die Rechnung. Auf den Tellern noch Reste der Speise. Sagt der Mann zum Kellner: Die Reste einpacken und nach Afrika schicken!
    Erkenne den Sarkasmus.

    0
  6. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, hier einmal ein Meinung zu den von Willi genannten Kulturen.
    Kartoffeln ; vor der Revolution hat mein Betrieb eine ehemalige LPG 1.200 ha von dieser Frucht angebaut. Hauptabnehmer war die Schweineproduktion und hier besonders die Schweinemast. Nach 1990, haben wir die Produktion der Kartoffel auf null gefahren.
    Raps; Mein Betrieb hat einmal ca. 9.500 ha Fläche bewirtschaftet. Rapsanbau hat hier auf Grund der Witterungs und Bodenverhältnisse keine große Rolle gespielt. Es wurden nur 100-150 ha pro Jahr davon angebaut. Der Ertrag war war nich berauschend aber die Imker brauchten ja Nahrung für ihre sehr großen Bienenvölker. Jeder Imker erhielt bei Raps eine Bestäubungsprämie von 5 Mark der DDR pro Volk. Bei Luzerne waren es 10 und bei Rotklee sogar 20 Mark.
    Zu DDR Zeiten fand der größte Flächenmäßige Rapsanbau in den ehemaligen Nordbezirken
    Rostock ,Schwerin und Neubrandenburg statt.
    Zuckerrübe, die „Königin der Feldfrüche“ hatte auch bei uns einen großen Stellenwert obwohl die Erträge mit denen nach der Wende nicht vergleichbar waren.
    800 ha standen damals jedes Jahr im Feld.
    Heute werden Null ha angebaut. Die Schließung der Zuckerfabrik hat diesen Niedergang zu verantworten.
    Die Einhaltung von Fruchtfolgen und Anbaupausen waren für mich immer ein Dogma.
    Im Vordergrund stand für mich immer die Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und nichts anderes. Anbaupausen; Zu-Rüben 5 Jahre, Kartoffel 5 Jahre, Raps 4 Jahre. Und niemals Raps in die Rübenfruchtfolge.
    Aber das wird es wohl nicht wieder geben.

    8
  7. Bauer Fritz sagt

    Ich darf ein paar Zahlen ergänzen (auch aus einem Vortrag der LWK) über die „Erfolge“ in Europa hinsichtlich ihrer Vorreiterrolle (wo keiner nachreitet) und die Effekte daraus:
    1) Die EU verliert massiv Rapsproduktion: 
    Ernte 2014: ca. 24,4 Millionen Tonnen 
    Ernte 2019: ca. 17,4 Millionen Tonnen = minus 7,0 Millionen Tonnen Raps in 5 Jahren = Minus 28,7 % in 5 Jahren

    a) Das bedeutet einerseits:  Minus 2,8 Millionen Tonnen Rapsöl aus europäischer Erzeugung
    Ersatz durch: Palmöl und Sojaöl (100% Importware)

    b) Das bedeutet weiters: Minus 4,2 Millionen Tonnen Rapsschrot aus europäischer Erzeugung
     = Minus von 1,4 Mio. t Reineiweiß aus europäischer Erzeugung
    Reineiweiß aus EU-Sojaproduktion: ca. 0,9 Mio. Tonnen
    Ersatz durch: zusätzlich (!!!!) 500.000 Tonnen Sojaeiweiß (100% Importware)

    Fazit: 1) Die aktuelle Sojaproduktion der EU (im Zuge der – angeblichen – Eiweißstrategie zur höheren Eigenversorgung und – angeblichen – Verringerung von ausländischen Importen) kann diese Verluste weder so schnell noch überhaupt kompensieren, wie auf der anderen Seite durch das europäische Vorgehen neue Lücken aufgebaut werden.

    Meine eigenen Ergänzungen:
    a) In allen Ländern aus denen das Eiweiß kommt sind auch Neonicotinoide nach wie vor erlaubt.
    b) Die größten Unterstützer von Trump in den USA und Bolsonaro in Brasilien sind somit die europäischen Agrarwender.

    22
    • Bauer Fritz sagt

      Und das Wichtigste hab ich fast vergessen:
      c) Schlappe 1,000.000 (in Worten: Eine Million) Fußballfelder weniger Rapsfläche als Bienennahrung.
      „Noch so ein Sieg (der Bienenschützer) und wir sind verloren !“ (frei nach Pyrrhus, 280 v.C.)

      19
    • Christian Bothe sagt

      Bauer Fritz, so ist es!!! Man kann also dem Schweinemäster nur empfehlen sich die Preisentwicklung von Soja anzuschauen und dann mit dem Handel Kontrakte zu machen,um die Eiweißlücken zu schließen. Betrifft sowohl GVO und non-GVO Soja (Milchproduzenten). Es ist genug im Angebot als Importware. Ebenso die Beschaffung der Rohstoffe für die Biodieselproduktion. Das Rapsöl kann ohne Probleme durch Palm-oder Sojaöl ersetzt werden wie wir wissen.Ist zwar alles bedauerlich trotz nachhaltigen Anbau in diesen Regionen, aber der Farmer und Biodieselhersteller muß in seinem Betrieb ordentliche DB erwirtschaften ,um weiter existieren zu können. Der EU,Grünen,NGOs und deren Vasallen sei Dank…

      0
  8. Thomas Apfel sagt

    Die angeblichen Auswirkungen des Pflanzenschutzes haben wir ja schon des Langen und des Breiten diskutiert. In Krefeld, der Mutterfläche für alle Insekten-Verschwinde-Feststellungen, hat der Pflanzenschutz definitiv keine Rolle gespielt. Wohl aber spielen Boden- und Blattherbizide eine große Rolle, wenn sie Randstreifen und Straßen-Begleitgrün treffen.
    Die Auswirkungen sind nicht sofort zu sehen, wohl aber langfristig. Ein Beispiel aus unserer Umgebung ist der Bestand an Schlüsselblumen im Straßenbegleitgrün. Auf Randstreifen, die nicht wie an anderen Teilen durch niedrige Hecken geschützt sind, haben in den letzten 10 Jahren Gräser die absolute Oberhand gewonnen. Stellen, die nicht vom Herbizid erreicht werden, haben hohe Besätze an Schlüsselblumen und anderen Dikotylen. Das zeigt eigentlich nur, dass die Herbizide auf dem Acker genau das tun was sie sollen: Den Kulturpflanzen einen Vegetations-Vorsprung vor den Unkräutern verschaffen ! Und ja, wenn sie auf Nicht-Ackerland treffen, verändern sie die Flora dieser Flächen. Deshalb ist die einzig wirksame Gegenmaßnahme eine gewisse Breite an Randstreifen nicht zu behandeln, d.h. stillzulegen. Das müssen wir auch tun wo immer es geht und um finanziellen Ausgleich kämpfen. Es ist aber die einzige Möglichkeit aufzuzeigen, dass es nicht Pflanzenschutz in den Produktionsflächen, sondern seine (vermeidbaren) Auswirkungen in den Randstrukturen sind, die tatsächlich Auswirkung auf die Pflanzenzusammensetzung und damit auch auf die Insektenvielfalt haben. Dem ist leicht Abhilfe zu verschaffen ohne den Landwirten wichtige Betriebsmittel generell zu verbieten, an der Akzeptanz müssen wir schon selbst mitarbeiten.

    6
    • bauerhans sagt

      hier wird noch der saugmäher im wegeseitengraben eingesetzt,da wachsen dann nur noch brennesseln.
      da,wo mal glyphosat verweht worden war,wachsen wieder kräuter,bis der saugmäher kommt.

      4
      • Thomas Apfel sagt

        Stimmt genau bauerhans! Wir haben auf Anraten der „Umweltschützer“ das einmalige Abspritzen der Zaunstreifen Ende Mai mit Glyphosat auf einigen Abschnitten unterlassen. Mit dem Resultat der Vergrasung und Verbuschung nach nur 4 Jahren. Wohingegen auf den behandelten Streifen jedes Frühjahr ein Vielzahl von einjährigen Ackerunkräutern blüht, also genau die Pflanzen, die z.B. für den Stieglitz und andere Feldvögel wichtig sind (Kreuzkraut, Taubnesselarten, Hirtentäschel, Ehrenpreisarten, Viola arvensis und tricolor, Ackergauchheil, Ackerschmalband usw). Den Zusammenhang kriegst du aber keinem Nicht-Landwirt verklickert, selbst wenn er davor steht und es sieht!

        3
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Schlüsselblumen brauchen trockene und magere Standorte, die waren mal in unserem Ort stark vorhanden, in einer Zeit wo das Gras eine Magerwiese noch finanziell zu verwerten war.
      Die kommen nicht wieder, weil deren ehemaligen Standorte die Verbuschung drohen.

      6
  9. oberländer sagt

    Zu Zeiten von Künastin und Co. dachte ich immer :
    Schlimmer geht nimmer .
    Diese Ansicht habe ich geändert :
    Schlimmer geht immer .
    Vor allem bei Kommunisten und anderem Ge***ks

    5
  10. Reinhard Seevers sagt

    Hans, hier ein zitat aus dem Textbeitrag zu Jenkes Experiment:

    „Hier einige Fakten zum weltweit viel zu hohen Fleischkonsum:
    -91 Prozent des Amazonasgebietes werden für landwirtschaftliche Nutztierhaltung abgeholzt
    -Über 80 Prozent der Ackerflächen weltweit dienen ausschließlich der Viehzucht
    -15.000 Liter Wasser werden benötigt für die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch
    -Schweine aus Haltungsform 2 leben unter unheimlichen Zuständen
    -88 Prozent des Fleisches im Supermarkt sind Billigfleisch
    -Weltweit produziert die Viehhaltung mehr CO2 als der Straßenverkehr“

    2
      • Reinhard Seevers sagt

        Tja, es steht da aber nun, allzeit im www und Millionen lesen das.
        Es ist wie das Murmeltier, das immer wieder grüßend durch die Medien rennt.

        1
    • Ulfrid sagt

      Fleisch gehört nunmal zu den kalorienreichen Nahrungsmitteln. Auch zusätzliche Verwertungsmöglichkeiten, wie Knochen und Haut, spielen dabei eine Rolle.
      Wenn wir uns die wachsende Weltbevölkerung ansehen, ist es doch nicht verwunderlich, dass dabei auf tierische Nahrung gesetzt wird.
      Das wir in unserer Wegwerfgesellschaft zuviel Fleisch konsumieren, ist doch unumstritten.
      Leider werden zu oft weltweite Ereignisse soforf zu unserem regionalen Problem gemacht.
      Landwirtschftliche Fläche,Pflanzenschutzmittel, Dünger usw. sind bei uns rückläufig.
      Wenn es einen weltweiten Trend, zu immer höheren Tierzahlen, gibt das auch einen Grund. Es muss einfach nur mal gefragt werden, „Warum ist das so?“.
      Immer mehr Menschen müssen ernährt werden. Nicht unbedingt hier. Aber wenn die Massai in Afrika ihre Rinderherden in die Nationalparks zum Grasen treiben, und dabei riskieren verhaftet zu werden, hat das auch einen Grund. Denen wäre z.B. die Haltungsform oder das Tierwohl absolut egal.
      Bei der Heuschreckenplage in Pakistan wird sich niemand über zu hohen Pflanzenschutzmittel-Einsatz beschweren, wenn dadurch die Ernten gerettet werden, oder sich über ein mögliches Krebsrisiko Gedanken machen.
      Wir haben ein Neid- und Luxus-Problem, und ein zu hohes Maß an Egoismus in unserer Gesellschaft.
      Daran sollten wir als erstes arbeiten.

      14
      • Brötchen sagt

        Fett ist kalorienreich nicht Fleisch….Fleisch ist zu 80 % Wasser!

        Kalorienreich ist Fett, Öl und Stärke Zucker.

        Fett kann pro Gewichtseinheit doppelt so viel Energie speichern wie andere Stoffe.
        Fettgewebe enthält nur ca. 20 % Wasser. Je weniger, umso besser ist die Qualität!

        5
      • bauerhans sagt

        die heuschrecken sollen mit laufenten aus china bekämpft werden,spritzmittel und geräte haben die gar nicht.

        0
    • BAUER ARM sagt

      Wir haben genügend Wasser zur Verfügung. Wir leben und bewirtschafteten den Gürtel des pflanzlichen Wachstums unseres Planeten. Hier, in unserer über mehrere Jahrhunderte entwickelten Kulturlandschaft, können wir mit der uns vertrauten, durch unser Wissen und die moderne Technik erlangten Fähigkeiten Erträge erwirtschaften, von denen andere Teile des Erdballs nur träumen können. Einerseits fehlt es dort an Wasser oder ertragfähigen Böden, andererseits auch an Wissen und Struktur. Warum in aller Welt, lassen sich realitätsfern gesteuerte Menschen (Politiker, Natur-, Tierschützer und weitere Idoelogen) dazu hinreißen, das das was die deutsche/europäische Landwirtschaft für die Ernährung des eigenen Volksstandes, und mit den Überschüssen auch für andere erbringen, als grundsätzlich schlecht und verachtenswert zu bezeichnen.
      Das soll einer, der lebenslang Nahrungsmittel produziert hat, begreifen können !?!?

      20
      • bauerhans sagt

        weils allen materiell saugut geht!
        die einen arbeiten täglich viel, andere gar nicht.
        der staat verteilt den wohlstand,sodass manche durch arbeit schlechter gestellt wären.

        6
      • Reinhard Seevers sagt

        „Wir haben genügend Wasser zur Verfügung.“

        Na, dann lass mal 6Monate nicht regnen, was dann los ist…..

        0
    • Jenkes Experiment mit dem Folgsempfänger auf Linie der Filmwirtschaft gebracht werden sollen und mit Jenke typisches Zahlenhäpchen gefüttert werden im Fake-check:

      ? „Hier einige Fakten zum weltweit viel zu hohen Fleischkonsum:“
      ! der „viel zu hohe“ Fleischkonsum, der bei Konsumenten entsteht mit Billig-Produkten überdosiert wurden, hat nicht einmal das Mittelalter Niveau in Deutschland erreicht.

      ? 91 Prozent des Amazonasgebietes werden für landwirtschaftliche Nutztierhaltung abgeholzt
      ! bei der für den Konsumenten leichtverdaulichen Zahl 91 ist schon ein Stellungsfehler: vermutlich meint der Experimentator 91 Prozent des abgeholzten Gebiets. Bei Billigst-Produkten fehlt natürlich eine zeitliche Entwicklung und belastbare Angaben

      ? 15.000 Liter Wasser werden benötigt für die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch
      ! selbst bei den offiziellen virtuellen Wasser Berechnern gibt es mehr Vielfalt als beim Jenke-Mono-Zahl-Produkt: 1 kg Rindfleisch aus US-Stall braucht 5.000 während ein indisches Freiland-Rindfleisch 20.000 Liter ‚benötigt‘ (aus ökologischer Perspektive ist die Berechnung mit virtuellem Wasser nicht wirklich sinnvoll)

      ? Über 80 Prozent der Ackerflächen weltweit dienen ausschließlich der Viehzucht
      in Deutschland dienen schon 20% der Ackerflächen dem Biokraftstoff; Baumwolle und pflanzliche Nahrung dürfte das Jenke-System nicht kennen

      ? Schweine aus Haltungsform 2 leben unter unheimlichen Zuständen
      ! die werden sicherlich unheimlich mit Zahlen gefüttert wie die von Jenke Versorgten in Haltungsform RTL 2

      ? 88 Prozent des Fleisches im Supermarkt sind Billigfleisch
      ! wenn die Teilnehmer des Jenke-Experiments aus der Online-Haltung frei in einen Supermarkt gehen könnten, dann würden sie feststellen, dass dem Jenke-Produkt eine transparente Preisangabe fehlt ab welcher Fleisch billig ist. Solange sie nur von Jenke versorgt werden fällt denen das natürlich auf.
      Gerade die völlig intransparenten Sugestat-Produkte, mit denen RTL 2 Konsumenten versorgt werden, sorgen ja für die wohl zunehmende Verdummung

      ? Weltweit produziert die Viehhaltung mehr CO2 als der Straßenverkehr“
      ! wenn die von Jenke Versorgten keinen freien Zugang ins Internet haben dann glauben die natürlich die doppelt so hohen CO2 Emissionen des Straßenverkehrs als die gesamte Landwirtschaft würde bei einer Eingrenzung auf Viehhaltung mehr CO2 produzieren als der Straßenverkehr.

      kurz: vor der unkontrollierten Wiedergabe eines Billig-Produkts, das für ein Experiment synthetisiert wurde, wäre es sinnvoll das Produkt einmal von einem Menschen prüfen zu lassen.

      6
        • Wenn Jenke & Co schlauer sterben möchten, dann können sie einfach einen Menschen fragen, der nicht von den sozialen Medien überinformiert wurde und mit ihnen gemeinsam Wikipedia & Co besuchen kann. Die staatliche Versorgung bspw. durch Arte die unter anderen die Suizid-Rate von indischen Bauern für besonders gierige Filmkonsumenten passend verfilmt hat ist sicherlich auch nicht besser, da durch die einseitige Filmsubventionierung bspw. französische Landwirte mit einer höher Suizid-Rat als indische Bauern belohnt werden (für D liegen wohl keine Daten vor)

          kurz: falls Jenke das wissen will, dann er es hier lesen (oder vorlesen lassen).

          1
      • Henner sagt

        leider wird immer vergessen das 60% der Agrarfläche Dauergrünland ist und dies nur für den menschliche Verzehr über Viehhaltung nutzbar ist.

        8
        • Eine anstrengende Unterscheidung der Agrarfläche in Acker- und Grünland ist bei den Retorten-Produkten, die nur Single-Zahlen in konsumfreundlicher Reihung produzieren können, sicherlich nicht finanzierbar.
          Wenn Jenke-Konsumenten auch noch mit geschichtlicher Veränderung, dass früher (bis sehr grob 1850) auch viel Forst-/Waldfläche zum menschlichen Verzehr über Viehhaltung genutzt wurde und die Qualität von Wäldern nach der Zahl der Schweine bewertet wurde, die ein Wald liefern kann, dann würden vermutlich zu viele Konsumenten aus der goldenen Online-Haltung flüchten und dem Werbe-Markt verloren gehen.
          Die Nährstoffkrise am Ende des 18. Jahrhundert als viele Wälder/Wiesen und Äcker im ursprünglichen Sinn ausgemergelt waren und mit fossilem Stickstoff/Salpeter die Grundlage für die heutige Überbevölkerung in Deutschland geschaffen wurde, wird von Geschichtsleugner auch gerne ‚vergessen‘

          In der Unterhaltungsindustrie wird bspw. noch immer über die Ursachen des historischen ‚Insektensterbens‘ (fachlich: Insektenrückgang) in Naturschutzgebieten spekuliert (und nie über den Tellerrand geschaut, um einen Vergleich mit dem Fischsterben im Bodensee zu ermöglichen) damit die Online-Konsumenten weiter billig unterhalten werden können, während hier bei Bauer Willi offen (schriftlich für TV- /Single-Zahl-Empfänger unverständlich) über die Ursachen aufgeklärt wurde. Im ähnlichen Experiment:
          „sceptics in the pub Artensterben“ (symbolisiert durch graue Masse + 2 Bier)
          ließ sich kürzlich nachweisen, dass Teilnehmer derartige schriftliche Aufklärung allenfalls – wörtlich – überfliegen können und in einer Diversitikationskrise leben.

          Herr Jenke wird ja praktisch nur als Darsteller benötigt, um den Online-Konsumenten das Produkt etwas menschlicher erscheinen zu lassen. Seine sog. ‚Fakten‘ (mit weniger Fehlern) könnte ebenso gut ein C64 produzieren.
          Mit der Werbung für teure landgrabbing (neudeutsch:BIO) Produkte lassen sich willige Konsumenten einfach besser melken, während Insekten in deren Heimat Dünger eingespart wurde sich nicht wie finanziell besser gestellte Tiere Nahrung zukaufen konnten.

          2
    • Bauer Leo. sagt

      Zum Wasserverbrauch : Meine fleischRinder trinken, und machen Urin auf die Weide. Und da sind rund 200 ltr/Quadratmeter draufgefallen letzten Winter. Verbrauch =null.
      Gestern hab ich ausgiebig geduscht, shampoo benutzt. Rund 100 Liter verseucht und verbraucht. Da ich Medikamente nehme und gerade ein paar Tropfen lassen musste sind da auch noch Rückstände von bei gekommen! Nochmal : Fleischproduktion verbraucht nichts!

      0
    • Friedel sagt

      Wissen sie wohl. Sie wollen dass möglichst viele Bauern ihren Betrieb aufgeben

      11
        • Reinhard Seevers sagt

          Den Verweis auf das Buch verstehe ich jetzt nicht ganz. Satire oder Belehrung?
          Gegenüber Wunder, die aus Amerika stammen bin ich immer äußerst skeptisch.😎

          1
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Der Kopp Verlag legt Bücher auf, die andere Verleger links liegen lassen.

          Manche Bücher sind interessant, manche Schrott, je nach Sichtweise.

          0
          • Reinhard Seevers sagt

            Ehemaliger, die Hintergründe des Koppverlages kennt man….meine Frage war eigentlich, warum ein Landwirt dieses Buch unkommentiert hier verlinkt. Sollte es Satire oder Belehrung sein?

            0
            • bauerhans sagt

              das buch ist von Gabe Brown,der ist einer der „herrgötter“ des neuen ackerns: wenig bearbeitung,viel fruchtfolge mit untersaat und einbindung der tierhaltung.

              0
              • nach einem nrdc.org Bericht (https://www.nrdc.org/onearth/how-did-farmer-brown-bring-his-dying-land-back-brink)
                „Brown now spends nearly as much time touring the country and spreading the regenerative agriculture gospel as he does working his land.“ zeigt sich auch wie sich herrgötter“ des neuen ackerns finanzieren:
                Single Brown: $1,500./Day Including Travel Days (Plus All Expenses)
                Paar Brown: $2,250/Day Including Travel Days (Plus All Expenses)
                … immerhin hat der Umstieg in die regenerative Landwirtschaft die Ursachen für die Missernten (3 Hagel- und 1-Schneestürme 1993-1997) an dem Ort verhindert und der (bis auf unbekannte Herbizide) Verzicht auf teure Chemie wird mit – wohl selbst für amerikanische Verhältnisse – teuren Produkten belohnt.

                0
        • Bauer Fritz sagt

          Angesichts von 60 Hektar pro Tag verbauter Agrarfläche in Deutschland liegt die Lieblingsbeschäftigung von Herr und Frau Deutsch wohl nicht im Lesen sondern darin „Wie aus fruchtbarer Erde toter Boden wird“.

          0
        • Automatische Werber die auf Produkte des Wissenschaftsverlags Koop verlinken ohne die Chance zu haben die Produktbeschreibung vorher(!) zu lesen, fällt natürlich der typische Filmplott des Buches nicht auf:

          „Gabe Brown hatte nicht vor, die Welt zu verändern, als er in die Landwirtschaft ging. “
          ! er ging vermutlich zum ehrlichen Geld Erwerb in die Landwirtschaft

          „Doch nachdem eine Reihe von Missernten seine Lebensgrundlage bedroht hatte, “
          ! vor dem Gang in die LW war seine Lebensgrundlage sichere Sozialhilfe und danach haben Missernten, womöglich durch den Einsatz von Herbiziden vor der Ernte was häufig zu Missernten führt, seine Lebensgrundlage ‚bedroht‘.

          „…begann er einschneidende Umstellungen vorzunehmen, die seine Familie und ihn einen verblüffenden neuen Weg erkunden ließen: die regenerative Landwirtschaft.“
          ! wenn die Landwirtschaft seine Lebensgrundlage sichern würde, dann müsste der Landwirt nicht in die Medienwirtschaft gehen, um dort Käufer zu verblüffen.

          Die kostenlose Variante des Koop Buches gibt es bei Wikipedia im entsprechenden Artikel

          0
      • Inga sagt

        Klar,
        Masse statt Klasse
        Können wir uns das Im ökoloischen Sinn nochleisten?

        0
  11. bauerhans sagt

    gestern 20.15 bei RTL „Jenkes Experiment“.
    da kannste sehen,wos langgehen soll.

    1
    • Inga sagt

      Heute im wdr in Quarks
      Ging es um weggeschmissene Lebensmittel, und wieviel ha man braucht, um diese anzupfanzen. Und wieviel CO2 man dafüt benötigt.
      Was das wohl kostet?
      Kann man sie für das Geld nicht nach Afrika verschiffen.?

      Warum ist menschliche Arbeit zu teuer, um die Verdorben Lebensmittel auszusortieren?
      Weil wir kein Respekt vor Lebensmittel haben?
      Die Ökologie wird dadurch belastet, nehmen wir uns zu wichtig?
      Leben wir über unsere Verhältnisse?

      0
      • Was das wohl kostet?
        ! Quarks & Co kosten meist um die 500 Euro/Minute

        Kann man sie [weggeschmissene Lebensmittel] für das Geld nicht nach Afrika verschiffen.?
        ! Ja. Der Müll, der so viele Fragen verursacht hat ließ sich sicher mit dem Geld nach Afrika verschiffen, aber es gibt internationale Abkommen die eine derartige Entsorgung verbieten.
        Der Export von Billigfleisch das in Europa nicht verkauft werden kann, weil hier mehr Filetfleisch gekauft ist auch nur bedingt hilfreich. Hilfreicher wäre es die hohen Lebensmittelverluste um die 50% beim Transport innerhalb von Afrika bzw. den dortigen regionalen Transportketten zu vermindern.

        Warum ist menschliche Arbeit zu teuer, um die Verdorben Lebensmittel auszusortieren?
        ! weil die Arbeit häufig unbezahlte Hausfrauen erledigen

        Weil wir kein Respekt vor Lebensmittel haben?
        ! Nein, ihre Gruppe dürfte schon ein Problem damit haben Lebensmitteln beim Essen auf Augenhöhe zu begegnen, wenn sie vorher Quarks & Co eingenommen hat

        Die Ökologie wird dadurch belastet, nehmen wir uns zu wichtig?
        ! es fehlt ihrer Gruppe ein älterer Mensch der in Ruhe eine Frage stellen und eine Antwort abwarten kann. Ihre Gruppe nimmt sich eher zu viel/ zu schnell, sodass nichts nennenswert wichtiges bleibt.

        Leben wir über unsere Verhältnisse?
        ! wenn alle aus ihrer Gruppe keine Chance haben in Ruhe eine Frage zu stellen, dann leben sie sicherlich über ihre Verhältnisse. Die Menschheit bzw. ihre Nachkommenschaft wird, wenn die fossilen Rohstoffe aufgebraucht sind, sicherlich auch weniger werden.

        0
      • Reinhard Seevers sagt

        Also früher, damals, als die Welt noch in Ordnung schien….da hat man einfach den Schimmelansatz am Brot abgeschnitten und den Rest gegessen. Heute geht es in die Tonne, komplett.
        Früher kamen Tiere, die sich ein Bein gebrochen hatten zur Notschlachtung und das Fleisch in die Freibank, kostengünstiger.
        Früher aß man als „Stulle“ eine Scheibe Brot mit einer Scheibe Wurst oder Käse, teilte die Scheibe und klappte sie zusammen. Heute ist das nicht genug, man muss mind. eine Unterlage, drei Scheiben Wurst und eine zus. Auflage in Salatform haben.
        Früher nahm man sich sein Essen selber mit auf die Baustelle, heute fahren die Jungs schon frühmorgens den Bäcker an und holen sich belegte Brötchen und Kaffee.
        Früher aßen wir Erbseneintopf mit Schweinepfoten und Schweineschwanz, kennt heute fast keiner mehr, geht nach China.
        Früher gab es am Bremer Hauptbahnhof eine einzige Wurstbude, heute wird man auf dem Weg vom Zug bis auf den Bahnhofsvorplatz von Fressbuden erdrückt….und alle haben etwas in der Hand. Ob die alle hungrig sind, und zu Hause nichts mehr haben?
        Früher gingen die Menschen so gut wie nie auswärts Essen, heute ist es für die meisten schon mind. wöchentlich Gewohnheit geworden. zu Hase vergammelt dann alles…….

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Auswärts wird fast immer an der Wurst und Dönerbude und bei IKEA gegessen.
          Würde dein letzter Satz stimmen, dann bräuchten nicht so viele Gasthäuser dichtmachen.

          0
          • Reinhard Seevers sagt

            Gasthäuser haben früher in unserer Gegend gar kein Essen oder max. die Bockwurst angeboten. Restaurants sind aus dem Boden gesprießt (Chinesen, Italiener, Griechen, Spanier etc.) und die sind mind. am Wochenende brechend voll.
            Gaststätten sind deshalb verschwunden, weil sie häufig eben nicht dem Wohlstandstrend des „Auswärtsessens“ nachkommen konnten. Keine ausreichende Küchenkapazität, keinen vernünftigen Koch, schlechte Lage etc. Vereine waren bei den meisten die sichere Bank für langfristige Etablierung. Da das Vereinswesen auch nachgelassen hat, sind auch die meisten Gaststätten verschwunden.
            Es gibt auch keine Bahnhofsgaststätten mehr (Ausnahmen bestätigen die Regel) früher haben die Kollegen ihr Salär am Freitag gleich in der Kneipe verprasst. Das Girokonto hat sie ausgelöscht:-)

            0
        • Stadtmensch sagt

          Wir brauchen noch jemanden (oder ein Plugin) der jeden Kommentar in „Schubladen“ stopft bzw. Kategorien zuordnet. Überall wo Erbsbrei, Soljanka, Hirsewurst, Kochbuch von Hedwig Heyl 1913, Dujardin oder 500l Alk usw. vorkommt, kann man dann unter :Rezepte oder „Lebensart“ nachlesen, was alles geht, wenn man nicht schon vollkommen verloren ist…

          😉

          Das Prinzip ließe sich dann auch locker auf Boden, Blut & Boden, Kommunismus, Grüne usw. übertragen…

          Die bauer-willi datenbank birgt mittlerweile sicherlich schon einen riesen Schatz an „Meta-Wissen“…

          1
        • Denim Engel sagt

          „Früher gab es am Bremer Hauptbahnhof eine einzige Wurstbude, heute wird man auf dem Weg vom Zug bis auf den Bahnhofsvorplatz von Fressbuden erdrückt….“
          Nein, das ist der neue Nord-Weg bis auf die Bürgerweide. In Richtung Innenstadt
          sind die Restaurants wie seit über 100 Jahren in den Seiten. Am Bremer Hauptbahnhof gibt es saisonal bedingte Losbuden und in den 1960er gab es etliche Imbisshäuschen, dafür gibt es heute neben dem unterirdischen Bunker noch einen Supermarkt in gleicher Höhe.

          „und alle haben etwas in der Hand. “
          Nein meist nur die Raucher & Kofferträger

          „Ob die alle hungrig sind, und zu Hause nichts mehr haben?“
          die dürfen seit einiger Zeit nicht mehr im Bahnhof rauchen

          „früher gingen die Menschen so gut wie nie auswärts Essen, heute ist es für die meisten schon mind. wöchentlich Gewohnheit geworden.“
          20% sind nicht die meisten; ca. 50% 1 x Monat oder seltener

          „zu Hase vergammelt dann alles……. “
          der Hase läuft auch in die falsche Richtung da sich gewohnte Auswärtsessen bequem in die Lagereinkäufe einplanen lassen. Die hohen Lebensmittelverluste mit denen etliche PR-Firmen ihre Kunden beliefern stammen ja gerade von Gaststätten, Mensen und Kantinen, da die Zahl der Gäste die das angebotene Futter auch essen/bezahlen wollen nicht so genau wie bei WG-Mitgliedern kalkuliert werden kann.

          Andererseits ist auswärts essen gehen (wenn es wirklich zu Fuß passiert) zumindest vom Prinzip eine Möglichkeit sein Geld ökologischer zu verlieren, da bei einem derartigen Essen relativ viel Geld in Dienstleistung statt Resourcen verloren wird. Konsequent durchgeführt lässt sich in der Wohnung sogar ein ganzes Arbeitszimmer inklusive Maschinenpark einsparen, wenn der Geiz nicht zum Heimwerken verleitet.

          Wie früher die Restaurants überlebt haben sollen, mit Menschen die so gut wie nie auswärts essen gingen, hängt vermutlich auch von der Richtung aus dem Bremer Hauptbahnhof ab.
          BMEL: „Und bei den Erwerbstätigen? Da bleibt die Brotdose oder Lunchbox der Klassiker: Mehr als die Hälfte, nämlich 56 Prozent, essen unter der Woche das, was sie sich selbst von zu Hause mitgebracht haben. 19 Prozent der Erwerbstätigen gehen in die Kantine, 13 Prozent holen sich schnell etwas vom Bäcker oder Imbiss, vier Prozent
          gehen zum Mittagstisch ins Restaurant.“

          Eigentlich ist die deutsche Bevölkerung dafür bekannt beim (auswärts) essen generell sehr sparsam zu sein

          1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.