Bauer Willi
Kommentare 27

Davon gibt es reichlich…

Dieses Buch muss ich mir kaufen. Warum? Wegen des nachfolgenden Satzes:

“Und was um Himmels Willen ist so attraktiv am Konzept des Leithammels, der uns das Denken abnimmt, oder des Influencers, der uns den einzig wahren Weg zeigt?”

Ich will doch mal erfolgreicher Influencer werden… (Ironie aus)

https://shop.falter.at/detail/9783218012881/dummheit?ref=785&gclid=EAIaIQobChMIqvqC-cud9AIVI4xoCR2umACQEAQYAiABEgLktfD_BwE

 

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27 Kommentare

  1. Thomas Bröcker sagt

    Ich weiß jetzt nicht, wer sich die Zeit genommen hat, das (relativ lange) Interview, das der Klaus Nüchtern mit der Autorin geführt hat, auch durchzulesen. Mich macht dasselbe durchaus neugierig. Die Frau Kastner hat als Chefärztin in einer Nervenklinik und Gerichtsgutachterin sicherlich schon einiges gesehen.
    Wenn Herr Nüchtern allerdings schreibt: …” Dabei vermeidet es Kastner, in die Falle der Selbstüberhebung jener zu tappen, die die Dummheit immer nur bei den anderen konstatieren” …, kann ich dem nicht so ganz folgen.: Frau Kastner sagt.
    “Ich habe mit 23 promoviert und bin jetzt 59, früher wurden die Leute durchuntersucht, dann kam eine Diagnose, und dann die Frage “Aha, so ist das, und was kann man da machen? Heute holt man sich eine zweite Meinung ein … Ich hab im Internet nachgesehen und weiß jetzt was ich habe und brauche”
    Ich kann mir schon vorstellen, dass es den “Göttern in Weiß” nicht passt, dass heute jeder an alle möglichen Informationen kommt. So lange man nicht beleidigt ist (auf beiden Seiten), kann solch ein Diskurs durchaus fruchtbar sein – zum Glück hält meine Hausärztin sowas aus.
    Ansonsten kann ich als Landwirt zu Frau Kastner nur sagen: Willkommen im Klub der “Experten” deren Wissen von “dummen Menschen aus Unkenntnis angezweifelt wird”.
    Das in Frage stellen der Deutungshoheit von “Experten” ist Bestandteil des digitalen Zeitalters, und das muss man aushalten und nicht weg “demagogisieren” ( sofern es dieses Wort gibt).

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  2. ““Und was um Himmels Willen ist so attraktiv am Konzept des Leithammels, der uns das Denken abnimmt, oder des Influencers, der uns den einzig wahren Weg zeigt?” ”

    Hoffentlich gibt es dann im Laufe des Buches eine Antwort . Mir erschießt sich die Attraktivität von Leithammel und/oder Influencer nicht. Aber ich finde es sachlich angemessen , dass die Autorin hier nicht gegendert hat 😎
    Mich hat in ablaufenden Jahr nur noch genervt, dass einige Menschen – ob gefragt oder ungefragt- betont haben, dass sie selber denken würden.
    Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis. Ehrlich gesagt wäre ich in vielen Fällen nicht darauf gekommen, dass diese Menschen überhaupt (nach)denken .

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  3. Thomas Bröcker sagt

    “Paradox ist, dass jeder, der über Dummheit spricht, voraussetzt, über den Dingen zu stehen, also klug zu sein, obwohl genau diese Anmaßung als Zeichen von Dummheit gilt” (Robert Musil 1937)

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  4. Obstbäuerin sagt

    Während meines Studium habe ich gelernt, dass ich auch über Literatur oder Bücher Auskunft geben muss, die mir absolut nicht gefallen. Da hab ich mich durch so manches Buch gequält aber ich konnte dann eine fundiertere Meinung dazu abgeben. Erst, wenn man sich einem Sachverhalt von unterschiedlichen Sichtweisen nähert, kann man sich auch ein besseres Urteil erlauben. Dabei können Influencer oder alternative Medien durchaus hilfreich sein. Genauso wie die Mainstreammedien, die leider immer einseitiger werden und kaum noch Meinungspluralismus zulassen und manchmal sogar Falschmeldungen ungeprüft übernehmen. Wenn dann noch die Möglichkeit besteht, das im Raum stehende mit den eigenen Erfahrungen abzugleichen, hat man die Chance, sich einer objektiven Wahrheit zu nähern. Das wird jedoch nicht davor bewahren, hin und wieder falsch zu liegen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Obstbäuerin, wie viele Menschen glaubst du gehen den von dir beschriebenen Weg auf der Suche nach der “objektiven Wahrheit”? 10%, 5%, 1%?
      Ich glaube in unserer multimedialen Welt geht es genau den entgegengesetzten Weg: ich suche mir die mir genehme Meinung aus der Blase, die mir am nächsten ist.
      Auch in der Vergangenheit waren Nachrichten oder Berichte immer auch einseitig. Die Vielfalt der Meinungen ist erst durch die elektronischen Medien möglich geworden…so wie auch die Verwirrung durch Überangebot an Information größer geworden ist.
      Und aus der Verwirrung wird schnell Angst, daraus Hass und daraus Gewalt, …..wie man auf den Straßen sehen kann.

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      • Obstbäuerin sagt

        Das kann ich so nicht bestätigen, Reinhard. Ich staune immer wieder, wie informiert einige sind, von denen ich es nicht erwartet hätte und umgekehrt. Noch vor 10 Jahren gab es durchaus kritische Sendungen im öffentlich Rechtlichen. Z.B. eine Sendung in der Reihe »Odysso« vom SWR 2012 zur Schweinegrippe und dem Agieren der Pharmaindustrie. Verwirrung ist zur Zeit tatsächlich ein Problem, dem abgeholfen werden könnte, wenn Zahlen und Fakten richtig erhoben und eindeutig kommuniziert würden. Allerdings hat sich in meinem Beispiel der Stadt Weimar schon etwas getan – insgesamt 15 (Patienten auf der Intensivstation) davon 7 ungeimpft und 7 geimpft. Es ist nur noch einer mit unbekanntem Impfstatus (Vorwoche von insgesamt 14 waren 10 unbekannt). Bayern und Hamburg haben die Zahlen ja auch sehr kreativ verwendet.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ich kann jetzt nicht den Zusammenhang erkennen, den du herstellst.
          Ich glaube auch nicht, dass es eine Korrelation zwischen “objektiver Wahrheitsfindung” durch Information und dem Impfstatus gibt.
          Wer zwei Jahre medialen Dauerfeuers bedurfte, um zu reagieren, der ist wohl eher einer anderen Erkenntnis, als der der “objektiven Wahrheit” gefolgt.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Echt jetzt?
              15. Es ist nicht genügend Impfstoff da

              Glaubt man Gesundheitsminister Lauterbach, hat sein Vorgänger „für das gesamte erste Quartal [2022] viel zu wenig Impfstoff gekauft“. „Die Mengen reichen“, so Lauterbach, „nicht, um die Booster-Impfkampagne zu fahren“. Und bei dieser Schätzung sind die zusätzlichen Impfdosen, die für eine Umsetzung der Impfpflicht wohl benötigt würden, noch nicht einmal mit eingerechnet.”

              Seriöse Wissenschaft. Der Unsinn ist doch längst als politisches Theater entlarvt worden.

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              • Obstbäuerin sagt

                Da hat er sich wohl auf die Mainstreammedien verlassen und es hat sich als falsch herausgestellt. Kann passieren. Die überwiegende Zahl der Argumente klingen jedoch sehr einleuchtend.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Obstbäuerin
              meine Schweigermutter ist Krebskrank und ihre älteste Tochter, also meine Frau hat das Vergnügen, sie zu den Untersuchungen im zuständigen, in 25 Km entfernten Krankenhaus zu fahren. Was glauben sie was es für eine Freude es ist, wenn sie kaum laufen kann und jedes mal eine negativen Coronatest vorweisen muss. Genau so muss sie einen Test vorweisen, wenn sie in KH das Bad besucht, was sie wegen ihrer Knochen dringend machen muss.
              Denken sollte man auch über den eigenen Horizont hinaus und zwar soweit, dass es außer sich selbst, auch noch andere Menschen gibt.

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              • Obstbäuerin sagt

                Das tut mir echt leid und ich weiß, dass aus Ihrer Sicht nur die Ungeimpften an dieser Situation schuld sind. Es wird von der Politik und den Medien ja auch so dargestellt. Krankheit mit Schuld zu verbinden, halte ich nicht für ratsam. Es sei denn, jemand steckt einen Mitmenschen absichtlich an. Da auch die Geimpften andere anstecken können, wie in meiner Familie passiert, ist die Impfung doch im Wesentlichen Selbstschutz vor einer schweren Erkrankung.

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        • Schorsch Summerer sagt

          Ja, es ist sehr ärgerlich und dem Thema nicht dienlich wenn die Zahlen so ungenau und manipulierbar rausgehauen werden. Aber über eines sollten wir uns doch bitte klar sein. Wenn 66% der Bevölkerung geimpft ist dann bedeutet eine 7 zu 7 Belegung im Krankenhaus eine doppelt so hohe Krankenzahl bei ungeimpften. Das sagt noch nichts über den Krankheitsverlauf aus und nichts über die Folgeschäden. Wenn 100% der Bevölkerung geimpft wäre dann wären auch 100% der Kranken Geimpfte. Der Fehler ist dass einige (und leider auch Politiker) glauben dass man als Geimpfter nicht schwer krank werden könnte. Und das ewige Leben beschert eine Impfung auch nicht. Jedes Leben endet leider tötlich. Vorzeitig sollte es halt nicht sein!

          Habe übrigens vorher noch die Nachrichten gehört wegen der neuen Einschränkungen nach Weihnachten. Mann bin ich froh dass die Landwirtschaft offenbar nicht zu den systemrelevanten und wichtigen Berufen gehört. Ich habe schon befürchtet das ich auf meinem Milchviehbetrieb noch besondere Vorkehrungen treffen müsste wenn unsere Familie wegen Corona ausfallen sollte!!!!

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  5. Reinhard Seevers sagt

    Dann doch eher dieses etwas sarkastische Buch über die Szene:
    https://www.amazon.de/Influencer-Die-Ideologie-Werbek%C3%B6rper/dp/351807640X/ref=asc_df_351807640X/?tag=googshopde-21&linkCode=df0&hvadid=501049219842&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=14667112372902536114&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9043626&hvtargid=pla-930336950070&psc=1&th=1&psc=1

    “Influencer: symptomatische Sozialfiguren unserer Zeit?
    In der Abstiegsgesellschaft scheinen noch einmal Aufstiegsträume wahr zu werden, der Spätkapitalismus hübscht sein Gesicht mit Filtern und Photoshop auf, mit einer revolutionären Form der Werbung komplettieren Instagrammer und Youtuber das Geschäftsmodell des kommerziellen Internets. Bei aller ausgestellten Modernität, so Nymoen und Schmitt, beeinflussen die Influencer jedoch noch in einer weiteren Hinsicht den Zeitgeist: Indem sie rückwärtsgewandte Rollenbilder, Konsumismus und rigide Körpernormen propagieren, leisten sie einem konservativen Backlash Vorschub.”

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    • Stadtmensch sagt

      Tja Reinhard, und nu? Der Plattformkapitalismus der digitalen Tech-Giganten ist doch eine schöne neue Spielwiese, um weiter wachsen zu können. Wie Werner Plumpe in “Das kalte Herz des Kapitalismus” schon sagt, es gibt eine Nachfrage und irgendwer findet Mittel und Wege, diese zu befriedigen. Also es gab schon immer das Bedürfnis nach Anerkennung und das Bedürfnis zur Nachahmung und Gruppenbildung, und das Muster hat sich in social Media in einer zeitgemäßen Form abgebildet.
      Es ist wie ein Jahrmarkt oder wie eine große Ausstellung. Du schaust (wenn du die Zeit hast dafür), was andere so machen und kannst dich inspirieren lassen. Sind ja nicht alles Schminktipps. Wenn ich mal nicht weiß, wie ich ein Handy reparieren kann oder wie ich ein HomeLab aufsetze, steige ich bei youtube ein und werde fündig. Bin froh, dass es da draußen so viele Leute gibt, die ihre Erkenntnisse auf diesem Weg einem breiten Publikum anbieten können. Dann gibts da noch Modellbahn-Nerds…herrlich. Ist doch viel besser als wenn sich alle wegen irgendwelcher Impfgeschichten auf die Nerven gehen?
      Also ein Leben ohne digitale Selbstvermarktungs-Plattformen ist möglich, aber vielen wäre es sicher eine herbe Einschränkung.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Alle Bereiche sind von der Individualisierung in Verbindung mit dem Kapitalismus beeinflusst.
        Reckwitz hat dies in “Die Erfindung der Kreativität” sehr schön herausgearbeitet.
        Es gibt kein Entrinnen, es sei denn, man stellt unser Wertesystem vom Kopf auf die Füße.

  6. Stadtmensch sagt

    Moin 🙂

    „Die Torheit tritt auf und spricht: Mögen die Menschen in aller Welt von mir sagen, was sie wollen – weiß ich doch, wie übel von der Torheit auch die ärgsten Toren reden –, es bleibt dabei: Mir, ja mir ganz allein und meiner Kraft haben es Götter und Menschen zu danken, wenn sie heiter und frohgemut sind.“

    Aus dem Wiki-Eintrag zu “Lob der Torheit”.

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  7. Reinhard Seevers sagt

    Buch und Autorin stehen jetzt aber in keinem erkennbaren Zusammenhang zur Fragestellung, find ich. Der blaue Satz ist lediglich ein Satz aus dem Kontext.🤔

    • Kann man dass buch mit Ulrich Wickerts Buch
      “Der ehrliche ist der dumme”
      vergleichen?

      https://www.ulrichwickert.de/buecher/der-ehrliche-ist-der-dumme/

      Ulrich Wickert, Moderator der “Tagesthemen”,
      macht sich in diesem Essay Gedanken über den Wertewandel in unserer Zeit. Er führt konkrete Beispiele aus Politik und Gesellschaft an, die verdeutlichen, daß Betrug zum alltäglichen Leben gehört. Er zeigt, in welchem Maße dieser Werteverlust unsere Gesellschaft belastet, und fragt nach Orientierungshilfen, die der Mensch in einer Zeit des Umbruchs dringend benötigt.

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    • Ein „erfolgreicher” Influenzer ( Konzept des Leithammels) hat viele Clicks.
      Ein guter bringt nach Diskussionen Lösungen durch Erkenntnisgewinn.

    • Thomas Bröcker sagt

      Ein Satz aus dem Kladdentext, Reinhardt. Kladdentext ist Verlagswerbung und soll, wie Schlagzeilen in der Presse, auf den Inhalt der Buches (Artikels) aufmerksam machen, mit dem tatsächlichen Inhalt hat das eine wie das andere oft wenig zu tun.

  8. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Werter Bauer Willi, wer hat die größte Angst vor Influencern!?

    Wohl das Genre von Journalisten, denen damit ein maßgeblicher Einfluss auf die großen Massen verlustig gehen könnte.

    Der gegenwärtige Meinungspluralismus ist für mich nur begrüßenswert, je mehr Influencer desto besser, weil damit mehr “Meinungskonkurrenz” entsteht. Halten sich selbige an die Regeln, ist das nur als positiv zu bewerten in einer freiheitlichen Demokratie, die wir hierzulande glücklicherweise leben dürfen.

    Unter dem Deckmantel dieser Meinungsfreiheit vereint sich allerdings sehr viel, deshalb ist ganz klar zu definieren, was zulässig ist und was nicht. Ein löchriger “Schweizer Käse” sollte dieses sehr hohe Gut jedenfalls nicht werden, hier gilt es rigoros Einhalt zu gebieten und einen Riegel vorzuschieben…

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    • Bauer Willi sagt

      @Wurzelwicht
      Ja und nein. Gute Journalisten recherchieren sorgfältig und trennen damit die Spreu vom Weizen. Influencer können ungefilterte Nachrichten verbreiten, ohne dass der Wahrheitsgehalt überprüft wird.
      Natürlich gibt es auch Influencer, die mit Quellenangaben arbeiten, aber die sind doch eher selten.
      Fakt ist aber, dass die Journalisten mit den Influencern im Wettbewerb stehen. Haben mir viele Journalisten genau so gesagt und ist auch logisch.

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  9. Bauherr sagt

    Oh sehr interessant.
    Ich glaube nicht, dass ein Influenzer anderen das Denken abnimmt sonders Stimmungen verbreitete die dann Reaktionen auslösen die im schlimmsten Fall zu Radikalisierungen führt.
    Wir hatte im Volk noch nie so viel Meinung in diese sucht sich Ventile zum Dampf ablasse.

    Ein „erfolgreicher Influenzer hat viele Clicks.
    Ein guter bringt nach Diskussionen Lösungen durch Erkenntnisgewinn.

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