Bauer Willi
Kommentare 92

Bio-Streuobst unter Druck

In Süddeutschland werden gerade Mails an Bio-Mostobst-Erzeuger verschickt. Darin steht sinngemäß:

Sehr geehrter Herr Bio-Apfel-Anbauer

Aufgrund der diesjährigen Bio-Apfelschwemme fallen die Preise. Ab sofort zahlen wir aktuell 16,50 €/100 kg incl. 10,7% Mwst für die Bio-Äpfel.

Mit freundlichen Grüssen

Safthersteller xy

Zum Hintergrund: Der Streuobstanbau wurde in Süddeutschland in den letzten Jahren massiv gefördert. Streuobstanbau wird meist extensiv betrieben. Um die Chance zu nutzen, eventuell höhere Erlöse als im konventionellen Bereich zu erzielen, haben sich deshalb viele Landwirte entschlossen, dieses Streuobst als Bio-Obst anzubauen.

Der Markt für Bio(most)obst ist begrenzt. Der letztjährige Preis lag bei 21,50 €/100 kg, bei langjährigen Verträgen bei 20,00 €/100 kg. Die mehrjährigen Verträge laufen noch zwei Jahre, die jetzige Preissenkung stellt somit einen Vertragsbruch dar. Die diesjährige Ernte ist eine gute Ernte, allerdings kann von einer Schwemme in Deutschland keine Rede sein.

Statt selber zu mischen, kaufen viele Verbraucher fertige Apfelschorle von Mineralwasserproduzenten. Diese wird aus Apfelsaftkonzentrat hergestellt. Dieses wird billig auf dem Weltmarkt eingekauft. Konzentrat aus Bio-Obst kommt mittlerweile auch aus China! Noch einmal: Bio-Obst aus China!

NGO und Politik kümmert dies all nicht. Der Streuobst-Anbau soll künstlich am Leben gehalten werden. In Volksbegehren wird er von NGO als Ziel formuliert.

Die Politik „fördert“ ihn mit Almosengaben („Schnittprämie“) und verbindet dies mit enormem bürokratischen Aufwand und entsprechenden Kontrollen. Alle sind zufrieden.

Der Landwirt trägt das volle Marktrisiko, das volle Produktionsrisiko und darf dafür noch einen Kontroll- und Vorschriftenwust über sich ergehen lassen.

Dies zur Info und all denjenigen ins Gebetbuch geschrieben, die nicht verstehen wollen, dass der Bioanbau  genau den gleichen Gesetzmäßgkeiten des Marktes folgt wie der konventionelle Anbau.

 

 

(Aufrufe 3.824 gesamt, 1 heute)
5

92 Kommentare

  1. bauerhans sagt

    Bauer Willi,die Schweinepest ist da,der preis heute schon um 20% gefallen!
    fallobst interessiert nicht mehr.

    2
    • firedragon sagt

      bauerhans, es gibt bis jetzt erst einen Fall und da geht der Preis für Schlachtschweine schon runter ?
      Ich schätze, im Laden wird man nichts merken.

      2
        • firedragon sagt

          Danke für’s Lesen, Brötchen. Meine nächste Frage wäre, ob BB das Gleiche, wie die Belgier durchzieht. Wegen den angesprochenen Zäunen von Ferkelhebamme – stehen keine Wildzäune zu Polen ? Dachte da stehen welche.

          0
            • Brötchen sagt

              Ja der wird wohl kontrolliert, wer mit einem Netz schonmal gearbeitet hat weiss, was das heisst. Wenn die Schweine wollen, rennen die da durch. Besser als nichts, auf alle Fälle. Wer an der oder Mal war, mit altarmen und Schilf, der weiss, die hält man eigentlich nicht auf. Oder man muss richtig dran arbeiten und dafür hat keiner Geld.

              0
            • firedragon sagt

              Ferkelhebamme, danke für den Link. Bekommen die Behörden hoffentlich schnell und sicher auf die Reihe. Der stille Alarm gestern, war bei uns ein voller Erfolg 😇.

              1
              • Brötchen sagt

                Eigentlich müsste da die Bundeswehr und die Polizei schon voll dabei sein. Aber eher die ausschlafen ist das alles gegessen. Bin da skeptisch.

                Die Tschechen hatten ja Polizeitrupps mit Nachtsicht im Einsatz, hatte ich gelesen damals.
                Ansonsten. Kriegt man das nicht auf die Reihe.

                0
                • firedragon sagt

                  Ob Polizei und Bundeswehr für einen solchen Einsatz zugelassen sind?

                  0
                • Brötchen sagt

                  Nein, die dürfen nur im Katastrophenfall.

                  Ist ja keine Katastrophe, sind doch nur kalkuliert 2mrd. Schaden.

                  Wenn das richtig durchzieht, dann kommen da Dinge noch, daran denkt jetzt noch keiner.

                  0
                • firedragon sagt

                  Dein „Nein“ ist ja seeehr aufbauend.
                  Bleibt nur zu hoffen, dass das „Wenn“ nicht eintritt…

                  0
      • Ferkelhebamme sagt

        Der asiatische Markt macht zu, Schiffe müssen umkehren. Die Schlachter fahren runter. Fette 20 Cent weniger, Ferkel 12,-, rückwirkend zu gestern. Und die Corona-Preise waren schon nicht kostendeckend. Nächste Woche wahrscheinlich noch weniger. Katastrophe.
        Und sie wollen erst Montag anfangen, Zäune zu ziehen. Ist ja Wochenende

        1
        • Brötchen sagt

          Haben wohl kein Personal und der Zaun reicht wohl nicht.

          Ich vermute die sind auch ausgelaugt, was Corona betrifft und die haben keinen Bock nun auch schon wieder loszurennen und die ungeliebten Schweine zu „retten“.

          0
          • Brötchen sagt

            Nö das ist unvollständig und sowieso schon lange von Bundesebene festgelegt worden.
            Ernteverbot z.B.
            In der Kernzone wird tabula rasa gemacht und das zu schaffen ist in D. sehr schwer.

            Das Problem bei der ASP ist nicht die Krankheit an sich!

            Das Problem ist, wenn sich das festsetzt, kriegst Du das nicht mehr raus, vor allem beim Wildbestand.

            In BB unmöglich, bei dem Gelände und der dünnen Besiedlung.

            Es ginge schon, aber das ist dann nicht lustig und das werden die Tierschützer nicht mitmachen.

            0
          • Ich kenne einen Fall aus den 70igern, da ist Krankheit so im September entdeckt worden und sehr wahrscheinlich durch die Kontamination des Strohes auf dem Feld durch Wildschweine passiert sein. Der gesammte Bestand in dem Stall wurde gekeult.

            0
      • Nur wenn er hoch geht spürt man es da.

        Als in Radio aus alles Sendern gemeld4et wurde, dass muß im Sommer 2006 gewesen sein, dass in Brandenburg (Deutschlands Streusandbüchse) der Getreideertrag wegen der Trockenheit niedriger ausfällt, da zogen die Brötchenpreise überall an.
        (und die Bauern waren nach ihrer Meinung Schuld die kauften sich davon große Traktoren)

        So lässt sich der Kunde täuschen!?!

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Steigende Brötchenpreise wurden immer, mit einem steigendem Mehlpreis begründet.
          Als dann man der Mehlpreis sank,habe ich einen Bäcker gefragt, ob jetzt die Brötchen billiger werden, sagte der nur, der Mehlpreis ist unbedeutend.

          1
          • Wir werden doch alle verarscht, die machen was mit uns sie wollen,

            da hat Bauer Willi Recht

            Verbraucher rund Bauern sitzen in einem Boot!

            0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Der Teslakurs ist auch gefallen, eine Katastrophe nach der anderen.

      Ich schreibe dies nur, weil manchen der Mostobstpreis auch egal ist.

      0
      • firedragon sagt

        Vielleicht geht ja der Preis für Schlachtrinder/Bullen etwas hoch, das würde zumindest die Viehhalter mal freuen.

        0
        • Brötchen sagt

          Drachen Rinderpreise sind eigentlich rel. stabil. Glaube ich nicht, dass das beeinflusst wird. Eher kommen, die auch unter Druck, weil wenn es der Schlachtindustrie schlecht geht, dann hängen da fast alle mit drin usw….das ist alles ziemlich verflochten.

          Es gibt dann ein Überangebot von sehr günstigen Schweinefleisch und da wird man ganz sicher teures Rindfleisch verarbeiten.

          Wenn die Krise durch ist, geht das alles wieder durch die Decke.

          0
  2. brouss sagt

    Die ganzen Fruchtsäfte sind eh nicht gesund, weil sie viel Fruchtzucker enthalten.
    Sollte man im gesundheitsorientierten Bio-Bereich gar nicht anbieten.

    Ich überlege zur Zeit eine Trocknung für Gemüse zu bauen, da müsste dann doch auch Obst trocknen können

    0
  3. Einfacher Bürger sagt

    Beim Golfen ist auch nichts verdient und die Biodiversität ist bei der Apfelanlage besser. Mit Ironie besser zu ertragen Nahrungsmittel müssen billig bleiben alles andere ist verlogen. Egal ob biologisch oder konventionell.

    0
  4. Thomas Apfel sagt

    Das Streuobst leidet ganz allgemein unter einem Wirtschaftlichkeitsproblem. In den Niederschlags- reicheren Südregionen unseres Landes bei höheren Erträgen vielleicht weninger als bei uns im Norden. Der Ertrag halbwegs gepflegter Streuobst- Apfelbeständen liegt hier bei 6 – 8 to/ha im Mittel. Da lässt sich toll über Biodiversität schwätzen, Erhaltung durch Nutzung ist von den Zahlen her witzlos. Bei uns werden mittlerweile 5 Jahre Aufbaupflege mit finanziert (bei EuA-Maßnahmen). Die Forderungen nach „pestizidfreiem Anbau“ konterkarieren jeglichen wirtschaftlichen Erfolg. Die kleinen Mostereien hier zahlen lieber dem Bio-Bauern für sein halbwegs gesundes Fallobst (aus intensivem Anbau) 30 Cent je Kg, als sich mit vermadetem, angefaultem Streuobst herumzuschlagen. Auch die Mosterei unseres Vertrauens ist immer ganz froh, wenn sie am Ende der Saison halbwegs aromatisches und vor allem Zuckerhaltiges Fallobst aus unserem Intensivanbau bekommt.
    Wir machen spezielle Mischungen aus Jonagold, Braeburn, Boskoop und Glockenapfel. Die Säfte liegen bei Verkostungen in Berlin immer auf den vorderen Plätzen. Trotzdem lässt der Absatz nach, von ehemals 30.000 Flaschen auf inzwischen 5.000 – 6.000 Flaschen. Die Billigheimer – Angebote tun schon ihre Wirkung.

    2
    • Smarti sagt

      Bei uns hat das Weideland auf jedem Pachtvertrag ( Kirche, Gemeinde ) die Klausel, dass abgegangene Bäume ersetzt werden müssen. Bei den privaten Verpächtern ( die das Obst ja selber ernten könnten ) ist es verschieden, da fragen wir nach ob sie junge Bäume wollen bzw. wer dieses Jahr erntet. Je heisser die Sommer werden, desto besser sind viele Bäume für das Weidevieh, macht ja auch optisch was her. Das sind natürlich die Buckelwiesen, die schwierig zu heuen sind, nicht die Mähwiesen.
      Dieses Jahr haben wir junge Bäumchen bei der Gärtnerei in unserer Gemeinde bestellt, weil die Jungbäume, die von NABU gesponsert werden eine echt schlechte Qualität haben. Die Gärtner erzählten mir dann, dass Gemeinde und NABU ihre „Naturschutzbäumchen“, die mit Spenden ansässiger Firmen bezahlt werden, aus Polen holen. Nicht mal das Kindergartenbäumchen, das der Bürgermeister gepflanzt hat durfte der Gärtner/ Nachbar liefern.

      2
    • @T.A.
      Richtig ist, dass der Apfelsaft in der Verbrauchergunst nach Jahren des Anstiegs nun wieder zurückgeht. Hier konkuriert er nun mal mit Orangensaft und Co. und es besteht schlicht eine gewisse Volatilität. Hinzu kommt natürlich aktuell die Ausnahmesituation durch Corona.
      Das mit dem „vermadetem, angefaultem Streuobst“ will ich mal überlesen.
      Die Erträge sind bei uns in BW deutlich höher und bei 20.-€/dt wäre Streuobstbau durchaus lukrativ. Die Verträge, die Willi in seinem Beiträg erwähnt hat, und die nun leider gebrochen wurden, haben den Streuobstanbau bei uns stimmuiert undauch dazu geführt, dass entsprechende Pflege und Nachpflanzungen vorgenommen wurden. Wenn die Wirtschaftlichkeit des Streuobstanbaus einigermassen gegeben ist dann bringt das dem Erhalt des angeblich gewünschten Streuobstanbaus mehr als alle (hirnrissigen) Förderprogrammen aus den Thinktanks des NABU und CO und ihrer politischen Follower. Allerdings wären dann diese Thinktanks überflüssig, deshalb interessieren diese sich auch nicht für die Wirtschaftlichkeit des Streuobstanbaus!

      1
      • Einfacher Bürger sagt

        Bei uns in der Gegend ist mal Apfel-Schwemme und mal Totalausfall was auch bei der Streuobstpflege völlig normal ist. Ob 20 € reichen die Grundstücke zu pflegen. Ich bezweifle das.

        0
        • „mal Apfel-Schwemme und mal Totalausfall“ Das nennt man Alternanz und ist typisch für den Streuobstanbau. Bei uns in der Gegend haben die 20.-€ Verträge durchaus dafür gesorgt, dass sich auch jüngere Leute wieder für den Streuobstbau interessieren, diese haben sogar nicht unerhebliche Investitionen dafür getätigt.

          0
      • Thomas Apfel sagt

        Hallo Mark,
        mit welchen Erträgen rechnet ihr im Durchschnitt ? Welcher Pflegeaufwand wird betrieben ?
        Meine Angaben beziehen sich auf die ungepflegten „Streuobstwiesen“ hier bei uns. Das“ Obstparadies Staufen“ (Breisgau) liegt nach meiner Querrechnung auch nicht über 6 – 7 t/ha. Dasselbe gilt für die „Pflanzenschutz freien“ Anlagen von Bannier in Olderdissen bei Bielefeld und die Pflanzenschutz frei bewirtschafteten Obstwiesen in Burg Stargard. Selbst bei 30 t/ha und 20 Cent bleiben bei Vollkostenrechnung max. 1.500 €/ha übrig. Dafür ist der Aufwand zu hoch. Jürgen Krenzer von der Apfelinitiative Rhön gab auf der Berliner Streuobstkonferenz 2019 26 Cent als nicht kostendeckend an. Ich würde das Thema persönlich erst ab 30 Cent anfassen, dann aber MIT Minimal-Pflanzenschutz und alte Sorten sortenrein.

        0
        • Hallo Thomas,
          traditionell ist das Streuobst, zumindest in unserer Region, ein „Zweinutzugstyp“. Da ist zum einen die „Obernutzung“, nämlich das Obst, und die „Unternutzung“ nämlich der Grasertrag zu Futterzwecken. Als das Futter noch eine wichtige Rolle spielte, wurden die Bäume weiträumiger gesetzt, z.B. 12x14m oder noch weiter. Da hat man dann zwangsläufig niedrigere ha – Erträge, was aber keine Rolle spielte. Heute wurden solche Flächen, sofern sie noch ernsthaft bewirtschaftet werden, quasi nachverdichtet. Der Grasaufwuchs wird nicht mehr verfüttert, sondern gemulcht (meist 2mal jährlich) und stellt die einzige Form der Düngung dar. Pflanzenschutz wird bei uns im Bio-Anbau keiner betrieben, übrigens in Vorbiozeiten auch nicht. Das Obst geht zu 95% in die Saftherstellung, nur wenige Sorten sind als Tafelobst geeignet wie z.B Brettacher oder mein persönlicher Favorit, die Gewürzluike. In guten Beständen (Massenträger bei uns z.B. die Sorte Engelsberger) kann man bei uns bisher durchaus 30-40 to/ ha ernten, also im Schnitt der Jahre Alternanz mit eingerechnet. Deine Berechnung der Vollkosten kann ich nicht nachvollziehen. Bei 30 to Ertrag und 20.-€/dt habe ich 6000.-€ Einnahmen. Wenn „nur “ 1500.- €/ha übrig bleiben (Gewinn/ha), dann hättest Du Kosten in Höhe von 4500.-€/ha. Das erscheint mir sehr hoch. Mit unserer bescheidenen Technik (Seilschüttler, SF1000, Verleseband) schaffen 2 Personen im Schnitt 10to am Tag (200€ Personal, 60€ Technik). Kosten fürs mulchen 2×30.-€/ ha. Baumschnitt, Nachpflanzungen etc. würde ich mit 300.-€/ha verbuchen. Grob gerechnet komme ich auf Kosten von 1300.-€/ha. Ich hoffe mal, ich hab zu dieser späten Stunde (24 Uhr) nichts vergessen…

          0
          • Thomas Apfel sagt

            Hallo Mark,
            Danke, das hilft mir ein ganzes Stück weiter. Bei Euch reichen die Niederschläge für Gras und Baum. Das ist ja auch historisch gewachsen und bei Euch ist das ein Standbein mehr für die, die das ernsthaft betreiben, wenn ihr das so kostengünstig hinkriegt.
            Wir haben hier als Gegebenheit, dass es traditionell kaum Streuobstwiesen gibt. Meist stehen noch ein par Hochstämme an Straßen und Wegrändern, ansonsten stand das Obst (auch 12 X 10 m) hinterm Hof, und dazwischen wurde bearbeitet, Mist hingekarrt und Gemüse und Kartoffel angebaut. Da waren die Hochstämme dann halt mitversorgt.
            Es sprießen hier aber Initiativen wie Pilze aus dem Boden, die neue Wiesen (meist auf ungeeigneten Flächen) anlegen wollen, und das auch tun. Aus meiner Sicht wirtschaftlich aussichtslos. Pflanzenschutz braucht man möglicherweise auch bei uns nicht, (Wickler geht ja mit Verwirrung zur Not auch) Düngung und Zusatzwasser braucht man zu allermeist aber ganz sicher.
            Was macht ihr in Bezug auf Blütenstecher ?
            Wenn man den Biodiversitätseffekt von Streuobst auch bei uns haben will und trotzdem wirtschaftlich bleiben will, geht aus meiner Sicht nur die Kombination mit extensivem Mostobstanbau (mit Bio-Spritzung) auf M 25 mit rund 300 Bäumen/ha.
            Ich habe es hier mit einer Initiative zu tun, die Berlin mit Säften und Schorlen aus Brandenburger Streuobst beliefern will. Deren Hauptproblem ist die unsichere Versorgung mit Rohware (kommt derzeit meist aus Hessen).
            Ich denke der Anbau auf richtigen Streuobstwiesen gehört in Eure Gegend, ist ja nicht aus Versehen auch ohne NABU und sonstige Initiativen dort verbreitet.
            Eigentlich würde ich mir das bei euch gern mal ansehen. Kann man da mal auf 1 – 2 h vorbeigesegelt kommen ?

            1
            • „Bei Euch reichen die Niederschläge für Gras und Baum.“ Das war bisher so, aber spätestens seit 2018 haben wir auch permanenten Wassermangel mit der Folge, dass massiv vorallem ältere Bäume absterben. Was uns fehlt sind vorallem auch die Winterniederschläge, die dann auch tiefere Bodenschichten wiederbefeuchten.
              PS: über das vorbeisegeln können wir gerne reden, ich ruf Dich mal an

              0
            • Noch zum Blütenstecher: Da machen wir ebenfalls nichts. Bei starker Blüte ist ein gewisser Ausdünnungseffekt sogar vorteilhaft, problematisch wirds nur bei schwacher Blüte. Durch die gemischte Sortenwahl von Früh- und Spätblühern kann man das Risko etwas streuen. Ausserden sorgt die m.E. starke Alternanz im Streuobstbau dafür, dass sich die Blütenstecher nicht zu stark vermehren.

              0
              • firedragon sagt

                Eine Zwischenfrage, da ich vomObstbau nichtwirklich Ahnunghabe, heißt der Schädling Blütenstecher oder ist das ein Oberbegriff ?
                Können bei Befall die Blüten nicht zu Früchten reifen oder gibt es Krutzelfrüchte ?

                0
                • Der Blütenstecher ist ein Schädling (Rüsselkäfer). Hier noch eine offizielle Erklärung der Schadensbildung:
                  „Mitte März findet man kleine Löcher an den Knospen (Reifungsfraß), verursacht von den überwinternden Käfern. Die Eiablage erfolgt ziemlich früh im Grünknospenstadium, bei schlechtem Wetter entsprechend verzögert. Sie zeigt sich an punktförmigen Nagestellen aus denen häufig eine bräunliche Flüssigkeit austritt. Befallene Blütenknospen entwickeln sich infolge des Larvenfraßes nicht weiter. Die Blütenblätter vertrocknen und bilden ein charakteristisches braunes „Köpfchen“.
                  Der Blattfraß der geschlüpften Käfer ist unbedeutend.“

                  0
      • Nix für ungut, wer hat denn die Streuobst-Aufpreisvermarktung mit fairen Preisen erfunden – Landwirte oder Naturschützer? Es war 1987 der BUND in Ravensburg und Markdorf. Wenn heute sprich 2020 im Kreis LB/Enzkreis bei Ensinger und im Schwarzwald-Baar-Kreis bei Bad Dürrheimer 20 Euro/dz für kontrolliertes (Hochstamm, keine synthetischen Pestizide, Nachpflanzgebot, Kontrollen…) Streuobst wohlgemerkt ohne EU-Biozertifizierung bezahlt wird – von wem gingen die Initiativen dafür aus genauso wie bis heute in Oberschwaben mit 24,90 Euro/dz für Bio-Streuobst? Schade, daß diese guten, sogar schon vorbildlichen Kooperationsprojekte von Naturschutz und Landwirtschaft nicht bekannt sind oder-und argumentativ nicht berücksichtigt werden. Die Wirtschaftlichkeit des Streuobstbaus ist ein ureigenes Anliegen der Umweltverbände – sehr viel ausgeprägter leider als dasjenige der Bauernverbände. Ich erlaube mir den Hinweis auf folgende Internetseite – insbesondere auch mit den Resolutionen der Streuobst-Aufpreisvermarkter und deren Forderungen, wo Rentabilität immer eine zentrale Rolle spielt: http://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/streuobst/vermarktung/00438.html

        0
  5. Paulus sagt

    „Konzentrat aus Bio-Obst kommt mittlerweile auch aus China! Noch einmal: Bio-Obst aus China!“
    Was bitteschön ist denn an dem Bioobst aus China schlechter als an dem Bioschwindel aus der EU? Jetzt bin ich aber gespannt!

    0
    • Stadtmensch sagt

      Immer diese libertäre Heuchelei. Wie bei diesem Typ (war Thema hier im Blog):
      Lebt ganz gut davon, die Massen mit Billigfraß zu versorgen und für den eigenen Gaumen kommt nur Zeugs aus der eigenen Gebirgsjagd in Frage.

      Zitat:

      „Essen ist viel mehr als essen. Es geht nicht nur um Energieaufnahme, es geht um Kultur. Was man isst – oder eben nicht isst –, zeichnet einen aus. Es ist in meinen Augen dem Konsumenten überlassen, zu entscheiden, was er essen will.“

      „Dann Hand aufs Herz: Tut es Ihnen nicht weh, wenn Sie ein brasilianisches Feedlot betreten?
      Nein. Ich kann doch niemandem vorschreiben, dass sie oder er kein Fleisch essen darf. „

      0
    • @Paulus
      Es hat schon seinen Grund, warum (wohlhabende) Chinesen scharf sind auf Lebenmittel aus der EU, übrigens besonders aus Deutschland. Die zahlen z.B. gerne horrende Preise für einwandfreie deutsche Milchprodukte statt den gepanschten chinesischen Milchprodukten den Vorzug zu geben. Aber wir dürfen gerne glauben, dass die Chinesen nur hervorragendes Bioapfelsaftkonzentrat nach Deutschland schicken…..

      3
      • Paulus sagt

        Mark, die Sache mit den Milchprodukten, insbesondere was die Babynahrung betrifft ist mir bekannt.
        Ich vermute aber mal, dass die namhaften Safthersteller, genau so wie die Marmeladenfritzen von jeder aus China oder sonst woher gelieferten Charge erst mal Proben ins Prüflabor schicken. Das ist in der Industrie, zumindest im außerlandwirtschaftlichen Bereich grundsätzlich üblich, egal um welchen Lieferanten oder welche Vorprodukte es sich handelt. Das fordern z.B. schon die Versicherer von wg. Produkthaftung, Vermeidung evtl. Prozessrisiken etc. Ist jetzt sehr vereinfacht dargestellt.
        Deshalb hat die Story mit dem Spinat bei mir schon Kopfschütteln hervorgerufen. Gerade die LM-Verarbeiter, die in einem sensiblen Geschäft unterwegs sind, sollten sich doch ihrer Risiken bewusst sein.

        0
        • „Das ist in der Industrie, zumindest im außerlandwirtschaftlichen Bereich grundsätzlich üblich, egal um welchen Lieferanten oder welche Vorprodukte es sich handelt.“ Echt jetzt, warum gibt es dann z.B. schwermetallbeslatetes Spielzeug auf dem deutschen Markt?? Ich gehe mal fest davon aus, dass einheimisches Konvi-Konzentrat vertrauenswürdiger ist als chinesisches Bio (auch wenn es sich nach einem Vorurteil anhört). Ob zertifizierte Ware aus China zu 100% nochmal analysiert glaube ich kaum. Bei den Stichprobenkontrollen der EU wurde 2019 jede 6. Probe (aller chinesischen Lebnsmittelexporte in die EU) wieder zurückgeschickt. China ist weltweit der mit großem Abstand größte Exporteur von Apfelsaftkonzentrat. Das Schlimme ist, dass die Herkunft des Konzentrates legal verschleiert werden kann und nicht als Chinaware gekennzeichnet werden muss!! Wo bleiben denn hier die Gutmenschen des NABU???

          1
          • Paulus sagt

            Mark, das mag ja alles sein. Fest steht nur, wenn ich mit einem „spezifizierten“ Qualitätsversprechen um die Ecke komme und das nicht einhalte, kann ich mich de jure nicht damit herausreden, dass irgendein Vorlieferant die Qualitätsnorm nicht eingehalten hat.
            Wie mir scheint, gibt es da im LM-Bereich noch ganz erhebliche Lücken.

            0
          • Die „Gutmenschen des NABU“ fordern – auch in Gesprächen mit dem VdF und dem BMELV – schon seit vielen Jahren, daß auch die Herkunft von Konzentrat gekennzeichnet werden soll. Wir haben also Konsens. Bitte mehr auf Kooperation setzen!

            0
  6. Ich bin selber Obstbauer. Ich habe meinen Erntehelfern verboten Äpfel, die heruntergefallen sind aufzuheben. Die Bewegung des Apfelaufhebens kann ich durch den Verkauf der Früchte an die Mosterei nicht bezahlen. Seit Jahren fällt der Preis für das Fallobst so tief, bis in Polen keine Äpfel mehr aufgesammelt werden. Und dort bekommen die Ukrainischen Wanderarbeiter ca. 3 Euro Stundenlohn.

    0
  7. Manches stimmt, manches nicht. Es stimmt und ist ärgerlich, daß mind. eine Kelterei vertragsbrüchig werden und weniger auszahlen will als die schriftlich vereinbarten 20 Euro/dz. Da sind viele „dran“. Es stimmt aber z.B. nicht, daß Apfelschorle immer mit ASK (Apfelsaftkonzentrat) hergestellt wird. Es gibt viele Apfelschorle mit Direktsaft, auch im konventionellen Bereich, im Bio-Bereich erst recht. Die Erhaltung der Streuobstbestände, sogar ihre Ausdehnung um 10% ist Bestandteil der von CDU/CSU-SPD 2008 verabschiedeten und seither bestätigten und konkretisierten Nationalen Biodiversitätsstrategie, also offiziell-amtlich und nicht „nur'“ das Ziel irgendwelcher NGOs. Die kritisierte Schnittprämie gibt es (leider) nur in BW und geht dort ausdrücklich auch an Nicht-Landwirte, weswegen das Land keinerlei EU-Cofinanzierung erhält. Die Nachfrage war so groß, daß das Land den jährlichen Förderbetrag nochmals so erhöht hat, daß nicht nur 400.000 Bäume, sondern fast 600.000 Bäume gefördert werden. Bei den Bewirtschaftern kommt das sehr gut an.

    1
    • Bauer Willi sagt

      @Markus Rösler
      1. es steht da nicht, dass Apfelschorle immer mit ASK hergestellt wird.
      2. sagte mir ein Mostobstanbauer, dass die Schnittprämie ein Almosen ist
      3. gibt es eben auch eine „Überförderung“ wie Sie es ja selbst sehr anschaulich beschreiben. Da spielt es keine Rolle, welche Partei oder welche NGO dafür verantwortlich zeichnet. Keiner kümmert sich um den Markt. Wie so oft.

      Sie verwalten wohl die Homepage http://www.streuobst.de. Interessant, wer sich dahinter verbirgt…

      0
      • firedragon sagt

        Willi, verbergen tut sich niemand. NABU steht groß drauf und wer will kann sich dort Infos rauslesen oder es sein lassen.

        1
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Herr Rösler,

      die 30 Euro, die es in BW für die 2 Schnitte in 5 Jahren gibt, ist ein Almosen, ich habe Erfahrung damit, was es für eine Arbeit macht.

      EL, staatlich geprüfter Baumwart.

      0
      • Ist der Staat dazu, eine100%-Förderung zu tätigen – das meinen Sie ja sicherlich auch nicht. Wenn Sie „Almosen“ schreiben, bedeutet das ja, daß Sie mehr als die 30 Euro als sinnvoll-erforderlich ansehen. Dann müssten Sie aber auch sehen, daß wir in BW immerhin als erstes und bisher immer noch einziges Land überhaupt eine Schnittförderung anbieten und das nun mit über 3 Mio. Euro pro Jahr. Ist das nicht ein Schritt in die richtige Richtung…?

        0
        • Reinhard Seevers sagt

          Das ist albern….jede Subvention in dieser Hinsicht ist Unsinn. Ist wie das Erhalten alter Sprachen…was nicht genutzt wird, stirbt aus, Punkt. Das Geld sollte man besser in die Erziehung der Bevölkerung stecken.
          Schnittförderung, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen….mein Opa bekommt einen Lachkrampf im Grab. Wenn die Wirtschaft in BW mal nicht mehr so üppig sein sollte, dann sind solche Projekte die ersten, die gecancelt werden…..Reiche können sich anscheinend jeden Unsinn leisten.

          2
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Auf die Knie vor Dankbarkeit würde ich gehen, weil ich in BW eine Förderung für den Baumschnitt bekomme.

          Weil mir die ständigen Subventionsvorwürfe gewaltig auf den Sack gehen, habe ich einfach keine Streuobstbäume angepflanzt. Somit braucht auch niemand mein Gelände und Bäume vor mir, den bösen Bauern unter Schutz stellen.
          Direkt nach der Pflanzung, werden die Bäume unter Schutz gestellt und der Grundstücksbesitzer ist nicht mehr derjenige, der die Bäume gepflanzt hat, sondern der böse Grundstücksbesitzer, vor dem man die Bäume schützen muss.

          2
    • Berthold Lauer sagt

      Das ist alles wunderbar, Herr Rösler, nur die In der Realität erlebe ich in meinem Umfeld etwas anderes! Vielfach wird bei den uns von Seiten des unteren Naturschutzes an der Kreisverwaltung als Ausgleich für Baumaßnahmen das Anpflanzen von Hochstämmen oder Streuobstwiesen gefordert! Das ist ja auch ok! Nur was passiert nach der Pflanzung? Bei größeren Ausgleichsmaßnahmen wie für Windanlagen werden langjährige Verträge meist mit Landwirten geschlossen, die dann das Ausmachen erledigen, der Baumschnitt wird von Arbeitslosenhilfe oder ähnlichem ebenfalls gegen Bezahlung erledigt! Der Anlagenbetreiber kauft irgendwo eine Fläche heraus und hinterlegt eine Summe x für die Pflege während der Laufzeit der Anlage! Alle sind zufrieden und die Landespflege verfügt im Laufe der Zeit über viel Geld, das sie in mehr oder weniger sinnvolle Projekte stecken kann
      Kleinere kommunale oder private Massnahmen erhalten oftmals noch nicht Mal einen Pflanzschnitt geschweige denn eine dauerhafte Pflege über viele Jahre! Bei uns hatte vor einigen Jahren eine Elterninitiative mit großem Enthusiasmus die Pflege einer kleinen Streuobstwiesen übernommen! Immerhin haben sie es geschafft, die Hälfte der Bäume auszumaehen, obwohl ich zwischen den Pflanzreihen schon alles gemulcht hatte! Dann war’s bis zum heutigen Tag mit der Begeisterung vorbei! Nicht anders verhält es sich mit der Nutzung des Obstes! Einmal, dann siegt die Bequemlichkeit!
      Die meisten alten Obstbäume in unserer Gemarkung finden sich auf unseren oder von uns benutzen Dauergrünlandflächen und wir nutzen für unseren Eigenverbrauch was gerade erntereif ist, aber außer uns und noch 1 – 2 älteren ehemaligen Landwirten interessiert sich niemand für die ach so tollen Streuobstwiesen! Selbst Leute die man anspricht oder die nachfragen, ob sie was kostenlos ernten möchten, tun es dann doch nicht! In manchen Gemeinden gibt es noch Vereine, die im Herbst das Pressen von Saft organisieren, aber wenn man sich das Alter der Akteure ansieht, weiß man, dass auch diese Aktivitäten irgend wann zu Ende sein werden!

      2
      • firedragon sagt

        Bei uns in der Gemarkung stehen auch eine ganze Menge Apfelbäume rum und es werden immer mehr. Ich habe da nichts gegen, die verwildern dann nach einer Weile und gehen kaputt, weil sehr wenige Menschen da sind, die die Zeit und die Kenntnisse zum Baumschnitt haben. Die Gemeinde hat auch kein entsprechendes Personal und Geld noch weniger.
        Ein guter Freund von uns konnte für dieses Jahr seine Familie engagieren (wir hatten dieses Jahr keine Zeit) und die haben in zwei Tagen eine Tonne bester Äpfel geerntet, das war die Bedingung – keine beschädigten, wurmigen oder angefressene Äpfel. Gitterboxen und Flaschen stellen wir, Füllkosten werden unter allen aufgeteilt.
        Der Aufwand lohnt – schmeckt komischerweise viel besser, als das, was man so im Supermarkt kauft, wobei wir schon seit über zehn Jahren keinen A’Saft mehr kaufen.

        1
    • Die Schnittprämie ist ein bürokratisches Monster, besonders die schwachsinnige Idee, nur Gruppenanträge zuzulassen! Voller Euphorie haben Gemeinden die Prämien noch aufgestockt, viele steigen mittlerweile wieder aus. Völlig aus dem Ruder laufen die Kontrollen, da kein Mensch definieren kann, was ein fachgerechter Schnitt ist. Voriges Jahr habe ich deshalb mal einen Schnittkurs besucht, veranstaltet vom OGV gemeinsam mit dem NABU. Das Interesse war sehr groß, und so wurden damals 4 Gruppen gebildet, als es ans praktische Schneiden ging. Unsere Gruppe nahm sich einen ca. 20 Jahre alten Hochstamm vor, der nun von unserem „Fachmann“ geschnitten wurde mit Erklärung und Begründung, warum jener Ast weg muss und ein anderer nicht. Alles sehr einleuchtend. Danach wurden weitere Bäume beschnitten. Plötzlich bemerkte einer der Teilnehmer, das eine andere Gruppe mit ihrem Fachmann an den Baum ging, den wir als erstes geschnitten haben. Flugs wechselte ich die Gruppe, um mir anzuhören, was den nun der andere „Fachmann“ so erzählt. Dieser ging relativ forsch vor und schnitt nochmal zusätzlich mindestens doppelt soviel Holz aus als wir beim ersten Schnitt, ebenfalls alles mit Begründung. Daher die Erkenntnis, es gibt keinen fachmännischen Schnitt bei Hochstämmen, du kanns alles machen, du musst es nur Begründen! Der 2. Fachmann ist übrigens Kontrolleur der Schnittprämie, sehr viele Antragsteller fielen dabei durch, andere haben daraufhin ihre Bäume regelrecht masakriert um die Pramie zu erhalten, mit der Folge, dass diese mit den sich deshalb gebildeten Wassergeschossen nicht mehr nach kommen. Fakt ist, dass sehr viele der Schnittprämienantragsteller gefrustet sind und nur noch das Ende des fünfjährigen Verpflichtungzeitraumes herbeisehnen.

      1
      • Smarti sagt

        So etwas ist unglaublich… immer der mit der grössten Schnauze gewinnt – auch wenn danach alles zu Boden geht. Da gibt es Beispiele zu bald allen Themen und Sparten, nicht nur Landwirtschaft, auch Kindergartenvorschriften, Altenpflege… da muss ich langsam aufpassen, um nicht dauergefrustet zu werden.

        0
      • Mein Opa (*1892 :-), der mir noch das Spritzen mit dem Spritzbutten im Hochstamm beigebracht hat…) und dessen Vater und Haupterwerbsobstbauer und -wengerter Samuel (*1865) würden sich im Grabe vor Freude herumdrehen, wenn sie könnten, wenn sie wüssten, daß der Staat bei der Pflege von Hochstamm-Obstbäumen das Prinzip „Honorierung ökologischer Leistungen“ gelten lässt. Die extrem vielen positiven Resonanzen aus der Bevölkerung, die völlige Überzeichnung des Programmes sprechen auch eine eigene Sprache. Und da BW nur in wenigen Ausnahmebereichen zu Weltmarktpreisen produzieren kann, ist die Frage, was die Gesellschaft will: Ende von 90% der Landwirtschaft (Prozentsatz gegriffen, geht ums Prinzip) oder Unterstützung und Belohnung von Landwirtschaft, die zugleich wichtige kulturelle, ökologische, landschaftliche, ernährungsbezogene Beiträge mit sich bringt.

        0
      • Bitte an Streuobst@web.de den konkreten Fall schildern. Dem gehe ich gerne nach. Nichts ist perfekt und dieser Fall klingt eher nach dem Gegenteil. Zu Obstbaumschnitt – da gabs im Ländle (Württemberg) sogar mal einen Obstbaumkrieg. Ist ähnlich wie bei der Kindererziehung: Es gibt verschiedene richtige Wege.

        0
  8. oberländer sagt

    Man muss nur frech genug sein irgend ein Dummer liefert immer.
    Ironie Ende

    Was mich bei der ganzen Mosterei und Streuobstgeschichte wundert ist ,
    die nicht gewährleistete Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe , die manchmal
    doch sehr minderwertige Qualität ( sammeln mit Obst Igel ) und oft
    angefaultes Obst.
    Wie das bei unserer ansonsten so peniblen Lebensmittelüberwachung
    noch durch geht ist mir schleierhaft.

    1
  9. Ehemaliger Landwirt sagt

    „Die Politik „fördert“ ihn mit Almosengaben („Schnittprämie“) und verbindet dies mit enormem bürokratischen Aufwand und entsprechenden Kontrollen. Alle sind zufrieden.“

    Es wird was hochgejubelt, manche Gemeinden bezahlen ein Teil der Bäume und wenn die Erzeugung dem Bedarf angepasst ist, wird einfach weniger bezahlt.
    Da inzwischen der Acker mit ca.12 Hochstämmigen Bäumen bepflanzt ist, steht er unter Schutz.
    Fasznierend ist für mich, dass es immer noch Grundstücksbesitzer gibt, die mit ein paar Bäumen ihr Grundstück wertlos machen.

    3
  10. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Das konventionelle Mostobst erzielt aktuell 7,00 €/100 kg; und das ist schon ein „sehr stolzer Preis“, denn im letzten Jahr kostete dieses Fallobst gerade einmal zwischen 4,00-5,00 €/100 kg, herangewachsen im Streuobstwiesen-Ortssaum rund um unsere Dörfer. – Ein wahres Eldorado für die Natur!

    Man darf sich gerne wundern, warum zu obigen Preisen überhaupt noch jemand bereit ist, nur einen Apfel über den Eigenbedarf hinaus aufheben zu wollen. Die Nachkriegsgeneration, die durchaus weiß, was Hunger bedeutet, lässt sich zu vorstehenden Bedingungen noch missbrauchen; unsere nächste Generation, die von klein auf nur das Wegwerfen aus dem absoluten Überfluss heraus kennengelernt hat, wird sich so jedenfalls nicht mehr versklaven lassen: Für einen Hektoliter Apfelsaft latzt der Händler „honorige“ 10,50 € für konventionelle Ware. Dann erst beginnt die eigentliche Wertschöpfung an diesem Obst mit gewaltigem Spielraum: Ein Liter Apfelsaft kostet bei unseren LEH-Milliardären etwa 1 Euro, darin enthalten ist für Arbeit und Schweiß jener, die diese Äpfel anbauen, gerade einmal um die 10 Cent (letztes Jahr 5 Cent bei gleichen-höheren Verkaufsofferten in den Regalen) für die konventionelle Ware.

    Wer sich u. seinem Körper eine solche Schinderei schon einmal über Tage hinweg angetan hat, erstarkt sehr schnell zu der Erkenntnis, dass man dieses Obst gönnerhaft der Natur überlassen sollte. Back to the roots!

    Dieses Rechenspielchen darf man gerne auch auf die BIO-Äpfelchen übertragen…!

    Unsere Quittenbäume hängen jetzt übrigens brechend voll, leckere Apfel- u. Birnenquitten, die gesunde süße Leckerei schlechthin, deren Annahme einige Händler sogar rigoros verweigern. Viele Mitbürger hingegen wissen das durchaus zu wertschätzen und entlasten den Eigentümer in kontinuierlichem Mundraub, die Natur regelt eben alles! ;-))

    …Sicherlich ist das Vorstehende aber die „berühmte Ausnahme“ innerhalb der Wertschöpfungskette unserer Nahrungsmittelproduktion. Wir Bauern haben es doch durchgängig nur mit wahren Philantrophen zu tun, oder!?

    11
    • Bauer Willi sagt

      Wieviel Kilo Mostobst hebt man in einer Stunde auf? Wenn es 100 kg sind, liegt man unter Mindestlohn.
      Also einfach schneller arbeiten… (Ironie off)

      0
      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Unsere aktiven Altenteiler bücken sich bereitwillig für die Enkel und Urenkel für grandiose 20-21 € Tageslohn bei hernach Wartezeiten in der Annahmeschlange von 1-2 Stunden. – Da wachsen noch die „grünen Bäume“ förmlichst in den Himmel!

        Eine höhere „Akkordleistung“ ist nicht drin: Sie leiden alle „Rücken“…

        3
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Es kann doch nicht sein, dass die Bauernrentner noch Arbeiten müssen (sonst wird das auch beklagt), Kinderarbeit geht auch nicht, also musst Du selber ran.😉

          0
          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            …u. unsere selbstattestiert zähen, bedingt durchaus noch „geländegängigen“ Rentner üben sich in Satellitenlandwirtschaft? – Ich habe leider noch keinen komplett autonomen Schlepper, der von Geisterhand gesteuert vom Hof auf’s Feld fährt u. nach getaner Arbeit komplett schadensfrei auch wieder zurückfindet. 😉

            Und mit der überaus beharrlichen Geisteshaltung im Alter ist das auch so eine Sache – dahin kommen wir aber alle noch, …ganz sicher, mutmaßen mir heute schon unsere Kinder :-)))

            3
          • Ingeborg Krausbauer sagt

            Wenn ich richtig informiert bin, ist Kinderarbeit in Land- und Hauswirtschaft nicht verboten.

            0
            • Obstbäuerin sagt

              So ist es. Nach Alter gestaffelt dürfen Bauernkinder bis zu 3 Stunden am Tag arbeiten. Als ich das mal in einer Leserzuschrift geäußert habe, musste ich den Paragraphen nachliefern aber auch dann wurde es nicht veröffentlicht.

              0
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                „dürfen Bauernkinder bis zu 3“

                Früher mussten wir, aber damals gab es auch noch kein Handy, wo man verbotene Bilder runterladen konnte. 😜

                3
                • Früher mußten wir den ganzen Tag. so lange dauerte nämlich Kartoffellesen oder Rübenvereinzeln!

                  1
      • Smarti sagt

        Plus Anhänger füllen, Auto vorspannen, in Mosterei fahren, in der Schlange 30 min warten, abladen…. wenn Dir da mal 3.- Euro pro Stunde bleiben… Ach ja, unter dem Baum mähen oder auszäunen, dass die Rinder nicht drangehen, Totholz entfernen, neue Bäumchen pflanzen und drei Sommer lang mit Wasser versorgen. Spätestens jetzt bist Du im Minus.

        0
          • Smarti sagt

            Ein Hobby ist es, wenn man den Saft selber trinkt :). Sonst ist es Selbstausbeutung für Doofis. Wir machen jedes Jahr um die 3000 l naturtrüber Apfelsaft, der schmeckt viel süsser als aus dem Laden. Die Bäume werden maschinell geschüttelt und die Aepfel handverlesen, keine faulen. Wenn ein paar Leute mithelfen geht das fix und der fertige Saft in Einliterglasflaschen kostet uns nur wenige Cent pro Liter. Unsere Mosterei will mindestens eine Tonne Aepfel, dann kriegt man den eigenen Saft.

            2
            • Stadtmensch sagt

              Bei uns gibts eine Mini-Hofmosterei. Man muss sich einen Termin holen und bekommt dann auch für kleinere Mengen den eigenen Saft. Natürlich gibts auch hier Warterei und Gedränge. Ist aber immer interessant zu sehen, mit was für Obst die anderen so anrücken. Hab jetzt genauen Zahlen, aber für die ganze Mühe zahlt man als Otto-Normal trotzdem mehr als 7 Euronen für ein 5l Pack.

              0
      • Einfacher Bürger sagt

        Beim Golfen ist auch nichts verdient und die Biodiversität ist bei der Apfelanlage besser. Mit Ironie besser zu ertragen Nahrungsmittel müssen billig bleiben alles andere ist verlogen. Egal ob biologisch oder konventionell.

        0
  11. bauerhans sagt

    hier wird emsig das obst an den strassenbäumen von überwiegend älteren herrschaften gepflückt,es kostet nix.

    0
    • Stadtmensch sagt

      Ich mache das auch so. Das Obst erntet sonst niemand. Es fällt runter und vergammelt. Die Bäume brauchen auch etwas Pflege. Bäume sind alle bei mundraub.org kartiert.
      In Gartensparten und Privatgrundstücken das gleiche Bild. Oft wird nicht geerntet.
      Es gibt auch kein Interesse an Deals wie z.B. „Ich ernte und du bekommst einen Teil des Saftes“. Wer Streuobstwiesen pflegt (Vereine) will den Saft auch meist selbst verarbeiten und verkaufen.
      Marktwirtschaftliche Lösung wäre jetzt, alle Straßenbäume und Bäume auf kommunalem Grund abholzen. Wer Streuobst zum Mischen oder Streuobssaft braucht, kauft fertig und muss hoffen, dass kein gammeliges Obst vermostet wurde. Oder halt Streuobst-SOLAWI.
      Ändert aber nichts daran, dass importiertes Saftkonzentrat hier jeglichen Massenbedarf an Obstsäften deckt und damit doch schon irgendwie unsere Kulturlandschaft beeinflusst und uns die schöne Arbeit raubt. Jaja – Jammern auf hohem Niveau…
      Dieses Jahr hab ich keinen Stress. Unsere Quitten sind alle erfroren…

      0
  12. Einfacher Bürger sagt

    Genau diese Verarbeiter bekommen auch Subventionen für Ihre Lager und Maschinen. Nicht nur der böse Bauer

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.