Bauer Willi
Kommentare 10

Bildung heute: Der Lössboden

Weil hier auch jüngere Menschen mitlesen (und manchmal auch Pädagogen) heute einen Artikel, den ich sehr interessant finde. Er ist vollkommen unpolitisch. Und ich habe selber wieder was gelernt.

Gut, die Pädagogen wussten das sicher schon… 🙂

Wir haben das große Glück, dass unser gesamter Acker aus Löss besteht.

Der Boden des Jahres 2021 – Lössboden

(Aufrufe 1.840 gesamt, 1 heute)

10 Kommentare

  1. Edakteur sagt

    Die besten Böden sind Schwarzerden

    Eine Abwandlung der Parabraunerden sind Schwarzerden (humusreich). Haben wir in Deutschland weniger (etwa 10%). Sehr verbreitet sind Schwarzerden z.B. in der Ukraine. Ich habe sie in der Nähe von Kiew erlebt und dort auch Pflanz- und Bewässerungsversuche (im Namen eines großen Chemieunternehmens) gemacht. Dummerweise war das im April 1986 – wir hatten da gerade Tscherobyl und keiner wußte dort, was passiert war…

  2. Ostbauer sagt

    Ich bin seit über 20 Jahren ehrenamtlicher Bodenschätzer für`s Finanzamt.
    Wir überprüfen bei bestimmten Maßnahmen die Werte der Reichsbodenschätzung.
    Ich hatte einmal das Glück, das sogenannte Grabloch des 100 erter Bodens in der Magdeburger Börde zu besichtigen.
    Da darf man nur nicht das Drillen vergessen um Ertrag zu haben. 🙂

  3. Paulus sagt

    Erstaunlich finde ich wie rasch sich Bodenarten abwechseln. Während Bauer Willi auf Löss mit sieben Meter Mächtigkeit sitzt, wurden wir, nur einen Katzensprung weit entfernt, als Sandhasen bezeichnet. Der Förster hier hat es mir mal anhand der Vegetation verdeutlicht. Da spielen schon 10 oder 20m eine Rolle. Zeigt sich übrigens auch an der Sand- und Kiesbaggerei die hier sehr selektiv vorgegangen ist. Ist auch für landwirtschaftliche Laien ein durchaus spannendes Thema.
    Und weil ich es mir nicht verkneifen kann noch ein Tip an die Obstbäuerin. Mit diesem Thema traue selbst ich mir locker zu mind. 10 Wochenseiten eines Lehr- oder Lernkalenders zu füllen. Wie viele Grundschulklassen gibt es in Deutschland? Für eine satte und lukrative Auflage dürfte es reichen. 😉

    • Smarti sagt

      Paulus, bald hast Du es geschafft. Ich drücke Dir die Daumen, denn die Idee ist gut. Mit solche Bilderserien könnte man vielleicht auch Lehrvideos erstellen.

  4. Wilhelm Harms sagt

    Schön und gut – heute geht’s ja !
    Früher war der Rübenanbau schwierig weil man nirgends den Hacker abklopfen konnte . . . .
    (Östliche Hügelland, Schleswig-Holstein, kurz vor Dänemark links )

    Das meiste davon gab es vor 40 Jahren in der Landwirtschaftsschule in Bodenkunde . . .
    Ohne Rechtschreibfehler . . . .

  5. Ludwig sagt

    Wir haben bei uns überwiegend Parabraunerde. Ein sehr schluffreicher Boden der aber leicht zu bearbeiten ist und wenig Verschleiß an den Bodenbearbeitungsgeräten hinterläst.
    Das Wasserspeichervermögen liegt bei 250 – 300 mm Regen. Der Humusgehalt ist mit 1% gering und läst sich nur mit organischer Düngung erhöhen. Wir konnten in den letzten 30 Jahren den Humusgehalt auf 2 – 4% erhöhen. Das funktioniert aber nur mit Gründüngung, Mist , Gülle , Gärrest,Kompost, usw. . Mit der Mulchsaat konnten wir der Verschlämmung durch Starkregen entgegenwirken . Dies setzt aber das Vernichten des Unkrautes vor der Einsaat , z.B. mit Zuckerrüben , eine Glyphosatspritzung voraus. Ohne den Glyphosateinsatz müßten wir wieder mit dem Pflug pflügen , um dem Unkrautdruck Herr zu werden. Meine Biobauernachbarn hatten zuerst mit Bio nur gemulcht und dermaßen viel Unkräuter gezüchtet , daß sie heute , teilweise mehrmals im Jahr, wieder Pflügen , weil es sonst nicht funktioniert, denn Glyphosat dürfen die ja nicht einsetzen. Auch eine Parabraunerde ist nur so ertragsfähig wie der Regen im Jahr fällt. Bei 400 ltr/m2/Jahr Regen kommt nur geringer Ertrag , während bei 650 – 750 ltr/m2/Jahr die volle Ertragsfähigkeit auszuschöpfen ist. Getreide , Zuckerrüben, Mais , Gemüse usw. bringen dann Spitzenerträge bei bester Qualität.

  6. Hartmut Keller sagt

    Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber meine Tochter hat das gerade in der Schule gelernt. Und zwar in der 4. Klasse Waldorfschule. Es gibt ja viel Gespött und Vorurteile über diese Schulform, doch das Schulfach Landbau ist ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans. Vom Aufbau des Pfluges über die Aussaat, Pflege, Ernte, bis zum backen des eigenen Brotes. Dieses geschieht zwar alles ökologisch, jedoch ohne die konventionellen Landwirtschaft zu verurteilen. Ich selber werde sogar manchmal um Ratschläge gefragt, der Umgang ist immer sehr respektvoll. Das kann in einer anderen Waldorfschule aber auch ganz anders sein.

    • Thomas Apfel sagt

      Drei meiner Enkel sind an der Waldorfschule. Schulgarten und Landwirtschaftszusammenhänge werden in den unteren Klassen tatsächlich gut rübergebracht. Wer allerdings Naturwissenschaften studieren will, sollte die Waldorfschule spätestens nach der 8, besser nach der 6. Klasse verlassen.

  7. Thomas Apfel sagt

    Auch wieder einiges dazu gelernt! Mich hat es gewundert, dass in der Bodenkundeliteratur der alten Bundesländer aus den 80-zigern die Fahlerden nicht vorkamen. Konnte ich ja dann auch nicht finden, wenn die Bodenart 1986 aus dem Kanon genommen wurde.
    Jetzt ist sie wieder drin. Sie macht bei uns im Osten auf den D4a Standorten rund 40 – 50 % aus.
    Irgendwie im Rückblick auch ein interessanter Aspekt der Wiedervereinigung.

    Warum sich bei uns aus dem Löss vorrangig Braunerden und anderswo (Steppengebiete) Schwarzerden herausgebildet haben ist eigentlich immer noch nicht endgültig geklärt.
    Meines Erachtens dürften die Exkremente der Millionen an Steppentieren großen Anteil daran haben. Insbesondere dürften die Wiederkäuerexkremente und die Trittverdichtung eine Bodenflora begünstigt haben, die das Lignin des Altgrases in Humusbestandteile eingebaut hat. Auch aus diesem Blickwinkel sollte man den Zusammenhang von Bodenfruchtbarkeit heute und Tierhaltung nicht aus den Augen verlieren.

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