Bauer Willi
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Vertical farming

Immer wieder liest man davon, dass die Zukunft der Lebensmittelproduktion im “Vertical Farming”, also statt auf dem Feld (in der Breite) in die Höhe (Vertical) besteht. Das können nicht nur Pflanzen, sondern auch Tiere sein.

Doch ist das wirklich so? Wird die Nahrungsmittelproduktion in die Städte ziehen? Wie viele Menschen lassen sich so ernähren? Oder ist das alles nur die Phantasie von ein paar Wenigen?

Zu diesem Thema hat die KWS AG auf das “Orange Sofa” eingeladen. Hier die Teilnehmer:

Wie die Teilnahme funktioniert? Einfach hier lang:

https://www.kws.com/de/de/produkte/getreide/das-orange-sofa/

oder zum Livestream hier: https://www.youtube.com/watch?v=9t6nc-6SEn0

Ich bin gespannt.Auf ein neues Thema, neue Leute, neue Erfahrungen.

Und ich freue mich, endlich mal wieder etwas weiter von zuhause fortzukommen. Seit dem Jahreswechsel bin ich bisher insgesamt nur 250 km mit dem Auto gefahren. Die weiteste Entfernung war zur Zuckerfabrik, um das Rüben-Saatgut abzuholen.

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58 Kommentare

  1. Wilhelm Harms sagt

    @ smarti:
    Genau so ❗
    Oder wenn doch dann neben einem neuen modernen Atomkraftwerk.

    Im Übrigen:
    https://youtu.be/PkbjkXTBsyw
    E-Mobilität
    Und:
    Dr. Dr. Sinn,
    Energiewende ins Nichts.

    Rechnen, Lesen, Schreiben – wärs gewesen in der Schule.
    Singen, klatschen und Ideologiemacht nicht satt !

    Wir haben alles um die Menschen zu ernähren mit unserem Grund und Boden – wir müssen ihn nur nutzen – dürfen ❗❗❗

    Vertikal Living und nicht alles zupflastern – wertvolle Nahrungsfläche – ist die Lösung.
    Mindere Böden mit Photovoltaik zustellen – was für ein Irrsinn !
    Unsere Großeltern müssen doch im Grab rotieren 😡

  2. Smarti sagt

    Was mir beim durchstöbern der Seiten aufgefallen ist : Alle diese Firmen verwenden angeblich Ökostrom und wollen bald klimaneutral werden, was auch immer das bedeutet.
    Um Kräuter und Salate anzubauen ( die übrigens alle sehr unkompliziert auch auf dem Acker oder Balkon wachsen – nur Basilikum braucht ein Regendach ) baut man erst eine Farbrik aus Beton – erstellt Gestelle aus Stahl und benötigt Millionen Töpfe aus Plastik. Auch das Substrat wird von weither geliefert, ebenso wie “die speziellen Mineralien fürs Pflanzenwachstum” – wird wohl Kunstdünger sein 🙂 .
    Die ganze Fabrik wird wahlweise gekühlt, geheizt, es wird vollautomatisch gewässert, beleuchtet und gearbeitet. Alles überwacht von unzähligen Computerprogrammen – da ist es doch gut, dass wir jetzt auf unseren Äckern statt Grünpflanzen Strom anbauen können.
    Dafür braucht es ja auch nur ein paar Windräder, Solarpanels oder Biogasanlagen mehr….
    Hans Werner Sinn hat für Elektroautos eine gute Nachhaltigkeitberechnung gemacht – ich bin mir sicher, diese Fabriken toppen die Fahrzeuge nochmals um Längen !
    Was ist wohl in zehn Jahren wichtiger: das Elektroauto oder hippes Grünzeug aus dem Labor neben Aldi ? Für alles wird der Strom nicht reichen.

    • Obstbäuerin sagt

      Vielleicht könnte man wenigstens mittels Gentechnik ein paar Kalorien in die Salatpflanzen bringen und das Verfallsdatum etwas verlängern. Wenn ich die welken Blätter in unserer Kiste manchmal sehe, wäre das auch für horizontal farming hilfreich.

    • brouss sagt

      Noch was zu den Bilanzen:

      Da vermute ich, die betreffenden Akteure wissen das selber nicht. In eine landwirtschaftliche Produktion werden die sich auch nicht hinein denken können und folglich auch keinen Vergleich machen können.

      So etwas müssten bäuerliche Organisationen verfolgen und dann, den Bauern passende, Informationen veröffentlichen.

  3. Bauer Hubert sagt

    Wenn Großkonzerne (Energiekonzerne, Google,Amazon…) das Kapital für riesige autonom zu betreibende Anlagen bereitstellen, die in enger Zusammenarbeit mit dem LEH bedarfsgerecht große mengen an gleichmäßigen Produkten bereitstellen können , dann braucht es nur noch ein gutes Marketing und die Sache läuft.
    Die Umweltschützer können sich auf den frei werdenen Flächen austoben oder für Wind-oder Solarenergie nutzen.
    Ist doch eine super Sache??

  4. Ist ein ergänzender Baustein der zukünftigen Nahrungsmittelerzeugung, aber auch nur eine weitere Facette.

    Vorteile:
    – Nahrungsmittelproduktion wieder näher am Menschen
    – massive Wassereinsparung und Einsparung von Pflanzenschutzmitteln (geschlossene Systeme, kein Schädlings- und Unkrautdruck)
    – bodenunabhängig
    – jahreszeitenunabhängig/klimaunabhängig

    Nachteile:
    – kleine Flächen im Vergleich zu hektargroßen Feldern
    – kein Knollengemüse o.ä. (da in Wasser gezogen)
    – vor allem sinnvoll für Feingemüse, mit ‘nem Mähdrescher durch eine Getreide-Indoor-Farm wäre auch irgendwie … unpraktisch
    – hoher Energiebedarf (Licht), der aber mit Blick auf die LED-Entwicklung immer weniger zu Buche schlägt
    – trotz massiven Einsparungen (Wasser etc.) und kleinerem ökologischen Fußabdruck zählt es m.W. nicht zu Bio, der Bio-Begriff verhindert hier Innovation
    – Bauern fremdeln damit, so daß der Markt von landwirtschaftsfremden Investoren abgeräumt wird
    – Greenpeace hatte zu Recht noch kritisiert, daß in bestehenden Aquaponik Systemen der Platz für die Fische oftmals nicht reiche (Tierwohl)

    Allgemein:
    Der Überbegriff heißt Urban Farming. Vertical Farming ist nur ein Aspekt. Allgemein Hydroponik oder Aquaponik ist auch schon interessant (muß nicht immer vertical sein). Bei Aquaponik besteht ein Nährstoffkreislauf aus Pflanzen- und Fischzucht.

    Konkrete Beispiele:
    SPREAD Inc. Salatfabriken aus Japan:
    https://vertical-farming.net/blog/2020/03/03/kyotos-spread-co-ltd-brings-large-scale-expertise-to-the-avf/

    ECF Farmsystems aus Deutschland:
    https://www.ecf-farm.de/

    Ich hatte vor ein, zwei Jahren auch mal nach den Kosten gefragt für das ECF-System. Zitat:
    „Als Preisbeispiel kann ich unsere Farm hier in Berlin nennen. Diese hat 1.800qm und hat ca. 1,5 Mio Euro gekostet.
    Nach unserer Erfahrung rechnet sich unser System im urbanen Kontext ab ca. 1.500 qm Fläche (ca. 1,5 Mio Investition) und im suburbanen oder ruralen Kontext ab mindestens 2.500 qm (ca. 2,0 Mio. Investition).“

    Siehe auch das abgeschlossene Projekt InaPro der EU:
    https://www.igb-berlin.de/projekt/inapro-innovative-aquaponik-fuer-professionelle-anwendungen

    Gescheitert vor allem wohl am Geschäftsführer Vincent Walsh war auch eine Indoor-Pilzfarmen in Manchester vielversprechend:
    https://www.vice.com/de/article/xy75aw/diese-urbane-pilzfarm-will-eine-biologische-revolution-starten-621

    Und hier ein Beispiel für den Hausgebrauch, quasi neben dem Kühlschrank:
    https://www.agrilution.de/

    Soweit auf die Schnelle

    Chris

    • Bauer Willi sagt

      Vielen Dank für die zahlreichen Links. Was man leider nirgends findet ist eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Was auch fehlt ist die CO2-Bilanz.

      Der Plantcube kostet 2.999 €. Die Pflanzschalen so zwischen 4,99 € und 8,99 €. Sind ja nicht gerade Schnäppchen.

      • Christian Suhr sagt

        Umgekehrt die Frage:
        Wie wirtschaftlich ist die Landwirtschaft aktuell eigentlich (besonders ohne Ausgleichszahlungen)?
        Und wie hoch deren ökologischer Fußabdruck/CO2-Fußabdruck?

        Die Wirtschaftlichkeit ist mit hohem Energieverbrauch für die Beleuchtung noch nicht gegeben gewesen im vertical Farming. Doch die LED-Technologie hat da einiges verbessert. Zum Beispiel haben erste Entwürfe noch mit viel mehr Lichtspektrum (also Energie) gearbeitet, aber auch der Bedarf der LED-Beleuchtung selbst wird immer geringer bis hin zur Möglichkeit der Selbstversorgung (Windkraft, Photovoltaik), so daß es die Kosten deutlich minimiert. Oder als Gewächshaus das Sonnenlicht, je nach Konzept.

        Hier was zur Wirtschaftlichkeit:
        https://hydroponicsspace.com/can-hydroponics-be-profitable-data-from-real-life-cases/
        https://www.ft.com/content/f80ea9d0-21a8-11ea-b8a1-584213ee7b2b

        Klassischer Ackerbau benötigt hierzulande meines Wissens 10 bis 15 Kalorien fossile Energie für 1 Lebensmittelkalorie zum Vergleich (durch die Welt Geschipper von Futtermittel und Erzeugnissen, Kraftstoff, Maschinen, Graue Energie für Gebäude, Kühlung usw.).

        P.S.: Über den … Gag, da was für den Heimgebrauch zu bauen, muß man nicht streiten, daß ist eher eine Nische, kann aber für das Thema sensibilisieren (unter so einem Gesichtspunkt kann ich auch Bio was abgewinnen, auch wenn ich es momentan eher als Feigenblatt für eine leider nur auf Erträge und Profit ausgerichtete Landwirtschaft erachte).

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bis jetzt war ich immer der Meinung, die Linke Partei wird nur von den Armen vergöttert.

      Jetzt muss ich feststellen, dass die neue Armut sich es leisten kann, Salatgärtner in städtischen Hochhäusern zu werden. Na ja, jedes Hobby kostet Geld.

        • Smarti sagt

          Das einzige was “die” machen ist Strom fressen und die Wirtschaft am laufen halten – ein quasi “unnützes Ding” bedingt das nächste “unnütze Ding” welchen aber ohne das dritte “uD” nicht läuft…. und schon sind alle beschäftigt ! Forschung, Computermensch Baugewerbe und Möchtegernmanager… und das alles nur für ein bisschen hochpreisiges Grünzeug :).

          • Christian Suhr sagt

            Apropos unnütz, über Digitalisierung sollte man wirklich mal sprechen:
            https://www.agrarheute.com/management/michael-horsch-digitalisierung-lohnt-ackerbau-551105

            Auf Technik vertrauen immer alle, aber wenn sie überhaupt was bringt, wird es eh eingepreist vom Handel. Insofern führt man auf Produktionsseite den falschen Kampf. Man muß auf Handelsseite ansetzen.

            Gern wird auch vom Welthunger gesprochen. In Entwicklungsländern sind es über 30% Nachernteverluste mangels Lagerung und Kühlung, da ist wurscht, ob man da was mit Digitalisierung oder Gentechnik erreichen will auf Produktionsseite, wenn es nach der Ernte vergammelt usw.

            Technikhörigkeit auf der einen Seite ist gewünscht (Pflanzenschutz, Gentechnik, Digitalisierung), aber auf der anderen Seite wie beim Urban Farming wird sie kritisiert. Paradox 🙁

            • Smarti sagt

              Herr Suhr, ich habe wissentlich weder Linke gebasht noch bin ich gegen Technik. Nur: für Abermillionen Forschungsgeldern und Industrie-Greenwashing-Geld feste Gebäude bauen die kein Sonnenlicht mehr hereinlassen, um mit Strom die Sonne künstlich “scheinen” zu lassen um scheinbar “gesunde” Lebensmittel zu produzieren… da fehlen mir die Worte.
              Vor ein paar Jahren waren Aquaponik-Systeme eine coole Sache – oben das Gewächshaus, unten der Fischtank. Davon ist man wohl etwas abgekommen, ich denke weil ein Naturkreislauf sich nicht so einfach in eine Fabrik pressen lässt.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wenn es um Grundeigentum bei den linken geht, habe ich immer ein komisches Gefühl im Magen.
          Was Mercosur betrifft, ging es den Linken in erster Linie nicht um die deutsche Landwirtschaft, sondern um die Arbeiter in der südamerikanischen Landwirtschaft.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In unserer Gegend gehen viele dazu über, Beerenobst und Gemüse im geschützten Anbau zu betreiben. Das spart Pflanzenschutz im Fungizid Bereich, tierische Schädlinge werden mit Nützlingen bekämpft.

      Auch hier gibt es wieder Gegner, die meinen, die Landschaft leidet darunter.

  5. brouss sagt

    Ich bin ein bisschen Paläo. Jetzt habe ich gelesen, dass Archäologen bei Wien gedörrte Äpfel gefunden haben. Frische Äpfel wird man früher die wenigste Zeit gehabt haben.
    Bei Pilzen wird es ähnlich gewesen sein. Tomaten gab es früher überhaupt nicht.
    Mir kommt schon Gewächshaus- Gemüse kritisch vor. Die Leute haben früher gegessen was die Jahreszeit im Freien geboten hat, oder man hat konserviert. Ich glaube nicht, dass im Gewächshaus wirklich gesunde Lebensmittel erzeugt werden, geschweige denn beim Vertical Farming.

    In meinem Gemüsegarten haben heuer einige Herbstrüben den Winter überstanden. Wenn man da im Herbst ev. eine Fungizidbehandlung machen würde, könnte ev. der größte Teil überleben.

    • Reinhard Seevers sagt

      Konserven sind ein nogo in unserer “just in time- immer frisch- immer alles- Gesellschaft. In den 90er Jahren gab es noch Subventionen für Konservenfabriken, heute gibt es nur noch eine Handvoll von ihnen in Deutschland. Es ist ein Teil unserer Wegwerf-Wohlstandswahrheit.

    • Paulus sagt

      Ist doch alles kein Problem, für Paläeofreaks bietet selbst ein popeliger REWE-Laden feinsten Spargel aus archäologischen Ausgrabungen an – und das mitten ihn der Saison. Ist ja nicht so, als müsstet ihr von den ungesunden frischen Lebensmitteln aus dem Gewächshaus leben.
      Und an @Reinhard Seevers, Konserven, darunter fallen auch verarbeitete Grundprodukte sind mitnichten ein nogo, sondern unverzichtbarer Bestandteil unserer Küche. Ihr Ritter des früher-gab-es-das-nicht und immer-frisch-Ordens seid schon recht merkwürdige Leute.

      • Reinhard Seevers sagt

        Paulus, es gibt keine Kochshow oder Kochsendung, in der Konserven überhaupt eingesetzt werden. Betont wird immer die Frische der Produkte. Vielleicht bist du ja merkwürdig? 🤔

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Paulus,

        in unserer Küche werden wenig Konserven verwendet.
        In erster Linie sind es Wurstkonserven, einige Erbsen auf Vorrat, wenn die Tiefgekühlten alle sind und ein paar Campions. Alles andere frisch, oder im Winter aus der Tiefkühlung, ein Produkt aus dem eigenen Garten.

      • brouss sagt

        Unter Konservierung muss man ja nicht nur Dosen sehen. Eine Ex-Freundin hat vom Verwandtschaftsbesuch aus Südafrika Biltong mitgebracht. Das war ein leckerer Snack zu Rotwein und Liebe. Ich hätte Lust Biltong zu importieren und zu vertreiben.
        Wir haben früher 3 mal im Jahr ein Schwein geschlachtet. Das waren die einzigen Tage, wo es frisches Schweinfleisch gab.

        Ich zweifle auch an dem “Frische-Kult”. Bei mir kann Rinderhack schon ein bisschen grau antönen, bevor ich es verzehre. Muss man halt gut erhitzen. Wenn gut abgehangenes Rindfleisch besser schmeckt, wird es abgehangen wahrscheinlich auch gesünder sein.

        Pilze, Obst. Beeren hat man früher getrocknet. Insgesamt bin ich der Meinung, dass gesunde Ernährung “rückwärts” geht, weil die menschliche Verdauung nur an frühere Gewohnheiten angepasst sein kann. Isst aber nicht bei allen gleich, weil die z.B. die Südeuropäer anders gespeist haben als die Wikinger.

  6. Anton Kraus sagt

    Sehr interessantes Thema! Vertical farming ist ein Teil der Smart City Entwicklungen. Dazu gibt es schon viele Veroeffentlichungen. Siehe auch The Tomorrow Farming. In Japan sagt man unumwunden “Food Factory”, nichts mehr mit “Farming”! Auch ohne den Aspekt der Digitalisierung, kann man erwarten, dass Megacities diesem Trend folgen, auch die Landknappheit, Energieeinsparung und gleichmäßige und rückstandsfreie Produkterzeugung und weniger Wegwerfen werden eine Rolle spielen. Ein Ende der “Landwirtschaft” und des “Landwirts”? Konsequenz: nur noch industrielle Nahrungsmittel-Erzeugung! Sicherlich ein neues System mit ganz anderen Spielern, außer vielleicht der Züchtung und Pflanzenernaehrung!

  7. fingerphilosoph sagt

    In einem Kontext, in dem Tierwohl gegen Massentierhaltung ausgespielt wird, werden die sog. “Schweinehochhäuser”, wie es sie in Sachsen-Anhalt gegeben hat und neuerdings vermehrt in China gibt, als “Horror” und systematische Tierquälerei angeprangert und strengstens verurteilt. Da war sogar von Tier-KZs die Rede, wenn ich mich recht erinnere.

    In einem Kontext, in dem es um den Flächenverbrauch geht, werden dieselben “Schweinehochhäuser” von denselben Leuten nun zum “vertical farming” oder “indoor farming” umdeklariert und schon weisen sie uns den nachhaltig-ökologischen Weg in die Zukunft.

    Ein weiteres Beispiel dafür, wie der menschliche Geist sich die Wirklichkeit zurechtbiegt, wie er es gerade braucht, und für alle seine Handlungen in Nu logisch, rational und empathisch klingende Begründungen findet.

    • Reinhard Seevers sagt

      Der Verbraucher wird mit der Tomate bereits vorbereitet auf die Zukunft des Gemüsebaus. Biotomaten in von Biogas geheizten Groß-Gewächshäusern in Dithmarschen, niederländische Tomaten demnächst nur aus mit Geothermie erzeugter Wärme, Österreichische Geothermie Tomaten aus Blumau…..die Tomate weist uns den Weg und alle werden folgen und sagen: sieh nur, es geht doch!
      Das Brot dafür kommt aus Absurdistan oder woher sonst.

    • Paulus sagt

      Fi-phil, ob ich Schweine auf einer Ebene oder auf zehn Ebenen mäste ist doch völlig unerheblich. Entscheidend ist das Tierwohl!
      Ist jetzt etwas weit hergeholt, aber ich habe schon in Hochhäusern gewohnt. Das war deutlich angenehmer als in einem Reihenhäuschen in dem ich ebenerdig vor die Tür treten konnte.

      • fingerphilosoph sagt

        Du weißt doch, dass Tierwohl mit artgerechter Haltung in Verbindung gebracht wird, und das heißt für Schweine doch Freilandhaltung mit Schlammsuhlen. Will man den Schweinen also beibringen, per Aufzug aus dem 10. Stock und dann mit der Straßenbahn in den Schweinepark mit Schlammsuhlen zu fahren?

  8. Smarti sagt

    Das ist ein sehr spannendes Thema mit Potential für die Zukunft. Da in diesen Gewächshäusern das Wasser im Kreislauf zirkuliert, geht kaum etwas verloren – eigentlich ja nur das was “geerntet” wird in Form von Pflanzen oder Fischen. Für Länder mit viel Sonne und wenig Wasser sicher interessant. Es braucht halt finanzstarke Investoren um solche Farmen aufzubauen.
    Da Schädlinge und Wildpflanzen gar nicht erst “reingelassen” werden, fallen diese beiden Probleme schonmal weg. Es ist halt eine Technik für Reiche ( Länder ), die vor allem Blattgemüse anbauen, das wenig Nährwert hat aber “in” ist. Basilikum, Blattsalate, Tomaten, Gurken…
    Wurzelgemüse, Kohl und Zwiebeln – also Gemüse mit viel Nährwert, das lange im Boden bleibt geht wohl eher nicht ? Da würde ich mich auf fragen wie es mit den Spurenelementen, Mineralien etc. steht.
    Viele sagen ja, dass künstlich zugeführte Mineralstoffe nicht so wirken wie sie sollten.

    • fingerphilosoph sagt

      Vertical Farming, Indoor Farming, Gewächshäuser mit in sich geschlossenen Kreisläufen und künstlichem Licht sind vor allem ein Symbol für die weitere Entfremdung des Menschen von dem, was er gemeinhin als “Natur” zu bezeichnen pflegt. Wenn wir so weitermachen, werden wir in hundert Jahren nur noch in hermetisch von der Außenwelt abgeriegelten Innenräumen leben und unsere Waldspaziergänge in Raumanzügen machen.

      • Reinhard Seevers sagt

        Wer erinnert sich noch an den Niederländischen Expo-Pavillon? Da wurde ja schon mal vertikale Landschaft vorgedacht, danach kamen etliche weitere Ideen der vertikalen Landwirtschaft. Es hat sich aber noch kein vernünftig denkender Investor angemeldet….warum auch, es gibt schlicht keine Notwendigkeit in diese Richtung zu denken. In asiatischen Metropolen, die eine hohe Verdichtung ohne Umland haben, da kann man sich so etwas vorstellen.
        Die essen aber auch Insekten und Algen….keine Kartoffeln und Schweinebraten.😎
        Und ein Volk umzuerziehen ist auch dort einfacher, als bei uns.

        • Karl Timme sagt

          Reinhard Seevers,
          in einem Kommentar vor ca. 3 Wochen (Natur und Technik) hatte ich schon einmal auf den Holländischen Pavillion (gestapelte Landschaften) hingewiesen.

          Aber vertical farming ist schon älter, wird schon lange in der Championzucht angewendet. In China gibt es schon länger Schweinemasthochhäuser (vor der Pandemie fand eine rückwärts gewandte Entwicklung statt, Ver- und Entsorgung).
          Jetzt werden Sie wieder gefördert.

          Im Bereich von Gemüse gibt es einige Versuchs Projekte in Städten und Stadtnähe.
          Ist hier unter strengen Hygienebedingungen möglich, kostendeckende Produktion zubetreiben (kein Pflanzenschutz nötig, durchgängige Vegetation, kuntinuierliche Ernte, Markt vor der Tür).

          Die Umerziehung zum Insektenfood läuft doch schon. Die vielen Beiträge mit dem Inhalt, Insekten als Eiweißlieferanten beenden das Roden der Urwälder und der Feedlost (Wer sammelt die Heuschrecken ein, was bekommen die zu Fressen?)

          Ist die Lösung für Afrika. Nachts (da schlafen die Heuschrecken) werden die Insekten Säckeweise gesammelt, getrocknet und gemahlen. Dann als Futtermittel oder Nahrungsergänzung (Nestle u. co) verkauft. Doppelter Nutzen: die Abgefressenen Felder können noch beerntet werden? und die Zusatzeinnahmen duch das Insektenmehl!???

          • Bauer Willi sagt

            @Karl Timme
            Bezüglich Insekten sollten Sie sich noch mal informieren. Ich habe da etwas Einblick und sehe da eine Möglichkeit für Landwirte.

            Der Verzehr von Insekten (bzw. Larven, bzw. Mehl) ist in Asien völlig normal. Die finden dafür Käse eklig…

            • Karl Timme sagt

              Ja, lehne diese Entwicklung auch nicht ab.

              Wollte nur die fehlerhafte Darstellung der Medien zu diesem Thema auf die Schippe nehmen, gerade in jüngster Zeit war immer von den Heuschrecken die Rede; nicht von Mehlwürmern und Co.

              Ist wie beim Insektensterben; es stirb die Biene!?

            • Karl Timme sagt

              Die Insekten sollen uns tierisches Eiweiß liefern.
              Hier wird ein tierisches Wesen (Schwein, Rind,Geflügel, u.a.) gegen ein anderes ausgetauscht.

              Geht es hier nicht nur um Ethische Gesichtspunkte; oder haben die Insekten eine bessere Futterverwertung (Wirkungsgrad)?
              Bei der Heuschrecke ist das Insekt der Verlierer; Kilo Eiweiß je ha.

              • Karl Timme sagt

                Willi,
                ich habe in meiner Zeit, jetzt Rentner, auch viel Experementiert; zuletzt war ich der einzige Konventionelle Daten- Erfaßungsbetrieb im Lupinen Netzwerk in Niedersachsen.

                Professor Dr. Wilhelm Windisch Lehrstuhl für Tierernährung an der TU München : „Einen großen Teil des vermeintlichen Eiweißgehalts vieler Insekten macht das Chitin aus. Es wird bei der Analyse irrtümlich miterfasst, ist jedoch selbst kein Eiweiß und hat auch sonst keinen Nährwert. Ohne das Chitin enthalten Insekten ähnliche Gehalte und Qualitäten an Eiweiß wie andere Nutztiere auch”.
                Soweit “eine” Wissenschaftliche Einschätzung.

                Es gibt hier sicherlich noch viel Forschungsbedarf, aber schon heute ist es hipe, und läst sich dadurch Geld verdienen; vorausgesetzt wie bei jeder Tierhaltung, mann hat nicht nur die Fachkompetenz,sondern behält die Ökonomie im Auge.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Bauer Willi
              Der Sohnemann züchtet Heuschrecken, wie sie uns mal mitgeteilt haben, deshalb sehen sie das positiv, ist auch verständlich.

              Kann mir nicht vorstellen, dass ich die Viecher in meinen Menüplan einbinde. Aber wer weis, Schnecken sind auch nicht jedermanns Sache und Froschschenkel und Stierhoden auch nicht.
              Maden mag ich auch nicht, weder im Apfel, noch in einer Zwetschge und auf dem Teller schon gar nicht.

      • Smarti sagt

        fingerphilosoph, ich dachte bei Aquaponik an lichtdurchlässige Gewächshäuser auf dem Flachdach eines Mehrfamilienhauses und ein Fischtank im Keller. Solche Mega -Pflanzenlabore haben überhaupt nichts mit Landwirtschaft, gesunder Ernährung oder Nachhaltigkeit zu tun – Wahnsinn wie viel Geld da fliesst ! Und für was ?

  9. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    „Vertical Farming“ – Wollt ihr dann nach oben oder nach unten?

    In der DDR hatte man diese Idee bereits realisiert: Die Schweine mehrstöckig nach oben – deren Exkremente der Fliehkraft folgend. – Hat sich ein solches Modell bewährt?

    Sicherlich kann man unseren Pflanzen problemlos mehrstöckig Licht simulieren. Dieses Licht fällt sprichwörtlich vom Himmel, d.h. wir wandeln unter dem Gesichtspunkt des Energiebedarfs Sonnenenergie in elektrische Energie um, diese wiederum zurück in Licht. Wirkungsgrad wird gemutmaßt wohl sicherlich über 1 liegen!? Ein „Perpetuum mobile“ quasi! – ENDLICH!

    Welche Probleme treten aber beim Kultivieren in Gewächshäusern auf? – Alle Freunde dieser Pflanzen fühlen sich dort extrem wohl, deren Begehrlichkeiten zu begrenzen, fehlt es künftig zunehmend an geeigneten Werkzeugen…! Um speziell dieses Problem zu lösen, wird obiges Podium wohl aber gleich die Lösungen aus dem CRISPR/Cas-Werkzeugkasten mitzuliefern wissen!?

    Ist eine künftige vertikale Produktion demnach günstiger als die gegenwärtig horizontale; schlussendlich kann man die Kostenfrage nämlich nicht ausblenden. Bauliche Höhe kostet aktuell Geld, viel Geld sogar! Gerade in jenen Regionen, wo die Bodenpreise exorbitant hoch sind, ist eine vertikale Produktion also gerechtfertigt!? – Komfortables Schweinehochhaus meets „Burj Khalifa“; …das(!) ist Nachhaltigkeit in Reinstform. Idealerweise die „Pangasius-Aquakultur“ gleich in der direkten Nachbarschaft. 🙂

    Wer braucht das!? – Lösen sich damit die Probleme unserer heutigen LW quasi in Luft auf bzw. verschwinden im Boden!?

    Jeder clevere Unternehmer macht sich vor dem Produktionsbeginn erst einmal Gedanken über den grundsätzlichen Absatz. Wer in vorstehend hoch qualifizierter Expertenrunde wird uns dahingehend Auskunft erteilen!?

  10. Günter sagt

    Bei uns wird seit Generationen vertical Farming praktiziert.
    Schöne Grüße aus Südtirol. Günter

  11. Franz Josef Schäfer sagt

    Hatte vergangene Woche die Gelegenheit, an einer Onlineveranstaltung der Grünen in unserem Kreis (AW) zum Thema Agrarwende teilzunehmen. Nachdem ausgiebig über die industrielle LW, Massentierhaltung, Antibiothikaeinsatz, Nitratbelastung usw…. diskutiert wurde, kam auch das Thema “Indoorfarming” zur Sprache. Um es vorwegzunehmen: Es gibt nicht wenige, auch aus den Umweltverbänden, die Vertical Farming zumindest andenken.!
    Dann habe man die Möglichkeit, unsere Kulturlandschaft weitestgehend zu renaturieren und großflächig PV -Anlagen zum Erreichen der Klimaziele zu installieren.
    Auf meine Nachfrage, wer denn diese Indoorfarmen betreiben solle, blieb man mir eine Antwort schuldig. Keine Rede mehr vom kleinen, familiengeführten (Bio) Betrieb. Der Zweck heiligt die Mittel.

    • Bauer Willi sagt

      Es gibt dazu schon Bücher:
      https://www.oekom.de/buch/vom-ende-der-landwirtschaft-9783962382070

      Und das steht in der Ankündigung: “Er entwirft eine provokante Zukunftsvision, in der Lebensmittel und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse aus dem Labor kommen – nicht als unappetitlicher Brei, sondern wie frisch vom Feld. Auf Äckern und Weiden darf sich dann die Natur wieder ausbreiten.”

      Nicht von ungefähr ist das Buch im Oekom-Verlag erschienen…

      • Günter sagt

        Hoi Willi,
        des ist stärker Tobak, des Buch.
        Mich wundert immer mehr mit welchen
        Schmarrn die Leute Geld verdienen.
        Und Dich bewundere ich für Deine Bereitschaft sich damit auseinanderzusetzen

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Aus dem Artikel:

        Mähen auf Teufel komm raus.

        Hoffentlich haben noch alle Betriebe eine Sense zuhause, die Insekten werden es euch danken.🤣

          • Thomas Apfel sagt

            Das ist so ein Grundsatzstreit, Inga. Die Naturschützer hätten lieber Fingermähwerke als rotierende, vor denen die Tiere (wegen der Rotations- und Fahrgeschwindigkeit) schlechter flüchten können. Ob das so starken Einfluss hat, wie behauptet, ist unklar. Beispielsweise vertragen Feldlerchen ohne Probleme unbeschadet Überfahrten mit Mähwerk oder Mulcher über ihre Nester- solange z. B. die Höhenführung über Räder und nicht Walzen gelöst ist. Der Teufel steckt wie immer im Detail.

          • brouss sagt

            Bei einem Fingermähwerk fallen die Pflanzen einfach nach hinten um und das werden die meisten Insekten erst mal überleben.Bei Rotationsmähwerken wird alles durcheinander gewirbelt. Da gibt es dann auch keine Hasen oder Kitze mit abgemähtem Fuß mehr, sondern da bleibt dann “Gulaschartiges” übrig.

  12. BURKHARD Schön sagt

    Hallo ich finde das schon interessant, besonders in der Gemüseproduktion, würde aber die Erwartungen von wegen “die Zukunft” nicht so hochschrauben. Habe mal selbst an einem Aquaponic – Webinar aus Australien teilgenommen, sehr prakmatische Leute da. Leider komme ich hier in der Bürokratischen Republik Deutschland vor lauter Zettelausfüllen nicht dazu so was mal im kleinen zu probieren. Am Ende wäre mir vertikal Farming in Deutschland lieber als horizontal Farming unter ausbeuterischen Bedingungen und niedrigen Standards in Rumänien o.ä.

    • Bauer Willi sagt

      Ich will ja nicht zu viel verraten: Aquaponic und vertical farming ist nichts Neues. Genauso wenig wie “Regenerative Landwirtschaft”.

      Bei Vertikal Farming muss mir erst mal jemand vorrechnen, wie da die Klimabilanz ist. Licht und Wärme müssen ja bereitgestellt werden. Ventilation, Luftfeuchte etc. kommt noch dazu. Bin gespannt, was da die Experten zu sagen…

      • Reinhard Seevers sagt

        So lange nur Tomaten, Salat und Kräuter angebaut werden, und keine Kalorien erzeugt werden, so lange ist das nichts weiter, als crowdfunding oder Abzocke von Menschen, die die Welt mit anderen Mitteln retten möchten.
        Das Entropie-Gesetz wird immer die Grenzen der Machbarkeit sein, da können die Hochhäuser bis in den Himmel wachsen, das funzt nicht.

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