Seit dem letzten Bericht hat sich viel getan. Ich berichte nur über die Region, die ich übersehen kann, oder was ich von Berufskollegen aus anderen Regionen gesagt bekomme. Gerne schreiben Sie in die Kommentare über die aktuelle Situation bei Ihnen, dann aber bitte mit Ortsangabe oder Postleitzahl.
Hier in der Region dürfte der Weizen zu 90% geerntet sein. Die Strohbergung ist auch in vollem Gange, so dass wir ein Bild haben wie im Herbst. Mit der Rapsernte haben wir gestern begonnen und wieder aufgehört. Das Rapsstroh ist noch zu grün und ein paar grüne Schoten sind auch noch zu finden. Ich habe gelernt dass man bei der Rapsernte nur einen Fehler machen kann: zu früh dreschen. (Weil dann die grünen Schoten nicht richtig ausgedroschen werden und der Ölgehalt niedriger ist)
- Wie sieht es mit den Erträgen aus?
Wintergerste (wir selbst haben keine) soll gut bis sehr gut gewesen sein. Beim Weizen hatten wir eine Sorte mit einem guten Ertrag, aber niedrigem Proteingehalt (11,2 bis 11,6%) und eine zweite Sorte mit niedrigerem Ertrag, aber hohem Proteingehalt (13,2 bis 13,6% und einem Hektolitergewicht von rund 82).
Ich bin ehrlich: für die Tatsasche, dass wir zur Kornfüllungsphase 40 Grad Celsius hatten, bin ich überrascht, wie gut die Weizenernte doch noch gelaufen ist. Auch wenn Sie unter dem langjährigen Schnitt liegt.
Die eine kleine Parzelle Raps, die wir geerntet haben, hatte einen durchschnittlichen Ertrag aber einen niedrigen Ölgehalt. Das kann sich aber ändern, wenn wir in ein paar Tagen die Rapsernte fortsetzen. Dann ist auch das Rapsstroh hoffentlich trockener und das Dreschen geht einfacher.
Sehr große Sorgen macht mir die anhaltende Trockenheit. Denn letzten Niederschlag hatten wir am 19.6. und für die nächsten zwei Wochen ist überhaupt kein Regen vorhergesagt. Regen ist im Norden gefallen, etwa bis nach Westfalen und auch im Süden hat es in den letzten Tagen gewittert. Das Rheinland wurde immer ausgespart und auch die Prognose sieht nicht gut aus. Der Mais beginnt auch auf Böden mit 90 Bodenpunkten die Blätter zu rollen und die Rispe zu schieben. Dabei ist er mal gerade mannshoch (bei mir 1,80 m). Die Zuckerrüben lassen die Blätter hängen und auch die Kartoffeln beginnen zu welken.
- Wie sieht es anderswo aus?
In Frankreich soll es noch schlimmer als bei uns sein. Coceral hat die Ernteprognose für Mais deutlich gesenkt. In Süddeutschland sind die Erträge zum Teil katastrophal, in Norddeutschland dürfte alles normal laufen, weil es dort kühler und nasser war. Dort beginnt man erst mit der Gerstenernte.
- Und die Preise?
Die Erzeugerpreise haben lange nicht reagiert. Jetzt steigen die Preise für Weizen und Raps leicht an, weil man realisiert, dass die Mengen, die im Frühjahr prognostiziert wurden (ich frage mich immer, was das soll) nicht eintreffen werden. Das trifft aber nur für Europa zu, in anderen Teilen der Welt wird gut geerntet und der Weltmarktpreis reagiert nur, wenn wirklich nennenswerte Veränderungen gemeldet werden. Ein Aspekt am Rande: einige deutsche Mühlen haben schon oder erwarten Versorgungsengpässe mit Rohstoffen, weil das Niedrigwasser des Rheins weniger Frachtvolumen bedeutet. Es ist auch nicht auszuschließen, dass in Kürze die Schifffahrt komplett eingestellt wird. (Mein Tipp: bevorraten Sie sich schon mal mit Mehl und Rapsöl.. 🙂 )
In den letzten Jahren haben wir oft die Ware außerhalb der Kontrakte nach der Ernte verkauft. Aktuell werden mir für Weizen rund 200 €/t geboten, für Raps rund 500 €/t. Der Rapspreis gefällt mir, bei Weizen wünsche ich mir 220 €/t (und gerne auch mehr) Ich halte das für realistisch und bin der Meinung, dass der Markt die niedrigeren Mengen noch nicht realisiert und eingepreist hat. Warten wir ab.


Guten Morgen zusammen,
auf euch gestoßen bin ich als interessierter Beobachter aktueller Entwicklungen in der Ernte 2026. Den Bookmark habe ich gesetzt, weil die wertvollsten Aussagen bilden die Summe derer, die aus erster Hand berichten. Nicht erst die Lobby. Das gefällt mir sehr!
Mein Eindruck ist, dass die Ernte wohl besser läuft als die meisten erwartet hätten trotz der Schwächen im Ergebnis, die vorab bereits offensichtlich waren. Soweit zum Thema, das ich als nicht-Landwirt aus der allgemeinen Stimmung als vorläufiges Fazit für mich selbst ziehe.
Aber ich kann einen Beitrag leisten zur Diskussion hinsichtlich der Ursachen. Seit rund 150 Jahren schürt die Spezies Mensch zunehmend ein offenes Feuer in einem geschlossenen Raum und wirkt hilflos irritiert, dass das Konsequenzen nach sich zieht.
Das Bild wirkt möglicherweise sehr abstrakt. Ich habe einen potentiell anschaulicheren Vergleich. Wir alle sind mutmaßlich voll der Überzeugung, dass es eine tolle Idee ist, ganzjährig einen leistungsfähigen Heizlüfter in einem Gewächshaus zu betreiben und wundern uns, dass es vor allem im Sommer wärmer wird als in der Zeit vor dem Heizlüfter.
Wollte man für nachfolgende Generationen eine nachhaltige Besserung der Situation erzeugen, müsste man sich vorab eingestehen, dass man einen kontraproduktiven Weg beschreitet.
Dabei will ich nicht ausschließen, dass sich keiner Gedanken darüber macht. Wer sich jedoch tiefer in die chemisch-physikalische Wirkung von Treibhausgasen einarbeitet und versucht diese auf einen globalen Maßstab zu skalieren, erkennt relativ schnell die langfristigen Folgen und es ist nur verständlich, dass man sich dann selbst einredet: „Ach komm…das betrifft mich, meine Kinder und deren Kindeskinder eh nicht…“
CO2 hält sich in höheren Luftschichten für einige hundert Jahre. Die einzigen bekannten Fälle dieser Zustände und Mengen können Geologen aus ihrer Forschung dokumentieren. Üblicherweise verursacht durch außergewöhnliche seismische Aktivität haben äquivalente Mengen Treibhausgase über längere Zeiträume schon immer zu starken meteorologischen Verwerfungen und final zu Massensterben geführt.
Zustände, die für den Verbraucher nicht greifbar waren und sind. Will auch normalerweise keiner hören. Weil es am Ende zählt nur das hier und jetzt. Und jetzt passiert das ja alles nicht 😉
Habt eine schöne Woche und hoffentlich weiterhin eine den Umständen entsprechend gute Ernte.
einige Beiträge im heutigen blog zu diesem ernsten Thema Einfluss von Hitze auf die Landwirtschaft sind schon mehr als peinlich und man könnte laut Lachen wenn es nicht so ernst wäre. Auf den Hinweis 1976 war ein Jahrhundersommer fällt einem blogger nichts besseres als Antwort ein als schon 1970 und 1974 war es heiss und im Vergleich zu 1976 war der Sommer 2003 ein wirklicher Jahrhundertsommer. Zu lange in der Hitze gestanden oder zu heiss gebadet?
Seit 1976 sind ja schon 60 Jahre vergangen bzw mehr nimmt man 1970 als Ausgang. Im Verlaufe dieser Zeit gab es mehrere Aufregerjahre, ich meine heisse Jahre, mit reichlich Medienorchester schlimm, Weltuntergang, es muß sich etwas ändern. Möglichkeiten aktiv zu werden gibt es schon 60 Jahre aber was hat insebeondere Deutschland aber auch Europa gemacht? Nix ausser weiter populistisch agiert und Lösungsmöglichkeiten ausgeschlossen. Dazu gehören schnelle Verfügbarkeit neuer angepassster Sorten mit neusten Züchtungsmethoden aber auch moderne Minimalbodenbearbeitungssysteme. Nein sagen Anhänger einer Glaubensgemeinschaft das wollen wir nicht. Na dann.
Wie man mit solchen Themen umgeht zeigen uns neuerdings die Inder. Dazu ein beitrag in der RP „Indien zeigt, was Genomeditierung in der Landwirtschaft kann“ dort heisst es: „Indien änderte bereits 2022 die Regeln und hat 2025 erste praktische Erfolge vorgestellt: Zwei genomeditierte Reislinien zeigten in Feldversuchen höheren Ertrag bei geringerem Dünger‑ und Wasserbedarf. Eine Linie ist speziell an karge, salzhaltige Standorte angepasst. Hier wurde das Gen mit der Bezeichnung DST (Drought and Salt Tolerance) durch Genomeditierung ausgeschaltet.“
https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/indien-zeigt-was-genomeditierung-in-der-landwirtschaft-kann/ar-AA27X7aO
Naja, die gespielte Aufregung mit dem Hinweis auf einen subtropischen Standort mit völlig anderen Bedingungen und Voraussetzungen zu begründen, finde ich etwas wohlfeil.
Außerdem steht bei uns die Grundsâtzlichkeit nationaler Landwirtschaft in Frage, welches Problem soll denn für welchen Anbau gelöst werden?
@L
Vielleicht reicht Ihr Erinnerungsvermögen nicht aus, um sich an die heißen Sommer der frühen 70er Jahre entsinnen zu können. Vielleicht wird Ihnen ja auch die Gnade der späten Geburt zuteil? Oder Ihre diesbezügliche Fähigkeit korreliert mit einer latenten Rechenschwäche?
Klimaaussagen bedingen immer größere Beobachtungszeitspannen. Unter 30 Jahre geht das gar nichts. Und ja, die Einsicht, dass es sich bei den schon etwas länger zurückliegenden Ereignissen lediglich um einen Einstieg in eine sich beschleunigende Klimaveränderung handeln könnte, war wohl nicht gegeben. Ob kurzfristige tiefgreifende
Veränderungen gentechnischer Art schon damals auf dem Tisch lagen, möchte ich doch sehr bezweifeln. Auch heute sind diese Möglichkeiten noch sehr umstritten. Noch immer wird Milch mit dem Zusatz „ohne Gentechnik“ wohlwollend vom Verbraucher nachgefragt. Wer glaubt, dass genau dieser Verbraucher schnell auf Gentech-Milch umschwenkt, der liegt wohl falsch. Und selbst unser Berufsstand war noch „gestern“ ein harter Gegner der Gentechnik; schon vergessen? Dass sogen. Schwellenländer, aufgrund ihrer Bevölkerungsentwicklung, vor ganz anderen Versorgungsproblemen stehen, dürfte wohl klar sein. Ob dort mit der notwendigen Sorgfalt bei der Problemlösung vorgegangen wird, bleibt fraglich.
Wenn hier heute Berufskollegen plötzlich in der Gentechnik die Lösung vieler Probleme sehen, ist das einfach zu kurz gedacht. Die Erzeugerpreise belegen, dass immer noch zu viel und auch zu teuer produziert wird. Milch, Schweine und Getreide sind aktuell ökonomisch schwarze Löcher. Wem wäre gedient mit noch höheren Produktionsraten?
Dazu kommt die ganz einfach nicht vorhandene Nachhaltigkeit. Ressourcen die heute wegen der angestrebten und nicht notwendigen Produktionsraten vergeudet werden, können in einer schwierigeren Zukunft nicht mehr angezapft werden. Eigentlich beschämend für eine Zunft, die für sich in Anspruch nimmt, Generationen übergreifend zu denken und zu handeln.
Bericht aus Österreich laut „Land schafft Leben“:
Laut GeoSphere Austria fiel österreichweit zwischen 1. Jänner und 30. Juni etwa ein Viertel weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. In einzelnen Regionen war es sogar so trocken wie seit 1885 nicht mehr. Die Getreideernte ist gerade in vollem Gang. Österreichweit wird aber aufgrund der Trockenheit mit 15 Prozent weniger Ertrag gerechnet, im Osten erwarten Betriebe zum Teil sogar Verluste von 40 bis 50 Prozent. Beim Grünland werden sogar die höchsten Ernteausfälle erwartet. Bäuerinnen und Bauern müssen teilweise jetzt schon Vorräte verfüttern oder Futter zukaufen.Immer wieder kommt es vor, dass die Restglut einer Zigarette ganze Felder oder Wälder in Brand steckt.
Seit 1995 versucht man mit Angst Politik zu machen und warnt vor den wirtschaftlichen Folgen allfälliger Klimaveränderungen. Aber wir haben keine Angst! Wir bauen Bunker und Waffen und wir helfen der Ukraine, ihre Bevölkerung zu dezimieren. Recht durch Stärke!
Jawoll, wir sind die Größten! Es muss gestorben werden (Horst Köhler). Wir brauchen eine „Schöpferische Zerstörung“ (Peter Schumpeter). Deswegen pilgern unsere konservativen Funktionsmöbel auch zu den Tech Bros und lassen sich beraten, wie man ein Land wie einen Konzern führt! Hier sind alle bereit für den großen Opfergang. Können die Nachgeborenen (falls es welche geben wird, die dazu in der Lage sind) etwas in ihre Geschichtsbücher schreiben und so oder so interpretiern…
Haben Sie heute wieder ihre Tabletten vergessen?
Ich warte schon jeden Tag darauf, dass Sie im Forum gesperrt werden.
„Stadtie“ ist eigendlich ein ganz Lieber.
Ich weiß auch nicht, was ihn seit einiger Zeit so frustet.
Er hätte vielleicht doch lieber bei mir Trecker fahren sollen.
Kommt man auf andere Gedanken.
Du solltest ihm schon sagen, dass er den Fendt 700 Vario fahren darf, nicht einen Kramer KL 11. 😉
Jahrhundert-Sommer 1976: Als Deutschland vor der Hitze in die Knie ging https://share.google/flS7euktjY67EaooT
Aus der Geschichte lernen, oder aus eigener Lebenserfahrung dazu beitragen……alles schon mal dagewesen, alles wird gut….wir schaffen das!
Bischen mehr Gottvertrauen, dann wird das schon.✊💪
@RS
Natürlich, dieser Planet hatte auch schon mal eine Oberflächentemperatur von mehr als 5.000° C. Alles kein Problem,……………………….für den Planeten.
Ansonsten betrachte man einfach mal die Häufigkeit von Extremtemperaturen innerhalb eines Jahrzehnts.
Kemet,wärst du denn auch bereit und offen über die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf unser regionales Klima zu reden, oder würde das wieder deinen Verschwörungstrigger aktivieren?
@RS
Wie sagt doch gleich @BW : Einen Tod muss man sterben.
Übrigens, Ihr Jahrhundertsommer 1976 ist wohl nur in Ihrer Erinnerung der Supersommer gewesen. Schaut man sich die objektiven Daten an, handelt es sich nicht einmal um einen Jahrzehntsommer. Schon 1970 und 1974 wurden Temp. bis 38, 39 bzw. 40°C gemessen. Auch war die Trockenheit von Juli bis August keineswegs außerordentlich. Dagegen war der Sommer 2003 ein wirklicher Jahrhundertsommer. Es waren die bis dahin höchsten Temperaturen in D. mit 40,5°C gemessen worden. Die regenfreie Zeit begann schon im Mai und endete erst im August. Die Jahresdurchschnittstemp. des Jahres 2003 lag um 3,5°C über den Mittelwert. (1995 bis 2005)
Der aktuelle Höchstwert von 41,7°C (Sachsen) gehört in den noch laufenden Sommer.
Kemet, es ist/war nicht „Mein“ Jahrhundertsommer. Er wird in dem Text so genannt. Da ich ihn selbst erlebt habe und ihn real in den derzeitigen Kontext stellen kann, bleibe ich dabei……mimimi einer Angstgesellschaft ohne Erfahrungsbezug.
Eines darf bei der Diskussion nicht vergessen werden :
Der Weltklimarat ist der gleichen Meinung wie ich seit 25 Jahren :
Durch den Klimawandel wird die Welt feuchter werden! Es müsste in Europa immer weniger Dürren geben,den Europa ist von Meeren umgeben.
@e
Nicht „die Welt“ wird feuchter. Es wird Regionen geben die absaufen werden und es wird Regionen geben die verdorren werden. Dazwischen liegt eine ganze Bandbreite von feucht bis trocken.
damals waren wir am
6.8.76
mit der Ente fetig.
Der Nordwesten wurde im Frühjahr gut und ausreichend mit Niederschlag versorgt. Die Wintergerste hat davon profitiert, meist wurden gute Erträge erzielt. Weizen und Roggen stehen noch aus, werden aber sicher etwas abfallen.
Sehr problematisch ist der Niederschlagsmangel jetzt für Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben, die z.B. im Kreis Emsland rund 60% der Fläche ausmachen. Da wo nicht beregnet werden kann und die Böden sehr leicht sind, muss schon jetzt mit Totalausfällen gerechnet werden. Nennenswerte Niederschläge sind auch für die nächsten 2 Wochen nicht in Sicht.
Die zu erwartenden Preissteigerungen bei Getreide werden auch die Futtermittelpreise steigen lassen und den Schweine haltenden Betrieben zusätzlich zu schaffen machen.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen werden in der Region zunehmen und Betriebsaufgaben nach sich ziehen, so dass auch die Einkommen (direkt und indirekt über Pachten sowie den vor- und nachgelagerten Sektor) für den gesamten ländlichen Raum sinken.
Im westlichen Münsterland gibt es wieder den üblichen Flickenteppich. Regen und Dürre
dicht beieinander. Bei uns Regenmengen wie beim Gerhard, aber die 3 mm im Juli hat sich das Wetter hier auch weggespart. Damit wir nicht übermütig werden. Die Erträge geht so, aber kein Grund zur Freude. Weder von der Menge, noch von der Qualität. Wir haben eben Sandboden, zum größten Teil. und die Schweine? Man braucht schon viel Zuversicht dieses Jahr.
Welche Mühlen haben denn schon Engpässe? Wir haben das erste Mal von unseren Flächen Weizen in Brotweizenqualität geerntet! Keine Mühle will ihn haben, sie wären versorgt. Als Futterweizen könnten wir ihn abliefern. What?? Jetzt lagern wir ihn selbst für unsere Sauen ein, die wissen die Qualität zu schätzen.
Der nicht so gute, der jetzt noch kommt, wird verkauft.
Wintergerste lief bei uns auch sehr gut, kleine Lichtblicke zum Freuen, wenn die katastrophalen Ferkelpreise nicht wären
„weil das Niedrigwasser weniger Frachtvolumen bedeutet“.
Das hört sich ja alles nicht gut an und man kann nur hoffen , daß jetzt die Preisrally noch oben beginnt. Hier in Niedersachsen und Südhannover haben wir keine Dürre. Die Gerste ist gerade gemäht und die Weizenernte wird erst nächste Woche beginnen. Erste durch Schwarzbeinigkeit und Halmbruch geschädigte Flächen werden wohl schon gemäht. Gerste soll lt Berater zwischen 9 und 12 to/ha gebracht haben. Wir haben nur Weizen und bereiten langsam alles vor . Viel Grün ist noch zu sehen. Bis heute haben wir in diesem Jahr rd. 300 mm Regen bekommen. Davon 110 mm im Mai, 55 mm im Juni und 11 mm im Juli. Sieht so alles gut aus. Ob die Hitze zu Schädigungen geführt hat werden wir erst mit der Ernte sehen. Rüben , Kartoffeln und Mais stehen gut. Keine Beeinträchtigungen. Die Dürre beginnt in Hessen bis Slowenien und natürlich im Rheinland, so mein Eindruck in den letzten Tagen bei Urlaubsrückfahrt.Durch die Feuchtigkeit haben wir die Rüben schon mit Fungiziden gegen Blattkrankheiten behandeln müßen , da die Schadschwelle schon erreicht war. Die Börse springt schon kräftig an , sodaß der Getreideverkauf , wenn man etwas wartet , zu einem guten Verkaufspreis führen kann. Große Ernte haben noch nie zu großen Preisen geführt, sondern immer kleinere Ernten ! Hungernot in Afrika , Versorgungsengpässe, Düngerpreise , kleinste Ernte seit 1877 in den USA, 40% geringere Ernte in Australien, Krieg in der Ukraine und Iran , usw. werden notgedrungen zu höheren Preisen führen. Vor der Ernte fehlten weltweit schon 70 Mill. Getreide , aber mit den geschilderten Rahmenbedingungen werden es sicherlich schnell mal 100 Mill. Tonnen werden. Damit werden wir ein logistisches Verteilungsproblem weltweit bekommen denn wenn von rd. 300 Mill Tonnen Weltvorräten rd. ein Drittel abgebaut wird ist das schon eine Katastrophe. Das ist das Ergebnis von Politik und den spekulativen Geldmärkten. Kein Farmer dieser Welt hält bei diesen Geldspekulanten das wirtschaftlich durch und hat eben die Flächen reduziert und jetzt auch noch die Dürre und Kriege. Das ist der Zeitpunkt in der Politik und Gemeinwesen umdenken müßen , denn Hunger hat schon manches Imperium umfallen lassen. Auch bei uns besteht so die Systemfrage ?! denn Politik hat sich am Bürger und nicht an seiner Macht zu orientieren.
„Wir haben nur Weizen“…
Wie sieht denn deine Fruchtfolge aus?
Gerade kommt die neue Ernteschätzung des DRV herein. Wegen Hitze und Trockenheit rechnet man jetzt mit einem Rückgang der Erzeugung von 1,5 Mio t Getreide in Deutschland.
https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/pflanze/getreideernte-2026-hitzewelle-wirkt-sich-negativ-auf-erntemenge-aus_article1784197479.html
Bericht aus dem Steigerwald – Gemeinde Oberscheinfeld. Das Liegt in Nordbayern auf halben Weg zwischen Würzburg und Nürnberg ganz in der Nähe der A3.
Wir haben hier eine ausgewachsene Trockenheit, eigentlich schon eine Dürre.
Die Niderschläge seit März.
März – 31 mm
April – 17 mm
Mai – 44 mm
Juni – 31 mm
Juli – 3 mm
Und das bei viel Wärme bzw Hitze und oft trocken Ostwind.
Die Ernte ist hier im großen und ganzen vorbei. Die Erträge sind sind von geht so bis schlecht. Weizen zwischen 45 bis 60 dt. Raps häufig unter 30 dt, eher Richtung 20. Futtergertreide ging etliches in die GPS für Biogas. Mais wird ein Fiasko. Bis auf ein paar bessere Äcker ist der Mais häufig nur einen halben Meter hoch oder noch deutlich kürzer, und geht jetzt in die Welke. Wenn es so weiter geht dürfte so manche Fläche wohl noch im Juli geerntet werden, um zu retten was zu retten ist. Sonnenblumen sehen noch eingermaßen vernüftig aus.
Am Dienstag Abend gab es hier im Landkreis teilweise heftige Gewitter. 5 Kilometer von uns entfernt kamen 37 Liter runter, bei uns nur die erwähnten 3.
Schwer erwischt hat es bei uns im Landkreis NEA den Ort Uehlfeld mit Hagelschlag. Luftlinie von mir 20 km weg. Beschädigte Autos und Dächer. An der Kirche hat es die Ornamentfenster eingeschlagen und etliche Keller sind vollgelaufen.
In dem Ort gab es eine der größten Populationen an Weißstörchen in Deutschland. Jetzt wohl nicht mehr. Laut Medienberichten lagen viele tote Störche in den Strassen, vom Hagel erschlagen.
Ein paar Kilometer entfernt war die Feuerwehr zeitgleich damit beschäftigt brennte Getreidefelder bzw. Stoppelfelder zu löschen.
Nochwas von mir.
Ich habe diese Jahr erstmalig eine Mehrgefahrenversicherung abgeschlossen, auch für Trockenheit.
Meine Referenz Wetterstadion des DWD gibt einen kritschen Wert von 111 mm Niederschlag vom 1 März bis 30 Juni vor, ab der dann eine Auszahlung für Trockenschäden erfolgt. Tja, bis zum 1.7.26 um 1 Uhr Nachts hatten wir an diese Stadion 103 mm. Allerdings geht die Niederschlagserfassung des DWD immer von 6 Uhr UTC bis 6 Uhr UTC des Folgetages. Also von 8 Uhr MESZ bis 8 Uhr MESZ. Und eben in dieser Nacht auf dem 1.7. kamen von 1 Uhr bis 4 Uhr früh nochmal 20 Liter herunter an dieser Stadion. Leider verloren.
Pause zwischen WGerste und WWeizen. Der Raps braucht noch mind. 1 Woche hochsommerliches Wetter. Da wir zwischenzeitlich immer mal wieder z.T. ergiebige Regenfälle hatten, ist der Naturalertrag überall überdurchschnittlich. Die WGerste brachte hier, auf sehr unterschiedlichen Böden von lS bis tL reichend, 65 bis 85 dt/ha. Auch beim WW werden gute bis sehr gute Naturalerträge erwartet. Mais- und ZR-Bestände sind gut bis sehr gut. Lediglich auf den sandigen Standorten macht sich leichte Trockenheit bemerkbar. Völlig desaströs sind allerdings die Erzeugerpreise. E-Weizen 190€/t, A-Weizen 175€/t, B-Weizen 165€/t und Futterweizen ca. 155€/t. WTriticale wird mit 140 bis 150€/t gehandelt. WGerste bracht ca. 150€/t. Beim Raps werden zwischen 405 und 445€ geboten.