Bauer Willi
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Bauernhöfe können beschlagnahmt werden

Am Mittwoch, 30. November 2016 hat das Kabinett ein Gesetz verabschiedet, nach dem im Katastrophenfall zur Versorgung der Bevölkerung auch Bauernhöfe beschlagnahmt werden können. Der FOCUS berichtete über die Pläne bereits im August:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/regierung-soll-bauernhoefe-bei-katastrophen-beschlagnahmen-koennen-a-1109774.html

Die Epoch-Times schreibt weiter dazu “Um Plünderungen zu vermeiden, sieht das Gesetz die Option vor, die Abgabe von Lebensmitteln unter staatliche Aufsicht zu stellen. Feste Abgabemengen oder Festpreise sollen dann Wucherpreise verhindern.”

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/enteignungen-moeglich-neue-notversorgung-im-katastrophenfall-ist-beschlossen-a1988004.html

Irgendwie hört sich diese Beschreibung bedrohlich an. Schon die Ankündigung dieses Notfall-Regelungen im August diesen Jahres hatte ein hohes mediales Interesse hervorgerufen. Selbst “Verschwörungstheorien” (“Weiß die Regierung mehr als sie sagt?”)  machten die Runde.

Wie man sieht, sind wir Bauern doch nicht so unwichtig….

Wir haben derzeit rund 50 Gläser Marmelade im Keller stehen. Da werde ich jetzt aber schön drauf aufpassen…

Euer Bauer Willi

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39 Kommentare

  1. Andrea sagt

    Das hatten wir doch schon mal unter Adolf. Wenn die Bundesregierung weiter die Landwirtschaft an die Wand fährt gibt es nichts mehr zu pfänden. Dann können die nach Osteuropa oder China fahren.

  2. Wenn alle Höfe beschlagnahmt werden, dann ist die Ernährungssituation so gut wie in Kuba und anderen sozialistischen Staaten. Jeder Privatmann oder Frau muss dann seinen Vorgarten, sofern er einen hat, “umpflügen”. Dann merken alle Kritiker wie schwer es ist Landwirtschaft zu betreiben. Wer dann noch 20 verschiedene Vorschriften bekommt, wie er es zu machen hat, wird freiwillig fasten und dazu beitragen die Gesundheitskosten zu reduzieren

  3. Ehemaliger Landwirt sagt

    @ Bauer Willi

    Zitat:
    Wir haben derzeit rund 50 Gläser Marmelade im Keller stehen. Da werde ich jetzt aber schön drauf aufpassen…

    Haste auch noch Wurstdosen (gefüllt) im Keller?

    Dann komm ich bei einer ernährungsbedingten Notlage vorbei. 😉 🙂

    Am Veganerzeugs hab ich kein Interesse. 🙂

    • Bauer Willi sagt

      Ja, aber die Wurstdosen reichen nur für uns 🙂
      Da wären noch zwei gut gefüllte Tiefkühltruhen. Meine Sorge ist aber, dass sich die direkte Nachbarschaft bei uns schon anstellen wird. Und bist Du aus dem Süden hier bist, ist das wahrscheinlich schon alles aufgefressen 😉
      Bauer Willi

    • Anwalt der Tiere sagt

      Kein Interesse am Veganerzeugs? Aber Sie sind doch der mit den Apfelbäumen. Sie machen wahrscheinlich ein Spanferkel daraus. Na toll.

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        der hat genug Schnaps im Keller, damit kann er sich jede Krise schön saufen…

  4. Marko sagt

    Also unter dem Gesichtspunkt: Katastrophenfall, also Ausnahmezustand,
    wäre mir eine staatliche Übernahme wesentlich lieber als eine Diskussion mit einem hungernden mistgabel- und fackeltragenden Mob…

  5. @Bauer Willi: Hast Du die Überschrift etwa nachträglich geändert? 😉

    Ein kleiner Nachtrag im Artikel wäre in diesem Falle schon angemessen.
    Und eine Klarstellung, dass ein gravierender Unterschied zwischen “beschlagnahmen” und “enteignen” ist.
    Und etwas Medienschelte, da auch diese den Unterschied nicht so genau nehmen.

    Btw. wo kann man den Gesetzentwurf eigentlich abrufen? Dann müsste man nicht blind glauben, was die Presse so schreibt.
    Und man könnte vergleichen, was sich wirklich ändert gegenüber den aktuell gültigen Gesetzen, die durch den Entwurf abgelöst werden sollen: Ernährungssicherstellungsgesetz und Ernährungsvorsorgegesetz (welche auch jetzt schon Enteignungen (!) vorsehen, allerdings nur von Produkten wie Getreide usw.).

    Solange ich den Gesetzentwurf nicht gelesen habe, erlaube ich mir die Vermutung, dass hier mal wieder heißer gekocht als gegessen wird.

    • Bauer Willi sagt

      Ja, die Überschrift habe ich geändert (allerdings vor der Veröffentlichung!), weil mir der Unterschied noch aufgefallen ist. Den Gesetzesentwurf kenne ich nicht im Detail, wichtiger wäre es aber zu wissen, was jetzt tatsächlich verabschiedet wurde.
      Bauer Willi

  6. Ottmar Ilchmann sagt

    Für die Milchbauern ist die Milchkrise der letzten beiden Jahre eine Katastrophe. Mancher hätte sicher nichts dagegen gehabt, wenn sein Betrieb für diesen Zeitraum beschlagnahmt worden wäre und der Staat die Verluste aus der Milcherzeugung getragen hätte 😉

  7. Uns betrifft das zum Glück nicht wir sind in Kanada… aber ich stelle mir das nur mal so vor.
    Der Staat beschlagtnahmt ganze Bauerhöfe. Was machen die Volzugspersonen mit den Besitzern / Bauern? Sie zwingen zu arbeiten oder was? Was machen sie dann wenn sich die Bauern weigern? Sie verhaften und einsperren? Super mal genug lange schlafen, mal den ganzen Tag keine Telefone, keine Gedanken was man heute unbedint erledigen muss und auch wenn man eigentlich gar keine Zeit dafür hat…mal richtig ruhe …Wer weiss dann noch wie und was zu tun ist auf den Höfen?
    Ah ja klar die 95 oder noch mehr Agrarspeziazialisten wo sowiso alles besser wissen… da kommt doch dann sofort die Frage auf welcher Beruf ist wohl einer der Existenz-Wichtigsten….
    Also ich wäre ab so einem Moment der Beschlagnahmung sowiso 100% arbeitsunfähig und hätte akkuten
    Gedächnis verlust… sollen die jetzt doch selber schauen wie der Betrieb laufen soll aber ohne mich/uns!

    • Ich seh das so sagt

      Lieber Fred
      es sind nicht 95 Agrarspezialisten, sondern Millionen, die drauf warten und Bauern mal zu zeigen wie man es richtig macht.
      Und zwar so ganz easy nebenbei und ohne Einsatz von Boden, Arbeit oder Kapital. Die meckern nicht dauern, sie brauchen keine Förderungen.
      Unbestätigten Meldungen zufolge arbeitet Frau Ministerin Hendricks bereits an einem Konzept zum Austausch der bestehenden Landwirte gegen -ACHTUNG JETZT KOMMT ES –

      FARMER NACH FEIERABEND
      “Landwirtschafts-Simulator 17” erntet Rekordverkäufe
      Bereits mehr als eine Million Exemplare innerhalb des ersten Monats verkauft. Wie Hersteller Focus Home Interactive in einer Aussendung bekannt gab, wurden im ersten Monat bereits mehr als eine Million Exemplare verkauft. Damit ist das diesjährige Spiel der Serie auf dem besten Weg, den Vorgänger zu überholen, der sich innerhalb eines Jahres rund drei Millionen Mal verkaufen konnte. Während sich die PC-Fassung auf Steam starker User-Wertungen erfreut, konnten die Versionen für PS4 und Xbox One in Deutschland sogar die Spitze der Charts erklimmen.

      Der Spieler entscheidet weitgehend selbst, welchen Aufgaben er nachkommt. Er könnte in den bereitstehenden Traktor klettern, die Egge ankoppeln und damit das Feld für die Aussaat von Weizen, Gerste, Raps, Sonnenblumen, Soja, Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben vorbereiten. Er könnte zu Fuß in den Wald laufen, mit der Kettensäge Bäume fällen, entasten und per Kran auf den Baumhänger verladen.
      Wen es nicht zur Feldarbeit hinzieht, der könnte sich auf den Weg zum Viehmarkt machen und nach guten Angeboten für Schweine oder Kühe Ausschau halten. Könnte theoretisch sogar den bereitstehenden Traktor entern, ins Weizenfeld fahren und Kornkreise mähen, einfach weil es halt lustig ist. Das wird aber nur begrenzte Zeit gutgehen.
      Denn der LW-Simulator versteht sich nicht als Just-for-fun-Entspannung, sondern als Wirtschafts-Simulation. Traktor, Hänger, Erntehelfer, Saatgut, automatische Trekkerfahrer und vieles mehr: Das alles kostet Geld. Getreide, Heu, Hackschnitzel aus Pappelanbau: Das alles bringt Geld und will also erarbeitet sein, damit die Bank nicht irgendwann das Darlehen für den neuen Supertrekker kündigt.

      Im Hintergrund des Spiels jongliert ein ausgefuchstes Warenwirtschafts-System mit Zahlen, und stellt Geldzufluss und -abfluss auf mehreren Bildschirmen umfassend dar. Es ist am Spieler, Einnahmen und Ausgaben im Blick, und den Betrieb am laufen zu halten. Wer erfolgreich haushaltet, kauft im Umfeld Land zu und bereitet so den Boden für wirtschaftliches Wachstum. Ob der Spieler das Kapital für die Anschaffung schicker Traktoren ausgibt oder in die Viehzucht investiert, ist wiederum seine Entscheidung. Der Erfolg ist keine allzu große Herausforderung auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade. Sehr wohl aber auf dem höchsten.
      Die Möglichkeit, Geräte zu mieten statt zu kaufen erweitert den finanziellen Spielraum. Wer keine Lust auf Feldarbeit hat, kann außer Kühen, Schafen und Hühner neuerdings Schweine als Nutztiere halten.

      Fazit: Nach einem langen Arbeitstag gemütlich in den Traktor steigen und das Feld bestellen: Der Landwirtschafts-Simulator 17 wirkt angenehm unhektisch zwischen den weitverbreiteten Reaktionstests, gerade auf Xbox One und Playstation 4. Technisch wirkt die Produktion aus der Schweiz zwar nicht auf Höhe der Zeit, aber das beeinträchtigt den Erlebniswert und das Erfolgsgefühl nach der ersten erfolgreichen Ernte nicht nennenswert.

      Mehr als 100 Fahrzeuge, 40 lizenzierte Marken, Karriere- und Multiplayermodus strafen das Vorurteil vom simplen Traktorsimulator Lügen. Trotzdem bleibt für noch nicht Eingeweihte die Frage: Warum spielen so viele Menschen so gerne Arbeiten?
      “Wir bieten eine romantische Alltagsflucht für Leute, die täglich im Büro arbeiten und einen Traktor nur von außen kennen. So haben sie die Gelegenheit, sich virtuell hinter das Lenkrad eines Fahrzeugs zu schwingen, das sie in der Realität sonst nie steuern könnten”, antwortet Renzo Thönen, Technical Artist bei “Landwirtschafts-Simulator”. “Es ist tatsächlich so, dass wir eine idyllische Version der Landwirtschaft abbilden. Und obwohl wir durchaus den modernen Bauernberuf zeigen – der ‘Landwirtschafts-Simulator’ simuliert ja Maschinen auf dem aktuellen Stand der Landwirtschaftstechnik –, bleibt trotzdem das ikonische Bild des Traktors, der übers Feld fährt, bestehen.”

      Helden der Arbeit
      Da wundert es wenig, dass knifflige Herausforderungen und knackiger Schwierigkeitsgrad meistens eher wenig gefragt sind. “Manche Leute spielen Simulationen zur Entspannung”, so Renzo Thönen. “Verglichen mit vielen anderen Spielen verlangen Alltagssimulationen in der Regel keine schnellen Reflexe, und das Spiel ist auch nicht gleich zu Ende, wenn ein Fehler gemacht wird. Das weitestgehend stressfreie Fahren durch idyllische Landschaften bei unserem Spiel hat sicherlich seinen eigenen Reiz.”
      Für die ‘Profis’ stehen eher Realismus und die Verwendung von echten Marken im Vordergrund, und sie wünschen sich verständlicherweise einen möglichst hohen Realitätsgrad. Gleichzeitig müssen wir aber auch Spieler ansprechen, die sich kaum oder gar nicht in der Landwirtschaft auskennen – schließlich machen auch Kinder einen nicht unbeträchtlichen Teil der Spieler aus. Der ‘Landwirtschafts-Simulator’ ist hier sozusagen die virtuelle Version des Traktors im Sandkasten.”

      Fest steht: Die Welt der Berufssimulationen ist für Außenstehende ein Kuriosum – für die Millionen Fans, die mit Begeisterung zwischen Dutzenden verschiedenen, mehr oder weniger auf Hochglanz polierten Simulationen verschiedenster, nur auf den ersten Blick banaler Berufswelten wählen können, sind sie mindestens so spannend wie die x-te Weltrettung vor immer gleichen Außerirdischen.
      Und das alles für 35 Euro.
      (Medien-Beschreibungen des Spiel zusammengestellt)

      Siehste lieber Fred, ist doch alles viel einfacher als du denkst.
      Ironie off.

      • Ok sorry war ein Schreibfehler… natürlich 95 oder mehr %!!! Ja ja es gibt paar ganz heimelige Farmspiele… möchte diese Farmhelden mal gerne bei mir haben ich hätte da schon ein paar intressant Reale Sachen auf lager um mal ihre Fähigkeiten zu testen????

  8. Friedrich sagt

    Unsere Politiker sind doch sehr verlogen. Schlagen immer auf uns ein und wenn es drauf an
    kommt wollen die bei uns alles beschlagnahmen. Erst sind wir der “Staatsfeind Nr. !”” , aber fressen sollen wir für Null liefern ! Verhungern sollen diese Gauner , lassen uns im Regen stehen und wollen dann in der Not zugreifen. Gehts noch !! Vorsorgen sollen Andere und abkassieren wollen die .

  9. rebecca sagt

    Merkel baut die DDR 2.0 Mehr oder weniger beschlagnahmte Bauernhöfe gabs schon mal. Nannte sich dann LPG.

    Honnecker hätte sicher seine helle Freude an Kohls “Mädchen”

    • Anwalt der Tiere sagt

      Auszug aus der “Konzeption Zivile Verteidigung (KZV)” des Bundesinnenministeriums, S. 47:
      “Die [Lebensmittel-]Versorgung erfolgt so lange wie möglich durch die privatwirtschaftlich organisierte Lebensmittelwirtschaft über den freien Markt.
      Ist nach Feststellung der Bundesregierung eine Grundversorgung der Bevölkerung über den freien Markt nicht mehr gewährleistet, erfolgt eine Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Lebensmitteln im Wege einer geordneten Produktion und Verteilung der Lebensmittel durch hoheitliche Bewirtschaftung der Lebensmittelerzeugung und Lebensmittelverteilung.”

      Das ist doch eine Selbstverständlichkeit. Derartige Eingriffe sind in Extremlagen bereits jetzt aufgrund polizei- und ordnungsrechtlicher Generalklauseln zulässig. Aufgrund des Rechtsstaatsgebots (Art 20 Abs. 3 GG) sollten für vorhersehbare Gefahren aber bereichspezifische Eingriffsermächtigungen geschaffen werden. Dann stehen die Voraussetzungen für den Eingriff fest und können auch im Wege des Rechtsschutzes Betroffener überprüft werden

    • Duffy sagt

      @rebecca
      nun mal die Kirche im Dorf lassen. Wir reden hier von Krisenzeiten, Krieg und dergleichen. Hat einer von Euch schon mal darüber nachgedacht was dann da wirklich los ist, ganz abgesehen davon ob “konventionelle” Kriegsführung oder nicht. Wer sagt denn überhaupt, dass es noch ein funktionierendes Regulativ geben wird. Jetzt sind wir wieder bei Jammern auf dem komplett falschen Niveau.

  10. Christian sagt

    manche Banken und Industrielle machen Pleite und der Steuerzahler kommt dafür auf – davor haben diese recht gut Kassa gemacht.
    Sprich: Gewinne privatisieren und Verluste verstaatlichen
    Bei den Bauern ist es anscheinend umgekehrt – vom Staat so vorgegeben:
    Verluste privatisieren (Weltmarktpreis etc.) und mögliche Gewinne verstaatlichen.
    Sarkasmus Ende:

    Aber mal wirklich. Mit Wertschätzung für das Gegenüber und mit weniger Ellbogentechnik und nur ICH-Kapitalismus würde es funktionieren.

    Wünsche euch allen einen besinnlichen Advent

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