Bauer Willi
Kommentare 111

„Bauern müssen sagen was sie wirklich wollen“

Die ganze Überschrift lautet: „Dagegen zu sein genügt nicht. Bauern müssen sagen, was sie wirklich wollen“.

https://www.welt.de/wissenschaft/article69708ce5568b91954b0e9b30/landwirtschaft-dagegen-zu-sein-genuegt-nicht-bauern-muessen-sagen-was-sie-wirklich-wollen.html?

Bevor jetzt das Journalisten-Bashing losgeht: Ich habe heute mit der Verfasserin Claudia Ehrenstein telefoniert. Es war ein sehr gutes Gespräch. Es geht ihr im Artikel unter anderem um eine Studie, die die Gründe für die Bauern-Proteste in vier europäischen Staaten untersucht hat und die zu dem Ergebnis kommt, dass die Gründe im Prinzip gleich, aber unterschiedlich gewichtet sind. Das ist wenig überraschend. Eventuell werde ich über die Studie noch berichten.

Jetzt aber soll es um die Frage gehen, was „die Bauern wirklich wollen“. Ich weiß nicht, was „die Bauern“ wollen, habe ihr aber gesagt, was ich mir nicht nur wünsche, sondern was ich erwarte:

  • ich erwarte, dass die Rahmenbedingungen für uns Bauern langfristig und verlässlich sind. Ständige Änderungen von Vorschriften verzerren den Wettbewerb, verursachen unnötige Kosten und fressen wertvolle Zeit.
  • ich erwarte, dass die Marktgegebenheiten für unsere deutsche und europäische Landwirtschaft kalkulierbar werden, sind und bleiben. Wenn es z.B. überraschende Importe aus der Ukraine oder die Umgehung des Zoll wie beim Zucker gibt, ist jede Planung obsolet. So kann kein Unternehmen arbeiten.
  • ich erwarte, dass der Lebensmitteleinzelhandels – wo immer es geht – deutsche und europäische Produkte bevorzugt  anbietet. Dies auch dann, wenn diese Produkte geringfügig teurer sein sollten. Beispiel: wenn zur deutschen Kirsch-Ernte türkische Kirschen im Markt angeboten werden, ist dies völlig unverständlich und dient nur dazu, den Preis zu drücken.
  • ich erwarte, dass das Ministerium für Landwirtschaft mit einer Person besetzt wird, die nicht nur fachlich und rhetorisch versiert ist, sondern auch schnell auf die sich wechselnden Verhältnisse (Zölle etc) reagiert. Agrarkommissar Hansen zeigt gerade, dass das möglich ist. Aufgabe des Bundes-Ministeriums sollte es sein, unter allen Umständen die Interessen der deutschen Landwirtschaft zu vertreten, auch wenn es schwierig sein sollte. Wir Bauern warten auf diese Person seit Jahrzehnten.

Diese Liste ist unvollständig. Sie dürfen Sie gerne vervollständigen.

(Aufrufe 2.506 gesamt, 1 heute)

111 Kommentare

  1. Andi sagt

    @Bauer Willi,
    ich bin immer wieder erstaunt, wie sie Frau Klöckner immer wieder verteidigen, nur weil sie sie persönlich kennen. Denn wie sie selbst einräumen, hat sie in vier Jahren als Ministerin rein gar nichts gerissen. Ich habe fast den Eindruck, dass sie von ihr bei ihrem Hofbesuch um den kleinen Finger gewickelt wurden. Einen Minister Rainer schreiben sie nach nicht einmal einem Jahr schon in Grund und Boden, Stichwort rhetorisch eine Katastrophe, keine Fachkenntnisse. Und nebenbei, fachlich war Frau Klöckner sicherlich auch keine Koryphäe, Stichwort Weizenbiene. Also geben sie Herrn Rainer fairerweise noch etwas Zeit um zu urteilen, ob er etwas bewirkt hat oder nicht. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

    2
    • evonik sagt

      Ich hatte mal einen Betriebshelfer, dessen Nachbarin ( HW-Meisterin) rasant politische Karriere macht. Seine Meinung dazu war:

      “ Die hat so eine Art!“

      Ich hatte eine ähnliche Antwort erwartet. Die sieht passabel aus und hat eine angenehme Ausstrahlung.
      Ich denke es kommen viele Frauen in höhere Positionen, weil sie „Wirkung“ auf Männer haben.

      1
  2. Smarti sagt

    Bauer Willi, wir haben heute morgen beim Frühstück besprochen, warum bei Ihnen eine Kooperation klappt, aber bei vielen anderen nicht. Das könnte auch daran liegen, dass Tiere andere Emotionen und Verantwortungshaltungen auslösen als Maschinen und Pflanzen. Schon früh suchte ich für meinen Pferdehof „einen Partner“ – egal ob die Schwester, die gute Freundin oder „fremde Pferdeleute“, das ist regelmässig gescheitert. Jetzt mit meinem Mann ergänzen wir uns gut, er die Kühe, ich die Pferde, aber das ist ja keine Kooperation. In der Bekanntschaft hat keine einzige richtige Kooperation mit Kühen/Pferden lange gehalten, das wird schon daran liegen, dass der Eine mehr „Tierwohl“ will und der andere mehr Geld aus dem Betrieb ziehen will.

    3
    • Bauer Willi sagt

      @Smarti
      Und, warum klappt bei uns die Kooperation? Was war das Ergebnis des Frühstücks-Gespräches? 🙂
      Ich will Ihnen sagen, warum es bei unserer Kooperation klappt: weil jeder möchte, dass sie weiter existiert. Deshalb muss man eine gewisse Großzügigkeit an den Tag legen.
      Wenn wir zu 80% das Wasser für die PSM-Maßnahmen bei uns tanken, geht das in Ordnung. Wir reden da pro Jahr von etwa 50 Kubikmeter Wasser. Soll ich deshalb mit ihm eine Diskussion anfangen? Zumal es über eine separate Wasseruhr läuft.

      1
      • Reinhard Seevers sagt

        Es ist ein Unterschied, ob man sich Maschinen teilt, oder 24/7 Tiere versorgen muss. Die Zahl der Kollisionspunkte ist ganz einfach viel höher.

        8
  3. Altbauer sagt

    Interessante Seite hier.
    Die Welt fragt, was Bauern wollen und Landwirt Seevers beleidigt Kollegen als dumm.

    Das ist die Performance die wir brauchen
    Top Niveau!

    1
    • schmeckt gut sagt

      Streit gehört zur Demokratie. Im „Kleinen“, wie im „Großen“. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, aber sich mit anderen Meinungen auseinandersetzen kann man und sollte man. Erweitert den Horizont.

      3
      • Alrbauer sagt

        Ein Streit um richtige Ziele zu definieren ist gut. Ein Streit ohne seine Position zu erklären und Diskutanten ohne Argument zu diskreditieren, ist Trabbel.

        Vielleicht bin ich auch empfindlich. Es war naiv zu glauben, dass es darum geht die Situation auf Höfen zu verbessern.
        Die Dame von der Welt wird Kopfschüttelnd das Buch zu machen und sich mit wichtigeren Themen als die Landwirtschaft beschäftige.

        1
      • Altbauer sagt

        Ein Streit um richtige Ziele zu definieren ist gut. Ein Streit ohne seine Position zu erklären und Diskutanten ohne Argument zu diskreditieren, ist Trabbel.
        Vielleicht bin ich auch empfindlich. Es war naiv zu glauben, dass es darum geht die Situation auf Höfen zu verbessern.
        Die Dame von der Welt wird Kopfschüttelnd das Buch zu machen und sich mit wichtigeren Themen als die Landwirtschaft beschäftige.

        1
        • Bauer Willi sagt

          @Altbauer
          Nein, die Dame von WELT wird sich weiter mit Landwirtschaft beschäftigen. Ich kenne sie seit 10 Jahren und sie ist wirklich interessiert. Wenn sie aber vom DBV das immer gleiche Gejammere hört, wird sie dies auch weiter transportieren.

          Eventuell kann ich in einer der nächsten Ausgaben der WELT einen Gastartikel schreiben. Sie bespricht das gerade mit der Redaktion. Mal sehen, ob es klappt.

          4
  4. Polymesos sagt

    Als ich vor vielen Jahren Landwirtschaft lernte,
    hatten wir einen Lehrer, der eines Tages sehr amüsiert war,
    weil er das Nitrat Messnetz mit aufbauen sollte.

    Er bekam den expliziten Auftrag, nur verseuchte Stellen zu finden,
    die dann als Messpunkt gelten sollten.
    Sowas konnte er vor allem nahe an Siedlungen finden.

    Es ist also kein Wunder,
    dass Deutschland jahrzehntelang eine radikale Verseuchung
    an die EU gemeldet hat, schlimmer als Zypern,
    das aus geologischen Gründen tatsächlich Nitrat verseucht ist.

    Es war der langjährig erklärte Wille aller Regierungen
    in Deutschland schlimmer als schlimm zu sein.
    Diese Haltung besteht offenbar parteiübergreifend.
    Vielleicht ein Bestandteil der deutschen Seele.

    Erst als die Selbstbeschuldigung Geld kosten sollte,
    kam man ein wenig zur Vernunft, und revidierte die Messung teilweise.
    Plötzlich war es möglich, die Verseuchung über Nacht zu halbieren.
    Genau bis zu jenem Wert, der nichts mehr kosten sollte,
    aber natürlich auf keinen Fall weniger.

    Ich denke dieser Grundfehler besteht bis heute
    und ist Basis für die roten Gebiete.
    Man will offenbar eine Katastrophe sehen,
    wo keine existiert.

    Zweifellos gibt es ein paar wenige wirklich Nitrat verseuchte Landstriche.
    Es gibt ja auch ernstgemeinte und wissenschaftliche Messungen der Wasserwerke.
    Die zeigen ein anderes Bild,
    aber darauf greifen wir natürlich nicht zurück.

    Hat sich mal jemand eine deutschlandweite Karte der roten Gebiete angesehen?
    Es ist absolut lustig. In jedem Bundesland gibt es eine andere merkwürdige Musterbildung.
    Das hat ganz sicher nichts mit Wissenschaft zu tun.
    Es ist wohl moderne Kunst.

    11
    • Wilfried Furchert sagt

      Während meiner Jahre als hoffnungsvoller Jungwissenschaftler wurde in unserem Institut die Losung propagiert: Erfolg haben ist Pflicht! Da ergeben sich Parallelen zu den „nitratverseuchten“ Gebieten. Wobei nitratverseucht ebenso ein Unwort ist wie Erderhitzung.

      8
  5. Elisabeth Ertl sagt

    Ich wünsche mir eine Landwirtschaft, deren Betriebsführer ins gesellschaftliche Umfeld integriert sind, sei es persönlich in lebendigen Landgemeinden, sei es medial in die städtische Bevölkerung: Bauern, deren Gesichter im Internet erscheinen und für ihre Produkte werben. Ich will keine anonymen Agrarkonzerne, von deren Chefs man gar nicht weiß, wo sie leben und von wo aus die Mitarbeiter ihre Aufträge erhalten.
    Kürzlich kam mein Tierarzt ganz verstört von einer Studienreise nach Südosteuropa zurück. Die dortigen Agrarkonzerne verkaufen ihre Produkte in die arabischen Emirate, die besser zahlen als die Europäer. „Von denen kriegen wir nichts“, hat er gemahnt. Versorgungssicherheit gibt es nur mit kleineren Strukturen, die sich regional verpflichtet fühlen.
    Wir, Hobbybauern, hatten gerade Probleme mit BTV. Der Arzt sah, wie wir mit den Schafen nicht nur unsere eigenen Flächen pflegen, sondern auch die der Nachbarn. „Die Politik müsste auch euch auf Händen tragen“ sagte er. Und dann spottete er über die NGOs und ihr Ideal, möglichst viel landwirtschaftliche Fläche der Natur zurückzugeben.

    7
  6. Elisabeth Ertl sagt

    „Die gerade von deutschen Bauern immer wieder erhobene Klage, die Prügelknaben und Sündenböcke der Nation zu sein, ist da nur schwer nachzuvollziehen. So fühlen sie sich zu Unrecht angegriffen, wenn ihnen etwa vorgeworfen wird, in manchen Regionen Deutschland durch den Einsatz von Dünger auf ihren Feldern das Grundwasser zu belasten.“
    Der massive Einsatz von Dünger begann nach der Hungererfahrung der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Da gab es ein Versuch-Irrtum-Lernen. Die Verseuchung des Grundwassers kam schleichend und geht jetzt erst schleichend wieder zurück.
    Nachdem das Versorgungsproblem gelöst war, was heute für ganz selbstverständlich genommen wird, forderten vor allem die Sozialisten (die in Österreich von 1970 bis 1987 den Landwirtschaftsminister stellten!) eine weitere Rationalisierung der Landwirtschaft, damit „unseren Leuten“ mehr Geld in der Tasche bleibt, um sich Wohlstand aufbauen zu können. Zudem ging es darum, den in der konservativen Agrargesellschaft „Gefangenen“ andere Perspektiven zu eröffnen, indem man sie durch Automatisation ersetzte. Die Bauernkinder konnten in die Stadt gehen und landwirtschaftsferne Berufe ergreifen. Es blieben jene in der Landwirtschaft tätig, die darin ihre Berufung sahen. Diese Entwicklung erzwang die Spaltenböden, das Glyphosat, das Wachse-oder-weiche, immer größere Traktoren etc.
    Und daran stößt sich die Gesellschaft jetzt. Sie will eine seelenvolle Agrarlandschaft ohne das Auge beleidigende Technik, mit glücklichen Tieren. An dem durch die Entwicklung ermöglichten Wohlstand stößt sie sich nicht.
    Um dem Wählerwillen Genüge zu tun, verspricht die Politik jetzt beides, wie es im aktuellen Parteiprogramm der SPÖ steht unter der Überschrift “ Die Pflicht zur Erhaltung unseres Planeten“: „Wir wollen eine nachhaltige Lebensmittelproduktion. Die Landwirtschaft soll zu einem gesunden Leben beitragen, qualitätsvolle, möglichst regionale und leistbare Ernährung sicherstellen und besondere Rücksicht auf Tierrechte und Tierwohl nehmen. Biologische Produktion, traditionelle Anbauweisen und eine kleinstrukturierte Landwirtschaft leisten hierzu wichtige Beiträge“
    Damit drückt man die Bauern mit dem Rücken zur Wand und wundert sich dann, dass sie sich als Sündenböcke sehen.

    6
    • Elisabeth Ertl sagt

      Zum Nitrat im Grundwasser:
      Nitrat im Grundwasser stammt nicht nur aus der Landwirtschaft, doch ist die Landwirtschaft häufig Verursacher.
      2024 wiesen in Österreich noch 6,8% aller Messtellen Nitratwerte über dem Grenzwert von 50 mg/l im Grundwssser auf. (1997 waren es noch 16,4%, 2016 waren es 9%) Die 6,8% repräsentieren allerdings nur 3,3% der Fläche, weil in problematischen Bereichen engmaschiger gemessen wird. 5,9% der Fläche liegen nahe am Grenzwert, sodass man in weiterer Folge eventuell noch mit Grenzwertüberschreitungen rechnen muss bzw. im Trinkwasser nur 45 mg toleriert werden. Im Bereich von 75,6% aller Flächen ist das Grundwasser praktisch nitratfrei, auf 15% der Flächen werden zumindest Werte über 10 mg/l gemessen.
      https://www.bmluk.gv.at/dam/jcr:f4b50cff-1334-41cc-94a4-c70e2171be43/Wasserg%C3%BCte%20Jahresbericht%202020-2022.pdf (S 40)

      Nur um die Kirche im Dorf zu lassen …

      3
      • Elisabeth Ertl sagt

        Was ich mir von Journalisten wünsche: genaue Recherche und Verzicht auf die unkritische Wiedergabe etablierter Vorurteile.

        7
  7. Rathje Clasen sagt

    Altbauer aus meiner Sicht ,ohne Kühe,
    macht es mehr Sinn , wenn 2 bis 3 Betriebe zusammen für 120 oder 180 Kühen bauen .
    Wenn die Chemie stimmt .
    Die Einzelkämpfer dürfen 40 Jahre nicht krank werden, mal spitz formuliert.

    5
    • Reinhard Seevers sagt

      Wie sagte einst ein Kollege: Kumpanei ist Lumperei.
      Es gibt nicht viele Kooperationen, die einen lângeren Zeitraum überstanden haben, und mehr als zwei ist doppelt unsicher……meine Erfahrung.

      2
      • Rathje Clasen sagt

        Wenn die Chemie stimmt,
        da gibt es gute und schlechte Beispiele.
        Auf jeden Fall muss man es ertragen , das auch die Partner Geld verdienen wollen.

        5
        • Peter sagt

          Ich hatte hier schon mal geschrieben: „Zwangskollektivierung aus ökonomischen Zwängen…“ 😁

          7
      • Bauer Willi sagt

        @RS
        Die Kooperation, die mein Vater als Maschinengemeinschaft begonnen hat, habe ich mit unserem Kooperationspartner fortgesetzt und erweitert. Wir bauen alle Kulturen auf unseren Flächen an und teilen alle Kosten und alle Erlöse durch zwei. Es ist unser Weizen, unser Raps und unsere Zuckerrüben.
        Unser Sohn setzt diese Kooperation fort. Sie besteht jetzt seit 52 Jahren. Es gab in all den Jahren nie (!) ein falsches Wort.

        So viel zum Thema „Kumpanei ist Lumperei“…

        9
      • Bauer Willi sagt

        @RS
        Nachtrag: ich habe gemeinsam mit 8 Landwirten vor über 20 Jahren einen Maschinenring gegründet. Heute hat er 600 Mitglieder. Zur Generalversammlung kommen kaum noch Leute. Warum? Weil er völlig geräuschlos funktioniert und einen ordentlichen Service zu vernünftigen Preisen bietet.

        Ich war 14 Jahre lang Vorstandsmitglied einer Genossenschaft mit heute 1.100 Mitgliedern. Diese Genossenschaft wurde 1910 gegründet.

        5
        • Reinhard Seevers sagt

          Genossenschaften sind aber keine Betriebsgemeinschaften im klassischen Sinne. Jeder hat seine Erfahrungen, ich habe mehrere Gemeinschaften beim Auflösen geholfen. Wenn es positive Beispiele gibt, sind das evtl. die berühmten Ausnahmen von der Regel. Es gibt schlicht keine Statistik darüber, nur persönliche Erfahrungen.
          Ich habe auch einige Kunden, die in einer Gemeinschaft arbeiten, so what.

          1
          • Rathje Clasen sagt

            Es gibt Teamplayer Typen und auch Einzelkämpfer Typen.
            Ob im Sport , in der Landwirtschaft, in der Politik, oder sonst wo.
            Und dann gibt es beständige Typen, und welche ,die alle paar Jahre mal einen Tapeten/Berufswechsel brauchen.
            Viele Eigenschaften weiß man vor einer evtl. Kooperation mit Meier, Müller oder Schulze.
            Weil man sich kennt.

            4
    • Eifelbauer sagt

      Von schätzungsweise 20 Betriebskooperationen die mir bekannt waren existiert über einen längeren Zeitraum nur noch eine.
      Ein familiengeführter Milchviehbetrieb zweier Brüder wird in Zukunft wegen scheinbar unüberbrückbarer Differenzen von einem
      allein weitergeführt. Ich kann mich gut an die euphorische Aussage eines alten Viehhändlers hier aus einem Nachbarort erinnern, der vor ca.35 Jahren in der Kooperation dreier Betriebe mit einem Stallneubau meinte: „Das ist die Zukunft der Milchviehhaltung“
      Die damals erwarteten Vorteile wie geregelte Arbeitszeiten, Urlaub, Betriebsgrösse mit den sich ergebenden Vorteilen bei den Fixkosten usw. konnten offensichtlich nicht die menschlichen Differenzen ausgleichen und führten dazu,dass etliche der damaligen
      Kooperationen gar nicht mehr existieren,d.h.es werden überhaupt keine Kühe mehr gemolken.
      Ich kann mich auch gut an die Reaktion meines Steuerberaters erinnern, der mir bei ähnlichen Überlegungen aufgrund unterirdisch
      schlechter Arbeitsbedingungen (45 Kühe im Anbindestall auf Stroh) dringend von einer Kooperation mit einem Kollegen hier im
      Ort abgeraten hat. Heute bin ich heilfroh diesen Schritt damals nicht gemacht zu haben.

      2
  8. Arnold Krämer sagt

    @ Altbauer
    „Die konkrete Frage an Krämer, hat man mit 60 Kühen eine Zukunft?“
    Hier mein Antwortversuch:

    60 Kühe plus Nachzucht plus ca. 40-50 ha zugehörige Grundfutterfläche heißt:
    1 produktiver Arbeitsplatz bei Laufstallhaltung mit möglichst viel Auslagerung von Arbeiten in der Außenwirtschaft. Der Melkroboter bringt arbeitswirtschaftliche Entlastung, ersetzt (ein Stück weit) manuelle Arbeit.
    Bei dieser Größenordnung ist man aber nicht im Bereich optimaler Kostendegression bezogen auf einen Liter Milch. Man ist aber immer in einer deutlich besseren Situation als der Berufskollege, der mit 20-30 Kühen genauso viel Arbeitszeit aufwendet im Stall mit Anbindung.
    Ökonomisch entscheidend ist abgesehen von der Frage nach dem Einkommensbedarf (60.000, 80.000, 100.000 €; Familiengröße?) die Frage, wem die Produktionsfaktoren gehören.
    Die Arbeitskraft hat einen Lohnanspruch rechnerisch von ca. 2600*25 = 65.000 €. Bei 45 ha Eigentumsfläche errechnet sich ein Pachtansatz von 45*500 =22.500 €. Der Kapitalbedarf (Neubausituation) von ca. 2. Mio Euro (Laufstall, Jungvieh, Maschinen Außenwirtschaft) löst einen Zinsanspruch von mind. 40.000 € aus. Insgesamt belasten die Milcherzeugung also Faktorkosten von 127.500 €. Bezogen auf einen Liter Milch sind das bei 60 Kühen und 11.000 kg Milch je Kuh und Jahr rund 0,19 €.

    Wenn ein Landwirt ausschließlich mit Eigentumsfläche (keine Pacht), ausschließlich mit Eigenkapital (keine Zinsen) und ausschließlich mit Familien- Arbeitskraft arbeitet, benötigt er die 127.000 € (=19 Ct/kg Milch) nicht unbedingt, käme also mit weniger zurecht. Mit weniger müsste sich dieser Landwirt ohnehin begnügen, wenn größere Pachtanteile vorhanden bzw. notwendig sind und der Pachtpreis wie in vielen Regionen deutlich über 500 €/ha liegt. Dasselbe gilt bei Fremdfinanzierung und Zinskosten von über 2% für einen Teil oder Großteil des Kapitalbesatzes.

    Eine „Zukunft“ mit 60 Kühen kann man haben unter den angedeuteten Bedingungen:
    1. Überwiegend Eigentumsfläche
    2. Überwiegend Eigenkapital bzw. stark subventionierte Kapitalkosten durch öffentliche Förderung
    3. Leistungsfähige Molkerei mit hohen Auszahlungspreisen und günstigen/niedrigen Erfassungskosten
    4. Hohe Produktionseffizienz (hohe Milchleistung je Kuh und Jahr, niedrige Bestandsergänzungsrate 20-30 %, sehr gute Grundfutterqualität

    Wirtschaftliche und private Freiräume (ökonomische „Beinfreiheit“) gibt es aber erst mit deutlich größeren Beständen. Das müssen jedoch nicht z. B. 400 oder mehr Kühe sein, weil beim Übergang in diese Größenordnungen und mehr die Fremdlöhne, die Pachten und Zinsen eine dominierende Rolle spielen und das Leistungsniveau gut geführter Familienbetriebe oft nicht mehr gehalten werden kann. Nicht umsonst geben trotz guter Milchpreise in den letzten 3-4 Jahren Großbetriebe im Osten die Milchviehhaltung auf.

    Übrigens: In Niedersachsen wurden vor rund 40-45 Jahren Boxenlaufställe mit 60 Plätzen öffentlich gefördert. Aus diesen Größenordnungen heraus sind dann die Betriebe durch Wachstum entstanden, die heute den „Ton angeben“. Das Land Bayern hat damals zu passiv reagiert auf den technischen Fortschritt mit den Laufställen.

    Wenn ich auf Einwände zu diesem Text jetzt nicht schnell reagiere, liegt es an der Übertragung des Handball- Halbfinals in DK

    11
    • Altbauer sagt

      @ Herr Krämer
      @ Frau von Welt
      Herr Krämer, ich bin Ihnen sehr dankbar für fundierte betriebswirtschaftliche Fakten und dafür, dass Sie nicht generell kleine Einheiten kaputt reden.

      Ich weiß natürlich auch, dass 1 Kuh nicht gleich x Gewinn ist sondern sehr viele Fragen beim Gewinn mitspielen, wie Fütterung, Zuchtgestaltung …

      Gern würde ich noch ergänzen (Vermutung), dass eine Hochleistungskuh ein sensibles Wesen ist und Störungen sehr früh erkannt werden müssen. Daraus schließe ich, dass 60 Kühe mit Familienanschluss besser im Griff zu halten sind als 400. Aber natürlich gibt es auch „Ki im Vormarsch“, die Bewegungsprofile für jedes Tier anlegen als Früherkennung. Ob diese das menschliche Auge ersetzen können, muss noch bewiesen werden.

      Die Vorzüge der Freizeitplanung im Großbetrieb würde ich nicht so hoch bewerten. Landwirte müssen Aushilfskräften mehr zutrauen und vertrauen, dann klappt es auch mit dem Urlaub.

      Ich möchte einfach, dass nach vor gedacht wird und wenn eine Heimische Landwirtschaft gewünscht ist, muss der Staat Fußfesseln lösen und unterstützen. Natürlich mit Betriebsentwicklungsplänen, wie Sie das gemacht haben …

      Die Dame von Welt, die sich in Schweigen hüllt, möge bitte mitnehmen, dass wir großes Potential an gut ausgebildeten Landwirten haben und die brauchen Perspektive. Insofern war der Ansatz falsch, Demonstrationen zu lesen um daraus Agrarpolitik abzuleiten. Bei Demos geht es nur um Wettbewerbsverzerrungen und Fußfesseln, welche keinen Sinn machen. Eine Demo kritisiert falsche Politik. Richtige Politik kann nur von Spezialisten erklärt werden, mit entsprechenden Erfahrungen.
      

      5
      • Reinhard Seevers sagt

        „Ob diese das menschliche Auge ersetzen können, muss noch bewiesen werden.“

        Das IST erwiesen…..so, wie auch andere Vermutungen ins Gegenteil weisen.🙄

        1
        • Peter sagt

          Wenn der Fakt, dass eine Hochleistungskuh ein sensibles Wesen ist bei den „Kandidaten“ noch als Vermutung daherkommt, würde ich aus dem Bauch `raus noch mind. 7 Jahre für die Sammlung von Erfahrungen vorschlagen. Ein kleiner Blick auf die wirklich realistische Milchleistung und das Seuchengeschehen sollten ebenfalls in die Kalkulation einfliessen. Ich habe kürzlich einen interessanten Satz aufgeschnappt: „Man kann damit (…) ein kleines Vermögen machen! …, wenn man vorher ein großes hatte…“ 😉

          10
        • Altbauer sagt

          @Herr Seevers

          Das Kuh Tracking gibt es seit wann? Ich denke, die Ki sammelt wichtige Daten und Auffälligkeiten. Es kommt dann immer noch auf den Landwirt an, dass er die richtigen Rückschlüsse zieht und dann kommt es im einen oder anderen Fall auf einen guten Tierarzt an.
          Ist schon eine Zeitlang her, dass ich Milchkühe gehalten habe im Anbindestall. Was ich weiß ist, wenn zu Beginn der Laktation zwei Fehltage passieren und der Pansen schlapp macht, hat das auf die gesamte Laktation erheblichen Einfluss.
          Aber Sie sind der Experte und ich äußere nur Vermutungen weil ich was von Experten lernen möchte.

          Ich wollte zur Diskussion bringen, ob der Staat fördern soll oder nur fordern. Bei Herrn Seevers löst das Gegenreaktionen aus und Kleinbauern sind doof, nicht unterstützenswert und Große kommen auch ohne Ki nicht aus. Habe ich das richtig gedeutet?

          Ist das die Botschaft an die Journalistin der Welt? Was kann ein Junglandwirt von Ihnen mitnehmen Herr Seevers?

          • Reinhard Seevers sagt

            „Ich wollte zur Diskussion bringen, ob der Staat fördern soll oder nur fordern. Bei Herrn Seevers löst das Gegenreaktionen aus und Kleinbauern sind doof, nicht unterstützenswert und Große kommen auch ohne Ki nicht aus. Habe ich das richtig gedeutet?“

            Kennen Sie die Szene aus dem Film Forrest Gump, als Forrest sich im Schulbus zu Jenny setzt und Jenny ihn fragt,:“Kann es sein, dass du dumm bist?“
            🥳

            1
            • Altbauer sagt

              @ R.S.
              Kenne den Film nicht.

              Aber das Dschungelcamp schaue ich gerade.
              Sie könnte bei der nächste Staffel „Ariel“ ersetzen.

              Ich ersetze dann Landwirt Patrick.

  9. Smarti sagt

    Ich erwarte, dass auch bei Brot und Backwaren die Herkunft des Getreides angegeben werden muss, ebenso bei verarbeiteten Produkten wie z.B. Pizza die einzelnen Zutaten: Käse aus… Tomate aus… Salami aus… wenn dies nicht auf die Packung geht weil die Anbieter der Zutaten zu schnell wechseln… dann per App. Auch alle verarbeiteten Eier, Apfelsaft und so weiter. Wer dann chinesische Ware will ist ok, aber wer nachfragt muss auch Auskunft kriegen.
    Ich erwarte, dass man ausgebildeten Landwirten nicht mehr so viel verbietet, dass ein vernünftiges Wirtschaften innerhalb vernünftiger Regeln erfolgen kann. Denke da z.B. an Vorschriften bei der Ackerbegrünung, verbotene Zeiten bei der Gülleausbringung – nicht das Wetter zählt, sondern nur das Datum. Oder an das baldige Verbot der Schadnagerbekämpfung für Landwirte. Katzen und Vögel dürfen nicht mehr in den Stall, aber der Stall soll offen sein, damit die Kühe auf die Weide können…

    12
  10. Was ich mir noch wünsche, ist:
    das keine Nahrungsmittel an der Börse gehandelt werden dürfen.
    Da werden vielfach Mengen gehandelt die es garnicht gibt. Der Grund ist das damit an der Börse Geld gemacht wird.

    8
    • Alberto Guidorzi sagt

      80–85 % der weltweiten Nahrungsmittel werden jedoch nicht über die Börse gehandelt und bestimmen auch nicht die Weltmarktpreise. Da sie dem Eigenverbrauch dienen, bleiben sie vielmehr ein Privileg der nationalen Märkte. Der Weltmarkt wird von den 15–20 % Produktionsüberschuss geprägt (der sicherlich ungleichmäßig verteilt ist), der aufgrund seines Volumens abgesetzt werden muss. Dieser Überschuss löst Spekulationen aus, weshalb die Weltmarktpreise in der Regel deutlich niedriger sind als die nationalen Preise. Zucker wird derzeit auf dem Weltmarkt mit 400 €/t gehandelt, während der europäische Preis bei etwa 525 € liegt. Dies erklärt die Preisschwankungen: Bleibt der Lagerbestand voraussichtlich durch die weitere Produktion unberührt, sinkt der Preis; wird hingegen eine geringere Produktion befürchtet, kommt es zu Spekulationen und die Preise schnellen in die Höhe. Länder, die keine Nahrungsmittel importieren, tätigen hingegen kaum Investitionen. Handelt es sich jedoch um ein Land, das ständig importiert, hat dies auch Auswirkungen auf die Inlandspreise, da selbst im Inland produzierte Güter an Wert gewinnen. Termingeschäfte fallen ebenfalls unter diesen Mechanismus.

      3
      • Bauer Willi sagt

        @AG
        2008 war Getreide incl. Mais sehr knapp. Die Preise .dem Weltmarkt explodierten, es kam zur „Tortilla-Krise“ Es sind also nicht nur Überschüsse sondern auch Mangelsituationen, die auf dem Weltmarkt gehandelt werden. Siehe auch Kaffee und Kakao.

        3
  11. Ex-Baumschuler sagt

    „Aber was macht die Bauern so unzufrieden, dass es sie auf die Straße treibt? Dieser Frage ist erstmals ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universität Göttingen nachgegangen.“

    Smells like teen spirit.

    „In Frankreich stehen die finanziellen Belastungen im Vordergrund, in den Niederlanden herrscht Unmut über das politische Umfeld, in Belgien gibt es eine Mischung von Beschwerden. Und in Deutschland klagen Bauern vor allem über zu viel Bürokratie.“

    Gelebte Vielfalt!

    „Oft richtet sich Wut der Bauern auch gegen die Gesellschaft insgesamt“

    Oder in Brüssel gegen die staatlichen Einsatzkräfte. Als US-Officer hätte man da ohne Zögern einige Bauern tot oder lebendig aus der Treckerkabine geholt.

    „Vielleicht sollten Bauern, statt wütend zu protestieren, erst einmal präziser formulieren, was sie wirklich wollen“

    Das finde ich auch. Die sollen sich da die 100 Milliarden von der Ukraine nehmen, oder die halbe Billion vom Klima, OK, aber dann sollen sie es auch begründen.

    Letztendlich sind die Bauern im Recht. Sie haben es bislang nur noch richtig kommuniziert. Das ist aber mehr ein allgemeines Problem und kann nicht speziell den Bauern zur Last gelegt werden.

    6
  12. Altbauer sagt

    Würde den Fachberater Krämer gern um seine Meinung bitten, ob das Hand und Fuß was ich als Landwirtschaftsminister tun würde.

    Ich sah letztens einen TV Bericht über eine Milchbäuerin in Bayern, die wohl nach einem Schicksalsschlag einen kleinen Milchviehstall mit etwas Fremdenverkehr bewirtschaftet. Man hatte 160000€ investiert in die Umstellung auf Bio, das heißt, der Anbindestall wurde zum Melken benutzt und die Boxen waren in einem anderen Gebäude untergebracht.
    (Das so etwas keine Zukunft hat arbeitswirtschaftlich, ist klar)

    Der Sohn lernt Landwirtschaft und machte einen kompetenten Eindruck. Er half aushilfsweise auf einen modernen größeren Roboterbetrieb und hat sicher am Ende seiner Ausbildung die Kompetenz die Qualifikation um einen Hof zu führen.

    Als Landwirtschaftsminister würde ich solchen Fällen eine Förderung anbieten für einen neuen modernen Stall bis 60 Kühe (1 Roboter kann max. 60 Kühe).
    60 Kühe sind die strikte Obergrenze und es werden nur Betriebe gefördert die so eine Ausbildung nachweisen können.
    50% der Baukosten werden als verlorener Zuschuss gewährt
    25% als zinsloser Kredit mit Laufzeit 10 Jahre
    25% mit Rentenbankkonditionen und längerer Laufzeit

    Begründung:
    Es ist im öffentlichen Interesse, kleine Betriebe zu haben mit Fremdenverkehr etc. – selbsterklärend
    Große Betriebe stehen in der Kritik und haben keinen Kostenvorteil wegen weiter Strecken, Fremd AK – also abnehmender Ertragszuwachs.

    Die konkrete Frage an Krämer, hat man mit 60 Kühen eine Zukunft? 

    4
    • Arnold Krämer sagt

      Werter Altbauer! Ich will mich nicht um eine Antwort drücken, weil sie nicht ganz einfach ist (zuviele Variablen). Es kommt eben darauf an……
      Ich werde bis heute Abend eine Anwort versuchen, muss jetzt aber los.

      5
    • Smarti sagt

      Altbauer, 60 Kühe mit Melkroboter ist hier ein Nebenerwerbsbetrieb. Fremdenverkehr ist auch eher saisonal und muss man erstmal finanzieren und v.A. auch mögen – denke das ist eher die Ausnahme für einen Landwirtschaftsbetrieb. Eine Kollegin von mir sagte, dass sie noch nie so viele Stornierungen für die Ferienwohnungen hatte wie 2026.
      Ich denke, dass sich Deutschland diese Million für den kleinen Betrieb nicht mehr leisten kann – der Neid auf die „Subventionsempfänger“- Ironie ! ist ja jetzt schon gross.

      5
      • Altbauer sagt

        Hier gibt es 2 Betriebe die im Gebiet, mit hohen Pachtpreisen, die auf 1000 Kühe gehen.
        Aber auch Betriebe mit unter 60 Kühen die laufen. Gerade wird nach hohen Milchpreisen viel in Maschinen investiert, wo man als Beobachter mit den Ohren schlackert.

        Was ich eigentlich sagen möchte ist, dass es auf die jungen Menschen ankommt die man bei Bedarf unterstützen muss. Ich finde es ganz schrecklich, wenn junge Vollblutbauern keine Chance bekommen.

        Die Dame von der Welt könnte ja hier mal sagen, ob eine Förderung, wie beschrieben, von den Medien oder Bevölkerung akzeptiert wird. Es fließen ja auch Steuern zurück.
        Ich möchte auf die Milliarden verweisen für Ukraine, Radwege, Entwicklungshilfe für korrupte Politiker in fernen Ländern und und und…
        

        5
        • Smarti sagt

          Altbauer, das mit den auf Kredit gekauften neuen sehr teuren Maschinen hat mir auch zufälligerweise gerade jemand vom Landwirtschaftsamt (bauen) erzählt. Das ist auch in unserer Gegend so und eigentlich unverständlich, jedenfalls für mich. Der Maschinenring ist top, die Kollegen kommen und arbeiten zuverlässig und wenn jemand zeitlich nicht kann, dann kennen sie einen Ersatz. Wir waren selber schon in Schwierigkeiten, als mal ein Jahr lang der neuere Traktor immer wieder streikte und die Werkstatt nicht helfen konnte, aber fleissig Rechnungen für Reparaturen und Mietschlepper schrieb. Diese Verantwortung teilweise an den Maschinenring abzugeben fühlt sich gut an – denn nochmal so eine Erfahrung brauche ich wirklich nicht.
          Dass Sie die jungen Vollblutbauern unterstützen möchten finde ich gut, würde aber nur mit zinsgünstigen Baukrediten arbeiten und nicht „halbe Ställe“ verschenken. Das Problem, so denke ich, liegt eher daran, dass immer häufiger viele Eltern gar nicht so richtig wollen, dass ihre Kinder den Betrieb weiter führen. Als Hobby oder „etwas mehr“ als Nebenerwerb, ja das wäre schon schön. Aber die ganzen Probleme und Anfeindungen, die sich ja gefühlt immer weiter verschärfen, die will man den eigenen Kindern gar nicht mehr aufhalsen. Und so entscheiden sich wohl einige Betriebsleiter im mittleren Alter bewusst oder unbewusst, den Betrieb kontrolliert runter zu fahren und eben nicht mehr in neue Ställe zu investieren. Dann hat der Nachwuchs halt 20 Jahre später das Problem, dass eben die Ställe nicht mehr modern sind. Dafür ist dann oft der Hof schuldenfrei.
          60 Kühe sind eigentlich eine „blöde Zahl“ – zu viel, um mal Freizeit zu haben aber viel zu wenig für einen Angestellten. Das putzen des Melkstandes dauert länger als das Melken selbst. Deshalb haben wir auf 110 aufgestockt, nur um dann 20 Jahre später wieder bei 50 zu landen :). Wir wollen zwar unbedingt Milchkühe halten, aber nicht für Edeka und X-Kontrolleure weiterhin mit unserer ganzen Lebenzeit und Umsätzen jonglieren.
          Nachwuchslandwirte die ich kenne, (meine Töchter und deren Kumpels) gehen lieber als Angestellte im Team auf einem Hof arbeiten, anstatt selbständig und alleine im eigenen Stall zu sein. Auch wegen den teuren Landmaschinen. Das habe ich immer mal wieder vorsichtig-unauffällig angefragt, von wegen Stall modernisieren und so.

          3
  13. Elisabeth Ertl sagt

    Und ich möchte wieder darauf hinweisen, dass die Unzufriedenheit mit der Gesellschaft als ganzer nicht nur bei Bauern herrscht, sondern bei allen, die ihren Mitmenschen mit konkreten, also lebenserhaltenden Leistungen dienen: also auch in Handwerk, Industrie, Tourismus, Sozialberufen und Gesundheitsberufen. Denn das sind die Befehlsempfänger einer immer grotesker ausartenden Bürokratie. Und weil das menschenunwürdig ist, träumt man davon, hier Menschen durch Roboter zu ersetzen.
    Gesellschaftlicher Aufstieg bedeutet, in die Etage der Befehlsausgabe zu wechseln: in das Beamtentum, in die Verwaltung, in die Wissenschaft, in NGOs und in den Journalismus. Warum sind in den letzten Jahren die Agrarblogger wie die Schwammerln aus dem Boden gewachsen? Weil man an der Befriedigung Anteil haben will, die es einbringt, von vielen Menschen beachtet zu werden, und bis auf die Regeln zivilisierter Kommunikation und ernsthafter Wahrheitssuche nicht viel beachten zu müssen.
    Der Anteil der Befehlsausgeber hat jenen der Befehlsempfänger bereits bei weitem überflügelt, daher gibt es immer mehr Bürokratie, weil diese zunehmende Zahl gesellschaftlicher Rollen ja gerechtfertigt sein will. Die Gesellschaftspyramide steht instabil auf dem Kopf. Und weil es innerhalb dieser hypertrophen oberen Kaste auch zunehmende Konflikte und Rivalitäten gibt, wächst die Zahl einander widersprechender Vorgaben, die dem Befehlsempfänger oft nur noch die Wahl lässt, für welche der beiden jeweils unausweichlichen Befehlsverweigerungen er lieber vor Gericht stehen will: Das Schwalbennest im Stall entfernen, um sich nicht mit der Gesundheitsbehörde anzulegen, oder es belassen, damit der Naturschutz ihn nicht in die Zeitung bringt? Nicht auszudenken, wenn solche Entscheidung dann ein KI – gesteuerter Roboter trifft!
    Die Frage ist, wohin die Roboterisierung der Befehlsempfängerseite führen soll. (Denn darauf wird Mercosur im Bereich Landwirtschaft hinauslaufen!) KI – gesteuerte Automaten verbrauchen Unmengen an Energie, und wir wissen, dass die bald nur noch erneuerbar produziert werden darf. Pflastern wir dann den gesamten landwirtschaftlichen Grund mit PV und Windrädern zu? Und brauchen wir dann das, was auf der Restfläche noch wächst, für Biokraftstoff?
    Und welche menschlichen Zombies hinterlässt die Computerisierung? Pädagogen beklagen, dass Kinder immer weniger in der Lage sind, mit echten Menschen überhaupt noch zu kommunizieren. Der herrschende Widerstand gegen KI und Gentechnik zeigt doch nur, dass hier ein Fortschritt stattfindet, der nicht dem Menschen dient, sondern er ihm dienen soll.
    Dass wir den Klimawandel stoppen müssen, und dass da auch die Landwirtschaft ihren Beitrag leisten muss, steht außer Frage. Aber das, was in der Folge gefordert wird, lässt schon die nächste zu bewältigende Katastrophe erahnen.
    Es begann damit, dass die Aufklärung, welche die Würde des Menschen über das Materielle gestellt hatte, umgebogen wurde in den aufgeklärten Absolutismus: wenn die Leute satt sind, revoltieren sie nicht. Darüber sind wir noch nicht hinausgekommen. Die Würde aber kommt davon, dass der Mensch seine animalische Seite zügeln kann, verzichten kann, z.B. auf billige Lebensmittel.
    Vor einiger Zeit hat Markus Lanz sich in seiner Sendung gefragt: Warum eigentlich verkaufen die Südtiroler Bauern nicht ihre Gründe um teures Geld an Industrielle als Jagdgebiete und genießen ein sorgenfreies Leben, sondern rackern sich stattdessen in ihrer spärlichen Freizeit, die ihnen ein schlecht bezahlter Fulltimejob lässt, ab, um ihre steilen Hänge weiter zu bewirtschaften?
    Antwort: Weil es Sinn macht!
    Warum eigentlich liegen die Bauern in den Rankings der angesehensten Berife so weit vorne, wie Ehrenstein schreibt? Weil es eine Sehnsucht gibt nach Sinn, den Viele in ihren Jobs nicht mehr finden. Nur den Preis für den Sinn will man nifcht bezahlen, weder materiell noch geistig-seelisch.

    6
    • Reinhard Seevers sagt

      „Dass wir den Klimawandel stoppen müssen, und dass da auch die Landwirtschaft ihren Beitrag leisten muss, steht außer Frage.“

      Echt? Nööö, WIR müssen und können es nicht…wer war noch mal WIR?
      Die ANDEREN müssen ersteinmal den ganzen überflüssigen Konsum an Luxus und Spaß einstellen, welcher den ganzen shit verursacht. Leider sind diese Dinge der heute fast ausschließliche Motor kapitalistischen Handelns geworden.
      Die UDSSR hat nach Aussage Gorbatschows sich nicht aufgelöst, weil sie pleite war, sondern weil man seinen Bürgern nach der weitgehend geschaffenen Grundversorgung nicht die Konsumgüter bieten konnte, die der Westen seinen Bürgern versprechen und geben konnte…angefangen von der Jeans bis hin zum Jahresurlaub auf den Malediven….Das System ließ keine über das Maß der Grundversorgung hinausreichende Spaßgesellschaft zu. Nun stehen wir also an einem ähnlichen Scheideweg, der unsere Spaßgesellschaft in Frage stellt, weil sie die Umwelt auf dem Kerbholz hat. Und nuuu?😎

      14
      • Elisabeth Ertl sagt

        Nun, Traktoren fahren tatsächlich mit Diesel, und die Kunstdüngerproduktion verursacht weltweit 7% des Klimawandels. Die Kühe gehören übrigens eindeutig nicht zu den Klimakillern, das ist ein NGO-Märchen, aber das führt hier zu weit.
        Dem zweiten Teil deines Postings gebe ich recht. Neoliberalismus, den es bei uns vor 1989 gar nicht gab, bedeutet, dass Geld wichtiger ist das das, was es repräsentieren sollte, nämlich die Dinge, von denen wir tatsächlich leben. Die daraus entstehenden agrarischen Fehlentwicklungen ausschließlich den Bauern in die Schuhe zu schieben, ist tatsächlich extrem unfair. Das Beispiel Südtirol zeigt eindeutig, dass die Haltung „Geiz ist geil“ von allen anderen Bevölkerungsgruppen viel überzeugter gelebt wird als gerade von den Bauern. Bauern handeln letztendlich unter dem Druck des Konsumenten, dem sogar noch der Handel hilflos ausgeliefert ist, wie Hannes Royer von „Land schafft Leben“ (siehe weiter unten) hier eindrucksvoll schildert:
        https://www.youtube.com/watch?v=rxbSaM64ezQ
        Was Gorbatschow betrifft, haben die Russen natürlich schon auch gehungert als Folge des Kommunismus. Gorbatschow wollte aus gutem Grund von uns Westeuropäern lernen. Nur hatten wir in Westeuropa damals gar keinen Kapitalismus (was der bedeutet, hatten wir in der Schule im Geschichtsunterricht über das 19. Jahrhundert gelernt) sondern eine soziale Marktwirtschaft, die diese Bezeichnung auch verdiente: praktisch null Armut, breiter Mittelstand und steuerlich angemessen belastete Oberschicht. Dass man nach dem Zusammenbruch des Kommunismus geschrien hat: „Hurra, der Kapitalismus hat gesiegt“, das war strohdumm und Ausdruck jener sklavenhaften Abhängigkeit von den USA, die uns jetzt auf den Kopf fällt. Jetzt leisten sich wieder die einen Weltraumspaziergänge, und die anderen haben fürs Essen kein Geld. Das 19. Jahrhundert lässt grüßen – in vieler Hinsicht.
        Gorbatschow ging es so wie uns Bauern: Man hat ihm unendlich lobgehudelt mit „Gorbi! Gorbi!“ – Rufen, weil er abgerüstet hat, den Osteuropäern die Freiheit geschenkt und die deutsche Wiedervereinigung ermöglicht. Aber was haben umgekehrt er und sein Land davon gehabt? Nichts. Und so ist er verbittert gestorben, und unsere Gesellschaft versteht das nicht. So haben die enttäuschten Russen sich und uns den Putin eingetreten.

        8
        • Polymesos sagt

          > Kunstdüngerproduktion verursacht weltweit 7% des Klimawandels

          Sowas wird heute unkritisch geglaubt.
          Ich denke, da haben die Hetzschriften gewirkt.

          Kunstdünger kann nicht 7% des Klimawandels produzieren.
          Für die Herstellung von Ammoniak werden weltweit
          etwa 3 % der Energieträger aufgewendet.
          Nur die Hälfte des produzierten Ammoniaks geht in die Landwirtschaft,
          der Rest ist Chemie Rohstoff für sonstigen Konsum.
          Für die landwirtschaftliche Düngung bleiben also 1,5% vom CO2.

          Zusätzlich könnte noch Lachgas freigesetzt werden,
          aber es ist umstritten, wie viel das wäre.
          Viel ist es keinesfalls.

          Der Kunstdünger ist verantwortlich für möglicherweise
          die Hälfte der landwirtschaftlichen Produktion,
          die ja im Prinzip eingefangenes CO2 ist.
          Kunstdünger fängt also mindestens 3 % des weltweit
          freigesetzten CO2 direkt ein.
          Kein Rechenmodell, sondern ganz echt und vor Ort.

          Zusätzlich ermöglicht Kunstdünger den Erhalt des Humus und
          im Prinzip schützt Kunstdünger auch Regenwälder
          vor noch rascherer Abholzung.

          Darum ist Kunstdünger eindeutig klimapositiv!
          Ohne Kunstdünger wäre der Naturschutz verloren!

          Nebenbei wären ohne Kunstdünger auch die meisten Menschen,
          denen man heute vielleicht begegnet ist, verhungert.

          Andere Behauptungen sind politische Hetze.
          Politiker brauchen nunmal Sündenböcke.

          In Zukunft wird ein Vielfaches des derzeitigen Ammoniaks hergestellt werden,
          aber nicht per Haber Bosch, sondern per Sonnenenergie.
          Der Kunstdünger wird dann in Zukunft einen neuen Namen bekommen.
          Er nennt sich dann „Grüner Wasserstoff“.

          Wahrscheinlich wird dann auch der immer unbedeutendere Anteil
          für die Landwirtschaft solar produziert.

          Gleichwohl wird man die alten Hetzschriften weiter verbreiten.

          8
  14. Hans Heinrich Meyerr sagt

    Hallo ,
    So schmerzhaft wie es ist, wir sollten aktiv den Wandel in der Landwirtschaft unterstützen. Ich denken da speziell an die alte Landabgaberente.
    Wir haben in der Landwirtschaft speziell im Westen ein Strukturproblem.
    Es wird Jahr ein Jahr aus sehr viel Geld für die Landwirtschaft ausgegeben.
    Dies führt blöderweise dazu , dass nötige Anpassungen nicht geschehen.
    Es werden einfach zuviel Produktionsfaktoren in der Landwirtschaft gehalten .
    Die Fläche wird zu hoch entlohnt (Pacht und Kauf). Das muss und wird sich ändern.
    Und am Bodenpreis kann man ableiten, dass hier noch viel Luft im System ist. Es werden erst Flächen aus der Bewirtschaftung genommen, wenn der Bodenpreis gegen Null geht.
    Ich habe die Bitte an die Politik , den Strukturwandel zu unterstützen und nicht zu behindern.
    Gruß Hans Heinrich Meyer

    4
    • Alberto Guidorzi sagt

      Wenn Sie sich über die Grundstückspreise beschweren, was sollen wir Italiener dann entgegnen? Der Beweis? Unser durchschnittlicher Bauernhof ist immer noch nicht größer als 11 Hektar. Land war schon immer ein sicherer Hafen.

      4
  15. Guten Morgen liebe Leute
    Ich wäre schon froh wenn ich die Hälfte von dem bekommen würde was der Staat aufgrund von fragwürdigen Maßnahmen aus meinem Betrieb herausgezogen hat.

    Vor dem einführen der Milchquote gab es einen Butterberg. Aber auch daran hat der Staat sehr gut verdient. Er hat um den Milchpreis zu stützen billig Butter eingelagert und verkauft als der Preis gestiegen ist, dadurch hat er verhindert das die Landwirte einen auskömmlichen Preis erhalten.
    Mit der Milchquote hat sich auch nur der Staat an der Landwirtschaft bereichert, daß Geld fehlt mir seit 18 Jahren. Geld das für Investitionen fehlt. So sieht es bei mir aus.
    Wie es in anderen EU Länder mit der Milchquote gehandhabt wurde weiß ich nicht.
    Frage: wurde die Milchquote genau so gehandelt wie in Deutschland?
    Für die Landwirte die verderbliche Güter produzieren ist ein zeitnahes verkaufen ein muß. Deshalb sind wir der Preisgestaltung von den Abnehmer unweigerlich ausgeliefert.
    Ein Produkt wie Auto, Maschinen hat hingegen kein Ablaufdatum (Verbrauchsdatum).
    Wünsche trotzdem allen ein erfolgreiches neues Jahr.

    9
  16. Elisabeth Ertl sagt

    „Was die Forscher indes nicht erfassten: Oft richtet sich Wut der Bauern auch gegen die Gesellschaft insgesamt, und sie fordern mehr Wertschätzung von der Bevölkerung. Das ist umso unverständlicher, als die Bauern gerade in Deutschland in Rankings der angesehensten Berufe oft weit vorn liegen.“
    Das ist es, was die Gesellschaft nicht begreift: Dass man einen Bauern, der wegen zu niedriger Preise für seine Produkte den oft über Generationen stolz erhaltenen Hof aufgeben muss, mit lobenden Worten oder entsprechenden Ankreuzungen auf Umfragebögen nicht in die Aktivität zurück holen kann.

    11
    • Elisabeth Ertl sagt

      Wenn nämlich die Bauern bei Mercosur wirtschaftliche Fairness, also angemessene Preise einfordern, dann hält man sich die Ohren zu, und es heißt: Ihr 3% der Bevölkerung sollt nicht die restlichen 97% in Geiselhaft nehmen.
      Dass eine gesellschaftliche Minderheit sich die Lebensmittel nicht mehr leisten kann, liegt an einer Arm-reich-Schere, die zum Himmel schreit, wird aber von der besitzenden Mehrheit dazu missbraucht, auch für sich lautstark billigeres Essen einzufordern. Und die österreichische Regierug hat jetzt tatsächlich im Sinne ihrer Reputation nachgegeben und die Mehrwertsteuer auf eine vegetarische Produktpalette österreichischer Lebensmittel gesenkt. Das signalisiert wiederum: die österreichischen Bauern produzieren halt zu teuer. Die 400 Millionen Euro wären in Armutsbekämpfung viel sinnvoller investiert gewesen.

      6
      • @EE
        Ich wäre eigentlich der Meinung man müsste auf die gesamte urproduktion (Milch, Tier, Gemüse, Getreide und so weiter) im unverarbeiteten Zustand keine Mehrwertsteuer verlangen.
        Diese müsste erst nach dem ersten Verarbeitungsschritt fällig werden und auch da nur mit 5 -10 % (da bin ich offen für alles).

        Im Gegenzug wäre ich dafür, auf Luxus Güter von 15% – 45% zu erheben.
        Dann können wir alle anderen Steuern abschaffen, würde auch dem Bürokratie Abbau dienlich sein.
        (15% Fahrrad 45% Boot ( Jacht)) Güter die zur Ausübung des Berufes und der Arbeit notwendig sind natürlich auch ein Steuersatz von 15% – 18% .
        Andere Meinungen würden mich interessieren, auch egal ob umsetzbar.
        Das sich für mein Vorschlag niemand stark machen wird ist mir schon klar. Umsetzbar wäre es vielleicht auch mit anderen Steuersätzen.
        Auf jeden Fall gehe ich davon aus, das egal welche Berufsgruppe oder Betrieb (Industrie) so gesund wachsen können.
        Durch den Wegfall der Lohnsteuer könnte man sogar noch 1% -5% mehr für die Sozialversicherung beisteuern, gestaffelt nach der Höhe des Lohnes.

        3
        • Elisabeth Ertl sagt

          Das Problem: Das meiste Steuergeld kommt von Massensteuern. Wenn ich Luxus besteuere, nimmt der Luxus ab, und der Staat kriegt irgendwann gar nichts mehr.

          1
  17. Dietmar Groß sagt

    Die im BDM organisierten Milchbauern fordern in der aktuellen Marktkrise konkrete, sofort umsetzbare Maßnahmen von Bundesminister Rainer und unterstreichen dies mit Schlepperdemos in Süddeutschland:
    Sie fordern die unverzügliche Aktivierung von Art. 219 GMO zur Umsetzung eines freiwilligen Lieferverzichts gegen Entschädigung, damit die Marktungleichgewichte auf dem Milchmarkt abgebaut werden können.
    Aus meiner Sicht ist diese Forderung konkret genug, um deutlich zu machen, wie Bauernfamilien ihre Marktposition sehen und was sie von der Politik erwarten.

    8
    • Arnold Krämer sagt

      Der Milchpreis bricht seit etwa einem halben Jahr massiv ein: Grund ist die Überproduktion der Milchbauern, die wiederum verschiedene Ursachen hat. Gleichzeitig ist im letzten Kalenderjahr 2025 der Rindfleischpreis so hoch gewesen wie nie zuvor. Das heißt, dass die Fleischkomponente die Milchkomponente in der Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung zumindest ein Stück weit kompensiert.
      Die Milchviehhalter haben 2024/25 das beste Jahr überhaupt hinter sich. Trotzdem der Ruf nach dem Staat, dem Steuerzahler (das sind wir alle). Ich kann das ein Stück weit verstehen, wenn die tatsächlichen Einkommen aufgrund geringer Einkommenspotentiale auch in guten Jahren keine Rücklagen ermöglichen, Investitionen nachgeholt werden und dann auch noch das Finanzamt die Hand aufhält.
      Die Forderung des BDM ist ein „Weiter so“ in der Agrarpolitik.

      10
      • Dietmar Groß sagt

        Was mir an der Forderung einleuchtet:
        Ohne Mengensteuerung auf der Erzeugerseite wird es auf massiven Strukturwandel bei gleichzeitiger Intensivierung hinauslaufen.
        Wenn Sie einen besseren Vorschlag haben, dann raus damit:
        Jetzt unter CDU-Führung ist die Zeit für kluge, ideologiefreie Ratschläge aus der Praxis.

        2
        • Arnold Krämer sagt

          Es geht kein Weg an Verträgen zwischen Molkereien und Landwirten vorbei!
          Darin sollten Monats-, Quartals- oder Jahresmengen mit einem Garantiepreis der Molkerei versehen sein. Alles was darüber hinaus geht, kann dann nur nach konkreter Marktlage bezahlt werden. Für Unterlieferung muss auch eine Lösung gefunden werden.
          Nur so sind die Molkereien auch in der Mitverantwortung, die ja ansonsten ihre Kostendeckung immer erreichen durch Milchpreisabsenkung.
          Jeder Landwirt muss dann entscheiden, ob er zu den Vertragspreisen produzieren kann oder eben auch nicht. Das „Wild- West“ muss aufhören.

          10
          • Dietmar Gross sagt

            Das ist doch kein Widerspruch zu der Forderung nach einer kurzfristig wirksamen Marktentlastungsmassnahme. Eine kluge Lösung wäre ein stufenweise Vorgehen.
            Die staatlich gestützte Marktenlastung kommt nur dann., wenn für die Zukunft Liefervertraege in einem festzulegen EM Umfang abgeschlossen werden.

            2
          • Smarti sagt

            Herr Krämer, die Schweizer haben das so ähnlich mit A – B und C Milch. Da sind die Landwirte auch nicht zufrieden damit.

            1
        • Nicolai Asmussen sagt

          Hi @Dietmar Groß
          Wir haben keine CDU-Führung.
          Es ist eine protektionistische CSU-Führung, die die Landwirtschaft in Deutschland befiehlt.
          Von 12 Kühen muß man leben können.
          Anbindehaltung forever!
          Aiwanger bezahlt deine Strafe.

          Grüße
          Nicolai

          1
          • Bauer Willi sagt

            @NA
            Ich bitte nochmals um ernsthaftere Kommentare. Ich möchte den Ruf als seriöser Blog ungern verlieren. Dies ist der dritte Hinweis. Lange sehe ich mir das nicht mehr an. Verstanden?

            13
            • Ostbauer sagt

              Also ich habe aus den Kommentaren von NA noch keinen ernsthaften Beitrag zu irgendwelchen Lösungsansätzen oder neuen Erkenntnissen herausgelesen.
              Hab sie ignoriert; Dummdödelei.

              16
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            „Von 12 Kühen muß man leben können.
            Anbindehaltung forever!“

            In den Köpfen vieler Bundesbürger, sind Betriebe mit 12 Kühen, in eine Massentierhaltung einzuordnen.
            Betreibe dieser Größenordnung, halten in Süddeutschland die Landschaft in Ordnung, entweder vor, oder nach 8 Stunden Arbeit außerhalb der Landwirtschaft.
            Im Endeffekt profitieren die örtlichen Einwohner und die Gastronomie davon, dass überhaupt noch Rinder gehalten werden.

            17
            • Inga sagt

              Klar,

              und wenn der Konsument bereit wäre mehr für sie Milch zu zahlen, könnten Familienbetriebe mit 12 Kühen überall leben.

              Dann ginge es der Umwelt besser.
              Wer für ein Stück Natur (Fleisch, Milch Eier) nicht genügend bezahlen will,
              versündigt sich ab der Natur .

              4
              • Christian Bothe sagt

                Inga: Doch nicht Ihr Ernst? Nur Großbetriebe mit industrieller Tierhaltung können den Bedarf der Konsumenten preiswert und nachhaltig befriedigen( LEH)! Das alles mit modernsten Produktionsverfahren,neuen Zuechtungsmethoden usw. Allerdings dort wo es territorial ( historisch)
                möglich ist! Nur so wird man weiter wettbewerbsfähig sein gerade in Zeiten von Mercosur…

                2
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Im Prinzip gebe ich ihnen recht, aber die Mehrheit der Bevölkerung ist anderer Ansicht.
                  Die wollen den kleinen Betrieb natürlich als neu gebauten Laufstall und mit Weidegang, vorausgesetzt, die feinen Näschen der Urlauber und der Einheimischen stören sich nicht an dem Geruch der Viecher.
                  Und, worin findet man die Lösung? Meines Erachtens verschwinden diese Betriebe mit der Erbfolge, mit all ihren negativen Folgen, aber das bemerkt man außerhalb der Landwirtschaft, wenn die immer geforderte Natur, tatsächlich zu sehen ist.

                  8
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Man kann mit 12 Kühen sehr wohl die Bevölkerung versorgen, wenn wieder 10% der Bevölkerung in die Landwirtschaft zurückkehren, und wenn der Rest ein Mehrfaches für Lebensmittel bezahlt. Wenn Europa weiter so ins wirtschaftliche Abseits abdriftet, wird es irgendwann eh so weit sein.

                  4
        • Smarti sagt

          Herr Gross, dass die richtig grossen Betriebe vom hohen Milchpreis profitieren, weil eher kleinere Betriebe pleite machen würde ich so nicht mal sagen. Der grosse Betrieb kommt immer schneller ins Straucheln, je höher die Mindestlöhne steigen. Damit will ich nicht sagen, dass nur Mindestlohn bezahlt wird, aber für gute Mitarbeiter muss ja der Abstand stimmen, sonst arbeiten die bald woanders. Der kleine Nebenerwerbsbetrieb kann länger mit einem Hungergehalt wirtschaften, bzw. er nimmt den Lohn auswärts um Löcher zu stopfen.

          7
  18. Altbauer sagt

    Was Bauern wollen lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Faire Wettbewerbsbedingungen durch Außenschutz vor Importen ohne vergleichbare Standards.

    Die betrifft alle Bereiche der Landwirtschaft.

    Wurde der Stahlindustrie auch zugesagt.

    @all hier: lasst das substanzlose sabbeln hier. Die Dame von der Welt versteht es nicht und ich auch nicht

    8
  19. Elisabeth Ertl sagt

    Vor etwa 10 Jahren hat sich in Österreich eine Initiative gebildet, die zum Ziel hatte, die den Naturgegebenheiten entsprechend klein strukturierte Landwirtschaft mit ihren vergleichsweise hohen Umwelt- und Tierwohlstandards im globalen Wettbewerb zu behaupten. Das Ziel war, den Verkauf heimischer Produkte in Österreich zu forcieren. Zu diesem Zweck startete man eine Aufklärungskampagne mit professionell aufbereiteten Informationen über Landwirtschaft für die breite Bevölkerung. https://www.landschafftleben.at
    Die Infos wurden von den Medien aufgegriffen und liegen auch in den Schulen auf. Die landwirtschaftliche Bildung der Bevölkerung hat sich tatsächlich deutlich verbessert. Der LEH war von Anfang an eingebunden, und die Kennzeichnung heimischer Lebensmttel ist mittlerweile sehr gut. Dass sie in der Gastronomie noch nicht gegeben ist, das ist derzeit Inhalt eingehender Debatten.
    Aber österreichische Lebensmittel werden naturgemäß aufwändiger produziert, und das ist nun einer von mehreren Gründen, warum Lebensmittel in Österreich teurer sind als in Deutschland. Und das will die heimische Bevölkerung nun nicht akzeptieren. Sie sieht zwar den Grund nicht in erster Linie bei den Bauern, die ein sehr gutes Image haben, sondern beim LEH bzw. bei territorialen Lieferbeschränkungen. Wenn allerdings als Folge von Mercosur jetzt niedrigere Lebensmittelpreise versprochen werden und die Bauern sich dagegen wehren, steht die Bevölkerung mehrheitlich doch wieder aufseiten des Handelsabkommens und gegen die Bauern, die angeblich wirtschaftlich zu unbedeutend sind, um ein solches Abkommen zu Fall bringen zu dürfen.
    Jetzt geht es wiederum darum, der Bevölkerung zu vermitteln, warum, wie Matthias Binswanger klarlegt, die Landwirtschaft vom Freihandel ausgenommen werden sollte, weil Freihandel mit landwirtschaftlichen Produkten den Wohlstand im Unterschied zum Freihandel mit Industrieprodukten letztendlich nachweislich nicht erhöht, sondern dämpft.
    Auch wenn die KonsumentInnen weit überwiegend beim LEH einkaufen, ist in Österreich die alternative Möglichkeit, auf Bauernmärkten und bei Direktvermarktern hochwertige Produkte erwerben zu können, sehr geschätzt. Dass es mit Mercosur ein böses Erwachen geben könnte, wenn nämlich die klein strukturierte Landwirtschaft zugrunde geht zu Gunsten großer Agrarkonzerne, ist der Öffentlichkeit überhaupt nicht bewusst. Argentinier müssen inzwischen ums Fleisch kämpfen, welches Konzerne mit ihren Marketingabteilungen dorthin verkaufen, wo der höchste Profit winkt. Da herrscht kein Verantwortungsbewusstsein bezüglich der Versorgungssicherheit der eigenen Bevölkerung.
    Was wir Bauern verteidigen, das sind nicht nur unsere hohen Umwelt- und Tierwohlstandards. Wir haben unsere Selbstständigkeit Mitte des 19. Jahrhunderts hart erkämpft. Wir wollen uns nicht einem neuen Feudalismus von Großgrundbesitzern beugen, der uns – wenn er uns im Zuge exzessiver Technisierung überhaupt noch braucht – zu abhängigen Lohnsklaven degradieren will.

    8
    • Elisabeth Ertl sagt

      Bauernbundpräsident Strasser hat kürzlich dem ORF gegenüber klar kommuniziertm was die österreichischen Bauern wollen: Lebensmittelkennzeichnung, fairer Wettbewerb im Sinn von gleichen Standards, Entbürokratisierung, faire Energiepreise, solid ausgestattetes Agrarbudget, zwar wurden KOmpensationszahlungen versprochen für den Fall, dass Mercosur die europäische Landwirtschaft unter Druck setzt, aber es ist völlig offen, woher dann das Geld kommen soll. Es gibt durchaus Handelsabkommen, denen die Bauernschaft zugestimmt hat. Die EU sichert die Stahlindustrie ab, daran sollte sich die Agrarpoitik ein Beispiel nehmen. Was gentechnisch veränderte Futtermittel aus Lateinamerika betrifft: die Landwirtschaft ist gerne bereit, europäische Futtermittel einzusetzen, wenn der Konsumemt bereit ist, dafür zu bezahlen. Es werden Bioschweine produziert, aber es ist schwer Abnhemerverträge zu bekommen. Es werden Kartoffeln, Getreideprodukte und Butter angeboten zu Preisen, zu denen eine Produktion nicht möglich ist. Das ist die Entscheidung des Konsumenten. Es wäre wichtig, beim Thema Lebensmittelpreise die Emotion herauszunehmen angesichts der Tatsache, dass für Lebensmittel nur 12& des Einkommens aufgewendet wird und Lebensmittel im Wert von 400 bis 800 Euro pro Jahr weggeworfen werden. Wir Bauern müssen Transparenz entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette erzeugen, damit mit dem Anteil an Lebensmittelpreis eine Landwirtschaft kostendeckend geführt werden kann. Es muss klargemacht werden, dass österreichisches Rindfleisch in der Produktion immer teurer sein wird als südamerikanisches. Wenn wir eine österreichische Landwirtschaft mit ihrem ökologischen Engagement, mit hohen Tierwohlstandards und mit ihrem hohen Bioanteil , dann wird es notwendig sein, bessere Preise zu zahlen.
      https://www.youtube.com/watch?v=1cHoTE9GgZE

      6
      • firedragon sagt

        Frau Ertl,

        wer das sagt/fordert „… Wir Bauern müssen Transparenz entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette erzeugen …“ wird mit immer mehr Bürokratie zugeschüttet.
        Siehe die total überzogene PSM Dokumentation die seit 01/2026 zu führen ist.

        Meine Forderung: dieses PSM Dokumentations Monster muss abgeschafft werden, wenn man auch nur an das Wort „Entbürokratisierung“ denkt.

        12
          • Elisabeth Ertl sagt

            Wenn die Erzeugerpreise für die Bauern sinken, während der LEH die Preise anhebt, dann fällt das mittlerweile medial durchaus auf, jedenfalls hier in Österreich, und der LEH hat Erklärungsbedarf.

            2
          • Thomas Bröcker sagt

            Soweit ich das erkennen kann, pausiert die Erstellung der Daten für den Preismonitor seit 2024. Er bildet also die aktuellen Probleme nicht ab. Schwierig ist auch die unterschiedliche Auswahl/Breite der Zeiträume.
            Ansonsten sieht man die Logik der Marktwirtschaft sehr schön. Weitgehend immer wieder auf einen Niedrigpreis zurückgeführte gleiche oder ähnliche Preise. Insgesamt ein Abbild der Zusammenhänge, die man bei langfristigeren Zeitreihen noch stärker sieht: Die Preise im Endverkauf bleiben durch den (ruinösen) Wettbewerb relativ stabil bzw steigen langsam. Die Kosten für Betriebsmittel und Löhne steigen sehr viel schneller. Wenn Systeme nicht vertikal organisiert sind, ist der Erzeuger/Urproduzent der Verlierer des Systems. Alle wälzen ihre Kostensteigerung auf ihn ab, die Steigerung der Erzeugerpreise verläuft aber ähnlich flach wie die der Endverkaufspreise. Der Kampf um das „Restgeld“ für den Erzeuger kennt bei vollen Märkten nur Ihn als Verlierer.
            Die erforderliche Fläche um ein auskömmliches Familieneinkommen zu erzielen hat sich im bäuerlichen Bereich seit 30 Jahren mehr als verdoppelt.
            Die Verschiebungen im Machtgefüge zwischen anbietender und aufnehmender Hand zugunsten Letzterer erzeugen Wut, die aus Ohnmacht wächst. Diese Entwicklung ist System-immanent und „von unten“ und durch Landwirtschaftslobbyarbeit kaum noch zu beeinflussen.
            Willkommen in der schönen neuen Welt der maximalen Kapitalkonzentration.

            11
          • firedragon sagt

            Frau Ertl,

            Sie haben mich falsch verstanden. Es geht mir nicht um Offenlegung irgendwelcher Preisentwicklungen von verarbeiteten Produkten des LEH Angebots.

            Es geht mir um folgendes:

            Pflanzenschutzmittel – Ab dem 01. Januar 2026 greifen neue Aufzeich-nungspflichten | ISIP https://share.google/aMnEnj16vlZvAObjk

            4
  20. Arnold Krämer sagt

    Es besteht ein massives Kommunikationsproblem zwischen großen Teilen der Medien, der Gesellschaft und der Politik auf der einen Seite und großen Teilen der Landwirtschaft auf der anderen Seite. Die eine Seite fühlt sich sicher im deutschen „Ernährungsschlaraffenland“ und will vorrangig das Klima und die Biodiversität retten und den Nutztieren ganz viel Gutes tun!

    Die andere Seite (weit überwiegend und auschließlich die Konventionellen) sind mit der klassischen Produktion massiv gefordert und teilweise auch überfordert (Stichworte: Bürokratie, Ordnungsrecht, Konkurrenz u.a.), wollen aber kein staatliches „Gnadenbrot“ für hehre und vermeintlich breit getragene gesellschaftliche Ziele.

    Der Umerziehungsprozess der Landwirtschaft (neudeutsch Transformation genannt) hört trotz klarer Signale des Marktes und der Staatskassen u. a. aber trotzdem nicht auf.
    Auf die Inhalte der KTBL-Tagung 2026 hatte ich schon mehrmals hier hingewiesen.
    Ein weiterer Hinweis jetzt auf diese Veranstaltung in Hannover
    http://www.trafo-agrar.de/agri-change

    Wenn D so weiter macht, sind zwar viele Lehrstühle in D „gerettet“, aber eine leistungsstarle Landwirtschaft rückt in weite Ferne.

    19
    • Stadtmensch sagt

      aus dem Text von trafo-agrar:

      „Doch stark gestiegene Energie- und Rohstoffpreise sowie geopolitische Krisen setzen Unternehmen in Deutschland, Europa und Niedersachsen zunehmend unter Druck. Fragen wie „Können wir uns Nachhaltigkeit noch leisten?“ und Hinweise auf „Transformationsmüdigkeit“ mehren sich. Zugleich werden mühsam etablierte Nachhaltigkeitspfade international und europäisch wieder verlassen.“

      Tja, so siehts aus. Auf das Offensichtliche, den Ukrainekrieg nicht weiter mit Neuverschuldung zu befeuern und einen pragmatischen Modus Vivendi mit Russland zu suchen, darauf kommt niemand.
      Lieber setzt der lustige Millionär an der Spitze dieses Landes weiter auf das, was er für „Machtpolitik“ hält, und weiß dabei den Großteil der deutschen Nazi-Enkel hinter sich.

      Der Feind ist ausgemacht: es sind die Naturschützer, die Energiesparer, die Müllvermeider, die Pazifisten, Radfahrer, Linke, kulturell Interessierte, Wärmepumpenbetreiber usw usf.

      Wenn der Deutsche mal so viel Elan wie jetzt bei der Erlangung der „Kriegstucht“ in die Entwicklung von Gesellschaftsmodellen investiert hätte, die weniger Stress, Hass, Neid, Spaltung, Angst, Verschwendung und Mangel produzieren, hätte er eine Chance gehabt.

      Was Absichtserklärungen zur Selbstbehauptung mit schwindenden Kompetenzen und weiteren vielgestaltigen Mangellagen angeht, die man auf Dauer nicht mehr wird mit Geld zukleistern können, kann man nur müde lächeln.

      5
  21. Civilitas sagt

    @ Ludwig.
    Völlig zutreffend, danke!
    Mittlerweile sind nicht allein Landwirte Opfer des vom Epizentrum Berlin ausgehenden Chaos, sondern Industrie und Privatleute desgleichen.
    Zwei Fälle, die mich persönlich betreffen:
    1. Unter Rot-Grün-Gelb.
    Sohn kaufte E-Auto, auch im Vertrauen auf die ausgelobte Prämie in Höhe von 7.000 €. Das Geld kam nie, weil der Topf vorzeitig leerlief, was der grüne Herr Bundesminister aber nicht zu kommunizieren gewagt hatte. (Ob der Autohändler es gewusst und verschwiegen hat, sei dahingestellt.)
    2. Unter Schwarz-Rot.
    Vermieteter Bestandsbau in der Lüneburger Heide. Vor der Bundestagswahl forderte der Bezirks-Schornsteinfeger unter Hinweis auf das Gebäudeenergiegesetz, ich solle die voll funktionsfähige und sämtliche Abgasvorschriften einhaltende Gasheizung nur wegen ihres Alters ersetzen und ihm binnen sechs Monaten die Durchführung anzeigen, andernfalls müsse er mich „bei der Behörde“ (sic!) melden. Quasi gleichzeitig erschien das Wahlprogramm der CDU: „Das Heizungsgesetz werden wir abschaffen.“ Zwei Heizungsbau-Unternehmen weigerten sich unter Hinweis auf die unklare Zukunft etwaiger Förderprogramme, Kostenvoranschläge zu erstellen. Das örtliche Fernheizungsunternehmen weigerte sich, eine Prognose zum eventuellen Anschluss unserer Straße abzugeben. Ich teilte dem Schornsteinfeger mit, er solle die Füße stillhalten, bis gesetzgeberische Klarheit herrsche. Nun ist der neue Herr Bundeskanzler da, inzwischen sogar schon etwas länger. Wo bleibt die Klarheit?

    11
  22. ..wir Bauern fordern darüber hinaus“:
    – Ernährungssouveränität ins Grundgesetz / Verfassung;
    – Außenschutz für heimische ldw. Produktion;
    – Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel ;
    – Verträge vor der Produktion mit Preis, Menge & Lieferzeitraum;
    – Keine CO2 Bepreisung der dt. ldw. Produktion;
    – echter Agrardiesel (st.freier Bezug) ohne Antragstellung für eine spätere Erstattung;
    – Angleichung der Produktionsstandards (Umwelt-, Tierschutz- , Sozialstandards);
    – Ausnahmeregelungen für die Ldw. beim Mindestlohn von Erntehelfern;
    – Transparenz bei Preiszusammensetzung im LEH;
    – Ende von Ramsch-Aktionen bei Grundnahrungsmitteln – Vereinbarung mit LEH (ZKHL)
    usw.

    13
  23. Rathje Clasen sagt

    Ich erwarte das die“ Politik der roten Gebiete“ auf Fachlichkeit überprüft wird ,weil ein Düngeverbot von Zwischenfrüchten dafür sorgt , das sie nicht optimal gedeihen können.
    Nur ein max. Aufwuchs und eine max. Durchwurzelung des Boden gewährleisten Grundwasserschutz , Hochwasserschutz, Co2 Bindung , und biol. Bodenverbesserung Alles zur Absicherung der Ernten, und unser ALLER Nahrungsmittel.

    20
  24. Nicolai Asmussen sagt

    Moin @Bauer Willi
    „ich erwarte, dass das Ministerium für Landwirtschaft mit einer Person besetzt wird…“
    Wir haben doch jetzt den Rainer Alois.
    Er wurde stets gelobt für seinen Bezug zur Landwirtschaft.
    Den sehe ich jedoch nicht.
    Das wäre so, als würde man einem Schlachter das Thema Tierwohl anvertrauen.

    Das ist schon Bei Herrn Özdemir schiefgegangen, er wollte weniger Tierhaltung und vermehrten Einsatz von Wirtschaftsdünger.
    Ein prima Plan.

    Frau Klöckner war zumindest hübsch anzusehen.

    Vielleicht man die Ministerien anders zuschneiden?
    Finanz-, Landwirtschafts- und Umweltministerium spielen doch derzeit gegeneinander.
    Grüße
    Nicolai

    7
    • Christian Bothe sagt

      NA:Nur mal soviel zu Ihrem letzten Satz! In Thüringen hatten wir mal einen LW-Minister, der auch das Umweltressort mit verwaltete, und das 19 Jahre lang( leider ist er mittlerweile verstorben)! War für uns die beste Zeit, was die Entwicklung der LW und NGW betraf! Von Hause aus ein Diplomlandwirt und Dr.agr.! In jeder Beziehung ein Fachmann, welcher in VEG und LPG tätig gewesen ist!
      Diese unsinnige Trennung von LW und Umwelt war für mich noch nie akzeptabel…Zu den von BW aufgezeigten Punkten kann ich momentan nichts ergänzen..

      5
      • Hauke Jaacks sagt

        In Schleswig Holstein war das Landwirtschafts und Umwelt Ministerium auch unter Herrn Habeck eins.Leider ist dieses bei CDU Regierungen nicht möglich.Genau dieses kostet viel Energie inder Diskusion am Ende gibt es ein Kompromis der nicht gerade positiv für die Landwirtschaft ist

        6
    • Bauer Willi sagt

      Frau Klöckner war wesentlich engagierter als der derzeitige Minister. Erreicht hat auch sie nichts

      2
      • Arnold Krämer sagt

        @ BW.
        Klöckner war gut in der Selbstdarstellung. Das beherrscht sie perfekt.
        Was wissen wir über das Engagement von Rainer. Was wissen wir über die internen Arbeitsaufträge? Nichts! Deshalb bitte Vorsicht mit schnellen Urteilen.

        Wir brauchen keine Ankündigungen, sondern Entscheidungen außerhalb von Symbolpolitik. Das zu erreichen ist aber schwer genug angesicht der Gesetzeslage im Agrar- und Umweltrecht und der Rechtsprechnung.

        9
        • Bauer Willi sagt

          @AK
          Ich habe vorgestern Alois Rainer live bei der Befragung im Bundestag gesehen. Kurz danach unseren Aussenminister. Dazwischen waren Welten!

          Die Antworten von Alois Rainer liessen deutlich erkennen, dass er bei fast keinem Thema die notwendigen Fachkenntnisse hat. Und auch rhetorisch ist er eine Katastrophe.

          Julia Klöckner kenne ich persönlich und wurde 2019 wegen der Grünen Kreuze in Ihr Büro in Berlin zitiert. Von daher kann ich mir das Urteil erlauben, dass sie mehr Biss hat als der derzeitige Minister. Der signalisiert mir täglich: „Ich hab keinen Bock auf den Job“.

          4
          • Arnold Krämer sagt

            @ BW
            Wie du selbst sagst, hat sie nicht wirklich was voreinander gekriegt. Und das ist doch entscheidend. Also abwarten und Tee trinken…..
            Der ganze Schwachsinn, der agrarpolitisch über Jahrzehnte aufgebaut wurde, lässt sich nicht so schnell wieder beseitigen.
            Und dann kommt gerade auch noch das Bundesverwaltungsgericht und sagt, die Politik mache zuwenig in Sachen Klimarettung, alles vor dem Hintergrund, dass Wissenschaftler wie Grethe sagen, Moore seine wiederzuvernässen und die Tierhaltung zu halbieren.

            7
      • @BW
        Seit Klöckner kommen immer wieder Berater auf den Hof die mir das Gefühl vermitteln wollen, die Bienen bestäuben den Weizen.
        Von solchen Beratern kaufe ich nichts und habe auch schon zum einen oder anderen gesagt: weil ein Minister oder Ministerin so etwas wie Weizen von Bienen bestäubt wird entspricht es trotzdem nicht der Realität.
        Da Frau Klöckner Weinkönigin war und ich erfahren habe das selbst die Trauben auf die Bienen verzichten kann (ertragsmäßig) , muss ich mir die Frage stellen ob da nicht zuviel inkompetente Berater für die Ministerien beschäftigt werden.
        Die meisten Lebensmittel brauchen keine Bestäubung durch Insekten, die meisten brauchen eine leichte priese Wind genau so wie die Windkraft Anlagen.

        3
  25. Nicolai Asmussen sagt

    Moin
    @Dirk Andresen
    „Der Vorwurf, Bauern wüssten nur zu protestieren, aber nicht zu sagen, was sie wollen, trifft nicht zu.“

    Als die Landwirte in Berlin demonstriert haben, machten sie den Fehler, Herrn Lindner einzuladen.
    Der Herr Lindner hat die Gelegenheit genutzt, um in schreiendem Tonfall, den Leuten zu erklären, daß er schwitzt, wenn er den Pferdestall seiner Töchter ausmistet.
    Völlig themenfremd.
    Aber die „Bauern“ haben ihm eine Bühne gegeben.

    Eine Demo ist dafür da, den eigenen Standpunkt klarzumachen.
    Nicht zur politischen Debatte.

    Aber die Landwirte haben es zugelassen, daß es zu einer FDP-Veranstaltung wurde.
    Grüße
    Nicolai

    7
  26. Johann sagt

    Hallo Ludwig, Du schreibst mir aus der Seele. Die Klimapolitik in der EU richtet sich nach einer Formel, “ LULUCF“, welche niemand versteht aber für die Wissenschaftler eine große Bedeutung hat.
    Nur ein Beispiel: Wenn ich mit Öl mein Haus beheizt habe, dann bin ich umweltschädlich, wenn ich aber die Heizung auf Hackgut umstelle und kein Heizöl mehr verwende, ist die keine erneuerbare Energie und wird zu dem natürlichen CO²- Kreislauf und nicht dem Wald angerechnet. Wenn ich aber eine Biogasanlage mit Förderungen betreibe und Mais zur Verstromung verwende und das Umweltschädliche Methangas erzeuge ist dies umweltfreundlich.
    Es gäbe noch viele Beispiele dazu. US-Präs. Tramp hat in Davos einmal etwas vernünftiges gesprochen.

    14
  27. Polymeso sagt

    Die Rahmenbedingungen der Produktion könnten sicher besser sein,
    aber das löst das Problem ja auch nicht.

    Das Problem ist ein dramatisches Markt Ungleichgewicht,
    im Lebensmittelhandel inzwischen fast ein Monopol.
    Das trifft längst den Verbraucher genauso wie den Bauern.

    Nur kann das die Politik nicht ändern,
    eher ändert das Problem die Politik.

    Wenn es allgemeines Bewusstsein wäre,
    könnte man den Ausweg sehen.
    Nur wird der Verbraucher eher eine sozialistische Lösung suchen.
    Das würde es weiter verschlimmern.
    Sozialismus ist der schnellste Weg zum Zentral Kapitalismus.
    Eigentlich muss man da kein zweites Experiment starten.

    Monopolistisch, diktatorische Konzerne bedürfen dennoch einer Gegenkraft,
    die aber nicht zentral organisiert sein darf,
    damit es unmöglich wird, sie zu kaufen.

    Nur wirtschaftlich fester Mittelstand kann dem Diktat etwas entgegensetzen.
    Mit Erbschaftsteuer kann man diesen letzten Widerstand brechen.
    Das sollte man eigentlich längst wissen.
    Erbschaftsteuer trifft alle, außer den Superreichen.

    Der Mittelstand muss darüber hinaus das Recht erhalten,
    sich zu organisieren. Dazu müsste das Kartellverbot aufgehoben werden.

    Das muss fatalistisch klingen, für den sozialistisch geprägten Intellektuellen,
    aber es wäre die logische Gegenkraft für den Turbo Kapitalismus.
    Natürlich wird es uns ausgeredet in diese Richtung zu denken,
    aber wer ist es eigentlich, der uns da beschwatzt?

    Kartellwirtschaft ist kein Monopol,
    und historisch gesehen gab es das schon mal in der Kaiserzeit.
    Damals hat der Markt glänzend funktioniert,
    So gut, dass wir das heute Gründerzeit nennen.

    Kartell ist etwas Gutes,
    Konzern ist das Problem.
    Kartell könnte als Sozialisierung des Konzerns verstanden werden.
    Nur durch ein freies Kartellwesen bekommt der Mittelstand die Kraft,
    dem diktatorischen Monopol Kontra zu bieten.

    Wer sonst sollte das tun?

    • Bauer Willi sagt

      Kartelle sind gut, wenn es die Handelshäuser betrifft. Kartelle von Landwirten sind schlecht und müssen bekämpft werden (Ironie aus)

      5
  28. Ludwig sagt

    Erst einmal ist es gut , daß die WELT dieses Thema aufgreift , denn das macht sonst keiner.
    Ich lobe mir die Welt , denn diese Zeitung lese ich täglich und die kommt der Wahrheit noch am nächsten. Von Zippert bis Meinungsfreiheit kommt täglich eine realistische Einordnung zu mir und das vergleichen wir mit den Öffis und den Alternativen (NIUS,TE-Wecker,Apollo,usw.). -Was wir Bauern brauchen ist die Freiheit des Wirtschaftens und des Denkens. Die Politik behandelt uns wie in einem Staatsverwaltungswesen , auch Diktatur genannt. Wir haben den Eindruck , daß man uns seit zwanzig Jahren vernichten will. Beginnend mit den Rinderhaltern , danach die Schweinehalter und jetzt den Ackerbau. Diese Politik hat auch unsere Schweinehaltung vernichtet, sodaß wir heute nur noch Ackerbau haben und dieser Ackerbau ist auf Grund des wirtschaftlichen Druckes von fünf auf zwei Früchte reduziert worden. Doch jetzt haben wir wichtige Verbündete , die bisher eher weniger drangsaliert wurden , nämlich die Industrie, Gewerbe, Handwerk. Überall betreibt die Politik aus Brüssel und Berlin ihr religiösideologisches Vernichtungswerk. Luftbesteuerung (CO2) ,Energieverteuerung , E-Auto, Wärmepumpe , usw. . Doch das will kein Bürger haben und jetzt kommt das Waterlooh !? Gaskrise und hier hoffe ich , daß diese Politik der Wohlstandsvernichtung und Deindustrialisierung ein Ende findet. Rücktritt ist jetzt natürlich selbstverständlich ! Neue Leute braucht das Land und das hat der Wähler in der Hand. — Ist jemand in Christo , so ist es eine neue Kreatur , das Alte ist vergangen , siehe es ist alles neu geworden . 2. Kor. 5,17.. — Diesen Bibelspruch sollten wir jetzt mal umsetzen.
    Wir müßen uns neu erfinden und ein neues Geschäftsmodell schaffen und natürlich nicht nur mit Sonne und Wind , sondern verlässlicher Energie die auch wettbewerbsfähig ist. Alles in einem richtigen und sicheren Verhältnis. Argentinien wäre für mich in Ansätzen als Vorbild zu nehmen.

    18
  29. Johann sagt

    Es ist schwer zu sagen was wir wollen. Ist der Schweinefleisch hoch, stellen alle mehr Ferkel in den Stall. Wenn diese fertig gemästet sind, verfällt der Preis. Gleiches kann man auch bei den Feldfrüchten, milch etc. sagen.
    Es gibt zu wenig Disziplin in der Strategie. Es sollte jeder bei der bäuerlichen Vertretung melden, was er anbauen oder welche Tiere er aufstocken will. Vielleicht wäre da eine gewisse Preisstabilität zu erzielen.
    Darüber werden wir noch in 50 Jahren diskutieren.

    7
    • zmp_nachfahre sagt

      Das ist der klassische „Schweinezyklus“, das ist schwer zu vermeiden.
      (Vergleichsbetrachtung: Die Ausbildung zum Lehrer dauert keine 6 Jahre, also könnte man theoretisch den zukünftigen Bedarf anhand der Geburtenzahlen ziemlich gut ermitteln. Hat aber auch noch nie funktioniert…)
      Die bereits angesprochene Planungssicherheit wäre mal ein guter Anfang.
      (Nebenbei bemerkt: auch für die Lehrer.)

      7
  30. Frikadellen piet 47 sagt

    guten Morgen ja wir bauen sollten sagen was wir wirklich wollen! dafür ist es glaube ich sehr wichtig dass wir selber auch wissen was wir wollen! wir deutschen Bauern produzieren nämlich nicht nur für Deutschland. diese sollten wir auch der Öffentlichkeit verständlich erklären. die heimische Landwirtschaft ist nur eine Nische. ich weiß nur nicht genau ob der Minister von uns überhaupt weiß dass wir international produzieren?! was wir glaube ich nicht machen sollten zu sehr demonstrieren, ich bin mir nämlich nicht sicher ob dieses in der Gesellschaft richtig verstanden wird. schönen Tag

    2
  31. Dirk Andresen sagt

    Der Vorwurf, Bauern wüssten nur zu protestieren, aber nicht zu sagen, was sie wollen, trifft nicht zu.

    Landwirte haben sehr klar formuliert, was sie wollen – die eigentliche Frage ist, warum diese Forderungen politisch so selten Konsequenzen haben.

    Wir formulieren unsere Forderungen seit Jahren sehr klar: weniger Bürokratie, verlässliche Regeln, gleiche Standards für Importprodukte und Planungssicherheit für Investitionen, die über Jahrzehnte laufen.
    Die Unzufriedenheit entsteht nicht aus Wut, sondern aus der Erfahrung, dass diese Punkte politisch immer wieder vertagt oder relativiert werden.

    Zukunft entsteht nicht durch Protest allein – aber auch nicht durch Politik ohne Praxis.

    Protest ist kein Selbstzweck, sondern ein Zeichen dafür, dass die regulären Gesprächsformate nicht mehr greifen. Wenn es um Ernährungssicherheit geht, sollten diese Anliegen nicht als Emotion abgetan, sondern ernsthaft bearbeitet werden.“

    Wer regionale Lebensmittelproduktion erhalten will, muss Umwelt-, Handels- und Strukturpolitik zusammendenken. Landwirtschaft ist kein Problem, das verwaltet werden muss, sondern Teil der Lösung für Versorgungssicherheit, ländliche Arbeitsplätze und gesellschaftliche Stabilität.“

    „Protest entsteht nämlich nicht durch Sprachlosigkeit, sondern aus Wirkungslosigkeit.“

    57
    • Bauer Willi sagt

      Danke! Sehr gut erläutert. Hoffentlich lesen es viele. Und ziehen ihre Schlüsse daraus!!

      8

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert