Bauer Willi
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Ausgestorben…

 Mit der Natur verbinden wir immer das Gute. Vor allem wenn wir zurückblicken. Als noch alles im Gleichgewicht war. Also bevor sich der moderne Mensch so zahlreich vermehrt hatte. Vielleicht im Zeitalter des Neandertalers. Dieser lebte ja tausende von Jahre bewiesenermaßen im Einklang mit der Natur. Da war die Biodiversität noch so richtig in Ordnung. Inzwischen sind ja ganz viele Lebewesen ausgestorben. Zum Beispiel Mammute oder Säbelzahntiger oder Wisente. Ok, Wisente gibt es ja mittlerweile wieder durch Rückzüchtungen. Wenn die gute medizinische Gentechnik (die ist ja viel besser und beliebter als die Agrar-Gentechnik) so weitermacht, dann ist es wahrscheinlich bald möglich, dass man viele der ausgestorbenen Tiere und Pflanzen wieder zum Leben erwecken kann. Wir wäre die Reaktion darauf?

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Natur ist schön…

Prima, würden wohl viele von uns sagen, so ein Mammut wieder sehen zu können wäre schon toll. Doch wo sollten die Mammutherden weiden? Da kommt sicher bald die Erkenntnis, dass dafür Deutschland wohl eher nicht in Frage kommt. Die großen Weiten Russlands oder Kanadas wären dafür sicher besser geeignet. Da leben nicht so viele Menschen und da ist auch viel Platz. Und da würden wir dann dort hinfliegen und uns vom Gelände-Fahrzeug aus die Tiere anschauen.

Und wie ist es mit dem Säbelzahntiger? Der lebte vom Wild und, wenn er einfacher zu erbeuten war, hat der sich auch gerne schon mal einen Neandertaler einverleibt. Ansonsten war er in jedem Fall ein Nahrungskonkurrent, denn der Steinzeit-Mensch lebte als Jäger und Sammler.

 

…aber bitte nicht vor meiner Haustür

Und weil ihm der Säbelzahntiger bei der Nahrungsbeschaffung im Wege war, hat er dem, wie auch dem Mammut, den Garaus gemacht. Die Säbelzahntiger in Deutschland auswildern? Auf diese Idee kämen vermutlich auch eingefleischte Tierschützer nicht. Da hätten wir schon eher Angst um unser eigenes Leben und das Leben unserer Kinder. Schutzzäune und Schutzhunde kann man übrigens bei so einem Exemplar mit einer Schulterhöhe von 1,20 m (!) ohnehin vergessen. Und ob es hilft, bei einer Begegnung laut zu rufen, darf auch bezweifelt werden.

Was an diesem (noch) fiktiven Szenario deutlich wird: Einerseits freuen wir uns, wenn seltene Tiere wieder eine Chance bekommen. Andererseits ändert sich unsere Einstellung, wenn sie unser täglichen Leben beeinflussen. Schützen ja, aber dann doch lieber weit weg, wo sie uns selbst, unserer Familien und unseren Haustieren nicht gefährlich werden können.

So ändert sich die Sichtweise. Und bis hier hin habe ich nicht einmal das Wort “Wolf” erwähnt…

Euer Bauer Willi

 

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14 Kommentare

  1. Jensen, Angelika sagt

    Ich möchte weder Wolf noch Bär, weil wir ihnen keinen geeigneten Lebensraum bieten können – auch dem Elch nicht. Sie auszusetzen, um sie überfahren zu lassen heißt Mensch und Tier Lebensgefahr auszusetzen aus reiner Gefühlsduselei. Alles hat seine Zeit und das sollten wir endlich einmal akzeptieren.

    • sonnenblume sagt

      Ich finde, dass D. aktuell genug andere Probleme hat, ohne immer noch mehr drauf zu setzen. Aber je mehr, desto besser???!!!!

  2. Gephard sagt

    In Ostdeutschland ist doch genug Platz. Wenn die Alten dort irgendwann sterben, werden ganze Landstriche unbewohnt sein.

    Aber statt sich soweit in Spekulationen zu vertiefen, könnte man sich auch so aktiv für die Artenvielfalt einsetzen, und das ohne Reagenzglas. Einfach nicht mehr nur auf die wenigen Effizienz-Rassen und Pflanzensorten setzen. Aber das ist vermutlich nur was für Ökoromantiker und nichts für die Industriellen, die Lebenwesen ausschließlich zum eigenen Auskommen nutzen und eher als Betriebsmittel oder gar Ware betrachten.

    • Obstbäuerin sagt

      Bestehen Sie etwa darauf, mit Ihrer Arbeit Geld für Ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Gephard?

  3. Jensen, Angelika sagt

    Ich bin für das Rückzüchten der Dinosaurier – wäre doch auch echt nett. Aber nur Dinosaurier, die die Kuschler fressen. Biete mich gerne an, die Dinos darauf abzurichten.
    ALLES HAT SEINE ZEIT! Einige Arten sterben aus, neue kommen hinzu. Ich begreife nicht, warum manche Menschen das nicht akzeptieren können und der Natur immer wieder ins Handwerk pfuschen müssen.

  4. Altbauer Jochen sagt

    Wenn wir es schaffen würden die menschliche Population in unserem Land
    durch eine Völkerwanderung so auszudünnen wie sie zu Zeiten von Mammut und Säbelzahntiger bestand ,dann wäre ja vielleicht auch wieder Platz für mehr wilde Tiere.- (Ob uns jemand haben möchte ??? )-
    Im Moment geht die Wanderung aber mehr in unsere Richtung.
    Da wird es für derart Großwild wohl eng werden bei uns.

  5. Brötchen sagt

    aus Indien habe ich letztens eine Doku gesehen, da holt der Leopard Kinder aus der Hütte.
    das ist nicht ungewöhnlich. also braucht es den säbelzahntiger nicht.
    Katzen haben nur vorn scharfe Krallen, der Leopard wohl vorn und hinten.

    • Inga sagt

      Ja,
      damals als der Säbelzahntiger noch lebte, war noch richtige Natur, da haben sich die Arten gegenseitig ausgerottet.
      Da galt noch “Survival of the Fittest” und da war die Natur noch vollkommen unbeschädigt!

  6. Brötchen sagt

    Morgen Willi!

    ich dächte der wisent war nie ganz ausgestorben.

    der so genannte auerochse oder heckrind ist eine züchtung. da ist nichts mehr vom auerochsen drin.

    viele Grüsse!

    auf arte kommt gerade eine Doku über Schimpansen, die wie Menschen eine affenpopulation ausrotten und sich zwischen den rudeln bekämpfen.

    • Bauer Willi sagt

      O.k. mag schon sein. Aber ich musste ja irgendwie die “Kurve kriegen” zur Wiedererschaffung von Mammut und Säbelzahntiger…
      Bauer Willi

      • Mausschubser sagt

        Dann statt Wisent Auerochse schreiben und schon passt es besser. 😉 Wobei die Wiederansiedlung des Wisents ja auch bereits auf Widerspruch stößt.

        • Jensen, Angelika sagt

          Wer miterlebt hat, wie gefährlich diese Tiere in freier Wildbahn sein können, wird sich bestimmt nicht für weitere Wiederansiedlungen einsetzen. In den Ländern halten die Bauern und Jäger Hunde, die wenn die großen Wisente/Auerochsen angreifen, diese Hunde erschießen müssen, um von sich abzulenken und die Angreifer so veranlasssen, dass diese sich mit den toten Hunden beschäftigen, so dass sich die Menschen in Sicherheit bringen können.

          • Inga sagt

            also um “zurück zur Natur” zu wollen muß in der Ökologie wieder „Survival of the Fittest“ gelten….

            Wollen wir das?

            Aber gemäßigten Naturschutz muß sein,
            außerdem hat sich ja unsere jetzige Umwelt so etabliert, oder?
            Wollen wir die zerstören?

          • Mausschubser sagt

            Aber Wolf und Bär möchten wir doch auch, warum dann nicht den Wisent? Elche wären auch nett und warum zwängen wir die Rothirsche in Gebiete? Ich persönlich kann die Argumente dagegen schon nachvollziehen, nur dann muß man diese auch auf Wolf und Bär anwenden.

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