Bauer Willi
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Aus der Seele gesprochen…

Ich habe das Buch von Andreas Möller „Die Unterschätzten“ in nur zwei Tagen gelesen, weil mich der Inhalt gefesselt hat. Hier die Beschreibung des Verlages.

https://www.rowohlt.de/buch/andreas-moeller-die-unterschaetzten-9783737102346

Viele kennen sein Buch „Zwischen Bullerbü und Tierfabrik“, das mit dem Preis der Deutschen Agrarpresse ausgezeichnet wurde. In seinem jetzigen Buch geht es vor allem um die Konflikte und Missverständnisse zwischen Stadt und Land. Da Andreas auf dem Land sozialisiert wurde, in seinem Berufsleben aber auch in der Stadt wohnte, kennt er beide Seiten.

Ein paar Sätze aus dem Buch, die mir aus der Seele sprechen: Im Kapitel „Markt und Moral“ wird Jochen Borchert mit dem Satz zitiert: „Der Bürger will Tierwohl, der Konsument Billigfleisch“. Oder auch dieser Satz: „Die Leute sprechen von regionaler Produktion, kaufen aber im Supermarkt Pattys aus Südamerika und Butter aus Irland“.

Er beschreibt auch die Ansprüche, die der Städter an die Landwirte stellen. Sie sollen „emotionale, aber auch gesellschaftliche Bedürfnisse miterfüllen, die zumindest nicht alle ihre Aufgaben sind. Dafür hat die Branche allerlei Label kreiert, die trotz guter Motivation bislang kaum Breitenwirkung entfaltet. Zumindest dann, wenn man den Scanner an der Kasse als Instrument der Wahrheit zwischen Selbstanspruch und Handeln begreift. Denn was auch immer wir reden, am Ende ist die Kasse Ausdruck einer Entscheidung.“

Es ist mir wichtig zu sagen, dass Andreas Möller keinen landwirtschaftlichen Hintergrund hat. Sein Blick ist also der Blick von außen, quasi die des Stadtmenschen, der aber Symphatien für das Land und die Landwirtschaft aufbringt. Wobei „Symphatie“ nicht der richtige Begriff ist. Er beschreibt, dass viele Pläne für ihre Umsetzung ohne das Land nicht funktionieren. Windräder kann man nur auf dem Land aufstellen, es gibt keine Biogas-Anlagen in den Innenstädten und die paar Quadratmeter Photovoltaik auf städtischen Gebäuden bringen auch keine Energiewende zustande. Dafür muss das Land herhalten. Aber „versiegelt“ soll auch nichts werden.

Das kommt auch zur Sprache, wenn er im Kapitel „Energie“ davon spricht, dass die Landbevölkerung viele städtische Bedürfnissen befriedigt. Nahrungsmittel, Stromproduktion, neue Wohnungen und auch Tourismus. Gleichzeitig müssen sich Landwirte gefallen lassen, „dass sie ja gut damit verdienen“. Es ist doch logisch, dass auch Landwirte Fördermittel, die vom Staat zur Verfügung gestellt werden (eben um etwas zu fördern) auch in Anspruch nehmen. Was übrigens auch für Biogasanlagen gilt. Einst von Renate Künast ins Leben gerufen („Bauern sind die Ölscheichs von morgen“) war man ein paar Jahre später gegen die „Vermaisung der Landschaft“. Ich könnte noch viel mehr aus dem Kapitel zitieren, was ich genau so sehe, will es aber dabei bewenden lassen.

Zwei weitere Kapitel haben bei mir ein so heftiges Nicken ausgelöst, dass fast die Halswirbel herausgesprungen wären: Das Thema „Wolf“ und „Wälder“. Bei diesen beiden Themen wird erneut der Zielkonflikt deutlich, der nicht lösbar ist. Wer Weidehaltung will (und wer will das nicht) muss akzeptieren, dass die gleichzeitige Ausbreitung des Wolfes (und wer will das nicht) nicht zusammenpassen. Andreas Möller führt dies wesentlich weiter aus und untermauert es auch mit Zahlen.

Beim Thema Wald verdeutlicht er unsere Ungeduld. Ja, Fichten-Monokulturen sind nicht gut, haben aber eine Geschichte. Zur Zeit der Pflanzung war es gewollt, schnell wachsende Bäume zu haben, die sich gut nutzen lassen. Wenn heute der Wald „umgebaut“ werden soll, dann dauert es mindestens zwei Generationen, bis das vollzogen ist. Das bedeutet, dass die meisten, die jetzt diese Zeilen lesen, das nicht mehr erleben. Ehrlicherweise müsste ich sogar sagen, dass es geschätzt keiner der Leser ist, der es erlebt, weil zwei Generationen in der Regel 60 Jahre sind.

Beim Kapitel Wald wird auch besonders deutlich, welche verklärte Vorstellung wir von einem Wirtschaftsgut haben. Denn das sind Wälder. Und natürlich soll die Pflege mit dem Rückepferd passieren, nicht mit den Harvester, der in kürzester Zeit ganze Berghänge kahl machen kann. Aber anders geht es nicht, denn niemand will die schwere und nicht ungefährliche Arbeit im Wald mehr machen.

Sie merken schon: mir gefällt dieses Buch und deshalb empfehle ich es uneingeschränkt weiter. Lesen Sie es selbst, verschenken Sie es an Städter, die von oben auf die „Landeier“ herabschauen. Ja, die gibt es, werden aber überschätzt. So wie die Landbevölkerung unterschätzt wird.

Nachtrag: Nachdem ich diesen Artikel geschrieben hatte, hat mir ein Leser die Rezension des Buches in der Sendung „Andruck – Das Magazin für politische Literatur“ des Deutschlandfunk zugeschickt. Die 6 Minuten sollten Sie sich unbedingt „antun“.

https://www.deutschlandfunk.de/andreas-moeller-die-unterschaetzten-das-land-aufwerten-100.html

Nach meinem Eindruck hat die – offensichtlich städtisch geprägte – Journalistin Claudia Fuchs entweder nichts verstanden oder ist beleidigt. Jedenfalls ist es ein Grund mehr, das Buch von Andreas Möller zu kaufen.

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69 Kommentare

  1. promberger konrad sagt

    In den Büchlein wird auch der Kauf irischer Butter erwähnt. Der ist uns Milchbauern ein
    Dorn im Auge. Im Zuge meiner altersbedigten Transmission zur Mutter/Kalbhaltung habe
    ich mir sagen lassen das kraftfutterloses einmal melken mit Vollweide in Irland und Neu
    seeland eher die Regel als die Ausnahme ist. Was bei uns im Hochleistungsbereich ab-
    läuft erspare ich mir lieber. Wenn wir alle etwas bremsen würden wäre der Milchpreis
    ganz wo anders. Bei Weizen den die Russen,Ukrainer und Amerikaner auf den Weltmarkt
    werfen geht gas leider nicht.

      • Kemetbauer sagt

        Wenn man Beiträge wie hier verlinkt, liest, muss man sich manchmal zwicken um sich zu vergewissern, dass das da wirklich steht. Die Ernährung der europäischen Bevölkerung bedingt ca. ein Drittel der EU-Treibhausgasemissionen. Die Gewährleistung der Befriedigung eines Grundbedürfnisses soll nun, nach dem Willen verschrobener Wissenschaftler, eingeschränkt, bzw. verteuert werden. Gleichzeitig teilt der Frankfurter Flughafen die Inbetriebnahme eines 25ha großen Gebäudes für noch mehr Flüge/Fluggäste mit. Dabei ist zu bedenken, dass das Kerosin weiterhin nur minimal versteuert wird. Wer bekommt das mit einem normalen Verstand noch unter einen Hut? Ich weiß, es ist makaber aber ich denke, wir brauchen ganz dringend eine zweite Coronawelle. Alles mal wieder runterfahren. Ein Reset mit vielleicht neuen Startmöglichkeiten.

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  2. Stadtmensch sagt

    Ich warte noch, bis irgendein Medienspezialist den NERD entdeckt. Diese vollkommen von den Lebensgrundlagen entkoppelten Zeitgenossen, die ihre nahezu komplette Wachzeit damit verbringen, Zeichen in einem Texteditor so anzuordnen, dass daraus eine Art Gehirn für einen Automaten werden kann.

    Naja, wird langsam: https://www.deutschlandfunk.de/vom-eigenbroetler-zur-weltherrschaft-100.html

    Wollen mal hoffen, dass jemand den Mumm hat, die einzuhegen, sonst wirds nichts mit einer Gesellschaft der Freien und Gleichen. Aber ich glaube das war auch nicht das Ziel…

    Zum Thema Energiewende wollte ich noch anmerken, dass ich im ungedämmten Altbau mit Dach-PV und Wärmepumpe zum netto Energie-Exporteur geworden bin. Statt jedes Jahr tausende Euronen für Freiheitsgas von Onkel Donald löhnen zu müssen, bekomme ich noch 400. Soll heißen, wenns um die reine Daseinsvorsorge geht, muss man nicht unbedingt die Äcker mit PV-Panelen zustellen. Holzhäuser (geht auch im Hochbau) wären weitere Elemente, um Energie für die Herstellung von Baustoffen regenerativ zu beziehen.
    Für mich persönlich wäre das eine erstrebenswerte Zukunft. Kein Fortschritt – eher Kreislauf usw..

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  3. Marian E. Finger sagt

    Die gespaltene Gesellschaft verläuft nicht entlang den Grenzen von Stadt und Land, sondern eher von „Realen“ und „Verklärten“, wobei es so sein mag, dass in manchen ländlichen Gegenden mehr „Reale“ wohnen und es in manchen Städten (wie Berlin) von „Verklärten“ wimmelt. Wobei es aber auch in Berlin den einen oder anderen „Realen“ geben kann. Die einen sind mit den konkreten Problemen/Bedingungen/Gesetzen der physisch-materiellen Welt konfrontiert, die anderen leben hauptsächlich in Vorstellungen, die nicht notwendigerweise von physisch-materiellen Gesetzen geprägt sind und bisweilen bizarre Formen annehmen können, bspw. dass es 70 Geschlechter gibt oder der Wolf und das Lamm friedlich beieinander auf der Weide liegen.

    Der Unterschied ist derselbe wie zwischen „Konsument“ und „Bürger“. Der Konsument ist derjenige, der im Supermarkt steht und „realisiert“, dass die eine Packung Schinken deutlich billiger ist als die andere, obwohl der Schinken in der Packung genau gleich aussieht und bloß die Verpackung verschiedene Labels hat. Der Bürger hingegen ist der, der mit den Labels verschiedene Vorstellungen von „Tierwohl“ oder „Region“ oder „Bio“ verbindet, die aber im Moment des Einkaufs nicht greifen, weil (meistens) der Konsument die Entscheidung trifft und nicht der Bürger.

    Bis vor 100 Jahren mag es so gewesen sein, dass sich die Welt der Stadt- und der Landbevölkerung konkret in ihren Lebensbedingungen so unterschieden hat, dass man getrost von „Stadt“ und „Land“ als zwei unterschiedlichen Lebensbereichen reden konnte. Aber das trifft heute so nicht mehr zu. Die wenigsten Landbewohner sind heute noch Bauern, sondern gehen denselben Berufen nach wie Städter, vorwiegend als Dienstleister oder Bank- und Verwaltungsangestellte. Heute sieht man auf dem Land genauso viele Jogger und Spaziergänger wie in den Städten. Und alle hängen gleichermaßen am Internet und beziehen von dort die meisten Informationen.

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    • Kemetbauer sagt

      @MEF
      Es stellt sich natürlich die Frage, ob die, die sich eher städtisch auf dem Land verhalten, mental nicht eher stadtverdrängte Ballungsgebietsbewohner sind. Eben jene Städter, die zwar das städtische Ambiente bevorzugen, jedoch einen erheblichen Teil ihrer Lebenszeit in idyllischer Landumgebung verbringen möchten. Viele von diesen Menschen siedeln dann auch auf dem Land und bewirken dort, mit ihrer eher städtischen Gesinnung oft nicht unerhebliche Probleme. Man verkauft ihnen gern Bauplätze, möchte sie aber eigentlich nicht in der eigenen Lebensumfeld haben.

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    • Bauer Willi sagt

      @Marian
      So eng sieht das der Autor auch nicht. Eine „Grenze“ gibt es eh nicht. Unser Dorf liegt 20 km vor Köln und mit dem Zug ist man in 24 Minuten am Dom. Folglich haben sich die vielen Neubaugebiete zu Schlafstätten für Berufstätige in den Städten entwickelt. Kontakte zu den ursprünglichen Dorfbewohner gibt es nur wenige. Wenn, dann über Kindergärten und Schulen. (Oder beim Gassi gehen mit dem Hund…) Man könnte diese Menschen auch als „Städter auf dem Dorf“ bezeichnen. Um diesen Typ Mensch geht es Andreas Möller.

      Was aber unzweifelhaft ist: viele gesellschaftliche Entwicklungen gehen nur über das Land. Angefangen bei neuen Baugebieten (Wohnen und Gewerbe) bis hin zu Energie (Photovoltaik, Windräder, Biogas). Gerade bei Windräder gibt es mittlerweile (auch bei uns) eine Gegenbewegung. Wenn in jede Richtung Windräder den Horizont abdecken ist das keine Landschaft mehr sondern auch Industriegebiet. Wenn ich dann noch sehe, dass fast immer einzelne Windräder stehen, ärgert mich das auch. Zumal wir auch noch auf zwei Kohlekraftwerke sehen. Das allerdings schon seit vielen Jahrzehnten und ist somit schon ein gewohntes Bild. Schön sind die aber auch nicht…

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      • Marian E. Finger sagt

        Es ist meine Rede, dass wir es mit der Umgestaltung einer von der vorindustriellen Land- und Waldwirtschaft geprägten Kulturlandschaft mit ihrer Artenvielfalt in eine Industrielandschaft mit Windparks, Photovoltaik und industriell bewirtschafteten Feldern zu tun haben. Wo die Landschaft durch Industrie und Technik vereinheitlicht wird, gibt es entsprechend weniger Arten. Das geht nun mal nicht anders.

        Sowohl die ehemalige Kultur- als auch die moderne Industrielandschaft sind durch den Menschen gestaltet, deshalb ist es schon mal nicht richtig, von „natürlich“ und „industriell“ zu reden. Richtig wäre „vorindustriell“ vs. „industriell. Seit der Zeit, als vorindustrielle Kulturlandschaften entstanden sind, hat sich die Weltbevölkerung mindestens verachtfacht. Wir werden darauf konditioniert so zu tun, als hätte diese Vervielfachung überhaupt keine Auswirkung auf Natur und Landschaft. Das ist das eigentliche Problem, der wahre „Elefant im Raum“.

        Stadt und Land sind als Einheit zu sehen und nicht als Gegensatz. Bis ins 19. Jh. hinein gab es nach Rom keine Millionenstädte mehr in Europa, deshalb hat sich das Hinterland in dieser Zeit als kleinteilige Kulturlandschaft entwickelt. Man kann moderne Millionenstädte aber nun mal nicht mit einem vorindustriell geprägten Hinterland versorgen. Es wäre schon viel gewonnen, würde man in diesem Kontext von „vorindustriell“ und nicht von „natürlich“ reden, denn mit dem Wort „vorindustriell“ verbinden sich nicht so positive Gefühle wie mit „natürlich“.

        Aktuell will man uns einreden, man könnte mit einer veganen Lebensweise das Bevölkerungswachstum kompensieren und dann weiterhin mit einer vorindustriellen Kulturlandschaft Millionenstädte versorgen. Aber mehr Menschen brauchen eben nicht nur mehr Nahrungsmittel, sondern auch mehr Energie. Für Menschen, die in 100 Jahren leben, wird die Industrielandschaft mit Windrädern, Photovoltaik und endlosen Mais- und Kornfeldern „natürlich“ sein, so wie für uns die Kulturlandschaft „natürlich“ ist.

        Der Prozess der Vereinheitlichung der Welt durch Industrie und Technik ist nicht aufzuhalten, egal wie sehr du dich über Windräder ärgerst oder nicht. Die Leute, die irgendeiner Idylle wie der von Bullerbü anhängen, haben nicht begriffen, was Menschsein bedeutet. Menschsein bedeutet: mit Hilfe von Technologie die Welt zu kontrollieren und zu vereinheitlichen, sprich, gefahrlos zu machen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Der „Deutsche“ hat sich über die Jahrzehnte von einer zukunftsweisenden positiven Sicht auf Dinge verabschiedet. Wir sind zu satt geworden und haben uns nicht vorstellen können, dass es auch anders sein könnte. Jede weitreichende Sicht auf die Entwicklung des Landes wurde ausgeblendet, angefangen von der Rente, ausgelöst durch den demographischen Wandel über die Alternative zur alleinigen Wohlstandserzeugung durch Industriegüter mit ausschließlich importierten Ressourcen bis hin zur unbegrenzten Einwanderung fremder Kulturen. Die alternde Gesellschaft hat sich ihr Scherflein gesichert, die Jugend ist aufgrund ihrer Unbildung nicht in der Lage und die Wirtschaft wegen fehlender Rendite nicht willens, sich in diesem Lande zukunftsträchtig einzubringen….es fehlt eine Vision für ein Land, dass zu träge geworden ist.
          Da zieht man sich dann auf marginale Einzelinteressen oder ideologiebasierte Wunschvorstellungen zurück, die aber nicht tragen.

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            • Thomas Bröcker sagt

              Geiles Interview ! So wird heutzutage Politik begleitet und gesteuert. Das wirft einen ganz anderen Blick auf die oft blödsinnig erscheinenden Fragen in Umfragen und „wissenschaftlichen“ Fragebögen, die mit ja oder nein beantwortet werden sollen, aber so gar nicht zu beantworten sind.

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            • Marian E. Finger sagt

              Danke, Stadtmensch! Endlich hat mal einer kapiert, dass wir uns dringend über diese Ebene des Diskurses unterhalten müssen. Es geht in unserer Welt schon längst nicht mehr ums Herumfingern, sondern ums Herumschwatzbabbeln. Das ist der Schlüssel zur Macht! Wer das nicht auf dem Schirm hat, kriegt keinen Fuß auf den Boden.
              🙂

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    • Limes sagt

      „Der Konsument ist derjenige, der im Supermarkt steht und „realisiert“, dass die eine Packung Schinken deutlich billiger ist …. Der Bürger hingegen ist der, der mit den Labels verschiedene Vorstellungen von „Tierwohl“ oder „Region“ oder „Bio“ verbindet, die aber im Moment des Einkaufs nicht greifen, weil (meistens) der Konsument die Entscheidung trifft und nicht der Bürger.“
      Eine eigenwillige Beschreibung eines Bürgers. Wir sind doch alle Bürger ob wir nun billig nach Preis oder nach vermeintlich anderen Kriterien Ware einkaufen die wir anschliessend hoffentlich konsumieren und nicht einfach wegwerfen.
      Evtl ist nicht der Bürger als Gesamtgruppe als Unterscheidung zum Konsumenten gemeint sondern eine spezifische Schicht von Bildungsbürgern die für sich in Anspruch nimmt aufgrund ihrer Bildung die richtige Lebensweise zu leben.
      Diese Spezies Bildungsbürger erwarten das alle Bürger ihrer Lebensweise und ihren aktuellen Ritualen folgen inkl der speziellen Verzehr und Genussgewohnheiten und dies häufig alternativlos.
      Als Konsument sieht diese Spezies Bildungsbürger sich nicht das sind die anderen die ja gedankenlos ohne Sinn und Verstand billig und nicht bewusst einkaufen sondern fahrlässig Schäden verursachen.

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  4. Elisabeth Ertl sagt

    In den 80er und frühen 90er Jahren war der Ertragsunterschied noch geringer. Da hat man die Felder noch händisch fein säuberlich von Unkraut und Schädlingen frei gehalten. Die hatten damals noch das Geld und die Leute dazu. In den 1990ern wurde sowieso das ganze Konzept verwässert, vor allem über den Preisdruck der Supermärkte.

    • Ex-Baumschuler sagt

      Ja, und? Das ist doch noch gar nichts. – Willis Buch im Vergleich habe ich bestellt, bezahlt, abgeholt, ins Regal gestellt und schon zweimal abgestaubt.

      • Ex-Baumschuler sagt

        Jetzt habe ich Willis Buch aber doch rausgekramt, zumal ich dafür nicht mal vom Sessel runter musste, sondern zur Suche nur mal eine Taschenlampe brauchte. Es hat ja nicht jeder eine Bücherregalbeleuchtung.

        Das Buch liest sich eigentlich ganz gut. Ich werd’s demnächst mal versuchen, auch wenn die Schrift natürlich viel zu klein ist. – Warum ist die Schriftgröße nicht einstellbar, und warum gibt’s das nicht als Hörbuch? Nee, aber echt, früher war ich ja eine Leseratte und hatte mir dafür sogar extra eine Brille angeschafft.

        Interessant an Willis Buch – jedenfalls an meinem Exemplar – ist noch, dass sich in der Buchklappe Insekten eingenistet hatten. Sie besaßen einen Nistplatz und einen gesonderten Kotplatz. Der Lebenszyklus verläuft vermutlich über Haferflocken, Willis Buch, und dann die Wollpullover. Und dann rüber zu den Nachbarn.

    • Reinhard Seevers sagt

      „Wir haben uns konsequent für eine Lösung stark gemacht, da die Nachfrage nach Bioprodukten steigt, die Anzahl der Bio-Betriebe aber seit Jahren stagniert. Wir begrüßen die Initiative von Bundesminister Totschnig als klares politisches Signal: Umstellung auf Bio-Landwirtschaft ist erwünscht und wird unterstützt“.

      Politik greift in Wirtschaft ein, weil sie meint sie sei für das Glück einzelner Bürger zuständig? Wenn es ökonomisch rentabel sein würde, würden die dummen Bauern von selbst einsteigen. Ihr habt genauso dumme Politiker, wie wir…..

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        • Reinhard Seevers sagt

          „..Doch nun bremst die Politik die Branche aus, konkret das Landwirtschaftsministerium unter Minister Norbert Totschnig (ÖVP). Obwohl mehr Ökolebensmittel gebraucht würden, gibt es einen Einstiegsstopp in die Biomaßnahme des ÖPUL-Programms. „Betriebe, die jetzt auf Bio umstellen wollen, stehen vor verschlossenen Türen”, erklärt Bio Austria-Obfrau Barbara Riegler: Sie erhalten keine Förderung aus den Agrartöpfen. Das ist schon seit Ende 2024 so und dauert noch mindestens zwei Jahre: bis zum Beginn der neuen Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die soll 2028 beginnen…“

          Mimimi….lasst doch einfach die Marktwirtschaft wirken und die Leute die wahren Preise zahlen, anstatt subventioniertes Wohlfühlen. Unglaublich, wie verwahrlost alle zu sein scheinen.

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          • Arnold Krämer sagt

            Die Landwirte wollen nicht von Staatsknete abhängig sein!
            Und wer fachlich gut ist und seine Betriebsstrukturen in Ordnung hat, kann konventionell gut existieren.
            Warum also sollte er umstellen, zumal das Geld vielleicht bei einer Minderheit ausreicht für Bio, aber für den wachsenden Rest der Gesellschaft eben nicht und diese auch nicht am Biothema interessiert sind. Ich denke da auch an die vielen Zugewanderten im Lande.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Immerhin scheint die Botschaft „An einer Kette muss man ziehen …“ bei immer mehr Konsumenten anzukommen. Und dass die höhere Preise einfordern, damit Bauern auch ohne Förderung umsteigen, das wäre eine unrealistische Erwartung.
          Jetzt muss man andere Argumente gegen Bio bringen, z. B. zunehmenden Schädlingsdruck (z. B. durch Wildnistourismus) und mangelnde Versorgungssicherheit durch hohe Flächeninanspruchnahme, zumal in Zeiten des Klimawandel. Und man muss damit die nachgewiesenen Schäden am Nervensystem rechtfertigen. Eine unangenehme, aber ehrliche Botschaft

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          • Reinhard Seevers sagt

            „Und dass die höhere Preise einfordern, damit Bauern auch ohne Förderung umsteigen, das wäre eine unrealistische Erwartung.“

            Echt? Was wäre denn, wenn Verbraucher gerne blaue Bananen aus heimischen Anbau haben wollten, würde der Staat dann auch eine Kette herausholen, um denen dies zu ermöglichen? Ich schmeiß mich weg….

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          • Arnold Krämer sagt

            Argumente gegen Bio? Nein!
            Argumente für Freiheit, Liberalität, Marktwirtschaft, gegen Steuermittelverschwendung, gegen politische Allmachtsphantasien, gegen Planwirtschaft!

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Der Konsument ist aber heute überzeugt, dass Bio gesünder, umwelt- und klimafreundlicher ist etc. Das Hauptargument gegen den Kauf: Ich würde ja gerne, aber ich kann es mir nicht leisten.
              Jedenfalls in Österreich

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              • Arnold Krämer sagt

                „Der“ Konsument weiß wenig bis nichts. Ich will es nicht drastischer formulieren.
                Er irrlichtert auf der Suche nach Vertrauenswürdigem!

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Am leeren Regal stehen lassen, oder selber wirtschaften. Wieso sollte man die Frage überhaupt beantworten? Kann sich jetzt jeder seine Wünsche vom Staat erfüllen lassen?

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            • Andreas sagt

              Die ganze Förderung der Landwirtschaft muss weg.
              Wer was zum Essen will, soll dafür auch eine gerechten Preis bezahlen.
              Vor allem die unsägliche Stallbauförderung muss weg.
              Hier werden nur Bauern in die Verschuldung gelockt
              und sind dann gezwungen, zu jeden Preis zu produzieren.
              Völlig pervers ist, dass Berater und Architekten aus Steuergelder
              subventioniert werden.
              Nach dem Prinzip der Marktwirtschaft sollte jeder, der einen Berater
              oder Architekten braucht, auch selbst dafür bezahlen.
              Das würde schnell auch für mehr Qualität sorgen.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Ich hab noch nie Geld aus Fördertöpfen erhalten. Ich rechne immer direkt mit dem Bauern ab. Wenn er im Nachhinein das Geld als Anteil einer Förderung zurückerhält, kann ich ja nichts dafür. Wenn er keine Förderung erhält, weil er die Kriterien nicht erfüllt, dann bleibt die Rechnung ja auch beim Bauern hängen.
                Und mit Qualität hat das alles nun gar nichts zu tun…..Im Moment gibt es richtig viel Fördermittel für die Schweinehalter, wenn sie sich dem Wunsch des ökosozialisierten Bürgers und seiner politischen Vertreter beugen wollen. Der Weg dahin ist aber mit ganz viele Hürden und Fallstricken versehen, weswegen nur ganz Mutige diesen beschreiten. Und denen musst du das Geld nicht neiden, die kämpfen für ihre pure Existenz. Mitnahmeeffekte sind bei der Tierwohlförderung so gut wie ausgeschlossen, weil viel zu riskant.

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              • Marian E. Finger sagt

                Wenn die Subventionen wegfallen und die Verbraucher den „gerechten Preis“ für die heimischen Lebensmittel bezahlen sollen, füllen sie ihren Warenkorb zunächst mit billiger Importware.

                Da muss man dann hoffen, dass die derzeitige Ölkrise noch Jahre anhält, damit die Transporte sich derart verteuern, dass Importe gleich teuer wie nicht-subventionierte Lebensmittel sind.

                Vielleicht haut das sogar hin. Ja, wenn das so ist, dann soll Trump nur so weitermachen. Dann ist der Donaldismus die Lösung für die Probleme der Bauern.

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        • Limes sagt

          „…immer früh ausverkauft sind und der Konsument sich darüber bei der Politik beschwert?.“
          Clevere Kaufleute erhöhen den Preis wenn ein Produkt ständig knapp und ausverkauft ist!
          Die Vorlieferanten werden ihre Produktion ausweiten sofern der Kaufmann ihnen höhere Einkaufspreise zahlt und damit die Mehrproduktion anregen dafür sind nicht zusätzliche Steuergelder oder Eingriff des Staates erforderlich insbesondere wenn die mit anderen Produktionsmethoden hergestellte Ware keinen Mehrwert bietet.
          Das der Verbraucher auch ein Konsument mit speziellen Wünschen billig einkaufen will und nach dem Staat ruft sobald Ware die er begehrt knapp ist und der Preis nicht passt ist ein gängiges Ritual.

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        • Bauer Willi sagt

          @Elisabeth
          Unser Sohn hat in seiner Masterarbeit berechnet, was es bedeutet, wenn wir unseren Betrieb auf Bio umstellen.
          1. Der Gewinn bleibt gleich
          2. Arbeit und Risiko nimmt zu
          3. Der Anteil der Fördermittel am Gewinn betrug im hier kalkulierten Fall 104%!!

          Um es deutlich zu sagen: Der Gewinn war die Staatsknete!! Bio ist viel zu billig, und die deutsche Supermarkt-Mafia erpresst die Bio-Bauern (in D und in A) in gleicher Weise wie die konventionellen.

          Unser Sohn war von Bio überzeugt, hat dann aber nicht umgestellt. Ein Nachbar hat nach drei Jahren Bio auch wieder zurückgestellt. Er hat in den drei Jahren etwa 25.000 € verloren.

          Österreich ist in Europa ein Sonderfall und Bio-Europameister. Warum das so ist, kann nicht erklären. Vielleicht sind Österreicher*innen sensibler …. 🙂

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          • Elisabeth Ertl sagt

            In den 70er und frühen 80er Jahren haben unsere Biobauern noch zu den deutschen aufgeschaut und von dort gelernt. 1987 gab es in Ö. gerade einmal 560 Biobauetn. Dann wurde Josef Riegler (ÖVP) Landwirtschaftsminister. Der war von Bio überzeugt und hat es stark gefördert. Außerdem stand der EU-Beitritt an, und man musste sich eine Unique Selling Proposition überlegen, um die klein strukturelle österreichische Landwirtschaft überhaupt am Leben zu erhalten. Man hat sich als Feinkostladen Europas verkauft, und gehörte Bio essentiell dazu. Da hat man dann mit viel Öffentlichkeitsarbeit erreicht, dass sich die österreichische Bevölkerung damit identifiziert. 1995 waren es dann schon 20.000 Buobauern.

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            • Peter sagt

              „Der war von Bio überzeugt und hat es stark gefördert.“ …Nö, „der“ war nur Politker …gefördert hat das dann der Steuerzahler…

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          • Georg Model sagt

            Ja, in Österreich ist wohl einiges anders in der Bio Revolution gelaufen-
            ich wuar bei einigen Vorträgen unser deutschen Verbände wo Österreicheschische Funktionäre für ihre erfolgreiche Biostrategie warben.
            Leider haben wir es hier in Deuschland nicht geschaft Teile des erfolgreichen
            system bei uns zu übernehmen bzw. zu integrieren.
            Die Österreicher hatten von Anfang an ein besseres Konzept in Bio Bereich,
            vor allem in der Vermarktung und Akzeptanz beim Verbraucher.
            Sie hatten vor 25 jahren schon fast 30 % Bionateil, wir damals nur 5 heute ca 10 %.
            Bio ist ist in Östereich ein Erfogskonzept für sehr viele Bauern hier in Deutschland kenne ich leider nur wenige die gut davon leben können.
            Ein Vorteil durch die Östereicher Konsumenten könnte aber auch ausschlaggebend sein das sie Bewusster regional, national einkaufen und nicht nur auf den Preis schauen und es ihnen einfach nicht egal ist wo das Essen herkommt. Mir ist zum Beispiel im Urlaub auch schon aufgefallen das bei unseren deutschen Discountern im Ausland oft mehr deutsche Produkte angeboten werden als hier in Deutschland, ticken die Märkt und Verbracher eben anders, wie aktuell auch bei den Spritpreisen zu sehen ist. Das lieg nicht nur an den Steuern eben auch wegen der höheren Marge durch den schlafenden bzw. duldenden deutschen Verbraucher.
            Am Ende des Geldes oder mit weiteren Belastungen wird sich das aber wohl auch bald ändern und allein mit Bio lasst sich vieleicht für einige Geld verdienen und das Gewisen beruhigen aber niemals die Weilt ernähren.
            Wir brauchen weiterhin beides, je nach Sympathie und Geldbeutel des Verbrauchers und Vermarkters. Daran wird auch keine Politik viel ändern können.Nahrung is eben heute nicht nur ein Grundbedürfnis sondern schon fast eine Religion geworden aber nur schlechter bezahlt bzw. gewertet und
            Verfügbarkeit wird ständig vorausgesetzt.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Bio ist nun einmal ein Konstrukt einer Wohlstandsgesellschaft. Um es zu scalieren, muss man es u.a. mit einer Erzählung versehen. Warum sich die Politik da einmischt, ist merkwürdig, zeigt aber eben, dass hier eine Ideologie dahinter zu stehen scheint.

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      • Christian Bothe sagt

        RS: Ja leider ist es so! Mit Bio wollen wir die Menschheit satt bekommen? Was für eine utopische Vorstellung, wenn man sich die Effektivität des Bioanbaus anschaut( Erträge im Pflanzenbau,tierische Leistungen) im Vgl. zu Konvis! Dazu gibt‘s exakte Untersuchungen kompetenter Wissenschaftlern bei Auswetung betrieblicher Daten von Ökobetrieben !Auch die wesentlich höheren Subventionen und Anreize ( Austria) werden niemals den Umbau zu einer Ökolandwirtschaft realisieren!!!

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        • Elisabeth Ertl sagt

          In den 80er und frühen 90er Jahren war der Ertragsunterschied noch geringer. Da hat man die Felder noch händisch fein säuberlich von Unkraut und Schädlingen frei gehalten. Die hatten damals noch das Geld und die Leute dazu. In den 1990ern wurde sowieso das ganze Konzept verwässert, vor allem über den Preisdruck der Supermärkte.

      • Kemetbauer sagt

        @RS
        Was ist denn mit den konv. Landwirten und deren mittlerweile sehr reichhaltig gewordenes Förderungsfüllhorn? Ach Entschuldigung, das ist ja eine ganz andere Sache.
        Schenkelklopf!

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  5. Jenny sagt

    hallo Bauer Willi es heißt in der Überschrift aus der Seele gesprochen heute musste ich leider feststellen dass unser kriegsminister pistorius 460.000 Soldaten will das widerspricht dem 4 + 2 Abkommen während der Wiedervereinigung sowas macht mir Sorge M4 + 2 Vertrag wurde eindeutig beschrieben keine aktiven kriegsmaßnahmen und 350.000 Soldaten

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    • schmeckt gut sagt

      Jenny, wir haben doch Zeitenwende. Oder anders formuliert: was interessiert mich das Gelaber (die Verträge) von gestern. Und Trump ist hierbei der Ober-Experte.

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  6. Andi sagt

    Die gute Frau weiss ja nicht einmal, dass es auch Landwirtinnen gibt. Wo sie es doch so sehr mit dem gendern hat.

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  7. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Was in dem Buch steht ist doch wahrscheinlich mal wieder eine Zusammenfassung alt bekannter Dinge. Und auch das sind nur Teilbereiche. Ein Unternehmer der jeden Tag in der Firma um deren Überleben kämpft hat es mit den Auslassungen unserer Laienpolitiker zu tun, die allerdings auch ein Abbild der Gesellschaft sind. Bei Hart aber Fair am Montag hat Herr Kamps eine dahingehende Einschätzung vorgenommen die dann schnell abgewürgt wurde. Ach übrigens: in unserem Hoftümpel hat sich ein Wal verirrt. Was mache ich da?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Ach übrigens: in unserem Hoftümpel hat sich ein Wal verirrt. Was mache ich da?“

      Zuerst einmal das Fernsehen auf den Hof holen, dann kommen die „Wahlretter“ von selbst.

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  8. Andreas Möller sagt

    Vielen Dank für die Rezension! Ich will keinen Co-Kommentar abgeben an dieser Stelle, freue mich einfach über die Wahrnehmung. Wenn man nicht zum ersten Mal über solche Themen schreibt, ist es bemerkenswert zu sehen, wie gering die gesellschaftliche Lernkurve seit vielen Jahren ist…

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  9. Kemetbauer sagt

    Ich habe den „innen“-Kommentar nach einer Minute nicht mehr hören können. Man muss ja nicht das eigene Gehör vergewaltigen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Kemetbauer
      So ähnlich ging es mir auch, aber ich habe mich „durchgekämpft“. 🙂

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  10. Reinhard Seevers sagt

    Alle Zivilisationen sind sterblich, auch die unsere. Die ständigen kognitiven Widersprüche immer neu zu benennen hilft nicht. Unsere Gesellschaft wird sich allein aus demografischen Gründen derart wandeln, dass der Kampf gegen die genannten Widersprüche verhallen.
    Der Verlust der eigenen Identität gepaart mit einem verqueren Menschenbild und zunehmendem Nihilismus lässt keinen Platz für Hoffnung auf Besserung der Lage.

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    • Arnold Krämer sagt

      @ Seevers
      „Die ständigen kognitiven Widersprüche immer neu zu benennen hilft nicht“.

      Es sind nicht nur kognitive Widersprüche, es sind ganz reale Widersprüche und Zielkonflikte. Und es werden immer mehr, weil die Wünsche und Ansprüche gesellschaftlicher (Kleinst-) Gruppen immer mehr und größer werden und zum Zwecke der Wiederwahl politisch Gehör und Unterstützung finden. Politiker können nicht „Nein-Sagen“.

      Vor einigen Jahrzehnten schon hat ein ehemaliger SPD-Oberbürgermeister der Stadt Freiburg ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Je mehr wir haben, desto mehr haben wir zuwenig“. Genauso ist es und genau deshalb geht das Land entweder an Erschöpfung zugrunde oder landet im Bürgerkrieg.

      Es gibt keine befriedigenden Lösungen mehr für die gesellschaftliche Gemengelage. Das ist sogar mathematisch absolut sicher. Ich kann immer nur wieder auf das Verfahren der Linearen Programmierung hinweisen, das in der Landwirtschaft bei der Mischfutteroptimierung angewendet wird.
      Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es auch von den Herstellern von hochverarbeiteteten Lebensmitteln mit einer Vielzahl von möglichen Einzelkomponenten verwendet wird, um Kosten zu minimieren bei Erhalt von Geschmack und ggfls. gleichbleibender Einstufung im Nutri-Score.

      Wer zuviele Einzelbedingungen einfordert bekommt keine Lösung mehr!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Dunja Hayali hat sich echauffiert über die Menschen, die sich so rührend um den Wal sorgen und gefragt: Wenn Menschen „so viel Mitgefühl mit diesem Wal haben – wieso hören sie dann zum Beispiel nicht auch auf, Tiere zu essen?“
        Sooo, jetzt wisst ihr, wer hier die Richtung vorgibt….
        Sie hätte auch fragen können, warum sich die Menschen so weit vom Ursprung der Natur entfernt haben, aber sie ist eben woke, was soll man machen.

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        • Smarti sagt

          Herr Seevers, Dunjas Kommentar ist der Vergleich eines jämmerlich verreckenden Wildtieres mit einem Schlachttier, dass niemals drei Wochen lang festliegen dürfte. Bei einer grossen, starken Kuh oder einem Pferd kann mal ein paar Tage, zusammen mit einem Tierarzt, alles mögliche ausprobieren. Aber wenn dann keine gute Prognose ist, unverzüglich einschläfern. Nur dies entspricht dem Tierschutzgesetz. Ein Tier so leiden zu lassen ist verboten ! Und in meinen Augen absolut widerlich. Denn ein Wildtier hat dieselben Rechte wie ein Nutztier, es sollte ohne Angst sterben dürfen. Harpune heisst das Ding. Aber das geht wohl nicht, da würden die armen Seelen der Tierschützer Schaden nehmen. Wie viele Vögel, Fische und Walartige sterben im Meer qualvoll aber anonym, weil sie Plastik fressen und sich in Geisternetzen verfangen ? Wie viele vom Auto angefahrene Tiere oder vom Wolf angefressene Tiere verrecken nach Tagen im Gebüsch ? Je grösser das Tier, desto länger dauert der Todeskampf… von Fliegenmaden lebendig aufgefressen ist nicht selten in der schönen Natur.
          Das hätte Dunja thematisieren können – aber nein… lieber einen sterbenden Wal noch für ihren Krieg gegen die Nutztierhalter missbrauchen.

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        • Christian Bothe sagt

          RS: mein Kommentar gestern an T-Omline zu dieser Dame Hayali…
          „Wenn sie so viel Mitgefühl mit diesem Wal haben – wieso hören sie dann zum Beispiel nicht auch auf, Tiere zu essen?“ Dieser Wal sei genauso „hilflos“ wie „die Tiere in Schlachthäusern“.

          Was für ein dummer Kommentar von Hayali dieses Walspektakel mit Schlachtung von Nutztieren für die Ernährung zu vergleichen.Die Landwirtschaft lebt u.a.von der Tierproduktio,auch von der Mast bestimmter Tiere, die dann geschlachtet und verwurstet werden! Die Dame sollte sich mal in modernen Landwirtschaftsbetrieben umschauen, wo man nachhaltige Produktion betreibt und Tierwohlkriterien auch bei intensiven Produktionsverfahren einhält!

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          • Kemetbauer sagt

            @CB
            Ob diese Dame, bzw. alle vegetarisch lebenden Menschen, ihre Heimtiere wohl auch vegetarisch ernähren? Bei Hund und Katze dürfte das sehr eng werden.

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  11. Elisabeth Ertl sagt

    Das Buch gibt die Perspektive der Landbewohner wieder und erzählt da offenbar nichts Neues. Es ist für mich nicht überraschend, dass Städter das kritisch betrachten. Darin besteht ja der Stadt-Land-Konflikt. NGOs vertreten die Interessen der Stadt, und die Städter sind weitaus in der Mehrheit. Deshalb hat der Wolfsschützer Klaus Hackländer kürzlich unmissverständlich klargestellt: Was auf dem Land zu geschehen hat, wird in der Stadt entschieden. Punkt.
    Das würde sich erst ändern, wenn die Supermarktregale leer sind und die Energie ausgeht.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Ich hab ja auch lange Jahre landwirtschaftliche Newsletters an meine Freunde und Bekannten in der Stadt geschickt. Die wurden durchaus mit Interesse gelesen. Mittlerweile aber kommen von dort immer kritischere Rückmeldungen:
      In Österreich ist die Nachfrage nach Biolebensmitteln höher als das Angebot, vor allem weil immer mehr Hausärzte konventionelle Lebensmittel sehr kritisch sehen. Man versteht nicht, warum nicht viel mehr Landwirte umsteigen, und warum die Politik das nicht weit mehr fördert. Und so sagen die Leute: wenn ihr uns das regional nicht liefert, kaufen wir es im Ausland, dort ist es eh billiger.

      • Elisabeth Ertl sagt

        Und als Touristen: Ihr lebt doch auch von uns, besonders hier in Österreich. Uns gefallen keine ertragreichen Wiesen, auf denen keine Blumen mehr wachsen, und wir werden eure Maiswüsten nicht mehr dulden. Wir wissen eh, dass wir unseren Fleischkonsum reduzieren müssen.

      • Elisabeth Ertl sagt

        https://www.agrarheute.com/management/recht/landwirt-zahlt-pacht-insolvenz-pachtrecht-landwirt-pleite-640069
        ICH weiß eh, dass der Anstieg der Pestizidanwendung mit dem sprunghaft ansteigenden Schädlingsaufkommen zu tun hat, weswegen im Osten Österreichs schon viele Biobauern das Handtuch geworfen haben. Aber die Konsumenten fürchten halt trotzdem um ihre Gesundheit. Wenigstens geht jetzt das Kerosin aus, und sie werden uns nicht mehr so viel Ungeziefer aus den exotischen Wildnis-Destinationen importieren …

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      • Bauer Willi sagt

        @Elisabeth
        „Man versteht nicht, warum nicht viel mehr Landwirte umsteigen, und warum die Politik das nicht weit mehr fördert.“ Echt jetzt? An der Förderung kann es wohl nicht liegen.
        Trotzdem lohnt es sich nicht. Unser Sohn hat seine Masterarbeit (über 100 Seiten) über die Umstellung unseres Betriebes auf Bio geschrieben. Fazit: mehr Arbeit, mehr Risiko aber kein höherer Gewinn. Und ja, wir betreiben Landwirtschaft um damit Geld zu verdienen. Funktoniert allerdings immer weniger.
        P.S.: er hat natürlich nicht umgestellt.

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