Bauer Willi
Kommentare 18

Anders machen…

Alois und ich waren zwei Tage in Schladming. Warum dieser Aufwand? Weil wir uns mit den Organisatoren von Land schafft Leben unterhalten haben und diese wiederum Interesse an Bauer Willi hatten.

Land schafft Leben hat es sich zum Ziel gesetzt, ihren Mitbürgern die Geschichten um ihre Lebensmittel neu zu erzählen. Wie in Deutschland so haben auch in Österreich viele Menschen den Bezug zu ihren Nahrungsmitteln verloren und wissen oft nicht mehr, wie sie hergestellt werden. Damit werden die Produkte austauschbar. Schlecht für die Produzenten vor Ort. Hannes Royer, selber Landwirt, hat dies nicht losgelassen und er hat sich gefragt, wie man dies ändern könnte. Auf lange Sicht würde diese Entwicklung ihn und seine Berufskollegen ja auch treffen, wenn nur noch der Preis das alleinige Kaufkriterium ist.

Auf der Suche nach Verbündeten für seine Idee hat er die Chefs der führenden Lebensmittelketten und die verarbeitende Industrie in Österreich angesprochen. Und jetzt geschah etwas Besonderes: viele, die er angesprochen hat, unterstützen heute diese Organisation. Nicht nur ideell, sondern auch finanziell. Und zwar ohne Einschränkungen oder Vorgaben über den Inhalt. Klingt unglaublich, ist aber so.

Aber warum tun die das? Weil auch die großen Entscheider erkannt haben, dass es auf Dauer auf für sie nicht gut ist, wenn das Vertrauen in die Erzeuger schwindet und die Produkte in ihren Märkten von einem anonymen Weltmarkt kommen. Aus Betrieben, die nur noch Kostenoptimierung als oberstes Ziel haben und wo Masse eine größere Rolle spielt als Qualität. Eine Identifikation des Kunden mit dem Hersteller fällt so immer schwerer, das Vertrauen in die Produkte schwindet. Und irgendwann beeinflusst, so die Meinung des Handels, dies auch ihr Geschäftsmodell, denn mangelndes Vertrauen dürfte so mit das Schlimmste sein, was einer Branche passieren kann.

Land schafft Leben ist aber mehr als nur Verbraucheraufklärung. Von diesen Portalen gibt es sicherlich auch in Österreich genug. Die Menschen hinter Land schafft Leben erzählen Geschichten die berühren, schaffen Emotionen. Und das ist halt etwas anderes als mit erhobenem Zeigefinger zu sagen  „jetzt sag ich Dir mal, wie das funktioniert!“

Wäre es nicht an der Zeit, auch bei uns etwas anders zu machen?

Euer Bauer Willi

Und hier der Link: http://www.landschafftleben.at/

(Aufrufe 615 gesamt, 1 heute)

18 Kommentare

  1. Öko-Sepp sagt

    Klasse Website!
    Ich habe mir die „Hühnerseiten“ angesehen, perfekt erläutert und
    alles fachlich top dargestellt.
    Nun frage ich ketzerisch: Welcher Betrieb traut sich eine Schulklasse
    durch die (wirklich kleinen) Ställe zu führen? Oder in einen Maststall
    mit 1000 Schweinen auf dem „bösen“ Spaltenboden? Man liest regelmäßig
    Artikel über „Schulbesuch auf dem Bauernhof“ – das sind aber immer die
    Romantikhöfe mit 20 Kühen, Kälbchen, 40 Hühner im Garten….
    Da wurde doch die letzten 30 Jahre einiges versäumt. Wie das nachholen, aufholen?
    Wie schafft man die Verbindung von fachlicher Darstellung zu emotionaler
    Wahrnehmung? In Dänemark sind Schulbesuche in Schlachthöfen ein Erlebnistag!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Es wäre mal schön, dem Verbraucher mal zu zeigen, wie es produziert wird.

      Vor zwei Tagen kam der Sternekoch Nelson Müller im TV und war verwundert, dass die BIO-Hühner auch in großen Ställen gemästet wurden und nicht den ganzen Tag auf der Wiese scharren.

      Interessant wäre der Weg der Tomate.

      Der Weg der TOMATE in Österreich – Trailer
      http://www.landschafftleben.at/

      Ständig wird der Gebrauch von Mineraldünger kritisiert,

      Kokosfaser, Steinwolle, Nährstofflösung, das ist bei 80 % der Acker der Tomaten und Gurken.

      Ich selbst habe kein Problem damit, bei uns wachsen die Tomaten im Ackerboden, wir brauchen an Weihnachten auch keine Tomaten.

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    • Bauer Willi sagt

      Wir haben uns zwei landwirtschaftliche Betriebe mit Selbstvermarktung angesehen und sehr, sehr lange mit Hannes Royer über die Zielsetzungen von Land schafft Leben und Bauer Willi unterhalten. Wir waren ja nur 24 Stunden dort… Leider!
      Bauer Willi

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  2. bauerhans sagt

    in oestereich war das sicherlich einfacher zu organisieren,weils ein kleines land ist.
    bei uns in D funktioniert das nichtmal mit der aktion tierwohl,weils „von oben befohlen“ , aber das geld zurück gehalten wurde.

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    • Christian sagt

      @bauernhans zu einfacher organisieren… sehe ich nicht so. du glaubst im kleinen ist es leichter – naja versuchs dann mal.

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  3. w.leyk sagt

    Ich würde ja wahnsinnig gerne mitwirken, ein neues Kommunikationsprofil unserer Landwirte zu entwerfen: Ohne Grünen- und Vegetarierbashing, positiv, Selbstbewusstsein das nicht aus Konsumerschelte, sondern aus der Liebe zur Landwirtschaft und einer Lebenskultur kommt, die mehr ist als „Bauer sucht Frau“. …

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    • Bauer Willi sagt

      Es gibt eine Organisation, die sich das zur Aufgabe gestellt hat. Nennt sich „Forum moderne Landwirtschaft“. Mal reinschauen. Ich habe da allerdings so meine Zweifel…
      Bauer Willi

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