Bauer Willi
Kommentare 14

Aktuell: DüngeVO 7-Punkte Plan BMEL

Heute, Sonntag 31.3.2019 wurde von Julia Klöckner und Ursula Heinen-Esser einen 7-Punkte-Plan vorgelegt, mit dem sie am kommenden Donnerstag, 4,4,2019 um 10:30 Uhr in Münster vor die Bauern treten werden.

Hier der Wortlaut:

https://www.topagrar.com/dl/3/3/8/2/8/8/7/Naehrstoffmanagement_7-Punkte-Programm_Kloeckner_Heinen-Esser_.pdf

(Aufrufe 1.302 gesamt, 1 heute)

14 Kommentare

  1. Karin sagt

    Ich habe jetzt auf mehreren Seiten die Diskussionen zum Thema „unvollständig gemeldete Messpunkte“ verfolgt. Alle kommen zu dem Schluss, dass zuerst einmal die korrekte Basis geschaffen werden muss: alle Messpunkte müssen gemeldet werden. Dann entsteht doch ein ganz anderes Bild. Wenn es dann an einigen Stellen Problem-Punkte gibt, kann man sich dort intensiv um Verbesserung bemühen.

    WER KANN MIT FRAU KLÖCKNER UND VOR ALLEM FRAU SCHULZE DARÜBER SPRECHEN?

    4+
    • Obstbäuerin sagt

      Da allen Beteiligten die Vorgehensweise mit den Messdaten bekannt ist und trotzdem so getan wird, als wäre das in Ordnung, schließe ich daraus, dass es einen Deal gegeben hat. Es ist nur unklar, wer was dafür bekommt oder bereits bekommen hat.

      6+
  2. Heinrich Steggemann sagt

    Erst mal alle Messstellen nach Brüssel melden. Dann kleinräumige Gebiete um problematische Messstellen festlegen. Dortige Historie und sonstige Besonderheiten aufarbeiten.
    Wirtschaftsdünger während der Lagerung vor Fäulnis schützen ( Verringerung des Ammoniakanfalls durch biologische Ph-Wertabsenkung / Verbesserung der Stallluft). Wirtschaftsdüngerbiologie sollte kompatibel zum anzustrebenden vielfältigen Bodenleben sein (Forschungsbedarf bzw. Zusammentragen von vorhandenem Wissen und dessen Vermittlung an die Praxis). Durch ganzjährig lebende Wurzeln im Boden (Grundvoraussetzung für vielfältiges Bodenleben) können auch ganzjährig kleine Wirtschaftsdüngergaben verstoffwechselt und vor Auswaschung geschützt im Boden gelagert werden. Je länger wir faulende Gülle lagern, um so mehr Ammoniak entsteht und um so negativer wirken sich wenige und damit grössere Einzelgaben auf das Bodenleben aus. Wir müssen das selbstregulierende System zwischen vielfältigem Bodenleben und den Pflanzenwurzeln wieder herstellen. Überschüssiger Stickstoff wird zusammen mit CO2 zu Humus.
    Biologisch stabilisierte Gülle kann mit eigener, einfacher, leichter und preiswerter Gülletechnik fast ganzjährig bodenschonend ausgebracht werden.
    Für dieses System wäre kein zusätzlicher Lagerraum nötig. Es entstehen weniger Arbeitsspitzen. Grössere Güllemengen müssen nicht zwanghaft im Frühjahr bei noch schwierigen Bodenverhältnissen auf die Flächen. Mineraldüngerzukauf wird bei angepasster Güllemenge pro ha zum unnötigen Kostenfaktor. Wir sollten nicht noch mehr Geld in Beton und aufwendige Technik investieren, sondern in Wissen um biologische Zusammenhänge. Es müssen nur die absoluten Überschussmengen an Wirtschaftdünger in Ackerbauregionen transportiert werden, wenn gleichzeitig so gut wie kein Mineraldünger mehr in den Veredlungshochburgen eingesetzt wird.
    Diese von mir beschriebenen Überlegungen sollten möglichst schnell auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden.

    5+
  3. Karin sagt

    Dieser 7-Punkte-Plan bringt nicht wirklich was, solange nicht die korrekten Zahlen von allen ca. 11000 Messpunkten nach Brüssel gemeldet werden, damit wir vergleichbar werden. So können wir machen, was wir wollen und uns dran abarbeiten ohne Ende, was ja anscheinend auch gewollt ist. Es muss wie in allen anderen EU- Ländern auch das komplette Messnetz von Deutschland an Brüssel gemeldet werden, nicht nur die belasteten Messpunkte. Wir haben den Eindruck, dass das UBA bzw. BMU bewusst diese einseitig sortierten Zahlen gemeldet hat, um den Druck auf die deutsche Landwirtschaft aufzubauen, um Ziele des NABU bzw. BUND usw. durchzusetzen. Die deutsche Landwirtschaft hat so keine Chance die gewünschten Werte jemals zu erreichen. Ein Blick auf alle Berichte zeigt, dass sich fast alle Werte verbessert haben. Natürlich muss man immer dran bleiben und sich weiter entwickeln, was wir aber auch tun und immer getan haben.

    13+
  4. Arnold Krämer sagt

    Das Ganze ist ein Vorschlag der Ministerinnen, der kurzfristig publiziert wird, um Druck aus dem Kessel zu nehmen, der sich vor der Demonstration in Münster bereits spürbar erhöht. Das könnte am Donnerstag für die beiden ungemütlich werden.
    Zu den Vorschlägen folgende Hinweise und Anmerkungen:
    Für die Grundwasser-Probleme in den viehstarken Regionen (Gemüsebauregionen sind anders zu bewerten) sind im Wesentlichen zwei Ursachen zu benennen:
    1. Einzelbetrieblich ist das Vieh-Flächenverhältnis nicht in Ordnung und/oder die flächenlos wirtschaftenden Tierhaltungen/Biogasanlagen haben in der Vergangenheit die Nährstoffe nicht korrekt überbetrieblich verwertet.
    2. Da, wo das Vieh-Flächenverhältnis grundsätzlich in Ordnung war, wurde zu den oft reichlich vorhandenen organischen Nährstoffen im Frühjahr unnötig viel Mineraldünger ausgebracht, weil nicht genügend Lagerraum vorhanden war. Die Nährstoffe wurden im Herbst oft „verplempert“.

    Insofern ist es richtig, über die Investitionsförderung bei der Schaffung von Lagerraum anzusetzen. Der Engpass ist aber nicht fehlendes Geld, sondern der Engpass ist das Baurecht und die Genehmigungspraxis sowohl in den viehstarken als auch in den Ackerbauregionen. Hierzu wird aber nichts weiter gesagt.

    Die Aufbereitung von Gülle und Gärresten aus Biogasanlagen wird bereits seit vielen Jahren erprobt. Die hohen Kosten, die zwangsläufig dabei entstehen (und am Ende kommt ja auch kein Trinkwasser heraus), werden aber bisher über die Marktpreise beim Rind oder beim Schwein nicht wieder eingespielt.

    Nicht nur „qualitatives“ Wachstum muss gefördert werden, sondern es muss auch dafür gesorgt werden, dass notwendige Investitionsvorhaben für die Tierhaltung (Ställe halten nicht ewig) wieder verstärkt in Ackerbauregionen vorgenommen werden. Und auch für die wachsende Bio-Tierhaltung braucht man Vorstufen wie die Bruteierproduktion oder die Legehennenaufzucht, die in „Gesundlagen“ (das sind die Ackerbauregionen) gehören.

    Betriebe, deren Vieh-Flächenverhältnis in Ordnung ist, die bisher schon in Wasserschutzgebieten Grundwasser schonend gewirtschaftet, an freiwilligen Maßnahmen der Wasserversorger teilgenommen und nachweislich über Jahre hinweg geringe „Nährstofffrachten“ produziert haben, dürfen nicht in Sippenhaft genommen werden. Bei diesen Landwirten darf nicht das Gefühl entstehen oder sich verfestigen, dass der Ehrliche der Dumme war zw. ist.

    17+
  5. Friedrich sagt

    Hört sich alles sehr harmlos an , aber das kostet und keiner wills oder kanns bezahlen. Die Vorleistungen sind in den letzten über zehn Jahren schon so erheblich gewesen , daß in Ackerbau und Tierhaltung kaum noch geldwerte Überschüße erzielt werden. Jetzt ist erst einmal der Verbraucher mit höheren Preisen dran , damit das was hier gefordert wird auch durchgeführt werden kann, sonst hören massenweise die Betriebe auf. Wir wissen alle , daß die Düngeverordnung auf einer Lüge der Politik beruht , in dem falsche Nitratdaten nach Brüssel gemeldet wurden und so Brüssel gezwungen wurde, uns hier die Daumenschrauben anzuziehen. Auf dieser Grundlage macht unsere verlogene Politik uns diese Vorschriften. Unsere , ohne Kompetenz handelnde Politik macht hier in Deutschland die Landwirtschaft , aber auch Autoindustrie, Kraftwerksindustrie , Mittelstand usw. kaputt. So kann man unseren Wohlstand an die Wand fahren.

    22+
  6. Heinrich Steggemann sagt

    Kein Wort zum Düngesalzleck bei menschlichen Ausscheidungen. Geschätzt mehr als 90% kommt nicht wieder zurück an die Pflanzenwurzel.

    2+
  7. Sandra Harms sagt

    und widereinmal kein wort davon mal die kommunalen abwasserleitunssysteme unter die lupe zu nehmen…. widereinmal kein wort davon die düngemittel verkäufe an privatpersonen zu begrenzen…. alles wie immer also

    7+
    • Berthold Lauer sagt

      Bei mir lagert unser Sportverein seinen Rasenplatzdünger (Sackware Volldünger). Wenn ich das ausrechne komme ich auf knapp 400 kg N/ha! Und das auf Substratboden, dainiert, direkt in den Kanal. Und manchmal muss ich mit denen über Nitratwerte diskutieren!

      7+
      • Inga sagt

        Dann kläre sie doch auf, Berthold Lauer!
        und rechne ihnen vor, wieviel auf einen ha ausreichen!

        Oder frage den Bauern aus der Nachbarschaft , Landhandel der den Volldünger verkauft oder Landwirtschaftsamt !

        0
        • Berthold Lauer sagt

          Ich bin der Bauer aus der Nachbarschaft, Inga, und ich versuche es auch immer wieder mit Aufklärung, aber beim „heiligen Fußballrasen“ gelten andere Regeln und Prioritäten und ich möchte ja auch nicht die Ursache für einen verpassten Klassenerhalt sein. Da kommen noch ganz andere Anfragen wie zum Bsp. nach einem Mittel zur Bekämpfung der Regenwürmer, die den ganzen Rasen versauen…….

          2+
  8. Heinrich Steggemann sagt

    Der Einfluss des Bodenlebens wird immer noch nicht in den Fokus genommen.

    4+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.