Bauer Willi
Kommentare 92

Nicht die Gestrigen retten die Welt…

Das obige Zitat stammt zwar von einem Kabarettisten, hat aber einen wahren Kern. Wenn man es geschrieben sieht, wirkt es noch viel besser als im Video (ab ca. Minute 6:00)

https://www.daserste.de/unterhaltung/comedy-satire/satire-gipfel/videos/nuhr-im-ersten-video-174.html

Je länger ich über die Aussagen nachdenke, um so banger wird mir um unsere Zukunft. Egal, über welche Wende wir gerade reden: wenden heißt immer ein Zurück. Wollen wir, will die Gesellschaft das wirklich? Etwas, worüber ihr mal an einem Sonntag nachdenken könnt…

Redet mal miteinander. Kinder mit ihren Eltern, Eltern mit ihren Kindern. Könnte ganz spannend werden.

Make our future Greta…

Euer Bauer Willi

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92 Kommentare

  1. Radfahrer sagt

    Nuhr ist ein reaktionärer Schwätzer, der hier mal wieder beweist, dass er nichts verstanden hat. Was ist eigentlich geworden aus „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten“?
    Wir haben die Welt mit einem wahnsinnigen Ressourcenverbrauch an den Abgrund gefahren. Bereits seit dem ersten Bericht des Club Of Rome ist bekannt, dass unser Lebensstil nicht nachhaltig ist. Irgendwann sind die Ressourcen unwiederbringlich aufgebraucht. Klar liegt es da auf der Hand, dass wir weniger verbrauchen müssen. Die Zukunft liegt in der Reduktion, in der Einschränkung, in der lokalen und dezentralen Infrastruktur. Mit weniger Verbrauch auskommen ist das oberste Ziel. Dabei helfen technische Erneuerungen sicher. Aber da wir unseren Verbrauch SOFORT reduzieren sollten und nicht auf die möglichen Innovationen der Zukunft warten, von denen unklar ist, wann sie kommen, und ob sie überhaupt alle Probleme lösen, spricht auch nichts gegen das Lastenrad, wo es möglich ist. Das spart Energie und Ressourcen, es funktioniert bekanntermaßen und ist gleichzeitig gesund.

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    • Bauer Willi sagt

      @Radfahrer
      Klar liegt es auf der Hand, dass wir weniger verbrauchen müssten. Wir tun es aber nicht. Die Zukunft liegt in der Einschränkung. Aber niemand schränkt sich ein, sondern fordert es immer nur von Anderen. Und wehe, ein Politiker wagt es, Verzicht von den Bürgern zu fordern!!
      Und genau das hat Nuhr verstanden. Das alle nur Schwätzer sind. Ganz groß dabei, die Probleme zu benennen, aber nicht bereit sein, an den Lösungen mitzuarbeiten. Typisch: #friday for future. „Wir wollen nur aufmerksam machen, aber lösen sollen es andere“

      Vielleicht unterschreiben Sie ja diese Petition:
      https://www.change.org/p/bundesumweltministerium-gemeinsam-f%C3%BCr-bienen-und-klima
      Wenn nicht, weiß ich, was ich von Ihrem Kommentar halten kann.

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      • Inga sagt

        Die „friday for future-Leute“ Sind ja nur Jugendliche oder Kinder ohne Beruf, sie appellieren an die Fachleute für Ökologie , endlich mal Aufklärung über das Problem zu leisten, denke ich!
        Damit sie wissen, wie man damit umgeht.
        Und nicht nur das Problem benennen. Sondern auch etwas dagegen tun!
        Oder ob die Leugner des Klimaproblems doch Recht haben? Das wollen die wissen!

        Deswegen müssen wir uns alle Verantwortung daran übernehmen und beteiligen, auch der Radfahrer!

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        • Inga sagt

          Natürlich dürfen die jungen Leute wie z.B. Frl. Reemtsma oder Greta ohne Beruf dann nicht irgendeine Berufsgruppe wie beispielsweise die Bauern diskriminieren in dem sie an denen Schuldzuweisung üben!

          Denn dann würden sie ihre eigene Dummheit und Unglaubwürdigekeit beugen!

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      • Radfahrer sagt

        Hallo Bauer Willi,
        Ihre Petition klingt sehr vernünftig, und ich unterschreibe sie gerne. Denn der Petitionstext zeigt ganz genau die richtige Einstellung: „Jeder tut seinen Teil, und zusammen erreichen wir das übergeordnete Ziel.“
        Witzigerweise beinhaltet er auch Passagen wie „Verbot von Mährobotern und Laubbläsern auf Rasenflächen. Beides verbraucht unnötig viel Energie und stört die Artenvielfalt. Und von Hand geht es auch. So wie früher.“ Unterschreibe ich voll, das ist doch aber genau das, was Nuhr in obigem Zitat kritisiert. Oder?
        @Willi/Inga: Zu #fridaysforfuture: Die Lösungen hat die Wissenschaft bereits benannt, die Kids, sowie die #scientistsforfuture fordern, dass die Handlungsempfehlungen endlich in konkrete Politik unmgesetzt wird. Und zwar jetzt und ambitioniert, und nicht irgendwann halbherzig.
        @Obstbäuerin: Sicherlich auch richtig, aber kein Grund, nichts zu tun. Wie ich oben schrob: JEDER muss seinen Beitrag leisten. Zumal sich die reine Bevölkerungsanzahl eben nicht im CO2-Ausstoß eines Landes wiederspiegelt, in Industrieländern sorgt der Lebensstil nun mal für einen viel höheren ökologischen Fußabdruck. Jeder, der das Problem erkannt hat, muss bei sich anfangen, und genau das vermeidet unsere Regierung bis jetzt.

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        • Obstbäuerin sagt

          Radfahrer, selbst wenn die Menschen in Asien und Afrika nur die Hälfte unseres Lebensstiles erreichen, was ihr gutes Recht ist, wird es zu unseren Ungunsten ausgehen. Reine Mathematik.

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    • Obstbäuerin sagt

      Hallo Radfahrer, sicher kann jeder etwas tun aber realistisch gesehen, liegt es nicht mehr in unserer Hand, die Welt durch Verzicht zu retten. Am globalen Tisch sitzen 5 Europäer (1 für 100 Millionen) 144 Asiaten (auch 1 für 100 Millionen) gegenüber. Den Rest lass ich mal weg, weil es dadurch nicht anders wird. Wir könnten quasi alle aufhören, Auto zu fahren oder zu atmen – für die Welt spielt es keine Rolle mehr. Die Menschen in Asien werden das Schicksal der Menschheit überwiegend beeinflussen. Wir sollten uns gut mit ihnen stellen.

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      • bauerhans sagt

        Obstbäuerin,die amis sitzen schon mit den chinesen am tisch.
        europäer haben nur chancen,solange die chinesen+amis sich nicht einig sind.

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  2. Bergbäuerin sagt

    Also, so eng sehe ich das mit dem „Zurück“ wieder nicht. Die Renaissance wollte die Antike wieder aufleben lassen. Das 19. Jahrhundert war fasziniert vom Mittelalter. Herausgekommen ist jeweils etwas ganz Neues.
    Bei all diesem technischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte wurde oft auf die Seele vergessen. Hinter viel unqualifizierter Kritik an der Landwirtschaft steht oft etwas ganz anderes, das Erleben: die Agrarlandschaft ist nicht mehr ästhetisch. Landschaftsbilder aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind ästhetisch, Demeter-Betriebe sind es auch. Man isst nun einmal auch mit dem Auge. Da gibt es eben tatsächlich etwas, was das 18. und 19. Jahrhundert besser konnte als wir. Die Frage wiederum: Wer zahlt die Landschaftsarchitekten, die vielleicht auch in intensiven Agrarlandschaften umsetzbare Tipps geben könnten? Und das gehört auch weder ins Landwirtschafts- noch ins Umweltressort, sondern in die Kultur.
    Was spricht gegen Radfahren, speziell gegen E-Rad-Fahren? Ist gesund und verschwendet weniger Ressourcen. Auch wenn für mich Veganismus kein kategorischer Imperativ zur Lösung von Problemen sein kann – als ressourcenschonenden Beitrag Einzelner kann ich das trotzdem ernst nehmen. Und was spricht gegen weniger Kleidung, die aber von hoher Qualität? Diejenigen Jugendlichen, die bei sich selber anfangen, und die ihr soziales Umfeld entsprechend inspirieren, denen gestehe ich auch ihre Klima-Demos zu. Auch wenn mir klar ist, dass da sehr viele andere mitmarschieren, die es nicht verdienen, dass man ihre Fehlstunden in der Schule entschuldigt. Denn dieses Aufzeigen von Missständen ohne Lösungsvorschläge kotzt mich auch an. Habe kürzlich mit einem WWFler über den Wolf gesprochen. Hab ihn gefragt, ob er sich schon ausgerechnet hat, was all die Herdenschutzmaßnahmen kosten würden, die ihm in Österreich, auch in den Alpen, vorschweben, und die er vom Staat finanziert haben will. Antwort: Das auszurechnen ist nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe ist nur, die Interessen des Wolfes zu vertreten.

    3+
    • Bergbäuerin sagt

      In Hofkirchen, einem Ort im oberen Mühlviertel, hat eine Bürger-Initiative im Gemeindegebiet drei künstlerische gestaltete Labyrinthe mitten in der Agrarlandschaft errichtet. Bezahlt hat sie die Gemeinde, die Bauern haben nur Grund zur Verfügung gestellt. Da kann man nun von einem zum anderen Labyrinth wandern, diese Elemente nehmen die landwirtschaftlich genutzte Fläche in ihre Ausstrahlung mit hinein. Wenn dort ein Bauer nicht einen ganz offensichtlichen ökologischen Fauxpas begeht, ist niemand mehr motiviert, so genau nachzufragen, was der eventuell spritzt oder düngt.
      https://www.labyrinthe-hofkirchen.at/

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    • Bauer Willi sagt

      Weil ich es schon mal (weiter unten) geschrieben habe, hier noch einmal:

      In der Talkshow am Donnerstag Abend sagte die junge Aktivistin:
      „Wir sind nicht dazu da, Lösungen anzubieten, Das müssen die Wissenschaftler machen. Wir wollen und werden uns nicht politisch engagieren, dazu sind die Politiker da. Wir wollen nur auf Mißstände hinweisen“.

      Sehr praktisch. Erinnert mich an die Demo „Wir haben es satt“ in Berlin. Die 35.000 Menschen wollen auch nur auf Mißstände hinweisen. Und Foodwatch, BUND, Greenpeace und NABU auch. Die Probleme lösen sollen also immer nur andere.
      Jetzt könnte ich kotzen…
      Schönen Sonntag noch
      Willi

      5+
      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Willi,
        Du weist doch auch vorwiegend auf Probleme hin bzw. auf das, was Du als Problem empfindest. Wo sind denn Deine Problemlösungen?????

        1+
      • Gephard sagt

        Demnächst wünscht sich Willi, dass sich Babys, die vor Hunger schreien, doch selbst was zu Essen machen sollen. 😛

        Ich hoffe, dass Buch Sauerei! enthält nur Lösungsvorschläge. 😉

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        • Bauer Willi sagt

          Dazu muss man es lesen. Und ja, von Solidarische Landwirtschaft über Selbsterntefelder sind da sehr viele konkrete Lösungen drin. Allerdings muss der Mensch da selbst aktiv werden und da könnte das Problem sein…

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ganz Deutschland Diskutiert über ein Insektensterben, das sterben der Bauernhöfe schreitet mit großen Schritten weiter und keinen interessiert es.
          In BW ging die Zahl der Betrieben von 190.000 (1971)
          auf 40.000 zurück.

          https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/hoefe-sterben-3400-milchviehbetriebe-1400-schweinehalter-geben-524541

          Noch ist es nicht nötig, dass die Eltern das Essen ihrer Babys selbst anpflanzen müssen, selbst wenn man in Deutschland dem letzten Jungbauern das bäuerliche Leben vermiest, dann kauft man den Armen der Welt ihr Essen weg.

          3+
      • Bergbäuerin sagt

        Willi, erstens habe ich am Ende auch geschrieben, dass mich das reine Aufzeigen von Misständen, die andere beheben sollen, ankotzt. Und zweitens habe ich inzwischen ein Lösungsbeispiel gepostet.

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        • Bergbäuerin sagt

          Man hat im Mühlviertel schon ab den 1980er Jahren viel auf Biolandwirtschaft umgestellt. Mittlerweile gibt es da große Netzwerke für Nachhaltigkeit, mit denen auch die Bevölkerung, die das nun einmal heute so will, sich identifizert und darauf stolz ist, und das, obwohl auch dort „erst“ 30% der Betriebe bio sind, d. h. immer noch 70% konventionell arbeiten. Ich weiß das nicht nur aus der geposteten Homepage, sondern auch, weil meine Schwester dort wohnt.
          http://www.bioregion-muehlviertel.at/ueber-uns/

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  3. Friedrich sagt

    Unsere handelnden Politiker sind Schlaumeyer und Dummköpfe, die nicht wissen was „Nachhaltigkeit “ und Zukunft bedeutet. Wie Nachhaltig unsere Vertreter handeln , können wir bei der Rente erleben. Dort gibt es seit 50 Jahren nur die Sicht bzgl. der vier Jahre im Bundestag. Unsere heute 50 jährigen werden fast keine Rente mehr bekommen. Die Vorsorge hierfür hätte die Politik mit einem Nachhaltigfonds schon lange haben können. Statt dessen kauft man sich mit immer neuen Wahlgeschenken die Wählerstimmen. Neue Parteien , die darauf aufmerksam machen werden diffamiert und ausgegrenzt , aber der Tag der Wahrheit wird kommen.

    2+
    • Gephard sagt

      Ich hoffe, mit neuen Parteien meinst du nicht vornehmlich die AfD. Da wird doch auch nur gemauschelt und mit krummen Deals Spenden gesammelt.

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    • Ackerbauer sagt

      „Unsere handelnden Politiker sind Schlaumeyer und Dummköpfe“.

      Mit Verlaub, wie dumm muss dann erst das Volk sein um solche politischen Vertreter zu dulden 😀

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    • Altbauer Jochen sagt

      -Einmal wird der Tag kommen,
      da der Bürger erfahren muss,
      dass er die Schulden zu bezahlen habe,
      die der Staat macht und zum „Wohle“
      des Volkes deklariert.-
      >> Ludwig Erhard, Zitat von 1971 ! <<

      3+
  4. Obwohl das Nuhr-Zitat mit Gelb unterlegt ist, ist es nur EIN weiteres Zeugnis von Schwarz-und-Weiß-Denken. Solange wir nicht Fortschritt ANDERS zu denken bereit sind und weiter dem Glauben verfallen bleiben, dass Greta und die Ingenieure die Welt retten können, solange denken wir weiter in EINE falsche Richtung.

    Seit Jahrtausenden denken Menschen Fortschritt als Energieräuber, nicht als Lebewesen, entsprechend werden Probleme durch Energieraub geschaffen und versucht, sie durch Energieraub zu lösen. Auf den ersten Blick scheint das zu klappen, doch je genauer man hinschaut, desto mehr tritt das Unvermögen der Menschen, Probleme wirklich zu lösen, immer offensichtlicher zutage.

    Fortschritt ANDERS zu denken, bedeutet nicht, deren treuesten Anhänger zum Teufel zu jagen, wie manch EINER, der zwar anders über den technologischen Fortschritt denkt, ohne aber das ANDERS-Artige mit einzubeziehen.

    Nein, Fortschritt ANDERS zu denken, bedeutet, sich nicht länger der Ko-Evolution mit dem Leben zu entsagen, ohne dass sich die gemeinsame Entwicklung mit dem Leben unterwegs als unmenschlich herausstellt. Das zu erleben, lässt das eigentliche, das wesentliche Vermögen von Menschlichkeit in den Vordergrund treten, anstatt immerfort nur EINER Fassade, EINER Maske aus Fremdenergie zu bedürfen und, bedingt durch die permanente Verfügbarkeit dieser Fremdenergie, EINER Selbstbelügung namens technologischem Fortschritt zu frönen – auf Kosten anderer Menschen und ANDEREN Lebens.

    Lesetipp: Franco ‚Bifo‘ Berardi – The second coming
    Timothy Morton – Humankind: Solidarity with Nonhuman People

    Wenn ich sehe, wie mit dem Thema des Klimawandels umgegangen und in den Medien verfahren wird, dann kann man allerdings wirklich Schwarzsehen. Wie soll EINE Spezies ANDERS denken können, wenn sie offenbar das Nachdenken über offensichtliche Zusammenhänge mehr und mehr verlernt? Solange Ingenieure weiter mit Fremdenergie arbeiten, die permanent verfügbar ist, wird das nichts mit der Nuhr’schen Problemlösung.

    2+
      • Genau diese Kausalerwartung ist ja Teil des Problems. Ich könnte jetzt ein Buch bewerben, worin genau diese rattenschwanzgleiche Problematik, inklusive des Lösungsweges jenseits von Schwarz und Weiß, dargelegt werden, aber dann wird einem ja wieder Eigenwerbung unterstellt 😉

        Im Grunde habe ich bereits mehrfach auf die Lösung hingewiesen, nur ist diese für unsere Sicht der Welt paradoxerweise derart fremdartig, wie uns der permanente Gebrauch geraubter Fremdenergie vertraut ist.

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      • Gephard sagt

        Zum Beispiel Landwirtschaft, die konsequent auf erneuerbare Ressourcen setzt und nicht gegen die Natur arbeitet. Sprich: Sparsamer Gebrauch von Maschinen, Mineralien und Erdöl in jeglicher Form sowie erhalt der Humusschicht, nur organische und selbst erzeugte Dünger, Förderung der Artenvielfalt etc.

        Konkret gibt es ja diverse Modelle, die dies beherzigen, zum Beispiel Permakultur. Einmal eingependelt soll sie ja ertragreicher sein und weniger Fläche benötigen. Der dicke Mähdrescher wird dann allerdings arbeitslos. Für Herrn Nuhr könnten sich die Ingenieure dann auch intelligente Ernteroboter ausdenken, für die extreme Mischkulturen kein Problem sind … ach wartet mal, die werden bereits entwickelt.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „“ nur organische und selbst erzeugte Dünger““

          Wie soll der Bauer die Nährstoffe, die in unserem Kläranlagen unwiederbringlich verloren gehen, ersetzt werden?

          Insgesamt sind sind Forderungen von Permakultur in das Reich der Fabel einzuordnen.

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          • Gephard sagt

            Dafür gibt es auch eine Lösung: Komposttoiletten. Die Kunden bringen ihren Dung dann in ein Sammelsystem ein oder bei Direktkontakt zum Bauern direkt dorthin.

            Gibt es denn Studien, die die angeblich erfolgreichen Permakulturprojekte Lügen strafen? Oder woher kommt deine Einschätzung: Fabel?

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            • Thomas Apfel sagt

              Ich suche gerade Leute für Permakultur. Die dürfen sich bei mir zu fairen Pachtpreisen auf 1 – 5 ha Fläche austoben. Ich stelle sogar Beregnungswasser. Bisher waren nur mehrere Volksbelehrer, „Permakultur-Planer“ und „Möchte nicht selbst arbeiten“ Leute bei mir. Den Meisten war unser Anliegen, Input und Output zu erfassen suspekt und das Herangehen viel zu „großflächig“. Es geht wohl doch mehr darum Kleingärtnern für teuer Geld Planungen überzuhelfen.

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              • bauerhans sagt

                „„Möchte nicht selbst arbeiten“ Leute bei mir.“

                zu mir kam ne fachfrau,die pferde unterstellen wollte und sie erzählte,dass sie was mit Solawi machen wollte.
                hatte ich ihr kurzerhand 1000m2 besorgt und sie startete.
                die leute im umkreis waren sehr interessiert,nur die dame kam nicht „in die hufe“,liess alles stehen und liegen und ward nicht mehr gesehen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ach so,
              einen Eimer Fäkalien vermischt mit Hormonen, Antibiotika und Diclofenac und als Naturalentschädigung einen Sack voll Kartoffeln, oder wäre Spargel auch angenehm?
              Permakultur wird sich nicht durchsetzen, höchstens beim Sepp Holzer, der macht Millionen mit seinen Büchern.

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              • Gephard sagt

                Das ist in der Tat ein Problem, das aber auch mit dem Klientel variiert. Nicht jeder pfeffert sich mit Medikamenten zu. Den gleichen Vorwurf könnte man auch der Düngung mit tierischen Exkrementen machen, die insbesondere aus konventioneller Haltung.

                Sepp Holzer ist übrigens nicht der Permakulturpapst, wie einige glauben. Interessanter sind vielmehr die Vorbild-Projekte, die wirklich rentabel sind, zum Beispiel das der für meinen Geschmack ebenfalls zu stark gehypten Franzosen:
                https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/permakultur-100.html

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Nicht jeder gibt den Tieren Antibiotika (das meinten sie doch?)

                  Antibiotika aus der Tiermast gelangt nur selten ins Grundwasser. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) in vier Bundesländern, die am 21.03 2014 in Dessau-Roßlau veröffentlicht wurde.

                  An 39 von 48 Messstellen wurden demnach keinerlei Wirkstoffe gefunden. An sieben Standorten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fanden sich im Grundwasser sehr geringe Antibiotika-Rückstände, an zwei weiteren Stellen waren die Werte erhöht. Das UBA untersuchte jeweils zwei Proben auf 23 Wirkstoffe.

                  Sie können noch so viel von Permakultur träumen, sie werden keine Menschen finden, die das im größeren Stiel machen MÖCHTEN.

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                • Gephard sagt

                  Danke für den Artikel-Link. Den Verdienst musst du auch in Relation betrachten, was der folgende Satz im Artikel tut:

                  „Das klingt nach wenig, liegt aber weit über dem Durchschnitt des Einkommens benachbarter Gemüsebauern“

                  Ich begrüße es jedenfalls sehr, dass sich nicht nur Idealisten mit der Thematik beschäftigen, sondern aktiv geforscht wird, wie skalierbar z.b. das Prinzip ist. Mir macht es zumindest Hoffnung. Das kann ich von den vielen pessimistischen oder gar zynischen Beiträgen hier nicht behaupten. Nicht, dass ich diese Haltung nachvollziehen könnte, wenn jemandem sein Lebenswerk unter den Füßen zu verschwinden droht. Hilfreich ist diese Haltung aber nicht. Vielleicht mögen sich die entsprechenden Kandidaten auch mal vor Augen halten, welche Wirkung permanenter Zynismus auf das Herz-Kreislaufsystem hat.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Habe durchaus vernommen, dass die Gemüsebauern von nebenan noch weniger verdienen.
                  Erwarten sie, dass die Jungbauern sich an deren Lohn orientieren sollen?
                  2 Beispiele:
                  Unser ältester hat 1997 vor dem Studium 2 Jahre bei einer IT Firma gearbeitet.
                  Lohn im Alter von 19 Jahren 6.000 DM im Monat plus Firmenwagen und Handy.
                  Unser Jüngster hat vor seinem Studium als Werkzeugmechaniker gearbeitet, Lohn 3.000 Euro im Alter von 19 Jahren.

                  Wenn ich jetzt denen Erzähle, man könnte bei meinen Flächen mit Permakultur 9,5 Euronen in der Stunde verdienen, würden meine Söhne den Notarzt rufen.

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            • bauerhans sagt

              meine schwester,zahnärztin mit sehr gut laufender praxis,schwärmt auch immer von permakultur.

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    • Inga sagt

      Die Wissenschaftler und Ingenieure können schon die Welt retten, wenn sie ihr Wissen im Sinne der Ökologie anwenden.
      Wie meinst du das mit der Fremdenergie?
      Wer zu viel Energie zu sich nimmt, faul auf dem Sofa sitzt oder liegt, sich langweilt, schimpft auf die Massentierhaltung und den Massenanbau mit Hilfe von PSM und Dünger in unserem Feldern?
      Damit es genügend Ertrag gibt, zu viel davon auf dem Markt ist und es für jedermann billig zu haben ist und damit er es sich leisten kann den ganzen Tag auf dem Sofa rum zu lümmeln und auf andere schimpfen?

      Früher war stolz auf große Maschinen (Auto, Landmaschinen), die man im Besitz hatte, denn je größer, desto fortschrittlicher und desto mehr konnten sie leisten und brauchten desto mehr Sprit, Energie!
      Also war man auf den Energieverbrauch stolz,
      aber ich denke das ist altmodisches Denken!
      So denkt heutzutage keiner mehr!

      Oder meinst du das so, dass Ingenieure ihre Innovationen nur mit Hilfe von fremder Energie, die nun mal vorhanden ist, wahrmachen können?
      Also, dann nur solche zulassen, die ohne diese Fremdenergie zu verwirklichen geht?
      Wie, z.B solarbetriebene Autos? 0-Energeihaus, usw.

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    • Paulus sagt

      @Guido Vobig
      Es steht ihnen frei sich der unheilvollen Fremdenergie zu verweigern und ihr daraus folgendes, eher unschönes Ableben würde ich durchaus bedauern. Allerdings warte ich bis heute auf die Definition von Eigenenergie, die der Logik folgend ja ebenso oder irgendwie existent sein sollte.
      Kleiner Hinweis: Der Fingerphilosoph lag mit seinem Versuch voll daneben.
      Jetzt denken sie mal darüber nach. Nur eine halbe Std. oder so, das schaffen sie schon. Und kommen sie mir bitte nicht mit irgendwelchen Links ins Esoterische.
      Ich hätte es schon gerne naturwissenschaftlich korrekt.

      1+
  5. Heinrich Steggemann sagt

    @ Sabine
    Es gibt eine weitere Variante. Die so genannte Flächenrotte (Dieses Konzept ist erst wenige Jahre alt und ersetzt die Weidetiere). Dabei werden grüne Zwischenfruchtbestände ca. 2Wochen vor der nächsten Hauptkulturaussaat locker ohne Rückverfestigung in die obersten 4 bis 5 cm eingemischt. Die Pflanzen werden im Vegetationskegel gekappt und dadurch abgetötet. Durch vorheriges Aufspritzen von Rottelenkern (hauptsächlich Milchsäurebakterien)wird Fäulnis verhindert. Es müssen ja ein bis zwei Tonnen Zucker aus dem Pflanzensaft stabilisiert werden. Das Bodenleben braucht nun ein bis zwei Wochen Zeit, um die Grünmasse zu verstoffwechseln. Durch die Lebendverbauung entstehen runde Bodenkrümel.

    1+
  6. Alexander Borchert sagt

    Typisch deutscher Kabarretist. Typisch deutscher Argumentationsstil. Typischer deutsche Methode, jede Idee schon im Keim zu ersticken. Typische deutsche Entmutigungsstrategie:

    Wenn ich lese: „Werdet nicht Schrebergärtner, sondern Ingenieure“, dann finde ich das zum „Kotzen“.

    Es muss doch heissen: werdet Schrebergärtner und Ingenieure. Ich muss doch diese Menschen ermuntern, diesen Spagat zu wagen und diesen Spagat hinzubekommen. Junge Leute könne nämlich genau das. Sie können noch an beides gleichzeitig denken und sich für beides einsetzen.

    5+
    • Bauer Willi sagt

      In der Talkshow am Donnerstag Abend sagte die junge Aktivistin:
      „Wir sind nicht dazu da, Lösungen anzubieten, Das müssen die Wissenschaftler machen. Wir wollen und werden uns nicht politisch engagieren, dazu sind die Politiker da. Wir wollen nur auf Mißstände hinweisen“.

      Sehr praktisch. Erinnert mich an die Demo „Wir haben es satt“ in Berlin. Die 35.000 Menschen wollen auch nur auf Mißstände hinweisen. Und Foodwatch, BUND, Greenpeace und NABU auch. Die Probleme lösen sollen also immer nur andere.
      Jetzt könnte ich kotzen…
      Schönen Sonntag noch 🙂
      Willi

      9+
      • Schmeckt gut sagt

        Danke für die klare Ansage. Genau so sehe ich es auch. Es ist Mainstream, alles in Frage zu stellen. Auch wissenschaftliche Meinungen und Innovationen. So werden Entwicklungen verhindert. Wir Bauern sollten darauf bestehen, dass uns klare Wege zur Lösung aufgezeigt werden. Funktionieren diese dann nicht, haben wir einen Ansatz, unsere Verluste von den Verantwortlichen und der Gesellschaft zurück zu fordern. Notfalls per Gericht. Im Moment geben viele Betriebe auf, weil das Risiko der Veränderungen allein auf den Schultern der Bauern liegt.

        5+
      • Mark sagt

        „…sagte die junge Aktivistin“. Das war übrigens Frau Reemtsma, eine Millionenerbin.

        2+
  7. Altbauer Jochen sagt

    Ich würde gern mal wissen ob die Freitags- Futuristen
    sich eine Bescheidenheit in ihrem Konsumverhalten vorstellen können,
    wie wir älteren sie-im Vergleich zu heute- aus Kinder und Jugendzeit kennen.
    Klar haben wir alle unsere „Ansprüche“ gesteigert und
    mehr Wohlstand gerne angenommen.
    Zurück zu früheren „Zuständen“ will wohl keiner,
    also kann es nur innovativen Fortschritt geben
    der zeitgemäße Antworten auf die Zukunftsfragen findet.
    Wenn es erstmal an die Arbeitsplätze der Eltern gehen sollte
    -wovor uns Gott (oder wir selbst?) bewahren möge,
    wofür oder wogegen demonstrieren die Kinder dann wohl ?

    4+
    • Inga sagt

      Ja, aber natürlich, Altbauer Jochen, denn

      „Zurück zu früheren „Zuständen“ will wohl keiner,
      also kann es nur innovativen Fortschritt geben“

      Viele einzelne ökologisch wertvolle Schrebergärten erreichen nicht so viel, wie die ökologische Wissenschaft darum.
      Das ist wiederum ein Naturgesetz irgendwie!

      Klotzen und nicht kleckern, denn gemeinsam erreicht man mehr alleine!

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  8. libertador sagt

    Dass Herr Nuhr Fahrräder als Beispiel herausgreift ist neben dem begrüßenswerten Fortschrittsoptimismus irregeleitet.
    Fahrräder sind für viele Wege sehr effiziente Transportmittel, da sie nur wenig Eigengewicht gegenüber der Nutzlast haben. Die Energie, die der Fahrer aufwendet hat daneben noch einen gesundheitlich positiven Aspekt des Sportes. Lastenfahrräder können auf relativ kurzen Wegen ein sinnvolles Verkehrsmittel sein. Nur auf kurzen Wegen, da man aus Sicherheitsgründen nicht wirklich schneller als 20 km/h damit sein will. Dabei sind auch gute Ingenieure gefragt, die Fahrräder zum Lastentransport optimieren.
    Fortschritt zeigt sich darin, dass man das was gut funktioniert, übernimmt und sinnvoll durch neue Technologien verstärkt, ergänzt, verändert. Zum Beispiel könnte es auch Elemente der Landwirtschaft des 19. Jhd geben, die auch heute noch gut funktionieren würde. Dazu kenne ich mich aber mit historischer Landwirtschaft zu schlecht aus, um das beurteilen zu können.

    2+
  9. Berthold Lauer sagt

    Ja, da ist der Mensch wohl ein wenig ambivalent. Einerseits kann die Zukunft gar nicht schnell genug kommen (z.Bsp. die nächste Handygeneration ), andererseits hat man Angst vor der Zukunft und verklärt das Gewesene, möchte aber keineswegs den Komfort der Jetztzeit missen.

    3+
  10. Obstbäuerin sagt

    In der Umgebung einer Gemeinde in Brandenburg soll Gas gefördert werden. Sofort bildet sich eine Aktivistengruppe erwachsener Einwohner gegen das Vorhaben. Ich schätze mal, die Hälfte der Haushalte heizt mit Gas aber das kommt ja aus der Leitung von anderswo. Was kratzt mich die Situation dort – Hauptsache vor meiner Tür ist schön. Kann man auf verschiedene Sachverhalte eins zu eins übertragen.
    Allerdings gehen unsere Klimahüpfer noch einen Schritt weiter und fordern gleich alles und überall zu unterlassen, was schaden könnte. Wenn ich das richtig vernommen habe, soll Greta von der Klimarettung deshalb wieder Atomkraftwerke ins Spiel gebracht haben.

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  11. Nauert Hans-Albert sagt

    Diese Weltweiten Schülerdemos, während der Schulzeit, die diese Schwedische Schülerin gestartet hat, Protuziert nur einen unglaublichen Massenverkehr. Ich glaube nicht, das die Alle zu den Demos laufen oder mit dem Fahrrad fahren, möchte ich bezweifeln. Ob diese Demos nicht auch das Weltklima schädigen, gebe ich zu bedenken. Das selbe gilt für die vielen Sportveransteltungen und Oben Air konzerten die viel Verkehr protuzieren.

    2+
    • libertador sagt

      Die Schüler werden in der Regel zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Demos kommen. Die Demos sind ja zumeist Städten mit ÖPNV.
      Ich halte es für unwahrscheinlich, dass wegen der Demonstrationen zusätzlicher Verkehr eingesetzt wird, da dies eine Ausnahmesituation ist und die Fahrpläne normal weiter laufen.
      Gleichzeitig müsste der etwaige Einfluss der Demos gegen die Möglichkeit von Einsparungen durch Aufmerksamkeit abgewogen werden. Zum Beispiel könnten politische Änderungen dadurch gelingen. Durch die Aufmerksamkeit kaufen vielleicht auch einige der Schüler später ein sparsameres Fahrzeug oder verhalten sich anders umsichtiger, fliegen weniger und weiteres.

      Das gleiche gilt auch für Klimakonferenzen. Diese können ein vielfaches der Emissionen verhindern, die sie selbst verursachen, wenn dadurch internationale Zusammenarbeit gestärkt werden kann. Das ist in der Gesamtheit dort aber schwer zu bewerten Wenn diese Konferenzen nur heiße Luft produzieren, dann sind sie schädlich, wenn sie aber Ergebnisse erzielen, dann sind sie sinnvoll. Das Ganze mit einigen Grautönen, da zum Beispiel häufig auch kleinere Delegationen ausreichen könnten.

      1+
    • Günter Reichard sagt

      Ich gehöre zur Wackersdorf Generation und habe mich wochenlang mit vielen
      gleichgesinnten mit Tränengas und Schlagstöcken malträtieren lassen.
      Der damalige Ministerpräsident bezeichnete uns als Abschaum, obwohl wir Bürger dieses Landes sind und nur unser Grundrechte wahrnehmen wollten.
      Wackersdorf wurde nicht gebaut.
      Ich drücke den Schülern auf der ganzen Welt die Daumen und wünsche Ihnen ganz viel Durchhaltevermögen. Es geht um Ihre Zukunft nicht um unsere.

      2+
  12. Eckehard Niemann sagt

    John Maynard Keynes: „Die Schwierigkeit ist nicht neue Ideen zu finden, sondern den alten zu entkommen.“

    6+
    • Obstbäuerin sagt

      Noch schwieriger wird es, wenn alte überholte Ideen als neue, zukunftsweisende verkauft werden.

      3+
    • Paulus sagt

      @ Eckehard Niemann
      In Anlehnung an die Aussage Keynes hier eine alte Ingenieurweisheit: Um Neues zu entwickeln muss man Bestehendes erst mal verstanden haben.
      Das ist, nicht nur bezogen auf die Grundlagenfächer der Ing.-wissenschaften, sozusagen der A-Parcours und genau daran scheitern schon die meisten, nicht nur was die Grünen betrifft.
      Here we go Greta …
      Auf „Make our future Greta“, verlasse ich mich bei dieser jungen Dame und ihren Jüngern nur äußerst ungern.

      Um auf Willis Gedankenanregungen zurück zu kommen. Eine Wende ist nicht zwingend mit einem Zurück verbunden, sondern auch oder eher mit der Zuwendung zu etwas Besserem. Was ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit durchsetzen. Gewisse Experimente mit ungewissem Ausgang gehören zwecks Erkenntnisgewinns im Sinne des Fortschritts nun mal dazu.
      Wo bleibt der Fingerphilosoph?

      3+
      • Bauer Willi sagt

        Das kann ich sehr nachvollziehen. Wir müssen als Gesellschaft aber auch die Bereitschaft entwickeln, Neues auch zuzulassen, auch wenn der Ausgang ungewiss ist. Versuch UND Irrtum! Mit „Vorsorgeprinzip“ kann ich alles verhindern und das macht mir Sorge.

        0
    • Schnell muss die Zukunft her, damit man möglichst schnell die selbst verursachten Probleme in der Vergangenheit hinter sich lassen kann. Daher gleicht unsere bisherige Form des Fortschritts dem Verkauf EINES Scherbenhaufens als feinstes Porzellan, das en vogue ist.

      Hätte da auch ein Zitat:

      “Die Ursache der Hälfte aller Irrtümer ist die fatale Tendenz der Menschheit, über eine Sache, die nicht länger zweifelhaft ist, nicht weiter nachzudenken.“

      John Stuart Mill

      Das Zitat bewahrheitet sich heuer jeden Freitag. Ja, the science is settled … like dust has settled on the truth.

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  13. jimbob sagt

    Sie (manche) gehen davon aus das man die (ganze) Welt (alle Menschen) retten könnte.

    Das konnte man früher nicht.
    Das kann man heute nicht.
    Und das kann man morgen auch nicht.

    Und nächstes Jahr sind 80-85 Mio mehr Menschen auf der Welt.

    Ob wir jetzt weniger verbrauchen oder nicht,
    Letztenendes spielt die Zeit und das Bevölkerungswachstum gegen uns.

    Folglich wirds ein Hauen und Stechen um „the way of live“ geben.

    7+
  14. Mark sagt

    Was mir an Nuhr gefällt, dass er den Mainstream kritisch und wissensbasiert hinterfragt und den Leuten nicht nach dem Mund redet. So sehe ich die obigen Aussagen Nuhrs als einseitigen Gegenpol zum einseitigen Mainstream, die „Wahrheit“ wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.
    „Make our future Greta…“ Die Viktimisierung der Jugend geht weiter. Heute abend bei ANNE WILL darf Greta wieder piepsen….

    6+
    • Gephard sagt

      Wo hinterfragt er denn den Mainstream? Im Prinzip käut er doch den Technikglauben seiner Generation wieder und wünscht sich, dass das Wachstum weitergehen möge. So gesehen denkt er nicht anders, als er es den Demonstranten unterstellt: Er wünscht sich eine Rückbesinnung auf alte Werte (Mit Technik lässt sich alles lösen, man braucht nur die richtige Technik). Vermutlich wünscht er sich statt Fahrräder einfach nur umweltfreundlichere Autos, die die Physikschwänzer für ihn entwickeln sollen, damit er so weitermachen kann wie bisher.

      Mark, wenn dich Gretas Stimme stört, sagt das übrigens mehr über dich aus als über sie.

      0
      • Mark sagt

        Gebhard, was Nuhr betrifft bestätigt mich Dein Kommentar. Was Greta betrifft, mich stört ihre Stimme nicht.

        0
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wir sollten nicht ihre Stimme bewerten, sondern was sie für Lösungen hat, bis jetzt habe ich nur vernommen, dass sie eher Atomkraftwerke bevorzugt.

        Ehrlich gesagt, bin etwas verwirrt.

        0
  15. Ackerbauer sagt

    Glaub man kann die gesellschaftliche Zukunftsgestaltung am besten mit dem Waldwirtschaft vergleichen.
    Es gibt zwei Methoden um einen zukunftsträchtigen „Baumbestand“ zu etablieren.
    Entweder man setzt auf plentern und Naturverjüngung
    oder man wählt den Kahlschlag und die Rodung des Systems.

    Schon mal gepostet aber aktueller denn je:

    Geschichte ist die Lüge auf die sich Historiker geeinigt haben und der Sieger schreibt die Geschichte.
    Hat mit dem was wirklich passiert ist nichts zu tun.
    Genau wie Orwell es beschrieben hat, unterliegen wir der Vergangenheitskontrolle.
    „Wer die Vergangenheit kontrolliert-kontrolliert die Zukunft,
    wer die Gegenwart kontrolliert-kontrolliert die Vergangenheit.“

    5+
  16. Heinrich Steggemann sagt

    Ein Blick zurück hilft dabei Zusammenhänge zu erkennen. Wir brauchen Weiterentwicklung, aber auch Geduld seitens der Bevölkerung um die Erfinder nicht zu entmutigen weiter zu machen. Erfindungen kann man nicht kaufen. Sie werden von neugierigen Tüftlern hervorgebracht. Diese sollte man zwar finanziell unterstützen, aber nicht in einem Förderkorsett einengen. Man kann sie auf deren Nachfrage bei der Suche nach vorhandenem Spezialwissen unterstützen.
    Ich versuche diesen Sachverhalt mal an einem Beispiel zu verdeutlichen, das mich seit einiger Zeit beschäftigt.
    Seit einigen Jahren gibt es zwar noch kleine, aber stetig wachsende Netzwerke unter Landwirten aller Betriebsarten und gedanklich beweglichen Ackerbauberatern, die sich neu mit Boden und Bodenleben beschäftigen.
    Die Grundlage dazu ist ackerbauliches Wissen von vor 100 Jahren, vor Einführung der mineralischen Stickstoffdüngung. Zu der Zeit lagen die Getreideerträge nur bei 25% des heutigen Niveaus.
    Dieser Personenkreis hat sich den Humusaufbau auf die Fahnen geschrieben. Dadurch wird ein Boden ertragsstabiler, kann Starkregen besser verdauen, lässt immunstärkere Pflanzen heranwachsen. Zentrale Rolle spielt dabei ein vielfältiges Bodenleben, das über den flüssigen Kohlenstoffweg ( Liquid Carbon Pathway nach Christine Jones) aktiv Humus aufbaut. Dazu werden vor Auswaschung geschützt pro Prozent Humus ca. 1500 kg Stickstoff und 60 to CO2 pro Hektar verbaut.
    Mit Einführung des mineralischen Stickstoffdüngers wurden zwar die Erträge gesteigert, aber das aufbauende Bodenleben ungewollt und meist auch unbemerkt über mehrere Generationen heruntergefahren. Jetzt geht es darum das jetzige Ertragsniveau zu halten, genügend Stickstoff für den Humusaufbau zu haben und gleichzeitig ein vielfältiges Bodenleben durch neuste wissenschaftliche Erkenntnisse zu fördern. Eine Generationenaufgabe.
    Eine Win Win Situation, könnte man meinen:
    Erträge bleiben erhalten, weniger Pflanzenschutz, freies Nitrat wird zu Humus verbaut, Senkung des CO2 Gehaltes.
    Die aktuelle Düngeverordnung und dessen weitere Verschärfung treibt die Entwicklung weiter in die falsche Richtung. Man doktert weiter an den Symtomen herum, weil man den grossen Einflussfaktor vielfältiges Bodenleben gar nicht auf dem Schirm hat.

    8+
    • Ackerbauer sagt

      Der Ansatz mit dem Kohlenstoffweg und Humusaufbau macht absolut Sinn und ist zudem nachhaltig.

      Doch nutzte den Indios das Wissen um die schwarze Wundererde
      Terra Preta?

      Ein Deja-vu?
      Die Humusgehalte in der Ukraine haben sich in den Jahrzehnten des Sozialismus halbiert!

      2+
      • Heinrich Steggemann sagt

        @Ackerbauer
        Stimme zu.
        “ Die Humusgehalte in der Ukraine haben sich in den Jahrzehnten des Sozialismus halbiert! “

        Nach aktueller deutscher Lehrmeinung und Gesetzeslage haben die aber alles richtig gemacht. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind keine Stickstoffüberschüsse auf dem Papier da gewesen, würde man mit noch vorhandenen Zahlen nach deutscher Düngeverordnung nachrechnen. Haben aber vielleicht trotzdem erhöhte Nitratwerte, weil das dominierende abbauende Bodenleben mehr Nitrat freigesetzt hat, als die Pflanzen nutzen konnten.
        Der Mensch lebt nicht nur von nitratarmen Wasser allein.

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      • Sabine sagt

        Ich weiß, ich bin hier ja nur der Hobby-Gärtner, aber die Wunder-Erde, Back to Eden, Soil Health etc. haben auch ihre Tücken.
        Eine Fläche z.B. mit Gründünger-Roggen zu bestellen, den man anschließend „flach legt“, um dann z.B Bohnen einzusäen, baut sicher Humus auf. Man hat eine natürliche Unkrautsperre auf dem Boden, Feuchtigkeit wird besser gehalten, Regenwürmer feiern Parties und lüften den Boden besser als jede andere Methode. Neben den Regenwürmern finden jedoch auch Schnecken und Wühlmäuse ihren Weg in die Kultur. Wenn man die Roggendecke hoch nimmt, kann man die Mäuse-Autobahnen bewundern, denn unter der Strohauflage können die fast völlig unbehelligt von der Luftwaffe ihre Versorgungsgänge anlegen. Gerade Nackschnecken werden von Mulchdecken angezogen, hat man nicht andere Elemente schon bereitstehen, braucht es Zeit bis sich die Jäger etablieren. Bei mir hat es Jahre gedauert, bis ich den ersten Tigerschnegel feiern konnte. Wenn die Nachbarskatzen und die Fehen aus der Umgebung ihren Jungen die Mäusejagd auf deinem Grundstück beibringen, kann du davon ausgehen, dass du eine Mäuseproblem hast.
        Ich konnte die Wühler abends im Sommer gerade in den sonst sehr schönen Flächen mit Gründünger schmatzen hören. Kein Spaß, gerade Perserklee scheint bei Wühlmäusen ganz oben auf der Liste mit Super-Foods zu stehen. Mein kleiner Turmfalke tat sein Bestes, aber sich in kniehohen Klee stürzen war jetzt doch nicht so seine Sache.
        Was anderes ist es, wenn man es mit Holzhächsel versucht, allerdings ziehen der als Mulchauflage erstmal Stickstoff, den man dann eben doch aus anderen Quellen ergänzen muss, dass Schneckenproblem hat man weiterhin. Wo man das Holz für 100 ha herbekommen soll, ist mir ein Rätsel, gleiches gilt für die Indio-Erde, bei einem Gehalt von 50 Tonnen Pflanzenasche pro Hektar, bräuchten wir Köhlereien im industriellen Maßstab, um das nachzubilden. Dazu käme ein für unsere Maßstäbe massiver Gülleeinsatz und Knochenmehl in Mengen. Das kann man auf 100qm Gemüsebeet gerne versuchen, skalierbar ist das m.M. nach nicht. Zudem unsere Witterung nicht dazu angetan ist, ähnlich schnelle Stoffumsätze zu begünstigen. Wenn du das nach der Indio-Methode machst und Essensabfälle inkl. Reste von Fisch- oder Fleischmahlzeiten ausbringst, wird die Maus, die dich heimsucht, deutlich größer und schlauer. Ein Beitrag zur Biodiversität, den ich persönlich nicht leisten möchte.
        Ja, man kann einiges aus den im Moment sehr angepriesenen Methoden übernehmen. Daikon-Rettich hilft sehr schön schwere Böden zu lüften, allerdings sollte man dem Nachbar Bescheid sagen, sonst fragt der sich nach dem ersten Frost, wo denn das Gasleck ist und ruft die Feuerwehr. Bienenfreund ist Spitze, wenn man ein feinkrümeliges Saatbeet braucht, die einzige Pflanze die sonst so schöne Krümelchen macht, ist die weniger beliebte Brennnessel.
        Ein Jahr eine Mischung aus Sonnenblumen, Rettich, Buchweizen, Bienenfreund, Perserklee und Wicken, ist schon super, aber wer kann einfach mal ein Jahr so eine Mischung einsäen und hat auch noch den Tierbestand, der mal eben für ein paar Wochen das ganze abweiden kann? Wo tut man diese Tiere den Rest des Jahres hin? Wer einen Schäfer und einen Imker hat, wird ähnliches mit seinen Zwischenfrüchten tun, wer keine hat, für den wird das wenig attraktiv sein.
        Es lohnt sich da mal genauer hinzugucken, wenn jemand die Super-Bio-Bodenheilung in drei einfachen Schritten verkauft. Vor allem lohnt es sich mal hinzuhören, wie viel Gülle eingesetzt wird und wie viel Stoffeintrag aus fremden Quellen kommt. Wenn ich 200 Rundballen im Winter auf dem Feld an meine Kühe verfütter, kann ich davon ausgehen, dass der Boden im nächsten Jahr besser ist als durch eine Winterbrache. Aber wer arbeitet hier noch mit einer Winterbrache? Wo sind die Kühe den Rest des Jahres? Wo sind die Rundballen her?

        5+
    • bauerhans sagt

      „aber auch Geduld seitens der Bevölkerung“

      was nutzt geduld,wenn die durschnittsbevölkerung nur an „spielen“,weniger an brot interessiert ist,weil das im überfluss vorhanden ist!!

      9+
      • Nauert Hans-Albert sagt

        An bauerhans: Ein wahrer Satz. Aber was glaubst du wie lange der Überfluß noch anhält, bei dem extremen Wachstum der Weltbevölkerung, bei gleichzeitigem Schwund an Ackerflächen.

        3+
      • Gephard sagt

        Was nützt es, die Flinte ins Korn zu werfen, nur weil andere lieber spielen wollen?

        0
      • Inga sagt

        Dann hat diese Druschschnittsbevölkerung auch kein Mitspracherecht mehr an der „Brotherstellung“ und dem Produzieren seiner Rohstoffe.

        Über spiel und Freizeitgestaltung schon!

        0
  17. Thomas Apfel sagt

    Das Problem ist, dass man sich, egal an welcher Position man sich je nach eigenem temporärem Erkenntnisstand gerade engagiert, nicht davon ausgeht, dass man ein „Verhinderer“ ist. Diese Einordnung meiner Aktivitäten („Du bist ein Verhinderer“)trifft immer die Seite mit jeweils abweichenden Auffassungen (also die sogenannte „Gegenseite“). Ansonsten teile ich die Art von Fortschrittsglauben die Dieter Nuhr formuliert. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass wir in der gleichen Altersklasse sind.

    1+

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