Bauer Willi
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75% Insektenbestäubung?

Gerade ist der „Insektenatlas“ von BUND und Böll-Stiftung erschienen. Und wieder heißt es, dass „75% unserer Nutzpflanzen von Insektenbestäubung abhängig sind“.

Dieser Artikel ist schon mal im Januar 2019 erschienen, hier aber jetzt aus aktuellen Anlass nochmal

Darum habe ich mich auf die Suche nach belastbaren Daten gemacht. Bei Wikipedia habe ich eine Statistik der FAO mit den 20 wichtigsten Nutzpflanzen und ihren Erntemengen 2016 weltweit gefunden. Das Ergebnis für die 10 Wichtigsten seht ihr oben. Rot markiert sind die Arten, bei denen die Insektenbestäubung eine Rolle spielt.

Auf den Plätzen 11 bis 20 folgen:

  • Wassermelonen (Insektenbestäuber)
  • Bananen (Selbstbestäuber, parthenokarp)
  • Süßkartoffeln (vegetativ)
  • Zwiebeln (vegetativ, Insekten für Samen)
  • Hirse (Selbstbestäuber)
  • Äpfel (Insektenbestäubung)
  • Gurken (Insekten oder parthenokarp)
  • Weintrauben (Selbstbestäuber)
  • Orangen (Selbst- und Fremdbestäuber)
  • Kohl (Insekten- und Fremdbestäuber)

Parthenokarp bedeutet „Jungfernfrüchtigkeit“, dass heißt, es ist keine Bestäubung notwendig, damit Früchte gebildet werden.

In der Aufstellung oben fehlt der Raps. Er ist – weltweit gesehen – eine eher kleinere Kultur. Auch Raps wird durch Wind bestäubt, allerdings hilft die Insektenbestäubung. mehr Früchte auszubilden. Und von daher sind Honig- und Wildbienen und überhaupt alle Insekten wichtig. Gerade für uns Bauern.

Nach der Auswertung der Zahlen frage ich mich allerdings, wie die Redakteure, die eine Aussage „75% unserer Nutzpflanzen sind von Insektenbestäubung abhängig“ in die Welt setzen, eigentlich recherchiert haben? Denn das, was ich in der letzten Stunde gemacht habe, hätten die Redakteure ja auch machen können. Jetzt ist die falsche Zahl in der Welt und wird auch durch ständige Wiederholung nicht richtig.

Addiert man die Kulturen, die in irgendeiner Weise mit Insektenbestäubung zu tun haben, komme ich übrigens auf 7,7%. Und das sind definitiv weniger als 75%. Oder mache ich da einen Denkfehler?

Euer Bauer Willi

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102 Kommentare

  1. Ich bin gerade über den Artikel ‚gestolpert‘, weil ich für meine Seite ’skurille Welt der Details‘ die Aussage aus dem Insektenatlas für das Essen von BUND-Mitglieder sei Kaffee unersetzbar etwas weiter hinterfragen wollte und nach der Wikipedia Auskunft zu Bohnen, dass diese vom Prinzip zwar von Insekten bestäubt werden könnten, aber das zumindest in Mitteleuropa noch vor dem Öffnen der Blüten selber machen, hier gelandet bin.
    Zum Insektensterben:
    Ich hab vor über 2 Jahren den Autoren der Studie die das Insektensterben populär gemacht haben öffentlich geschrieben, dass der Umweltfaktor Luft – wie in älterer Insektologie-Literatur nachzulesen ist – ein wesentlicher Faktor bei Insektenpopulationen sein kann. Bislang folgten nur weitere Studien, die allesamt den Umweltfaktor Luft ignoriert haben.
    Neben den Autoren hab ich offline ein relativ breites Spektrum an Mitbürgern, die man in einer Großstadt finden kann – von (sortiert nach Alter) Ärzten, Obdachlosen, Umweltamt-Mitarbeitern, Psychologen, Ingenieuren, Biologen bis hin zu Rentnern und online auch Deutschlands bekanntesten Statistik-Professor und 2 Redakteure von topagrar.com – zu dem Umweltfaktor befragt. Bislang konnte keiner einen Fehler finden, aber auch nicht mutig eine Aussage bestätigen (Stand: 13.1.2020 0:23)
    Landwirte sind natürlich selten in einer Großstadt, deswegen passt vielleicht der Kaffee-Zufall ganz gut, um hier eine Diskussion zu initiieren (weiter unten steht ja auch ein Hinweis Insekten wären eher auf Misthaufen mit toten Pflanzen und Exkrementen als auf gesunden Pflanzen zu finden, was bei BUND & Co nicht im Insektenatlas steht)

    thomas aus der Großstadt Hamburg fragt weiter unten:’die‘ wissenschaft verfügt ja auch nur über ‚gefühlte daten‘. Wie bitte? wissenschaft und gefühlt?!? wie soll das gehen?
    Wenn die einzige Studie die einen zeitlichen Verlauf über 3 Jahrzehnte hat, ihre Daten so verzerrt darstellt, dass niemand sie automatisch mit anderen Umweltdaten in Verbindung bringen kann und eine Monokultur aus NGO mit unterschiedlichen Namen besteht, dann kann das gehen.
    Die Studie stellt
    a) die Biomasse generell logarithmisch dar
    b) die logarithmische Darstellung wird durch (fast) äquidistante Markierungen konterkariert
    c) mit zusätzlichem Farbverlauf für das Jahr werden die Daten praktisch unkenntlich
    d) (nicht ganz sicher) Zeitreihen werden nach meinem Gefühl auch meist als Breitgrafik und nicht fast quadratisch dargestellt
    (aufgefallen ist das wirklich nur durch reinen Zufall als wir Daten aus der Grafik ablesen wollten und – aus zuerst völlig ungeklärten Gründen – gescheitert sind)

    Ich hab jetzt vor kurzen ein Blog gebastelt und den Versuch unternommen das Ganze grafisch zu erläutern (sprachlich geht es wahrscheinlich nicht):
    https://archive.ph/hV2kv

    Meine aktuelle Vermutung ist, dass jeder der die dortige Grafik gesehen hat und danach die Original-Studie, die das ‚Insektensterben‘ populär gemacht hat, zumindest eine große Ursache erkennen kann und dafür die Studie völlig unverständlich findet. Praktisch an der Sache wäre das in Diskussionen dann jeder auch die Quellen der Opposition wahrnehmen muss, um überhaupt mitreden zu können und sich die Ursache von selbst rumsprechen könnte („Wir wollen Dialog“ klingt dabei etwas merkwürdig).

    Disclaimer: tw. hat sich wohl in den letzten 2 Jahren ein etwas sarkastischer Unterton entwickelt der beim ersten Schreiben an die Studien-Autoren nicht nachlesbar ist. Ich vermute externe Gründe und hoffe, dass es verständlich ist.

    Und ein kleiner Nachtrag zur Frage: „wie kommen sie auf die idee, dass alle ngo´s (…) daraus auch noch finanzielle vorteile erzielen wollen?“
    Drücker-Kolonnen die mit solchen Studien an Haustüren ein Produkt vermarkten, werden sicherlich nicht umsonst angeheuert (ein Grund warum ich das Thema persönlich wieder ‚ausgegraben‘ hab)

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      • Ja. Deswegen hab ich den Autor von „Die Unstatistik des Monats“ angeschrieben. Der (traurige) ‚Witz an der Sache ist, dass die Unstatistik – völlig korrekt – die quantitative Mangelhaftigkeit der Studie bemängelt und deswegen nicht weiter nachgeforscht hat.
        Für eine qualitative Aussage, dass der Umweltfaktor Luft sicher ein wesentlicher Faktor beim Insektenrückgang ist reichen die Daten der Studie. Und bei 3-4 ‚Täuschungen‘ dürften die Niederländer vermutlich vorsätzlich den Zusammenhang vertuscht haben.
        Die Antwort von Professor Kramer ist auch auf der Seite zu finden.

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    • Brötchen sagt

      Hallo meines Erachtens gibt es noch eine große zusammenfassende Studie, die Ergebnisse aus ganz vielen Standorten zusammenfasst. Diese hatte ich mir im Orginal auch angesehen.
      Was mir hängen geblieben ist, das Stickstoff einen positiven Effekt hatte.
      Die Rohdaten für diese Studie waren nicht angegeben, sondern nur die Endergebnisse.
      Wir hatten das hier auch schon diskutiert. Weiß nicht mehr richtig, wo das war.

      Über diese Studie könnte man sich unterhalten.

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      • In der Krefeld-Studie wird ein ‚positiver Effekt‘ von Stickstoff bzw. wohl Stickstoff-Rückgang berechnet (das Vorzeichen hab ich persönlich in der Studie noch nicht rausgefunden).
        Leugnet die „große zusammenfassende Studie“ auch den Umweltfaktor Luftchemie?

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        • Brötchen sagt

          Denim meines Erachtens kann so eine Studie nie und nimmer das leisten, was die sich jetzt davon versprechen!

          Die haben mit Ach und Krach was aus total unterschiedlichen Erfassungen zusammen gezimmert. Deshalb wurden auch keine Übersichten über das Datenmaterial gemacht.
          Nun kann man sagen, es gab eben nichts anderes, dann ging das nicht anders.

          Insekten entwickeln sich sehr sprunghaft, sowas kann man in keinem Kurzzeitmodell richtig erfassen.
          Zumal auch keine Arten so richtig erfasst wurden, man also nie weiß worauf eine Anstieg/Abfall zurückzuführen ist (Schwebefliegen usw.)
          Meines Wissens haben nur die Briten richtig lange Erfassungen gemacht, dort aber auch „nur“ Zeigerarten intensiv angeguckt.

          Ich wundere mich, das so richtig in D. nichts los geht. Alle Reden davon, aber niemand macht was.
          Ist natürlich extrem aufwändig.

          Langzeitbeobachtungen und dann noch ganz viele Standorte ist extrem schwierig zu koordinieren.

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          • Brötchen sagt

            Welche Faktoren dort alle mit beobachtet wurden, kann ich nicht mehr so richtig sagen.
            Ich erinnere mich an Stickstoff, Temperatur… muss mal suchen, ob ich das noch finde.

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            • Brötchen sagt

              Wenn Du verschiedene Standorte in dem Modell drin hast, dann sind da automatisch Luftschadstoffe in dem Faktor- Standort enthalten.
              Nun musst Du nur wissen, ob und wie sich die Standorte unterscheiden.

              Man kann alles irgendwie in Modellen verwursten. Ein Modell kann nur so gut sein, wie Faktoren sauber getrennt und gleich erfasst werden.
              Im Nachhinein zu sagen….hauen wir mal unsere Daten und gucken was rauskommt, zumal ja eine Agenda pol. irgendwie schon feststand ist aus wiss. Sicht immer nicht so elegant.
              Mir wäre da nicht wohl dabei.

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              • „Wenn Du verschiedene Standorte in dem Modell drin hast, dann sind da automatisch Luftschadstoffe in dem Faktor- Standort enthalten.“
                Nein. So einen Automatismus gibt es allenfalls im Stall von Facebook.

                „Man kann alles irgendwie in Modellen verwursten. Ein Modell kann nur so gut sein, wie Faktoren sauber getrennt und gleich erfasst werden.“
                Genau. Und die NGO von denen Brötchen wohl abhängig ist haben Wetter, Temperatur, etc. erfasst und mussten Luftdaten ignorierten.

                „Im Nachhinein zu sagen….hauen wir mal unsere Daten und gucken was rauskommt, zumal ja eine Agenda pol. irgendwie schon feststand ist aus wiss. Sicht immer nicht so elegant.“
                Das sind Insider Informationen, dass die Agenda pol. schon feststand. Um die Transparenz zu gewährleisten: welche NGO hat die Agenda festgelegt?

                „Mir wäre da nicht wohl dabei. “
                Bei dem ‚Gift‘ was Brötchen da wohl abbekommen hat, ist das sicherlich verständlich.

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                • Brötchen sagt

                  Ich habe mit NGOs nichts zu tun!
                  Lassen wir es gut sein, sie wissen ja sowieso alles besser.

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                • Seevers Reinhard sagt

                  Am Anfang könnte man ihm ja noch folgen….dann würde es kryptisch und irgendwie gaga….

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                • brötchen sagt

                  Reinhard von Umweltmessungen hat er vielleicht ein wenig Ahnung. Ich habe schon kapiert was er will, er nur nicht, was ich will.

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                • „Ich habe mit NGOs nichts zu tun!“
                  und woher soll das sonst das „gaga“ kommen wie von einem Livestream-Zuschauer berichtet? wenn ein Brötchen berichtet eine Messung würde 1000€ Euro kosten und das andere es wäre automatisch im Standortfaktor, dann kann eigentlich nur eine billige NGO die Ursache sein..

                  „Lassen wir es gut sein, sie wissen ja sowieso alles besser. “
                  Brötchen war gezwungen „alles“ auszugeben. Falls du dich einmal ehrlich für die Ursachen des Insektenrückgangs interessieren solltest und lesen kannst, dann kannst du einfach die Antwort von Prof. Kramer lesen. (u.a.: „ich hoffe aber, dass diese Nachricht Sie nicht abschreckt und Sie weiter am Ball zu bleiben und diesen Dummschwätzern wo immer es geht Kontra zu geben.)

                  Es sind halt die lukrativen billig-Studien die den Spendenmarkt vergiften.

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          • „Denim meines Erachtens kann so eine Studie nie und nimmer das leisten, was die sich jetzt davon versprechen!“
            ein derartig automatisiertes Erachten fördert natürlich die Faktenleugner die es automatisch reagieren müssen, um Kritik zu verdrängen.

            „Ich wundere mich, das so richtig in D. nichts los geht. Alle Reden davon, aber niemand macht was.
            Ist natürlich extrem aufwändig.“
            So aufwändig ist die Erfassung von Umweltdaten aus Messstationen nicht wie die ‚NGO ihren Anhänger wohl weismachen wollen.

            Ehrliche Umweltorganisationen könnten auch den Umweltfaktor Luft bei der Insektenpopulation berücksichtigen.

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            • Brötchen sagt

              Na ja ganz trivial ist das nicht, Du musst das ja zeitgleich noch koordinieren. Und meine Erfahrungen mit dem speziellen Klientel ist eher so, das die etwas chaotisch agieren.
              Theoretisch ist es natürlich machbar.

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              • „Na ja ganz trivial ist das nicht, Du musst das ja zeitgleich noch koordinieren.“
                Jein. Wenn man mit den Werkzeugen umgehen kann, dann müssen nur die (koordinierten) Daten (Wetterdaten stammen AFIR aus den ebenfalls Luftchemie Messstation) mit denen aus der chemischen Luftanalyse eingelesen werden und mit den üblichen Verfahren überprüft werden. Herr Kramer schätzt die Kosten auf unter 10000€ um die Ursachen des Insektensterbens zu erforschen.

                Alleine der PR-Aufwand, wenn eine NABU Drücker-Kolonne mit der Studie wieder Hausbesuche wie bei mir macht, dürfte ein Vielfaches kosten.

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                • Brötchen sagt

                  Du musst aber über lange Zeit mind. 10 Jahre wenn nicht länger über ganz D. verteilt die Messungen machen und eventuell noch Arten bestimmen.
                  Du musst alle relevanten Standortdaten erfassen, nicht nur Luftschadstoffe!

                  Ich mache selbst Klimamessungen in Ställen, das ist nicht ganz trivial. Auch nicht in der Auswertung.
                  Ich weiß schon, von was ich rede. Dann fallen Sensoren aus, dann musst Du alles doppelt haben usw…dann musst Du alles archivieren und auch noch nach 10 Jahren alles verfügbar haben und dann haben die Leute zehnmal gewechselt…
                  10000 Euro halte ich pro Standort und Jahr eventuell machbar, da sind aber keine Personalkosten bei.

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                • Historische Umweltdaten lassen sich nicht mit mind. 10 Jahren Zukunft erfassen wie von NGO-Anhängern erträumt, sondern sind völlig kostenlos aus 30 ‚Hintergrund‘ Luftmessstationen in NRW abrufbar. Der Wunsch von den Ursachen des Insektensterbens erst in mind.10 Jahren zu erfahren, könnte die Nachaltigkeits-NGO-Strategie sein.

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                • Ostbauer sagt

                  So wird Politik gemacht! Stellt euch nur mal vor; irgendwelche obskuren Organisationen müssten zugeben, Die oder Die Maßnahme greift. Wer gibt Denen noch Geld? Alles mit Vorsicht zu genießen.

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                • „Stellt euch nur mal vor; irgendwelche obskuren Organisationen müssten zugeben, Die oder Die Maßnahme greift.“
                  Die Maßnahme
                  – Katalysator am Pkw können ältere Menschen noch an der Windschutzscheibe erinnern
                  – Kläranlagen am Bodensee können einfache Fischer durch die massiv zurückgegangen Fischbiomasse erkennen

                  „So wird Politik gemacht! “
                  Die wahren Kosten von BUND Atlanten:
                  https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/das-kostet-der-agrar-atlas-des-bund-10150022.html

                  Einfache Menschen, die sich nicht von NGO blenden lassen, sind sicher nicht die dümmsten.

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  2. Schmeckt gut sagt

    Im Moment läuft im ZDF der Beitrag „Terra X – Deutschland bei Nacht, Teil2“. Liebe Macher des Insektenatlas, bitte anschauen und die Aussagen im Atlas kritisch hinterfragen. Sind wir Bauern wirklich das Grundübel in Deutschland?

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  3. brouss sagt

    Laut einem Bericht in der Wams (Bayernteil) vom Frühjahr 2018 ist die Zahl der Bienenvölker in Bayern von 152 000 durch das „Bienensterben“ um 25% auf 180 000 gestiegen.
    Die Bäume hingen 2018 so voller Obst, dass vereinzelt Äste herunter gebrochen sind.
    Zu der Zeit wird dann in Bayern ein Volksbegehren Bienensterben gestartet. Den Leuten macht man Angst, dass Hand befruchtet werden müsste.
    Für mich ist das ein Zeichen dafür, wie realitätsfremd hier Politik gemacht wird.
    Nach meinen Beobachtungen an Schmetterlingen und Heuschrecken vermute ich eher, dass die Insekten verdursten. Ich habe was gelesen, wonach sich Insekten bei der Hitze nicht vermehren können.

    Wenn mehr Ökolandbau signifikant positive Effekte bezüglich Insekten hätte, müssten, durch dessen Zunahme, bereits in den letzten Jahrzehnten positive Effekte erkennbar sein.
    Aber so ist es im Biolandbau: Argumente mit denen man Zocken kann werden nicht mehr hinterfragt.

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  4. Ein Privatier sagt

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    da hier die Heinrich-Böll-Stiftung mehrfach zitiert wurde,
    möchte ich darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Stiftung um eine „nach Heinrich Böll benannte, parteinahe Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen“ handelt, die übrigens ab und zu ihre Sympathien für die sogenannte „Antifa“ nicht verhehlt, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich-B%C3%B6ll-Stiftung

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  5. Ein Privatier sagt

    Off topic

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    hier der Link aus einem Sie betreffenden aktuellen Artikel zusammen mit einem kleinen Ausschnitt:
    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/bauern-laufen-sturm-gegen-die-geplante-duengeverordnung/

    (…) Die Landwirte hatten geglaubt, nach ihren großen Demonstrationen mit den beeindruckenden Bildern aus Berlin würde sich eine neuerliche Diskussion über Landwirtschaftspolitik und die neuen geplanten Vorschriften ergeben. Doch weit gefehlt: Die Politik kontert die Bauern auf geradezu klassische Weise aus. Sie redet einfach nicht mit ihnen und über ihre Themen. (…)

    MfG
    Ein Privatier

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Dass die Taktik des Aussitzen auch hier versucht wird wundert mich nicht, Glaube aber man täte sich gut daran, LsV und die jungen Bauern nicht zu unterschätzen.
      Am Abgrund stehend, werden manchmal Entscheidungen getroffen, die anders aussehen können, als manche wahr haben wollen.
      8600 Traktoren in Berlin sollte ein deutliches Zeichen der Entschlossenheit zu sein. 🙁

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  6. Friedrich sagt

    Ich verstehe die Unruhe über den Insektenschwund überhaupt nicht . Für mich sind das wieder einmal nur Behauptungen , denn es gibt überhaupt keine langfristigen Erhebungen in Deutschland darüber. Mit dem Agrarpaket soll ja erst ein Monitoringsystem aufgebaut werden. Also medialer Sturm im Wasserglas ! mit dem Ziel mal wieder Angst und Schrecken
    zu verbreiten. Es gibt nur in GB seit den 1930er Jahren unter wissenschaftlicher Führung in Rodhamstedt (nördl. v. London), ein Institut die das landesweit Erfassen und Auswerten.Danach gibt es keinen Insektenrückgang auf dem Land. Lediglich in den urbanen
    Gebieten (Städten) sind die Falter um rd.30% zurückgegangen. Warum soll das bei uns anders sein ?
    Leute last uns die Demos in unveränderter Härte weiterführen , bis die die berliner Schlauberger in die Realität zurückkehren. Man kann auch von Trumtänzern sprechen, die mit ihrer Ideologie das Land an den Abgrund regieren.

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    • Ein Privatier sagt

      Sehr geehrter Herr Friedrich,

      mit wirklich sehr großer Wahrscheinlichkeit ist das Verbreiten von „Angst und Schrecken“ nur ein zweckgebundenes Zwischenziel.

      Kaufen Sie also bitte keinen Ablassbrief, auch nicht bei den Wahlen …;)

      MfG
      Ein Privatier

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  7. Rudolf Nattebrede sagt

    Bauer Willi das mit dem 75% ist wie damals beim Eisengehalt vom Spinat. Einfach nur ein Kommafehler. 7,5% ist doch auch ca dein Ergebnis.

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  8. thomas sagt

    moin, hier bin ich noch mal aus hamburg und möchte gerne weiter mit euch im gespräch bleiben. ist aber schon manchmal schwierig… da heißt es: „die“wissenschaft verfügt ja auch nur über „gefühlte daten“. Wie bitte? wissenschaft und gefühlt?!?
    dann werden zu viele blüten bestäubt und die äpfel bleiben klein oder der juni schlägt zu und die äpfel werden zu groß (obstbäuerin). was für eine aussage ist das denn? und wer ist schuld? ich dachte immer, genau damit umzugehen ist der job…?!
    liegt das jetzt an zu vielen insekten (brötchen und timme) oder gibt es doch so gut wie keine mehr (seevers)?
    was ich sagen will: bitte mal die schnappatmung beiseite lassen. in ruhe lässt sich besser reden (und denken).
    wie kommen sie auf die idee, dass alle ngo´s und die verbraucherzentrale und überhaupt die grünen stadtmenschen und natürlich „die“ politik immer nur das schlechteste für sie – die unsere nahrungsmittel produzieren – wollen und daraus auch noch finanzielle vorteile erzielen wollen? wie soll das gehen? wem sollte das spaß machen und warum?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Lieber Thomas, schön, dass sie für eine Beruhigung eintreten. Die Ursache der von Ihnen als Schnappatmung empfundenen Situation ist die seit Jahren getätigte Schnappatmung auf Seiten der Medien, Politik und NGOs.
      Das Fass läuft über, ansonsten gäbe es diese Diskussion nicht. Dass auch auf Seiten der Betroffenen eine gewisse Überhitzung stattfindet, ist wohl niemanden zu verdenken.
      Und ja, die Bauern wissen, was zu tun ist, wenn es zu viele Äpfel am Baum gibt, darüber beschweren sie sich nicht, darüber sprechen sie eigentlich auch gar nicht. Wenn der Erzeuger von Nahrungsmittel den Insektenschwund nicht wahrnimmt, es aber ubiquitär verbreitet wird, dann ergeben sich solche Widersprüche, wie sie sie formulieren.
      Wer nicht betroffen ist, der nimmt die Meldungen in den Medien und aus der Politik auch anders wahr. Wer nicht in/an oder mit der Landwirtschaft arbeitet, der kann die Komplexität m.Ea. auch nur marginal beurteilen. Nicht einmal die damit täglich Umgehenden, sind dazu vollständig in der Lage.
      Wenn Sie sich den neusten Artikel von Andreas Sentker in der ZEIT über die notwendige Agrarwende ansehen, dann werden sie wahrscheinlich sagen; ist doch eine sehr vernünftige, sachliche Sichtweise. Ich bewerte z.B. den Beitrag gerade im Bereich Tierhaltung als hahnebüchenen Unsinn. Oder anders gesagt, an der Komplexität des Problems gescheitert. Ich schätze Herrn Sentker, aber er ist emotional und ideologisch auf der „anderen“ Seite, das hab ich aus persönlichen Kontakten erfahren. Wie soll man also den Beitrag öffentlich einordnen, wie diskutieren, wie bewerten. Das geht nicht. Es ist ein zusätzlicher Nadelstich in der Thematik und damit ein weiterer Grund für Atemnot.
      Ich sehe auch nicht, dass die von Ihnen genannten Gruppen nur das Schlechteste für die Landwirtschaft wollen, sie wissen es nicht besser, wenn sie ihre Meldungen absetzen. Sie können nicht abschätzen, welche Folgen die Transparente in Berlin für die Kinder der Bauern haben, wenn sie in der Schule als Tierquäler bezeichnet werden, oder welche Folgen Bürgerinitiativen auf die Verhinderung eines Stallbauprojektes haben, obwohl Wissenschaft, Verwaltung und Gerichte dieses nicht negativ einschätzen. Dem Stadtmenschen ist die Problematik der Landwirtschaft so fern, wie die Milchstraße der Erde. Das wirft man ihr nur bedingt vor, eigentlich versucht die Landwirtschaft zu erklären. Das wird aber von der „anderen“ Seite dann als von der Agrarindustrie indoktriniertes Szenario abgetan, oder man schlägt noch auf denjenigen ein, der ja seine Tiere nicht so hält, wie das Bilderbuch es zeigt. Es macht niemanden Spaß, schon gar nicht den Betroffenen. Deshalb Thomas, deshalb!

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      • Brötchen sagt

        Gut beschrieben so ist es!
        Die wirkliche Landwirtschaft findet in Medien nicht statt! Wie auch andere Bereiche, die wertschöpfend tätig sind.
        Es werden auch Hintergründe und Zusammenhänge sehr selten und meist immer mit
        mit einer Wertung verpackt kommuniziert ( in eine bestimmte Richtung).
        Lw. Fachleute kommen sehr selten zu Wort, immer nur welche, die nicht wirklich im Stoff stehen. Meist so Zwischenmittler oder war schon mal ein richtiger Bauer in der NDR Talkshow? Ausser bei Jauch damals habe ich noch nie einen richtigen Bauern auf der roten Couch oder in irgendeiner Sendung gesehen.

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    • Obstbäuerin sagt

      Lieber Thomas, Schuld ist in der täglichen landwirtschaftlichen Praxis eher selten – es gibt Ursachen und manchmal Fehler. Das, was ich beschrieben habe, ist jährliche sich wiederholende Praxis und das seit 25 Jahren. Und eins habe ich in dieser Zeit nicht beobachten können, dass es weniger Insekten gibt. Mal gibt es von einer Art mehr und von einer anderen weniger aber insgesamt gibt es sehr viele und aus diesem Grund ist die Bestäubungsleistung höher, als wir sie brauchen. Damit gehen wir um, ohne eine Schuldfrage zu stellen. Es ist einfach so und wir müssen auf der Hut sein und reagieren aber manchmal schlägt der Frost zu, wie im letzten Jahr und 95 % unserer Apfelernte ist dahin. Das ist dann so, als ob Du für ein Jahr Arbeit keinen Lohn bekommst und trotzdem noch ein neues Auto kaufen musst, damit Du zur Arbeit fahren kannst.
      Ich bin auch nicht der Ansicht, dass der normale Stadtmensch uns Böses will. Er hat sich nur sehr weit von landwirtschaftlichen Abläufen entfernt und glaubt, wenn er (ohne Erfahrung und Fachwissen) etwas besser findet, dann ist es das auch und muss eingefordert werden.

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    • Thomas Apfel sagt

      Über „gefühlte Daten“ verfügt die „Wissenschaft“ genau dann, wenn sie Daten über den Insektenrückgang in Naturschutzgebieten mit ursächlich Landwirtschaftlicher Praxis in Zusammenhang bringt obwohl die viel gepriesene Extensivierung im Erfassungsgebiet (Orbroicher Bruch bei Krefeld) seit fast 30 Jahre zu 100 % umgesetzt ist. Es sind selten die Daten an sich, sondern die unzulässige Interpretation und Extrapolation und politisch selektive Verwendung derselben. Es gibt für die Zuordnung von verallgemeinernden Aussagen aus Untersuchungsergebnissen wissenschaftliche Prüfkriterien und diese sind in Bezug auf die Krefeldstudie im Speziellen und Verallgemeinerungen zu Schwund an Insektenmasse im Allgemeinen nicht eingehalten worden.
      Das Gleiche gilt für die Nitratproblematik. Hier ist es insbesondere ein Problem der Datenauswahl nach“ für derzeitige Ziele politisch brauchbar“ oder nicht. Es ist ja auch oft nicht die Seite der Wissenschaft in konkreten Projekten sondern die selektive mediale Verwertung und Zuordnung von Aussagen zu vorgefassten MEINUNGEN das Problem.
      Das gilt auch für den Insektenatlas. Es ist eine wilde Mischung aus interessanten Wissenschaftlichen Erkenntnissen und frei erfundenen Behauptungen über Zusammenhänge, die so nicht da sind und schon gar nicht bewiesen sind.

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      • Reinhard Seevers sagt

        So sieht es aus! Und wenn man sich die unterschiedlichsten Ergebnisse innerhalb der Wissenschaft anschaut, dann fragt man sich, wie Korrelationen entstehen und daraus Kausalitäten abgeleitet werden. Ich sehe auch die politische Inanspruchnahme ganz bestimmter Teilergebnisse, die dann genutzt werden, um die Landwirtschaft zu steuern.
        Zum Einen wird der Landwirtschaft vorgeworfen, den falschen Wissenschaftlern in der Vergangenheit gefolgt zu sein (Pflanzenschutz insbesondere) und nun sollen sie gefälligst blind den „richtigen und guten „Wissenschaftlern folgen. Wenn sie es nicht tun droht ihnen Wissenschaftsleugnung und fehlende Wende-Akzeptanz.
        Was ganz markant ist, ist die Verdammung wissenschaftlicher Erkenntnisse die nicht ins Bild gewisser Gruppen passen und als von der Agrarindustrie gesteuert angesehen werden, siehe Glyphosat.

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    • firedragon sagt

      Guten Morgen Thomas,
      man hat Dir schon hinreichend geantwortet. Ergänzend dazu ; Statistiken, wissenschaftliche Studien und Schätzungen, das bemängelt niemand. Was bemängelt wird, ist die Auslegung oder auch Zusammenfassung, wie Ergebnisse dem großen Publikum vorgetragen werden, immer verbunden mit „die Landwirtschaft hat /darf nicht /soll /muss…“.
      Es wird nicht erwähnt, dass es zusätzlich, zu landwirtschaftlichen Eingriffen, verdammt viele menschliche Eingriffe gibt, sowie naturbedingte Faktoren.
      -ein Zuviel an Verkehr
      -Flugbewegungen
      -Bebauung
      -Funkwellen (Handy)
      -Flüssigkeitmangel (kein Tau zur rechten Zeit)
      -Private Insektenvernichtung (kein idealer Lebensraum, Fallen)
      -Krankheiten unter Insekten
      -Populationszyklen (mehrjährige Entwicklung)
      -und so vieles mehr…
      Das findet keine Beachtung in der Berichterstattung. Denn wenn es so wäre, muss der Mensch an sich, sein Tun und Handeln überdenken und den Fehler bei sich suchen. Das will nicht jeder.
      Stell Dir mal vor, Funkwellen sind der Hauptverursacher für den Rückgang von Insekten. Die Sequenzen stören bei der Partnerfindung, das heißt keine Nachkommen. Was muss dann eigentlich die Konsequenzen sein – richtig, alle Handys weg…

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      • Reinhard Seevers sagt

        Da eine Ursachenfindung komplex und aufwändig ist, wendet man sich der Einfachheit halber an den vermeidlich größten Flächenbeeinflusser und bereits als Umweltsau entlarvten und vorverurteilten Bauern. It´s so simple.

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    • firedragon sagt

      Der Beitrag vom Tierschutzverein inklusive des Briefs eines Landwirt sollte in allen anderen Medien auftauchen, nicht in landwirtschaftlichen Fachmedien – wir wissen das alles und leben das alles.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Ich habe mir gerade deren „Schwein ohne Pein“ Projekt grob angesehen, obwohl sich bei mir erst mal alles dagegen sträubte-aus Erfahrungswerten…
      Ich bin so überrascht, dass mir fast die Tränen kommen, allein die Fakten zur Ferkelkastration mit der Auflistung der Alternativen und dem Dilemma, in dem wir stecken. Menschen mit Verstand, die sich die Realität anschauen, recherchieren und selbst bewerten. Wow, ich bin platt. Lieber Tierschutzverein Düsseldorf, wenn das Schule macht und Landwirte und Tierschützer an einem Strang ziehen können, könnten wir für die Nutztiere viel erreichen. Ich hoffe, dass der Verein jetzt nicht erfahren muss, wie es ist, zum Ziel radikaler Tierrechtler zu werden…

      7
  9. Eckehard Niemann sagt

    Hallo, Willi,
    im Gegensatz zu Dir finde ich im aktuellen Insekten-Atlas von BUND und Heinrich-Böll-Stiftung die nachfolgende zutreffende Darstellung:

    „Pflanzen, deren Bestäubung von Insekten abhängt, entwickeln weniger Samen und Früchte, wenn der Pollentransfer zwischen weniger Blüten stattfindet. Zwar sind die Ernten der wichtigsten Grundnahrungsmittel Mais, Reis und Weizen nicht in Gefahr, aber die im Obst- und Gemüseanbau würden magerer ausfallen. Diese Kulturpflanzen versorgen den menschlichen Körper mit Vitaminen und Nährstoffen. Bei Kirschen wäre ein Verlust von 40 Prozent zu befürchten, bei Mandeln über 90 Prozent. Einige Gemüsesorten wie Gurken oder Kürbisse würde es kaum noch geben. Etwa sechs Prozent der Gesamtmenge an Kulturpflanzen würden wegfallen, schätzen Fachleute. Für Produzentinnen und Produzenten in Deutschland wäre das ein Verlust von etwa 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Eine solche Entwicklung würde also das weltweite Problem einer für die Menschen angemessenen und ausgewogenen Ernährung verschärfen. Fehlt die Bestäubung, verändert sich auch die Zusammensetzung der Nährstoffe in den Produkten. Findet sie statt, liefern viele Kulturpflanzen essenzielle Vitamine und Mineralstoffe. Das ist vor allem in Entwicklungsländern wichtig. Anders als in den Industrieländern können Menschen dort nicht einfach Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. …“

    Hast Du das wirklich übersehen??

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      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Willi, kann es sein, dass Du die Texte des Insekten-Atlanten gar nicht gelesen hast, sondern nur reagiert hast auf die Pressemitteilung von BUND und Böll-Stiftung?
        Dann wäre es doch eigentlich fair, diesen Deinen Angriff auf die Verfasser des Insekten-Atlanten zurückzunehmen. Oder?

        0
        • Eckehard Niemann sagt

          Lieber Willi,
          Deine nachfolgende Aussage ist offensichtlich falsch und sollte von Dir zurückgenommen werden:
          „Nach der Auswertung der Zahlen frage ich mich allerdings, wie die Redakteure, die eine Aussage „75% unserer Nutzpflanzen sind von Insektenbestäubung abhängig“ in die Welt setzen, eigentlich recherchiert haben? Denn das, was ich in der letzten Stunde gemacht habe, hätten die Redakteure ja auch machen können.“
          Haben sie ja gemacht…

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        • Bauer Willi sagt

          Zitat Seite 8: „Insekten bestäuben drei Viertel der wichtigsten
          Kulturpflanzen“

          Direkt darunter eine Abhandlung über die industrielle Landwirtschaft und die giftigen Pestizide. Der Zungenschlag der gesamten Grafik ist mehr als eindeutig.

          Warum hat BUND und Böll-Stiftung den Satz mit 75% in der Pressemitteilung verwandt?
          Der Atlas enthält noch andere Halb- und Unwahrheiten. Komme zur Zeit nicht dazu. das alles aufzuarbeiten.

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    • Reinhard Seevers sagt

      …Schätzen Fachleute….gleich zwei Unbekannte. Und dann diese ständige Vermischung von weltweiten Faktoren mit einheimischen. Hier wachsen keine Mandeln und die Mehrzahl an Mandeln in der Welt werden durch Nutztiere = Bienen bestäubt, hoch professionell. Gurken in Gewächshäusern werden mit Hummeln bestäubt, sogar Spreewaldgurken werden ohne Insekten bestäubt. Es sei denn man will Nischen mit Gemischtblühenden produzieren.
      Es ist und bleibt eine Ideologische Diskussion.

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    • Berthold Lauer sagt

      Wie Herr Sievers schon geschrieben hat: Schätzungen, damit kann man wunderbar Angst machen!! Und dort, wo den Menschen eine ausgewogene und angemessene Ernährung fehlt, legt es entweder, wie bei uns, am grenzenlosen Überfluss oder, in Ländern wo Mangel und Hunger herrschen, ganz sicher nicht am Fehlen von Insekten, eher am Gegenteil. „90 % Verlust bei Mandel und Gurken oder Kürbisse würde es kaum noch geben“??? Obwohl kalifornische Mandelplantagen einer Wüste gleichen, werden Mandeln geerntet( Ja, ich weis, nur mit Hilfe von extra eingesetzten Bienen, die hinterher alle sterben! Alles Zustände, die wir sicher nicht wollen). Aber auch in Europa, wo Obst und Gemüse angebaut wird, wo auch Gurken und Kürbis großflächig angebaut werden, wird trotz zum Teil intensiver Bekämpfung von Insekten, viel geerntet. Oder müsste ich vielleicht sagen w e g e n der Bekämpfung von Insekten. Die Höhe unserer Erträge ist nämlich nicht unwesentlich davon abhängig, wie gut es uns gelingt, Insekten von unserer Ernte fernzuhalten. Es gibt viele gute Argumente für den Erhalt der Artenvielfalt und den Schutz von Insekten, drohender Nahrungsmangel für den Menschen zählt nicht dazu!!

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    • Ulrich Pfeffer sagt

      In einer Zeit in der sich Menschen Meinungen aus Überschriften bilden sind solche Aussagen in Überschriften einfach fehl am Platz! Zudem ist es schlicht falsch. Aber das ist wohl auch so beabsichtigt. Ideologisch eben.

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    • Einfacher Bürger sagt

      Das hört sich irgendwie nach Unterstellung an. Warum nur setzen sich Hubert und Willi dann für die Arten und Insektenvielfalt ein?

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  10. Moin,

    es wirkt nach einem Mißverständnis. Die so genannte Krefelder Studie mit dem durchaus kritisch zu betrachtenden vermeintlichen Rückgang von 75% Insektenbiomasse scheint vermengt worden zu sein mit der Bedeutung von Insekten für Pflanzen?!

    Siehe Seite 45 im Insektenatlas oben rechts, da sieht man genau die Zahlen, 5 bis 25% Einfluß auf die Agrarproduktion je nach Land:
    https://www.boell.de/sites/default/files/2020-01/WEB_insektenatlas_2020_0.pdf?dimension1=ds_insektenatlas

    Was ich fand, waren auch folgende Dinge:

    Pflanzen, deren Bestäubung von Insekten abhängt, entwickeln weniger Samen und Früchte, wenn der Pollentransfer zwischen weniger Blüten stattfindet. Zwar sind die Ern-ten der wichtigsten Grundnahrungsmittel Mais, Reis und Weizen nicht in Gefahr, aber die im Obst- und Gemüseanbau würden magerer ausfallen. Diese Kulturpflanzen versorgen den menschlichen Körper mit Vitaminen und Nährstoffen. Bei Kirschen wäre ein Verlust von 40 Prozent zu befürchten, bei Mandeln über 90 Prozent. Einige Gemüse sorten wie Gurken oder Kürbisse würde es kaum noch geben. Etwa sechs Prozent der Gesamtmenge an Kulturpflanzen würden wegfallen, schätzen Fachleute. Für Produzentinnen und Produzenten in Deutschland wäre das ein Verlust von etwa 1,3 Milliarden Euro pro Jahr.

    Einige Sorten Äpfel, Birnen oder auch Kürbisse bilden Früchte, ohne von Insekten bestäubt zu werden. Diese Eigenschaft könnte durch weitere Züchtungen verbreitet und genutzt werden, um die Produktion zu sichern. Eine Birnenblüte, die sich ohne Bestäubung zur Frucht entwickelt, hat keine Kerne. Bei ihr hat sich das Fruchtblatt meist durch eine mechanische Reizung zur Birne entwickelt. Solche und ähnliche Verfahren haben aber Nachteile: Ein Apfel ohne Kerne beinhaltet weniger Calcium und fault schnell. Auch bei Erdbeeren hat die Insektenbestäubung einen entscheidenden Einfluss auf die hormonellen Prozesse während der Entwicklung der Frucht – im Ergebnis schmecken sie besser und halten länger.

    ——————

    Außerdem irritiert mich die Graphik hier oben, denn die Erträge von Nutzpflanzen sagen nichts über die Gewichtung aus. Vitamin C müssen wir auch in anderen Mengen konsumieren als Kohlenhydrate, Eiweiß und Stärke. Durch die Ertragsmengen kann man die Aussage nicht relativieren. Nutzpflanzen allgemein ist eine andere Betrachtung als Erträge!

    Wenn man jetzt noch bedenkt, daß es nicht nur um Bestäubung geht, sondern auch Bodenleben etc., kommen noch ganz andere Ergebnisse dabei rum.

    Aber wie gesagt, ich fürchte, hier handelte es sich um ein Mißverständnis, was nicht ungewöhnlich ist, so aufgeheizt wie die Gemüter auf beiden Seiten sind 🙁

    Doch zur Klärung wäre noch was zu ergänzen oder aber lieber der ganze Beitrag zu löschen, sonst entstehen Meinungen, bevor man sich überhaupt durchliest, worum es geht … Mißverständnisse muß man aufklären.

    Sonst bleibt am Ende seitens der Bundesregierung wieder nur ’ne dämliche PR-Kampagne von wegen Wertschätzung für die Landwirtschaft, die die Regierung selbst schon lange nicht mehr hat, so mein Eindruck … Hauptsache billiges Essen für billige Arbeiter 🙁

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    • Obstbäuerin sagt

      Lieber Herr Suhr, um Missverständnisse auszuschließen, müsste erst mal eine gesicherte Datenlage her. Die gibt es nicht. Die einen arbeiten im Insektenumfeld und sind zu einem geringen Teil abhängig davon und sehen den Rückgang trotz jahrelanger Beobachtungen nicht und die anderen leben über Spenden vom Insektenrückgang und sehen diesen ganz bedrohlich werden. Man könnte sagen – proportional zu ihren Einnahmen.

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  11. Thomas Apfel sagt

    Da auch wir, wie die Wissenschaft auch, nur über eine „gefühlte Datenlage“ zur tatsächlichen Insektenmenge verfügen, macht es momentan wenig Sinn gegen den Mainstream anzupinkeln.
    Wie es schon im Mittelalter hieß: „Wer gegen den Wind brunst, macht nasse Hosen“.
    Für die nächsten Jahre ist beobachten und Daten sammeln angesagt. Die Ergebnisse werden möglicherweise überraschen (wenn ich sehe was so kreucht und fleucht bei uns).
    Ansonsten geht es um temporäre Schadensbegrenzung für eine „Übergangszeit“ zu mehr Wissenschaftlichkeit oder halt mehr Glauben. Wer weiß schon wie das ausgehen wird.
    Deshalb ist aus meiner Sicht sinnvoll in Bezug auf Stilllegung und Blühfläche in die Offensive zu gehen. Wie gesagt maximal ein Prozent dauerhafte Rahmenpflanzungen (über freiwillige und geförderte Maßnahmen). Dabei ist die vorhandene Landschaftsstruktur zu berücksichtigen (in MVP und SAH wird sicherlich mehr getan werden müssen als in BW und Bayern). Den Verbänden würde ich vorschlagen in gewisser Weise auf das v. LAKNER und OPPERMANN vorgeschlagene Konzept einzugehen und Stilllegung mit gezielter Ansaat von Blühmischungen recht hoch dotieren. Sinnvoll wären 9 % der Gesamtfläche mit einer Förderhöhe von 1.500,- €/ha und eine Flächenförderung für die derzeitigen CC-Auflagen von ca. 120 €/ha und ansonsten keine weitere Förderung.
    9 % der derzeitigen Betriebsprämie können in eine zweite Schiene zur Habitatförderung und sonstige Hilfsprogramme für spezielle gefährdete Arten.
    Im Gegenzug muss die unsinnige Novelle der DüV und der angestrebte unsinnige Plan, die „PSM -basierte“ Landwirtschaft politisch als Auslaufmodell zu betrachten ein Ende haben. Kurz und gut: Wir machen ein Angebot in Richtung Stilllegung und erhalten uns die Möglichkeiten die 90 % NichtBioMarkt von Deutschland aus zu bedienen.

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  12. firedragon sagt

    Vielleicht ist es für den ein oder anderen auch mal interessant sich „Dem Insekt“ anzunähern.
    Was wird alles als Insekt bezeichnet, „Die Biene“ alleine ist es nämlich gar nicht.
    Infos dazu gibt es unter folgender Seite:
    https://www.biologie-seite.de/Biologie/Insekten
    Da können sich Menschen ein Bild von „Dem Insekt“ machen, was sie da so alles schützen wollen.

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    • Karl Timme sagt

      Die Biene ist aber der Sympatieträger. Das kann die Bettwanze nicht leisten.

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      • firedragon sagt

        Dann fällt das ganz klar unter Diskriminierung dieser.
        Was kann das Viehch dazu, wenn es als Bettwanze „geboren“ wurde ?

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  13. Karl Timme sagt

    Willi, nein kein Denkfehler, ein Verfahrensfehler. So wie du nur die Sparte der Nutzpflanzen betrachtet hast, haben die Verfasser nur die Sparte der Zier-, Obst- und Gemüsepflanzen ( urbanes Umfeld) betrachtet. Bienenweide und Blühfläche sollen doch nur die Umwandlung der Zier- und Hausgärten aus den Siedlungsgebieten in Steingärten oder Versiegelung ausgleichen.

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  14. Harald von Canstein sagt

    Wenn in der Böll-Studie steht „75% unserer Nutzpflanzen von Insektenbestäubung abhängig“, so mag das stimmen, wenn man betrachtet, wie die Arten sich fortentwickeln, also über die geschlechtliche Vermehrung. Auch unter oben gezeigten Pflanzen sind viele Blütenpflanzen (Soja, Kartoffeln, Zuckerrüben), die zwar für den Ernteertrag keine Insekten benötigen, wohl aber für die Weiterentwicklung, zumindest bei den wilden Varietäten.

    Also ist die Aussage wohl richtig, ehrlich aber wäre folgende Aussage: „Zwar ist bei 75% unserer Nutzpflanzen die Bestäubung durch Insekten wichtig für die geschlechtliche Vermehrung, für den Ernteertrag aber spielt diese nur eine untergeordnete Rolle, da die meisten Nutzpflanzen auch zur vegetativen (ungeschlechtlichen) Vermehrung befähigt sind und diese in der Landwirtschaft die größere Rolle spielt.“

    Besser wäre es, den monetären Wert von Insekten in der Landwirtschaft anzugeben. Da kam das UFZ 2008 auf 150 Mrd Dollar bzw. 1/10 der Weltnahrungsmittelproduktion.
    https://www.ufz.de/index.php?de=35639

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    • Reinhard Seevers sagt

      So viel Differenzierung ist dem gemeinen Volk wohl kaum vermittelbar. Und monetäre Argumente ziehen bei einer Branche, die nur auf Gewinnmaximierung auf Kosten der Natur aus ist, wohl eher weniger. (Sarkasmus)

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    • Obstbäuerin sagt

      Wurden die Insekten dafür gewogen oder gezählt? Wieviel bringt denn so ein Insekt – fiskalisch gesehen?

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    • Bauer Willi sagt

      Sorry, die Aussage ist nicht ne bleibt falsch. Es soll mit dieser Zahl etwas bewirkt werden. Das ist mein Kritikpunkt.

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  15. Reinhard Seevers sagt

    Wie ich es mir gedacht habe….prompt hängt sich das Evangelische Magazin „Chrismon“ rein und bringt die schlimme Botschaft unter seine Jünger. Immer wieder ist Chrismon als Verbreiter von „alternativen Wahrheiten“ unterwegs und versucht so, Fische zu angeln, um die Gemeinschaft zu stärken. Ich habe mehrfach Artikel von denen angemahnt…eine Gegendarstellung hat es gegeben, aber wer liest sowas denn noch.
    https://chrismon.evangelisch.de/nachrichten/47772/insektenatlas-warnt-vor-auswirkungen-des-insektensterbens

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    • Paulus sagt

      Reinhard Seevers, vorab, es ist nicht meine Absicht religiöse Gefühle zu verletzen und selbstverständlich dürfen sich alle an irgendwelchen Blättchen ihrer Religions-
      gemeinschaft erbauen.
      Bestäuberleistung von 200 – 600 Milliarden Dollar, klingt ausgesprochen seriös. Ein Delta von 400 Milliarden erscheint mir aus Sicht eines Ingenieurs als durchaus vernachlässigbare Größe. Ich habe gerade mal kurz im Kopf gerechnet und komme auf 286 Milliarden Dollar ± 2% – ebenso seriös bitteschön!
      Selbstverständlich durfte der Hinweis auf die ganz Bösen, also die Bayer AG, BASF und Konsorten nicht fehlen. Deren Innovationen sind nun wirklich Teufelskram. Ohne die dürfte es allerdings nicht nur um die Landwirtschaft weltweit eher schlecht bestellt sein. Die Probleme mit denen wir dann zu kämpfen hätten? Ok, könnte man ja irgendwie auch als vernachlässigbare Größe klassifizieren.
      Und jetzt machen wir die Landwirte, nachdem „Helden der Hamster“ ja nicht mehr so richtig zieht zu „Helden es Insektenschutzes.“ Aufgrund der überragenden Wichtigkeit dieses Themas präsentiert die Tagesschau dann immer die „Helden der Woche.“ Am Samstagabend fiebern wir dem alle entgegen. Damit sind die Bauern vorerst mal wieder ruhig gestellt. Helden der Arbeit gab es ja schon einmal, die schienen mir allerdings nicht besonders helle zu sein.
      Liebe Leute, Böll Stiftung, BUND und die Kirche, was kommt als nächstes? Mir fällt da u.a. noch der Orden der Armen Schulschwestern ein. Haben die sich schon zu dem Thema geäußert?

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      • Bauer Willi sagt

        Warum reagiert der Papst nicht? Fühle mich als ehemaliger Klosterschüler schlecht vertreten… (Ironie)

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      • Lady sagt

        Paulus, du hast ja angemerkt, dass das Thema Klima eine enorme Kreativität freisetzt. Ich fürchte, die Insekten werden das toppen.
        Und dieselben Leute killen dann in ihrem Garten den Buchsbaumzünsler. Rein ökologisch natürlich, durch verbrennen.
        Ich werde jetzt mal die Initiative „Rettet den Zünsler“ gründen .Und wehe , es gibt keine Spendengelder .

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  16. Die Zahl stammt aus diesem Bericht des IPBES, einem UN-Gremium zum Thema Biodiversität (https://ipbes.net/system/tdf/ipbes_7_10_add.1_en_1.pdf?file=1&type=node&id=35329), Seite 3: „For example, more than 75 per cent of global food crop types, including fruits and vegetables and some of the most important cash crops, such as coffee, cocoa and almonds, rely on animal pollination.“

    Der Bericht machte bei Erscheinen im letzten Frühjahr ziemlich Welle in den Medien. Ich glaube, bis heute ist nur das „Summary for policymakers“ erschienen sowie die Entwürfe für die Kapitel des eigentlichen Berichtes.

    Ich fand die Zahl damals schon total konstruiert, typische Panikmache. Die Hauptnahrungspflanzen für die Weltbevölkerung sind nicht von Bestäubung abhängig. Punkt.

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  17. Berthold Lauer sagt

    Was noch dazu kommt: Der Insekten-Atlas differenziert selbst zwischen Insekten und „Schädlingen“ , die massiv zunehmen und blendet vollkommen aus, dass diese „Schädlinge“ ja oft auch eine gewisse Bestäubungsleistung erbringen! Zudem wird dort, wo erwerbsmäßig Insektenbestäubung zur Ernte erforderlich ist, schon heute mit gezieltem Einsatz effektiver Bestäuber nachgeholfen!
    Ganz sicher haben manche Arten große Probleme, aber die hier als Schreckensszenario ausgemalten Folgen für die Ernährung sind lächerlich

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    • Thomas Apfel sagt

      Belustigend ist an dem Atlas auch, dass von Rothamsted Research Institute nicht die Studie über landwirtschaftlich relevante Insektenarten, sonder eine über Insektenvorkommen in Parkgras in Abhängigkeit von der Düngung zitiert wird. Wer den sprichwörtlichen „Englischen Rasen “ kennt, weiß dass dort fast jedes „Nicht-Gras“ weg vertikutiert wird.
      Das ist ähnlich dem durch Mehrfachstriegeln bereinigten Bio-Getreideacker: nix Biodiversität! Die andere wichtigere Studie über langfristige Entwicklung von Insektenpopulationen in landwirtschaftlich geprägten Landschaften hätte ja auch nicht zu den von vorherein festgelegten Behauptungen gepasst.

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  18. Ulfrid sagt

    Das Thema Rückgang der Insekten, lässt sich recht schnell beheben.

    Förderung der Kleintierhaltung mit der Vorgabe offener Mistlagerplätze.
    Abkehr der sofortigen Einarbeitung von Organischem Dünger (Gülle und Mist).
    Förderung der längerfristigen offenen Lagerung vom Mist und Kompost in der Nähe von naturbelassenen Räumen, Naturschutzgebieten usw.

    Ich glaube, jeder versteht, was ich mit diesen etwas sarkastischen Foderungen meine.
    Wir waren Schuld, als die Mistberge das öffentliche Bild gestört, Geruch und Fliegen die Wohnsituation belastet hatten. Jetzt sind wir wieder der Verursacher, weil Fliege und Co. nicht mehr da sind. „Was interessiert mich meine Meinung von gestern.“
    Die Gesellschaft ist einfach nur krank. Eingeschlossen unserer „politischen Vertretungen“.
    Mal sehen in welche Richtung der Wind in Zukunft weht. Ob es uns bei dieser massiv voranschreitenden Versieglung, durch Wohnen, Verkehr und alternativer Energie, überhaupt noch gestattet wird, Landwirtschaft zu betreiben.
    Langsam kann man den Eindruck gewinnen, das genau dies beabsichtigt wird. Den Bauern so lange finanziell unter Druck setzen, dass seine Flächen zum Spotpreis zu haben sind. Wir versuchen immer kurzfristige Lösungen zu finden, gehen viele Kompromisse ein, weil wir glauben, der All-GEMEINHEIT entgegen zu kommen. Auch wegen dem derzeitigen Egoismus in der Gesellschaft sind neue Verbote gegen uns nur eine Frage der Zeit.
    Bei diesen vielen kleinen „Kriegen“ die wir führen müssen, haben wir wahrscheinlich keine Ahnung vom „großen Ganzen“. Wir setzen Stück für Stück unsere Betriebe aufs Spiel.
    Hauptsächlich, weil wir keine zukunftssichernde Zusagen für unseren Berufstand erhalten.
    Wer möchte denn öffentlich gern zugeben, mit den Bauern zu sympatisieren?
    Das sind leider zu Wenige.

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  19. Obstbäuerin sagt

    Pünktlich zur Whs gibt es noch mal Paniknachschub. In drei von vier Jahren ist bei uns das Problem im Apfel, das zu viele Blüten bestäubt wurden (wegen der Masse an Bestäubern) und nur in einem Jahr davon zu wenig aber dann hat es zu 90% andere Ursachen (Frost, zu windig und zu kalt – unter 12° C fliegen auch die Hummeln nicht usw.) Unser Problem ist es, die zu viel gebildeten Früchte wieder loszuwerden und das mit möglichst wenig Handarbeit.
    Ich kann den ganzen M… einfach nicht mehr ertragen. 🥺🥺🥺

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    • Paulus sagt

      Obstbäuerin, als Laie versteht man deinen Vortrag in Teilen nicht, zumindest was meine Wenigkeit betrifft. Ein Zuviel an Bestäubern führt im Obstanbau also nicht zu dem gewünschten Ernteerfolg sondern zu kleineren, nur bedingt vemarktungsfähigen Früchten, oder wie habe ich das aufzufassen? Ich möchte es ja nur verstehen und dumme Fragen sind hier ja gestattet.

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        • bauerhans sagt

          Brötchen,die Grüne Woche naht,schick deine handynr. an Bauer Willi,der schickt sie mir,anders funktionierts nicht.

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      • Obstbäuerin sagt

        Wenn zu viele Blüten befruchtet werden, Paulus, dann ist der Baum überfordert. Die Früchte bleiben zu klein und meist auch nicht richtig ausgefärbt. Dann muss ausgedünnt werden. Es gibt je nach Baumform und Schnitt eine optimale Fruchtanzahl, die dann auch zu der gewünschten Größe führen. Das Ausdünnen geht manuell oder maschinell und auch mit chemischen Mitteln. Alles hat seine Vor- und Nachteile und ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Dazu kommt der Junifruchtfall, wo der Baum noch mal kleine Früchte abstößt. Da muss man einiges bedenken, sonst hat man zum Schluss zu wenig Äpfel dran und die sind zu groß.

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  20. Schmeckt gut sagt

    Zur grünen Woche (Whes) werden halt die altbekannten, aber deshalb noch lange nicht zutreffenden Parolen wieder aus dem „Lügenpool“ herausgeholt und immer und immer wieder „vorgebetet“. Es wird schon irgend etwas hängenbleiben. Internationale Netzwerke von Wissenschaftlern gehen dagegen lösungsorientiert vor und bringen gute Ansätze schon in der Zusammenfassung auf den Punkt. Diese Ansätze können wir Bauern mittragen, denn es gibt keine Schuldzuweisungen an einzelne Branchen – es geht um die Sache. In D ist das Klima mittlerweile so vergiftet, dass wir Bauern zu oft resignieren. Sollten wir aber nicht. Allerdings sollten wir auch nicht darauf zählen, dass die deutschen Medien gute Lösungsansätze darstellen, ihnen geht es nur um „Sensation und Panikmache. Traurig, traurig. Hier nun die Links: https://nioo.knaw.nl/en/press/researchers-united-international-road-map-insect-recovery UND https://www.fruchthandel.de/newsnet/aktuelle-news/einzelmeldung-newsnet/wageningen-university-research-roadmap-zur-rettung-der-insekten-erstellt/ Wir müssen es in die eigene Hand nehmen. Danke Willi, dass du immer wieder nachbohrst 😉

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    • Reinhard Seevers sagt

      So ähnlich hat es Andresen gestern auf der Podiumsdiskussion auch benannt. Er berichtete von einer Reise 1000km durch das extensiv bewirtschaftete und eher naturräumlich geprägte Lettland, ohne ein einziges Insekt auf der Windschutzscheibe…..es muss andere Ursachen geben, als allein der Landwirtschaft zugeschriebene…., das muss wissenschaftlich ergründet werden, ohne Vorverurteilung einer einzigen Berufsgruppe.

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      • Karl Timme sagt

        Der Windschutzscheibenanzeiger für Insektenvorkommen funktioniert heute nicht mehr, die Autos wurden alle im Windkanal optimiert.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Das stimmt nicht. Ich habe in meinem Auto noch ein Insektenlöser und einen Schwamm. Den habe ich vor 8 Jahren im Sommer ständig benutzt. Seit ca. 4 Jahren gar nicht mehr…..und ich habe den CW – Wert nicht anpassen lassen!! 🙂

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          • Karl Timme sagt

            Ihr 8 Jahre altes Auto, hat auch schon den Windkanal durchlaufen. Um die CW – Werte zu senken wurden alle Prallflächen entschärft. Bei ungünstigen Stömungsverhältnissen kann der starre Windkanal keine Abhilfe schaffen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              …und wieso hab ich damals ein Insektenlöser und einen Insektenschwamm gebraucht und nun nicht mehr????

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              • Karl Timme sagt

                Herr Seevers ein Thema für eine Wissenschaftliche Untersuchung. Ihr angegebener Zeitraum paßt mit einer anderen Beobachtung von mir zusammen: sehr starkes auftreten von Feuerwanzen wärend der letzten 5 Jahren. Explosionsartige vermehrung der Borkenkäfer.

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          • Brötchen sagt

            Diese Jahr hatte ich in Mecpomm wieder ganz schön Insekten auf der Scheibe und Nummernschild! Das war im Mai.

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  21. Elisabeth Ertl sagt

    Dieses Thema war schon einmal.
    Ist die Erntemenge gemeint oder die Zahl der Arten. Weltweit oder bei uns? Es fehlen Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Quitten, Kiwi, Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Hagebutte, Aronia, Blumenkohl, Broccoli, Kürbis, Erbsen, Linsen, verschiedene Kohlsorten, die meisten Rübensorten, Spinat, Mangold, Salat, Sellerie, Paprika, -Lauch, unzählige Kräuter; schließlich die unzähligen Futterpflanzen auf einer Almwiese.
    Den einzelnen Menschen interessiert in diesem Zusammenhang doch nicht, wieviel wovon weltweit angebaut wird. Er denkt an das, was er im Lauf des Jahres alles so isst und würde nicht darauf verzichten wollen, weil es keine Insekten mehr gibt!

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  22. Reinhard Seevers sagt

    Diese Tatsache habe ich schon seit Jahren in Leserbriefen dargestellt…..ist eine nogo-Argumentation, wie das mit den 15000L Wasser für 1 kG Rindfleisch. Ist einmal eine Lüge im www, bleibt sie für immer dort.
    Übrigens wird sogar der Kohl in Dithmarschen von Hand bestäubt….ca. 80.000000 Pflanzen jährlich.
    Bei den Äpfeln gibt es auch Selbstbefruchter-Sorten. In diesem Land gibt es nicht ganz viel Nahrungspflanzen, die ausschließlich von Insektenbestäubung abhängig sind.
    Aber, wer diese Diskussion anstößt wird unweigerlich in der Hölle landen, weil er Insektenschutz relativiert…..wirst sehen.

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    • Das mit dem virtuellen Wasser mal erklärt:

      Vom Regen, der ´fällt, nimmt eine Futterpflanze ja nicht 100% auf, fallen muß der Regen trotzdem.

      Wenn Sie duschen, trifft ja nicht jeder Tropfen ihren Körper, die Wasserwerke berechnen jedoch alles, was aus dem Duschkopf kam. Sie könnten es natürlich auch in der Duschwanne sammeln und dann für die Frau in einen Eimer abfüllen, damit diese sich damit auch nochmal duscht. Doch normalerweise geht’s in den Abfluß, wird gereinigt und kommt dann wieder neu zurück. In der Natur nennt sich das Wasserkreislauf.

      Das Wasser, was auf eine Pflanze fiel, steht halt keiner anderen Pflanze in dem Moment zur Verfügung. Deswegen wurden ja Systeme wie Tröpfchenbewässerung und Co. entwickelt.

      Beispiel Aquaponik: Bis zu 90% Wasserersparnis, weil es kein Versickern mehr gibt.

      Noch anders gesagt: Wieviel von dem Sauerstoff aus der Luft nimmt der Mensch mit einem Atemzug auf, wieviel ist in der ausgeatmeten Luft noch drin?

      Das mit dem Wasser stimmt. Bedenken Sie, wieviel an Pflanzen ein Tier konsumiert hat, bevor es geschlachtet wurde, wieviel Wasser auf diese Pflanzen gefallen ist vorher (es geht um den Wasserverbrauch für diese Pflanzen, nicht die Aufnahmeeffizienz der Pflanzen).

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ja nee is klar….das Wasser ist aber nicht verbraucht, sondern „gebraucht“, wie es im originalen Text des amerikanischen Ursprung auch benannt wurde. Wenn das Wasser auf die Wiese regnet und das Gras wächst, es aber niemand nutzt, ist es dennoch gefallen. Ich könnte es noch verstehen, wenn man beregnet und es dem Grundwasser entnimmt. Gras und Mais kann der mensch nunmal nicht verstoffwechseln. Es ist eine ideologische Diskussion zur Abwertung von Fleisch, nichts anderes.

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        • Brötchen sagt

          Das wäre nur von Bedeutung, wenn wir das Gebrauchswasser jemand „wegnehmen“ würden.
          Also wenn wir Wüste hätten und die Wüste würde bewässert werden und es dann einen Nutzungsstreit gäbe.
          Bei uns in Mitteleuropa leben wir im Wasserüberfluss, da geht das Wasser in einen Kreislauf und ist ständig wiederverwendbar, wenn es nicht irreversibel verschmutzt wird. Nitrat verschmutz Wasser nicht irreversibel.
          „Es ist eine ideologische Diskussion zur Abwertung von Fleisch, nichts anderes.“
          Genauso ist es…..

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          • Brötchen sagt

            Nachsatz

            „Beispiel Aquaponik: Bis zu 90% Wasserersparnis, weil es kein Versickern mehr gibt.“ ( das wäre bei Wasserknappheit von Belang hat aber den nachfolgend genannten Auswirkungen)

            Genau das Problem haben wir in BB das über die zentrale Abwasserreinigung Wasser regional entzogen wird, 10 km zum Klärwerk transportiert und dort in den Vorfluter geht und von dort direkt ins Meer.
            Das steht als Grundwasserregeneration nicht mehr zur Verfügung.
            Bei Sickergruben wäre das nicht so.
            Das ist auch öffentlich bekannt und wird diskutiert. Betrifft die Gemeinden im Umkreis 10 km Berlin.

            Das dazu wieviel der Kollege von Naturkreisläufen versteht.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Herr Suhr,

        ich Wohne an einem Bach, der normal ca 3 Kubikmeter Wasser führt, diese Wassermenge kann sich bei einem Hochwasser auf 60 Kubikmeter.
        Wem ordern wir bz. des Verbrauches dieses Wasser zu, der Bebauung und der dazugehörigen Straßen?

        Habe mal gelesen, dass ein Kilo Äpfel 700 Liter Wasser benötigt, dies ist gelinde gesagt Quatsch, der Apfel hat nicht mehr als ein Kg Wasser verbraucht, der Rest ist in der Natur verblieben.

        Das Rind, das Wasser in Form von Gras zu sich nimmt, gibt – was es nicht in Form von Fleisch einlagert – wieder in Form von Urin und Kot in die Natur ab.

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Das Rind, das Wasser in Form von Gras zu sich nimmt, gibt – was es nicht in Form von Fleisch einlagert – wieder in Form von Urin und Kot in die Natur ab.“

          …..und über die Atmung und über die Haut.

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      • Reinhard Friedrich sagt

        Nein, der Bedarf an Wasser für KG Rindfleisch ist nur so hoch wie die Wassermenge die eingespart würde wenn es das Rindvieh nicht gäbe. Das Wasser würde ja so oder so auf die Wiese fallen ob das Gras jetzt vom Rind gefressen wird oder nicht.

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  23. Einfacher Bürger sagt

    Nachdem unsere Gesellschaft Sensationsgeil ist und sich das logische Denken abgewöhnt hat lebe die Panikmache.

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