Bauer Willi
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Pilze im Ackerbau?

Gemeint sind jetzt nicht Champignons oder andere essbare Pilze. Sondern Mykorrhizapilze, die in Symbiose mit Ackerfrüchten leben. Mein Nachbar hat mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht.

Ganz ehrlich? Ich hab zwar Landwirtschaft studiert, aber was da steht, war mir nicht mehr in Erinnerung. Es ist aber nicht nur für Ackerbauern, sondern auch für Menschen mit einem eigenen Garten interessant zu lesen.

https://www.dlg.org/de/landwirtschaft/themen/pflanzenbau/dlg-kompakt-03-2019/

Für die Fachleute: lest mal, was da über das Pflügen steht… ist eigentlich auch logisch.

Bauer Willi

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69 Kommentare

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bei uns gibt es Äcker die kaum größer als 1.000 qm sind. Jetzt steht eine Reihe hochstämmiger Kirschbäume darauf, die beiden Äcker daneben ebenso, somit ist auch das Problem Abdrift gelöst.
      In meiner Jugend standen am jedem Ende und in der Mitte ein Baum. Sonst wurde, zb. Getreide angebaut und unter den Bäumen stand nur leeres Stroh. Und jetzt meinen vermeintlich schlaue Leute, diese Tatsache kann man aushebeln. Gelinde gesagt, wer das bei uns, oder in der Schweiz propagiert hat einen an der Waffel.

      Diesem Unsinn mit den 3 Bäumen habe ich schnell ein Ende bereitet, ich habe alle Äcker und Wiesen mit Bäumen bepflanzt, war so zu sagen ein Pionier der CO2 Bindung. 😉

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  1. Heinrich Steggemann sagt

    @ Thomas Apfel
    Die grössten Probleme auf dem Weg z.B. zum System“ Immergrün“ oder ähnlichem sind die Faktoren Zeit, Mehrkosten in der Übergangszeit (Lehrgeld) und ein immer detaillierteres Ordnungsrecht, das heute schon in Teilbereichen den Erfordernissen stark belebter Böden widerspricht. Deshalb bin auch ich auf der Strasse. Ich stimme zu, wir müssen die Testballons erst mal abtesten. Dieses rege ich seit rund zwei Jahren bei jeder passenden Gelegenheit in Richtung Kammer und Forschung an. Somit wird es noch mehrere Jahrzehnte brauchen um das Wissen der übrig gebliebenen Verfahren auf breiter Front auf die Höfe zu tragen. Versuchsparzellen sollte mindestens fünf Jahre für die mikrobielle Umstellung eingeräumt werden bevor sie mit der Kontrollparzelle mit gleichbleibender Bewirtschaftung verglichen werden können. Ich persönlich rechne bei mir mit bis zu 10 Jahren bis sich meine Sandböden umgestellt haben. Ob der Weg dann bis zur Direktsaat führen wird mag ich im Moment noch nicht abschätzen. Aktuell habe ich im zweiten Jahr meiner ersten Gehversuche subjektiv gute Erfahrungen beim Mais gemacht und negative mit einer Kurzzeitzwischenfrucht nach Triticale vor Wintergerste nach Flächenrotte. Es müssen deutlich mehr Puzzleteilchen zusammengetragen werden als im Pflug und Grubbersystem und auch noch einzelschlagspezifisch je nach Historie der Fläche. Das wird nur mit einer vielfältig bestückten Werkzeugkiste gehen. Die Politik leert aber aktuell die Werkzeugkiste. Auch Fragen wie: Passen Kulturen wie z.B. Kartoffeln oder Zuckerrüben ins System?
    Die sehr hohen Mengen an Pflanzenkohle und Kompost die teilweise diskutiert werden halte ich nicht für sinnvoll und die Mengen sind ja flächendeckend gar nicht verfügbar. Sie sollten aber in kleinen Mengen Teil der Werkzeugkiste sein.
    Zur besseren Stickstoffeffizienz ( Stichwort Herr Taube ) folgende Frage: Werden in den Bilanzierungen wirklich alle Stickstoffmengen erfasst bzw. richtig zugeordnet. Ich denke dabei z.B. an die stickstoffsammelnden Bakterien in der Wurzelrhizosphäre von stark belebten Böden. Oder die Stickstoffmengen in neu gebildetem Humus.

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  2. Thomas Apfel sagt

    Ich kann der Diskussion momentan nicht so ganz folgen, deshalb mal ein par provokante Fragen:
    Wenn ich mit „System Dauergrün“ kostenneutral oder sogar Gewinn bringend und gleichzeitig noch Betriebsmittel einsparend (Dünger und PSM wurden in den Kommentaren explizit erwähnt) arbeiten kann, kann ich doch auch der neuen DüV zustimmen und die Forderungen z.B. von TAUBE nach weniger „maximierter“ N-Düngung in Richtung „optimierter Düngung“ (max 170 kg) folgen ?

    Diskutiert Ihr hier nicht gerade, dass 50 % Pflanzenschutzmittel durchaus (und auch noch kostenneutral!) einzusparen sind wenn Fruchtfolge und „multibunt“ Zwischenfrüchte und Untersaaten als Alternative eingesetzt werden?

    Da frage ich mich doch, wofür oder wogegen die Bauern auf die Straße gehen. In den Kommentaren wird doch gerade“ bestätigt“ (@sandra harms, @ heinrich steggemann), dass die Forderungen der Grünen und von NABU und Co. richtig sind. Oder wie soll man das Gesagte bewerten?

    Ich persönlich empfehle, die Testballons, die in Bezug auf „System Dauergrün“, Pflanzenkohle, Witte-MC Kompostierung, Kinsey usw. unterwegs sind, auch als solche zu betrachten und neutrale Untersuchungen abzuwarten. Insbesondere die breit gefächerten neutralen Untersuchungen der VdLUFA bringen oft unvermutet nicht beachtete Zusammenhänge und Wirkungen zu Tage.

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    • firedragon sagt

      Bodenpilze/Mikrobiologie haben mit der Düngergabe und den PSM zunächst nichts zu tun.
      Diese Pilze sind das /ein Bindeglied zwischen Nährstoffen und Pflanzen.
      Selbstverständlich ist das intakte Bodenleben /Bodenstruktur die Basis der LW. Darauf wird aufgebaut /angebaut.
      Zu behaupten, nur der Oekoanbau ist dazu befähigt, ist eine Falschaussage!
      Der PSM Einsatz kann der LW zum Saatzeitpunkt noch gar nicht abschätzen. Das zeigt sich erst im Jahresverlauf/Wetter.! Das betrifft Pflanzenkrankheiten sowie Schädlingsaufkommen.
      Menschen, die nie mit Boden und Wetter gearbeitet haben, können keine Gesetze aufgrund von Studienergebnisse veranlassen, die dann flächendeckend greifen sollen.
      Studienergebnisse sind nicht standortangepasst!

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    • Sandra Harms sagt

      @ Thomas Apfel
      Zum thema auf die strasse gehen, ich für meinen teil gehe auf die strasse, und hab grüne kreuze aufgestellt, weil ich es satt habe, alles reglementiert zu bekommen, immer mehr zeit im büro zu verbringen, das immer mehr psm wegfallen und die die nachkommen nicht das halten was sie versprechen, ebenfalls kotzt es mich an das man fakten wie marode kanalisationen, ungeeignete messtellen usw ausbledent…
      Andere wege gehen, andere möglichkeiten zu suchen, hat nichts mit dem politisch gefordertem zu tun, sondern ist ureigenes interesse einfach nen euro mehr in der tasche zu haben,mehr freizeit usw.
      nichts desto trotz, andere wege zu beschreiten heisst für mich nicht, das man alles was man dann über jahre evtl nicht braucht, ersatzlos vom markt zu nehmen,einfach gesagt, das was in der werkzeugkiste drin ist, muss durch sinnfolles neues ergänzt werden, aber das altbewährte muss drin bleiben, egal ob man es heute und morgen nicht braucht, wer weiss schon was übermorgen ist???
      zum thema Forschung,testballon usw… das ist alles fertig ! das wird im europäischen,nordamerikanischen und russischem raum halt nur so gut wie garnicht kommuniziert, in südamerika ist man da viel weiter, hat fachwissen darüber, praktische erfahrungen, und eine ganze reihe von leuten die das auch kommunizieren. das ändert sich aber grade bei uns , wenn auch verdammt langsam.

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  3. Heinrich Steggemann sagt

    @Christian Suhr @Sandra Harms
    Zu ihrem nachfolgend zitierten link https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/humus-boden-pfluglos-arbeiten-bringt-nichts-559984
    kann ich folgendes ergänzen. Ich habe vor etlichen Wochen mit dem Verfasser der Metastudie telefoniert. Bei den zugrunde liegenden Studien wurden wenige bis keine Zwischenfrüchte und vor allem keine vielfältigen Zwischenfruchtmischungen angebaut, sodas nicht ganzjährig lebende Wurzeln im Boden waren, um das Bodenleben bei Laune zu halten. Die Forschungsarbeiten zum Liquid Carbon Pathway nach Christine Jones waren ihm nicht bekannt. Nachdem ich die Zusammenhänge grob umrissen hatte, bekam ich die Zusage sich mit dieser Thematik unter europäischen Klimaverhältnisse auseinanderzusetzen.
    Wir Praktiker sollten viel mehr Anfragen an die Forscher in den verschiedenen Instituten stellen bzw. wie in diesem Fall die genauen Versuchsaufbauten hinterfragen. Diese Leute beraten die Politik und Verbände.
    Die Depotdüngung ( Cultan ) von mineralischem Stickstoff könnte in Zukunft stärker an Bedeutung gewinnen, weil sie gegenüber der breitwürfigen Variante die Mykorrhizapilze schont.
    Ich kann Sandra Harms Aussage zum Ritt auf der Rasierklinge auf dem Weg zu einem Ackerbau mit gezielter Förderung der Bodenlebens nur zustimmen. Deshalb wird sich der grössere Teil der Landwirte nur mit gewinnbringenden finanziellen Anreizen z.B. zum Humusaufbau in diese Richtung bewegen.

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    • Sandra Harms sagt

      @ Heinrich Steggeman
      Mein vater hat 1994 umgestellt auf mulchsaat, seitdem wird der pflug bei uns nur noch punktuell eingesetzt, ausname war der herbst 2017 wo ich pflügen musste um weizen in die erde zu bekommen, aus heutiger sicht ein fehler.
      mein vater hat damals 1994 mit dem anbau von ölrettig zu zuckerrüben bekonnen und das abfahren vom rübenblatt als silage eingestellt. 2013 habe ich den betrieb von einem Großonkel übernommen, der zwischenfrüchte für unnütz gehalten hat und seit beginn der 70er jahre nur mineralischen dünger eingesetzt hat, wir haben dann benachtbarte flächen zusammen gelegt, und man konnte 2018+ 2019 sehr deutlich die alten ackergrenzen sehen, und zwar als wenn ein strich quer durch den acker geht, auf der einen seite alle rüben platt vor wasser mangel und auf der seite die wir seit ca 25jahren mit mulchsaat und zwischenfrüchten bearbeiten, alles prima! dort haben die rüben im schnitt 3 tage später wassermangel angezeigt.
      wenn ich nun bei mir in den wiesen einen eichenzaunpfahl aus der erde ziehe, dann ist der am meisten zwischen +5 und -15cm angegangen, folglich spielt sich das meiste bodenleben genau in dem bereich ab.
      nehme ich diese beiden erkenntnisse, komme ich zum schluss, „warum soll ich mein bodenleben auf 25-28cm tiefe unterpflügen, und neu entstandenen humus bis auf eine tiefe von 25-28cm zu vermischen… ist doch kompletter schwachsinn.!“
      Seit 2014 setzte ich auf konsequenten zwischenfrucht anbau auf allen flächen die erst im frühjahr bestellt werden, zuküntig werde ich mehr wert drauf legen mischungen einzusetzen, die möglichst vielfältig sind.
      zum cultan verfahren, ich halte von dem verfahren nicht, aber rein garnichts, viel zu viele überfahrten,zu viel bodenverdichtung, geringe schlagkraft, und die große gefahr von auswaschungen, wie wir sie im jahr 2012 oder 2013 erlebt haben. ebenfalls im bezug auf die mykoritza um die es ja hier eigentlich geht, sehe ich es als kontraproduktiv an auf das cultanverfahren zu setzen, ich sehe vielmehr die zukunft daran, geziehlt mehrere kleine gaben zu geben, das sollte heute bei arbeitsbreiten bis 36m auch nicht mehr so das problem darstellen, mit dem düngerstreuer oder der feldspritze mit dünge düsen (3loch oder mehrloch düsen) selbst bei hohen arbeitsgeschwindigkeiten effektiv zu arbeiten, ebenfalls sehe ich dinge wie ertragskartierung, und eine darauf aufbauende düngeplanung als unumgänglich an. denn es ist doch so, auf ner sandkuppe wo mangels wasser eh kaum was wächst, muss ich nicht dünger hinschmeissen der sowieso nicht genutzt wird.

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    • Stadtmensch sagt

      Ach was, die ollen Stießel von den Agrarfakten wollen es doch gar nicht wissen. Pflanzenkohle ist nicht zum Verbuddeln da, sondern sie durchläuft im Idealfall eine Nutzungskaskade: http://www.ithaka-journal.net/55-anwendungen-von-pflanzenkohle
      bevor sie irgendwann als Humusstabilisator und zur THG Sequestrierung in den Boden kommt. Das ist nichts weiter als die vielfach beschworene Anpassungfähigkeit des Menschen an den Klimawandel. Wir haben Kohle und Öl ausgebuddelt, verbrannt und ein Treibhaus hergestellt. Ergo muss die Kohle schleunigst wieder in den Kohlenstoffkreislauf zurück, an den wir physiologisch auf Gedeih und Verderb angewiesen sind! Setzt natürlich voraus, dass man eine Vorstellung von globalen Stoffkreisläufen hat.

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      • Brötchen sagt

        Stadtmensch du musst aber auch Vorstellungen über die zeitl. Abläufe haben und über die Bedingungen. sumpfwälder.
        Wir arbeiten in Zeiträumen von 10 Jahren, die Kohle das sind Millionen Jahre! Gerade mal nachgesehen 2,5 Mio bis mehrere 100 Mio Jahre.

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        • Stadtmensch sagt

          Was mich stört ist, wenn behauptet wird (Agrarfakten) „das kann nicht funktionieren“.
          Warum sollte eine Biokohle mit ihrer großen inneren Oberfläche nicht stabilisierend auf die Stoffumsetzungsprozesse im Boden wirken? Bin zwar kein Chemiker oder Biologe, aber das Prinzip Katalysator sagt mir was. Natürlich wird die Biomasse jetzt schon zu 100% genutzt, aber mit welchem Wirkungsgrad und mit welchen Zielvorgaben? Wir bauen auf 13% der Ackerfläche Energiepflanzen an, über die sich auf diesem Weg nur 0,1 bis max. 1 Watt pro m² und Jahr Sonnenenergie gewinnen lassen. Das ist ein Witz, wie wir das machen. Da wäre es bilanziell besser, Fossiles Öl zu verheizen und auf dieser Fläche Kohlenstoffbindung über den Aufwuchs von Biomasse im und auf dem Boden zu betreiben. Wenn es neuerdings das Ziel ist, die menschlichen Eingriffe in den Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf langsam wieder zu korrigieren, dann muss man sich damit intensiver auseinander setzen, als „wir haben das schon immer soundso gemacht und es funktioniert“.

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    • Thomas Apfel sagt

      Danke Herr Bothe, das Problem liegt genau bei den zum Ende der verlinkten Zusammenfassung diskutierten Fakten:
      Ob Terra Preta, Pflanzenkohle oder MC Kompost nach Witte, das Ganze scheitert bilanziell immer an den im Kreislauf tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten solche Mengen an organischer Substanz überhaupt bereitzustellen. Wenn ich einen „Klops“ an organischer Masse aus externen Quellen auf den vorhandenen Pool an im Boden vorhandenen Dauerhumus aufsetze, laufe ich Gefahr gerade über Bodenaktivität unkontrollierten Abbau zu organisieren und damit die Auswaschung zu beschleunigen. Dass alle Verfahren, die den Corg Gehalt über das Optimum des jeweiligen Standortes anheben, nicht nachhaltig sind, zeigt die Tatsache, dass nach Beendigung der verstärkten Zufuhr nach ca. 3-5 Jahren die Böden wieder bei ihren Ausgangswerten im Corg-Gehalt zurückkehren. Allein die mit viel Aufwand an Ausgangsstoffen hergestellte Pflanzenkohle
      bleibt länger stabil, hat aber als chemisch relativ „tote“ Substanz nicht im Ansatz die Wirkung von Dauerhumus sondern ist zugespitzt schwarze Farbe, die den Blick auf die wichtigeren Zusammenhänge bildlich gesehen „übermalt“.

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  4. Karl Timme sagt

    Weicht vom Artikel ab, geht aber in die Gleiche Richtung.
    In den 90 ziger Jahren habe ich begonnen den Betrieb auf minimal Bodenbearbeitung umzustellen. Eine Pfluglose Wirtschaftsweise, erschien mir auf unseren teilweise reinen Sandböden (16-18 Bodenpunkte) die stark zur Dichtlagerung neigen, nicht möglich. Ein Artikel von Prof. Dr. Wilfried Ehlers, Uni Göttingen machte mir erneut Hoffnung:
    „ Forschungsprogramm zum pfluglosen Ackerbau Uni Göttingen
    Der Ackerboden und seine landwirtschaftliche Nutzung war das zentrale Forschungsfeld von Ehlers. Im Vordergrund seiner experimentellen Arbeiten standen Fragen der Bodenbearbeitung in ihrer Wirkung auf physikalische, chemische und biologische Eigenschaften und Prozesse als Merkmale der Bodenfruchtbarkeit. In Feldversuchen ermittelte er mit bodenphysikalischen Mess- und Auswertungsmethoden den Wasserverbrauch von Pflanzenbeständen und setzte diesen in Bezug zum erzielten Trockenmasse-Ertrag (Transpirationskoeffizient). Zwischen Kenngrößen des Wurzelsystems und der Wasseraufnahme der Wurzeln konnte er quantitative Beziehungen ableiten. Er fand heraus, dass im Gegensatz zur wendenden Pflugkultur eine flach mischende Bearbeitung des Bodens mit Pflanzenresten an der Oberfläche (Mulch) eine drastische Veränderung der Bodeneigenschaften bewirkt. Durch Bodenruhe und Mulch nimmt die Besatzdichte einzelner Regenwurmarten stark zu. In zahlreichen Versuchen auf unterschiedlichen Standorten konnte er nachweisen, dass durch pfluglose Ackerkultur das Bodenleben aktiviert, die Bodenstruktur stabilisiert, die Infiltrationsleistung der Ackerböden (Regenverdaulichkeit) gefördert und damit das Problem der Bodenerosion gemindert wird. „

    Er beschrieb unter anderem auch die Lebendverbauung mit Coronilla varia – Kronwicke. Nach einer Etablierung von ca. 3 Jahren sollte die Pflanze einerseits N liefern, aber insbesondere eine bessere Struktur des Bodens herbeiführen. Dazu hier die Beschreibung der Kronwicke:

    „Securigera varia ist auf sonnig-warmen, nicht zu nahrhaften und gelegentlich trocken fallenden Standorten robust und durchsetzungsfähig. Es werden auch licht halbschattige Bedingungen toleriert.Sie wird sogar zur Böschungssicherung auf Rohböden eingesetzt (als Saatgut). Generell sind humusarme Mineralböden mit guter Basenversorgung der Vitalität förderlich.Unter konkurrenzarmen Bedingungen breitet sich die Art langsam über Wurzelsprosse aus und bildet kräftige, kissenartige Matten, wuchert aber keineswegs. Wo ausreichend offene Bodenstellen vorhanden sind, versamt sie sich auch, wird aber auch dabei nicht lästig.Ein tiefer Rückschnitt nach der Blüte führt zu einer sicheren und sehr üppigen zweiten Blüte im September Die mehrjährige krautige Pflanze mit niederliegenden bis aufsteigenden kantigen Stängeln erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60 cm. Die Laubblätter sind gefiedert und kurz gestielt mit vier bis zwölf Paaren von ovalen Fiederblättchen. Blütezeit ist von Mai bis September. Die Blüten stehen bis zu 20 Stück in einer Dolde. Die Fahne ist rosa, das Schiffchen weiß mit violetter Spitze. Die Flügel sind weiß. Die Hülsenfrucht wird 25 bis 50 mm lang und ist vierkantig mit hakig gebogenem Schnabel und drei bis sechs Einschnürungen. Die Bunte Kronwicke bildet bis in 90 cm Bodentiefe ein ausgedehntes Wurzelsystem und wird somit zu den Rohboden-Pionierpflanzen gerechnet.“
    Ich habe also die Teilfläche (1 ha auf einem 10 ha Schlag) übermäßig auf gekalkt und im zeitigen Frühjahr 3 Wochen vor der Hauptfrucht gedrillt. In diesem Jahr war ein guter Bestand an Kronwicke herangewachsen der auch die Ernte der Braugerste nicht beeinträchtigt hat. Im Spätherbst wurde in die SG-Stoppel in Direktsaat Triticale gedrillt. Auch hierin entwickelte sich die Kornwicke, auch wenn schon stark reduziert (habe gehofft das die Oberfläche nicht das abbildet, was im Boden geschieht). Leider hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Im dritten Jahr im Mais waren nur noch vereinzelt Pflanzen zu finden. Da ich eine Teilfläche dieser Versuchsfläche ohne Pflanzenschutz (nur 2 Jahre, da im Mais eine Vermehrung nicht zu erwarten war) bewirtschaftet habe und hier auch keine Etablierung stattgefunden hat, spielte der Pflanzenschutz hier keine Rolle.
    Ich bezweifel heute das Mykorrhizaplize sich auf einem solchen Grenzstandort etablieren lassen, da hier eine mechanische Bodenlockerung min. einmal in der Fruchtfolge unumgänglich ist.

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    • Günter Peßler sagt

      Auch auf solchen Standorten ist eine Mykorrizierung möglich. Sie muss aber in einbundung einer Fruchfolge mit mehrjährigen Futterbau erfolgen. In 2019 hatte ich hier im fränkischen trotz Trockenheit noch der Vorfrucht Ackergras die besten Maise in Direktsaat teilweise über 60to Silomaisertrag auf miserabelsten Sandböden, mit 20-30 Bodenpunkten. Voraussetzung ist eine absolute Bodenruhe und keine Bodenbearbeitung außer der Saat mit einer Direktsaatscheibenmaschine. Aufgrund dieses AHA- Erlebnisses habe ich den Anbau von Welschen Weidelgras in meiner Fruchtfolge forciert und erwarte weitere positive Erfolge trotz Trockenheiten. Hierzu gibt es auch einen Vortrag von Frau Dr. Christine Jones an der FH Weihenstephan – Triesdorf vor 2-3Jahren der die Thematik aus der Forschung in Australien beleuchtet.

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      • Karl Timme sagt

        Günter, da der Anteil natürlichen Grünlands an meiner Betriebsfläche mehr als genug ist- keine Obzion.

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        • Sandra Harms sagt

          Karl Timme,
          ich hab das ja auch bei mir in der lüneburger heide, ich bin der meinung, wenn das klappen soll, dann muss permanentetwas auf dem acker wachsen, also ist das thema untersaaten und zwischenfrüchte unumgänglich. man darf ruhig auch glypho einsetzen, aber der zeitpunkt muss passen. würde ich in eine winterharte zwischenfrucht mais drillen, würde ich zwei tage vor dem drillen damit kommen.
          aber auch die hächsel länge vom stroh spielt ne rolle, zu kurz ist nicht gut.
          ich finde, dein fehler war es das du dich nur auf die Kronwicke verlassen hast.

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          • Karl Timme sagt

            Ich habe mich an den Empfehlunge gehalten. Prof. Dr. Wilfried Ehlers, Uni Göttingen hat dies in seinen Versuchen erarbeitet. Versuche fanden allerdings nicht auf unseren leichten Heideböden statt.

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  5. Moin!

    Mal eine philosophische Frage: Wenn man Regenwürmer und Mykorrhizen spricht, spricht man dann nicht vom „natürlichen Humusaufbau“? Und liegt selbiger nicht bei 1 cm in 100 Jahren?

    Reicht das, um Erosionsverluste durch Grubben, Ernten, Trockenheit etc. zu kompensieren … wir haben in Deutschland die mit Abstand meisten Böden mit maximal 4% Humusanteil, Tendenz fallend, weltweit sieht es noch katastrophaler aus mit der Bodendegradation, weil die meisten nicht unsere Standards haben (Stichwort Monokulturen, Gentechnik und ganzjähriges Ausbringen von Herbiziden, Klimawandel, reiner pflugloser Ackerbau etc.).

    Natürlich zerstört Pflügen die Strukturen wie eben diese Pilze oder Grabgänge von Würmern. Es wirkt dem natürlichen Humusaufbau entgegen.

    Flüssige Gülle ist für Würmer auch erträglicher als fester Mist. Fester Mist aber führt zu mehr Humus, weil er lokal bleibt. Gülle dient eher der Nährstoffversorgung der Pflanzen, Mist (Gülle mit Stroheinmengung etc.) dient stärker dem Humusaufbau, beides hat Vor- und Nachteile und sollte mit Blick auf die Böden gewählt werden:
    https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/informationen/p_20004.pdf

    Das Ding ist nur bei der Diskussion Pflug vs. pfluglos:
    Nur der Pflug kann viel Kohlenstoff schnell tiefer in den Boden bringen, wo sonst nur Wurzelwerk und organisches Material, welches die tiefgrabenden Würmer von der Oberfläche in den Boden gezogen haben, verrotten.

    Nicht zu vergessen die Verdichtung der Böden durch Erntemaschinen, Gülleausbringung (besonders wenn man den schweren Transportbehälter nicht am Feldrand parkt und gleich hinten drauf hat) usw., die bei pfluglos nur oberflächlich wieder aufgelockert wird, doch der Druck beschränkt sich nicht auf die oberen 15 cm.

    Anders formuliert:
    Pfluglos mit Grubbern bringt Kohlenstoff in die – sagen wir – 15 cm oben, wo es auch immer stark der Erosion ausgesetzt ist. Mit dem Pflug kann man es viel tiefer einbringen und verteilen.

    Was bringen die besten natürlichen Prozesse, wenn es einem nicht gelingt, ausreichend organisches Substrat tiefer in den Boden zu bringen? Natürliche Prozesse sind gut für natürlich belassene Böden, das Bewirtschaften durch uns Menschen erfordert auch Humusaufbau durch uns Menschen.

    Hier am Beispiel Agroforsten:
    https://www.agrarheute.com/pflanze/getreide/gehoelze-acker-agroforsten-schlagen-klimawandel-schnippchen-561758

    Zitat:
    Die Pflanzenkohle als Reststoff düngt er zusammen mit Mistkompost. Die Besatzdichte mit Regenwürmern und der Humuszugewinn sind enorm: 40 bis 80 t/ha im Jahr fruchtbaren Boden bringt die Lebendverbauung. Das entspricht 1 bis 5 mm Bodenauftrag. So steigt die Wasseraufnahmekapazität und die Widerstandsfähigkeit gegen Klimaschwankungen.

    Dem gegenüber äußern Tierhalter, aufgrund der Düngemittelverordnung, bloß nicht über 4% Humusanteil zu kommen, weil man dann pauschal 20kg Nitrat/ha weniger ausbringen darf. Also wo der Boden nichts hält, darf von oben mehr draufgegüllt werden, was dann wieder schön versickert … paradox, aber nennt sich Grundwasserschutz, wenn mehr versickert statt im Humus gehalten zu werden, so scheint es.

    Nicht zu vergessen, wie stiefmütterlich Leguminosen (Knöllchenbakterien) oft behandelt werden von wegen Boden. Oder phytosanitäre Aspekte wie Fusarium und Co. bis hin zu Schnecken und Mäusen.

    Anders formuliert:
    Zwischendurch muß man durch mechanische tiefe Bodenbearbeitung möglichst feste organische und kohlenstoffreiche Substanz in den Boden bringen (Stichwort TOC bzw. SOC), um eine Grundlage zu schaffen, das Substrat zu liefern für guten Humus. Und dann möglichst längere Zeiten pfluglos und konservierend arbeiten, damit natürliche Prozesse stattfinden können, eventuell ergänzt um sowas wie Sobac oder ähnliches an Mikroorganismen, die womöglich helfen könnten bei der Humusbildung. Oder bei Fruchtfolgen darauf achten, die Pflanzenkrankheiten der vorherigen Flucht nicht die nachfolgende betreffen usw.

    Anderes Beispiel:
    Ein ehemaliger Grüner, jetzt Lobbyist bei Bayer, spricht davon, daß pfluglos weniger CO2 produzieren würden als Pflügen, will ja keine Pflüge verkaufen. Mag ja richtig sein, aber sollte man nicht den gesamten ökologischen Fußabdruck bedenken, wollen wir am Ende auch keine Weidehaltung mehr, weil Tiere pupsen? Zumal sowas wie das obige Verfahren der Agroforsten deutlich mehr an Kohlenstoff (CO2) im Boden binden kann und die Landwirtschaft zur massiven CO2-Senke machen würde?

    https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/humus-boden-pfluglos-arbeiten-bringt-nichts-559984

    Ich halte es für nicht zielführend, sich immer einzelne Facetten rauszupicken, um ein System zu rechtfertigen und ein anderes madig zu machen. Beide Systeme haben ihre Berechtigung, der konservierende (erhaltende) pfluglose Ackerbau (No Till Farming) ebenso wie der humusaufbauende mechanische Ackerbau. Wer (an)moorigen Grund hat, braucht keinen Humusaufbau, der arbeitet per se lieber konservierend, braucht Grabgänge der Würmer etc. für eine gute Bodendurchlüftung usw.

    Ich persönlich fände es auch besser, wenn bei starkem Queckebefall nur einmal gespritzt statt fünfmal gepflügt werden müßte als Extrembeispiel. Aber ich würde mich freuen, wenn man alles wieder unter dem Gesichtspunkt der bedarfsgerechten Bewirtschaftung betrachtet, nicht nur wer was verkaufen will, wo man am meisten Geld sparen kann zumindest kurzfristig, wie man Erträge steigern kann usw. Zumal Produktivitätssteigerungen eh eingepreist werden.

    An dieser Stelle der Hinweis, daß ich wirklich kein Landwirt bin, auch kein Akademiker oder sonst was. Das ist alles nicht mein Wissen, sondern aus Diskussionen mit Landwirten und Literatur. Doch logisch betrachtet ist Kohlenstoff (immerhin rund 60% davon machen Humus aus) ein wesentliches Element, und alles, was man an Fakten sammeln kann von allen Seiten, zeigt leider eher, daß teilweise aus Marktgründen oft der Blick auf Böden und Pflanzen vergessen wurde. Womit ich wieder bei Michael Horsch wäre von wegen Digitalisierung im Ackerbau bringt nicht mehr, nur weil’s schön klingt (von wegen moderne Landwirtschaft).

    Und es gibt viele Themen wie Zwischenfrüchte statt Winterbrache, wann wäre eine Herbstdüngugn sinnvoll, wenn Pflanzen noch eine volle Vegetationsperiode mitnehmen sollen, wie kann man ein Nährstoffnetzwerk aufbauen, zum Beispiel Kuhmist für Kali und Schweinemist für Phosphor usw. Von Wirtschaftlichkeit ganz zu schweigen, Pflügen kostet mehr Kraftstoff und Zeit, aber wenn das der wesentliche Beweggrund sein sollte, setzen wir dann nicht am falschen Ende an?

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    • Sandra Harms sagt

      @Christian Suhr
      das mit den regenwürmern und Miko… geht nur so richtig gut, wenn alle parameter stimmen, das fängt bei einem mindestmaß an humusgehalt an, geht über bodenanalysen nach klinsey, weiter über den maschienenpark,die fruchtfolge,die düngung und kalkung, zwischenfrüchte und vor allem dem der es macht. das ist um es kurz zu fassen, ein ritt auf ner rasierklinge, aber es gibt eine ganze reihe von landwirten die das seit jahren praktizieren, und das zum großteil sehr erfolgreich.

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  6. Mark sagt

    Das Thema Mykorrhiza ein tolles Geschäftsfeld in erster Linie aus der Ökolandbauszene. Pflanzenkohle, Terra preta, Zwischenfrüchte und natürlich der pfluglose Ackerbau schwimmen auf dieser Ökowelle, die durch die aktuelle Politik noch befeuert wird.
    Das Nährstoffpotential des Bodens ist in Bezug auf die novellierte Düngeverordnung noch wichtiger geworden: Nährstoffe die im Boden vorhanden sind und müssen effektiver genutzt und für die Pflanzenversorgung mobilisiert werden. Besonders Böden in den Versorgungsklassen im Bereich D oder E können auf solche natürlichen Nährstoffquellen , wie sie etwa im Mineralbestand der Boden oder im Dauerhumus gespeichert sind, mit Hilfe von Mykorrhiza zurückgreifen. Das geht aber nur so lange wie die Nährstoffvorräte in den Böden ausreichen. Mykorrhiza produzieren keine Nährstoffe, sie machen die in Humus oder z.B. in Tonkolloiden (z.B. Phoshor) gebundene nur für Pflanzen verfügbar. Ohne Düngung führt dies zu Humusabbau und Nährstoffverarmung der Böden, da helfen dann auch keine Mykorrhizza mehr.

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    • Thomas Apfel sagt

      Danke, dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass das Problem der Nährstoffvorräte in unseren sandigen Böden in Brandenburg und Ostvorpommern noch viel gravierender ist als auf den besseren Standorten. Ein Kollege aus der Magdeburger Börde hat mal treffend gesagt: Die Mineraldünger wurden doch erfunden, damit ihr Sandbauern überhaupt etwas erntet.

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      • Karl Timme sagt

        Auf den leichten Heideböden oder der Brandenburger Steusandbüchse Gibt es kein Medium die Nährstoffvorräte vorhalten. Hier hilft nur Nährhumus in Form von Organischem Dünger.

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        • Sandra Harms sagt

          Karl Timme,
          ich sag mal so, auf solchen boden ist das gepaart mit dem wenigen niederschlag in den regionen extremst schwierige, aber es gibt durchaus kollegen, wie eben Alexander klümper die bekommen das hin…

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    • Sandra Harms sagt

      Also leute, das es ohne düngung nicht funktionieren kann, ist doch völlig logisch. ich weiss nicht wie ihr drauf kommt, das man wenn man damit arbeitet nicht mehr düngen würde? mir etwas schleierhaft…
      hierbei gehts doch darum den pflanzen den dünger besser verfügbar zu machen,und somit düngeverluste zu minimieren.

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      • bauerhans sagt

        Alexander Klümper berichtet auf youtube als Direktsäer davon,dass mit der zeit tatsächlich weniger dünger gebraucht wird, auch weniger andere betriebsmittel.

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        • Sandra Harms sagt

          Ganz genau, Bauerhans.
          und Alexander Klümper ist nicht der einzige der das berichtet…
          vorallem macht er das auf eine art und weise die wirklich verständlich ist.

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        • Heinrich Steggemann sagt

          @bauerhans
          Ist nur über eine bessere „Grundfutterleistung “ erreichbar. Dazu müssen wir das Verdauungssystem des Bodens besser verstehen. Deutschland ist in dieser Hinsicht in den letzten 100 Jahren zum Entwicklungsland geworden. Mit Einführung des Mineraldüngers vor rund 100 Jahren sind aus betriebswirtschaftlichen Gründen die komplexen biologischen Zusammenhänge in den Hintergrund gerückt.

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      • Heinrich Steggemann sagt

        @ Sandra Harms
        Genauso sehe ich das auch. Ums mal bildlich mit einer Milchkuh zu vergleichen. Es geht darum mit einer optimierten Flora im Verdauungstrakt möglichst viel Milch aus dem Grundfutter (organische Dünger, menschliche und tierische Ausscheidungen, Ernterückstände etc.) zu melken ohne dauerhaft Körpersubstanz (Humus und Düngesalzvorat) abzubauen und gleichzeitig möglichst wenig Kraftfutter (Mineraldünger) einzusetzen.

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      • Mark sagt

        Also Sandra,
        „Die Düngung, besonders die mineralische N- und P-Düngung, reduziert die Mykorrhizierungsneigung der Pflanzen und hierdurch die Mykorrhizierungswirkung auf die Nährstoffversorgung“. Dieser Satz hört sich schon so an, als wäre die N und P-Düngung störend bezüglich der Nährstoffversorgung der Pflanzen. Dass Mykorrhiza wichtige Funktionen im Boden haben, streitet ja niemand ab. Was jedoch kritisiert werden muss ist, dass Mykorrhiza, pfluglos und Zwischenfrüchte jetzt herhalten muss um grüne Ökophantastereien diverser Politiker zu rechtfertigen. Was mich zudem gewaltig stört ist das scheinheilge, grüne Deckmäntelchen, mit dem sich die DLG seit Bartmer umgibt (das stört mich genauso wie die Turbointensivlandwirtschaft, die sie vorher vertreten hat).

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        • Sandra Harms sagt

          @ mark
          die fakten sprechen aber ne andere sprache, die kollegen die eine sehr gute mulchsaat machen oder eine gute direktsaat hinbekommen, präsentieren top ergebnisse, mit zt gewaltig weniger aufwand. fakt ist aber auch, direktsaat wird ohne glypho nahezu unmöglich werden, und mulchsaat um einiges schwieriger.
          was micch ein bischen stört, warum musst du dich an der formulierung von dem artikel hochziehen, das ist nur einer von vielen zu dem thema, und es gibt ganz sicher welche die besser formuliert sind.
          ein weiterer fakt ist aber auch, das es kollegen gibt, die das machen, und auf einmal mit viel weniger pflanzenschutz auskommen, und das ist doch genau das, was man von der grünen seite von uns will… und machen wir uns mal nichts vor, liefern wir nicht bald ergebnisse in diese richtung, dann wird aus dem grünen gerede, grüne pflicht…. und dann gute nacht marie !
          meine meinung ist, wir sollten zusehen das wir uns in alle möglichen richtungen weiterbilden, und das dann umsetzen und ergebnisse liefern.

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        • Stadtmensch sagt

          Zitat @Mark:
          „Dieser Satz hört sich schon so an, als wäre die N und P-Düngung störend bezüglich der Nährstoffversorgung der Pflanzen.“

          Ich mit meiner Ideologie sehe das so: wenn man nur die Pflanze ernährt, braucht sie sich ja auch nicht anstrengen um an Nährstoffe zu kommen. Daraus folgt: wenig Wurzelmasse im Boden, daraus folgt wenig Mykorrhiza usw., darus folgt Nähstoffpotential im Boden nicht nutzbar. Den Bioreaktor anzuwerfen dauert sicher ein paar Jahre und klappt auch nicht überall so leicht (und mit den Markterfordernissen schon gar nicht), aber wenn er erstmal läuft, gewinnt man eine schöne „Pufferwirkung“ für den Wasser- und Nährstoffhaushalt. Die entzogenen Nährstoffe muss man natürlich trotzdem wieder zuführen, aber das ist ein anderes Thema.

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          • Sandra Harms sagt

            @Stadtmensch
            „den Bioreaktor anwerfen dauert….“ mitunter garnicht so lange… einfach den boden nicht mehr umrühren- notillage oder zu gut deutsch, direktsaat. das gepaart mit der richtigen fruchtfolge,mit den richtigen zwischenfrüchten, einer angepassten düngung, einer entsprechenden bodenanalyse nach kinsey, evtl untersaaten… kann binnen 2 jahren zu sichbaren ergebnissen führen, selbst auf sandböden.

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            • Stadtmensch sagt

              @Sandra, welch Sinneswandel ist dir wiederfahren? Warst wohl mal wieder in Höchenschwand bei den Schwarzwaldziegen zu Besuch?
              Sorry, war der Versuch eines Scherzes.
              😉

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                • Stadtmensch sagt

                  Ist ein „Insidergag“. Forensuche mit Höchenschwand oder Alias: „Gast“, „Schwarzwaldziegen“, oder „Andreas Fendt“ filtern. Ich will jetzt aber endlich mal aufhören zu jammern, dass der nichts mehr postet.

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                • Karl Timme sagt

                  Stadtmensch
                  Insiderwissen, Kapitalismus. Höchenschwandt ein Kurort mit ehemals sehr vielen Kurhäusern/Sanatorien. Es fuhren große Limusinen durch den Ort mit Walshuter Kenzeichen und P 1 und mehr. Halber Ort in einer Hand.

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                • Karl Timme sagt

                  Stadtmensch
                  Strittberg heute ein Ortsteil von Höchenschwand. Vor über 40 Jahren habe ich in Strittberg einen Sagehaften selbst gebackenen Kuchen in einer Bauernstube zum Ortseingang von Höchenschwandt kommend „genießen dürfen“ in einer Bauernstube Vorgängermodel eines Hofkaffee’s. Abends hat hier die Familie gewohnt und Fern gesehen. Andreas Liegenschaft ist wohl am anderen Dorfende.

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              • Sandra Harms sagt

                @ Stadtmensch
                Das hat weniger mit Sinneswandel zu tun, sondern eher mit weiterentwicklung.

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    • firedragon sagt

      Mark,
      Dein erster Absatz liest sich etwas negativ.
      In der konventionellen LW ist das in einigen Betrieben ganz normal, was im Bericht formuliert ist (wir eingeschlossen).
      ABER der Boden ist ausschlaggebend für die Erhaltung von solchen Pilzstrukturen. Ebenfalls das Wetter und letztlich der Absatz der Produkte, die man eben zu einer vielfältigen Fruchtfolge benötigt. Es bringt nichts, etwas anzubauen, wenn kein Markt da ist.
      Natürlich braucht der Boden Dünger, im Idealfall Mist – Gülle ist auch okay. Mit Mist können aber nur die arbeiten, die welchen haben. Wenn man vom Gesetzgeber dazu verdonnert wird, einen „Hochsicherheitstrakt“ für die Mistlagerung zu bauen und die Kosten nicht mehr zu erwirtschaften sind, dann wird eher Vieh abgeschafft, als dass ein bäuerlicher Familienbetrieb sich deswegen verschuldet.
      Zusatz : Ganz pfluglos arbeiten wir allerdings nicht.

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      • Sandra Harms sagt

        @firedragon
        du darfst nicht nur darauf gucken was dir geld in die kasse spült,sondern musst weiterblicken,was ich meine, wenn du im bereich der kosten 20-25% sparen kannst, bei einigen kulturen sogar einen mehrertrag hast, dann ist es auch drin damit andere kulturen die nen miesen deckungsbeotrag haben auszugleichen. dh, wenn dir weizen 5 euro mehr in die kasse bringt, kannst du 4€ dafür hergeben zb hafer oder erbsen anzubauen. so wird ein schuh draus.

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        • firedragon sagt

          Hallo Sandra,
          mir bewusst, unser Betrieb sieht darin zur Zeit auch nichts Negatives, wenn ich Sommer- und Winterrungen mit zähle, haben wir zwölf Ackerfrüchte plus Luzerne.
          Unterm Schnitt haben wir trotzdem nicht mehr verdient.

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          • Sandra Harms sagt

            @firedragon
            du ich hab keine ahnung was du an bodenbearbeitung machst, welche böden du hast, usw. ich weiss nur, es gibt kollegen die bekommen das hin, haben am ende des tages mehr freizeit und auch nen euro mehr in der tasche. ich denke aber auch, ein patentrezept gibts nicht, und ebenfalls ist das was an erfahrung da ist, auch noch lange nicht ausreichend.

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            • firedragon sagt

              Sandra,
              das mit mehr Freizeit erübrigt sich bei uns, da wir noch ein bischen mehr als nur Ackerbau haben ;-).
              Hier und da gibt’s schon Einsparungspozential, streite ich nicht ab.
              Will nur sagen, man wird davon auch nicht gerade reich…

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          • Sandra Harms sagt

            @firedragon

            du ich hab keine ahnung was du an bodenbearbeitung machst, welche böden du hast, usw. ich weiss nur, es gibt kollegen die bekommen das hin, haben am ende des tages mehr freizeit und auch nen euro mehr in der tasche. ich denke aber auch, ein patentrezept gibts nicht, und ebenfalls ist das was an erfahrung da ist, auch noch lange nicht ausreichend.

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  7. Bernd Bundstein sagt

    Moin Willi, nun weißt Du warum ich seit 20 Jahren nicht mehr pflüge und seit 8 Jahren konsequent auf Direktsaat und Zwischenfruchtanbau (Mehrkomponentenmischungen statt Senf, der nicht auf den Acker sondern an die Wurst gehört) setze. Wenn Du mehr wissen möchtest, wende Dich an Christoph Felgentreu, der hat mir damals die Augen geöffnet.

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  8. Sabine sagt

    Das ist genau das, was ich hier mal ganz zu Beginn meiner Beiträge geschrieben habe.
    Ich hab ja mal so Mitte der 90iger den Versuch eines Studiums der Biologie gestartet und da waren Mykorrhiza in gerade der neuste „Heiße Scheiß'“. Rene Haller war u.a. gerade mit seinen erstaunlichen Experimenten hatte gerade die erstaunlichen Renaturierungs-Experimente in Kenya abgeschlossen und seine Kasuarinen wurden nun auch in den Kölner Gewächshäusern der Uni gezogen, um herauszubekommen, was da genau zwischen Pflanze und Pilz passiert.
    Fast zeitgleich verhagelte es am anderen Ende der Welt Gabe Brown auf seiner 5000 acers mehrfach die Ernte und er begann seinerseits nicht ganz freiwillig nach alternativen Methoden zu den sehr kostenintensiven Produktionsmodell zu suchen, was er von seinem Schwiegervater übernommen hatte. Durch recht ähnliche Probleme kam David Brandt auf den Rettich. Und wiederum in Afrika musste Allan Savory in Rhodesien feststellen, dass Naturschutz ganz anders funktioniert, wie es sich die Europäer so vorstellten.
    Im Grunde sind es wohl diese Leute, die unabhängig von einander die Bedeutung des Bodenlebens für die Landwirtschaft entdeckt haben ohne das wirklich zu wissen. In USA entstand das Soil Health Movement und in Afrika das Holistic Managment.
    Bitte schaut euch die Ted-Talks dazu an.

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    • Stadtmensch sagt

      „die Bedeutung des Bodenlebens für die Landwirtschaft“

      Du weißt doch Sabine, wir Google-Bauern sind alle doof und der Landwirtschaft so fern wie die Erde der Milchstraße. Ab und zu muss den geschätzten Profis nur mal jemand sagen, dass die Erde ziemlich zentral in der Milchstraße rumeiert 😉

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      • Brötchen sagt

        Es ist ein unterschied, ob ich zuhause im Garten rumspiele, oder ob ich 500 ha mit 3 Mann davon 1 jüngerer und zwei Halbkrankee bewirtschafte und deren Einkommen zusammenbekomme. dann kommen noch zwei Schlaumaier vom amt und kritisieren drei kleine Fitzelchen Mist auf dem Weg und lösen Investitionen von einem Jahresgehalt aus, die keine Einkommenssteigerung bewirken und auch keinen Arbeitserleichterung.
        So und nun gehen sie Herr stadtmensch zu den Leuten und erzählen denen was von
        Pilzmyzel.
        Bei uns hat gerade ein halbtagsweltverbesserer gekündigt, weil ihm die Arbeit zu schwer war und er woanders in der Stadt 1000 euro mehr verdient, ohne körperliche Arbeit.

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        • Brötchen sagt

          Nachsatz: jetzt auf so eine Erkenntnis zu reagiren bedeutet in Praxis einen Arbeitsschritt zu verändern oder zwei oder drei. Die Fruchtfolge etwas zu verändern und zu hoffen, das Wetter spielt mit und den Glauben zu haben, es wirkt.

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        • Reinhard Seevers sagt

          @Brötchen
          Der Abstand zur Milchstraße bleibt konstant, da ändert auch der besondere Stadtmensch nichts dran. Versuche mit Mykorrhiza haben schon Berufsschulen vor Jahren gemacht und es gibt genügend Firmen, die dies Produkt am Markt andienen. Wie aber der Feuerdrache bereits schrieb, Wetter, Boden und Markt müssen einen Einsatz auch rechtfertigen. Terra Petra ist ja auch so ein Wunder, mit dem man der konventionellen Landwirtschaft zu Leibe rücken möchte.
          Die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin hat in einem Interview schon mal wieder vorgelegt und die Umstellung der gesamten Landwirtschaft auf Bio in Aussicht gestellt….sie möchte die Gesellschaft aber auch auf die Finanzierung des Wunsches vorbereiten. Schaun mer mal, wer es bezahlen wird oder möchte. Alles wird gut, fragt sich nur, wer das Portemonnaie zur Weltrettung öffnet. 🙂

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          • Sandra Harms sagt

            @Reinhard Seevers
            1. ist in jedem boden die Mykorrhiza vorhaben. die braucht man nicht zukaufen, man muss nur wissen, was man machen muss, um die richtig in gange zubringen.
            2. gibt es kollegen, der bekannteste ist wohl Alexander Klümper, die damit aktiv und erfolgreich arbeiten,Micheal Reber ist auch ein vertreter, der ähnliches macht.
            3. hat das nichts mit bioanbau zu tun oder gar einer politisch gewollten zwangumstellung, was jemand in einem interview sagt oder zwischen den zeilen spricht, ist was anderes
            4. hierbei geht es darum, die vorteile die die natur einem bietet wenn die vorraussetzungen stimmen, zu nutzen. und das ist am ende des tages wenn man es richtig macht bares geld in der tasche, und ein zugewinn an freizeit.

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            • mark sagt

              Von den Kollegen, die Du erwähnst, ist zumindest einer ich sach mal vorsichtig „weniger erfolgreich“ …. Ich sah schon einige, die von sich behaupteten, sie wüssten wie es geht, mit viel tamtam scheitern…

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        • Sabine sagt

          Brötchen, jemand der 5000 acres oder rund 2000 ha bewirtschaftet, ist bei mir jetzt nicht unbedingt ein Hobbygärtner.
          Wenn man denen erzählt, dass man hier „groß ist“ wenn mann 200 ha hat, fragen die dich, was du in deinem Hauptberuf machst.
          Ich sehe hier eher das Problem, dass wir hier viel zu kleinteilig sind, um die dort herausgearbeiteten Systeme nachbilden zu können. Die können halt ihre Herden recht ungestört von Verkehr und Bebauung jeden Tag weiter treiben und nur mit einer Litze sichern, denen rennt kein Spaziergänger durch die Herde und bis die Rinder – wenn sie denn abhauen- die nächst öffentliche Straße erreichen, dauert das auch etwas.
          Man darf das auch nicht mit Permakultur oder Terra Preta verwechseln. Da wird kein Fremdkohlenstoff angeschleppt. Was da allerdings gemacht wird ist Gülle und Mist fahren, bis der Arzt kommt. Teilweise, jedenfalls.

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            • Sabine sagt

              Nach den Zahlen des Bauernverbands sind in D etwa nur 25% der Betriebe größer wie 500 ha. Selbst wenn wir die ganzen Sonderkulturen und Nebenerwerbler rausrechnen, sind die Betriebe im Schnitt deutlich kleiner als die in Nordamerika oder Australien, da brauchen wir uns nix vormachen.
              Und man kann relativ schnell relativ viel organische Masse aufbauen, wenn man das wirklich will. Der Haller Park war eine Kalksteinwüste, das Wasser war da war, war backig. Fünf Jahre nach dem er die Kasuarinen gepflanzt und die Tausendfüssler ausgesetzt hatte, begannen die sich selbständig zu vermehren und die ersten durch Tiere, vor allem Vögel und Nager, wanderten ein und brachten einheimische Pflanzen mit. Nach 20 Jahren war die Humusschicht auf 20 und 25 cm angewachsen. Während dieser Zeit konnte eine kommerziell erfolgreiche Holzwirtschaft und eine Fischzucht etabliert werden. Und das in einem Land, was jetzt nicht zu den stabilsten auf der Welt gehört.

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      • bauerhans sagt

        „wir Google-Bauern sind alle doof“

        oft ein bisschen vorlaut,wie mein schwager,bauersohn,aber sehr erfolgreicher chef in der möbelindustrie.

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        • Paulus sagt

          Ist dein Schwager von Ostwestfalen nach Polen umgesiedelt oder hat er bei Ikea angeheuert? Ich meine, was die ehemaligen Möbelbuden in OWL betrifft.

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          • bauerhans sagt

            es gibt noch wenige hier,ganz grosse!
            die firma hat mehrere übernommen und läuft.

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