Bauer Willi
Kommentare 86

Und was ist in 10 Jahren?

Am Abend nehme ich an einer Konferenz teil, in der ein international tätiges Unternehmen aus der Agrarbranche sieben Landwirten aus Deutschland, Großbritannien und Russland die unten stehenden Fragen stellt. Die Zuhörer sind überwiegend keine Landwirte, sondern Manager. Die Antworten sollen kurz und knapp sein und, wenn möglich, in zwei Sätzen gegeben werden.

Ich wüsste gerne, wie eure Antworten aussehen. Ganz schön knifflig…

1. Was sind die größten Herausforderungen, denen sich Ihr Betrieb kurzfristig stellen muss (Zeithorizont 1-5 Jahre)? Wie sieht es langfristig aus (Zeithorizont 10-20 Jahre)?
2. Sprechen Sie mit uns über die Kosten, die Qualität, die Beschaffung und das Management von Arbeitskräften. Wie werden sich Ihrer Meinung nach die Arbeitsbedingungen im Laufe der Zeit verändern?
3. Mit welchen Problemen haben Sie bei Ihren Anbauprodukten am meisten zu kämpfen? Zum Beispiel: Fruchtbarkeit, Schädlinge, Unkrautbekämpfung, Rückstandsmanagement, Bodenfeuchtigkeit, Vegetationsperiode usw.? Bei welchen Kulturen und welchen Hauptproblemen?
4. In welchen Kategorien sehen Sie die größten Möglichkeiten zur Verbesserung der Rentabilität? Welche Kosten könnten gesenkt werden? Gibt es eine Möglichkeit, den Erntepreis zu verbessern oder den Ertrag zu steigern? Welche Maßnahmen müssten ergriffen werden?
5. Gibt es derzeit oder in Zukunft Vorschriften, die Sie dazu zwingen werden, Ihre Arbeitsweise zu ändern? Sprechen Sie mit uns über die Vorschriften, die Sie am meisten beunruhigen, und über die Auswirkungen, die sie auf Ihren Betrieb haben oder haben werden.
6. Der Transport von Maschinen, Saatgut, Dünger, Pestiziden, Erntegut und anderen Gütern im Betrieb kann die Effizienz des Betriebs verringern. Was sind die größten Engpässe in Ihrem Betrieb? Welche prozentuale Verbesserung könnte in Ihrem Betrieb erreicht werden, wenn die Logistik irgendwie optimiert werden könnte?
7. Glauben Sie, dass die heute angewandten landwirtschaftlichen Praktiken auf lange Sicht nachhaltig sind? Warum oder warum nicht?

Frage 6 ist für mich einfach zu beantworten: Die weitesten Felder sind 4 km entfernt, die Genossenschaft kann ich vom Bürofenster aus sehen. Das sieht in Russland natürlich ganz anders aus.

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86 Kommentare

      • Smarti sagt

        und das Ranking der unbeliebtesten Berufe der Europäer geht weiter…
        Brummifahrer, Schlachter, – als nächstes ? Pflegepersonal oder Landwirtschaftliche Mitarbeiter ?
        Ich wette, auch wenn genug Lastwagenfahrer gefunden würden, so blieben in Grossbritannien die Regale mit frischen Lebensmitteln immer mal wieder leer.

    • Thomas Apfel sagt

      Frau Ertl, genau hinsehen ! In dem Artikel geht es ausschließlich um SCHLACHTBETRIEBE und keineswegs um “Tierfabriken”, was immer sie damit differenzieren wollen. Was genau ist nach Ihrer Ansicht eine “Tierfabrik” ? Oder meinen Sie nur die Schlachtbetriebe mit “Tierfabrik”, dann hätten Sie das Wording der “Landwirtschaftswender” nicht verstanden – und davon gehe ich nicht aus.
      Der “Guardian” ist Sprachrohr und Unterstützer, sowohl der Bestrebungen des “Re-Wilding” (der Wolf lässt grüßen), als auch der Grünen Bewegungen weltweit. Was den Bericht über die SCHLACHTINDUSTRIE in der Sache natürlich nicht relativiert. Es ist einfach eine Folge des Systems global agierender Konzerne auf der einen und nationaler Abgrenzung (aus verschiedensten Gründen) auf der anderen Seite. Das geht witzigerweise tatsächlich nur mit einer Stärkung der EU, auch wenn uns das nicht schmeckt.

      • Elisabeth Ertl sagt

        Es geht mir schon auch um die Art der Tierhaltung. In meinem Umfeld gibt es einen Schweinehalter, der sozial ziemlich isoliert ist, weil er vor 20 Jahren all die kleineren Vollblut – Bauern übernommen hat mit dem Argument: Der Konsument will es so.
        Dem hat sogar der schwarze Bürgermeister vor 10 Jahren einmal coram publico ins Gewissen geredet, es gäbe nun einmal auch Biolandwirtschaft, und es sei schon seine eigene Entscheidung, welche Tierhaltung er betreiben will.
        Der Bürgermeister ist ein reicher Apotheker, der mittlerweile eine Hobbylandwirtschaft betreibt mit Weiderindern und Schafen, und der mit Vermarktungsinitiativen seinen Bauern Mut macht, neue Wege zu gehen.
        Der Schweinebauer hat sogar zugegeben, dass ihm seine eigenen Schweine oft leidtun, aber “der Konsument will es eben so”.
        Und der Konsument will es eben immer weniger so, er weiß oft gar nicht, was er anrichtet.
        Es gibt eine Welt zwischen Rewilding und Tierfabrik.
        Hier bei uns wachsen jetzt die Freilandhalter wie die Pilze aus dem Boden. Die verfüttern Heu (von den Steilwiesen, die noch nicht umgeackert wurden), Biertrebern, Presskuchen und allerlei Restzeug, das hier so anfällt. Die verlangen 40 Euro fürs Kilo und sind hoffnungslos ausverkauft. Gerade durch die Popularität von Christian Bachler ist es in Ö. chic geworden, bei solchen Bauern zu kaufen.
        Ich halte Veganismus sicher nicht für die Zukunft, aber vorerst leisten diese Leute schon auch einen sinnvollen Beitrag. (Viele schwenken eh nach ein paar Jahren um auf einen vernünftigen Mittelweg)

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          In einem Nachbarort werden Schweine in Freilandhaltung gehalten, habe es schon mal beschrieben. Da kostet das Kg Kotelett 42.- Euro.
          Die verkaufen an die Sternegastronomie und wer es sich sonst noch leisten kann.
          Der Fensterputzer und die Reinigungskraft werden dort vermutlich nicht einkaufen, auch mit den angedachten 12 Euro Mindestlohn auch nicht.
          Anders ausgedrückt, diese Art von Betrieben sind endlich, in naher Zukunft.

          • Elisabeth Ertl sagt

            Wenn sich an den Einkommensverhältnissen nichts ändert, werden sich diese Leute bald auch kein Gemüse und kein Brot mehr leisten können. Und Fleisch allein ist definitiv ungesund. Und es wäre nun einmal von Natur aus teurer als Erdäpfel.
            Diese Politik ist nicht Aufgabe der Schweinehalter.
            In Graz wird jetzt eine Kommunistin Bürgermeisterin. Nicht, dass ich mir Kommunismus wünsche, aber diese Frau strahlt persönliche Integrität und Glaubwürdigkeit aus, und sie konnte eben den Widerstand breiter Bevölkerungsschichten gegen dieses neoliberale System bündeln und 30% der Stimmen für sich verbuchen.
            Das ist der Anfang vom Ende dieses unmenschlichen Systems. Es erodiert soeben in der gleichen Geschwindigkeit, wie das der Kommunismus 1989 getan hat. Wenn man hier so ins Volk hinein hört, dann wird das Grazer Modell Schule machen. Die neoliberalen Parteien können sich schon einmal warm anziehen.
            Hoffentlich wirkt der Grazer Kommunismus als homöopathische Medizin, welche die Selbstheilungskräfte der Gesellschaft mobilisiert und klarstellt, dass dringend ein neues Gesellschaftsmodell zu erstellen und zu verfolgen ist.
            Die Konstellation ist insofern günstig, als Europa mittlerweile sowieso international am Abstellgleis steht, militärisch und wirtschaftlich, und darauf angewiesen ist, sich ganz allein selbst aus dem Dreck zu ziehen. (siehe https://www.bauerwilli.com/zieht-euch-warm-an/)
            Die Ausrede auf internationale Handelsabkommen zieht nicht mehr.

            Sie gehen mit einer ganz bestimmten Brille durchs Leben, ehemaliger Landwirt, und dann sehen Sie die Welt eben so, wie Sie sie sehen.
            Andere Landwirte gehen mit einer anderen Brille und machen andere Erfahrungen. Das nennt ihr dann “Nische” und meint damit, dass es nicht von Bedeutung ist.

            • sonnenblume sagt

              Warum streiten wir immer noch um den Kilopreis von Fleisch?
              Der Handel wird immer ” alle” Preisklassen anbieten. Gegebenenfalls Importware. Jeder der es sich erlauben kann, kann zum Bauern seines Vertrauens fahren und der andere kauft wie gewohnt im Supermarkt ein.
              Man sollte doch nicht glauben, daß die Politik auch noch im Bereich Ernährung bei der Bevölkerung Unfrieden riskiert. Sie bewegt sich doch schon bei Energie, Mieten und Verkehr am Limit.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Frau Ertl,
              eine Nische ist nur so lange eine Nische, bis andere es nachmachen.
              Und glauben sie mir, Hofläden kannte ich schon, bevor sie die Nischen erkannt haben.
              Eine Nische war für mich, der Anbau von Kirschen zum Schnapsbrennen und deren Veredelung zu Alkohol. Mit dem aufkommen moderner Erntetechnik, war es vorbei mit der Nische, jeder meinte er müsse so ein Gerät haben, pflanzte jede Menge Bäume und die modernem Geräte fraßen den Gewinn auf.
              Wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, sind meine Söhne im IT Bereich tätig, derzeit auch eine Nische und bleibt auch in Zukunft so.

              Ein besonderer Vorteil ist, die werden nicht blöd angemacht, wie die Landwirte.

          • Reinhard Seevers sagt

            Der Mob soll es sich ja auch nicht leisten können. Die neue Mittelschicht muss sich doch irgendwie abgrenzen zur Unterschicht. Haben Reckwitz und Wagenknecht in ihren Analysen eindeutig herausgearbeitet, was das Motiv derartigen Handelns ist. Moralische Höherstellung, weil man es sich leisten kann.

            • Inga sagt

              Ich dachte die sollten den Verzicht auf tägliches teures Fleisch mit dem guten teuren Sonntagsbraten ausgleichen!

              Kommt auch der Gesundheit zu Gute!

              Ich dachte Moralische Höherstellung weil man nachhaltig und bewusst mit der Natur umgeht!

              • Reinhard Seevers sagt

                Inga, die Heuchelei kennt keine Grenzen. Die Fleischdiskussion ist die ultimative Ablasshandlung der Konsumgesellschaft. Derweil kann alles andere so weitergehen oder wird gar forciert. Die Millionen verkauften E-bikes sind der Beweis der Konsumgesellschaft und deren industrieell produzierter Güter.

                • Inga sagt

                  Erkläre das bitte mal genauer,

                  die E-Autos sind nur
                  die Antwort
                  der Autoindustrie mit 0 Fossilien Brennstoff verbrauch also 0 Co2 Ausstoß!!!

                  Das andere können ja die Bauern mit ihren Energeipfanzhe4n machen. machen!

                  Die Antwort der Bauern darauf
                  Anbau von Energiepflanzen!
                  oder PV-Anlagen auf Stall und Feld!

                • Reinhard Seevers sagt

                  Inga, Deutschland hat Null Rohstoffe für die Herstellung von Autos. Alles muss importiert werden. Wir stellen lediglich die Arbeitskraft und die Energie zur Verfügung. Der Wohlstand beruht aber vorwiegend auf einer florierenden Industrie. Wir können also ausschließlich mit Externalisierung Wohlstand erhalten. Damit dieser Wohlstand weitergehen kann, muss etwas den Ablass für derartiges Handeln bringen. Dieser Ablass ist zur Zeit ausschließlich die moralisierte Form der Nahrungsaufnahme.
                  Schau dir Mal Sendungen wie z.B. Das perfekte Dinner an. Die Teilnehmer haben modernste Großküchen, mit allen technischen Geräten, die das Herz höher schlagen lässt. Die Leute erzählen alle von ihrer Erfahrung weltweiter Reisen und der dort gemachten kulinarischen Erfahrungen.
                  Auf dem Teller landen die exotischten Früchte und Gewürze aus aller Welt. Allein beim Fleisch betonen alle immer, dass es sich um ein regionales Tier vom Schlachter ihres Vertrauens, natürlich Bio und glücklich aufgewachsen handelt….heuchlerisch er geht nicht mehr.

                • Inga sagt

                  Habe ich mir gedacht, Reinhard,

                  wollen wir uns das gefallen lassen, das die uns die tragende Autoindustrie nun alszu ihre E-Autos propagiert, obwohl kein Strom dafür da ist?
                  Will sie auch das Monopol dafür?
                  Nur damit wir eine Konsumgesellschaft bleiben?

                  Was ist mit dem Wasserstoffantrieb und der braucht Verbrennermotoren, die die Autoindustrie herstellt.

                  Und wenn wir unsere Autos mit Verbrennungsmotoren los werden wollen, dann nehmen die schon welche aus dem sonnigen südlichen Ausland ab, Sollen die dann das CO2 in die Luft pusten, das wir einsparen, nur damit die Autoindustrie oder Tesla zufriedengestellt wird?
                  Egal wo die Autos rumfahren, vielleicht können die dann mit Wasserstoff betankt werden.

                  Mit den exotischen Früchten aus dem Ausland kann man ja auch angeben.
                  Mit dem E-Auto bestimmt auch!

                  Es wird alles nachgeäfft, was gerade modern ist!

                  Egal exotische Speisen oder überflüssige Flugreisen.
                  Und wer aus einem armen Elternhaus stammt, der muß dann verstärkt zeigen , was er sich alles leisen kann!

            • Elisabeth Ertl sagt

              Also dieses Konsumentenbashing kriegt langsam einen ziemlichen Bart. Unter Bauern gibt es gleich viele Idealisten und gleich viele Arschlöcher wie unter KonsumentInnen, vergesst das nicht. Denn nur dann kann man anfangen, auf Augenhöhe miteinander zu reden.

              • Reinhard Seevers sagt

                Leider ist mathematisch betrachtet die Anzahl der Arschlöcher außerhalb der Landwirtschaft um Potenzen höher.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Direktvermarktungsanteile ausgewählter Lebensmittel in Österreich im Jahr 2020

                  Merkmal Anteil Direktvermarktung*
                  Frischmilch 20,5%
                  Käse 0,7%
                  Butter und Margarine 0,4%
                  Frischobst 2,2%
                  Frischgemüse 2,3%
                  Kartoffeln 6,3%
                  Eier 14,2%
                  Fleisch inkl. Geflügel 3,6%
                  Wurst und Schinken 2%

                  Soweit die Relation der Direktvermarktung und dessen Anteil am Umsatz der Gesamtlebensmittel….

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Das der Idealisten auch. Sie kaufen Schweinefleisch um 40 Euro.

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Die bäuerlichen Idealisten kommen jedenfalls mit der Produktion gar nicht nach und sind ausverkauft.

    • Inga sagt

      Tierfabriken?

      Oder Fleischfabriken?

      Schlachtefabriken, oder?

      Danach kommen die Schlachtkörber in Wurstfabriken!

  1. Thomas Apfel sagt

    Eine Bauerngesellschaft in meiner Nähe (4.500 ha) hat meinen unmittelbaren Nachbarn übernommen, eine Agrargenossenschaft mit rund 1600 ha. Die haben den Betrieb so wie er ist sofort auf Bio-umgestellt (vorrangig Milchvieh, Mutterkühe und die dazu gehörigen Futter- und Weideflächen Marktfrüchte in geringerem Umfang). Der Hauptbetrieb mit relativ fruchtbaren Böden und ebenfalls Milchvieh bleibt konventionell.
    Ich denke diesen Weg wird der Strukturwandel im Osten an vielen Stellen gehen. Diversifizierung und Reaktion auf Nachfrageänderung in größeren Flächeneinheiten. Das Genossenschaftsgesetz mit seinem “unteilbaren” Vermögen wird in den nächsten Jahren zur Auflösung vieler Agrargenossenschaften führen. Da ist nochmal “Goldgräberstimmung” für Investoren angesagt !

    • Reinhard Seevers sagt

      Dan kann man ja demnächst wieder einen neuen Film über die Landwirtschaft im “Osten” machen, als Fortsetzung des Film aus 1981: “Landwirtschaft in der DDR”….
      ein herrlich sachlich und ehrlicher Film eines Westdeutschen in Mäcpom…zu zu schön und so lehrreich! Die Geschichte geht weiter!
      https://www.youtube.com/watch?v=uVvGtgjphs8

      • Thomas Apfel sagt

        Genial nüchterner und ehrlicher Film ! Ich bin 1980 als junger Absolvent in genau so einer Struktur aufgeschlagen. Eins der Hauptprobleme war, bei der Vielzahl an Frei-Tagen und Sozialmaßnahmen, die Arbeitsabläufe vernünftig organisiert zu bekommen. Schönes Bild auch, das Schälen der Senfgurken von Hand.

          • Reinhard Seevers sagt

            Stadtmensch, der innovative und weltrettende Großkonzern Amazon (climate pledge) diktiert der Gesellschaft die Voraussetzungen für den ÖPNV….so geht es!
            Wir stellen das Netz für den Datentransfer, die Fläche für die Logistikhalle (1,2ha), die Verkehrsanbindung und den Transport der Arbeiter zur Arbeitsstelle zur Verfügung. https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/amazon-achim-pendler-100.html
            Wenn Schichtwechsel ist, um 1:00Uhr Nachts, rennen tausende Pendler zum Bahnhof, um den letzten Zug zu erwischen.
            Nachtzulage-Fehlanzeige, Arbeitsverträge für max. 6 Monate und ein Hungerlohn…so sieht Digitalisierung 4.0 aus!
            Die neuen Gutsherren sind digitalisiert und damit legitimiert! Und Corona sei Dank, brummt der Gewinn!

            • Stadtmensch sagt

              Die Technik ist nicht das Problem. Multis haben doch oft die Standarts gesetzt und alle haben erstmal mehr oder weniger profitiert. Ford mit Fließband und Autos ist nun leider zum Bumerang geworden.
              Man muss es irgendwie schaffen, dass die Leute selbst wollen, was sie sollen. Dann muss man auch nicht überwachen und strafen.
              Also Demokratie auch hinter dem Werktor mal probieren.
              Chinesen werden auch noch merken, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt. Den fehlen quasi ein paar Erfahrungen. Dafür haben wir ja unsere Soziologen 😉

              • Ostbauer sagt

                Moin Stadtie 🙂
                Regnet gerade Strippen und hab etwas Zeit.
                “das die Leute selbst wollen, was sie sollen”
                Also; das haben wir 40 Jahre probiert, hat bekanntlich nicht funktioniert. Das Problem bei allen guten Theorien ist immer der Faktor Mensch. War schon immer so!!!

          • Die konnten ja ihren Familienbesitz zurückkaufen.

            Die hatten doch auch Bauerngene im Blut und haben Landwirtschaft studiert und dann diesen Familienbesitzt weiter bewirtschaftet.

            Solche haben auch ehemalige LPGen gekauft und dann bewirtschaftet.

            Und deswegen wird die Landwirtschaft vielleicht auch hier im Westen immer mehr im großen Rahmen bewirtschaftet.

          • “54 bezahlte freie Tage”?
            Was waren das für Tage?

            Ich glaube wir im Westen hatten nur gut 30 Urlaubstage!

              • Ja, habe ich schon zum Teil, den Rest schaue ich noch

                Also in den 20igern des vorigen Jhdt., war es ja genau wie hier.

                • Inga sagt

                  Obstbauer
                  die großräumige Landwirtschaft passt auch besser zu unseren industriell hergestellten Landmaschinen.

                  Das ist auch ein rießen Kostenfaktor.

                  Nur unsre Ökologie ist da wohl nicht so einverstanden.

              • Der Film macht den Eindruck, als ob das eine Errungenschaft wäre, eine bessere Landwirtschaft gegenüber den 1920iger Jahren zu haben.
                Durch die Neue High-Tech und auch durch die Sozialismus.
                Den einfachen Landarbeitern ging es viel besser!
                Sie haben sogar Häuschen und Garten bekommen.
                Das zu viel gewachsenen Obst und Gemüse konnten sie auf dem freien Markt verkaufen, eine Zugewinnsituation.

                Natürlich war dass besser.

                Aber wie ging es den Normalen Bauern mit 20 oder 100ha?
                Die sind in die LBG, hatten Verantwortung abgeben und hatten mehr Freizeit.
                Vielleicht haben sie deswegen 20% weniger geerntet als wir.
                Vielleicht konnten die Landmaschinengenossenschaften oder VEBs deswegen nicht immer das Ersatzteil liefern, was gerade kaputt gegangen ist?!?!

                Jedenfalls waren sie viel Schlagfertiger mit ihren großen Maschinen.

                Die haben schon Anfang der 60iger mit dem Flugzeug gedüngt, wie mein Opa zu erzählen wußte.
                Meinen Eltern taten die Kollegen in der Ostzone leid, dass sie ihr Land, nach Vorbild Russlands abgeben mußten und nicht mehr der eigene Herr darauf waren. Sie nannten es Enteignung und Kolchose.

                Ca. 10 Jahre später habe ich auf einen arrondierten Betrieb geheiratet, da waren ja die Felder fast do groß wie in der DDR, dachte ich und erzählte meinem Mann, dass die in der DDR schon vor 10 Jahren mit dem Flugzeug Kunstdünger gestreut hätten. Ja, antwortete er, das wollten die bei uns auch machen, haben sie schon mal ausprobiert, aber das hat uns nicht gefallen, weil ja die ganzen Feldwege und Gräben mit gestreut wurden. Wenn das die Grünen wüßten.
                In dem Film wurde ja auch gezeigt, dass vor jeder Ernte da Bodenproben genommen werden und wenn zu viel gedüngt und gespritzt (das haben sie auch mit dem Flugzeug gemacht) war und der Boden dadurch zu sehr belastet, dann wurde die Ernte weggeschmissen!? Jedenfalls nicht zum Verzehr zugelassen oder freigeben!?!
                Wie alt war der Film?
                Nach der Kleider-Mode aus dem70igern oder doch 80igern?

                Dass diese Kolchosen LBGenossenschten hießen habe ich erst 1984 erfahren. Da waren wir bei der Witwe von Schwiegermutters Cousin in der DDR. Sie war vorher auch mit ihrer Behinderten Tochter bei uns.
                Die anderen beiden berufstätigen Kinder durften nicht in den Westen. Wenn wir Besuch hatten, wurde immer gut gekocht und aufgetischt, aber bei denen….

                Am Ankunftstag hatte die Tante in ihrer Mietwohnung in der Pestalozzistraße in der Stadt gekocht.
                Die Kartoffeln waren Futterkartoffeln, habe ich am Aroma gemerkt.
                Sonst sind wir immer essen gegangen.
                Es gab immer Wild. Das mußten die Jäger wohl abliefern.
                Eben staatseigen.

                Jedenfalls den Sohn von der Tante haben wir nicht kennengelernt, denn der durfte nicht nach Hause, wenn jemand vom Westen da war. Der war bestimmt ein hohes Tier bei der NVA in Gera.
                Die Tochter und ihr Mann war natürlich immer dabei.
                Sie erzählte, dass die Bauern aus dem Privatanbau viel frisches Obst und Gemüse auf den Wochenständen verkauften, denn sonst hätten sie nichts frisches, in der Kaufhalle gibt es keine frischen, da ist alles verwelkt, wie in dem Film auch u erfahren war.

                Es war halt in der Landwirtschaft viel von Vorteil da, deswegen haben sie die ja auch nach 1990 in der Größenordnung behalten.
                Ich habe immer nicht begriffen, wie man in der Größenordnung von über 100ha Bioanbau machen kann.
                Na ja, wenn es jetzt auch mehr Maschinen dafür gibt.

                Meine Freundin die Agraringenieurin hatte auf einem Betrieb in SA, der vorher einem Junker gehörte, der wohl alleine eine LBG war, aber eine für Viehzucht, den Sauenstall betreut. 2000 waren da drin. Von Besamung bis Geburten alles hatte sie unter sich.
                als ihr Kind ein Baby war, hatte sie es auch mal unter die Ferkellampe gelegt,
                als ihr Kind in Krabbelalter war, ist es quer über den Hof gekrabbelt, es ist nichts passiert, alle haben drauf aufgepasst, die Frauen aus dem Kuhstall auch.

                Ihr Mann war gelernter Maurer, hatte aber auch mal in einem Kuhstall gearbeitet.
                Jedenfalls konnte er die Kühe bei der Kalbung besser betreuen als die gelernten Fachleute.

                Einer so, der andere so!

                Die beide haben in unserem Stall die Schweine ganz anders angesehen und angefasst, als sonst irgendwelcher Besuch aus der Stadt, die zeigten ganz anderes Interesse.

                .

                • Ostbauer sagt

                  Hallo Inga,
                  Die Geschichte der ostdeutschen Landwirtschaft ist für einen außenstehenden sicherlich kompliziert.
                  Um es mal runter zu brechen: Auf Unrecht aufgebaut, aus der Erkenntnis gelernt, am Unvermögen der Führung teilweise gescheitert, im Kapitalismus neu auferstanden.(Die Landwirtschaft war eigendlich der einzige Zweig der Wirtschaft der noch halbwegs funktionierte!)
                  Vorteile der Großraumlandwirtschaft sind nun mal unter anderem Synergieeffekte, geregelte Arbeitszeit(zum Teil) .Alles Punkte die die heutige Wirtschaft heute verlangt. Das mit dem Flugzeug war so; kannste aber getrost vergessen; obwohl, die Technik wird ja immer besser; von wegen Bodenschonung und so.
                  Meiner Meinung nach wird der Trend eindeutig zu größeren Strukturen gehen; ob`s uns nun gefällt oder nicht.

                • Thomas Apfel sagt

                  Bei uns wurden 1980 – 86 sogar Fungizidbehandlungen im Obst mit dem Flieger gemacht (so wie heute noch an den Steilhängen der Mosel) Wir hatten russische Piloten, die konnten das fast auf den Meter genau und haben fast die Baumspitzen gestreift. Habe ich übrigens in den späten Neunzigern in der Camargue in großem Stil noch in Anwendung gesehen.

                • Obstbauer:
                  ” geregelte Arbeitszeit(zum Teil) .Alles Punkte die die heutige Wirtschaft heute verlangt. ”

                  ‘In der Autoindustrie und im Büro ja.
                  Aber in der Landwirtschaft und der Pflege?

    • Arnold Krämer sagt

      Im BMEL arbeitet man u.a. wegen dieser Erscheinungen und einer erwartbaren neuen Welle an Landveräußerungen an einer “Initiative für einen gerechten Bodenmarkt”. Bin gespannt, was unter einer neuen BR daraus wird.

      • Thomas Apfel sagt

        Üblich ist der Aufkauf der Genossenschaftsanteile. Das spart die Grunderwerbssteuer und die Diskussion über “Bodenspekulation”.

  2. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Frage 1:
    Wer diese in zwei Sätzen beantworten kann, hat nur die eine Alternative: Aufhören!
    Frage 2:
    Nullen und Einsen übernehmen künftig einen Großteil der Arbeit, wenn es denn so weitergehen kann. Kommt z.B. der „richtige“ Sonnensturm (Eruption auf der Sonne, die Hölle bricht aus mit einer Strahlenbelastung im Weltraum, die alles zerstört…), ist schon morgen auch bei unseren Nullen und Einsen sprichwörtlich einfach Schluss.
    Frage 3:
    Diese Frage stellt einen ganz billigen Wissenstransfer dar, im Eigentlichen eine Frechheit ein solcher Versuch, sich derart mit fremden Federn schmücken zu wollen. Das mutet schon quasi an wie der „Enkeltrick“ bei den besorgten Großeltern…
    Frage 4:
    Wer so hinterfragt, trägt zur Überproduktion auf unseren Höfen konsequent bei. Ein Drittel unserer Betriebe ist damit überflüssig. Eine entsprechende positive Positionierung befeuert allenfalls diesen irrwitzigen Status quo, eine wahre Marktferne auf unseren Bauernhöfen.
    Frage 5:
    Schon immer ist eine sehr hohe Flexibilität in der Urproduktion gefordert, wer sich einer solchen Herausforderung nicht stellen konnte/kann, sitzt als stiller Beobachter bereits oder sehr zeitnah auf dem heimischen Kanapee und ordnet sich damit geschmeidig in die Besserwisserfraktion ein.
    Frage 6:
    Wie kann man eine solche Frage überhaupt derart verallgemeinern. Dort, wo diese nur allgemein gelöst wurde, war nach 40 Jahren Schluss!
    Frage 7:
    Die Nahrungsmittelproduktion wird es auch forthin geben, das ausschließliche Zwangskorsett der Nahrungsmittelproduktion wird der zukunftsorientierte Bauer jedoch innerhalb kürzester zeitlicher Verläufe abstreifen müssen. Fleisch wird man kurz- bis mittelfristig nicht mehr nur in Ställen u. auf Weiden produzieren, Stärke in Fabriken/Gebäuden herstellen…

    Meine Gretchenfrage: Warum investiert unsere Gesellschaft überhaut allgewaltige Summen in Forschung, wenn man parallel dazu mit obigem Fragenkatalog gegenüber dem gemeinen Volk aufwartet!?

    Jeder Einzelne, der in vorstehenden Thematiken positive Antworten bereits gefunden hat, sollte sich hüten, diese kostenlos preiszugeben. Man könnte sowas ansonsten auch als geistigen Diebstahl bezeichnen; ich plädiere dafür geistiges Eigentum künftig weitaus besser zu schützen…

    • Brötchen sagt

      “Jeder Einzelne, der in vorstehenden Thematiken positive Antworten bereits gefunden hat, sollte sich hüten, diese kostenlos preiszugeben.”

      Der Gedanke ging mir auch durch den Kopf.

  3. Bauherr sagt

    Schon eine komische Veranstaltung mit Russen. Wollen die helfen?

    Es gibt zwei grundsätzliche Probleme in Deutschland:
    1. Die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmittel, weil diese nicht etwa aus Umweltschutzgründen aus dem Verkehr gezogen werden sondern aus ideologischen Gründen.
    2. Das Geschäftsmodell „Angst machen“ von Grünen und NGO.

    Offenkundig will sich die Weltbevölkerung noch mal verdoppeln und somit stehen gute Zeiten an – auch in Russland.
    Ich würde den Russen einen Deal vorschlagen: Wir liefern Technik und Innovationen, die helfen uns bei Greenpiss und Bärböcken 🤔

  4. Arnold Krämer sagt

    Orientierung können die 7 Landwirte den zuhörenden Managern nicht vermitteln, nur aktuelle individuelle Stimmungen. Die Gestaltung der Rahmenbedingungen rund um das Überthema Klimaschutz wird in allen 3 Ländern sehr unterschiedlich sein . Gleichzeitig ist zu bedenken, dass die 3 Staaten ganz unterschiedliche Agrarstrukturen und auch ganz unterschiedliche Wertvorstellungen von den Aufgaben und dem Stellenwert des nationalen Agrarsektors haben.
    Und ansonsten gilt: “Unternehmen sind selbstgebastelte Abenteuerspielplätze”

    • Bauer Willi sagt

      Ein Betrieb mit 1000 ha aus SH und einer mit 250 ha in Westfalen.
      Und ich mit 40 ha im Rheinland….
      (Aber bei mir geht es wohl mehr um den Überblick als Blogger)

      • Reinhard Seevers sagt

        So einer fehlt in der Betrachtung:

        Die Sanddorn GmbH Quellendorf ist ein Tochterunternehmen der
        APH e.G. Hinsdorf GbR – gelegen zwischen Magdeburg und Leipzig.
        Die APH Hinsdorf ist ein Landwirtschaftsbetrieb, welcher 10.000 ha
        Fläche bewirtschaftet.
        Zusätzlich sind im Betrieb integriert: 650 Kühe
        2 Supermärkte
        1 Autowerkstatt und
        1Tankstelle
        Außerdem haben wir in Ungarn noch 1.300 ha in Bewirtschaftung.
        Da die Sanddorn GmbH ein Öko-Betrieb ist, musste sie aus dem großen
        Betrieb ausgegliedert werden, um die Öko-Förderung zu bekommen.
        Im Gesamtbetrieb APH sind ca. 130 Personen beschäftigt.
        😎

        • Arnold Krämer sagt

          Landwirtschaft ist in ihren Strukturen, ihren Organisationsformen, ihrer Produktionsausrichtung, ihrer Marktverpflechtung, ihrem Standorten, ihrer Wirtschaftlichkeit usw. so vielfältig; da wird immer einer (oder noch viel mehr) vergessen und das ist das Problem in der Gestaltung der Rahmenbedingungen. Und es wird immer schlimmer, weil Politiker und ihre “Antreiber” im Hintergrund meinen (aus welchen Gründen und mit welchen Zielen auch immer) immer mehr regeln und vorschreiben zu müssen.
          Weniger wäre mehr!

          • firedragon sagt

            Landwirtschaft ist vielfältig, kein Betrieb ist mit einem anderen vergleichbar … darauf zielte meine erste Frage auch ab.
            Ich rätsel ja noch, was das int. Unternehmen mit den Ergebnissen seiner Frageliste anstrebt. Bzw. wenn da überwiegend Manager sitzen, diese sich daraus ableiten sollen.

            • Arnold Krämer sagt

              Alle Unternehmen müssen heute etwas tun für die Kundenbindung und bieten deshalb für ihr Klientel unterschiedliche Formate der Informationsvermittlung und Weiterbildung an. Das wird auch hier der Hauptgrund für die Veranstaltung sein. Dadurch erfolgt auch Meinungsbildung im gesellschaftlichen Raum. Ist doch auch i.O.

              • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                …oder es soll schlichtweg noch mehr Geld von unseren Höfen abgeholt werden, …jeder muss schließlich zusehen, wo er bleibt.

                Nur Bares ist Wahres – ohne das kein Wissenstransfer etc. pp..

                • Reinhard Seevers sagt

                  “VW-Chef Diess fordert höheren CO2-Preis”

                  Sooo geht das! Das hat Annalena gemeint, als sie sagte, die Industrie sei bereits weiter , als die Politik in Sachen Decarbonisierung.
                  Erst Bescheißen, dann mit Steuergeld den Schaden bereinigen, dann E-Autos bauen und nun den Absatz durch Volksverdummung erhöhen….wer hat jetzt noch Zweifel am Erfolg des Kapitalismus?
                  Bauern, ihr müsst mehr Auflagen fordern, die Industrie macht es doch vor! 🤮

                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Ihre Aufzählungen sind korrekt; es fehlt einzig noch der Zusatz, dass unsere Autoindustrie schon immer die Politik in der Hand hatte und nicht umgekehrt.

                  Selbst unsere schlussendlich der deutschen Dichtkunst verfallene Frau Dr. Hen(t)ricks (damit konnte sie allerdings auch wenig punkten) als Umweltministerin dereinst, aktuell unsere Lady in Red, Frau Schulze, haben -wenn überhaupt- nur äußerst zögerlich und extrem bedächtig Hand angelegt bei diesem Sektor, allenfalls etwas an der Oberfläche gekratzt.

                  Gegenüber den Bauern -überwiegend Einzelkämpfer- war man da weitaus “dienstbeflissener” medienwirksam unterwegs…

                  Ich bin im übrigen vom Gegenteil überzeugt: Dieser extrem geißelnde Prämienmoloch muss endlich abgeschafft werden…; mit den Krumen-Renditen stopfen sich doch alle ihre Taschen ganz gehörig voll, nur nicht die Bauern mit solchen Anderkonten.

                • sonnenblume sagt

                  Diess und Aldi fahren die gleiche Strategie. Offiziel den lauten und lupenreinen Vorturner und im Hinterstübchen schauen wie man möglichst vorteilhaft an dem System verdient.

              • Das ist wohl Sache des Staates oder der Allgemeinbildung!

                Der hat dafür zu Sorgen, dass seine Einwohner wissen, wo das Essen her kommt und wie schwierig (unter welcher Berücksichtig auf Ökologie) es ist herzustellen.

                Warum schreibt man das nicht in den Lehrerrahmenplan oder wie das heißt?

                Die Bauern können nicht neben ihrer 60Stundenwoche auch noch Werbung machen
                und der Bauerverband macht das nicht!

                Die Direktvermarkter machen das, die besuchen auch Kurse für Marketing!

          • Reinhard Seevers sagt

            Betriebe, wie der oben genannte vereinen alle Produktivmittel, Produktivkräfte und Marktbeteiligungen,
            Er ist Rohstofflieferant, Produkthersteller, Warenhersteller und-lieferant, Unternehmen, Arbeitgeber, etc. in einem – nur eben kein Familiengeführtes Einzelunternehmen.
            Aber die Politik und die Gesetze scheren alle über einen Kamm.
            Und nun sollen 3 Beispielbetriebe aus Westdeutschland eine Zukunftsvision vorlegen?
            Wie soll dass gehen? Man muss dann ja den kapitalistischen Hintergrund mit der Ideologie und dem Wissen politisch Verantwortlicher, die auf Basis emotionaler Bürger Entscheidungen treffen, vereinen. Das ist unmöglich und auch nicht notwendig.
            Qui bono, sagt Willi sonst immer….

        • Bauer Willi sagt

          Der russische Betrieb bewirtschaftet über 600.000 ha.
          Dann gibt es noch Prodimex mit über 800.000. Eigentümer ist eine Einzelperson. Freund von Vladimir P.

        • Thomas Apfel sagt

          Es sind zum Teil auch “mittelalte” vermögende Landwirte aus Deutschland oder Holland. Die sind in der Midlive crisis (zu Hause ist die Frau weggelaufen o.Ä.) und werden von jungen hübschen Frauen, die eigentlich ihre Töchter sein könnten, in die russische Pampa gezogen. Oft sind die Frauen geschäftlich fitter als die “mittelalten” Herren und übernehmen den Laden quasi, ohne es den “Alten” zu sehr merken zu lassen. Auch so entstehen manchmal kleine Imperien.

      • Christian Bothe sagt

        Wird auf jeden Fall eine interessante Sache! Für mich als ein Verfechter einer intensiven LW sowohl im Pflanzenbau als auch in der Tierproduktion sowieso! Bin gespannt auf die Ergebnisse unterschiedlicher Strukturen der LW in den Ländern,und wie man die zukünftige Versorgung von 10 Milliarden Menschen gestalten kann und muss…

        • Reinhard Seevers sagt

          “Bin gespannt auf die Ergebnisse unterschiedlicher Strukturen der LW in den Ländern,und wie man die zukünftige Versorgung von 10 Milliarden Menschen gestalten kann und muss…”

          Wie kommen sie darauf, dass die Versorgung von 10 Milliarden Menschen das Ziel der Fragestellung sei?
          Ich sehe lediglich eine Art brainstorming von Bauern FÜR die Industrie. der Versuch, eine individuelle Betrachtung zu übetragen auf eine ganze Branche.

          • Brötchen sagt

            Für die Industrie und als Türöffner für GB und Rus….

            Das ist direkte Konkurrenz für unsere LW…..

            Mit Konkurrenten nur Small Talk……nix von Belang

            • Reinhard Seevers sagt

              Nee Brötchen. Das Ergebnis des Symposiums soll dem deutschen Landmann verdeutlichen, dass seine Arbeitskraft und sein Kapital besser in Russland investiert sind….in der Tradition Katharina II. sollen deutsche wieder die Landwirtschaft in Russland voranbringen! 😁
              Aber diesmal auch Geld mitbringen, nicht nur know-how.
              Dürr und John sind doch bereits etabliert und hier ja auch im Spiel mit Prodimex.

              • Brötchen sagt

                Wer hat Kapital in D. von den Lw?
                Tönnies haut ab aus Russland…die haben die Schnauze voll.
                Ich kenne genug Leute die in dem Landesteil waren und war auch selber da.
                Ich rede jetzt nicht von Leuten, die das ganz große Rad drehen.

                Und man muss immer wissen, wer dort tätig ist, muss sehr gut mit Korruption umgehen können.

                Da sitzt Du schneller in der Mausefalle, wie Du gucken kannst.

                • Thomas Apfel sagt

                  Da war vor ein par Jahren mal ein Artikel über das ehemalige Ostpreußen in “Flur & Furche”. Die haben beschrieben, wie gut Boden und Klima sind, wie der russische Staat den Neustart fördert, was Arbeitskräfte kosten usw.. Der entscheidende Satz kam am Ende: “Ein Problem ist der Umstand, dass außerstaatliche Strukturen mitverdienen wollen, was eine Investition in diese Gebiete schwer kalkulierbar macht”

                • Arnold Krämer sagt

                  Ich habe den Satz eines Investors von vor 20 Jahren noch immer im Ohr:
                  Man müsse trink- und schussfest sein

          • Christian Bothe sagt

            Ich denke man muss weiter schauen und denken sowohl in der LW als auch in der Industrie! Versorgung mit Nahrungsgütern ist das oberste Gebot weltweit und das wird auch so eine Diskussion veranschaulichen.

            • Brötchen sagt

              Christian strategisch langfristig schon…..der kleine Betrieb….dazu zähle ich auch eine größere LPG kann das Spiel nur mitspielen und ist wie das Blatt im Wind, oder sich ne Nische suchen.

              Aber Nischen sind auch tricky…….

            • Reinhard Seevers sagt

              Das größte Potential liegt doch in Afrika…da findet das Symposium aber nicht statt, weil dort kein Geld zu holen ist.
              Es wird hier ausschließlich die Industrie bedient, die auf den Kapitalintensiven Märkten abgreifen will, das ist für mich glasklar.

  5. Reinhard Seevers sagt

    Ja, das ist die typische Beratungssituation, die immer negativ konnotiert wird und wurde.
    Ich sehe keinen Mehrwert in den Fragestellungen, weil zu viel Glaskugel….😉

  6. Reinhard Seevers sagt

    Welchen Wert sollen die Fragen und deren Antworten für wen haben, wenn die Einflussnahme außerhalb der betrieblichen und persönlichen Beeinflussung liegt?
    Das Wichtigste hat man vergessen: Welches Klima wird in dem Fragenzeitraum gewünscht?….

    • Bauer Willi sagt

      Das war jetzt keine große Hilfe…. 😉

      Prognosen sind immer dann schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.

    • Sehr gut, Herr Seevers. Problem fast erkannt! Die Einflussnahme der derzeitigen Form der Landwirtschaft ist gleich null. Und moderne Bauern scheint das nicht wirklich zu stören. Sonst würden sie solche Veranstaltungen wie oben nämlich links liegen lassen. Das ist nämlich nur Marktforschung der Agrarindustrie. Deren Felle immer mehr davonschwimmen. Kleine Betriebe setzen auf bäuerliche/solidarische Landwirtschaft, die anderen, sehr grossen, sind so gross und gut organisiert dass sie zumindest die nachgelagerte Industrie bald nicht mehr brauchen. Und wenn sie auf Bio machen, brauchen sie auch ein Grossteil der vorgelagerten Industrie eben auch nicht mehr.

      • Arnold Krämer sagt

        “Und wenn sie auf Bio machen, brauchen sie auch ein Grossteil der vorgelagerten Industrie eben auch nicht mehr.”

        Die Pflanzen wachsen mit Luft und Liebe. Gesät und geerntet wird von Hand. Transportiert wird mit Lastenfahrrädern. Landwirtschaft braucht wieder viele Menschen, die den Buckel krumm machen. Nico, wo leben Sie?

        • Bauer Willi sagt

          Nico lebt in Luxemburg….
          Leute, ihm geht es nur ums trollen.
          Zu SoLaWi komme ich diese Woche noch…

        • Klar, dann brauchen wir auch nicht mehr so viel Pestizide.

          Es sind ja genug Arbeitslose da, die im Feld für den Mindestlohn mithelfen können.

          Also

          Wir können uns das leisten, oder nicht?

          • Reinhard Seevers sagt

            Inga, da die Arbeitskraft der teuerste Faktor ist und bleibt, wird immer versucht werden, Arbeit einzusparen. Jedenfalls im kapitalistischen System.
            Der oben genannte Betrieb baut 41ha Sanddorn an. Die haben die Ernte, die sonst von Hand gemacht wird mechanisiert. Jetzt ersetzt eine Maschine 40AK….Bio- versteht sich!

          • Thomas Apfel sagt

            Inga, der Bio-Sanddornanbau ist gerade am Verschwinden, weil die Sanddornfliege aus Amerika eingewandert ist und im Bio-Anbau nicht bekämpfbar ist. In meinem Umkreis haben gerade 3 Betriebe damit aufgehört. Eben wegen fehlender “Pestizide” und weil die Antagonisten den Weg aus Amerika zu den Bio-Feldern noch nicht gefunden haben. Wir hatten selbst mal 10 ha Sanddorn in der Anfangszeit der Modewelle. Die verwilderten Anlagen stehen noch. Bis vor 5 Jahren im Herbst ein Meer von orangefarbenen Beeren und Riesenschwärmen von Wacholderdrosseln, die im Herbst aus Osteuropa kamen. Alles weg, nur noch tiefes Braun der leergefressenen Beeren. Verticillium ist ein weiteres Problem.
            Es gibt noch konventionellen Anbau, aber die denken wegen der niedrigen Preise auch über Ausstieg nach. Soviel als “Bericht aus der Nische”.

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