Bauer Willi
Kommentare 125

200 Mio. Menschen streiken – und keinen interessiert´s

Bildquelle: tagesschau.de

Am 8. und 9. Januar haben in Indien nach inoffiziellen Angaben rund 200 Mio. Menschen gestreikt. Einer der Gründe war der Protest gegen die Nicht-Einhaltung der Regierung zur Einführung einen Mindestlohns. Beteiligt an dem Streik waren viele Branchen. Durch den indischen Bauernverband wurden viele Gleise besetzt, auf den Teeplantagen wurde nicht gearbeitet.

Wenn man bei Google den Begriff „Streik Indien“ eingibt, so erscheinen dort kaum Meldungen zu einem der größten Streiks, den die je Welt erlebt hat. Und das ist etwas, was mich erschreckt: Uns werden die Realitäten nicht mehr vermittelt! Der deutsche Feinstaub mag ja wichtig sein, aber dass die Inder in Massen auf die Straße gehen, wird nicht berichtet?

Wir, in den Industriestaaten, haben viele Probleme. Der Hungernde nur eines: satt zu werden.

Darüber sollten wir auch nachdenken.

https://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/indien816.html

200 Millionen Menschen nehmen teil am Generalstreik in Indien

(Aufrufe 3.506 gesamt, 1 heute)

125 Kommentare

  1. bauerhans sagt

    „Nur die Landwirte produzieren größtenteils drauflos“

    Alois,bauern produzieren mit langfristigen investitionen unflexibel unelastische produkte und die meisten sind nicht bereit zu diversivizieren!

    3+
    • Alois Wohlfahrt sagt

      @bauerhans
      Gerade weil langfristige Investitionen, wie z.B. Ställe, enorm viel Kapital binden, müssen sie auch langfristig mit kostendeckender Produktion und Vermarktung abgesichert sein. Es ist in meinen Augen geradezu fahrlässig z.B. 1 Mio oder mehr in einen neuen Milchviehstall zu investieren ohne abgesicherten Mindest-Erzeugerpreis. Solche Absicherungen bekommt man allerdings nicht zum Null-Tarif. Dafür müssen die Bauern als Erzeuger z.B. bereit sein sich bei Markenprogrammen einzugliedern. Bei einer authentischen Marke arbeiten Erzeuger, Verarbeiter und der Handel zusammen, so dass einerseits eine vertrauenswürde Marke entsteht und auf der anderen Seite müssen alle Beteiligten auch auf ihre Kosten und Erträge kommen. In so einer Zusammenarbeit für eine vertrauenswürdige Marke regeln die Partner Qualitäten, Mengen (Überschüsse machen jeden Markt kaputt !!) und auch Kundenwünsche. Wie z.B. Tierwohl.
      Dazu ein ganz aktuelles Beispiel aus meiner Region:
      https://www.allgaeuhit.de/Allgaeu-In-Allgaeuer-HofMilch-stecht-jetzt-noch-mehr-Tierwohl-VIER-PFOTEN-zeichnet-BioHeumilch-mit-Guetesiegel-aus-article10029554.html

      Die Hof-Milch GmbH (Ein Start-up eines Kaufmannes und ein Käser) kaufte die Reste der einstmals stolzen bäuerlichen Milchgenossenschaft Allgäuland, welche 2010 mit Millionen Verlusten in die Pleite ging. Diese Allgäuer Genossenschaft hatte dieselben Voraussetzungen und Chancen vor 20 Jahren wie die heute so erfolgreiche „Berchtesgadener Milch“. Nur die Allgäuer Genossen, allesamt Bauern, anerkannten die Zeichen der Zeit nicht. Man setzte auf Massenmarkt und auf Preiskampf. Und die Allgäuer Bauern verloren dabei alles, auch sogar ihre Allgäuer Bergbauernmarken, die nun letztes Jahr von der Hof-Milch-GmbH mitsamt dem Standort Sonthofen gekauft wurden. Die Hof-Milch wiederum hat mit REWE einen ganz großen Partner im Lebensmitteleinzelhandel gefunden. Und nun werden dort hochpreisig bäuerliche Premium-Produkte aus bäuerlicher Produktion verkauft. Und auch hier haben die Vertragsbauern feste Erzeugerpreise. Doch sie müssen ihr Gesicht zeigen und vertragliche Produktionsweisen, z.B. Heumilch, einhalten. Es ist aber keine Bio-Produktion und trotzdem mit einer erträglichen Wertschöpfung für Alle, auch für die Bauern.

      Über solche Themen sich zu informieren und zu diskutieren halte ich für wesentlich wertvoller als das leidvolle Sammelsurium der bäuerlichen Probleme, die wir hier täglich rauf und runter beten: Bauernverband, Medien, Politik, NGO’s, IGW, Klimawandel etc. Alle diese Themen und die Rechtfertigungen dazu bringen nichts ausser Zeitvertreib und letztlich Frust. Übrig bleibt das Gefühl zurück nichts tun zu können.

      Wollen wir wirklich so weiter machen?

      4+
      • bauerhans sagt

        „Wollen wir wirklich so weiter machen?“

        das kann nur die einzelne bauernfamilie entscheiden!
        ich sehe um mich herum viele familien,die sich auf kartoffeldirektvermarktung,hofcafe,eventscheune,golfplatz,pferdepension oder privatgartenpflege spezialisiert haben.
        aber beobachte auch,dass das eine aussergewöhnliche tagtägliche belastung bedeuted,weil sie auf mithilfe der altenteiler und aushilfskräfte angewiesen sind.
        übrigens altentagespflege,wie bei dir,hatten hier auch schon landfrauen mit fachausbildung angeboten,was aber immer an den feuerschutzbestimmungen des kreises scheiterte.

        0
    • Inga sagt

      Ja, das ist ja auch anstrengend sich über die Differenz von Natur- und Industregütern und ihre Enstehung Gedanken zu machen!

      0
  2. Der Brandenburgbauer sagt

    @Thomas Apfel,@Christian Bothe, Moin wir kennen uns zwar nicht, aber Danke für Eure Unterstützung, was die Antwort von Herrn Niemann auf meinen Eintrag „objektiv gewachsene landwirtschaftliche Strukturen im Osten „betrifft. So überzeugend hätte ich nicht argumentieren können.
    Eins bestätigt sich auch hier wieder. Menschen, wie Niemann und sein Freund Ilchmann eingeschlossen, die diesen Prozess nicht mitgemacht haben wissen natürlich wie es gelaufen ist. Die Welt und der Spiegel sind ihre Info-Quellen , muss man da noch etwas sagen?

    2+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Jetzt müssen wir dem NDR ewig dankbar sein,
      damit nicht nur eine Demo von 12.000 Demonstranten,,
      sondern auch die 200.000.000 von Indien erwähnt werden.

      Aber sind wir doch mal ehrlich, was interessiert ob die in Indien ihren Mindestlohn bekommen, wichtig ist, dass man mit dem geforderten Mindestlohn in Deutschland den Wein und Obstbau ruiniert.

      0
      • Eckehard Niemann sagt

        Hallo, „Ehemaliger Landwirt“,
        haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass Niedrigstlöhne in anderen Ländern zu Billigst-Exporten nach Deutschland führen und dass so den deutschen Landwirten eine Dumping-Konkurrenz entsteht?

        1+
        • Obstbäuerin sagt

          Hallo Herr Niemann, mit den steigenden Mindestlöhnenlöhnen in Deutschland geht es aber schneller.

          0
          • Eckehard Niemann sagt

            @Obstbäuerin
            Vielleicht sollten sich die Bauern mehr an den Gewerkschaften als an der Bauernverbands-Spitze orientieren und – statt zu jammern – intensiver und gemeinsam über Strategien für einen besseren Erzeugerpreis nachdenken und eintreten? Zum Beispiel nach dem Mengenregulierungs-Modell des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter oder den aktuellen Überlegungen der Zuckerrüben-Anbauverbände oder durch Einsatz für EU-weite und ordnungsrechtliche Vorgaben für „Klasse statt Masse“?

            0
            • Obstbäuerin sagt

              Herr Niemann, danke für Ihre interessanten Vorschläge. Den ersten verstehe ich leider nicht, da der Mindestlohn von der entsprechenden Kommission ausgehandelt wird. Das Mengenregulierungs-Modell gefällt mir auch sehr gut, nur weiß ich nicht wie die 5 Millionen Tonnen Äpfel, die aus Polen in den deutschen Markt drücken, sich damit vereinbaren lassen. Auch der Klasse statt Masse Vorschlag ist nicht schlecht aber inzwischen produzieren ja die meisten Obstbauern in der EU qualitativ hochwertige Ware. Die Vereinheitlichung ordnungrechtlicher Vorgaben wird von unserem Verband schon lange gefordert aber Sie wissen ja selbst, wie schwierig es ist, auf EU-Ebene etwas auf die Reihe zu kriegen. Das wird sich noch Jahrzehnte hinziehen, falls es die EU noch so lange gibt. Wenn das Benennen von negativen Fakten von Ihnen jedesmal mit dem Frame JAMMERN belegt wird, fördert das den Dialog nicht unbedingt.

              0
            • Eckehard Niemann sagt

              Liebe Obstbäuerin,
              wie leider viele andere Berufskollegen scheinen Sie eine Expertin dafür, was alles nicht geht – anstelle von Überlegungen, was denn wie gehen könnte…

              1+
            • Obstbäuerin sagt

              Offensichtlich haben auch Sie, lieber Herr Niemann, keine Lösung für unser Dilemma, das über uns schwebt, sonst hätte ich von Ihnen oder einem anderen Befürworter der Umdenkenfraktion eine Reaktion auf meinen Beitrag ein paar Blogs weiter zurück bekommen. Da geht es nicht um individuelle Probleme, sondern es trifft eine ganze Branche. Offensichtlich gibt es neben mir viele Kollegen, die nachgedacht haben, über den Tellerrand geschaut haben und erkennen mussten, dass ihnen da eine mächtige Lobbyistengruppe, Stück für Stück an wichtigen Produktionsmitteln entziehen will und somit ihre Zukunftsaussichten immer unsicherer werden.

              0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Werter Herr Niemann,
              ich möchte es ihnen mal erklären, wie es bei Zwetschgen lief.
              In den 50ziger Jahren ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland.

              Vor der Ernte gab es eine Ernteschätzung, nach der bekam Ungarn und Jugoslawien Einfuhrkontigente, die waren so hoch gesetzt, dass es kein Unterangebot in Deutschland gab, deshalb gingen die Preise zurück. Später wurden in Spanien, – in einem Fall mit 30 Millionen EU Gelder – Zwetschgen angepflanzt, die heute in den Regalen stehen. Wie ist ein Mengenregulierungs-Modell zu verwirklichen, wenn die EU den Anbau massiv fördert.

              1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Natürlich habe ich daran gedacht,
          das ändert nichts daran, dass der überwiegenden Mehrheit egal ist, ob die Menschen in den Ländern sich von ihrem Lohn ernähren können.

          0
  3. Friedrich sagt

    Was die Berichterstattung betrifft kann man heute eh nur noch die Hälfte glauben. Wenn ich ins Internet schaue und dann zum selben Thema die ARD + ZDF – Seite sehe , dann kommt man schon ins Grübeln . Leider verbreiten ARD + ZDF fast nur noch Grünen- und Regierungsmeinung. Das ist sehr traurig und deshalb sehe ich die Rundfunkgebühren auch inzwischen auch als überflüssig bzw. als Extrasteuer an, denn entziehen kann sich da ja keiner. – Also Staatsfunk. — ZU wichtigen Themen kaufe ich mir dann auch Bücher . Damit kommt dann wieder eine andere Sicht der Dinge. Wenn ich dann nur 50% von allem glaube , dann bekomme ich dann schon so in etwa die richtige Lage raus. Auf jeden Fall ist es so , daß die Leute , die nichts hinterfragen , stark manipuliert werden.

    4+
    • Inga sagt

      wie kann man den öffentlich rechtlichen dazu zwingen, neutral und wahrheitsgetreu zu berichten?
      Gibt es dafür nicht ein Gesetz? Müsste doch eigentlich, oder?
      Aber schon vor den GRÜNEN waren die Maskenmedien ja auch ROT oder SCHWARZ angehaucht!
      Wie wurde im HR über die Vogelbergbauern gelacht, als die meldeten, dass sie keine Zuckerrüben mehrt anbauen konnten, weil der Grundwasserspiegel gesunken war. (in ca.1999?)

      Als die Stadt anordnete, dass jeder Anwohner den Bürgersteig einmal die Woche zu kehren hatte, da wurden von HR Bilder von der kehrenden Oma auf der Autobahn im Fernsehen gezeigt. (etwas später)
      Gehört sich das?

      0
    • Keine Steuer, sondern seit ein paar Jahren ein Beitrag (=Abgabe, die von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft für die potentielle Inanspruchnahme ihrer Leistungen erhoben werden).

      Die Wortkombination „Zwangsbeitrag“ ist ein Pleonasmus wie Schrotflinte oder Doppelbockflinte oder weißer Schimmel.

      ZUR STAATSNÄHE:

      Im Fernsehrat des ZDF (60 Mitglieder) gibt es 20 Vertreter der Exekutive, und zwar je

      – 1 Vertreter der 16 Länder, der von der zuständigen Landesregierung entsandt wird,
      – 2 Vertreter des Bundes,
      – 2 Vertreter kommunaler Spitzenverbände.

      Beim ZDF gibt es also ein großes staatliches Gewicht von 1/3, allerdings aus 19 verschiedenen Körperschaften (Länder, Bund, Kommunen).

      In den Rundfunkrat des WDR (ebenfalls 60 Mitglieder) werden 13 Mitglieder vom Landtag entsandt, allerdings nicht von der Landesregierung, sondern je ein Mitglied von den Fraktionen benannt und die weiteren, um die 13 „voll“ zu bekommen, vom Landtag gewählt.

      Der WDR ist also weniger staatsnah als das ZDF. Das gilt auch für die meisten anderen Landesanstalten, die ja zusammen die ARD bilden.

      Staatliche Nähe kann im Übrigen auch zu Privatsendern bestehen! Oder diese wirken staatszersetzend, wie es das Ziel von RT Deutsch zu sein scheint, oder einfach nur als Werbeplattform mit Fake oder billigem Promiquatsch drumherum.

      2+
    • Eckehard Niemann sagt

      @Friedrich:
      wenn Sie der angeblichen Meinungsdiktatur von „Regierung und Grünen“ (?!) durch Bücherkäufe entgehen: Haben denn die „Staatsfunk“-Verantwortlichen den Büchermarkt noch nicht unter ihre Kontrolle gebracht? Oder haben Sie Zugang zu Untergrund-Verlagen?

      2+
  4. Thomas Apfel sagt

    Guten Morgen Willi,
    Ich find es insbesondere in Anbetracht der Berichterstattung im Umfeld der gestrigen WHS-Demo wichtig, dass durch den eingestellten Beitrag ein Licht auf die Arbeitsweise der Presse/Medien geworfen wird. Das Bereitstellen von Nachrichten erfolgt meist nicht mehr durch Korrespondenten vor Ort, sondern über Nachrichtenagenturen. Dort wird unter welchen Einfluss auch immer sortiert was in die Medien kommt und was nicht.
    Und da die ganze Medienwelt äußerst Bio-affin ist geht jegliche Objektivität verloren.
    Mit dem Indien- Beispiel bekommt das Ganze noch eine viel größere politische Dimension.
    Als Beispiel hier die Antwort von DPA auf die Anfrage einer Tageszeitung, warum nicht berichtet wurde: … sie (DPA) habe über den Streik nicht berichtet, da die Zahl der Streikenden für sie nicht verifizierbar gewesen sei. Daneben sei es weder zu größeren Ausschreitungen noch zu Todesfällen gekommen, der Generalstreik daher als irrelevant erachtet wurde.

    4+
  5. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin Ottmar, leider kann ich auf Deinen Beitrag , was meine Teilnahme in Berlin betrifft, nicht direkt zugreifen. Ich habe keine Freigabe zu Antworten. Man muss sich nur die Webseiten der vielen Veranstalter von NABU,BUND und Deiner AbL anschauen und kann schlussfolgern, in welchen Rausch Ihr Euch wieder alle versetzt, wenn es darum geht ,der konventionnellen Landwirtschaft das Licht auszublasen.
    Die Berichterstattung in den Nachrichten, unser ach so unabhängigen Fernseh und Radioanstalten, tun dann sein übriges. Auch dieses mal war die Demo, unter anderem wieder ein Angriff auf die objektiv gewachsenen landwirschaftlichen Strukturen im Osten unseres Landes.Diese passen einfach nicht in das Weltbild von Dir und den vielen ach so besorgten Demonstranten.
    Ja, ich nehme Deinen Ratschlag an, Informiere mich doch lieber in meiner Bauernzeitung, welche objektiv und unabhängig davon berichtet.
    Ich muss also nicht zwingend nach Berlin fahren um zu erfahren, das wir Landwirte, und
    das besonders hier im Osten, an allem Schuld sind was diese Gessellschaft nich mehr in den Griff bekommt.

    5+
    • Brötchen sagt

      Nach endlich Brandenburgbauer! Ich wollte letztens schon schreiben …wir beide sind doch genau das Feindbild von Herrn Molchmann und Herrn Niemann.

      1+
    • Eckehard Niemann sagt

      @Brandenburbauer;
      Die von Ihnen so genannten „objektiv gewachsenen landwirtschaftlichen Strukturen im Osten“ sind nicht ökonomisch entstanden oder gar „gewachsen“, sondern sind durch DDR-Zwangskollektivierung, illegale und leider noch nicht geahndete Tricks bei der Vermögensauseinandersetzung nach der Einheit, durch Bevorzugung durch BVVG/Treuhand und EU-Subventionierung. Aber dieses Unrecht ist von Verjährung ausgeschlossen…

      2+
      • Thomas Apfel sagt

        Lieber Herr Niemann,
        hören Sie doch einfach mal auf solchen hasserfüllten Müll über Dinge die sie weder betreffen noch beurteilen können.zu erzählen.:
        Die Großbetriebe im Osten sind zu großen Teilen in ihrer Struktur schon vor dem 2. Weltkrieg dagewesen. Sie sind durch das sogenannte „Bauernlegen“ in den letzten 400 Jahren entstanden. Das Bauernlegen ist die Aneignung der bäuerlichen Betriebe
        zum Zwecke der Vergrößerung der eigenen Güter durch den unteren Landadel (Ritterstand/Rittergüter/Junker). Die auf die Gunst und Finanzierung des Landadels angewiesenen Landesherren und Lehensgeber haben darüber (oft ohnmächtig, weil total verschuldet) hinweggesehen. Sie hätten lt. Ständeordnung die Rechte der freien Bauern durchsetzen müssen. Die Leibeigenschaft ist in Mecklenburg zum Beispiel erst in den letzten 300 -400 Jahren entstanden.
        Und die Gründe für das (europaweit erfolgte) Bauernlegen waren selbstverständlich ökonomische, was denn sonst. Durch die Erweiterung der Güter und die kostengünstigen (weil leibeigenen) Arbeitskräfte konnte die Koppelwirtschaft eingeführt werden. Diese war besonders in Mecklenburg auf Getreideproduktion ausgerichtet (steigende Nachfrage aus den wachsenden Städten).
        Die Bodenreform hat versucht das wieder zurückzudrehen. Es ist insbesondere den wirtschaftlichen Umständen der Nachkriegszeit (der Osten Deutschlands hat Reparationen gezahlt, der Westen kaum) geschuldet, das die Kollektivierung den reinen Subsistenzstatus der Hälfte der Neubauern beendet hat. Sonst hätte man das Land nicht ernähren können.
        Und nochmal, die Flächen um die es bei den Verkäufen der BVVG geht (16% der LN in Ostdeutschland) sind im wesentlichen Flächen auf denen die Bauern vor der kommunistischen Zeit durch die Junker und teils auch die Kirchen enteignet wurden. Auf allen anderen Flächen (85 %9 sind auch die Großbetriebe Pächter, es sei denn sie haben von Privat gekauft.
        Immer an den eigen Ausspruch denken Herr Niemann: „Hass macht blind!“

        6+
      • Christian Bothe sagt

        So viel Unsinn von H. Niemann ist bedauerlich insbesondere für Leute die das vor Ort miterlebt haben.H.Apfel hat das exakt erläutert und Niemann Sie sollten nicht solche Fake news verbreiten.Wir haben schon genug davon,wenn sich Schriftsteller und Biologen von den Grünen zur LW äußern…

        2+
      • Stadtmensch sagt

        Zitat aus den Kommentaren zu: Kleinbauern und Agrargenossen – Geschichten der ostdeutschen Landwirtschaft Doku (2017) – youtube

        „Der LPG-Angehörige der DDR oder Angestellte in den Volkseigenen Betrieben der Landwirtschaft (VEG) gilt als der materiell – und damit sozial – bestgestellte BAUER in der bisherigen deutschen Geschichte! Wann konnte bisher ein Bauer regelmäßig Urlaub machen? Wann hatte ein Bauer je einen geregelten Feierabend und Möglichkeit der Teilhabe am kulturell-sportlichen Leben in seiner Freizeit? Wann war seine Familie jemals beständig in „Lohn und Brot“ gut versorgt, mit eigenen Kindereinrichtungen und betrieblicher Rentner-Betreuung? Die gemeinschaftliche Bestellung und Ernte – auf gemeinschaftlicht verwaltetem Grund und Boden – bleibt die optimale Form der Landwirtschaft und der Landpflege!“

        Das wird ein in der „Leistungsgesellschaft“ sozialisierte Mensch nie verstehen.

        3+
        • Der Brandenburgbauer sagt

          Moin Stadtmensch , eins muss ich hier noch ergänzen. Hätte die nach der Wende aggierende Treuhand, welche fast alle Industriebetriebe der DDR zerschlagen musste, politisch gewollt , auch die Landwirtschaft hier zufassen bekommen, gäbe es die Ostlandwirtschaft nicht mehr.
          Es gab aber ein Problem. Drei Eigentumsformen hätten zerschlagen werden müssen. Das Staats oder Volkseigentum was die VEG,s betraf hat man locker geschafft. Die damit bedachten westdeutschen Investoren, lachen sich heute noch ein Loch in den Bauch, so wenig Geld für so einen Wert!
          Anders sah es bei den LPG,s aus. Privat und genossenschaftliches Eigentum
          waren hier domminierend. Ein Angriff hier, ich glaube dazu hätte man das Grundgesetz ändern müssen. Aber damals war ja nichs unmöglich.

          1+
  6. Eckehard Niemann sagt

    Lieber Willi,
    was immer auch Dein aktueller Frust sein mag: Dein unsägliches In-Gegensatz-Setzen von Problemen in Indien und in Deutschland bleibt sehr deutlich unterhalb Deiner analytischen Kapazitäten. Was in aller Welt soll das? Willst Du mit dem Hinweis auf weltweiten Hunger oder Ungerechtigkeit die Benennung und ggf. Lösung von Problemen hierzulande torpedieren?? Denk doch einfach nochmal nach…

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Es ist also in Ordnung, dass die Medien nicht über die Situation in Indien berichten? In der Berichterstattung ist etwas aus dem Lot geraten.
      Denk darüber mal nach…

      14+
      • Eckehard Niemann sagt

        Nein, dass die Medien über diesen Streik nicht berichten, das ist wirklich ein schlimmer Skandal. Und gut, dass Du das zum Thema machst. Aber bist Du denn wirklich der Meinung, dass diese daran liegen würde, dass das Feinstaub-Thema alles andere verdrängt? Das ist nicht so.

        1+
  7. Krüger sagt

    Ich war auch Teilnehmer bei der GFFA.Niewar der Beruf des Bauern wichtiger als heute,der Hunger in der Welt muss nicht sein.

    0
    • Bauer Willi sagt

      Ich habe das nicht überprüft. Wenn das so ist: was bedeutet das für die Qualität unserer Medien?

      1+
      • Stay honest sagt

        Das bedeutet, dass es 2012 einen großen Streik in Indien gab, über den berichtet wurde. Was 2019 passiert ist, hat damit nichts zu tun. Es ist ärgerlich, dass hier ungeprüfte Links veröffentlicht werden.

        1+
        • Sabine sagt

          Ich find es eher ärgerlich, dass unsere für unsere Medien scheinbar nur USA und Europa existieren. Alle anderen Kontinente gibt es so gut wie nicht in unserer Wahrnehmung. Dabei wäre es sicher hilfreich, wenn man hier wüsste was in anderen Teilen der Welt vor sich geht. Aus irgendwelchen mir unverständlichen Gründen finden selbst Katastrophen und Kriege in anderen Regionen kaum noch Erwähnung. Dabei ist es gerade was unsere Entscheidungen in Sachen Wirtschaft angeht, sehr wichtig zu wissen was dort politisch, sozial und wirtschaftlich passiert.
          Weiß hier z.b. jemand, dass man ohne Mobile Payment App in manchen Ländern Afrikas beim Einkauf total aufgeschmissen wäre? Weiß man hier warum das so ist?
          Hier kann jeder ein Top-Unternehmen aus Frankreich oder England benennen, wie steht es mit dem erfolgreichsten Unternehmen aus irgendwo in Afrika, Autohersteller aus Indien oder erfolgreichstem Start-Up in Brasilien aus?
          Genau, wenn man nur die Bilder von Hungerhilfe- und EntwicklungsOrgas oder die Werbefolklore von Kaffeeröstern im Kopf hat, wenn man was von diesen Ländern und Kontinenten hört, unterschätzt die Menschen dort maßlos und läuft Gefahr sich politisch und wirtschaftlich falsch aufzustellen.

          11+
          • Stay honest sagt

            Nein, auch wenn es ärgerlich ist, dass man wenig über Asien oder Afrika berichtet, muss man korrekt bleiben. Die Bilderstrecke auf Tagesschau ist von 2012. Jetzt ist 2019. Die andere Quelle ist ja aktuell. Aber es stimmt, Trump und die USA sind viel zu dominant in der Berichterstattung. Ich würde auch gerne mehr über andere Länder erfahren, was dort die Menschen so bewegt.

            1+
          • Paulus sagt

            Hallo Sabine,
            was Afrika betrifft ist das Bild hierzulande, wie soll ich sagen, tatsächlich eher undifferenziert und sehr einseitig geprägt. Insofern hast Du schon Recht.
            Aber nenn mir doch bitte mal einige afrikanische Unternehmen die ohne außerafrikanische Investoren zu Stande gekommen sind, bzw. nicht von solchen kontrolliert werden. Außer einer Handvoll in Südafrika wirst du da kaum fündig. Ich meine jetzt nicht irgendwelche kleinen Klitschen, sondern ernstzunehmende Companies.
            Die Entwicklung einiger afrikanischer Länder erscheint nur deshalb so spektakulär, weil die Betrachtung von einem Ausgangsniveau nahe Null erfolgt. Statistisch gesehen mag das ja sauber sein, ist mit Brasilien und Indien und aber nicht vergleichbar.

            „Dabei ist es gerade was unsere Entscheidungen in Sachen Wirtschaft angeht, sehr wichtig zu wissen was dort politisch, sozial und wirtschaftlich passiert.“
            Glaubst Du tatsächlich diese Informationen seien in Wirtschaftskreisen nicht vorhanden?

            Bin übrigens in Gedanken irgendwie mit deiner Katzenstory vom 18.01. zu Bett gegangen, träumte auch promt von „Schrödingers Katze“ und das ich den Schein in Physik III noch machen müsste. Das Ganze bei einem Prof., der immer wenn die Tafel voll war, mit der nächsten farbigen Kreide einfach drüber schrieb. Schrecklich!

            0
            • Sabine sagt

              Natürlich weiß man das in Wirtschaftskreisen, aber vllt. möchten die ein oder anderen Wähler, die ja auch über Wirtschaftspolitik mitbestimmen, davon auch etwas erfahren.
              Vllt. würden in der VW-Zentrale – da ist ja auch Länderbeteiligung drin- auch andere Entscheidungen getroffen, wenn unsere Politiker nicht über Feinstaub philosophieren würden, sondern bemerken, dass ein Autobauer wie Tata gerade hinter einem den Blinker links setzt.

              0
  8. Altbauer Jochen sagt

    Unsere Medien berichten das , das zur Ideologie
    der Redakteure passt.
    Die Landwirtschaft eignet sich als Sündenbock für alles mögliche,
    Jetzt hat man doch tatsächlich herausgefunden das es beim
    Ackern staubt.
    Wir Alten müssten doch längst an Staublunge gestorben sein
    von der Arbeit an der Dreschmaschine, auf dem Trecker ohne
    Kabine, abends den Staub aus Nase und Ohren waschen.
    Statt dessen erfreue ich mich bester Gesundheit, -was
    für eine Unverschämtheit ?!

    16+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die jungen und halbjungen Menschen sind heutzutage ein zartes Pflänzchen,
      die sind nicht so abgehärtet wie ein Altbauer.

      Wenn ich noch daran denke, wie wir mit der Spritzpistole Pflanzenschutz betrieben haben und die damals giftigen Mittel eingeatmet haben, trotzdem ist mein Vater 90 Jahre alt geworden. Heutzutage werden die schon Krank, wenn sie einen leeren Glyphosatbehälter abgebildet in der Tageszeitung ansehen.

      17+
    • Inga sagt

      und das viele Thomasmehl erst, Altbauer Jochen

      Wie sah der Bauer nach der Anwendung am Abend aus?
      Und wie nach dem Dreschen mit der Dreschmaschine in der Scheune?

      Und wie auf dem Mähdrescher ohne Kabine,
      und wie viel haben die Kinder eingeatmet, als sie so einen ganzen Wagen voll Körner ins Gebläse abgeladen haben?
      Das waren ja dann pro Tag mehrere Wagen!

      Das Thomasmehl aus dem Bergbau war gefährlich,
      das viele Mehl für einen Bäcker, je nach Allergeiart oder -grad in der Backstube bestimmt auch?
      Und der Staub, den die Bergleute in der Grube eingeatmet haben auch, die Staublunge der Bergarbeiter auch.

      Man muß nach Gefährlichkeit auch unterschieden!

      Der Staub breim Acvkern ist reiner Naturdreck, echt ugnefährlich,
      es sein er wäre mit Glyphosat oder anderem verschmutzt.

      Das selbe für den unangenehmen Mähdrescher-, bzw. Getreidestaubstaub.
      Konnte der auch mit irgendetwas verpestet sein, Altbauer Jochen??

      0
      • Dr. med. Alwis Gesund-Heit sagt

        Beim Staub geht es um die Größe und die Menge. Wenn ich besonders kleine Staubteile (Feinstaub) einatme, können die die Lungenbläschen verstopfen. Die verstopften Lungenbläschen können sich dann entzünden. In kleinen Mengen steckt ein gesunder Mensch das weg, aber bei großen Mengen kommt die Lunge mit dem Putzen nicht mehr nach. (Was eine große oder kleine Menge ist, hängt jeweils von der betroffenen Lunge ab.) Das kann dann fiese Lungenkrankheiten verursachen. Das ist so ähnlich wie beim Sandpapier: An und für sich ungefährlich, aber wenn ich jemand damit großflächig die Haut wegschmirgel, dann muss der trotzdem ins Krankenhaus.

        1+
        • Inga sagt

          Vielen Dank Frau oder Herr Dr. med. Allwissend Gesundheit!

          Nun habe ich es verstanden!
          Kannst du als Mediziner mir erklären, warum es nicht Gesundheitsschädlich war,
          wenn früher die Bauern nach dem staubreichen Dreschmaschinentag in der geschlossenen Scheune
          (Staub qualmte zum Tor heraus und die Bauern und ihre Helfer haben den ganzen Tag darin (bestimmt Fein- u. auch Grobstaub gearbeitet.))
          Am Abend gab es reichlich zu Essen, danach mußten die Kinder ins Bett, aber die fleißigen Leute haben dann ganz viel Bier und Schnaps getrunken. Und manche haben ganz viel geraucht!
          So das war nur wenige Tage im Jahr eine Aussetzung von dichtem natürlichen Fein- und Grobstaub aus der Natur!
          Später war der Mähdrescherfahrer alleine, ca. 6 Wochen im ‚Jahr fast täglich diesem Staub ausgesetzt. Hat auch am Abend seine Flasche Bier und seine Zigarette genossen!
          Der Bäcker ist das ganze Jahr dem natürlichen Feinstaub ausgesetzt, und seine Lunge ist nur von den den Scheuern der Staubkörner des natürlichen Mehles geschädigt?
          Der Bergmann auch, oder atmet der mehr unnatürlichen Staub ein, ders o in der Natur nicht vorkommt und deswegen die menschliche Lunge geschädigt wird, neben dem Scheuermechanismus?

          Nun zum Thomasmehl (-phosphat)
          wenn ein Bauer oder normaler Mensch den den ganzen Tag mit der Hand per Breitwurf auf das Feld streut, dann ist er abends pech schwarz.
          Hat das ganze auch eingeatmet.
          Warum darf er am Abend aus gesundheitlichen Gründen kein Bier und Zigarette genießen, was gibt es da für Wechselwirkungen, die offensichtlich beim Getreidestaub nicht da sind?

          Frau oder Herr Mediziner?

          0
      • Altbauer Jochen sagt

        Ist ja richtig Inga,
        ob in dem Staub damals irgendwelche „Schadstoffe“
        drin waren hat keiner untersucht.
        Beim Dreschen in der Scheune war der Staub aber fast unerträglich
        und zudem nicht selten mit Schimmel zwischen den eingefahrenen Garben versetzt. ( zu feucht eingefahren)
        Heut wird ja ein Drama draus gemacht wenn z.B. in einer
        Wohnung Schimmelflecken vorhanden sind und- wer
        kratzt noch von einem Stück Brot oder einem Schinken
        Schimmel ab um es dann zu essen ?-Ab in die Tonne !
        Thomasmehl hab ich auch noch per Hand mit Kali vermengt
        Staubmasken gab es nicht. Ich will das jetzt aber nicht dramatisieren
        und sehe auch ein das es heute aus vielen Quellen unseres Lebenswandels bedenklichere Emissionen gibt.
        Mich bedrückt es einfach das so vieles in der Landwirtschaft
        schlecht geredet wird, trotz hoher Auflagen die von den Bauern zu erfüllen sind. Und wenn ich jetzt die Demo in Berlin sehe,die
        Parolen auf den Transparenten , mitlaufende Kinder, dann denke ich
        die Saat ist aufgegangen. Nichts gegen ein Engagement zum Thema
        Klimawandel. Aber immer nochmal die Landwirtschaft als Hauptschuldigen hinzustellen ist doch verbohrt.
        Und was Transparente mit „Oma´s gegen Rechts“ und ähnliches, mit Klimawandel bzw. Landwirtschaft zu tun haben erschließt sich mir nicht !
        Es zeigt sich was sich alles „dranhängt“ wenn es um eine Demo geht.
        Vielleicht hätten die Teilnehmer einfach gelbe Westen anziehen sollen
        um zu demonstrieren ,-wir sind gegen alles.-

        6+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Die Demo ist meines Erachtens für viele eine Freizeitbeschäftigung,
          für den Wannsee ist es einfach zu kalt. 🙂

          4+
          • Obstbäuerin sagt

            Ehemaliger, ich glaube, man darf die vielen Missionierer nicht unterschätzen. Ihre Mission, das Glyphosat giftig sei, haben sie schon erfolgreich in die Welt getragen. Wir haben es gerade erlebt – aus unserem Bekanntenkreis waren auch welche auf der Demo.

            3+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wenn wir es nicht schaffen, den Bekanntenkreis richtig zu Informieren, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn die Deutschen den Sinn des Pflanzenschutzes nicht mehr wahrnehmen.

              1+
            • Inga sagt

              Ja,
              da lohnt es sich doch mal von einer öffentlichen Stelle vielleicht dem Staatlichen Pflanzenschutzamt mal eine Probe von Glyphosat zu untersuchen und Zahlen vorzulegen!
              Und wenn da nichts raus kommt, dann aml die Anlagen von Molkereien und Brauereien untersuchen, ob da noch Rückstände von Reinigungsmittel drin ist, wenn die Erste Milch oder Bier durchfließt!
              Sind wir denn so ein armes Land, dass das nicht u Stande bringen kann?

              0
        • Inga sagt

          Weißt du was ein „Schwarzes Schaf in der Familie“ ist?

          Die Einwohner des Landes ist die Familie und der Staat der Vater!

          Lässt ein guter Vater und Mutter das zu?

          0
        • Inga sagt

          Das muß aber jemand untersucht haben:

          „ob in dem Staub damals irgendwelche „Schadstoffe“
          drin waren hat keiner untersucht.“
          Sonst wüßten es ja die Agrarstudenten früher nicht!

          Vielleicht kann da hier nochmal ein Dr. agr. oder Dr. med.. erklären.
          Ich wäre dankbar dafür!
           Er darf auch schon im Rentenalter sein!
          😉

          0
        • Inga sagt

          Danke für die Antwort, Altbauer Jochen,
          als Antwort habe ich von den Grünen bekommen: „Wir Grünen wollten wirklich den Ham. Forst schützen, aber wir mußten mit der Regierungskoalition ein Kompromiss eingehen!

          Eben, die Medien drucken, senden und senden was ankommt, damit die Auflage wächst.
          Die selbe Geschichte kenne ich vom hessischen Reinhardswald.
          Ob Hessen insgesamt mehr Wald hat als Rheinlandpfalz?

          Ja aber die Landwirtschaft oder wir alle haben da raus gelernt, Altbauer Jochen und deswegen die nützlichen oder auch übertriebenen Auflagen da hin sichtlich!
          Was haben wir in den 60igern für Auflagen in der Milchkammer bekommen?
          und die Franzosen wuschen Ihre Hände in der Milch!

          Man hat sihc ja auf dem Land und in der Stadt weiterentwickelt und gemeinsam erfahren, dass der Schimmel auf den verschiedenen Lebensmittel verschieden gefährlich ist.

          Der auf Käseüberhaupt nicht
          Der auf der sauren Sahne großzügig wegmachen, das wußte meine Oma schon
          und der im Brot verlängert seine unsichtbaren u. Gefährlichen Myzelien (Wurzel) sehr schnell!

          Das wußten die bauernauf dem Dorfe aber eher wie die feinen Leute inde rStadt, weil die damit weniger zu tunhattne.
          Deswegen shcimpfen sie auchlieber darüber, als sich u informieren.

          Wie hieß die Dame wieder, die bauerWille neulich hier hatte,
          Miriam (Nachnamen vergessen) oder ähnlich, jedenfalls
          sie sagte, dass
          je weniger der Städter weiß und informiert ist,desto mehr muß
          dokumentiert werden.
          Deswegen die viele Buchführung und die vielen Ämter!
          Und bestimmt die vielen Auflagen!
          Jedenfalls als ich 1966 unsere neue Milchkammer und die neue Rohrmelkanlage, mit der ich vorher gemolken hatte reinigen mußte, weil Mutter krank war,
          waren die neuen Auflagen von Veterinäramt schon da,

          ach einen Milchtank haben wir ja da auch bekommen,

          also mußte alles mit P3 oder so scharfen Calgonit, (S) dass so scharf war, wie das Chalconit (D), mass man in die Geschirrspülmaschine machte.
          Das Zeug war ja so scharf, dass manche Bauersfrauen ihre zarte Haut verletzten,die Hausärzte können es bestätigen.
          Vorher bei Spüle für Spülwasser mit Pril für Melkmaschinenbehälter und Milchkannen brauchte man auch keine Handschuhe.

          Natürlich wie beim Schulkochen mußte das Geschirr erst mit Spülmittel abgesaschen werden und dann nch mal im 2. Becken der Küchenspüle in heißes Wasser getaucht werden, da war es fast hygienisch rein.
          Und wenn 20 Jahre von nicht nach gespülten Geschirr isst, meinte die Lehrerin, dann wird man an einem inneren Organ krank.
          Mit diesem Wissen behandelte ich auch unsere Milchkammer, Rohrmelkanlage und Milchkannen, bzw. -tank!
          Komme 8 Jahre bei meine Schwiegerfamilie das selbe,
          meine Schwiegermutter war genauso gewissenhaft wie ich.
          Aber sie beklagte sich über die Nachbarin,die zwar jünger und moderne war als sie, aber den Milchtank, der mit dem schargen Calginitwasser gereingt wurde, nicht mit klarem Wasser nachspülte.

          Und jetzt kommt Glyphosat:

          In Milch und Bier nachweisbar.
          In den Brauereien und auch Molkereien sind die gleichen Rohranlagen wie an unserer Melkmaschine.
          Da kommt auch starkes Calgonitwasser rfein, 5 Min. durchgespült, wieder raus gelassen und heißt nachgespült werden.

          Wenn das jemand in der noch viel größeren Rohralge in der Molkerei oder Brauerei vergisst,!?!

          Schlauere Chemiker wie ich können den Zusammenhang erkennen.
          So kommen Spuren von Glyphosat ins Bier und die Milch!
          Lesen hier auch welche mit?

          0
    • Eckehard Niemann sagt

      @Altbauer Jochen
      Ich kenne auch jemanden, der zeitlebens intensiv geraucht hat und trotzdem ziemlich alt geworden ist (trotz der vielen Raucherlungen und Raucher-Toten). Daran erinnert mich Ihre „Argumentation“. Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Gesundheit und dabei einen klaren Kopf und vielleicht sogar einen mitfühlenden Blick auf viele andere Berufskollegen, die unter Lungenkrankheiten leiden. :

      Die Internetseite von Lungenärzten schreibt:

      Auch Bauern haben erhöhtes Risiko für chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen
      Nicht nur langjährige Raucher, sondern auch Bauern haben ein erhöhtes Risiko an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu erkranken. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) anlässlich des Welt-COPD-Tags am 18.11. hin. Landwirte sollte daher, insbesondere wenn sie bereits eine Allergie haben und in der Massentierhaltung beschäftigt sind, Mundschutz und weitere Schutzkleidung tragen.

      Nicht nur langjährige Raucher, sondern auch Bauern haben ein erhöhtes Risiko an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu erkranken. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne anlässlich des Welt-COPD-Tags am 18.11. hin. „Betroffen sind vor allem Landwirte, die in der Tierzucht arbeiten und eine bereits bestehende Allergie haben“, erläutert Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP und Leiter der Lungenfachklinik Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg. „So entwickeln Landwirte in großen Betrieben mit Tierhaltung eher eine chronische Bronchitis oder COPD als wenn sie Nutzpflanzen anbauen und ernten. Das liegt offenbar daran, dass die Belastung mit allergenen Substanzen bei der Arbeit mit Tieren größer ist als mit Pflanzen.“ Diesen Zusammenhang haben Wissenschaftler in Norwegen festgestellt (siehe Chest ): Beschwerden einer Bronchitis und Beeinträchtigungen der Lungenfunktion traten besonders häufig bei Bauern auf, die eine Allergie hatten und über lange Zeit viel mit Substanzen wie Ammoniak, Hydrogensulfit, sowie organischen und nicht organische Stäuben in Kontakt gekommen waren. Nach Angaben der norwegischen Forscher könnten aber auch noch weitere, bisher noch nicht bekannte Stoffe als mögliche Verursacher hinzukommen.

      Schutzkleidung empfohlen
      Die in im Fachjournal Chest veröffentlichte Untersuchung zeigt auf, dass COPD nicht nur durch Rauchen verursacht wird. Vielmehr scheint die chronische Raucherbronchitis (COPD) bzw. Raucherlunge, wie sie im Volksmund oft genannt wird, bei Landwirten, vor allem wenn sie bereits unter einer Allergie leiden, auch allergene Trigger haben zu können. „Solche allergischen Komponenten bei der Entwicklung von COPD müssen allerdings erst noch genauer erforscht werden“, betont Köhler. „Trotzdem können wir Landwirten nur empfehlen, bei der Arbeit einen Mundschutz zu tragen – insbesondere wenn sie über viele Stunden in der Massentierhaltung beschäftigt sind. Wer unter einer Kontaktallergie leidet, sollte außerdem Handschuhe und ggf. weitere Schutzkleidung tragen“, rät Köhler.

      1+
    • Inga sagt

      Aber um es mit Bäcker oder Bergmänner zu vergleichen, die wirklich Staublunge bekommen,
      die müssen Jahr ein Jahr aus täglich 8 Stunden darin verbringen und die Bauern?

      Die Bauern mal 6 Wochen im Jahr oder so!
      Dann noch beim Ackern und Eggen etwas und die Kinder und Frau beim Körner abladen und vorher Dreschmaschine. Einstreuen im Stall! Usw.

      0
      • Inga sagt

        Das war an Altbauer Jochen gerichtet!

        und das vom Ehemaligen Landwirt darauf:
        „Die jungen und halbjungen Menschen sind heutzutage ein zartes Pflänzchen,
        die sind nicht so abgehärtet wie ein Altbauer.“

        Hallo Ehemaliger Landwirt,
        Sie sind doch eine Ecke älter als ich und haben das garantiert in Ihrer Jungend auch zu hören bekommen, oder? Oder nicht?
        Meine Gleichaltrigen und ich auch, ich dachte es stimmte, weil wir doch erst nach dem Krieg geboren sind und die schlechten Zeiten nicht mitgemacht haben.
        Könnte diese Theorie stimmen?
        Ist das mühsamer Arbeiten und irgendwelche Not überwinden ein Merkmal für gute Charakterbildung ist?
        Das habe ich in meiner Jugend ehrlich gedacht.
        Stimmt das?

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Inga,
          mach mich nicht älter als ich bin, auch ich gehöre zur Nachkriegsware.
          Heutzutage machen sich die Menschen zu viel sorgen, weil sie von den Medien regelrecht von Horrorgeschichten zugeworfen werden.
          Außerdem möchte der deutsche Bürger nicht hören wie gut es ihm geht, sondern wie schlecht es ihm geht.

          1+
          • Inga sagt

            Bist du nicht vor oder im Krieg geboren?

            Und hast bis in die 60iger mit der Hand oder Walzenstreuer Kunstdünger in Pulverform gestreut?
            Hast fleißig den gefährlichen Feinstaub davon eingeatmet und lebst immer noch. Na ja, hast nicht geraucht und auch nicht Alk getrunken, oder?
            Später in der gekörnten Form kam es weniger oder gar nicht mehr vor!
            Ich wollte doch nur von so einen Altbauern wissen, egal Jochen oder Du, warum man mnachdem steuern von Thomasmehl nicht rauchen und alk. Getränke zu sich nehmen durfte?
            Das wissen doch die jüngeren gar nicht mehr, egal Dr. agr. oder Dr. med., denke ich.
            Sonst hätte sich einer von denen hier zu Wort gemeldet.
            Ich habe mich bei einem anderen Altbauern schlau gemacht.
            Und zwar habe ich von dem erfahren, dass nicht das Thomasmehl das schuldige ist, sondern der Kalkstickstoff in Pulverform.
            Dann da war Cyanamid drin, dass in Verbindung mit Tabakrauch und oder Alk. Getränken zur Bewusstlosigkeit führt!

            Das wollte ich nur wissen.
            Also mußten die Bauern früher so viel giftigen Feinstaub von Kalkstickstoff einatmen, damit genügend Nahrungsmittel für die Leute in der Stadt zur Verfügung standen!!!

            Das wollte ich doch nur wissen!

            Für interessierte Jung- und Altbauern:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Cyanamid

            0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wir hatten eine kleinen, für manche hier einen winzigen Betrieb, deshalb Wein und Obstbau. Man konnte auch damals keine Reichtümer erwerben, aber ein auskömmliches Einkommen.

              Mit 14 Jahren habe ich sicher Dünger von Hand gestreut, da ich ab 15 Jahren in der Winzergenossenschaft teilweise gearbeitet habe, war der Alkohol (in Maßen) nicht fremd und mit 16 Jahren habe ich auch geraucht, natürlich nicht während des Streuens.
              Durch die kleinen Flächen war die Belastung sicherlich nicht besonders groß, ob mir eine schädliche Wirkung damals bekannt war, kann ich heute nicht mehr sagen.

              0
              • Inga sagt

                also so richtige Ackerbauern ohne Wein- und Obstanbau haben ja früher das Pulverzeug (Kali, Kalkammonsalpeter und Thomasphosphat, bzw. -mehl (NPK)) anstatt gekörnt mit der Hand aus der Wanne, oder hinter dem Pferd und dann mit dem Schlepper gestreut.

                Deswegen braucht man ja einen Altbauer, wie dich um dies zu bezeugen!

                also was du mit 14 oder 15 Jahren mit der Hand gestreut hast, war pulverförmig, oder?

                Un wenn du das den ganzen Tag gemacht hast, dann weißt du wie du am Abend ausgesehen hast.
                udn dann hast du so vile davoneingeatmet, dass deine Lunge davon voll ist, deswegen durfte man an diesem Abend wegend em Cyanamid, das da drin war, nicht rauchen!

                0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Problematisch was aus heutiger Sicht das Thomasmehl und Kalk, Kalkstickstoff war gekörnt.

                  0
                • Inga sagt

                  Als ich klein war und wir den Walzenstreuer noch hatten, den das Pferd gezogen hat, war alles in Säcken und staub-oder pulverkörnig!
                  Das ganze NPK, Kalkstickstoff, Thomasphospat und Kali , das wurde auf dem Wagen gemischt.
                  Das mußt du doch wissen, Ehemaliger,
                  das wurde dann auf dem Wagen mit der Schippe oder Schaufel gemischt und dann in den Düngerstreuer gemacht und anschließend auf dem Feld verteilt.

                  Die Entwicklung der Körnigmachung ging bestimmt langsam hat gedauert.

                  Gut das man sich bei den Alten Rat holen kann!
                  Für irgendetwas ist das bestimmt gut!

                  Bei der Bekämpfung bei der Maul-und Klauenseuche war es auch so!

                  0
  9. Ralf Große Wortmann sagt

    Ich war dieses Jahr zum 1. Mal in Berlin auf der GFFA und bin gerade zurück von dem Global Forum for Food and Agriculture 2019. Es war ein beeindruckendes Forum! So viele Menschen, die gemeinsam, aktiv und mit realen Lösungsansätzen daran arbeiten den Hunger in der Welt zu lindern. Auch Frau Klöckner und Frau Merkel haben bemerkenswerte Ansprachen gehalten.

    Heute wird in der Tagesschau darüber berichtet das die Grüne Woche begonnen hat und einige tausend Demonstranten erwartet werden … Das war`s???

    Da wundert es mich nicht, das ebenso wichtige aus Indien es ebenfalls nicht in die Nachrichten schaffen. Wohl aber das der FC Bayern ein Spiel gewonnen hat.

    Demonstration & Spiel gewonnen = Brot und Spiele?

    Ich wünsche jedem ein tolles Wochenende!

    9+
  10. Alexander Borchert sagt

    Dank den Medien, dass sie davon nicht berichtet haben. Gar nicht auszudenken, welche Auswirkungen eine weltweite Streikwelle hätte.
    Teure T-Shirts aus Bangladesch, teuren Kaffee und teuere Baumwolle usw.
    Unser Wirtschaftssystem käme total ins Wanken.
    Die Medien arbeiten also doch ab und an verantwortungsvoll…. oder??

    7+
  11. bauerhans sagt

    es gibt „wichtigere“ meldungen:

    NW von heute:

    37000 schweine verenden in D täglich.
    Hofreiter und Ostendorff fordern ein sofortiges umdenken in der tierhaltung!

    nach meinen berechnungen wären das ca. 20% verlust,was kein schweinehalter wirtschaftlich durchsten würde.

    8+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Fritz Haspel lässt sich vor keinen Karren spannen, wer ihn kennt, weiß das.

        4+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Aber fragen tu ich mich doch, warum hat der jetzt keinen Hofnachfolger,
          wenn die positiven Veränderungen unmittelbar bevorstehen?

          „Wir werden die Politikerbande das Fürchten lehren“

          Das steht auf dem Plakat, so will man die Politiker von seinen Ideen überzeugen, wenn man dieselben beschimpft.

          2+
        • bauerhans sagt

          Haspel sagt,dass er seit 6 jahren keine pestizide nutzt.
          wie funktioniert das??

          1+
      • Bauer Willi sagt

        Im Prinzip drückt Herr Haspel die Sorgen aus, die wohl jeden Landwirten drücken. Die Frage ist nur, wie man diese Sorgen entkräftet, denn die sind ja real. Ob da BUND, NABU, Campact, Attac und Greenpeace die richtigen Adressaten sind? Ich habe da so meine Zweifel.

        „Wir sind gegen…“ ist zwar einfach, aber wer hat den Akku-Schrauber um die ganz dicken Bretter zu bohren? Eines davon heißt Weltmarkt und bis heute ist da noch jedem Akku die Puste ausgegangen oder das Bohrfutter heiß gelaufen.

        Und um es klar zu sagen: ich habe auch noch nicht das EINE Rezept zur Lösung aller Probleme gefunden, denke aber noch nach… 🙂 Ein drittes Demo-Format wird es aber nicht sein…

        1+
      • Obstbäuerin sagt

        Meine Befürchtungen haben sich nicht bestätigt, es waren mehr als 10.000 Teilnehmer weniger da, als 2018. Das lässt hoffen.

        1+
        • Bauer Willi sagt

          Erste Meldung von dpa (13:40 Uhr) , die bisher von Bild und Berliner Morgenpost übernommen wurde:
          Polizei geht von 12.000 Teilnehmer aus, 170 Traktoren, davon 50 aus Niedersachsen.
          Kann man googeln mit den Stichworten: Grüne Woche Demo 2019

          1+
          • Ottmar Ilchmann sagt

            Willi, es waren 50 Trecker allein aus dem Wendland, aus Niedersachsen insgesamt sicher mehr als 80.

            1+
        • Ottmar Ilchmann sagt

          Unsinn. Es sind noch mehr als letztes Jahr, das lässt hoffen!

          Sehr geehrte Damen und Herren,

          leider hat sich die Zählung der Teilnehmer wegen der hohen Zahl der Demonstranten mit Traktor und zu Fuß verzögert. Wir freuen uns nun umso mehr, Ihnen das Ergebnis der Zählung der Demonstrationsteilnehmer miteilen zu können: 35.000 Menschen sind heute für die Agrar- und Ernährungswende und eine gerechte Agrarreform auf die Straße gegangen. Ein deutliches Signal an Ministerin Klöckner, den gesellschaftlich gewollten Umbau der Landwirtschaft nicht weiter zu blockieren und die Agrargelder so umzuverteilen, dass die Landwirtschaft fit für die Zukunft wird.

          Für Rückfragen stehen wir jederzeit unter 0151-51245795 zur Verfügung.

          Fotos finden Sie in Kürze auf unsere Website: http://www.wir-haben-es-satt.de/presse

          1+
          • Arnold Krämer sagt

            @Ottmar Ilchmann
            Mit dem Umverteilen von Geld ist noch nie jemandem wirklich langfristig geholfen worden. Fit wird mit „Staatsknete“ keiner, höchstens faul. Und gerade die Betriebszweige, die wie Milch und Getreide immer staatlicherseits „gepampert“ wurden, sind für die Landwirte besonders kritisch. Gut, dass es im Emsland und auch anderswo (Ostfriesland profitiert ebenfalls) Betriebszweige gibt, die in Integration und mit verantwortlichen Kunden (das sind die, die den Landwirt bezahlen, also die Verarbeiter) betrieben werden und gutes Einkommen (incl. Einkommensteuer) ermöglichen.

            2+
            • Eckehard Niemann sagt

              @Arnold Krämer:
              Was meinen Sie konkret damit, dass Betriebszweige wie Milch und Getreide angeblich „immer staatlicherseits gepampert“ worden seien? Tatsache ist: Es gab nie einen Interventionspreis oder Mindestpreis oder Garantiepreis für Milch oder Fleisch oder Getreide (also für die Bauern) – sondern vielmehr Garantiepreise für Erzeugnisse von Raiffeisen und anderen Ernährungskonzernen: für Butter bzw. Magermilchpulver und für Schlachthälften und für Getreide auf der Großhandelsstufe…

              1+
            • Arnold Krämer sagt

              @E. Niemann
              Die Überwälzung der Garantiepreise von der 1. Verarbeitungsstufe bzw. Erfassungsstufe an die Landwirte hat in den 1970er Jahren noch ziemlich gut geklappt. Jetzt werden die Endverbraucher, die oft 4 oder 5 Stufen vom Landwirt entfernt sind, aufgefordert, mehr Geld auszugeben, damit mehr beim Landwirt ankommt. Wie naiv sind diese Forderungen, die von vielen Seiten erhoben werden.

              2+
          • Obstbäuerin sagt

            Laut ZDF-Nachrichten waren es weniger als die angemeldeten 12.000 Teilnehmer. Da die Medien aber positiv zur Demo eingestellt sind, kann man das eher glauben.

            0
            • Obstbäuerin sagt

              Ich muss mich korrigieren es war bei den ARD-Nachrichten. ZDF folgt der Zählung der Organisatoren, wobei auch die Kommentare und Bilder entsprechend landwirtschaftsfeindlich ausgefallen sind.

              2+
          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Ottmar,es ist möglich, das ich der einzige bin, der sich über Deine
            Mitteilung was die Teilnehmerzahl betrifft nicht freud.
            Wieviele von denen haben überhaupt einen realen Bezug zur LW?
            Gegen alles zu sein ist ganz einfach und ebend in, in dieser übersatten Gesellschaft. Sich aber mit dem Problem zu beschäftigen warum, weshalb,wieso und dabei eine erhliche Meinung die frei von Vorurteilen ist
            an den Tag zulegen, kostet ein bischen Willen und Anstrengung.

            4+
            • Ottmar Ilchmann sagt

              Hallo Brandenburger, hast du es trotz der räumlichen Nähe wieder nicht nach Berlin geschafft, um dir einen eigenen Eindruck zu verschaffen? Selbst Willi ist doch aus dem Rheinland angereist! Da wirst du wohl wieder auf die bewährte Berichterstattung der Landwirtschaftszeitung zurückgreifen müssen!

              4+
          • Christian Bothe sagt

            Und wieder die große Spielwiese am Brandenburger Tor…Ob 12000 oder mehr Teilnehmer die ganze Demonstration hat mit zukunftsfähiger nachhaltiger LW nichts zu tun,H.Ilchmann.Aber ich will mich nicht wiederholen,wir brauchen keine Agrarwende sondern eine gute wissenschaftliche-technische Begleitung der Pflanzen-und Tierproduktion,um effektiv LW betreiben zu können und das in allen Betriebs-und Rechtsformen.Möchte mal wissen,wo die Demonstranten am Montag einkaufen und welche Produkte????

            5+
            • Ottmar Ilchmann sagt

              Waren Sie denn wenigstens am Vortag am Brandenburger Tor dabei, Herr Bothe, als es hieß, wir machen euch satt? Das scheint doch eher Ihrer Einstellung zu entsprechen.

              1+
      • Arnold Krämer sagt

        Mit diesem Interview wird auch klar, dass es in Bayern aber auch anderswo Defizite in der Aus- und Weiterbildung von Landwirten gab und gibt. Wie funktioniert Marktwirtschaft? Warum wachsen Betriebe? Was bewirkt technischer Fortschritt? Was bedeutet die Produktion austauschbarer Rohstoffe (der Landwirtschaft) für die Marktstellung in der Wertschöpfungskette ? usw., usw.
        Die EU hat seit Anfang der 1980er Jahre aufgehört, über jährliche anzuhebende Marktordnungspreise bei Milch, Rindfleisch, Getreide etc. Einkommenspolitik zu betreiben. Den letzten Schritt hat sie mit dem Auslaufen der Zuckermmarktordnung getan. Das musste man den Bauern erklären, immer und immer wieder, auch wenn die es nicht hören wollten, und die meisten Poltiker in ihren Sonntagsreden auch immer um den heißen Brei herum geredet haben. Die EU hat ja mit den Ausdgleichzahlungen, zunächst an die landw. Produkte gekoppelt, später nur noch (zumindest in D) über den Produktionsfaktor Boden gegengehalten. Da ist es auch zu großen regionalen Umverteilungen gekommen, In den Kreisen Emsland und Grafschaft Bentheim wurden 2005 jährlich ca. 90-100 Mio Euro an Landwirte gezahlt. Heute sind es nur noch rund 60 Mio Euro jährlich. Die Differenz ist in Richtung Grünland-Regionen (z. B. Ostfriesland) und andere Bundesländer (z. B. Saarland) geflossen. Gleichzeitig hat mit der zunehmender Transparenz der Zahlungen eine immer stärkere Überwälzung an die Verpächter (nicht nur im Emsland) stattgefunden.
        Der bürokratische Aufwand ist parallel erheblich gestiegen und die Unzufriedenheit vieler Landwirte ist auch nicht geringer sondern eher größer geworden.
        Deshalb meine Empfehlung:
        Weg mit dem ganzen System. Der Markt wird nach einigen Friktionen das nötige Einkommen liefern. Beispiel: Die Bullenmäster verdienen heute ohne die gekoppelten Bullenprämien von vor 2005 genausoviel oder auch genausowenig wie damals. Also nur Mut ihr Politiker und Funktionäre.
        Finanzielle Unterstützung nur dort, wo man wenig oder keine landwirtschaftlichen Produktionsalternativen hat (also absolute Grünlandregionen) und dann noch mal zusätzlich in die Regionen , wo man den technischen Fortschritt nur sehr, sehr begrenzt nutzen kann (Bergregionen, wo man z.B.für die Ernte von 10 ha Heu auch bei stabil gutem Wetter 2 Wochen und nicht 2 bis 3 Tage braucht.

        2+
        • Alexander Borchert sagt

          „Weg mit dem ganzen System…..“

          Mutig, mutig,….
          Glauben Sie wirklich, dass sich das jemand traut? Der Weizen steigt um 5-6 €/dt. Damit schwinden unsere Exportchancen in allen Bereichen des Agrarsektors. EU-Weizen, EU-Fleisch, EU-Milch wird unattraktiver. Die Lebenshaltungskosten steigen etwas an. Verpächter müssen sich mit weniger begnügen. Die einseitige EEG-Förderung (Biogas) bekommt noch mehr Gewicht usw.
          Die Auflagen werden trotzdem bleiben, denn in Deutschland wurde noch nie etwas erleichtert.
          Was wollen Sie also mit ihrer Forderung erreichen? Die Prämien bringen absolut nichts mehr, aber aufgeben traut sie sich doch keiner.
          Warum ist das so Herr Krämer?

          1+
          • Arnold Krämer sagt

            Alexander Borchert:
            Das Wort Forderung habe ich bewusst durch das Wort Empfehlung ersetzt. Ich als Pensionär habe nichts zu fordern. Ich bin dankbar für sehr interessante Berufsjahre in der landw. Bildungs- und Beratungsarbeit und freue mich mit vielen „meiner“ Landwirte über deren wirtschaftlichen Erfolg oder aber im Falle eines Ausstiegs über eine rechtzeitige private und berufliche Weichenstellung.
            Den Mut zur Abschaffung des „Fördersystems“ hat niemand, da hängen wahnsinnig viele Arbeitsplätze in der Verwaltung, der Kontrolle, der Wissenschaft, den Verbänden dran, die sich über immer weniger Landwirte immer mehr (oft auch völlig unnötige) Gedanken machen („bullshit jobs“- vielfach).
            Die Landwirtschaft ist bis auf die produktionstechnischen Besonderheiten mittlerweile ein Wirtschaftssektor wie jeder andere auch, zwar am Anfang der Wertschöpfungskette mit überwiegend homogenen und austauschbaren Produkten und deshalb relativ schwach. Aber die existenziellen Fragen wie Weitermachen, Wachsen, Diversifizieren, Wertschöpfung vertiefen, Ausstieg vorbereiten, Betriebsnachfolge regeln usw. sind dieselben wie in der gewerblichen Wirtschaft auch.
            Und deshalb haben es die Landwirte verdient „in Ruhe gelassen zu werden“, dasmit sie ihre eigentlicher Arbeit auf dem Feld und im Stall machen können. Die Regelungs- und Kontrolldichte ist viel zu hoch. Wir brauchen eigentlich eine „Reset-Taste“ für den Agrarsektor. Aber wie sieht sie aus und wer drückt sie. Ohne gesellschaftliche Verwerfungen wird es vermutlich immer so weiter gehen, da haben Sie völlig recht.

            6+
            • Eckehard Niemann sagt

              @Arnold Krämer:
              Ihre Aussage „Und deshalb haben es die Landwirte verdient „in Ruhe gelassen zu werden“, damit sie ihre eigentlicher Arbeit auf dem Feld und im Stall machen können.“ – bezieht sich die auch auf die Ernährungs- und Agrarindustrie und deren weltmarkt-ideologischen Druck auf die Bauern?

              1+
            • Eckehard Niemann sagt

              @ Arnold Krämer:
              „Die Landwirtschaft ist bis auf die produktionstechnischen Besonderheiten mittlerweile ein Wirtschaftssektor wie jeder andere auch, zwar am Anfang der Wertschöpfungskette mit überwiegend homogenen und austauschbaren Produkten und deshalb relativ schwach. Aber die existenziellen Fragen wie Weitermachen, Wachsen, Diversifizieren, Wertschöpfung vertiefen, Ausstieg vorbereiten, Betriebsnachfolge regeln usw. sind dieselben wie in der gewerblichen Wirtschaft auch.“
              Ihre Aussage hinkt:
              Auch der „Arbeitsmarkt“ weist solche Merkmale auf: Aber da gibt es Gewerkschaften, die die Marktposition der Arbeitnehmer durch Zusammenschluss, Tarifverträge und Arbeitsrecht sehr deutlich verbessern – gedeckt durch die Koalitionsfreiheit im Grundgesetz.
              Vertreter des Bundeskartellamts haben erklärt, dass eine analoge Stärkung der bisher schwachen Marktstellung der Landwirte durchaus akzeptabel wäre…

              1+
            • Arnold Krämer sagt

              @E. Niemann
              .. in Ruhe gelassen werden“ bezieht sich zunächst nur auf die Politik.
              Die Agrar- und Ernährungsindustrie (die Kunden der Landwirte) müssen dafür sorgen, dass ca. 80 Prozent der Betriebe vollkostendeckende Preise erzielen (Ein Teil der Landwirte wird nie zurechtkommen!) Und sie dürfen von den Landwirten auch nur soviel an „Rohstoffen“ aufkaufen, wie sie selbst zu Vollkosten deckenden Preisen verkaufen können (wo in der Welt ist dann eher nachrangig). Das funktioniert bei Geflügel, bei Eiern, bei Kartoffeln relativ gut, offensichtlich nicht gut in den Bereichen, wo jahrzehntelange staatliche Unterstützung gegeben war und wo Landwirte über Genossenschaft ihre eigenen Kunden sind (z. B. Milch und Schwein). Mal drüber nachdenken, Herr Niemann!, auch um die Frage der Integration neutraler bewerten zu können.

              0
            • Arnold Krämer sagt

              @E. Niemann
              Landwirte sind Unternehmer und keine Arbeitnehmer. Das ist vom Risiko, das sie tragen und vom Selbstverständnis her so. Jedenfalls gilt das für die große Masse der Landwirte.
              Im Kartellrecht kenne ich mich nicht aus. Dazu kann ich nichts sagen. Nur soviel: Auch im Kartoffel- und Geflügelbereich gibt es Erzeugergemeinschaften. Entscheidend für den Landwirt ist letztlich die Frage, ob seine Produkte knapp sind und ob es Alternativen in der Vermarktung gibt. Da sind wir natürlich im Emsland gut dran, weil der Warenverkehr in die Niederlande funktioniert.

              0
              • Alois Wohlfahrt sagt

                @Herr Krämer
                Richtig: Landwirte sind Unternehmer. Nur leider ist das den längst nicht allen bewusst. Es ist sehr gut daran zu erkennen, dass die Bauernschaft, auch hier im Blog, ständig die Politik in der Verantwortung sieht. (Oder auch den LEH, Verbraucher, Berater etc.) Dies ist ein Verhalten, das die Landwirte in den letzten Jahrzehnten regelrecht erlernt haben. Denn immer wenn der Bauernverband nach „Ausgleich“, „Entschädigung“, „Soforthilfe“ usw. gerufen hatt, ist die Poltik bereitwillig darauf eingegangen und antwortete mit Subventionen und Bürokratie. Dadurch ist die Agrarpolitik natürlich immer essentieller geworden. Und mittlerweile ist es ein Konsens über alle Parteien hinweg, dass man Landwirtschaft – und damit den eigentlich freien Bauer (Unternehmer) – mit Subventionen sehr gut steuern kann. Allerdings zerstört man den freien Bauer damit letztendlich auch. Denn Freiheit und Unternehmertum gehen so kaputt.
                Nun ist die Frage, wie dieses Dilemma beendet werden könnte? Haben Sie eine Idee?

                2+
            • Mark sagt

              Ich gebe ihnen recht, Herr Krämer. Allerdings sollte man dann auch die Dinge beim Namen nennen und die „staatliche einzelbetriebliche Invetitionsförderung“ (Stiichwort Veredlungsoffensive) auch erwähnen. Mit deren Hilfe wurde Produktionskapazitäten geschaffen, die im „freien Markt“ eben nicht erschaffen worden wären. Von dem daraus resultierenden „Marktdruck“ profitierten die amnehmende Hand und der Verbraucher, nicht jedoch die Bauern.

              2+
            • Arnold Krämer sagt

              @Mark
              Ja, sie haben völlig recht! Die öffentliche Förderung z.B. von Boxenlaufställen mit 300 oder 400 Plätzen bis vor etwa 5 Jahren war Irrsinn in Niedersachsen, vor allem weil gerade in der Milchviehhaltung jeder wachsende Betrieb gleichzeitig mehrere Berufskollegen wegen der Fläche, die man „vorn und hinten“ für die Kuh braucht, verdrängt hat. Ich habe das vor über 10 Jahren den Agrarpolitikern in Nds öffentlich gesagt, wurde aber wohl absichtlich nicht verstanden.
              Weil parallel in Bayern längst nicht soviele und so große Ställe gefördert worden waren, sind nach der Freigabe der Milchquoten auch soviele Lieferrechte (und damit Einkommenspotentiale) von Bayern nach Norden transferiert worden.

              0
            • Arnold Krämer sagt

              @Alois Wohlfahrt
              Für die von Ihnen grundsätzlich richtig beschriebene Situation sind sowohl die Interessenverbände der Bauern (früher nur der DBV) wie auch die Politiker verantwortlich. Wer ständig nach dem Staat ruft (und das hat der Bauernverband viel zu lange getan) muss sich nicht wundern, dass dieser sich auf vielfältigste Weise auch kümmert. Auf der anderen Seite haben wir das Selbstverständnis der Politiker, die meinen, über das Verteilen von Geld und anderen Vergünstigungen an ihr Klientel dieses „gnädig“ zu stimmen. Helfen kann nur eins: Entzug!! wie im privaten Leben auch. Aber die Politik schwimmt noch!!! im Geld. Also zunächst keine Besserung in Sicht.

              1+
              • Alois Wohlfahrt sagt

                @Arnold Krämer
                Dass keine Besserung in Sicht ist bei den Subventionen, dieser Meinung bin ich auch. Denn nur ein „Entzug“ als Therapie könnte sehr heftig ausfallen. Selbst der härteste „Entzug“ wirkt nicht langfristig, wenn die Einsicht oder die Selbsterkenntnis des Patienten nicht vorhanden ist. Ein gründlicher Arzt würde auch die Mithilfe und Eigenverantwortung des Patienten einfordern. Denn damit würden sich Auswege aus dem „Leiden der Bauern“ herausarbeiten lassen. Z.B. dass die Vermarktung der eigenen Produkte ebenso eine eigenverantwortliche Aufgabe des Unternehmers ist, wie die Produktion selbst. In keiner anderen Sparte unserer Wirtschaft wird produziert ohne vertraglich fixierte Preiskalkulationen und ohne Mengensteuerung. Nur die Landwirte produzieren größtenteils drauflos und erfahren hinterher, was ihre Produktion als Erlös einbringt. Noch unverständlicher ist es, wenn die Abnehmer und Vermarkter der eigenen landwirtschaftlichen Produkte sogar im Eigentum der Landwirte sind und trotzdem zum Nachteil der Eigner in den Märkten agieren. Richtige Unternehmer würden diese Ursachenprobleme eigenverantwortlich in die Hand nehmen und sie tatkräftig regeln. Ebenso bei Tierwohl und anderen öffentlichen Reizthemen. Erfreulicherweise geschieht dies auch bereits bei genossenschaftlichen Unternehmen wie z.B. der Berchtesgadener Milch eG. Doch dies sind leider erst Einzelfälle. Es gibt also noch viel zu tun. Nur mit reden, jammern, rechtfertigen und beschuldigen werden keine Besserungen erreicht. Diese Selbsterkenntnis wäre tatsächlich ein erster Schritt zur Besserung.

                0
            • Arnold Krämer sagt

              @Alois Wohlfahrt
              100 Prozent Zustimmung für Ihre sehr präzise Beschreibung und Analyse des Problems

              0
        • Ottmar Ilchmann sagt

          Schade, dass die Ausbildung nicht überall, so wie im Emsland, durch Sie erfolgen konnte, Herr Krämer. Aber Sie können ja nicht überall sein,

          2+
          • Eckehard Niemann sagt

            Die bauernfeindliche, neoliberal-ideologische und agrar- und ernährungsindustrie-nützliche Ausrichtung von Agrar-Unis, Fachschulen und Beratung ist ein Hauptfaktor für viele unnötige Fehlentwicklungen und die Zerstörung von bäuerlichen Existenzen.

            1+
            • Arnold Krämer sagt

              @E. Niemann
              Der gesetzliche Rahmen ist das Problem.
              Unternehmer und ihr Umfeld nutzen den Rahmen und überschreiten ihn sicherlich auch, weil keine ausreichenden Kontrollen da sind (oder bei dem Regelungswust da sein können). Deshalb einfaches und klares Ordnungsrecht, und das auch wirklich einfordern.
              Sie meinen sicherlich auch nicht, dass eine richtige Gesinnung im Sinne von Biolandwirtschaft das Problem von Weichen, Wachsen etc. löst.

              1+
        • Andi sagt

          „´Mit diesem Interview wird auch klar, dass es in Bayern aber auch anderswo Defizite in der Aus- und Weiterbildung von Landwirten gab und gibt.“
          Werter Herr Krämer, selten eine so arrogant und dummdreiste Aussage in diesem Blog erlebt.

          1+
          • Arnold Krämer sagt

            „Wer Bauer bleiben will, kann Bauer bleiben“, das war die Kernbotschaft der bayerischen Landesregierung Anfang der 1980er Jahre. Dies wollten viele gerne hören oder?. Jetzt haben sie keine Hofnachfolger und rufen immer noch nach Staatshilfen.

            1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wer BIo- Bauer werden will, kann es werden,
              so hört es mich die Botschaft von Politiker an,
              von Politikern die nachweislich nicht der CSU angehören.

              Anfang der 1980er Jahre ging es um Wählerstimmen der Bauern, heutzutage um Wählerstimmen, die bei der Quadratur des Kreises mithelfen wollen.
              Soweit mir bekannt, verspricht man den Bauern mit Heiligenschein noch mehr Staatshilfen, damit die überleben können.

              Ob dies ökonomisch immer Sinn macht, ist eine andere Baustelle.

              2+
            • Eckehard Niemann sagt

              „Wer Bauer bleiben will, kann Bauer bleiben“ – das war durchaus eine verlogene CSU-Botschaft. Aber ist denn eine Botschaft und die dahinter stehende Politik nach dem Motto „Wachsen oder Weichen – Je weniger Bauernhöfe desto besser – Je mehr Konzentration auf Agrarfabriken desto besser“ eine bessere Botschaft??

              1+
            • Arnold Krämer sagt

              @E. Niemann
              Einzelbetriebliches Wachstum hat folgende Ursachen
              1. autonomer technischer Fortschritt.
              Wer einen Boxenlaufstall baut, und HF-Tiere einkreuzt, verbessert seine Arbeitsproduktivität massiv, verteilt seine Einkommensansprüche auf mehr Milch und senkt damit seine Stückkosten (kann also mit niedrigerem Milchpreis zurecht kommen) Deshalb fordern Sie ja z.B. auch das Verbot von Spaltenböden in der Tierhaltung oder der ganzjährigen Stallhaltung.
              2. öffentliche Investitionsförderung
              bei Milch massiv, z.B. nicht in der Geflügelmast, aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich
              3. starke ökonomische Anreize
              Beispiel: Hähnchenmast durch Möglichkeiten der Frischfleischvermarktung infolge Züchtung und Investitionen im Verarbeitungsbereich
              Beispiel: Eierproduktion nach Verbot der Käfighaltung und Bioboom
              4. Menschliches Begehren, Verlangen, Gier, ganz nach dem Motto: „Je mehr wir haben , desto mehr haben wir zuwenig“ oder „Was der kann, können wir auch. Was sind denn die Antriebskräfte in einer marktwirtschaftrlichen Ordnung (Kapitalismus). Was hat ihn „siegen“ lassen gegenüber der sozialistischen Planwirtschaft? (Ulrike Hermann, Der Sieg des Kapitals)

              0
          • Brötchen sagt

            ich würde ihm insofern zustimmen, aber nicht bezogen nur auf das Emsland. die Ausbildung ist generell zu sehr auf „nachplapperwissen“ ausgerichtet. es gibt Ausnahmen. als Unternehmer kann man sich Fachwissen auf spezialgebieten „zukaufen“.
            das ist mir beim Wechsel Ost auf West aufgefallen…..praxisbezogen können lw. gut wie aus der Pistole geschossen nachplapperwissen kund tun. praktisch sind die lw Spitze. aber Trends zu erkennen und Marketing zu erkennen, da sind sie schwach.

            0
        • Eckehard Niemann sagt

          @ Arnold Krämer:
          Sie schreiben: „Die EU hat seit Anfang der 1980er Jahre aufgehört, über jährliche anzuhebende Marktordnungspreise bei Milch, Rindfleisch, Getreide etc. Einkommenspolitik zu betreiben.“
          Das was man uns auf den Agrarunis lehrte, war falsch:
          Es gab niemals einen Interventionspreis oder Mindestpreis oder Garantiepreis für Milch oder Fleisch oder Getreide (also für die Bauern) – sondern vielmehr Garantiepreise für Erzeugnisse von Raiffeisen und anderen Ernährungskonzernen: für Butter bzw. Magermilchpulver und für Schlachthälften und für Getreide auf der Großhandelsstufe… Alles keine Erzeugnisse auf der Erzeugerstufe…

          1+
        • Eckehard Niemann sagt

          @Arnold Krämer:
          Aus dem Lobby-Analyse-Buch „Die stille Macht“ – hier ein Auszug aus dem Beitrag „Das Interessengeflecht des Agrobusiness“ :

          EU-Marktordnungen für Genossenschaften und Handel

          Die industrielle Entwicklung der europäischen Staaten brachte diese zwangsläufig in eine verschärfte Konkurrenzbeziehung zur Industrie der USA. Die europäische Einigung sollte in diesem Zusammenhang ähnlich große und kostengünstige Produktions-und Absatzräume schaffen, wie sie in den USA gegeben waren. Damit das funktionierte, wurde – zeitlich lange vor der Integration fast aller anderen Wirtschafts-Sektoren – der Wirtschaftsbereich Landwirtschaft „vereinheitlicht“: d.h. die Zölle für Agrargüter wurden innerhalb der EWG/EU abgebaut, die Agrarwaren konnten frei gehandelt werden. Davon profitierten vor allem Frankreich und – nach
          deren EU-Beitritt – auch die traditionellen Agrarexportländer Niederlande und Dänemark.
          Damit diese Absatzchancen der EU-“Agrarländer“ auch in Zeiten von
          Überschuss-Produktion gesichert blieben, wurden die sogenannten EU-
          Marktordnungen errichtet: Die EU schützte die europäische Agrarproduktion vor den niedrigen Dumping-Weltmarktpreisen durch den „Außenschutz“ (Zölle auf Importe) und garantierte der EU-Ernährungsbranche für bestimmte Agrar-Produkte Mindestpreise (gestützt durch die Interventionskäufe von Überschüssen und deren massiv subventionierten Export bzw. Vernichtung und Lagerung).

          Diese EU-Zahlungen galten nicht für die Produkte der Bauern, sondern für die wichtigsten Produkte der Großgenossenschaften und der Ernährungsindustrie: Also nicht für Milch der Bauern, sondern für Butter, Magermilchpulver und Käse der Milchindustrie bzw. der Molkereien. Nicht für die Mastbullen ab Hof, sondern für die Schlachthälften aus den Groß-Schlachtereien. Nicht für das Getreide auf der landwirtschaftlichen Erzeugerstufe, sondern für Getreide-Großpartien auf der Großhandelsstufe
          des Landhandels. Der Bauernverband, der zunächst den gesamten
          Landwirtschafts-Sektor gegenüber Politik und Agrobusiness vertreten wollte, wuchs immer mehr mit den Großgenossenschaften zusammen und vertrat zunehmend deren Interessen – die sich aber immer mehr von denen ihrer landwirtschaftlichen Mitglieder entfernten. Im verschärften Konkurrenzkampf und bei dem verselbständigten Eigeninteresse der Genossenschaftsunternehmen wurden die EU-Milliarden vor
          allem zum Nutzen/zum Wachstum des Agrobusiness eingesetzt.

          Die Bauern finanzierten Wachstum, Verdrängungskämpfe und Fusionen der
          „nachgelagerten“ Unternehmen aber nicht nur durch niedrige Erzeugerpreise. Sie mussten immer höhere Kapitalsummen als Anteile in die Genossenschaften einzahlen, die mittlerweile über die Hälfte des landwirtschaftlichen Getreides, der Milch oder des Viehs erfassten und über 50% des Mischfutters herstellten. Sie mussten sich beim Absatz ihrer Produkte immer enger an die Genossenschaften binden, die ihnen dennoch immer mehr aus ihren Händen glitten und deren Entscheidungen sie immer weniger beeinflussen konnten.

          Begründet wird diese Unterordnung bäuerlicher Interessen unter die ihrer
          „Marktpartner“ damit, dass man als „Agrar- und Ernährungswirtschaft gemeinsam gegenüber der Nachfragemacht des Lebensmitteleinzelhandels eine stärkere Position“ schaffen müsse. Eine Politik für bessere Erzeugerpreise gegenüber den Genossenschaften (mit ihrer Quasi-Monopolstellung gegenüber den Bauern) erwartete man jedenfalls vom Bauernverband vergebens. Vielmehr sprachen sich die Präsidenten von Raiffeisen- und Bauernverband 1998 für eine „zeitgemäße Interpretation des
          genossenschaftlichen Förderauftrags“ dahingehend aus, dass die von den Genossenschaften ausgezahlten Erzeugerpreise dafür nicht mehr das vorrangige Kriterium sein dürften, sondern gleichrangig „die Marktinvestitionen und die Kapitalausstattung der Genossenschaften“.
          Die prinzipielle Aufgabe einer eigenständigen Einkommens- und Preispolitik
          für Bauern zugunsten der „nachgelagerten Stufen“ – dieser Ansatz bedeutete auch eine weitgehende Preisgabe einer selbständigen Politik für Bauern. Wie viele Posten die führenden Funktionsträger des Bauernverbands mittlerweile in den Spitzengremien der Großgenossenschaften und des Agrobusiness besetzen …

          1+
    • Arnold Krämer sagt

      Die rechnen die Totgeburten, die Verluste in der Säugezeit, in der Aufzucht bis 30 kg und in der Mast in allen Prozentpunkten zusammen. und in schlecht geführten Betrieben kommt man dann schon mal auf 20 Prozentpunkte. Solche Zahlen , einmal in der Welt, wird man in den Medien nie wieder los.

      1+
      • Eckehard Niemann sagt

        @Arnold Krämer:
        Ist es denn nicht genau das, was Hofreiter und Ostendorff benannt haben? Egal, wie man es bewertet…

        1+
        • Arnold Krämer sagt

          @E. Niemann
          Die Verallgemeinerung ist das Problem und so zu tun als gäbe es gar keine Verluste, keine Krankheiten im Stall und auf dem Acker. Die volksverdummende Wirkung ist das Problem.

          2+
      • Eckehard Niemann sagt

        Stadtmensch ist nicht gleich Stadtmensch, wie es durchaus auch Unterschiede zwischen den „Landmenschen“ gibt und andererseits auch Übereinstimmungen zwischen „Stadt- und Landmenschen“. Auch sind die Übereinstimmungen bzw. Unterschiede in den Meinungen zwischen Stadtmenschen, zwischen Landmenschen und zwischen Stadt- und Landmenschen durchaus partiell und zumeist nicht durchgängig. Man nennt dieses Phänomen auch „Meinungsvielfalt“ – durchaus zum Verdruss mancher Kommentatoren…

        1+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.