Bauer Willi
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Zukunft sucht Bauer

So lautet der Titel eines Leitartikels in der Tageszeitung “Die Welt”. Und er lautet eben nicht “Bauer sucht Zukunft”.

Er beginnt mit dem Satz “Wir sollten unseren Bauern dankbar sein”. Ich habe gestutzt, als ich diesen Satz gelesen habe. Dank? Den Bauern? In welcher Zeit lebt Frau Ehrenstein, die Verfasserin des Artikels, denn? Und dann beschreibt Sie, was Bauern in den letzten Jahrhunderten alles geleistet haben. Man bedenke: die Frau ist Journalistin, sie ist nicht beim Bauernverband angestellt und wird auch von keiner Lobby bezahlt. Sie schreibt über idyllische Bilder und die Bauern, die die Nase davon voll haben, immer an der Vergangenheit gemessen zu werden.

Und sie schreibt über das Verschwinden. Das Verschwinden der kleinbäuerlichen Landwirtschaft ist ebenso ein Thema wie das Verschwinden der Artenvielfalt. Und das beides in einem Zusammenhang steht.

Doch Claudia Ehrenstein nimmt die Landwirte auch in die Verantwortung. Sie tut dies aber in einer Art und Weise, bei der diese auch mitgehen können. Und auch heute schon tun.

Ja, es gibt – immer noch – Journalisten, die differenzieren können und ein Thema mit einem gewissen Weitblick betrachten. Ich habe mich über diesen Artikel sehr gefreut.

Euer Bauer Willi

Lesen Sie selbst:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article167655293/Zukunft-sucht-Bauer.html

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57 Kommentare

  1. fleckviehzüchter sagt

    @fingerphilosoph

    Natürlich ist es eine Frage des Geldes einen Laufstall zu bauen, wir reden da in meiner Größe über eine Invenstition zwischen im aller günstigsten Fall von 3500 Euro pro Stallplatz mal 30 Kühe macht das 105.000 Euro das ganze ist aber auch ganz schnell bei 8000 Euro pro Stallplatz wenn ich auf die grüne Wiese bauen muss weil ich im Dorf keinen Platz habe, da ein Laufstall nun mal wesentlich mehr Platz benötigt als sein Anbindestall und wie gesagt von 30 Kühen allein kannst man nicht leben, da auch wir unsere Kindern nicht zwingen wollen autark zu leben auch die möchten eine Smartphon und Co.

  2. “Veränderungen KÖNNEN nur gelingen, wenn Landwirte sie mittragen WOLLEN. Sie MÜSSEN Feldhecken pflanzen WOLLEN … Sie MÜSSEN Blühstreifen entlang ihrer Felder anlegen WOLLEN … Sie MÜSSEN auf Pestizide verzichten WOLLEN, weil es den nützlichen Helfern gut tut …”

    Unabhängig davon, ob Landwirte, Fleischesser, Dieselfahrer oder sonstwer gemeint sind, dieses “sie müssen wollen” stößt mir sauer auf. Denn letztendlich wird damit doch die Frage gestellt, wie man den Willen von wem auch immer manipuliert. Wie kommen Leute dazu zu fordern, dass andere etwas WOLLEN müssen?

    Man kann per Gesetz verlangen, dass die Landwirte Feldhecken und Blühstreifen pflanzen und auf Pestizide verzichten, aber niemand kann verlangen, dass die Landwirte das auch WOLLEN. Und doch passiert genau das.

    Wer den Willen von Landwirten steuern will, hat meiner Ansicht nach keinen Respekt vor eben diesen Landwirten, selbst wenn er sie vorab erstmal mit anerkennenden Worten einsülzt.

    • Ich seh das so sagt

      Ich würde dieses “müssen WOLLEN” in einer anderen und positiveren Konnotation sehen. Nämlich nicht den Willen zu manipulieren, sondern indem man den Bauern als den Fachmann behandelt der er auf seinem jeweiligen Gebiet ist. Und daher ihm nicht selbsternannte oder Schein-Experten Auflagen, Verbote, Gebote einzureden oder als das Non-Plus-Ultra zu verklickern versuchen, die weder in der Theorie noch in der Praxis jemals bewiesen haben, daß sie einen bäuerlichen Betrieb (welche Größe auch immer) führen könnten. Vor allem wenn diese Phantasmen meist noch mehr kosten als sie bringen.

      Wenn es aber Praxisbeispiele gibt, einleuchtende Argumente, betriebswirtschaftliche Überprüfbarkeiten, wissenschaftliche Untermauerungen, arbeitstechnische Ersparnisse, wenn ich mir den Erfolg dieser Maßnahmen nicht selbst schönreden muß ….. wird das Bessere allemal das Gute verdrängen. Das haben auch die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte bewiesen. Bemerkt halt nur von Jenen, die diese positiven Veränderungen sehen wollen, anerkennen und ab und an auch mal ihren Lesern/Hörern/Sehern davon berichten – so wie dieser Artikel.

      Die bisher übliche Rohrstaberlmethode der Schickeria “ihr blöden Bauern müßt das machen, was WIR gerade für In halten und was WIR wollen” weil wir euch sonst medial windelweich prügeln (lassen), halte ich viel eher als manipulativ im Sinne von WOLLEN müssen.

      So wie ich mir nicht anmaßen würde einem ausgebildeten (!) Journalisten zu erklären, wie er eine Zeitung zu führen hat oder einen Artikel zu schreiben hat, der seinem Zunftethos ebenso entspricht und in die menschliche Bemühenskategorie “Mit bestem Wissen und Gewissen” fällt, so kann ich auch erwarten, daß mir als ausgebildetem Bauern das auch zugestanden wird hinsichtlich Betriebsführung und Tagesarbeit.

      Und daher finde ich es positiv und begrüßenswert wenn der eine oder andere Journalist (m/w) auch mal versucht all den Irrsinn, die Falschmeldungen, Unsachlichkeiten, Schein-Argumente, Kloaken-Studien ….. zurechtzurücken und mal auch einen nicht ideologisch verbrämten Blick der journalistischen Sachlichkeit und Redlichkeit zu wagen. Das tut beiden Seiten nur gut.

      • fleckviehzüchter sagt

        Das mit dem müssen wollen ist so eine Sache denn die, die das längst wollen und machen von dennen wird wenig berichtet, das Image in den Medien verdanken wir meist dennen die das auch nicht machen wenn sie gesetzlich müssten.

      • Ich frage mich, ob der Bauer in dem Artikel wirklich als Fachmann behandelt wird. Denn aus dem Artikel geht gleichzeitig klar hervor, welche Art von Bauer die Zukunft sucht. Die Zukunft sucht nämlich nur Bauern, die nicht so weitermachen wie bisher. Die Zukunft sucht Bauern, die Feldhecken pflanzen “wollen”, Blühstreifen anlegen “wollen” und auf Pestizide verzichten “wollen”. Die Journalistin weiß also schon genau, wie die Zukunft aussehen wird und vertritt damit doch dieselbe Position wie die Grünen. Die Zukunft sucht Bauern, die die Agrarwende der Grünen mitmachen “wollen”. Das ist für mich der Kern des Artikels, und damit der Bauer das schön brav mitmacht, lobt man ihn entsprechend und betont, was er in der Vergangenheit (!) alles geleistet hat.

        • Mark sagt

          “… damit der Bauer das schön brav mitmacht, lobt man ihn entsprechend und betont, was er in der Vergangenheit (!) alles geleistet hat.” Das ist die Sache mit dem ” Honig ums Maul..” hier muss Willi noch etwas mehr aufpassen und nicht zu früh in Jubelarien verfallen.

          • fred huber sagt

            da könnte man gerade meinen die jetzige Landwirtschaft kommt ohne sachzwänge aus. momentan muss ich auch einiges wollen.
            fingerphilosoph, dir ist doch auch der unterschied zwischen willis Gemüsebeet und seinen Feldern aufgefallen, oder? müsste ich nicht Geld verdienen wollen, sähe meine tierhaltung auch anders aus…

            • Mit Willis privatem Gemüsebeet habe ich schon mein Problem, ja. Das habe ich an der entsprechenden Stelle ja auch gesagt.

              Ebenfalls mit dieser unter Bauern anscheinend doch verbreiteten Einstellung: wenn ich mehr Geld hätte, würde ich meine Tiere schon anders halten. Was soviel heißt wie: “ich bin nicht schuld, wenn ich meine Tiere schlecht halte. Sondern der Verbraucher. Oder der Handel.”

              Diese Einstellung unterscheidet sich im Grunde nicht wesentlich von der Einstellung: Für Geld tu ich alles.

              Die Bauern, die sich mit diesem Argument “Geld” aus ihrer eigenen Verantwortung (dem Tier, der Natur und dem Verbraucher gegenüber) stehlen, machen es sich, so Leid es mir tut, das sagen zu müssen, schon ziemlich einfach.

              In dieser Hinsicht ist Willis Blog für mich schon ein Augenöffner.
              Und genau genommen bin ich durchaus ent-täuscht. Ich habe bis vor Kurzem vorausgesetzt, dass die Liebe zum Tier bzw. zur Natur fürs Bauerntum eine wichtigere Rolle spielt als Geld oder die neueste Technologie. Ich war bereit, den Bauern zu glauben, wenn sie behaupten, dass Glyphosat unschädlich ist. Oder wenn sie sagen, dass die industrielle Landwirtschaft schlichtweg eine Notwendigkeit ist.

              Dieser zugegebenermaßen etwas naive Glaube hat hier auf diesem Blog durchaus einen Dämpfer erhalten.

              Die Frage, die sich jeder Mensch persönlich stellen muss, ganz unabhängig, ob Bauer oder nicht, lautet: Was bin ich bereit für Geld zu tun? Bzw. Was bin ich bereit, aus Geldmangel zu tun?

              Ich glaube nicht, dass ich bereit wäre, für Geld (oder aus Geldmangel) meine Tiere schlecht zu behandeln. Ich glaube auch nicht, dass ich für Geld (oder aus Geldmangel) bereit wäre, den Acker grundsätzlich anders zu bestellen, als ich es für mich privat tue.

              Im Laufe mehrerer Jahre habe ich herausgefunden, dass ich den Grünen und den Umweltschutzverbänden nicht glauben kann. Aber den Bauern kann ich anscheinend auch nicht ohne Weiteres glauben. Und was nun? Soll ich mich jetzt damit abfinden, dass wir eben im postfaktischen Zeitalter leben? Toll.

              • Inga sagt

                Womit verdienst du dein Lebensunterhalt, Fingerphilosoph? Warum verlangst du von deinem Chef Geld?
                Arbeite doch für nichts, oder nur für das Essen!
                Oder für Mindestlohn
                dann bist du bestimmt zufriedener, oder?

            • Mark sagt

              Bauern sind weder heilig noch unfehlbar. Den Bauer gibt es ebenso wenig wie den Verbraucher. Beides sind recht heterogene Gruppen. Man sieht dies ja schon daran, dass die Bauern ja untereinander oft unterschiedlicher Meinung sind. Trotzdem glaube ich, das die Mehrzahl der Bauern ein ordentliches Verhältnis zu seinen Tieren hat, ein ganz anderes als z.B. Viehhändler oder Schlacher, und dass die meisten Bauern im Rahmen ihrer, auch finanziellen, Möglichkeiten schon das Beste für ihre Tiere geben.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              >>Ebenfalls mit dieser unter Bauern anscheinend doch verbreiteten Einstellung: wenn ich mehr Geld hätte, würde ich meine Tiere schon anders halten. Was soviel heißt wie: „ich bin nicht schuld, wenn ich meine Tiere schlecht halte. Sondern der Verbraucher. Oder der Handel.“<<

              Sie gehen von falschen Voraussetzungen aus, 99,5 % gehen mit den Tieren pfleglich um. Wenn jetzt die Verbraucher meinen, dass 10% weniger Tier im Stall besser für die Tiere wären, dann kann der Bauer das nur machen, wenn der Handel bereit wäre, die Mehrkosten zu bezahlen.

              10% weniger Tiere, kann man schon als anders Halten bezeichnen, das heißt meiner Meinung nach nicht, dass es den Tieren bei voller Belegung schlecht geht.

              Eines sollte sich Jedermann mal verinnerlichen, auch der Bauer hat das Recht so viel Geld zu verdienen, dass er seine Familie richtig ernähren kann, auch das Recht auf Urlaub hat er, auch wenn viele dies der Bauernfamilie absprechen.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              >> Soll ich mich jetzt damit abfinden, dass wir eben im postfaktischen Zeitalter leben? Toll.<<

              Sie brauchen sich nicht damit abfinden, sie können einen Betrieb pachten, oder auch kaufen und den Betrieb mit ihrem privat angeeignetem Fachwissen leiten.

            • fred huber sagt

              hallo fingerphilosoph. tatsächlich hab ich mir unlängst in einer ruhigen stunde (während dem melken 🙂 ) die frage gestellt, ob, bzw. wie ich meine Tiere halten würde, würde ich das ganze nur als Hobby betreiben. die antwort an mich selber war: weniger Tiere, weniger Leistung/kuh.
              jetzt kannst du schon fragen, warum ich das denn nicht einfach umsetze, wenn ich mich damit wohler fühlen würde. meine antwort darauf ist, dass einfach kein finanzieller handlungsspielraum für irgendwelchen Luxus besteht. sosehr ich das auch begrüßen würde.
              wobei ich aber schon betonen möchte das es meinen Tieren trotzdem sehr gut geht. ich glaube dir würde unser betrieb gefallen. viel Natur, wenig Technik! 😉
              nur weil ich verbesserungsmöglichkeiten sehe, heißt das noch lange nicht das alles schlecht ist.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          >> Denn aus dem Artikel geht gleichzeitig klar hervor, welche Art von Bauer die Zukunft sucht. Die Zukunft sucht nämlich nur Bauern, die nicht so weitermachen wie bisher<<

          Da können sie lange suchen, sie werden sie nicht mehr finden, die Bauern, bzw. die Söhne arbeiten längst bei Bosch, Schaeffler oder Daimler, die liegen nach der Frühschicht lieber in das Schwimmbad, als irrsinnige Ideen von Philosophen zu verwirklichen.

    • bauerhans sagt

      “Sie MÜSSEN …. WOLLEN”

      sie müssen wollen können!
      da geforderte maßnahmen geld kosten,muss die allgemeinheit dafür aufkommen,aber nicht so wie bei TIERWOHL,wo deutlich weniger geld fliesst als kosten entstehen.

  3. Friedrich sagt

    Für den ersten Schritt und Anfang einer sachgerechten Diskussion ist der Artikel gut. Leider ist das mit GRÜNEN Politikern und beratungsresistenten Leuten nicht machbar. Mit Leuten wie Remmel (ehem.NRW) und dem Kaosminister Meyer in Niedersachsen als Landwirtschaftsminister nicht durchfürbar. Diese Leute brauchen die Bauern für ihr Mobbing . Ohne Bauernmobbing kein Wahlerfolg. Dabei wird auch der Wolf garnicht aufgeführt , weil den die Bioleute (ABL) auch nicht haben wollen. Die Grünen können mit ihrem Mobbing nur in den Städten punkten , wo bei den Wählern die Unkenntnis vorhanden ist. — diese Leute sollten jetzt mal nach Niedersachsen kommen und sich die Schäden auf den unbefahrbaren Feldern ansehen. Der viele Regen hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Abgesackte Mähdrescher , nicht erntbare Getreidefelder, verfaulte Rübenfelder . Da spielt sich ohne die Medien eine Katastrophe ab. Die Medien zeigen nur die abgesoffenen Häuser usw. , aber die Schäden auf dem Lande werden ignoriert. Das wird so manch eine Hofaufgabe geben. Die Verluste sind einfach zu hoch.

  4. fleckviehzüchter sagt

    Lieber Bauer Willi,

    ich muss Dir recht geben ich habe selten in letzter Zeit einen so sachlichen und neutralen Bericht wie diesen gelesen. Aber was mir bei all diesen Berichten ob positiv ob negativ fehlt ist die Definition der Begriffe, was bitte sind kleine bäuerliche Betriebe, reden wir da etwa über unseren mit 30 Kühen und einer Arbeitskraft, nämlich mich. Meine Frau geht ausserhalb der Landwirtschaft arbeiten und verdient dort mehr als ich mit meinen 30 Kühen und wenn das anders wäre gäbe es uns als Hof auch schon längst nicht mehr.
    Bekannte von uns haben beim Ausräumen neulich interessante Abrechnungen gefunden, so hat deren Opa Ende der vierziger Jahre für die Maurerstunde 85 Pfennige bezahlt im selben Zeitraum hat er auch einen Ochsen vermarktet für diesen erhielt er über 700 Mark. Erzähl doch heute mal jemanden er soll einen Tag die Woche für den Sonntagsbraten arbeiten, der zeigt Dir doch glatt den Vogel. Bei uns gibt es noch kleine Strukturen und Hecken und ja ich sehe sogar jedes Jahr wenn ich meine Wiesen mähe Rebhühner es gibt bei uns Rehe,Hase und Fuchs und mittlerweilen sogar wieder Biber, nur eines gibt es bei uns nicht mehr kleine Höfe wie den meinen von dem man leben kann, geschweige den es sich leisten kann in den Urlaub zu fahren. Wenn bei uns die Sommerferien beginnen und ich dann viel auf dem Schlepper unterwegs bin bleibt der Radio meist aus, weil ich dann lieber die Natur versuche zu geniessen, anstatt ständig daran erinnert zu werden das ich vielleicht doch auch einmal etwas anderes von der Welt sehen würde genau wie all die schwer arbeitenden Menschen die wir Bauern doch so billig ernähren. Wenn die Verbraucher und die Politik Höfe wie meinen wollen, dann müssten Sie auch bereit sein mindesten die Hälfte des Einkommens für Nahrungsmittel auszugeben oder selbst anzubauen und solange dies nicht der Fall ist werden sie damit leben müssen das Landwirtschaft eine Industrieproduktion geworden ist.

  5. Willy Toft sagt

    Hätten wir heute nicht den Technischen, Züchterischen und Düngungsoptimierten Fortschritt, würde auf der Welt und auch hier in Europa oft Hunger herrschen. 1. Die Erträge brauchen wir heute für die Ernährung. 2. Nur durch Pflanzenschutzmaßnahmen können wir nachhaltig die Früchte gesund erhalten. 3. Die optimierte Düngung, sorgt für ordentliche und qualitative Erträge. 4. Die Technik hilft uns beim Anbau und bei der Ernte, mit der Schlagkraft, zum optimalen Zeitpunkt die Ernte nach Hause zu holen. Man stelle sich das Szenario mal vor 100 Jahren vor, wie die Menschen sich Quehlen mussten, und das oft vergeblich, weil gerade wieder durch Wettereinwirkung alles zunichte gemacht wurde. Das wird in der heutigen Diskussion völlig ausgeblendet!

  6. Mark sagt

    Sicher, es gibt schlechtere Artikel über die Landwirtschaft. Aber am Ende dominieren halt doch wieder die von den Grünen und ihren Helfern verbreiteten Klischees. 30 Miot Gülle, das muss doch schädlich sein. Punkt. Das in den 60/70igern die Viehbestände höher waren, wenn juckts. Meine Freude hält sich in Grenzen.

    • Paulus sagt

      @Mark
      Dass in den 60/70er Jahren die Viehbestände zumindest gleich hoch wie heute oder sogar höher waren, habe ich vor ein paar Jahren mal in irgendeiner Statistik gelesen. Ich kann es mangels Quelle leider nicht belegen und beim Statistischen Bundesamt werde ich nicht fündig. Wäre aber mal ein sehr interessantes Thema bei Bauer Willi.
      Der entscheidende Unterschied zu heute ist allerdings, dass die Viehbestände grundsätzlich anders verteilt waren, nämlich auf viele kleinere Betriebe die es schlicht nicht mehr gibt.
      Wenn die absolute Menge an tierischen Ausscheidungen nahezu konstant geblieben sein sollte, was zu vermuten ist, so ist dies rein statistisch gesehen irrrelevant und allein ein Problem der flächenmäßigen Verteilung bzw. der zusätzlichen Verwertung in z.B. Biogasanlagen.
      Insofern würde man mit einem eher hinkenden Vergleich wohl doch nicht klüger – und wem sollte es nützen?

      • Mark sagt

        @Paulus
        Ob die organische Düngung früher umweltverträglicher war als heute, möchte ich bezweifeln, kleinere Betriebe arbeiten (auch früher) nicht automatisch umweltverträglicher. Aber darum geht es mir gar nicht, sondern um die Tatsache, dass in dem Artikel der wertvolle Dünger Gülle quasi als Abfallprodukt dargestellt wird, welcher gar nicht umweltunschädlich entsorgt werden kann. Dies ist definitiv nicht der Fall, es werden hier ledglich die Vorurteile, welche nun mal von grün angehauchter Seite massiv gestreut wurden, ungeprüft wiederholt. Dass den Bauer dann noch das Recht abgesprochen wird, auf bewußt verzerrte Meßwerte hinzuweisen, setzt dem ganzen schon die Krone auf. Deshalb bin ich von dem Artikel nicht besonders begeistert.

        • Sandra Harms sagt

          @Mark
          Die organische düngung war früher eben nicht umwelt verträglicher als heute, bis vor weniger jahren, wurde in der regel gülle gefahren oder mist gestreut und dann untergepflügt, also dahin gebracht wo die pflanze erstmal hinwachsen musste… das tat diese aber dann nicht so toll… da wurde dann noch mal ordentlich mineraldünger nach geschmissen,frei nach dem motto viel hilft viel… das hat sich seit beginn der 90er jahre grundlegend geändert, so und nun die preisfrage, woher kommen denn die nitrat werte im grundwasser? grade im hinblick das nitrat in der regel 30-40 jahre braucht bis es im grundwasser ankommt… was ist wohl mit gülle und mist nach dem pflügen passiert bevor die pflanzen dort hingewachsen sind wo man es verbuddelt hatte….
          soviel zum thema das war früher besser… heut bezahlen wir landwirte die quittung dafür, das man es früher nicht besser wusste bzw nich anders machen konnte…

          • bauerhans sagt

            sandra,hohe nitratwerte hängen auch mit anderen einträgen zusammen z.b. nicht ausreichenden oder maroden abwasserkanälen.

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