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Willi auf dem Hof und im Studio

Für alle, die immer noch Zweifel an der Existenz von Bauer Willi haben. Der WDR war wieder mal bei Willi auf dem Hof und anschließend war Willi noch live im Studio.

Ausgestrahlt wurde die Sendung gestern abend (23.03.15) beim Lokalsender Düsseldorf.

Sechs informative Minuten rund um das Thema „Lieber Verbraucher“, wie auch um die Hintergründe der Person „Bauer Willi“.

Hier der Link zur Mediathek des WDR:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit/lokalzeit-aus-duesseldorf/videobauerwilliundseinwutbrief100_size-L.html?autostart=true#banner

(Das Video braucht leider etwas lang, bis der Film anfängt, man braucht Geduld 😉

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15 Kommentare

  1. Dietmar Achilles sagt

    Über die Klagen, dass Lebensmittel zu teuer seien, kann ich mich nur aufregen. Heute geben wir im Durchschnitt nur ungefähr 11 Propzent unseres verfügbaren Einkommens für ‚Miteel zum Leben‘ aus. Vor 30 jahren waren es nor ungefähr 18 Prozent. Einige Jahre vorher noch über 20 Prozent. Lebensmittel scheinen uns gar nicht mehr wichtig zu sein, außer als Mittel zum Meckern. Eines der vielen Gründe warum die Preise für Lebensmittel so stark gesunken sind ist die Öffnung der Märkte für alle Anbieter aus allen Teilen der Welt. Es ist dabei egal unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt werden können. Es können Skalenerträge sein resultierend aus großen Betriebsgrößen; es können aber auch schlicht recht niedrige Umweltstandards sein. Dummerweise sind Agrarprodukte schlicht austauschbar. Es gibt da kaum sogenannte Alleinstellungsmerkmale. Ob der Weizen nun aus Argentinien, der Ukraine, den USA etc. oder aus Baden-Baden kommt, ist dem Verarbeiter hier doch absolut egal. Das Gleiche gilt für Geflügelfleisch für die Großverarbeiter usw. usw.

    Nun nach einer Abschottung unserer Märkte zu rufen wäre extrem kurzsichtig und mit der wirtschaftlichen Realität nicht vereinbar. Wir müssen aber unseren Verhandlungsvertretern bei internationalen Handelsgesprächen klar machen, dass die Landwirtschaft eine regionale immobile Angelegenheit ist. Es dürfen nur Waren auf den innergemeinschaftlichen Markt gelassen werden, die den gemeinschaftlichen Produktionsstandards entsprechen. Landwirtschaft darf nicht zur Verhandlungsmasse werden.

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  2. Anestis Papadopoulos sagt

    Hallo Bauer Willi,
    die Sendung hat mir gut gefallen. Die Diskussion die Sie angestoßen haben war überfällig. Allerdings ist mir eine Sache noch nicht klar und da würde mich Ihre Meinung interessieren.
    Im Handel sind ja nun nicht alle Produkte billig. Z.B. bBei Milch oder Fleichprodukten gibt es schon große Unterschiede. In Bioläden wie Füllhorn oder Alnatura sind die Produkte deutlich teurer. Wenn ich mich nun bewußt für das teurere Produkt entscheide, woher weiß das ein Landwirt dann mehr für sein Erzeugnis bekommt? Was ich meine ist: An der Theke kann ich die Wertschöpfungskette nicht überblicken. Zahle ich dann mehr für den Landwirt oder für Marke und Marketing?
    Viele Grüße
    Anestis Papadopoulos

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Herr Papadopoulus, und das fragen Sie einen Bauern? Ich kenne die Kalkulationen der Handelsketten ja auch nicht. Und Ihr vorletzter Satz sagt ja, dass es Ihnen genau so geht. Trotzdem ein Versuch einer Antwort. Bei Bioläden müssen die Produkte teurer sein, was aber nicht zwingend bedeutet, dass der Gewinn des Biobauern auch höher ist, denn er hat ja wesentlich höhere Kosten. Bei Milch möchte ich mal ganz frech behaupten, dass der Preis im wesentlichen im Marketing liegt, den oft kommen Marke und no name aus der gleichen Molkerei. Die aus meiner Sicht einzige Möglichkeit dem Landwirten die Marge zukommen zu lassen ist der Kauf beim Erzeuger (Hofladen, Wochenmarkt). Es gibt aber auch interessante Entwicklungen bei denen der Landwirt im Supermarkt „sein“ Regal einräumt und einen Teil der Marge (für die Nutzung des Regals) an die Supermarktkette abtritt. Shop in the shop. Direktverkauf im Supermarkt. Ist aber bisher nur eine Nische, die ich aber für sehr nachdenkenswert halte.
      Bauer Willi

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      • Anestis Papadopoulos sagt

        Hallo Bauer Willi,
        danke für die prompte Antwort. Ich frage AUCH den Bauern denn ich bin ja gerne bereit JETZT mehr zu zahlen. Die Kalkulationen kennt natürlich keiner.
        Einkäufe im Hofladen praktiziere ich. Aber ich bin ehrlich und sage das dies höchstens 20% meiner Einkäufe ausmacht. Ich komme nur am WE dazu. Im Alltag gehe ich in den Supermarkt und versuche auf regionale Produkte zu achten. Bei Edeka ist das regionale Sortiment vorhanden, von daher klappt das. Allerdings weiß ich nicht ob z.B. die Obstbauern mehr davon haben.
        Nun, bis zur Lösung werde ich versuchen meinen Anteil an Hofladen Einkäufen zu steigern.
        Bis dahin und weiter viel Erfolg
        Anestis Papadopoulos

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Herr Papadopoulos,
          ihre Frage ist in der Tat eine absolute Kernfrage. Sie führt zum wunden Punkt der Spezialisierung der Landwirtschaft: Die Vermarktung.
          Die Spezialisierungskette sieht so aus:

          1. Der Landwirt erzeugt die Rohstoffe.
          2. Die Verarbeiter veredeln die Rohstoffe zu verkaufsfähigen Marken.
          3. Der Handel bepreist die Waren.
          4. Der Verbraucher kauft beim Handel.

          Wenn der Verbraucher nun beim Handel bewusst mehr Geld ausgibt und sicher sein will, dass beim Erzeuger der Rohstoffe, beim Landwirt auch mehr ankommt. Dann muss er Erzeugermarken wählen.
          Denn Erzeugermarken gehören dem Erzeuger. D.H. der Erzeuger profitiert auch an dem Mehr-Marken-Ertrag.
          Das ist für den Verbraucher sicher nicht einfach, aber die Informationen dazu gibt es.
          Z.B. Arla, eine Genossenschaftsmolkerei, wo die Marken der Genossenschaft gehören. Oder Landmarkt, eine Erzeugergemeinschaft aus Hessen, die über die Handelskette REWE verkauft.
          Vielleicht sollten wir hier mal eine Übersicht der Erzeugermarken in Deutschland aufstellen.

          Herzliche Grüße aus dem Allgäu
          AW

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          • Anestis Papadopoulos sagt

            Hallo Herr Wohlfahrt,
            danke für den Kommentar. Erzeugermarken, das ist wohl das Merkmal nachdem ich suchte. Arla war mit als Marke sogar bekannt. Der Hintergrund aber nicht. Werde in Zukunft genauer hinschauen.
            Tja, wie heißt es: „Frag doch mal den Landwirt.“
            Weiter viel Erfolg
            Anestis Papadopoulos

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              • Anestis Papadopoulos sagt

                Hallo Herr Wohlfahrt,
                danke für den Link. Hab mal kurz reingeschaut muß es mir aber noch ganz anschauen.
                Eine Sache ist mir aber aufgefallen. „Ein Herz für Erzeuger“, das kommt so ein bisschen wie die Bitte um ein Almosen rüber. Mich beschleicht ein bisschen das Gefühl als ob die Lidl Typen mehr davon haben. Motto: Schaut her, wir kümmern uns um „unsere Bauern“.
                Als Nicht- Landwirt sage ich mal: Vielleicht können die Landwirte den Spieß umdrehen und eine Art Marke entwickeln mit der SIE ihre Abnehmer zertifizieren. Sich nicht kleinmachen sondern offensiv vorgehen und den Verbraucher an seinen Gefühlen mitnehmen.
                Nur so ne Idee…
                Schönes Wochenende
                Anestis Papadopoulos

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                • Alois Wohlfahrt sagt

                  Hallo Herr Papadopoulos,
                  da haben Sie schon recht. Die Initiative kam aus der Marketingabteilung der Discounter.
                  Und das ist genau der Punkt. Die Landwirte sind hier zuwenig aktiv. Sie warten ab und bekommen dann solche Almosen wie 1,X Cent je Liter Milch mehr und einen Packen Auflagen, der den ganzen Vorteil zunichte macht.
                  Die erfolgreichste Erzeugermarke ist übrigens CocaCola. Die Marke ist so stark, dass dort die Discounter nach den Bedingungen fragen dürfen.
                  Eine starke „Bauernmarke“ muss die Verbraucher gewinnen, dann spielt auch der Handel mit.

                  AW

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo,
      der Link stimmt eigentlich schon. Die Ladezeit ist allerdings für mich ungeklärt.
      Mit Deinem im Kommentar angegebenen Link, siehst Du nur den Studiobeitrag.
      Der Film auf dem Hof von Willi ist der im Beitrag angegebene Link.

      Alois

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  3. EssPerimente sagt

    Hallo,
    die Sendung hat mir sehr gut gefallen und ja, solange Verbrauchen vorwiegend Ihre Kaufentscheidung vom Preis abhängig machen, sieht es wohl schlecht aus mit gesunder Ernährung und umweltbewusstem Handeln. Davon kann ich als Ernährungsberaterin nach vielen Jahren in Schulen und Kitas unterwegs ein Lied singen! Als Verbraucherin wünsche ich mir:
    – Keine Zerstörung der Böden durch Monokulturen & Pestizide
    – Keine Überproduktionen und dadurch Massenvernichtung von Lebensmitteln
    – Werbeverbot für Fertigprodukte, gerade für Kinder (hoffnungslos)
    und für uns Verbraucher: Bitte schaltet beim Lebensmitteleinkauf das Hirn ein! Jetzt gibt es schon Spargel durch Fussbodenheizung!!!

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    • Bauer Ernst sagt

      Also da kann ich sie beruhigen, schon nach 3 Jahren wächst auf den “ zerstörten Böden“ schon Bioware, leider wird es Massenvernichtung von Lebensmitteln immer dann geben wenn die Kosten für die Ernte höher sind als der Preis.

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      • Bauer Willi sagt

        Danke Bauer Ernst, ich hatte heute im Feld zu tun, deshalb erst die späte Reaktion. Ich hätte es nicht besser sagen können. Und bei der Überproduktion spielt ja auch noch einer mit, der eine Etage höher sitzt. Gemeint ist Petrus. Der gehört ja hoffentlich keinem bösen Konzern an (Satire!)…
        Bauer Willi

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