Bauer Willi, Video
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Was tun mit dem Ausfallraps? (Video)

Nach der Rapsernte sind immer ein paar Körner auf den Boden gelandet und keimen dort. (Ausfallraps). Mit dem Ausfallraps kann ich aber einen Schädling (Nematoden) biologisch bekämpfen, der sonst den Rüben schaden könnte. Dazu muss ich den Raps aber zu einem bestimmten Zeitpunkt im Wachstum stoppen. Bisher habe ich das mit Glyphosat gemacht. In der Fruchtfolge steht der Raps etwa alle 5 Jahre.

Habt ihr eine Idee, was ich machen soll, wenn es das Mittel nicht mehr gibt? Eine mehrfache Bodenbearbeitung ist zwar eine Alternative, aber dadurch geht wertvolle Bodenfeuchte verloren, es ist Erosion (Wind; Wasser) möglich, das Bodenleben wird gestört und es besteht die Gefahr, dass unnötig Nitrat freigesetzt und Humus abgebaut wird. Was also tun?

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16 Kommentare

  1. Paulus sagt

    Also, die Sache mit den Nematoden hab ich verstanden, bilde ich mir jedenfalls ein. Und zum Glück darf man hier als Laie ja auch naive Fragen stellen.
    Sieht ein Acker nach der Raps- oder Getreideernte flächendeckend so aus wie auf dem Foto? Und wie hoch ist dann der Anteil an Ausfallgetreide, bezogen auf das gesamte Erntegut? Vielleicht ist es ja auch eine vernachlässigbare Größe.
    Jetzt bitte nicht die Augen verdrehen liebe Landwirte, es interessiert mich nun mal.

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  2. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin Willi, versuche es doch einmal mit einem Wuchsstoffherbizit welches der Raps nicht verträgt. Willst Du noch eine Zwischenfrucht vor den Rüben ins Feld stellen oder soll das als Brache bis zum Frühjahr liegen bleiben ?

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  3. Moin!

    Ich selbst bin ja eher Fan von mechanischer Landwirtschaft, weniger Risiken und Nebenwirkungen (Diuron, Lindan, DDT, PCBs allgemein, Tallowamin, Contergan, Amalgam, Asbest … die Wunder der Chemie). Weswegen solche Fragen nach Alternativen zu Glyphosatformulierungen etc. auch für mich Verbraucher interessant sind.

    Vorab: Da ich nicht im Thema bin, was das Handwerkliche angeht, habe ich mir erstmal Infos zu Nematoden geholt, diese Seite scheint sehr informativ und übersichtlich zu sein: https://www.nebelung.de/wissenswertes/kulturprobleme-schaedlinge/schaedlinge/nematoden/

    Da steht unter anderem was drin, Zitat:
    Eine Grünbrache mit Feindpflanzen wie Tagetes, Ringelblume oder Senf reduziert die Zahl der (Anm.: bestimmter Arten) Nematoden deutlich. Der Erfolg hängt aber davon ab, welche Nematodenart tatsächlich schädigt.

    Darunter steht, daß man manche Nematoden sogar nur durch Schwarzbrache bekämpfen könne. Anmerkung: Gerade im Sommer, wenn die Nematoden aktiv sind und Nahrung aufnehmen müssen, soll die Schwarzbrache – wenn auch jedes Wildkraut etc. entfernt wurde – über ein paar Wochen diese verhungern lassen.

    Also die Frage, welche Nematodenart es überhaupt ist, wäre noch wichtig.

    Eine flache bodenschonendere Bodenbearbeitung hängt ab vom Gerät, neulich sah ich das hier; doch wenn ich nicht irre, hatte Dich schon neulich jemand nach einer Messerwalze gefragt, die Dir nicht zur Verfügung stünde?
    https://www.topagrar.com/technik/news/iat-glyphono-geht-unkraut-an-den-kragen-11578162.html

    Kostenintensiv, aber wohl auch gegen Nematoden hilfreich, wäre ein Dampfgerät, aber der Vollständigkeit halber auch mal erwähnt:
    https://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/forschung/dem-erdmandelgras-dampf-machen-10390.html

    Die Kritik am mechanischen Bearbeiten ist immer dieselbe von wegen Erosion, Bodenleben etc. Dem gegenüber hält Mechanik Schnecken und Mäuse länger fern, soll gegen Pilze (Fusarium etc.) vorteilhafter sein durch bessere Bodenbelüftung und das Auflockern des Bodens ist für Pflanzen auch nicht unwichtig.

    Gegenfrage: Waren alle Felder in Ostdeutschland zu Jahresbeginn Opfer der Dürre und Wüstenbildung geworden, weil nur mechanisch gearbeitet wurde? Ich glaube, ein toter Acker (Schwarzbrache) ist per se prädestiniertes Ziel für Austrocknung und damit Erosion. Der Boden trocknet halt nur schneller aus nach mechanischer Bodenbearbeitung aufgrund höherer Oberfläche. Aber nach mehreren Wochen Trockenheit ist es fast schon egal, wie bearbeitet wurde. Naja, und Kraftstoff fürs Pflügen ist teurer, Roundup wurde ja immer wegen Effizienz und niedrigen Preises beworben.

    Kann man etwaige Erosion durch mechanische Bodenbearbeitung durch Einbringen organischen Materials kompensieren, also Kohlenstoff etc. wieder in den Boden bringen, Humusaufbau fördern?

    Womöglich wird die Fruchtfolge am Ende sogar abhängig sein von der Art der Nematoden, die gerade vorherrscht, damit immer das möglichst Falsche auf dem Speiseplan steht und sich die Nematoden im Boden die Waage halten?!

    Manche karnivore Nematoden sind ja sogar gewollt, sie essen Schnecken weg, könnte man sagen.

    Was ich nicht weiß: Welchen Stoffwechsel haben Nematoden. Wäre auch der Shikimatweg involviert (wie in der Darmflora von Bienen), würde Roundup in der Tat den Wurm aktiv wegspritzen. Aber das rate ich gerade auf blauen Dunst. Wobei ich gerade diesen Test gesehen habe, der Wirkstoff Glyphosat hat wohl keine nennenswerte Wirkung, aber die Zusatzstoffe (Netzmittel) schon.
    https://www.mdr.de/wissen/umwelt/glyphosat-nicht-krebserregend-100_cpage-20_zc-2f866cf5.html

    Überlegung: Manche Zusatzstoffe sind nicht prüfungspflicht, oder wie war das? Also wenn man NUR die Zusatzstoffe so verwenden könnte, dann mag darunter womöglich sogar ein Mittel sein, daß ohne weitere Prüfung gegen Nematoden wirken dürfte (so wie manche Glyphosatformulierungen Amphibien sterben lassen aufgrund der Zusatzstoffe etc.).

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    • Paulus sagt

      Ein Ahnungsloser der sich als Freund mechanischer Bodenbearbeitung outet, und gleich in seinem ersten Satz Wirkmittel und Stoffe aufzählt, die mit der LW überhaupt nicht in Verbindung zu bringen sind. Solch neunmalkluge Scheißer liebe ich. Sorry!

      7+
    • Brötchen sagt

      Herr Suhr!

      Zur Zeit ist es bei uns sehr trocken!
      Ernte ist fertig, die grubbern jetzt schon ganz früh um 5 Uhr.
      Warum? Niemand weiẞ wann der Regen kommt und wie oft und wie viel. Angesagt ist ständig wasy es kommt nur nichts.
      Würden sie nach dem Regen grubbern ist die Feuchtigkeit weg, die die Zwischenfrucht o.ä. zum auflaufen bräuchte. Es ist wie bei russisch Roulette, mit dem Unterschied, sie wissen nicht kommt eine Kugel, mehrere oder gar keine mehr.

      Das ist der unterschied.
      Beim wegspritzen würde das keine Rolle spielen.

      5+
    • Thomas Apfel sagt

      Hier passt wieder die Äußerung von Herrn Krämer: Das Wissen von Journalisten (oder wahlweise Herrn Suhr) ist breit wie ein Ozean und tief wie eine Pfütze.

      4+
      • Elisabeth Ertl sagt

        Das bringt es auf den Punkt: Wissen ohne Erfahrung ist Besserwisserei. Aber ich finde, Herr Suhr bessert sich schon. Er streut zwischen sein Internetwissen wenigstens schon respektvolle Fragen ein.

        2+
  4. Berthold Lauer sagt

    Tja, Willi, da hilft nur zupfen! ,Starte doch Mal einen Aufruf zur Mithilfe oder vielleicht könnten auch die „Freunde“ von „Ende Gelände“ mitmachen, die haben doch Erfahrung mit Plattmachen von Vegetation!
    Sorry, aber mir war grad nach Zynismus 😁

    5+
  5. Christian Krumphuber sagt

    Lieber Willi.
    Blöde Geschichte. Und mit der mehrfachen Bodenbearbeitung produzierst du auch noch CO2-Emissionen – du weißt schon – etwa 2,5 kg CO2 pro Liter Dieselverbrauch. Schick den Beitrag doch extra an die Umwelt-NGOs. Die sind ja bei Landwirtschaftsfragen sonst auch sehr auskunftsfreudig. Die werden sicher eine gute Idee haben.

    10+
    • Bauer Willi sagt

      Habe es jetzt auch noch bei Twitter reingesetzt. Da sind ja auch viele Experten…

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    • Warum so kompliziert? Landwirtschaft muß mehr CO2 produzieren, CO2-Fußabdruck vom mechanischen Bearbeiten vs. gesamten ökologischen Fußabdruck von Ackerchemie, was wiegt schwerer?!

      Aber mal weiter gedacht:
      Wollen wir Tiere in geschlossenen Ställen hinter Filteranlagen halten, um die Emissionen zu reduzieren, so von wegen Tierwohl?

      Nein, Landwirtschaft wird immer CO2 freisetzen. Die Frage ist, wieviel kann sie selbst kompensieren (durch Humusaufbau beispielsweise), wieviel kann die Gesellschaft zur Kompensation beitragen (selektive Bewirtschaftung von Wäldern, um CO2 in Form von Holz in Möbeln und Baumaterial zu binden usw.).

      Nur aufs CO2 zu schielen, erachte ich jedoch für zu kurz gesprungen.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Hier ging es aber um den Verlust von Stickstoff, nicht um CO² – Freisetzung. Und der muss mit Dünger kompensiert werden, entweder mit Mist bzw. Gülle oder mit Mineraldünger. Das erspart man sich mit Glyphosat.

        1+

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