Bauer Willi
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Was hat Fipronil mit Hunden und Katzen zu tun?

Nachdem, was ich bisher weiß, wurde das Insektizid Fipronil von gewerblichen Unternehmen aus den Niederlanden nicht nur dort, sondern auch in deutschen Hühnerställen zur Desinfektion eingesetzt. Der Wirkstoff ist in Deutschland bei Tieren, die selbst oder deren Produkte verzehrt werden, verboten. In gutem Glauben, einen Profi mit dieser Maßnahme beauftragt zu haben, haben diese landwirtschaftlichen Betriebe nun ein Problem und sind gesperrt worden. Die Eier müssen vernichtet werden. Fipronil wurde auch in Bio-Eiern gefunden, denn die Desinfektion eines Stalles ist keine Frage der Größe oder der Wirtschaftsweise (bio/konventionell) sondern gute fachliche Praxis.

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-08/fipronil-bio-eier-belastung

Fipronil und Imidacloprid  (aus der Gruppe der Neonicotinoide) finden sich als Wirkstoffe aber auch in frei verkäuflichen Produkten gegen Zecken und Flöhe bei Hunden, Katzen und je nach Produkt auch bei Zierkaninchen. Meist wird eine Pipette so auf den Rücken des Tieres geträufelt, dass das Tier an der Stelle nicht lecken kann. Von dort verteilt sich der Wirkstoff über den gesamten Körper. Die Tiere sollen solange nicht gestreichelt werden, bis die Flüssigkeit getrocknet ist. Auch sollen die Tiere 48 Stunden nicht gebadet werden.

Mehr zu diesem Thema und welche anderen Wirkstoffe gegen Zecken eingesetzt werden, finden Sie hier:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=38337

Dieser Beitrag soll sachlich aufklären. Da wir hier aber häufig und auch kritisch über Pflanzenschutzmittel (Pestizide) diskutieren, sollte euch diese Information auch zur Verfügung stehen.

Euer Bauer Willi

 

 

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62 Kommentare

  1. Arno Rügheimer sagt

    Habe gestern mal zu dieser Schizophrenie eine Anfrage auf Klärung an das BfR und das LfL (Bayern) gestellt. Bin gespannt, was die rückmelden.
    DM-Drogeriekette nahm in Österreich Fipronil haltige Ameisenmittel aus dem Verkauf. I Deutschland scheinen sie das auch Zug um Zug tun zu wollen. Baumärkte und Rossmann haben das Zeugs noch direkt vom Kunden betatschbar im Regal.
    Frontline ist in Apotheken weiterhin für sündhaf teuer Geld frei kaufbar!
    Ich denke, das Thema ist noch nicht abschließend durchgekaut!

  2. Andreas sagt

    Lieber Bauer Willi,

    wir vergiften tatsächlich seit Jahren unsere Haustiere und nebenbei uns selbst!
    Die Mehrzahl aller Haushalte in denen Hunde und/oder Katzen gehalten werden setzen Fipronil regelmäßig in Höchstdosierungen ein.

    Der Eier-Skandal ist – im wahrsten Sinne – in aller Munde. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet die möglichen Auswirkungen der Aufnahme des Insketengiftes “Fipronil” wie folgt. Im Tierversuch ist Fipronil sofort giftig, wenn es über den Mund, über die Haut oder über die Atemluft aufgenommen wird. Der chemische Stoff ist nicht als haut- oder augenreizend eingestuft und verursacht keine allergischen Hautreaktionen. Im Tierversuch an Ratten, Mäusen, Hunden und Kaninchen wirkt Fipronil aber schädigend auf das Nervensystem, wobei dieser Effekt bei erwachsenen Tieren rückgängig zu machen ist. Bei Ratten wird eine Nervenschädigung bei den Nachkommen beobachtet, wenn die Muttertiere den Stoff aufgenommen haben. Darüber hinaus werden Giftwirkungen an der Leber bei Ratten und Mäusen beobachtet. Fipronil verändert nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht das Erbgut und wird nicht als krebserregend eingestuft.” (vereinfachtes Zitat, Bundesinstitut für Risikobewertung mit Stand 11.08.2017, http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_fipronilgehalten_in_lebensmitteln_tierischen_ursprungs-201459.html)

    Am 4. August schrieb WDR-Online in seinem Webauftritt, “derzeit gilt ein gesundheitlicher Richtwert für Fipronil von 0,009 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Das heißt: Dieser Wert sollte im Körper eines Menschen nicht überschritten werden. Aber was bedeutet das?”

    Dort heißt es auch, “wer den gesundheitlichen Richtwert überschreitet, muss aber nicht unter Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Schweißausbrüche leiden. Nicht zwangsläufig führe eine Überschreitung der 0,009 mg/kg Fipronil im Körper zu einer konkreten Gesundheitsgefährdung, heißt es seitens des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
    “Laut Wikipedia-Recherche ist Fipronil ein in vielen Ländern als Biozid und „systemisches Pflanzenschutzmittel“ („Insektizid“) verwendeter Wirkstoff. Es wirkt als Kontaktgift schnell und lang anhaltend gegen Ackerschädlinge sowie Ektoparasiten wie Flöhe, Haarlinge, Tierläuse, Zecken, Raubmilben, Herbstgrasmilben und Räudemilben. Fipronil kam 1993 in Frankreich auf den Markt, seit 2003 vermarktet die Firma BASF das chemische Produkt.
    Alle Menschen, die Katzen und Hunde als Haustiere halten, kamen und kommen bereits seit Jahrzehnten – mehr oder weniger – regelmäßig mit diesem Kontaktgift in Berührung. Das Gift ist in hochtoxischer Dosierung für Haustierhalter*innen, sowie für alle Nutztierbetriebe – ebenfalls seit Jahrezehnten frei verkäuflich im Handel. Die nicht geratene Anwendung bei Kaninchen führte übrigens oft zum Tode derselben …
    Das Kontakt-Insektengift Fipronil ist mit 50,0 mg bis 268,00 mg pro Dosis, als Medikament “Frontline” für Katzen und Hunde von MERIAL GmbH, oder als “Fipralone” von der O’ZOO GmbH im Online-Zoobedarf oder in ihrer Apotheke zu haben. Bayer verkauft es als “Bolfo” und TAD Pharma als “Amflee”, Zoetis Deutschland GmbH verkauft “Eliminall”, Virbac Tierarzneimittel GmbH bietet “Effipro” und so weiter …
    Oder man kauft gleich eine große Sprühflasche Frontline mit 100ml und 250mg des Giftes in der Sprühlösung. Beim Einsatz von Sprühlösungen nehmen wir das Gift gleich selbst über die Atemluft auf. Da schaffen besorgte Haustierhalter*innen gleich massenhaft jene “vergiftete” Umgebung im eigenen Heim, in der unsere Hühner das Gift im Stall aufgenommen und in ihren Eiern abgelegt haben. Nicht nur zum Schaden der Haustiere, die einer Dauerhöchstbelastung mit Fipronil unterliegen.
    Und wer streichelt nicht gerne Katze oder Hund …
    Schon mit einer einfachen “Katzendosis” von 50,0 mg kann man also 80 ausgewachsenen Menschen (zu je 70kg) mit einer Tageshöchstdosis Fipronil versorgen. Wie eingangs zitiert ist Fipronil akut toxisch, wenn es oral oder über die Haut aufgenommen oder inhaliert wird. Die sogenannte “Spot-Ons” – man tropft das Gift hochdosiert in den Nacken der Tiere – mit denen Hunde und Katzen behandelt werden, sind als langanhaltende Kontaktgifte hauptsächlich gegen Flöhe und Läuse im Einsatz. Hier ist der Hautkontakt mit den gerne gestreichelten Haustieren über Wochen garantiert. Wer also, wie von der Pharmaindustrie empfohlen, einmal monatlich Hund oder Katze mit Fipronil behandelt, bekommt über verteilte Streicheleinheiten täglich seinen Grenzwert – oder mehr geliefert – über die Haut.
    Hier sind nicht nur Erwachsene betroffen. Wer kuschelt mit dem Familienhund? Die Kinder!
    Die Hersteller der Insektengifte gegen Flöhe und Läuse empfehlen sogar die Haustiere alle vier Wochen zu behandeln.
    Wer hat eigentlich die Fipronilbelastung von Menschen in Haushalten mit Hunden und Katzen untersucht?
    Was ist mit den landwirtschaftlichen Mitarbeiter*innen in Betrieben wo Fipronil eingesetzt wurde – und wird?
    Wo ist das Verbot des freien Verkaufs, vielleicht auch der breiten Anwendung in der Tiermedizin von Fipronil – und verwandten Insektiziden, die ebenfalls frei verkäuflich sind.
    Die Langzeitwirkung von Fipronil ist für den Menschen nicht untersucht, mindestens die Giftwirkung auf die Leber dürfte problematisch sein. Im Rattenversuch wurde eine nervenschädigende Wirkung bereits in geringster Dosierung bei den Nachkommen festgestellt, wenn die Muttertiere den Stoff aufgenommen hatten.
    Welches Risiko besteht eigentlich für ungeborenes Leben im Mutterleib, wenn die Schwangere ihren Hund oder ihre Katze als Vorsorge gegen Flöhe regelmäßig mit Fipronil behandelt?
    Eine Studie mit Ratten stellte 2014 folgende Schlussfolgerungen in den wissenschaftlichen Raum. Die Verabreichung von sehr geringen Fipronildosen beeinträchtige das Verhalten von Muttertieren durch Störungen, der von Schwangerschaftshormon regulierten Neuronen. Außerdem hat Fipronil einen Effekt auf die Entwicklung GABAergischer Neuronen im Gerhirn der ungeborenen Ratten, was zu Fehlleistungen des Gleichgewichtsystems und der Greifreflexe bei der Nachkommenschaft führt. Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass die Verwendung von Fipronil deutlich mehr Aufmerksamkeit erfordert. Fipronil ist als Kontakt-Insektizid in der Tiermedizin noch immer weit verbreitet. Die niedrigste Dosis zeigte die meisten der negativen Effekte in der vorliegenden Studie. (http://dx.doi.org/10.1016/j.ntt.2014.05.010; 0892-0362/© 2014 Elsevier Inc. All rights reserved.)
    Fipronil wurde bereits 2003/4 in einem umstrittenen Verfahren in Frankreich gebranntmarkt, damals waren “Gaucho & Régent TS” als Gefahr für die Bienen erkannt worden. Als Pflanzenschutzmittel läuft die letzte Zulassung auch bei uns im kommenden Jahr aus. Als Kontakt-Insektizid ist es in der Tiermedizin gegenwärtig unverzichtbar (?), allerdings überlässt man die Anwendung in der Regel den tierhaltenden, medizinischen Laien.

    • Andreas sagt

      … eine kleine Ergänzung:
      Die “Pharamzeutische Zeitung online” schreibt einleitend (“Wenn das Fell juckt” (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=38337) … “In mehr als 13 Millionen deutschen Haushalten gibt es »tierische Mitbewohner« wie Katzen oder Hunde. Wer sich als Apotheker mit Tierarzneimitteln auskennt, kann punkten. Denn bei Zeckenalarm, wie auch bei Befall mit und Prophylaxe von Flöhen, greifen Herrchen und Frauchen meist auf verschreibungsfreie Produkte aus der Apotheke zurück.”
      Ein Zahlenspiel: Wenn nur ein Drittel aller Haushalte mit Hund oder Katze sechs mal im Jahr eine freiverkäufliche Fipronil-Dosis auf ihr Haustier tropfen, dann werden übers Jahr 6,5 Millionen Tageshöchstdosierungen (Person mit 70kg) in Deutschlands Familien verteilt.
      Die “Pharmazeutische Zeitung online” schreibt im gesamten Artikel kein Wort über mögliche Nebenwirkungen oder Schutzmaßnahmen, die die Haustierhalter bei der Anwendung der Mittel einhalten sollten.
      Kinder und Schwangere sollten aus meiner Sicht unter keinen Umständen intensiven mit Kontakt mit Fipronil (oder Neonicotinoiden) haben.
      Der über Jahrzehnte übliche, weitgehend sorglose Umgang mit diesen Insektiziden war vermutlich ein großer Fehler und wurde von der Pharmaindustrie, die gerne ihre freiwilligen Selbstkontrolle, wenn es um Verbraucherrisiken geht, gefördert.

      • Arno Rügheimer sagt

        Empfehlung, die Suchbegriffe “Harvard GABA Autismus” eingeben und … !
        Man sollte den Zusammenhang zwischen Fallzahlen von Autismus und den Verkaufszahlen von Fipronil haltigen Spot On Mitteln gegen Flöhe und Zecken wenigstens statistisch abgleichen. Fipronil reichert sich in unserem Lebensraum an. Seine Metaboilite (chemische Abkömmlinge) sind ebenfalls toxisch. In der San Francisco Bay ist Fipronil und seine Metabolite seit Jahren in zunehmender Konzentration in den Zuflüssen aus urbanen Gebieten und im Sediment der Bay zu finden. Dort werden seit etwa 15 Jahren von der EPA (Umweltbehörde), den Universitäten, den Abwasserzweckverbänden und den Wasserversorgungsunternehmen eingehende Untersuchungen vorgenommen.

  3. Eckehard Niemann sagt

    Lieber “Bauer Willi”, was in aller Welt soll ein solcher Beitrag?
    Ablenkung vom Problem der illegalen Fipromil-Anwendung in der Legehennenhaltung – oder was?

  4. Margó sagt

    Meine Katze bekommt wöchentlich so ein paar Spritzer Fipronil auf ihr täglich frisch eingekauftes Tartar vom Metzger meines Vertrauens.
    Sie dankt es mir, indem sie nicht von Parasiten befallen wird und insofern auch keine mit in die Wohnung bringt. Scherz beiseite!
    Ich frage mich zunehmend wie meine mütterlicherseits in der Landwirtschaft tätigen Vorfahren überleben und so alt werden konnten.

    • Inga sagt

      Früher war jede Landwirtschaft kleiner und so viele Tiere auf einem Fleck, bzw. Stall gab es nicht.
      Deswegen nennen wir es heutzutage ja Massentierhaltung, das gab es früher in dem Maße nicht!
      Vor längerem wollte mir ein junger Mann (35 – 40 Jahre alt) zeigen, wie schlau er ist!
      Er erzählte mir mit Begeisterung, dass
      es früher die Großmütter schon wussten, dass im Hühnerfleisch Antibiotika ist, deswegen haben sie die Suppe davon als Erkältungsmittel empfohlen!

      Ich erklärte ihm, dass es früher, als die Großmütter erfahren haben, dass Hühnersuppe gut während der Erkältung ist, noch keine Antibiotika in den kleinen Hühnerställen gab.

      Das mit der Massentierhaltung ist doch erst in der Industrialisierung nach 1960 entstanden!
      Als auch die Vorstädte gebaut wurden und die vielen Gastarbeiter zu uns kamen. Und die Fabriken Mitarbeiter suchten! Oft haben dann Mann und Frau dort gearbeitet, und es war keine Zeit mehr für die Hühner im Garten!
      Also haben die Bauern aufgestallt, wie mir Bauer Willi bezeugen kann!

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Heutzutage verschreiben die Ärzte auf Wunsch der Patienten bei Erkältungen Antibiotika, damit der Patient bei der Praxis bleibt.
        Nutzen tut das nix, außer dass es die Resistenz fördert.

        • Inga sagt

          Ja,
          es geht ja um die Vorstellung,die dieser junger Mann hat, weil er sich die Welt ohne Massentierhaltung nicht vorstellen kann, weil er die kleinere Landwirtschaft von früher nicht kennt!

          Kann er die Wahrheit darüber in seiner Vorstellung erfassen?
          Wie schlimm ist das?

    • Inga sagt

      Die werden auch ihre Hausmittelchen für die Tiere im Stall gehabt haben!
      Wie auch Hausmittelchen für sich selbst!

      Die haben sich eben viel mehr anstrengen müssen als wir heute!
      Dafür hatten sie durchschnittlich weniger seelische Problemchen!

      Ach, und auch mehr Schritte pro Tag haben sie gemacht!
      Das ist gut für seelische und körperliche Gesundheit!

  5. Sabine sagt

    Naja, das viele der beliebten Spot-On-Mittelchen nicht so wahnsinnig gesundheitsfördernd sind, ist auch bei Haustierbesitzern bekannt. Trotzdem, Haar- oder Federlinge, Zecken, Läuse, Flöhe, diverse Milben,,,, das alles will man nicht am Tier und nicht im Haus. Wer seine Bude einmal auf Links drehen musste, weil Fiffi solche Gesellschaft hatte, schätzt die einfache Anwendbarkeit der Mittel.
    Als Hühnerhalter muss ich weitgehend auf solche Mittel verzichten. Es gibt Kokosölprodukte oder Kräuterauszüge, die den Körpergeruch der Zwerge verändern und vorhandene Untermieter ersticken sollen. Regelmäßige Tierkontrolle, das Ausbrennen des Stalls, kalken mit Kieslegur, die Füße der Tiere mit Balistrol einölen, Rauchbomben wie Prosmoke, dass muss sein, auch vorbeugend, sonst werden die Tiere irgendwann von Parasiten aufgefressen. Wenn Anfänger in Hühnerforen fragen, warum die Tiere keine Eier mehr legen, blass sind und apathisch wirken oder abends einfach nicht mehr in den Stall wollen, wird von der Net-Gemeinde meist auf Parasiten getippt und nur selten liegt man damit daneben. Der Kampf gegen die Blutsauger ist ein der wenigen Dinge, die wirklich Arbeit machen, wenn man Geflügel hält und führt bei manchem Anfänger dazu, dass er die Tierhaltung schnell aufgibt. Was ich schade finde, gerade weil – und das ist der eigentliche Skandal- man sich nicht auf Zertifikate verlassen kann. Nicht als Verbraucher und nicht als Erzeuger, denn auch diese Reinigungsfirma hatte alle Papiere und warb mit Zertifikaten. Wirklich wissen was man isst, kann man gerade in Sachen Geflügel wohl nur, wenn man vom Schlupf bis zum Schlachten alles selber überwacht.

  6. Zenzi sagt

    Sachlich diskutieren und dann solche Beiträge wie “Sophus und Bauerhans”…. :-/

    Die echt sauteuren Mittel (Frontline)
    https://www.apomio.de/kategorie/frontline.htm richtig auf Hund&Katz impliziert, verteilen sich nach dem trocknen nicht mehr weiter, auch wenn die Katze in den Garten geht. Richtig ist, die Tiere an den Stellen bis zu 1 Tag nach dem auftragen dort nicht anzufassen. Das Mittel muss auf die Haut der Tiere gelangen und verteilt sich von da an in und auf den ganzen Körper (Haut).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fipronil
    Bei NUTZTIEREN sind derartige Anwendungen verboten!
    Notwendig bei den Huhnhaltungsformen wäre aber so manche Schmarotzerbehandlung, wie auch die Doku zur Eierproduktion von ARD zeigt:
    http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/exclusiv-im-ersten-die-eierluege-video-102.html
    Ich behandel meine Katze bis zu 5x im Jahr ab Febr.März, wenn der Zeckendruck zu groß wird. Schließlich kommt sie auch ins Haus. Aber ich esse meine Katze ja nicht. Ein gutes Gefühl habe ich bei den Mitteln nicht, weiß aber keine Alternative und möchte keine Zecken oder Flöhe im Haus.

    • Ich seh das so sagt

      Ich nehme an, daß sie – auch wenn sie kein gutes Gefühl bei der Anwendung der Zeckenmittel haben – dennoch froh sind, daß es diese Mittel gibt. Bei all der Liebe die ja momentan gegenüber Insekten aufblüht, will man sie dann doch nicht im Haus haben.
      So sind auch Bauern froh, wenn sie etwa gegen Läuse in ihren Freilandkulturen was tun können – die meisten sogar mit gutem Gefühl, weil es diese Mittel gibt und weil ihre Verwendung erlaubt ist.

    • Sabine sagt

      Ganz ehrlich, die meisten Frauen hätten weniger Theater mit Harnwegsentzündungen, wenn sie nach dem Poppen auf den Pott gehen und mehr zu den total hässlichen , aber warmen Hüftslips greifen würden. Also, wenigstens nach meinen sehr persönlichen statistischen Befragungen, sind Waletails und getinderte Männer die Hauptursache für Blasenentzündung. Jemand der sich mit dieser “Chicken Desease” bei Hühnern angesteckt hat, ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt.

      • Stadtmensch sagt

        Soll ich etwa noch skeptischer werden und bei: “Studien belegen…” sofort aufhören zu lesen?
        Ansonsten hab ich wieder was gelernt: Mit Waletales getinderte Männer sind meist nicht zu gebrauchen.
        😉

  7. Sophus sagt

    Auch das in der Landwirtschaft verbotene Insektizid aus der Gruppe der “Neonicotinoide” (Bienensterben) wird Katz und Hund umgeschnallt. Die “Liebsten” liefern dann Reste des Wirkstoffs frei Sofa (Kinder) und Garten (dort fliegen ja Bienen)! Es ist immer eine Frage: Was ist mir wichtig?!

    • bauerhans sagt

      “Es ist immer eine Frage: Was ist mir wichtig?!”

      wenns um EMOTIONEN geht,ist der verstand gänzlich ausgeschaltet.

    • Freudenschuss sagt

      Ergo: Wer das Mittel für seine Haustiere verwendet, dem sind diese wichtiger als seine Kinder. Schlaumeier.

      Der Verbraucher weiß eben alles, hat alles zu wissen – auch wenn die Agrar-
      sowie Pharma- und Life-Science-Wirtschaft nicht alles wissen lassen möchte: verschweigt, täuscht, beschönigt, relativiert.

      • Bauer Willi sagt

        In der Landwirtschaft sind Neonicotinoide weitestgehend verboten.
        Bauer Willi

        • Zenzi sagt

          Willi da irrst du dich (leider) “weitestgehend” ist das falsche Wort. Es gibt -zig neonicotinhaltige Spritzmittel, insbesonders bei der Saatgutbeize wird es viel verwendet. (Systemische Spritzmittel) Es wurden nur ein paar verboten bzw eingeschränkt.

          Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Neonicotinoide
          “In Deutschland sind mit Stand Juli 2015 fünf PSM mit Imidacloprid, vier PSM mit Thiamethoxam, fünf PSM mit Clothianidin, zwölf PSM mit Acetamiprid und 22 PSM mit Thiacloprid zugelassen. Zugelassen sind unter anderem Anwendungen bei Tabak, Weinrebe, Hopfen, zahlreichen Obst- und Gemüsesorten, Zierpflanzen und -gehölzen, Zucker- und Futterrübe, Kartoffel, Getreide, Raps und Senf.[36] Seit dem 21. Juli 2015 ist die Einfuhr, das Inverkehrbringen und die Aussaat von mit Clothianidin, Imidacloprid oder Thiamethoxam behandeltem Saatgut für Wintergetreide verboten (dessen Beizung war in Deutschland bereits vorher nicht zugelassen).

          Deine Zuckerrüben, Willi, kannst du ganz legal mit Neonics behandeln, solange sie nicht blühen. Aber davor wirst du ja wahrscheinlich ernten.

          Die Vergleiche zwischen “Haus”-Tieren und Nutztieren in der Behandlung mit diesen Mitteln halte ich diesesmal tatsächlich für “Populismus” oder dem Sommerloch geschuldet.

            • Zenzi sagt

              Ja Willi, und bereits im Oktober gleiches Jahr ist diese Meldung zu lesen:
              http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/06_Fachmeldungen/2016/2016_10_17_Zulassungs%C3%A4nderung_Thiacloprid_2.html
              das schreibt übrigens auch Proplanta. Also doch wieder sprühen erlaubt.
              Ich denke in der Anwendung von Spritzmitteln steckt man in der ähnlichen Zwickmühle wie bei der sog. “Massen”-Tierhaltung.
              Je größer die Felder / Ställe desto schwieriger die Handhabe mit Krankheiten, Pilzen, Schädlingen usw.

            • Sabine sagt

              Der Skandal ist ja nicht, dass da was giftiges aber erlaubtes in den Hühnern und dann in den Eiern gelandet ist. Der Skandal ist, dass da wohl jemand schlicht ein verbotenes Mittel in Reinigungsmittel gemischt hat und Landwirte bzw. landwirtschaftliche Dienstleister das Zeug ahnungslos benutzt haben. Da wurden die Menschen, die solche Arbeiten durchführen, genau so gefährdet wie die Tiere und die wirtschaftliche Zukunft der Tierhalter. Ich finde das recht gruselig. Stellt euch mal vor, ihr kauft den Bio-Meister-Proper und hinterher stellt sich raus, dass da irgendein Depp statt Essig Chlor reingemischt hat. Beides ist richtig angewendet nicht gefährlich, aber wenn man nicht weiß, was man da benutzt, kann das ganz schön ins Auge gehen.

    • Lieschen Müller sagt

      Vielleicht liegt dort eine Ursache für das Aussterben der Insekten? Die mit Fipronil beschmierten Haustiere. Das wusste ich zum Beispiel nicht, da ich keine Haustiere halte. Welche Mengen werden da im Laufe eines Jahres in die Umwelt gebracht?

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Gott sei Dank, dass ich weder Hund, noch Katze habe,
      will mich schließlich nicht vergiften. 😉

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