Bauer Willi
Kommentare 106

Ungleiche Geschäftsbeziehungen

Agrarexporte: Was ist richtig, was falsch? Ein sicherlich strittiges Thema, für das es auch kein Allheilmittel gibt. Exporte generell zu verbieten ist ja keine Lösung. Doch was soll man mit Hühnerbeinen machen, die in Deutschland nicht verzehrt werden. Wie ist eure Meinung?

http://www.deutschlandfunk.de/agrarexporte-in-schwache-maerkte-ungleiche.724.de.html?dram%3Aarticle_id=327412

agrarexporte

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106 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Im- und Exporte um in den jeweiligen Regionen eine den Böden und Klima angepasste Landwirtschaft zu stärken ist keine schlechte Idee. Nur passiert das oft eben nicht.
    Gerade in Regionen, wo intensiv für den Export Plantagen angelegt werden, haben die Leute vor Ort recht wenig von den damit verdienten Devisen und der damit angeschaffter Technik. Sonst müsste eine Region wie Assam Oasen des Wohlstands sein. Ähnlich sieht es an der Elfenbeiküste in den Kakaoanbaugebieten aus… Ja, die Verhältnisse vor Ort sind kompliziert. Beide Regionen sind politisch instabil, mit mit korrupten Amtsapparat und die haben dort mehr Rebellenbewegungen wie Krankenhäuser. Den Leuten dort wäre mit einem deutschen Importverbot ihrer Produkte wirklich nicht geholfen, aber mit der Möglichkeit auf eigenem Land ihre Familie zu versorgen schon. Europäische Landwirtschaft ist in den Gebieten sicher nicht die Lösung, aber eine Entwicklung hin zu einer an dortige Verhältnisse angepassten Landwirtschaft zur Nahrungsmittelerzeugung, die gibt es so nicht wirklich. Die müsste erstmal entwickelt und gelehrt werden. Auch wenn es in dem Dorf in Karbi Anglong, wo ich ab und an die Gesundheitsstation unterstütze, schon wahnsinnig geholfen hat eine einfache Wasseraufbereitungsanlage zu installieren. Denn nicht nur Menschen leiden unter zu hohen Flour-Werten im Wasser. Das Kleinvieh dort ist nun auch gesünder und eine gesunde Milchziege mag für die Gesamtwirtschaft kein großer Fortschritt sein. Für die Großfamilie, die endlich eine zuverlässige Eiweißquelle hat und mit dem Mist ihren Garten düngt, ändert es eine ganze Menge.

  2. Sabine sagt

    Es bleiben immer mehr Teile von Tieren liegen, weil der Verbraucher sie hier einfach nicht kaufen. Warum ist das so? Ist es immer wirklich der Verbraucher, der das so will? Oder hat man dem auch jahrelang erzählt, dass z.B. fettes Schweinefleisch ungesund ist, Innereien mit Schadstoffen belastet sind und besser nicht gegessen werden sollte, Hühnerfleisch schneeweiß sein muss und nach genau nix schmecken sollte?
    Da haben die hier anwesenden Befürworter einer veganen Ernährung schon recht, was wir bevorzugt essen, hat viel damit zu tun, was man uns so an Infos unterjubelt.
    Jahrelang hat man die beknackte Ernährungspyramide aus us-amerikanischer “Forschung” nicht nur auf jede Maisflockenbox gedruckt, sondern auch in Schulen und Ernährungskursen gelehrt und nie hinterfragt. Dass diese “Forschung” eher gut gesponserte Mutmaßungen waren, naja, das gibt man jetzt zögerlich zu. Wer sich mal die Mühe macht und durch alte Kochbücher blättert wird erstaunt feststellen, dass die Mengen angaben für Fette und Eier erheblich höher sind wie in unseren modernen Rezepten und das hat nicht nur was damit zu tun, dass man ohne Dr. Oetkers Backtriebmittel den Kuchen locker bekommen musste.
    Wir hatten hier ja schonmal die Abschaffung der CMA-Werbung erwähnt, die in dieser Richtung auch nicht hilfreich war, aber guckt euch mal die Lifestyle-Zeitschriften an, die regelmäßig irgendeine exotische Frucht oder angebliches Super-Food hypen. Ob da nicht der ein oder andere Importeur vorher freundliche Probepäckchen an die Redakteure verschickt hat? So mit Beipackzettel, warum man das dringend essen muss.
    Ich denke, vieles bleibt liegen, weil man den Leuten einredet, dass man das nicht essen soll und damit unser fettarmen Edelteile dann noch schmecken, werden sie zu hause erstmal ne Nacht in ne fettige Marinade gelegt. Doll.
    Beim Russen um die Ecke sind gerade Putenhälse im Angebot, was macht man damit wohl? Sucht mal ein Rezept für Putenhälse in einem deutschen Kochbuch. Vi

  3. Anwalt der Tiere sagt

    Mehr importieren als exportieren!

    Vielleicht sollte man Entwicklungshilfe so verstehen, den Entwicklungsländern den Aufbau einer eigenen starken Agrarproduktion zu ermöglichen – indem kaufkräftige Europäer Waren aus Afrika abnehmen. Und zwar nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen, was bedeutet, hier die GAP-Subventionen und eventuell Einfuhrzölle abzubauen. Wir könnten von noch preiswerteren Agrargütern profitieren und müssten weniger Subventionen mittragen. Das könnte eine Win-win-Situation für Europäer und Afrikaner werden.

    Beispiel Äthiopien:

    “Der Internationale Währungsfonds zählt Äthiopien zu den fünf am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. […] Getragen wird dieses Wachstum vor allem von der Landwirtschaft, die 48 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert und für rund 85 Prozent aller Exporterlöse verantwortlich ist. Äthiopien ist inzwischen Selbstversorger. Das heißt, das Land exportiert mehr Lebensmittel, als es für die Ernährung seiner Bevölkerung importieren muss.”

    Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/landwirtschaft-in-aethipien-auf-der-afrikanischen-ueberholspur-13737683.html

    • Stadtmensch sagt

      Die Betonung liegt auf “eigene Agrarproduktion”

      Die einheimischen Bauern werden von den ertragreichen Böden vertrieben und Investoren (Ausländer) produzieren dann da drauf sogenannte “Cash-Crops” für den Export (intensiv, wenig Personal).
      Ganz normaler Neokolonialismus. Die Bauern bzw. nun überflüssig Gewordenen, schnallen den Gürtel enger, oder werden Söldner, oder wandern nach Europa…

      • Anwalt der Tiere sagt

        Es ist in dem Artikel auch die Rede von Zwangsumsiedlungen ganzer Ortschaften zugunsten von Agrarkonzernen aus Indien, China, Saudi-Arabien und Südkorea. Indem die Regierung Äthiopiens ausländische Investoren zulässt, will sie aber gerade den massiven Zuzug in die Städte bremsen, der zu Problemen führt. Das würde bedeuten, dass die kommerzielle, rationalisierte Landwirtschaft durchaus Arbeitsplätze in erheblicher Zahl schafft. Auch gibt es zunehmend Industrieproduktion. Jedenfalls nach der Entwicklungstheorie aus Schulzeiten verläuft die wirtschaftliche Entwicklung über die Urproduktion (primärer Sektor) zur Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft (sek. und tertiärer Sektor). Das Prinzip der Kleinbauern und der Subsistenzwirtschaft hat sich in vielen Fällen nicht als Erfolg erwiesen.

        • Bauer Willi sagt

          Sorry lieber Anwalt, aber hier muß ich – ausnahmsweise 🙂 mal dem Stadtmensch zustimmen. Was vor allem China in Afrika macht, ist Neokolonialismus der feinsten Sorte. Die rationalisierte Landwirtschaft vernichtet dort Arbeitsplätze, weil es eben weniger Personal benötigt. Sie Europa, dass diese Entwicklung schon fast hinter sich hat. Auch hier führt mehr Technik zu weniger Arbeitskräften. Und deshalb drängen viele Kleinbauern in die Städte. Siehe auch andere Regionen, z.B. Brasilien. Die Automatisierung der Zuckerrohrernte macht die Zuckerrohrschneider arbeitslos. Auch wenn die Arbeitsbedingungen und Löhne zum Teil menschenverachtend sind. Immer noch besser einen kleinen Lohn als arbeitslos. So traurig das auch ist.
          Bauer Willi

          • “Indem die Regierung ausländische Investoren zulässt….” …..mischt sie sich ja in diese lokalen Märkte ein und verhindert eine eigenständige Entwicklung. Ohne staatliche Hilfe und Korruption dürfte es ausländischen Investoren in der Regel sehr schwer fallen, landwirtschaftliche Flächen in großem Stil zu erwerben.

    • Brötchen sagt

      @Anwalt

      Ich habe mal gehört, das es keine Importbeschränkungen für Produkte aus Afrika gibt.
      Das Problem ist, die Preise dort sind teilweise höher als bei uns. Sie können dort auch kein Hähnchen kostengünstiger mästen als bei uns, weil die Futterpreise auch nicht unbedingt Weltmarktpreise sind, sondern höher als diese. In einer Mast von 8 Wochen schafft das bei uns auch niemand kostendeckend. Meine Hähne werden über 20 Wochen alt! Das ist aber reines Sponsoring der Futterhändler.

      Bsp. Eu Land Ungarn, ein Agrarland. War mit der größte Schweinefleischerzeuger in Europa, hat die ganze KuK versorgt. Günstige Anbaubedingungen für Körnermais. Der Preis ist der gleiche wie bei uns und wie in den USA. Die Können Schweine auch nicht günstiger mästen als D., selbst wenn die Baukosten geringer wären.
      Sie verkennen auch das die BP erzeugung in der LW nicht groß steigerbar ist, weil die von den Böden abhängt und den Erträgen. Deshalb kann ein Agrarland bis zu einem bestimmten Punkt nicht wachsen. In D. hat Wertschöpfung z.B. zusätzlich nach die Biogaserzeugung gebracht und zusätzlich bringen die Branchen noch was, die mit der LW zusammenhängen. Wenn die Verdelung in D. weggeht, dann geht auch die Verarbeitungsindustrie weg usw…..In Niedersachsen macht das ein beachtliches Steueraufkommen aus! China z.B. erhebt Einfuhrzölle auf Schweinefleisch ! 20 %! Die Preise dort sind höher als bei uns. Das Problem mit China ist, das das ein riesiger Markt ist, die auch devisen haben. Die können unseren Markt aufsaugen und auch wieder fluten. China hält die Hälfte des Weltschweinebestandes!

  4. Friedrich sagt

    Wir sind eine Exportnation. Warum wird es kritisiert , daß wir Nahrungsmittel, die wir hier nicht mehr essen , oder einfach aus Importen nur weiterverarbeiten, exportieren ?
    Denken wir das mal weiter : Keine Autos , keine Windräder, Werkzeugmaschinen, keine
    Fabriken, Kraftwerke usw. würden exportiert ? Dann wäre hier Feierabend ! Nur durch unseren technologischen Vorsprung können wir das . Nur 3% der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft. Das schafft nur ein Hochtechnologieland. Nur durch den industrieellen Hintergrund lebt es sich hier in Deutschland so gut. Wenn ich nach GB (hab dort Verwandschaft) schaue , welche sozialen Leistungen dort nicht erbracht werden , dann weiss man erst einmal auf welchem hohen Standart wir hier leben. Von den Arbeitszeiten ganz zu schweigen. Die ewige Forderung nach immer Mehr, oder die ständige Unzufriedenheit und der Ruf nach dem Staat, weil man selbst zu träge ist , ist hier schon bemerkenswert. Und dann immer wieder “Geiz ist Geil”. Alles zu teuer.
    Und die Politik fördert dieses Denken und auch die Verlogenheit. Während hier den Bauern die Nachhaltigkeitsdefizite vorgeworfen werden, bekommen die Bauern hier innerhalb der G20 die Nr. 1 in S. Nachhaltigkeit bescheinigt. Auch sind wir einer der wenigen Wirtschaftsbereiche die schon seit 1990 um die 30% in der Klimabilanz sich verbessert haben !! Das ist hier in Deutschland “Spitze”!! Genauso verhält sich mit den Nitratwerten im Grundwasser. Hier wird alles schlechtgeredet, aber in der Realität werden die Werte immer besser.

  5. Wie stellt sich die export- und weltmarktorientierte Wirtschaft eigentlich vor, wie ihre Kunden Importe auf Dauer bezahlen sollen? Aktuelles Beispiel Ägypten: Einer der größten Weizenimporteure mit stark gewachsener Bevölkerung und kaum weltmarktfähigen Produkten. Handels- und Leistungsbilanz werden rot und röter, jedes Jahr braucht so ein Land zig Milliarden neuer Kredite nur zum Überleben. Die Exporteure werden die Pleite ihrer Kunden nicht verhindern können, auch wenn sie die Finanzierung gleich mitliefern.
    Woher soll diese Finanzierung auch kommen?

    • Mark Rössler sagt

      Ägypten hat keine nennenswerte landwirtschaftliche Nutzfläche, ohne Importe würden große Teile der dortigen Bevölkerung verhungern.
      Die geringe Fläche wird dann für Bioprodukte und Orangen für Europa “veredelt”.

      Wie das Land das auf Dauer finanzieren will, darüber sollten sich die Ägypter Gedanken machen. Ein Anfang wäre eine wieder stabile, sicher Lage im Land, dann kommen auch die Touristen wieder.

      • Anwalt der Tiere sagt

        Ein Problem ist, dass unsere Fleischproduktion die Weltmarktpreise für Grundnahrungsmittel, d.h. Weizen, Mais, Leguminosen, massiv verteuert. Arme Länder ziehen den Kürzeren. Was die instabilen Verhältnisse betrifft: Preiswertere Lebensmittel in Ägypten könnten ein Faktor für mehr Wohlstand sein. Mehr Wohlstand führt zu weniger Religion und mehr Produktivität. Somit auch zu mehr Frieden.

        • Mark Rössler sagt

          Mais und Weizen sind am Weltmarkt derart billig zu haben, das wir Erzeuger kaum die Kosten decken können.
          Soja ist auch günstig zu haben.
          Und Futtermittel verteuern nicht die Lebensmittel, im Gegenteil diese können günstiger angeboten werden da die Nebenprodukte der Lebensmittelproduktion für die Tiernahrung genutzt werden können.

  6. Gephard sagt

    Kann man Hühnerbeine denn im Supermarkt kaufen? Nein? Dann muss man sich nicht wundern, wenn die keiner kauft. Das Argument, dass sie keiner haben will, reicht mir nicht. Niemand wollte ein Smartphone ohne Stift und ohne echten Tasten. Jetzt schaut euch mal um.

    Ihr braucht einen Apostel der moralisch getränkt die vollständige Tierverwertung propagiert. Dabei muss er gesundheitliche Vorteile hervorheben, den Umweltschutz preisen, hippe Rezepte servieren und sich auf die gute alte Zeit beziehen. Klappt doch auch bei anderen Nahrungstrends wie Paleo oder Veganismis. Paleo hättet ihr schon teilweise auf eurer Seite, wenn sie es nicht ganz so streng mit der Herkunft des Tieres nehmen.

    • Bauer Willi sagt

      An wem liegt es, wenn es im Supermarkt keine Hühnerbeine zu kaufen gibt? Am Landwirt? Am Supermarkt? Am Konsumenten?
      Das mit dem “Apostel” hat was. Aber wer setzt die Trends? Warum ist vegan und paläo derzeit hipp?
      Bauer Willi

      • Gephard sagt

        Ich glaube, das Warum ist gar nicht so entscheidend. Es muss lediglich eine Alternative zum Bestehenden angeboten werden und der Protagonist muss unbeirrbar hinter seiner Sache stehen. Er muss selbst davon überzeugt sein, dass er mit seiner Sache die Welt etwas besser macht. Das findet automatisch Zuhörer und irgendwann breitet es sich von selbst aus und es gibt Trittbretfahrer, die es beschleunigen. Achja, damit er ernst genommen wird, muss er auch ein paar Sachen verteufeln, die Papa und Mama nicht hinterfragt haben.

        • Mark Rössler sagt

          Alternativen, damit man die freie Auswahl hat, halte ich für eine gute Idee.

          – Kafigeier
          – GVO Mais
          – Produkte aus GVO Mais, Soja, Auberginen, Papaya
          sollten auch in unseren Supermärkten erhältlich sein!
          Dann kann sich jeder ehrlich ohne Bevormundung entscheiden.

          • Stadtmensch sagt

            Die meisten Menschen haben keine eigene Meinung sondern plappern nur Vorgedachtes nach. Weil das so ist, muss man sie eben bevormunden und ihnen das Gefühl geben, sie könnten frei entscheiden. GVO und Hybridsorten sind nutzloser Plunder und nur dazu geeignet, Menschen zu knechten:
            http://www.deutschlandfunk.de/kampf-gegen-den-welthunger-zwischen-gentechnik-und-oekozucht.724.de.html?dram:article_id=371340

            Zitat:
            “Ein alter Züchter aus einer konventionellen Saatgutfirma hat mal gesagt zu uns, wenn man vor 40 Jahren die ganze Manpower und das ganze Geld, das man in die Hybridsortenentwicklung gesteckt hat, wenn man das stattdessen in die Entwicklung von Verbesserung der samenfesten Sorten gesteckt hätte, wäre man heute wahrscheinlich genauso weit mit den Erträgen und allem, was Hybrid-Sorten liefern. Das war eine Grundsatzentscheidung damals, weil es natürlich Vorteile für die Firmen gebracht hat. Sie sichern sich die Nachfrage, weil natürlich die Landwirte und die Gärtner jedes Jahr erneut nachkaufen müssen, weil sie die Hybridsorten nicht selber nachbauen können.”

            Aber ihr werdet euer Soylent-Green Szenario schon noch bekommen.

            • Mark Rössler sagt

              Erzählen können “alte Züchter” viel,
              verstehen von der Zucht muss er anscheinend weniger.

              Anscheinend will ja auch so gut wie keiner andere Züchtungen, im Supermarkt bleiben diese jedenfalls neben den Hybriden liegen.

              Der Kunde hat sich in vor 20 Jahren im Regal für die Hybriden ausgesprochen, warum auch nicht?
              Mittlerweile kommt auch der Geschmack dem Aussehen nach.

              Und welcher Gärtner oder Landwirt betreibt beim Gemüse Nachbau?
              100 in ganz Deutschland? Ach ne 99, einer ist letztes Jahr an seiner Nachzucht Zucchini verstorben.

              Und warum “übersieht” der Bericht die Realität?
              Hunger herrscht dort, wo “Monsanto” kein Saatgut verkauft und man auf “Sortenfeste” Zucht angewiesen ist.

            • bauerhans sagt

              “Weil das so ist, muss man sie eben bevormunden und ihnen das Gefühl geben, sie könnten frei entscheiden.”

              ich war nen paar tage in der hauptstadt und dort nur mit nicht-landwirten zusammen.
              diskutieren ist schlecht,weil die genau wissen,was ich so mache.
              aber SONDERANGEBOTE beim fleisch,die sind da ganz IN! 20%,besser 30!

            • Stadtmensch sagt

              >>Und warum „übersieht“ der Bericht die Realität

              “Rund zwei Milliarden Kleinbauern in der Welt produzieren nicht nur häufig ihr eigenes Saatgut, sondern auch weit mehr als zwei Drittel der Lebensmittel, die die Menschheit insgesamt verbraucht. Die meisten dieser Landwirte bewirtschaften weniger als zwei Hektar. Dass die bäuerlichen Familienbetriebe die Welt ernähren, war eine der wesentlichen Botschaften des Weltagrarberichts aus dem Jahr 2008, an dem 600 internationale Wissenschaftler im Auftrag der Weltbank gearbeitet hatten. Grundsätzlich hat sich daran auch nichts geändert, bestätigte die Welternährungsorganisation FAO zuletzt in ihrem Jahresbericht von 2014”

              Demnach bewirtschaften die bäuerlichen Familienbetriebe etwa nur ein Viertel des weltweit verfügbaren Ackerlands. Sie scheinen also effizienter zu arbeiten, als wir uns das in Deutschland vorstellen können.

              Dass die Bilanz für die industrielle Landwirtschaft so schlecht ausfällt, liegt vor allem daran, dass Großbauern auf dem weit größeren Teil des weltweit verfügbaren Ackerlandes in erster Linie Viehfutter und Biosprit anbauen.

            • Stadtmensch sagt

              @bauerhans

              >>sind da ganz IN! 20%,besser 30!

              Überproduktion! Wir leben schließlich nicht in der Bedarfswirtschaft. Rationale Planung ist auch megaout (nordkoreanische Verhältnisse)!
              Also – schmeißen wir ihnen was in den Trog – sonst geht das große “Schwanzbeißen” los und die AfD gewinnt Zulauf. Dass die “untere” Hälfte der Bevölkerung, denen man nur 2% Anteil am BSP zugesteht, auf billige Lebensmittel angewiesen ist, ist auch so ein Mythos: Da wird sich meist von teuren Fertiggerichten ernährt.

            • Mark Rössler sagt

              Und von den 800 Millionen sind die weite Mehrheit Kleinbauern, die sich nicht mal selbst ernähren können, weil denen der Zugang zu ertragreichen Sorten fehlt.

            • Stadtmensch sagt

              Sie hungern, weil man sie in die Wüste schickt oder ihnen den heimischen Markt kaputt macht. Den Markt kann man ihnen kaputt machen, weil Freihandel zwischen ökonomisch ungleichen Partnern immer auf Erpressung des wirtschaftlich Schwächeren hinausläuft:
              “Entweder wird dürfen hier unser Hybrid- GVO-Zeug anbauen und unsere Schlachtabfälle bei euch verklappen, oder ihr bekommt keinen Kredit für eure Infrastruktur, oder keine Exporterlaubnis für eure Schnittblumen, oder ihr seid nicht dabei bei den großen Runden”.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Hühnerbeine, – auch wenn die in Asien gegessen werden – gehören nicht zu meinen Speiseplan.

      Mägen, Herzen, Leber, Flügel und natürlich die Schenkel sind alle zu kaufen, viel leicht nicht bei Aldi, sonst gibt es sie.

      Wenn man ein ganzes Hänchen kauft, ist alles dabei.

      Bei einem Grillhänchen ist die Haut doch das beste an dem Vogel.

  7. Mark Rössler sagt

    Alle Jahre wieder die Mär vom Christkind und dem Resteexport…
    Einfach mit ein paar Zahlen um sich schmeißen und dann eine spendwirksamme Story draus stricken.

    Auch für die Presse wäre es kein Hexenwerk die Zahlen genauer zu prüfen, leider ist das Ergebnis dann nicht so eine herzhafte Geschichte.

    Herr Keckl hat sich sachlicher mit den Zahlen befasst:

    Wie „Brot für die Welt“ den Hunger fördert, Entwicklungen blockiert, der Artenvielfalt schadet
    http://www.keckl.de/texte/Brot_fuer_die_Welt_Kritik.pdf

      • Mark Rössler sagt

        Sachlich mit den Zahlen!
        Warum sollte er sachlich gegenüber den Märchen bleiben? Mit Sachlichkeit kommt man gegen dieses Übel nun mal nicht an, das ist ja nun keine neue Erkenntnis. Und wie man sieht, ist auch die Presse bis heute nicht in der Lage sachlich zu recherchieren, sondern übernimmt offensichtliche Falschbehauptungen.

        • Gephard sagt

          Wer sich nicht mal die Mühe macht, seine Zahlen sachlich vorzubringen, der erweckt in mir unweigerlich den Eindruck, dass er mit seiner Ausrucksweise etwas überspielen will oder dass er die Zahlen so gewählt hat, dass sie zu seiner Meinung passen.

          Man darf gerne eine Meinung haben und diese auch unsachlich vorbringen, aber doch bitte nicht im selben Dolument, das man als sachlich verstanden wissen möchte.

          Natürlich ist die Presse in der Lage, sachlich zu recherchieren. Dass es in einzelnen oder gar gehäuften Fällen anders ist, ist noch lange keine Grund, alle in einen Topf zu werfen.

          • Mark Rössler sagt

            Sie dürfen ja gerne die Zahlen nutzen und die Dinge erklären.

            Die Behauptung nur “Abfälle” würden exportiert oder Afrika leidet, kann ich aus den Zahlen von Herrn Keckl nicht herauslesen.
            Absolute Zahlen ohne Kontext, wie im Artikel, haben keinerlei Aussagekraft und werden ausschließlich zur Erstellung von einer Geschichte genutzt.

            Ob solche Lügengeschichten mit rührenden Worten nicht eher das Problem sind?

            Wer sich allein mit der Wortwahl auseinander setzt, dem sind die Fakten meiner Meinung nach sowieso egal und das nutzt Brot für die Welt oder Miserior seit Jahren gnadenlos aus.
            Zum Leid vieler Bedürftiger.

            Der Deutsche ist eben empfänglich für Geschichten, das war schon immer so und wird sich bei der Masse wohl nie ändern.

  8. Es ist allgemein anerkannt und vernünftig, dass jedes Land unabhängig von Nahrungsmittelimporten sein sollte. Souveräne Länder wie Russland oder China bemühen sich um Verbesserung der Selbstversorgung und drehen den Importhahn zu, sobald ein ausreichender Selbstversorgungsgrad erreicht ist. Deshalb sollten sich die Länder mit Überschußproduktion auch nicht von Exporten abhängig machen oder ihre Hoffnung darauf setzen: starke Abnehmer werden die Tür irgendwann zumachen und schwache Handelspartner werden immer weniger Geld für Importe haben.
    Für das Brüsseler Dogma von der Wettbewerbsfähigkeit durch freie Märkte fehlt mir der geschichtliche Nachweis. Wie sollen denn schwache Länder ohne Außenschutz überhaupt eine eigenständige Verarbeitung und Kapital aufbauen?

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