Bauer Willi
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Trockenheit – morgen soll es regnen

Was bedeutet die Trockenheit und Hitze für die Natur?

Bei mir auf dem Hof hat es seit dem 20. August nicht mehr geregnet, wenn man die 0,7 mm, die zwischendurch mal gefallen sind, außen vor lässt. Für Donnerstag, den 15.9. ist nun etwas Regen angesagt, aber in den Vorhersagen wird es von Tag zu Tag weniger.

Der Raps, der am 2.9. gesät wurde, ist miserabel aufgelaufen. Jetzt hoffe ich nur, dass viele Samen nicht gekeimt sind, damit das nach dem Regen passiert. Wenn er gekeimt sein sollte, ist er inzwischen sicher vertrocknet. Das wäre ganz blöd.

Auch die Zwischenfrucht lechzt nach Wasser. Auch hier ist die Bestandesdichte nicht wie gewünscht, aber das lässt sich ja verkraften, weil die nicht geerntet wird. In den Lücken läuft aber schon fleißig Unkraut auf, dass wir nicht bekämpfen können (und auch nicht dürfen) weil sonst auch die Zwischenfrucht kaputt ginge.

Beim Mais (ich habe allerdings keinen) ist die Situation so, dass die Blätter vertrocknen, der Maiskolben (je nach Sorte) aber noch nicht reif ist zum Häckseln, weil ihm die notwendige Trockensubstanz fehlt. Hier muss man einen Kompromiss eingehen, damit nicht trockenes Stroh und nasse Kolben gemischt werden.

Bei Kartoffeln haben jetzt viele die Bestände zum Welken gebracht, weil es eh keinen Zuwachs mehr gibt. Teilweise sind die Dämme jetzt aufgerissen, was dazu führt, dass die Sonne bis auf die Kartoffeln scheint und diese dann grün werden. Für Speisekartoffeln eine Katastrophe, weil niemand grüne Kartoffeln will (Solanin-Gehalt) und diese in den Abfall wandern. Außerdem habe viele Kartoffeln Wachstumsrisse, was das Schälen erschwert und eine Qualitätsminderung darstellt und mit Abzügen versehen wird. Gerodet werden kann im Augenblick nur dort, wo auch beregnet werden kann.

Die Zuckerrüben sehen bei mir noch am besten aus. Zwar lassen sie tagsüber “die Ohren hängen” und verlieren zusehends an Blattwerk, aber das verbliebene hat sich über Nacht wieder erholt. Der Zuckergehalt steigt zwar, aber nur deshalb, weil das Wasser verdunstet. Damit steigt nur die Konzentration, von der Masse her wird es weniger. Die Kampagne beginnt jetzt, aber mancherorts wird der Rübenroder vergeblich zum Feld fahren, weil es einfach zu trocken ist und die Rodeschare nicht in die Erde kommen.

Mein Rasen (siehe Bild) ist ganz schön verbrannt, was man daran erkennen kann, dass im Schatten des Baumes (der schon Blätter verliert) das Gras noch einigermaßen grün ist. Aber das kümmert mich wenig und das wächst sich auch wieder aus.

Die Waldbrandgefahr liegt im Rheinland bei Stufe 3, in einigen östlichen Bundesländern auf der höchsten Stufe 5.

Es wird also höchste Zeit, dass es endlich mal wieder regnet. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Euer Bauer Willi

 

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35 Kommentare

  1. Das ist wirklich ein Problem. Für Landwirte muss dieser Sommer ein Graus sein. Erst zu viel Regen, dann zu wenig. Man kann nur hoffen, dass es nächstes Jahr besser wird.

  2. Friedrich sagt

    Hier in Südhannover hatten wir im August 31 mm Regen. Am 4. September kamen 21 mm
    beim Gewitter runter. Trotzdem hat der Raps Auflaufprobleme. Der Silomais für die Biogasanlagen ist jetzt auch soweit und die ersten Rüben sind gerodet. Durch die stechende Sonne trocknet das Land aus und die Vegetation ist im Rückwärtsgang. Ich habe über 30 Jahre das Wetter analysiert. Seit Ende der 1980 er Jahre steigt die Verdunstung an und das bei konstant gleichen Regenmengen über Jahre. Probleme bereiten uns die Wasserwerke , die uns jedes Jahr den Grundwasserspiegel um zwei Zentimeter absenken , aber das wollen
    unsere Rotgrünen politischen Vertreter nicht wahrhaben., denn die Aufsichtsratsposten sind
    begehrt , warum wohl ?? Auf die Trockenheit überall nimmt der Weltmarkt keine Rücksicht. Die z.Zt. totale ,weltweite Liberalisierung wird sich für die deutsche Landwirtschaft auf grund unserer hohen Kosten negativ bemerkbar machen. Selbst der
    Club of Rome warnt vor der Liberalisierung. Auch unseren deutschen Landwirtschaftsministern wird allmählich schummerich , weil alle nachgelagerten Bereiche des Ernährungsgewerbes die Kosten auf die Landwirte abwälzen und so alle ihre Handelsspanne und Gewinne behalten .Ohne Rohstoffnachschub auch keine Margen. Die sollen endlich den Verkauf unter Einstandspreis von Lebensmitteln nicht nur beschließen sondern auch durchsetzen. Die Kontrolleure kann man ja auch einmal in die Supermärkte schicken. Das hätte dann auch ein heilsame Wirkung.

  3. Hans-Jürgen Gresch sagt

    Moin,Moin Bauer Willi,
    die Situation wie Du sie für Dich beschreibst, könnte man zu 100% auf uns in Südbrandenburg umlegen trocken wie in einem Gallischen Dorf. Die Mähdruschernte war
    Spitze bis auf den Raps. Der Mais ist im Silo ,die Qualität der Silage wird so schätze ich nicht besonders gut werden. Trockene Restpflanze und unausgereifte Kolben . Zur Zeit sind wir am Maisdreschen für Feuchtmaissilage . Dieser wird dann von einer mit dem Traktor angetrieben Mühle gemahlen und sofort in einen Schlauch gepresst so ähnlich wie beim Wurst machen beim Hausschlachten. Der Mais kann schon mit einer Trockensubstanz der Körner zwischen 30-35 % gedroschen werden.
    Raps ist nicht oder nur ganz schlecht aufgelaufen. Die Wintergetreide Aussaat die um diese Zeit sonst schon läuft verschieben wir auch noch.
    Regen sagen die Metrologen zwar fürs Wochenende an, aber sie haben sich in den letzten Wochen auch immer öfter geirrt. Aber wie sagt man so schön die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Euer Brandenburgbauer

    • bauerhans sagt

      “Zur Zeit sind wir am Maisdreschen für Feuchtmaissilage”

      bei uns heisst das CCM(corncobmix),der kolben wird ohne blätter gedroschen und gemahlen,dann siliert.
      damals(1991) hatte ich besuch aus brandenburg und der lpg-chef fuhr mit auf dem rotordrescher und erkundigte sich beim lohnunternehmer über die maschine,weil die 500-600ha mais anbauten.

      • Andreas sagt

        Zitat: “der Kolben wird ohne Blätter gedroschen…”
        Wie macht ihr das? Wer macht die Lieschblätter vorher ab bevor sie gedroschen werden?

      • Hans-Jürgen Gresch sagt

        Hallo bauerhans,
        CCM ist ein Maiskornspindel Gemisch und beim Feuchtmais wird nur das Korn
        verwendet. Nur zur richtig Stellung.

  4. bauerhans sagt

    mein raps steht sehr schön da,etwas gerstenaufschlag,wenig unkraut,wenig schnecken.
    die zuckerrüben haben ein starkes blatt,welches überzogen von pilzkrankheiten ist.
    die zwischenfrucht aus kresse,phacelia und ringelblume ist schön aufgegangen.

  5. Sabine sagt

    Wie bekommt man seine Kulturen stressresistenter?
    Da wo ich vor einer Woche meine Wiese runter geschnitten hab und alles im Auslaufverteilt habe, sieht sie recht traurig aus. Da wo ich sie stehengelassen habe ist sie zwar nicht mehr frisch grün, aber nicht weil ihr die Feuchtigkeit fehlt. Puhlt man unter dem Gras etwas in der Erde, ist sie noch recht freucht. Kein vergleich zu dem Naturbeton auf dem abgemähten Stück. Im hohen Gras haben sich auch die Malven- die mochten den ganzen Regen und die Schnecken nun wirklich nicht- und Kräuter wieder gut erholt, treiben erneut und blühen. Ähnlich sieht es da aus, wo ich auf den Beeten aus, wo ich nicht “sauber” gemacht hab. Ich hab Erdbeeren, klein aber sehr lecker.
    Das wiegt sicher nicht auf, was Schnecken und Regen im Mai und Juni platt gemacht haben, für viele Pflanzen ist es einfach zu spät.
    Um die “Hügel” aus altem Heu und Einstreu haben sich grüne Kränze gebildet. Auch wenn die Zwerge jeden dieser Hügel auf ihrem Grundstück als einen Angriff auf ihre Hühnerehre zu begreifen scheinen, konnte ich da einige retten.
    Vllt. ist ja was an der Permakultur-Theorie dran, die in “Bodenschwellen” und Mischkulturen einen Weg sieht, sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser zu managen.
    Die Frage ist, ob man solche Elemente auch in der konventionellen Landwirtschaft einbauen kann.

  6. Marianne Klinge sagt

    Der letzte ” richtige” Regenn fiel am 25.06….Lang, lang ist’s her. Kartoffelnroden geht bei uns nur, wenn zuvor die Fläche beregnet wird. Dazu kommt, dass wir nur von 7.00 – 13.00 Uhr Kartoffeln roden können. Es ist einfach zu heiß.

  7. Christian sagt

    wir als Produzenten müssen uns künftig auf diese Wetterextreme immer mehr einstellen. Der Jahresniederschlag wird wieder im Mittel bleiben. Die Verteilung lässt zu wünschen übrig.

    • Bauer Willi sagt

      Das sollten wir auch kommunizieren! Ich denke, dass interessiert die Mitbürger auch!
      Bauer Willi

          • Sabine sagt

            Die Frage ist, was man da alles hier übernehmen kann und darf.
            Ich könnte mir z.B. auch vorstellen, dass man die Bodenschwellen, die in der Permakultur genutzt werden, auch etwas abgewandelt in der konventionellen Landwirtschaft nutzen könnte. Nur befürchte ich, dass solche Erdarbeiten hier nicht genehmigt werden.

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